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Schreib-Rückschulung bei rechtshändigem Handwerksberuf

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    #16
    Man kann ja auch zweigleisig fahren, wie das Beispiel der Friseurin zeigt. Z.B. benutzt man rechtshändig die Arbeitsgeräte und Maschinen in der erforderlichen Geschwindigkeit und erlernt das linkshändige Schreiben und Malen.

    Jolien
    Mein Motto: "Ächtz, ächtz, muss ich das schon wieder mit Rechts machen???" - "Nein, lieber mit Links, denn das bringt's!"

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      #17
      Zitat von Samuel167 Beitrag anzeigen
      Während der Friseur/die Friseuse theoretisch die Möglichkeit hat, sich das Schneiden mit links anzueignen, finden sich in anderen Handwerksberufen
      Geräte und Maschinen, die rechtshändig bedient werden MÜSSEN.

      Bei linkshändiger Bedienung droht möglicherweise erhöhte Unfallgefahr (wie man in dem Video sieht), bei manchen Maschinen ist eine linkshändige Bedienung
      gar nicht möglich.
      Ob das Gefrickel, das linkshändige Menschen mit Rechtshänderscheren veranstalten, für professionelle Ansprüche in einem Friseurbetrieb ausreichen bezweifle ich. Also brauchen auch Friseur*innen ihre speziellen "Maschinen". Nur daß eine entsprechende Scheren natürlich billiger und leichter zu bekommen sind als Kreissägen o.ä.

      Ich selber habe mit handwerklicher Arbeit eher wenig Erfahrung, da meine Motivation dafür dank Umschulung immer gegen null ging. Was die Bedienung von Maschinen angeht habe ich Erfahrung mit dem Auto. Nach knapp 1 1/2 Jahren Rückschulung fällt mir bei meinen wenigen Autofahrten unangenehm auf, daß ich da nichts auf links umdrehen kann. Zugleich frage ich mich allerdings, ob Autofahren wirklich für Rechtshändige eingerichtet wurde. Die Anordnung der Instrumente und Hebel ist ja im Wesentlichen dem Fahren auf der rechten Straßenseite geschuldet und das ist ja gar nicht überall auf der Welt so. Wie kommen denn rechtshändige Menschen mit dem Autofahren z.B. in Großbritannien klar? Meine Vermutung wäre, daß solche Dinge einmal auf eine Weise gelernt werden und dann einfach funktionieren. Das läuft nach dem Lernen ja auch einigermaßen automatisiert ab.

      Ebenso frage ich mich, wie rechtshändige Menschen mit dem Schreiben auf persisch, arabisch oder hebräisch klar kommen.

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        #18
        Zitat von Jolien Beitrag anzeigen
        Man kann ja auch zweigleisig fahren, wie das Beispiel der Friseurin zeigt. Z.B. benutzt man rechtshändig die Arbeitsgeräte und Maschinen in der erforderlichen Geschwindigkeit und erlernt das linkshändige Schreiben und Malen.

        Jolien
        Ich vermute, daß mir das sehr schwer gefallen wäre. Für mich war sehr wichtig, zusammen mit dem Schreiben viele Dinge im Haushalt/Alltag auf links zu wechseln. Sonst hätte das gar nicht funktioniert. Und ich hatte das Glück, mir für handschriftliches Schreiben immer Zeit lassen zu können. Wenn es schnell gehen mußte habe ich den Computer genommen, nie wieder die rechte Hand. Sonst hätte ich einen Knoten im Hirn bekommen.

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          #19
          Hallo Samuel,

          eine für mich zumindest interessante Frage, --bei der ich mich zunächst selber auch frage, wie viele genetische LH-Handwerker es geben möge, die sich bei wirklich reiner Handarbeit tatsächlich auf rechte Hand umgestellt haben. Z.B. ein LH-Maler, der nur RH pinselt und rollert, oder ein LH-Maschinenschlosser, der die Feile grundsätzlich nur in die rechte Hand nimmt.
          ---Also jetzt mal bei diesen beiden Beispielen bleibend, kann ich mir das kaum vorstellen. –Anders natürlich beim Friseurberuf, wegen der RH-Scheren.

          Ich, für meinen Teil, halte mich für so etwas wie einen Multifunktionshandwerker. Ohne jetzt prahlen zu wollen, gibt es tatsächlich kaum ein „Gewerk“ in dem ich mich nicht ausprobierte. Natürlich konnte ich hierbei in keinem dieser Berufe so gut werden, wie z.B. ein guter Werkzeugmacher o.ä.. Dennoch bin ich mit den Resultaten meiner Arbeiten von der KFZ-Reparatur über Bau- und Renovierungsarbeiten, TV-PC-Reparatur, Wasser- und Elektroinstallation usw., immer zufrieden gewesen, vor allem, weil es in meinem Leben gehörige Mengen Geldes sparte.

          Aus dieser Sicht kann ich sagen, dass in den verschiedensten Handwerksberufen leider, leider eben der Umgang mit Maschinen und Geräten aller Art für Linkshänder ein Graus ist, ---ohne dass diese es zumeist wirklich merken.

          Alle diese Geräte sind für den RH-Gebrauch konzipiert und damit oftmals natürlich extrem unfallgefährdend, ---Beispiel-Video-Kreissäge. Die sog. Flex (Winkelschleifer, auch durchaus nicht minder gefährlich) ist hier eine Ausnahme, sie lässt sich schnell und problemlos umstellen. Auch E-Schweißgeräte, Elektroden-, MIG/MAG/WIG-, stellen i.R. kein Problem dar. - Wieder eine Ausnahme ist der Autogenschweißbrenner. Anders bei grundsätzlich allen Werkzeugmaschinen, von der einfachen Drehbank angefangen bis zur CNC-Fräse, was auch immer für eine Maschine , alles ist RH-lateralisiert!!

          Wiederum anders (ULH’s haben’s gerne Andersherum ) , ist die Sache natürlich bei tatsächlicher Handarbeit. Hämmern, Feilen, Sägen Pinseln, Meißeln, Spachteln, Umgang mit der Kelle, Graben/Schaufeln, --also alle Tätigkeiten die wirkliche Handarbeit erfordern, können problemlos linkslateral akzentuiert oder sogar rein linkshändig ausgeführt werden. –Das ist ja genau der Punkt, der mich als jungen Menschen zu den Handwerken führte, --------zusätzlich zu dem Umstand, dass mein Vater ein gelernter Maschinenbauer, und ich bei ihm natürlich in einer Art Dauerlehre von kleinauf war, ----und genau von da an habe ich alles wirklich handwerkliche LH gemacht.

          Will sagen, ich kann mir kaum vorstellen, dass ein genetischer LH-Handwerker, eben genau diese o.g. wirklichen Handarbeiten auf RH umstellt!

          ------Die Händigkeitsberater brauchen dann also mit ihren Handwerks-Klienten nur mit auf die Baustelle zu gehen, ---dann wissen sie gleich Bescheid.

          Abschließend möchte ich sagen, dass ich im Laufe meiner nun 12-Jährigen Rückschulung leider immer wieder deutlich spüren mußte, wie sehr die doch vielen manuellen Fähigkeiten, die ich mir angeeignet habe, eine Rückschulung sicher nicht leichter machen. Ich blicke hier tatsächlich ein bisschen neidisch auf andere RS’ler, die in ihrem Leben auf eine rein intellektuelle Tätigkeit zurückblicken. Beruflich habe ich zwar auch hauptsächlich intellektuell gearbeitet, jedoch stellt dies m.E. kaum ein RS-Hemmnis dar.
          Schönen Gruß
          Michael

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            #20
            Ergänzung: Warum sind multifunktionale, oder, sagen wir, vielfältige handwerkliche Fähigkeiten m.E. eher eine RS- Hürde?
            ---Also mich plagte in den letzten Jahren häufig der Wunsch dies oder das, oder jenes oder sonst irgendetwas zu machen, wobei ich dann fast völlig ungewollt den Überblick verlor, was dies oder das oder jenes oder sonst irgendetwas an Zeitaufwand und Arbeit nach sich zieht. Irgendwann vor etlichen Jahren nannte hier ein Schreiber dies "Das lineare Denken". Aus a. folgt b., folgt c. usw.. Hierbei kann dann leichtens eine Selbstüberforderung entstehen.
            Dieses Virus kann Handwerker m. E. eher befallen als reine Geistestäter, wobei ich immer sage, dass Letztere die Geistesarbeit bei handwerklichen Tätigkeiten i.R. aus Unkenntnis völlig unterschätzen.

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              #21
              Zitat von Jolien Beitrag anzeigen
              Man kann ja auch zweigleisig fahren, wie das Beispiel der Friseurin zeigt. Z.B. benutzt man rechtshändig die Arbeitsgeräte und Maschinen in der erforderlichen Geschwindigkeit und erlernt das linkshändige Schreiben und Malen.

              Jolien

              Genau um dieses Experiment des zweigleisig Fahrens im Verlauf der Rückschulung, was im Prinzip nichts Anderes ist als eine mehr oder weniger ausgeprägte Form von Mischhändigkeit, geht es mir in diesem Thread.



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                #22

                Zitat von Karsten Beitrag anzeigen
                Ob das Gefrickel, das linkshändige Menschen mit Rechtshänderscheren veranstalten, für professionelle Ansprüche in einem Friseurbetrieb ausreichen bezweifle ich. Also brauchen auch Friseur*innen ihre speziellen "Maschinen".

                Ich weiß nicht, ob ich diesen Beitrag hier richtig verstanden habe aber ich versuch's mal so rum:

                Eine linkshändige Friseurin, die bereits in der Lage ist linkshändig zu schneiden, wird natürlich gut damit beraten sein, dafür eine LH-Schere für Friseure zu benutzen.
                Die sind meines Wissen im Handel auch erhältlich.

                Die im Video gezeigte Friseurin ist allerdings nicht oder noch nicht in diesem Stadium, da sie das Friseur-Handwerk offensichtlich rechtshändig erlernt und mehrere Jahre ausgeübt hat. Daher gehe ich mal davon aus, dass Sie im gezeigten Video mit einer RH-Schere unterwegs ist. Ob sie deshalb nun von vorneherein gleich eine qualitativ schlechte Friseurin sein muss, die ein "Gefrickel" veranstaltet, lasse ich mal dahingestellt.


                Zuletzt geändert von Samuel167; 15.04.2021, 19:45.

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                  #23
                  Zitat von Samuel167 Beitrag anzeigen

                  Die im Video gezeigte Friseurin ist allerdings nicht oder noch nicht in diesem Stadium, da sie das Friseur-Handwerk offensichtlich rechtshändig erlernt und mehrere Jahre ausgeübt hat. Daher gehe ich mal davon aus, dass Sie im gezeigten Video mit einer RH-Schere unterwegs ist. Ob sie deshalb nun von vorneherein gleich eine qualitativ schlechte Friseurin sein muss, die ein "Gefrickel" veranstaltet, lasse ich mal dahingestellt.
                  Obwohl ich beim Schreiben erst seit 1 1/2 Jahren mit links unterwegs bin habe ich Scheren schon als kleines Kind immer mit links benutzt. Das ging auch einigermaßen gut, weil ich es gelernt habe, meine Hand so krumm zu halten, daß ich gerade schneide. Das basiert aber immer nur auf der Basis von Erfahrung, denn sehen kann ich nicht wo ich schneide. Ich habe aber schnell so viel Erfahrung gesammelt, daß ich gescheitert bin als ich das erste Mal eine Linkshänderschere benutzt habe. Als ich die mit etwa 17 Jahren geschenkt bekam mußte ich einige Wochen damit üben, bevor ich damit so schneiden konnte wie ich wollte. Heutzutage kann ich mit der linken Hand mit Links- und Rechtshänderscheren schneiden. Der Unterschied: mit einer Linkshänderschere kann ich sehen was ich tue. Deshalb mache ich das auch lieber. Im professionellen Zusammenhang mit Hilfe von Erfahrung auf Verdacht zu schneiden ist für mich Gefrickel.

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                    #24
                    Zitat von Micha.el Beitrag anzeigen
                    Hallo Samuel,

                    eine für mich zumindest interessante Frage, --bei der ich mich zunächst selber auch frage, wie viele genetische LH-Handwerker es geben möge, die sich bei wirklich reiner Handarbeit tatsächlich auf rechte Hand umgestellt haben. Z.B. ein LH-Maler, der nur RH pinselt und rollert, oder ein LH-Maschinenschlosser, der die Feile grundsätzlich nur in die rechte Hand nimmt.
                    ---Also jetzt mal bei diesen beiden Beispielen bleibend, kann ich mir das kaum vorstellen. –Anders natürlich beim Friseurberuf, wegen der RH-Scheren.

                    (...)

                    Schönen Gruß
                    Michael

                    Hallo Michael,

                    ich kann Dir da nicht ganz folgen - wir reden doch beide im Moment von UMGESCHULTEN Linkshändern?

                    Die im Video gezeigte Friseurin ist ULHin, sie hat mit rechts das Schreiben erlernt und später den Friseur-Beruf ebenfalls rechtshändig erlernt.

                    Warum sollte diese Tendenz in anderen Handwerksberufen weniger wahrscheinlich sein?

                    ULH, denen ihre Linkshändigkeit von klein auf abtrainiert wurde, die keinen intuitiven Zugang mehr zu ihr haben und die als Kind bereits viele Tätigkeiten auf rechts umgestellt haben, werden beim Erlernen eines Handwerksberufs wohl dazu tendieren, Tätigkeiten wie malern, hämmern, Schraubenzieher benutzen, Zange benutzen, ebenfalls mit rechts auszuführen?

                    Oder sehe ich das falsch?
                    Zuletzt geändert von Samuel167; 16.04.2021, 15:29.

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                      #25
                      Zitat von Micha.el Beitrag anzeigen
                      Ergänzung: (...)
                      ---Also mich plagte in den letzten Jahren häufig der Wunsch dies oder das, oder jenes oder sonst irgendetwas zu machen, wobei ich dann fast völlig ungewollt den Überblick verlor, was dies oder das oder jenes oder sonst irgendetwas an Zeitaufwand und Arbeit nach sich zieht. Irgendwann vor etlichen Jahren nannte hier ein Schreiber dies "Das lineare Denken". Aus a. folgt b., folgt c. usw.. Hierbei kann dann leichtens eine Selbstüberforderung entstehen.
                      Dieses Virus kann Handwerker m. E. eher befallen als reine Geistestäter, wobei ich immer sage, dass Letztere die Geistesarbeit bei handwerklichen Tätigkeiten i.R. aus Unkenntnis völlig unterschätzen.

                      Hallo Michael,

                      das was Du hier beschreibst mit dem Wunsch "dies oder das, oder jenes oder sonst irgendetwas zu machen" hat meines Erachtens nichts mit linearem Denken zu tun. Es deutet eher auf übermäßig laterales Denken hin.

                      Schöne Grüße

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                        #26
                        Hallo Samuel,

                        ja, --hmm, nun, man möge es nennen wie man will. Ich denke der Forenschreiber meinte das auch so wie Du. Dieses laterale/lineare Denken verhindert m.E. eben dann erneute Abwägungen, wie z.B. ---man denkt nach: --Muß ich das jetzt unbedingt machen? ---Dies ist genau das, was ich bei mir seit einiger Zeit als Fortschritt verbuche, wenn ich mir dann sage: --Nö, warum soll ich jetzt dies und das machen, --muß doch gar nicht sein. Das war früher anders, da wurde das dann durchgezogen, egal wie.....

                        Zu der Sache von ULHs, die z.B. als Schmied den Hammer rechts benutzen, ----ja, das fällt mir halt doch schwer zu glauben, gerade bei diesem Beispiel. Nach meinen Beobachtungen hämmern die dann tatsächlich links, --Schreiben haben sie RH gelernt. Mein Eindruck ist, dass ULHs eben, genau wie ich, bei handwerklichen Tätigkeiten, wegen des größeren Geschicks und der geringeren Ermüdbarkeit, intuitiv ihre dominante Hand nehmen. Ein richtig guter Schmied kann ein ULH -RH-Schmied nicht werden. ----Ausnahmen mögen die Regel bestätigen. Wirklich komplett umgestellte LHs gibts wohl auch, vermutlich jedoch eher seltener, insbesondere bei Handwerkern. Inwieweit die dann aber richtig komplett sind, sei auch wieder in Frage gestellt. Ansonsten hätte ja ein H.-Berater gar keine Chance.
                        Übrigens kannte ich auch mal eine Firseurin, die bekennende LH war und eine RH - Schere benutzte, rechtshändig, versteht sich. Nach eigenen Angaben hatte sie keine Probleme damit und der Haarschnitt war auch O.K..

                        Gruß zurück

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