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Rückschulung - Probleme mit der Liebe zur Familie

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    Rückschulung - Probleme mit der Liebe zur Familie

    Hallo Zusammen,

    ich habe vor knapp 1,5 Jahren die Rückschulung gemacht.
    mein Schriftbild ist genauso gut wie meine alte Schrift mit rechts.
    Die Rückschulung verlief ohne große Komplikationen... naja bis jetzt

    Leider habe ich das Problem, dass seit geraumer Zeit die zwischenmenschliche Beziehung zu meiner Familie arg gestört ist.
    Ich stelle mein komplettes Leben in Frage und will einfach nur Frei sein. Wobei ich momentan nicht weiß wo ich hingehöre und was mich glücklich macht.

    Passiert ist das ganze ende Oktober anfang November. Mit mal ein Gedanke der durch das Gehirn gefeuert wurde... (Scheidung)
    Seitdem habe ich große Probleme, noch was für meine Frau zu empfinden und ich drehe mich im Kreis...

    Meine LB hat gesagt, dass das auf keinen Fall von der Rückschulung kommen kann, ich zweifel aber daran...

    Gruß

    #2
    Hallo Jens,
    bei der Rückschulung geht in keinster Weise nur um das Schreiben mit der linken Hand.
    Mit der Rückschulung beginnt für jeden ULH eine tiefgreifende innere Veränderung, denn durch die Wiederbelebung der rechten Gehirnhälfte fängt man z.B. an, zu fühlen. Zunächst fühlen sehr viele ULH, was sie nicht wollen oder auch welche Beziehungen nicht stimmen und das ist gut so.
    Du kannst froh sein, wenn Du jetzt mehr fühlen kannst. Dadurch wirst Du authentischer. Das ist letztendlich viel besser als sich selbst und anderen etwas vorzumachen, finde ich.
    Ich habe im Laufe der Rückschulung ähnliches erlebt und mein Freundeskreis, der damals sehr groß war, ist sehr geschrumpft.
    Mit meiner neu erwachten Ehrlichkeit konnten viele Menschen damals nicht umgehen.
    Liebe Grüße von Marina Neumann
    Dipl.-Psych. Marina Neumann
    Psychologische Psychotherapeutin
    www.linkerhand.de
    Beratungsstelle für Linkshänder

    Autorin von: "Natürlich mit links - Zurück zur Linkshändigkeit - Befreiter leben mit der starken Hand"
    und
    "Natürlich mit links - Schreiblernheft für Linkshänder"

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      #3
      Das ist momentan auch mein großes Thema. Ich bin, kommt mir manchmal vor, umgeben von umgeschulten LH, die nichts davon wissen wollen. Die können teilweise meine Entwicklung nicht nachvollziehen. Aber du wirst sehen, es werden sich auch interessante neue Begegnungen ergeben und alte Beziehungen können ev. in neuem Licht erscheinen.

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        #4



        Hallo Jens,

        die Frage, ob Deine Probleme mit der Liebe zur Familie von der Rückschulung kommen oder nicht, wird Dir hier niemand beantworten können.

        Abgesehen davon, hätte ich diesen Thread eher in den geschützten Bereich gestellt.

        Sorry gleich vorweg - aber bei manchen Beiträgen, die hier gelegentlich lese, geht bei mir eine ganze Kaskade von Fragen und Gedanken auf, die ich dann einfach loswerden muss. Bitte nichts persönlich nehmen.


        Du schreibst, Dein Schriftbild mit links wäre genauso gut wie Deine alte Schrift mit rechts. Wie soll man das verstehen? Hat Dir der Schreibhandwechsel in dieser Hinsicht was gebracht?


        Du schreibst, die Beziehung zu Deiner Familie wäre gestört und die Empfindungen für Deine Frau hätten nachgelassen.


        Ich stelle mir gerade folgendes Szenario vor:


        Mann + Frau leben in einer mehr oder weniger intakten aber von gegenseitiger Liebe getragenen Beziehung. Einer von beiden führt nun einen Schreibhandwechsel durch und plötzlich ist von seiner Seite aus die Liebe weg. Ich kann mir das nicht so recht vorstellen.



        Mir gehen dabei folgende Gedanken durch den Kopf:


        Gab es möglicherweise vorher schon Probleme und die Rückschulung wird nun als Grund vorgeschoben, diese zu artikulieren?


        Ich würde mich auch fragen, wie stark die sich rückschulende Person die eigene Rückschulung in den Mittelpunkt stellt und wie die Einstellung der anderen Familienmitglieder dazu ist.


        Desweiteren würde ich mich fragen, mit welchen Erwartungen die sich rückschulende Person an die Rückschulung herangeht, ob diese Erwartungen realistisch sind und möglicherweise übermäßig auf das persönliche Umfeld projiziert werden.


        Menschen verändern sich ständig, von der Geburt bis zum Tod, egal ob mit oder ohne Rückschulung. Beziehungen nutzen sich ab, Menschen leben sich auseinander, entwickeln sich voneinander weg – das passiert tagtäglich.


        Ob man das nun monokausal mit der Rückschulung in Verbindung bringen muss, lasse ich mal dahingestellt.


        Nebenbei bemerkt:

        Wenn mir jemand vor Beginn einer Rückschulung in Aussicht stellen würde, dass ich dadurch möglicherweise den Bezug verliere zu meiner vormals geliebten Familie, würde mich das eher abhalten von einer Rückschulung.


        Auch das Phänomen, dass Menschen im Laufe ihres Lebens irgendwann ihr komplettes Leben in Frage stellen, ist nicht wirklich neu. Ein kanadischer Psycho-Analytiker hat dafür mal den Begriff „Midlife-Crisis“ geprägt. Manches von dem was Du schreibst, klingt verdächtig danach.



        Schöne Grüße


        Sam


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          #5
          Moin Zuzsammen!

          ich glaube nicht, dass das eine Midlife-Crisis ist!
          Grundsätzlich war auch die Frage ob sowas von der Rückschulung verursacht seien kann.

          Ich merke schon, dass ich andere Vorlieben entwickel, wie z.B. das Arbeiten mit Holz und den Alltag anders angehe...

          LG Jens

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            #6
            Zitat von Jens Beitrag anzeigen

            Meine LB hat gesagt, dass das auf keinen Fall von der Rückschulung kommen kann, ich zweifel aber daran...
            Hallo Jens,

            auch ich, ohne fachliche Kenntnis, würde an ihrer Aussage zweifeln.

            Nimmst du, für dich, denn eigentlich diese Situation an, oder versuchst du, sie ganz oder in Teilen zu bekämpfen?
            Vom Entdecken neuer Sichtweisen oder Hobbys schrieben auch andere Rückschüler schon!

            Gruß Detlef

            Kommentar


              #7
              Die allermeisten Linkshänderberater/innen kennen sich mit dem Prozess der RS bei Erwachsenen leider gar nicht aus. Deshalb sind deren Äußerungen immer mit Vorsicht zu genießen.
              Dipl.-Psych. Marina Neumann
              Psychologische Psychotherapeutin
              www.linkerhand.de
              Beratungsstelle für Linkshänder

              Autorin von: "Natürlich mit links - Zurück zur Linkshändigkeit - Befreiter leben mit der starken Hand"
              und
              "Natürlich mit links - Schreiblernheft für Linkshänder"

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                #8
                Hallo Jens,
                nach meiner Erfahrung sortieren einschneidende Lebensereignisse immer auch das soziale Umfeld. Ich kann da rückblickend auf eine überlebte Krebserkrankung und die erfolgreiche Rückschulung. in der Struktur keine großen Unterschiede erkennen. Da gibt es Menschen, die überfordert sind, und solche, die sich plötzlich als hilfreiche Freunde entpuppen, wo man es vorher nie gedacht hättte. Man selbst verändert sich durch die Erfahrung, das Umfeld bleibt sich selbst treu. Das verschiebt dann die Perspektive auf die Beziehungen, in denen man steckt. Schwierig wird es immer dann, wenn das Gegenüber mit Veränderungen nicht gut klarkommt, man selbst aber in der Veränderung wahr- und angenommen werden möchte.
                Eine Rückschulung ohne psychische Veränderungen kann ich mir eigentlich gar nicht vorstellen, es sei denn, man ist so weit von der eigenen Gefühlswelt dissoziiert, dass man das ausblendet. Dann wiederum würde ich es allerdings für unwahrscheinlich halten, dass derjenige überhaupt mit einer RS anfängt. Dafür scheint mir nämlich ein gewisser Leidensdruck notwendig zu sein.
                Was die familiären Verstrickungen angeht, da würde ich unterscheiden zwischen "Tätern", also denen, die mich damals umgezwungen haben, und dem Rest. Für mich war im Zuge der RS die Frage "warum wurde mir das angetan?/ Wer hat es nicht verhindert?" sehr zentral und ich habe eine Weile Kontakte auf ein Minimum reduziert, um das für mich aufzuarbeiten. Es war quasi ein großes, inneres Familienstellen bezüglich meiner Ursprungsfamilie, von der nur meine Mutter noch lebt. Ich habe sie nicht mit Schuldvorwürfen konfrontiert, sie zeigte aber von sich aus Einsicht in das fehlverhalten, und so konnte ich das für mich auflösen...
                Was ich gut verstehen kann ist dieses "ich will endlich ich sein und ohne wenn und aber akzeptiert werden". Falls du derzeit den Eindruck hast, dass das in deiner familiären Situation nicht möglich ist, kann das bedeuten, dass schon vorher was im Argen lag, das du vor der RS nicht wahrnehmen konntest. Es kann aber auch eine Einladung sein zu lernen, für dich selbst einzustehen, Wünsche für dich klar zu formulieren und sie dann ebenso klar zu adressieren. Das war was, was ich persönlich früher nicht konnte. Ich habe mich immer zurückgezogen, "nur kein Stress" gemurmelt, um dann irgendwann grundlos zu explodieren...
                Was davon nun deine Baustelle ist, kannst nur nur du selbst herausfinden, das kann hier wohl keiner für dich beantworten. Da ich mich alleine rückgeschult habe, kann ich zur Kompetenz von LH-Berater*innen diesbezüglich nichts sagen, aber ein "Coaching in einer Lebensumbruchsituation" sollte auch anderweitig zu kriegen sein.

                Liebe Grüße und viel Kraft auf dem Weg
                Gudrun
                ______________________________________

                Ich bin ein Linksfittich und das ist gut so

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                  #9
                  Hallo Jens,
                  ULH entscheiden sich nur dann für die RS, weil sie z.B. das Gefühl haben, dass es so nicht weitergehen kann, weil sie sich blockiert fühlen etc. etc.
                  Wieso hast Du Dich damals für den Umstellungsprozess auf links entschieden?
                  Der Rückschulungsprozess ist ein ganz spezieller Veränderungsprozess mit vielen speziellen Aspekten.
                  Möglicherweise kann Dir das Lesen meines Buches darin weiterhelfen, zu verstehen, um was es bei der Umstellung auf links überhaupt geht.
                  Liebe Grüße von Marina Neumann
                  Dipl.-Psych. Marina Neumann
                  Psychologische Psychotherapeutin
                  www.linkerhand.de
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                  Autorin von: "Natürlich mit links - Zurück zur Linkshändigkeit - Befreiter leben mit der starken Hand"
                  und
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                    #10
                    Zitat von Gudrun K. Beitrag anzeigen
                    nach meiner Erfahrung sortieren einschneidende Lebensereignisse immer auch das soziale Umfeld.
                    Was davon nun deine Baustelle ist, kannst nur nur du selbst herausfinden, das kann hier wohl keiner für dich beantworten. Da ich mich alleine rückgeschult habe, kann ich zur Kompetenz von LH-Berater*innen diesbezüglich nichts sagen, aber ein "Coaching in einer Lebensumbruchsituation" sollte auch anderweitig zu kriegen sein.

                    Hallo Gudrun, hast du ganz prima erklärt und beschrieben, find ich! Hoffe ich mal, das Jens als Fragesteller genauso viel damit anfangen kann!

                    Gruß von Detlef

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                      #11
                      Hallo Zusammen,

                      Zitat von Marina Neumann Beitrag anzeigen
                      Hallo Jens,
                      Wieso hast Du Dich damals für den Umstellungsprozess auf links entschieden?
                      Naja, das ist eigentlich ganz einfach. Ich fühlte mich nie irgendwo richtig zugehörig, passte nie wirklich irgendwo rein. Ich kann fast alles, aber doch irgendwie nichts richtig... Hinzu kam meine körperlichen Probleme, Tinnitus und schwankendes Gehör... Alles versucht, öfter in der Inspektion gewesen, nichts zu finden.

                      Jetzt nach der Umschulung ist da ein Gefühl, ein Wunsch nach Freiheit, den ich nie zuvor gespürt habe, sonst hätte ich mein Leben anders aufgebaut. Es ist im Verlauf der Umschulung aufgetreten. Ich habe dem Gefühl keine Bedeutung geschenkt, war ich doch glücklich mit dem was ich mir aufgebaut habe. Dann, wie oben schon geschrieben, der "Ausbruch" des Gefühls...
                      Ich konnte es nicht steuern...
                      Jetzt hänge ich in den Seilen und grübel nach wie ich was am Besten machen kann, um aus dieser Situation raus zu kommen....

                      Ich habe mich immer zurückgezogen, "nur kein Stress" gemurmelt, um dann irgendwann grundlos zu explodieren...
                      Das kenne ich und sei der Grund für diese Explosion garnicht gegeben...
                      Hinzu kommt eine sehr hohe Toleranz in Gegenaktion zu treten, sei es bei Streitigkeiten oder sonst wo.
                      Die besten Argumente vielen mir immer hinterher ein...

                      Im moment weiß ich ehrlichgesagt nicht weiter, auf der einen Seite steht der Wunsch, das Gefühl, auf der anderen Seite das Gewissen...

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                        #12
                        Hallo Jens,
                        die Rückschulung setzt eine tiefgreifende Veränderung in Körper, Geist und Seele in Gang. Das ist das ist das wertvolle in diesem Umstellungsprozess.
                        Die Rückschulung erfordert allerdings auch etwas Mut, denn wie Du selbst gerade erleben kannst, zeigt sie Dir neue Seiten und Gefühle von Dir selbst, die Dir vorher so nicht zugänglich waren. Im Grunde kannst Du froh sein über diese Öffnung, die gerade passiert.
                        Klar, dass das natürlich keine einfache Situation ist. Aber es ist möglicherweise der Beginn eines authentischeren Lebens und darum geht es doch.
                        Was hat es für einen Wert, sich an falsche Sicherheiten zu klammern auf Kosten des eigenen Selbst.
                        Liebe Grüße von Marina Neumann
                        Dipl.-Psych. Marina Neumann
                        Psychologische Psychotherapeutin
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                        Beratungsstelle für Linkshänder

                        Autorin von: "Natürlich mit links - Zurück zur Linkshändigkeit - Befreiter leben mit der starken Hand"
                        und
                        "Natürlich mit links - Schreiblernheft für Linkshänder"

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                          #13
                          Die Rückschulung erfordert allerdings auch etwas Mut
                          ich habe ca 2,5 Jahre mit mir gerungen ob ich das mache und habe mich dann dafür entschlossen wegen meine körperlichen Probleme...

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