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Weitere Hilfen bei der Rückschulung?

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    Weitere Hilfen bei der Rückschulung?

    Was sind eigentlich für Euch weitere Ressourcen bei der Rückschulung. Also nicht Schwungübungen oder kleine Tricks, wie zum Beispiel nicht in den Spiegel gucken beim Zähneputzen (danke Willi, hat gut geholfen!). Sonder wie treibt man die Entwicklung zur anderen Persönlichkeit oder zum anderen Hirngebrauch voran? Therapie scheint zu helfen, ich glaube, Visualisierung half mir auch. Und viel Ruhe ist wichtig, vor allem scheint es entscheidend zu sein, dass am Anfang der Schlafrhythmus komplett aus den Fugen gerät (hellwach um 3:00, todmüde um 11:00- nachts zu tanzen hat mir geholfen, wieder zu schlafen)... Gibt es für Euch auch Tricks, um die Rückschulung zu unterstützen?

    #2
    Zitat von Rikka Beitrag anzeigen
    Sonder wie treibt man die Entwicklung zur anderen Persönlichkeit oder zum anderen Hirngebrauch voran?
    Ganz sicher bin ich mir nicht, was und warum Du da vorantreiben möchtest. Nach meinen (nur bescheidenen) zwei Jahren Erfahrung gibt es für mich folgende Bereiche von Veränderung:
    • Bereiche, in denen ich keine Blockaden o.ä. habe, ändern sich von selbst, und das in einem Tempo, das ich nicht treiben muss.
    • Wenn mir etwas in meiner Linkshändigkeit fehlt (z.B. die richtige Schreibhaltung), dann brauche ich da spezialisierte Hilfe.
    • Darüber hinaus habe ich Bereiche, in denen ich blockiert bin, und ich habe störende Persönlichkeitsmerkmale, die ich auch bei anderen Mitgliedern meiner Familie wiedererkenne. Bei denen bin ich ziemlich sicher, dass das alles echte Rechtshänder sind. Da helfen dann Dinge, die auch anderen Menschen ohne Umschulungserfahrung helfen (Therapie,...)
    Für mich habe ich die Entscheidung getroffen, das Thema Rückschulung jetzt entspannt anzugehen. Früher habe ich schon viel mit der linken Hand gemacht, und seit gut zwei Jahren schreibe ich auch mit links. Da darf sich dauerhaft an der Geschwindigkeit noch etwas ändern, und ich halte es für möglich, dass sich das Schriftbild weiter verändert. Das war es für mich bezogen auf die Rückschulung.
    Darüber hinaus habe ich (wie vermutlich viele Umgeschulte, aber auch viele andere Menschen) das eine oder andere Problemchen im Leben. Die Rückschulung mag das eine oder andere davon verstärken, muss aber nicht die alleinige Ursache sein. Diese Themen gehe ich an, wenn sie auftauchen (z.B. Therapie o.ä.), habe das Thema Rückschulung aber nur im Hinterkopf. Ich habe den Eindruck, dass die Rückschulung in manchen Fällen die Voraussetzung für eine weitergehende Bearbeitung war/ist, aber selbst nicht die Lösung bieten kann.

    Um mein ganzes Geschreibsel in einem Satz zusammenzufassen: Wenn die Anfangsphase der Umschulung mal überwunden ist, ist der Weg zur Änderung der Persönlichkeit der, die Persönlichkeitsänderung einfach direkt anzugehen.

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      #3
      Lieben Dank für Deine Antwort... Ja, ich schätze, es ist an der Zeit, die Persönlichkeit zu befreien. Zum Glück bin ich schon in einer Therapie. Dabei ist auch mein erstes Trauma in Bezug auf meine Umschulung herausgekommen. Ich bin nicht selbst umgeschult, wie ich immer dachte, aber ich habe die Schläge verdrängt. Jetzt arbeite ich daran (und an anderen Dingen).

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        #4
        Hallo allerseits,

        da ich hier im Forum offiziell eigentlich gar nicht mehr schreibe (Ausnahmen bestätigen die Regel, wie man hier sieht) möchte ich Folgendes vorausschicken:
        Die nachstehenden Ausführungen sind nicht als Ratschläge zu verstehen, denn es steht mir nicht zu, hier im Forum jemanden zu beraten.

        Es sind lediglich ein paar Denkanstöße.

        Ich persönlich würde heute (seit mehreren Jahren im Rückschulungsprozess) nicht mehr mit der Erwartungshaltung an die Rückschulung herangehen,
        dass sich dadurch meine Persönlichkeit verändern soll oder wird.


        Sicherlich, durch die Rückschulung werden im Gehirn Veränderungsprozesse angestoßen.

        Ob diese jedoch im Einzelfall zu einer spürbaren Persönlichkeitsveränderung führen, dürfte von Fall zu Fall sehr unterschiedlich sein und abhängen
        von der Neuroplastizität des Gehirns der jeweiligen Person und von der Intensität und Systematik der Rückschulungsbemühungen.


        Sollte diese Persönlichkeitsveränderung tatsächlich eintreten, vollzieht sie sich vielleicht als organischer Prozess und man bemerkt sie selbst möglicherweise gar nicht
        bzw. erst in der Rückschau. Ich glaube nicht, dass man eine solche Persönlichkeitsveränderung durch eine Rückschulung forcieren oder herbeizwingen kann.


        Und es ist vielleicht auch gar nicht gesagt, dass diese Persönlichkeitsveränderung nur Vorteile bringt bzw. ob sie tatsächlich in die gewünschte Richtung geht. Nicht alle Eigenschaften, die die Anhänger des Hemisphärenmodells der linken Gehirnhälfte zuschreiben (analytisch, logisch, rational), sind per se negativ und durchaus lebensnotwendig.

        Desweiteren wäre ich zurückhaltend mit der Erwartung, dass man durch eine Rückschulung zwangsläufig "kreativer" wird oder sich gar künstlerische Begabungen einstellen.

        In diesem Zusammenhang wäre dann erst einmal zu klären, was mit Kreativität eigentlich gemeint ist. Aber das würde den Rahmen dieses Threads sprengen.

        Nichtsdestotrotz,

        LG

        Sam.
        Zuletzt geändert von Samuel167; 13.08.2019, 22:53.

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          #5
          Hallo Samuel,
          haben Deine Denkanstöße mit Deiner eigenen Erfahrung bezüglich der Rückschulung, falls Du Sie gemacht hast, zu tun?
          Oder hältst Du es grundsätzlich theoretisch für wichtig, davor zu warnen?
          Liebe Grüße von Marina Neumann
          Dipl.-Psych. Marina Neumann
          Psychologische Psychotherapeutin
          www.linkerhand.de
          Beratungsstelle für Linkshänder

          Autorin von: "Natürlich mit links - Zurück zur Linkshändigkeit - Befreiter leben mit der starken Hand"
          und
          "Natürlich mit links - Schreiblernheft für Linkshänder"

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            #6
            Hallo Marina,

            vielleicht hast Du meinen Beitrag nicht richtig gelesen oder ihn falsch verstanden:

            Wie ich oben geschrieben habe, befinde ich mich seit mehreren Jahren im Rückschulungsprozess, sehe diesen allerdings noch nicht als abgeschlossen an.

            Selbstverständlich hat das was ich hier schreibe, teilweise mit meinen persönlichen Erfahrungen zu tun, teilweise auch mit dem, was ich hier zu lesen bekomme oder auch nicht zu lesen bekomme (nämlich griffige Erfahrungsberichte über geglückte Rückschulungen). Und natürlich beziehe ich meine Informationen auch aus anderen Quellen.

            Weder warne ich andere Menschen vor einer Rückschulung, noch rate ich anderen dazu, eine solche durchzuführen, schon gar nicht ohne die konkrete Lebenssituation der betreffenden Person zu kennen. Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Außerdem bin ich kein Händigkeitsberater.


            Mir persönlich haben folgende Dinge/Grundsätze geholfen als ich mich für die Rückschulung entschieden habe:

            - Nicht mit zu hohen Erwartungen an die Sache herangehen.

            - Sich nicht zu viel gedanklich mit der Thematik beschäftigen.

            - Nicht zu viele Dinge gleichzeitig umstellen (bei mir waren es in erster Linie der Schreibhandwechsel und das Umstellen der Maus auf links).

            - Sich beim Schreiben auf das Schreiben konzentrieren und nicht immer darauf schielen, ob irgendwelche Dinge aus dem Unterbewusstsein hochkommen oder ob eine Persönlichkeitsveränderung eintritt. Viel wichtiger erscheint es mir, Überlastungszeichen zu erkennen und dann entsprechende Pausen einzulegen. (Sollten im Rahmen einer Rückschulung aber tatsächlich Anhaltspunkte für eine Traumatisierungsproblematik zu Tage treten, wird man nicht umhin kommen, einen Therapeuten beizuziehen.)


            - Mir persönlich haben die Schwungübungen geholfen, wie sie von Judith Bremer mal auf ihrer Internetseite gezeigt wurden.

            - Systematisches Erlernen der Druckschrift und langsames/systematisches Vorgehen beim Erlernen der Schreibschrift empfand ich ebenfalls als hilfreich.



            "Kreativer" bin ich durch die Rückschulung nicht geworden.


            Für mich geht manches was ich hier gelegentlich zu lesen bekomme, fast schon ein bisschen in Richtung falsche Hoffnungen wecken“ und nicht haltbare Heilsversprechen abgeben“. Auch dies ist ein Grund, weshalb ich meine Aktivitäten hier auf ein Minimum reduziert habe.

            Dieses Wecken falscher Hoffnungen mag im Einzelfall der Grund dafür sein, dass bestimmte Leute bei der Rückschulung viel zu schnell vorgehen und alles auf die eine Karte „"Rückschulung"“ setzen, wobei oft andere zusätzliche Strategien (Psychotherapie, Verhaltenstherapie, Existenzanalyse, Physiotherapie, Medikamente, Sport, Trainieren sozialer Fertigkeiten z. B. durch Video-Feedback, u.s.w.) vollkommen aus den Augen verloren werden.


            Entsprechend groß ist dann die Enttäuschung und manchmal auch der Schaden, wenn die Sache dann gründlich in die Hose geht, was besonders fatal sein kann, wenn die entsprechende Person die Rückschulung als letzten Strohhalm angesehen hat.


            LG

            Sam.
            Zuletzt geändert von Samuel167; 14.08.2019, 20:34.

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              #7
              Abend,

              da ich auch keyboard spiele mache ich oft Dehn- und Finger Übungen. Das entspannt und kräftigt meine Handgelenke ganz gut. Macht sich auch für die RS super. Gerade am Anfang wo alles allgemein erstmal "aufgelockert/aufgeweckt" werden muss um überhaupt "funktionieren" zu können.

              Vill nicht die neuartigste Erkenntnis aber dennoch sehr hilfreich für mich gewesen.

              Möglicherweise kannst du ja was damit anfangen.

              Vg Phil

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                #8
                Zitat von Samuel167 Beitrag anzeigen
                Entsprechend groß ist dann die Enttäuschung und manchmal auch der Schaden, wenn die Sache dann gründlich in die Hose geht, was besonders fatal sein kann, wenn die entsprechende Person die Rückschulung als letzten Strohhalm angesehen hat.
                Moin Samuel167,

                ich brauchte damals keine Rückschulung als Strohhalm (nein, ich weiß, Du hast Dich allgemein bezogen). Ich brauchte später aber im Prinzip einen Strohhalm, um mich aus der gescheiterten Rückschulung wieder rauszuholen.
                Schuld daran war aber nicht das Thema oder die Möglichkeit Rückschulung allgemein, sondern die Art und Weise, wie ich sie unvorbereitet angegangen bin! Im Rückblick bin ich klüger und habe mich erholt

                Musst übrigens nicht zwingend drauf antworten. da die mögliche Antwort eigentlich schon aus Deinem Geschriebenen hervorgeht!

                So, einen hübschen Tag wünscht,
                Detlef

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