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Johanna Barbara Sattler

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    Johanna Barbara Sattler




    Johanna Barbara Sattler ist wohl Deutschlands bekannteste Vorkämpferin für die Belange von linkshändigen und umgeschult linkshändigen Kindern und Erwachsenen.

    Sie hat mehrere anerkannte Fachbücher veröffentlicht und mit ihrer unermüdlichen Aufklärungsarbeit dafür gesorgt, dass linkshändige Kinder heute in Deutschland
    nicht mehr zum Schreiben mit der rechten Hand gezwungen werden dürfen.


    Desweiteren dürfte ihr auch die Entstehung des Berufsbildes des/der LH-Beraters/Beraterin zu verdanken sein.

    Im Internet ist gelegentlich zu lesen, Sattler sei selbst Linkshänderin, meines Wissens schreibt sie allerdings selbst weiterhin mit der rechten Hand.
    Demnach wäre sie laut Definition eigentlich umgeschulte Linkshänderin.


    Sie scheint für sich also den Weg gewählt zu haben, keine Rückschulung bzw. keinen Schreibhandwechsel durchzuführen, sondern die rechte Hand so weit es geht
    zu entlasten und achtsam mit sich selbst umzugehen, wobei es ihr gelungen ist, weiterhin in ihrem Beruf als LH-Beraterin aktiv zu bleiben.


    Wie man sieht, kann auch das ein gangbarer Weg sein.

    Schöne Grüße



    #2
    Ohne das Buch von Frau Sattler hätte ich die Tragweite der Problematik der Unterdrückung der angeborenen Linkshändigkeit wohl für mich selbst nicht erkannt. Dafür war und bin ich dankbar.
    Dennoch hat sie die in ihrem Buch formulierten Erkenntnisse nicht alle selbst entwickelt. Sie hat das Rad bezüglich ULH nicht neu erfunden.
    Außerdem ist sie keine Vorkämpferin, was die Rückschulung auf die linke Hand angeht, im Gegenteil.
    Ich habe unzählige ULH erlebt, denen sie zu diesem Schritt abgeraten hat.
    Diese negative oder auch ängstliche Haltung bezüglich der Umstellung auf links könnte man vor dem Hintergrund ihrer eigenen nicht vollzogenen Rückschulung verstehen.
    Dipl.-Psych. Marina Neumann
    Psychologische Psychotherapeutin
    www.linkerhand.de
    Beratungsstelle für Linkshänder

    Autorin von: "Natürlich mit links - Zurück zur Linkshändigkeit - Befreiter leben mit der starken Hand"
    und
    "Natürlich mit links - Schreiblernheft für Linkshänder"

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      #3
      Hi Marina,

      das wusste ich nicht, dass Frau Sattler SO VIELEN umgeschulten Linkshändern / innen von der Rückschulung abgeraten hat.

      Da würden mich die Hauptbegründungen mal interessieren.

      Dass man im Einzelfall mal abrät, das ist klar. Aber, wenn das die Haupttendenz ist, das wundert mich.

      Jolien
      Zuletzt geändert von Jolien; 04.04.2021, 16:57.
      Mein Motto: "Ächtz, ächtz, muss ich das schon wieder mit Rechts machen???" - "Nein, lieber mit Links, denn das bringt's!"

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        #4
        Hallo Jollen, es ist tatsächlich so, dass ich sehr viele ULH erneut bezüglich der Rückschulung beraten habe, denen Frau Sattler manchmal Jahre zuvor davon abgeraten hatte. Unabhängig vom Alter und sonstigen Voraussetzungen.
        Sie hat all den ULH immer die Empfehlung gegeben, sich mit ihrer Behinderung abzufinden und ihr Bich zu lesen, ohne wohl mit den Betroffenen genauer ihre konkrete Situation zu beleuchten und zu überlegen, wie man da die Rückschulung einbauen könnte.
        So mache ich es, wenn jemand mit dem Anliegen, die Umstellung auf links machen zu wollen, zu mir kommt.
        Mich interessiert immer, warum die ULH sich dafür entschieden haben, wie der aktuelle Leidensdruck aussieht etc. etc. Außerdem habe ich ein Konzept entwickelt, wie man als Erwachsener langsam und behutsam in das Schreiben mit links hineinwachsen kann
        Dipl.-Psych. Marina Neumann
        Psychologische Psychotherapeutin
        www.linkerhand.de
        Beratungsstelle für Linkshänder

        Autorin von: "Natürlich mit links - Zurück zur Linkshändigkeit - Befreiter leben mit der starken Hand"
        und
        "Natürlich mit links - Schreiblernheft für Linkshänder"

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          #5

          Hallo,

          ich möchte hier ergänzend nochmal den Video-Beitrag einstellen, der bereits vor einiger Zeit an anderer Stelle des Forums gepostet wurde:


          https://www.br.de/mediathek/video/li...49e4001a72c2ab


          In dem Video ist von einer erwachsenen Frau die Rede, die offensichtlich mit Frau Sattlers Unterstützung erfolgreich den Schreibhandwechsel
          auf links vollzogen hat. Ihrem Berufsalltag als Friseuse scheint die Frau nach wie vor rechtshändig nachzugehen. Auch solche Konstellationen
          funktionieren offensichtlich oder scheinen zumindest einen Versuch Wert zu sein.

          Ein generelles Abraten von einer Rückschulung kann ich in dem Video nicht erkennen. Im Gegenteil: Ich interpretiere es eher als Ermutigung dazu.

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            #6
            Ich habe selber im Freundeskreis Personen, die sich mit ULH abfinden. Das billige ich ihnen voll zu. Aber, dass eine Linkshänderberaterin, die über ein großes Renommee verfügt, zu den Ratsuchenden (pauschal?) sagt, sie sollten sich mit ULH abfinden, das fände ich schon herb. Wenn es denn so stimmt...

            Jolien
            Mein Motto: "Ächtz, ächtz, muss ich das schon wieder mit Rechts machen???" - "Nein, lieber mit Links, denn das bringt's!"

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              #7
              Zitat von Samuel167 Beitrag anzeigen
              Hallo,

              ich möchte hier ergänzend nochmal den Video-Beitrag einstellen, der bereits vor einiger Zeit an anderer Stelle des Forums gepostet wurde:


              https://www.br.de/mediathek/video/li...49e4001a72c2ab


              In dem Video ist von einer erwachsenen Frau die Rede, die offensichtlich mit Frau Sattlers Unterstützung erfolgreich den Schreibhandwechsel
              auf links vollzogen hat. Ihrem Berufsalltag als Friseuse scheint die Frau nach wie vor rechtshändig nachzugehen. Auch solche Konstellationen
              funktionieren offensichtlich oder scheinen zumindest einen Versuch Wert zu sein.

              Ein generelles Abraten von einer Rückschulung kann ich in dem Video nicht erkennen. Im Gegenteil: Ich interpretiere es eher als Ermutigung dazu.
              Hi Samuel,

              ja, den Beitrag habe ich gesehen. Sehr interessant, auch für besonders mich. Mache ich ja auch bewusst so, schneide meine Haare, Nägel und was ich sonst schneide immer mit rechts. Hindert mich nicht daran, mich als "richtige" Linkshänderin zu fühlen.

              Jolien
              Mein Motto: "Ächtz, ächtz, muss ich das schon wieder mit Rechts machen???" - "Nein, lieber mit Links, denn das bringt's!"

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                #8
                Ja, Ihr habt vollkommen recht, ich fantasiere nur und denke mir alles nur aus bezüglich der vielen ULH, die mich erneut um eine Begleitung in der Rückschulung gebeten haben, nachdem Frau Sattler ihnen davon abgeraten hat.
                Dipl.-Psych. Marina Neumann
                Psychologische Psychotherapeutin
                www.linkerhand.de
                Beratungsstelle für Linkshänder

                Autorin von: "Natürlich mit links - Zurück zur Linkshändigkeit - Befreiter leben mit der starken Hand"
                und
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                  #9
                  Nun ja, was den Prozess einer Händigkeitsrückschulung angeht, ist der Schreibhandwechsel sicherlich ein großer Schritt (mit der wichtigste), oft der erste große. Hoffnungsvollerweise zieht er weitere Schritte bei sonstigen Tätigkeiten nach sich. Die Umstellung bei beruflichen Tätigkeiten ist nochmal eine weitere Herausforderung, speziell auch mit Schneidewerkzeugen im engen Kontakt mit Mitmenschen - so ist anzunehmen, dass die im TV-Beitrag erwähnte Friseurin eine Rückschulung begonnen hat. Ihr sind noch weitere Fortschritte zu wünschen.

                  Ja, diese Zwischenstadien der Rückschulung funktionieren irgendwie, und man kann auch umgeschult überleben und selbst als LH-Expertin die Frau Dr. Sattler zweifellos ist, den Verzicht auf eine Rückschulung für einen gangbaren Weg halten.

                  Nun ist seit den Anfängen der sattlerschen Grundlagenarbeit allerdings viel passiert, es gibt sehr positive RS-Erfahrungen, LH-Berater die den RS-Prozess kennen und professionell begleiten.

                  Welchen Sinn hat es, hier darüber zu diskutieren, was Frau Dr. Sattler macht/kann/will/denkt, wenn sich in den heutigen Zeiten Optionen auftun (professionell begleitete Rückschulung) die es eben früher so nicht gab?

                  Das was in dieser Diskussion als "funktioniert" oder "gangbarer Weg" beschrieben wird ist eben ein Abfinden mit Einschränkungen. Man kann mit vielen Einschränkungen/Behinderungen "funktionieren". Diese Ansichten sollten aber Menschen die mehr Rückschulung, mehr Linkshändigkeit, mehr persönliches Wachstum wünschen nicht abschrecken, sich nach entsprechenden Möglichkeiten umzusehen.

                  Aus den Diskussionsbeiträgen hier oder genannten Beispielen geht vor allem hervor, dass eine frühe Schreibumschulung auch andere Lebensbereiche (Handwerk, Sport, Denken) dermaßen beeinträchtigen kann, dass die Hürde einer Rückschulung in diesen Bereichen unvorstellbar hoch erscheint.
                  Zuletzt geändert von Willi; 05.04.2021, 05:36.

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                    #10
                    Zitat von Marina Neumann Beitrag anzeigen
                    Ja, Ihr habt vollkommen recht, ich fantasiere nur und denke mir alles nur aus bezüglich der vielen ULH, die mich erneut um eine Begleitung in der Rückschulung gebeten haben, nachdem Frau Sattler ihnen davon abgeraten hat.
                    Das ist eine Bestätigung dessen, dass Frau Sattler einer großen Zahl von ULH-Personen von einer Rückschulung abgeraten hatte.

                    Für wohlhabende Menschen gibt es heute Marina und andere Linkshänderberater / innen, die das professionell begleiten wollen und können. Das ist natürlich ein großer Fortschritt! :-)

                    Jolien
                    Mein Motto: "Ächtz, ächtz, muss ich das schon wieder mit Rechts machen???" - "Nein, lieber mit Links, denn das bringt's!"

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                      #11
                      Da ich Sattler bereits persönlich begegnet bin, möchte ich mich auch mal zu Wort melden.

                      Nachdem ich den Großteil ihrer Bücher gelesen hatte, habe ich mich entschieden, das Basisseminar bei ihr zu besuchen.

                      Dabei hat sie mir einen reflektierten Eindruck gemacht. Von einem pauschalen Abraten von Rückschulungen war da keine Rede.

                      Sie habe es so verstanden, dass sie meint, dass

                      1) eine Rückschulung nicht für jeden in jeder Lebenssituation und -phase geeignet ist und

                      2) sie vor überzogenen Erwartungen warnt. Nicht bei jedem gelingt die Rückschulung gleich gut, und nicht für jeden bedeutet das gleich die Lösung sämtlicher Probleme.

                      Beides kann ich vollinhaltlich unterschreiben.

                      Ob sie in einigen Fällen vielleicht zu vorsichtig handelt, wie hier im Forum gelegentlich der Eindruck entsteht, kann ich nicht beurteilen.

                      Herzliche Grüße
                      Zuletzt geändert von Paula; 05.04.2021, 11:20.

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                        #12
                        O.K., ja, ich habe damals im März 2009, als mir klar wurde was meine verdrehte Händigkeit bedeutet, nicht gleich mit dem LH-Schreiben angefangen und Marina hat mir dann im Dezember 09 zugeraten mit dem Schreiben irgendwann zu beginnen. --Jedoch, ich bin mir sicher, irgendwann hätte ich es in jedem Fall gemacht. Ich denke, dass i.R. jede(r) tief in sich spürt, ob es gut für einen ist oder nicht. Also mir hätte irgendjemand alles mögliche raten können, irgendwann hätte ich mit einer Schreib-RS begonnen. Leute denen Dr. Sattler abgeraten hat und die doch eine Schreib-RS begonnen haben, gibt es mittlerweile genug. Es muss eben aus dem SELBST kommen, dann ist's auch stimmig.

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                          #13
                          Es ist schon erstaunlich, wie ehrfurchtsvoll hier über Frau Sattler geschrieben wird und wie ihr damit eine Weisheit angedichtet wird, die ich selber so nie gesehen habe.
                          Nach dem Lesen ihres Buches habe ich nicht verstanden, wieso sie so negativ über die Möglichkeit der Rückschulung schreibt. Da ich an meiner inneren Weiterentwicklung und an meinem inneren Wachstum interessiert war, habe ich mich von dieser negativen Haltung nicht beirren lassen.
                          Ich habe die Rückschulung von Anfang an als ersten entscheidenenden Schritt erfahren, endlich wieder mehr zu mir selbst finden zu können. Jeder Mensch hat nun mal eine linke und eine rechte Gehirnhälfte und die rechte ermöglicht es, nach innen zu gehen und zu seiner Intuition zu finden. Durch die Umstellung auf links bekommt man wieder Zugang zu seiner rechten Gehirnhälfte und das ist das unglaubliche innere Geschenk der Rückschulung. Das kann allerdings nur derjenige sehen, der den Schritt selbst gemacht hat.
                          Mit dem Geldbeutel hat das übrigens nichts zu tun. Eine Rückschulung sollte nicht am Geldbeutel scheitern.
                          Dipl.-Psych. Marina Neumann
                          Psychologische Psychotherapeutin
                          www.linkerhand.de
                          Beratungsstelle für Linkshänder

                          Autorin von: "Natürlich mit links - Zurück zur Linkshändigkeit - Befreiter leben mit der starken Hand"
                          und
                          "Natürlich mit links - Schreiblernheft für Linkshänder"

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                            #14
                            Auch für mich war nach Lektüre des Knotenbuchs von J. Sattler der Beginn einer Rückschulung der logische nächste Schritt.

                            Selbstverständlich ist eine Rückschulung nicht komplett risikolos (das Leben als ULH allerdings auch nicht). Nur wenn man selbst ausprobiert merkt man allerdings, was für einen selbst geht, in welchem Tempo und wo die Fallstricke lauern. Dann besteht die Chance, dass sich das im Knotenbuch etwas überstrapazierte Schreckgepenst des "Experimentierens mit dem eigenen Gehirn" in handhabbare kleinere Schritte zerlegen lässt. Sonst bleibt es ein Schreckgespenst.

                            Wer das selbst erfahren hat, kann logischerweise andere auch viel praxisnäher anleiten und flexibel begleiten.

                            Diskussionen um den einen richtigen Weg, ums Recht haben oder Argumentationen mit anderer Leute Ansicht ohne eigene Einsicht bringen einen in der RS nicht weiter. in meinen Augen sind diese konfliktorientierten Umgangsformen Zeichen der Umschulung, typische Merkmale der ULH - die sich im Laufe einer erfolgreichen RS auflösen können. Der Weg ist hier das Ziel.

                            Wir dürfen als Privileg betrachten, dass wir im deutschsprachigen Raum mehrere Koryphäen zum Thema umgeschulter Händigkeit haben, und, dass professionelle Beratung bei einer Rückschulung erhältlich ist.

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                              #15
                              Das ist interessant, dass die Bücher von Johanna Barbara Sattler bei vielen den Anstoß gegeben haben, eine Rückschulung in Erwägung zu ziehen. Ich habe das Buch von ihr: "Der umgeschulte Linkshänder oder der Knoten im Gehirn" auch in meiner Bücherwand stehen und ich habe es im Jahre 2007 zum ersten Mal durchgelesen.

                              Bei mir war es aber, dass ich autonom aus mir selbst heraus mein "Linkshändertraining", wie ich es immer nannte, in Angriff genommen hatte, das war Mitte der 1970-er Jahre.

                              Jolien
                              Mein Motto: "Ächtz, ächtz, muss ich das schon wieder mit Rechts machen???" - "Nein, lieber mit Links, denn das bringt's!"

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