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Linkshänder auf Rechtshänder-Instrumenten

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    Linkshänder auf Rechtshänder-Instrumenten



    Hallo allerseits,

    bei einer Reihe von Instrumenten wäre es sicherlich von Vorteil, wenn Linkshänder tatsächlich auf ein Linkshänder-Instrument zurückgreifen könnten.

    Allerdings wird es mit Sicherheit auch in Zukunft so sein, dass viele Linkshänder auf Rechtshänder-Instrumenten spielen werden, man denke nur an das
    Klavier oder Keyboard.


    Mich würde daher interessieren, welche Erfahrungen Ihr selbst als Linkshänder auf Rechtshänder-Instrumenten gemacht habt.

    Die Frage richtet sich an belassene Linkshänder, aber selbstverständlich auch an umgeschulte, rückgeschulte oder in Rückschulung befindliche Linkshänder.


    Zur Einstimmung schon mal ein kleines Video:

    https://www.youtube.com/watch?v=1DgRCXJLpLU



    Was es damit auf sich hat, erläutere ich später.



    Liebe Grüße


    #2
    Hallo Samuel,

    das Thema finde ich interessant, zumal es anscheinend verschiedene Meinungen hierzu bei Rückschülern gibt. Wie auch in dem Video deutlich wird, glaube ich, dass es doch viel mit der Stilrichtung und natürlich mit der Art des Instruments zu tun hat.
    Ich, für meine Wenigkeit, hatte bis zum 29. Lebensjahr mehr oder weniger Klavier und E-Gitarre gespielt. Die "Gitarrenlaufbahn" endete abrupt mir einer schweren Verletzung des linken Mittelfingers. Das erste Gied war zur Hälfte abgerissen und ist seit dem auf der Außenflanke taub. Ich war richtig froh, als ich merkte, dass diese Außenflanke beim Klavier keine Rolle spielt, -----aber eben bei der Gitarre.
    Dennoch würde ich aus dieser Gitarrenerfahrung sagen, dass die linke Hand beim Spiel von zumindest schnellen Läufen, bei z.B. Rock und Popmusik, die deutlich anspruchsvollereTätigkeit und Aufgabe hat, als die rechte. Wie auch beim Klavier ist die Zusammenarbeit, die Harmonie in Rhythmus und Präzision, am wichtigsten. Bei klassischer Musik, mit dem äußerstes Feingefühl erfordernden Zupfen der Saiten, ist es sicherlich die rechte Hand, die der größeren Konzentration bedarf.

    Beim Klavier hängt es nur vom Stil ab, würde ich sagen. Es gibt auch genügend klassische Stücke wo die Linke mehr gefordert ist als die Rechte. Natürlich wird die Melodie i.A. rechts gespielt, wenn man jedoch rhythmische Musik, so wie ich, bevorzugt, gibt die Linke eher mehr den Takt vor, --bestimmt quasi, "wo es lang geht".
    Somit denke ich, dass man über diesesThema nur dann diskutieren sollte, wenn man es denn möchte, wenn sich unsereins Gedanken macht, bei welchem Stück denn nun die Linke oder die rechte Hand die dominante sein sollte.
    Bei den anderen Instrumenten möchte ich nichts sagen, kann mir allerdings gut vorstellen, dass z.B. bei Steichinstumenten tatsächlch die Rechte mehr Feingefühl erfordert.

    Das schöne an Musik ist ja, dass es Geist und Körper in eine Harmonie bringt, ---vielleicht sogar aus den o.g. Gründen, weil eben beide Hemisphären gefordert sind. ---Und, --auch wenn manche sagen Klavier sei ein RH-Instrument, ---also mir machte es nach über 10 Jahren Rückschulung noch mehr Spass als früher.

    Schönen Gruß

    Michael

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      #3


      Hallo Michael,

      vielen Dank für Dein Feedback.

      Ich glaube auch, dass es gerade auf dem Klavier sehr auf die Stilrichtung ankommt.

      Obwohl ich selbst nicht Klavier spielen kann, glaube ich, dass linkshändige Pianisten, die sich dem Boogie-Woogie verschrieben haben, auf dem herkömmlichen
      RH-Klavier sogar gewisse Vorteile haben.

      Schöne Grüße


      Kommentar


        #4


        Hallo,

        hier noch das Update zu dem obigen Video:

        Der Ausschnitt stammt aus dem Film „Crossroads“ mit Ralph Macchio in der Hauptrolle.


        Das Musikstück stammt aus Mozarts Klaviersonate Nr. 11 (3. Satz) und ist als Rondo „Alla turca“ bekannt geworden.
        Es wurde ursprünglich also für Klavier geschrieben.



        Eingespielt hat das Stück natürlich nicht der Schauspieler Ralph Macchio, obwohl ich aufgrund seiner Fingerbewegungen davon ausgehe,
        dass er selbst tatsächlich Gitarre spielen kann.



        Der Soundtrack wurde von einem amerikanischen Profi-Gitarristen eingespielt, der das Stück meines Wissens auch auf die Gitarre transkribiert hat.


        Der Mann heißt William Kanengiser und er ist ein Linkshänder, der offensichtlich sehr gut auf einer RH-Gitarre zurechtkommt.
        Im Original hört sich das Stück, das höchste Anforderungen an die Greifhand stellt, dann so an:



        https://www.youtube.com/watch?v=yH--Kx4tYH8



        Kanengiser ist nicht nur ein hervorragender Gitarrist, sondern auch ein begnadeter Pädagoge. In dem folgenden Video macht er einem Schüler bereits in den ersten 5 Minuten auf sehr humorvolle Weise klar, dass er eine sehr unvorteilhafte und verkrampfte Haltung auf dem Instrument hat.
        Sehr empfehlenswert für alle, die sich für das Gitarre Spielen interessieren.



        https://www.youtube.com/watch?v=Y1JTUNQNRcU


        Viel Spaß beim Ansehen und schöne Grüße.

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          #5
          Hallo Samuel,

          in der Tat, Kanengiser scheint wirklich beides zu sein, Pädagoge und Gitarrist in "Perfektion" (Ulh-Perfektionismus) ??!! Obwohl selbst nicht mehr mit der Gitarre unterwegs, glaube ich nach diesen Videos, dass die körperliche Haltung, Lockerheit ,---Hanns v. Rolbeck würde sagen "Posturologie", bei diesem Instrument wichtiger ist, als die Händigkeit und vielleicht auch die Stilrichtung.

          Das was Kanengiser hier zur Körperhaltung zum besten gegeben hat, könnte man fast 1:1 auf das Schreiben übertragen. Hierbei ist eine gut ausbalancierte, aufrechte, lockere Haltung genauso wichtig, ----sogar völlig gleichgültig, ob man RH oder LH ist.


          Danke für die Videos und

          schönen Gruß
          Zuletzt geändert von Micha.el; 04.07.2020, 18:45.

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