Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Gitarre - Umlernen nach langjähriger Praxis oder nicht?

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

    #31
    AW: Gitarre - Umlernen nach langjähriger Praxis oder nicht

    Hallo Conny?.
    Ich glaube ich habe Dich schon mal Spielen gesehen ... ihr macht australisches Zeugs?
    Zum Umlernen - was Monja schreibt, könnte ich konkretisieren:
    1. Übe 1 Technik (entweder Anschlag oder Greifen) mit ganz reduzierter Schwierigkeit. Achte dabei darauf, dass sich möglichst 'Ton' entwickelt. Ich würde mit Melodiestückchen auf einer Saite anfangen und wenn sich das Greifen verbessert dann Melodiebrocken mit 2 Saiten versuchen usw. Der Ton kommt dann im Laufe des Übens nach.
    2. Du solltest immer wenn Du Anschlag übst schon recht sicher mit der Greiftechnik sein, damit du die Chance hast zu einem für dich brauchbaren, guten Ton zu kommen.
    3. Wenn Du diejenige bist, die ich im Kopf habe, kann ich dir 'persönlich' einiges mehr sagen - ich würde das ungefragt nicht hierhin schreiben. PM oder auch das gute alte Telefon (Google wirds petzen!).
    Erst mal wünsche ich dir Mut, Geduld und natürlich gutes Gelingen ...
    Jens
    Jens Knoop
    www.lefthandgear.de
    Gitarren für Linkshänder

    Kommentar


      #32
      AW: Gitarre - Umlernen nach langjähriger Praxis oder nicht

      Zitat von Cornelia Beitrag anzeigen
      ich stecke gerade in der Misere (so fühlt es sich an), dass ich nun schon seit ein paar Jahren zwischen den Welten (rechts-links) hin und hergerissen bin.
      Hallo, willkommen in meiner Welt
      Ok, bei dir wiegt das Ganze natürlich etwas schwerer aber ich denke ich kann nachvollziehen wie es dir geht.

      Ich denke das ist alle Kopfsache. Bei mir weiss ich es sogar, weil mein Kopf die ganze Zeit mit mir spricht.
      Obwohl ich geschrieben hatte, dass ich ausschliesslich auf links spiele, hat es mich vor kurzem wieder gepackt und ich habe ich zwei Tage auf rechts geschreddert, weil ich einfach mal wieder richtig die Sau rauslassen wollte.
      Noch dazu hatte ich die Möglichkeit eine Gitarre von Vox zu bekommen (natürlich Rechtshänder), die ich natürlich auch gekauft habe und die werde ich nicht mehr hergeben.

      Rhytmusarbeit mache ich derzeit fast ausschliesslich auf links und ich wage zu behaupten, daß ich jetzt, nach vielleicht zwei Monaten, den Stand habe, den ich auf der Rechtshändergitarre nach sechs Jahren hatte, wer weiss wo das noch hinführt.

      Solomäßig (das was ich eigentlich machen möchte) sieht die Nummer komplett anders, da komme ich kaum voran und war schon drauf und dran die Links /- Rechtshändergeschichte sausen zu lassen. Mein Kopf arbeitet aber schwer dagegen (das ist so diese Engelchen - Teufelchennummer) und lässt mich immer weiter machen.

      Mein größter Wunsch ist es, mit anderen zusammen, in einer Band Musik zu machen, was mir in diesem Dorf in dem ich jetzt lebe, nie gelingen wird.
      Sollte es trotzdem dazu kommen, würde ich so wie du auf Rechts spielen nur um dabei sein zu können.

      Allerdings muss ich in deinem Fall klar und deutlich sagen, die Symptome die du hattest und die jetzt wieder kehren sprechen wohl ganz klar für sich, das ist eine Sache die schon gegen die Gesundheit und die Psyche geht, daher wirst du zwangsläufig umstellen müssen.

      Kommentar


        #33
        AW: Gitarre - Umlernen nach langjähriger Praxis oder nicht

        Zitat von lefthandgear Beitrag anzeigen
        Ich glaube ich habe Dich schon mal Spielen gesehen
        Wenn Du AC/DC meinst, ja. Wo hast Du uns gehört/gesehen?
        Erst einmal vielen Dank für Deine Tipps. Dazu kann ich sagen, dass ich dies wohl intuitiv so mache. Der Ton entwickelt sich und nachdem ich nun auch wieder 9er Saiten aufgezogen habe, kann ich auch schon Bendings die ganz gut klingen.

        Vielen Dank auch für Deinen Respekt. Sind es Dinge die Du mir persönlich sagen würdest, die auch den Menschen hier im Forum nutzen? Dann tue es. Gerne kannst Du mir auch eine PM schicken, wenn es für Dich stimmiger ist.

        Cornelia
        If nothing goes right, go left!

        Kommentar


          #34
          AW: Gitarre - Umlernen nach langjähriger Praxis oder nicht

          Hallo Lars,
          die selbst Betroffenen können es am Besten nachvollziehen... ...

          Ja, ich stimme Dir zu - vieles ist Kopfsache. Genau mal so richtig die Sau rauslassen, hast Du gut ausgedrückt.

          Das Du Sologitarre nur auf rechts spielen würdest, kann ich so nicht nachvollziehen. Aufgrund meiner Geschichte die mit Schmerzen, Verspannungen etc. begleitet wird. Resultierend daraus, dass ich festgestellt habe, dass die Kraftdosierung (beim rechtshändigen Spielen), sowohl mit der Spiel- und Anschlagshand nicht unter Kontrolle zu bekommen ist.

          Es gibt ja wohl einige prominente Linkshänder die rechtshändig Virtuosen sind. Ob sie sich dabei wohl fühlen und wirklich authentisch sind sei dahingestellt. Kann ich nicht beurteilen.

          Im Prinzip liegt die Entscheidung auf der Hand ( was für ein Wortspiel) aufgrund meiner Symptome nur noch linkshändig zu spielen. ... Zunächst habe ich den Kompromiss weiter linkshändig zu Üben und dennoch rechtshändig mit meiner Band zu rocken.

          Ich gehe es jetzt nocheinmal so an.... Ich berichte wie es klappt.
          If nothing goes right, go left!

          Kommentar


            #35
            AW: Gitarre - Umlernen nach langjähriger Praxis oder nicht

            Puh - hab gestern mal wieder meine RH-Gitarre mit Cutaway rausgekramt, weil mich der langsame Übungsfortschritt beim Linkshändigen Gitarrenspiel grad so extrem nervt und ich im Alltag sonst ja auch ein paar Dinge erstmal wieder auf Rechtshänderart mache. Hatte ja im anderen Thread davon berichtet, dass ich zuviel Zeug auf einmal umgestellt hatte.

            Also habe ich mal wild mit rechts drauflosgespielt und die Akkorde fluppten mit der linken Hand direkt aus dem Rückenmark.

            Der Genuss endlich mal wieder schnelle Akkordwechsel zu spielen hielt allerdings nur ein paar Minuten. Dann wurde mir ziemlich unwohl - so wie wenn man als Kind zuviel Karussell gefahren ist. Und mir fiel auf, das die Anschlagsbewegungen mit der rechten Hand richtig "robotermäßig" sind und ich gar kein Gespür für den Rhythmus habe. So ganz komisch als ob die Hand gar nicht richtig zu mir gehört.

            Schöner Mist. Das rechtshändige Gitarrenspiel läuft zwar automatisiert, aber genannte Gründe haben es mir verleidet. Nun also weiter Melodien üben, damit ich bald richtigherum abrocken kann.

            Und nach ner gescheiten LH-Gitarre Ausschau halten. Die auf links umgespannte Lautengitarre hat zwar eigentlich einen schönen Klang, aber da ich auf links blutiger Anfänger bin, nervt es einfach extrem, dass sie durch den eiförmigen Klangkörper ständig wegrutscht... Grummel!
            Findefuchs 🦊

            Kommentar


              #36
              AW: Gitarre - Umlernen nach langjähriger Praxis oder nicht

              Hallo Monja,
              das kenne ich genau so!

              Das Du nach kurzer Zeit Deine Anschlagshand (rechts) robotermässig und so als gehöre sie nicht zu Dir wahrnimmst ist genau auf den Punkt gebracht. Das kenne ich! Es ist so, dass ich zwar auch automatisiert und auch routiniert rechtshändig spiele, jedoch ist es immer ein BEWUSSTES STEUERN und abrufen. D.h. ich MUSS größtenteils darüber nachdenken was als nächstes gespielt wird (Akkordwechsel, Ablauf der Songs). Das ist sehr anstrengend und verleidet den Spaß an der Sache.

              Die Antwort, wieso ich weiter rechts spiele und nicht einen Schnitt mache, liegt wohl darin, dass ich noch nicht akzeptieren will meine Band und die Auftritte aufzugeben und die Tatsache das ich linkshändig noch nicht soweit bin.

              Was mir auch aufgefallen ist, dass ich beim links spielen Fehler transponiere, die ich beim rechts spielen mache. Besonders das Überkompensieren. Gut das es mir aufgefallen ist. Ich dachte auch immer: Du weißt doch wie es sich anfühlt rechts abzurocken und habe erwartet das es sich links genauso anfühlt. Auch das ist ein Trugschluß. Damit habe ich mir eine Zeit lang selbst den Weg versperrt locker und geduldig ans Üben zu gehen.

              Liebe Monja, Du tust gut daran Voraussetzungen zu schaffen und Dir eine gut eingestellte LH-Gitarre zu besorgen. Ich denke auch, dass Dir da der Jens von lefthandgear gute Tipps geben kann. Sag ich jetzt mal so einfach und unverbindlich, ohne den Jens vorher gefragt zu haben

              Ich wünsche Dir tausend tolle Töne und Spaß Spaß Spaß beim Üben.
              If nothing goes right, go left!

              Kommentar


                #37
                AW: Gitarre - Umlernen nach langjähriger Praxis oder nicht

                Ja hallo auch ich spiele seit Jahrzehnten Gitarre sozusagen gezwungenermaßen verkehrt herum, also rechts! Bin eindeutiger Linkshänder, wurde aber wie in meiner Jugendzeit wie üblich gewaltsam umgedreht. Da ich im Moment einen entzündeten Nerv beziehungsweise das so genannte supinator Syndrom habe habe und nächste Woche in der Handchirurgie operiert werde (und das ist leider eine sehr heftige OP) mache ich mir natürlich so meine Gedanken was selbst nach erfolgreicher OP zu ändern ist. da ich seit Jahrzehnten hauptberuflich als Gitarrenlehrer tätig bin, muss ich wahrscheinlich umlernen. Ich übe seit circa zwei Wochen mit der rechten Hand zu greifen. Was natürlich extrem schwierig ist wenn man schon so lange professionell musiziert hat. Grundsätzlich kann ich sagen fühlt es sich gut an, aber sehr ungewohnt verkrampft und steif. Ich habe schon einige neue Übungen entwickelt, vor allem Klopfübungen und stelle fest dass diese technischen Übungen in Verbindung mit dem so genannten Grip Master ein Übungsgerät zur Stärkung der Muskeln allmählich mehr Kraft und Beweglichkeit bringen. Ob dies aber jemals zu den Ergebnissen führen wird die ich bis jetzt schon erreicht hatte ist schwierig zu beurteilen. Mich würde vor allem interessieren, ob jemand schon längere Umschulungs Erfahrungen hat und wenn ja welche? Hat schon jemand hier im Forum erfolgreich umgestellt? Und hat er oder sie das alte Niveau wieder erreicht?
                Ein wichtiger Punkt scheint mir zu sein: normalerweise spielt ein Rechtshänder beziehungsweise greift ein Rechtshänder mit der schwächeren linken Hand, ein Linkshänder greift mit der schwächeren rechten Hand, d.h. Die leichtere Arbeit erledigt die stärkere Hand die schwere Arbeit die schwächere Hand. Darin scheint mir bei der Gitarre das Hauptproblem zu liegen! Deshalb versuche ich im Moment die greifhand gezielt durch Muskelaufbau Training zu stärken! Sehr wichtig scheint mir auch mit Metronom sehr sehr langsam zu üben, und einen Spiegel zu verwenden weil ich merke das ich sehr schwierig auf das Griffbrett schauen kann ! Mal sehen wie meine linke Hand nach der OP funktioniert, ob ich dann wieder verkehrt herum weiterspiele oder bei der Linkshänder Gitarre bleibe! Herzliche Grüße und bis bald euer Werner!

                Kommentar


                  #38
                  AW: Gitarre - Umlernen nach langjähriger Praxis oder nicht

                  Hallo Werner,

                  bevor ich mich zurückgeschult habe, habe ich ca. 10 Jahre lang RH E-Bass gespielt.

                  Während der Rückschulung habe ich dann dazu entschlossen, auch das E-Bass spielen auf LH zu versuchen. Damals hatte ich 2 Bands gleichzeitig und mit der Rückschulung auch noch zusätzlichen Streß (+Studium..).

                  Generell würde ich die Umstellung empfehlen aber auch darauf hinweisen, dass sich die Interessen stark verlagern könn(t)en. Mittlerweile bin ich nämlich wesentlich weniger "leistungsorientiert" beim Musikmachen und spiele eher hobbymäßig. Durch diese freien Kapazitäten konnte ich aber z.B. auch noch die E-Gitarre lernen. Mit dieser konnte ich früher RH überhaupt nicht umgehen.

                  Also je nachdem, wir sehr du an dem Beruf als Gitarrenlehrer an sich hängst oder davon in deiner jetztigen Lebenssituation "abhängig" bist (doofes Wort), kann es einige Zeit dauern, bis du das alte Niveau erreichst.

                  Allerdings bin ich auch nur Autodidakt, daher zu meinen Erfahrungen: Ich habe mit den 2 Bands ca. 6 CDs im Studio aufgenommen, mit jeweils 6-7 Songs. Ich finde, man merkt den Unterschied zwischen RH und späterem LH Bass beim Hören extrem. Ausserdem ist man beim Aufnehmen generell entspannter und ich konnte mir Riffs und Songsstrukturen wesentlich schneller und besser einprägen. Generell merkt man auch mit zunehmendem Fortschritt, dass die Kraftausdauer der dominanten Hand ziemlich wichtig und vorteilhaft ist, um die nötige Konsistenz im Spiel zu haben.

                  Von den Gripmastern würde ich dringend abraten! Dazu habe ich mich während der Umstellung auch informiert. Man baut zwar evtl. mehr Kraft in den Fingern auf, jedoch ist diese ja quasi für das Gehirn informationslos. Anders als wenn man z.B. echte Akkorde lernen würde. Dadurch kann man sich schnell übertrainieren, was dem Fortschritt abträglich ist, man muss danach doppelt umlernen -> Stress für die Greifhand. Ausserdem fand ich die generelle Kraftverteilung bei dem Gerät unangenehm und teilweise viel zu stark. Ich habe es nach einer Woche ganz weit weg gepackt

                  Viel Glück bei der Umstellung und alles Gute für die OP! Bei weiteren Fragen helfe ich gerne noch aus, so gut ich kann.

                  Kommentar


                    #39
                    AW: Gitarre - Umlernen nach langjähriger Praxis oder nicht

                    Hi )
                    @Werner
                    Das mit den "schwächeren" Händen und der Aufgabenverteilung sehe ich anders.

                    Die Anschlagshand ist ausschlaggebend! Wenn die Dynamik und der Anschlag nicht stimmen, klingt es nicht - egal wie gut Du die Greifhand trainierst. Der dominanten Hand wird eindeutig der Zeitfaktor zugeordnet - sprich: Timing und Dynamik und damit auch Feinmotorik.

                    Ich habe vor etwa einem Jahr in diesem Thread gepostet und von meiner Misere in der ich steckte berichtet. Nun, ich hatte innerhalb des Jahres wieder Rückschläge und war nicht konsequent und habe weiter rechtshändig gespielt. Von Auftritt zu Auftritt wurde das "Lampenfieber", nicht kontrollierbare Versagensangst so groß, dass ich keinen Spaß mehr daran hatte. Ich musste wohl diese Erfahrung - besser gesagt Odyssee machen bevor ich letztendlich nun wirklich soweit bin und erkannt habe das ich nicht mehr wider der Natur und meinem linkshändigen Wesen handeln möchte. Im September 2017 habe ich beiden Bands mitgeteilt dass ich nicht mehr rechts spielen möchte.

                    Mark405 hat beschrieben, dass er vor der Rückschulung sehr "kämpferisch" gespielt hat. Das kann ich durchaus bestätigen. Auch kann ich bestätigen das dies jetzt nicht mehr wichtig ist.

                    Natürlich hab ich noch mit der Trauer zu tun den Level als Sologitarristin linkshändig noch nicht wieder zu haben. Jedoch ist das gute Gefühl und eine räumliche Wahrnehmung beim Spielen, was ich rechtshändig nie hatte, viel schöner.

                    Ich habe mich mit der Frage ob eine Rückschulung nach über 3 Jahrzehnten Gitarre spielen sinnvoll und mit Erfolg gekrönt sei jahrelang sehr blockiert. Ich tue es einfach! und ich werde immer besser

                    Herzliche Grüße und "roggische" Grüße
                    Cornelia
                    If nothing goes right, go left!

                    Kommentar


                      #40
                      Hi liebe Leute hier im Forum
                      Super dass es diesen Thread gibt, Danke für die sehr differenzierten Beobachtungen und Erfahrungen!

                      Ich bin Linkshänder, schreibe rechts und spiele aber E-Gitarre wie ein Rechtshänder und das seit 42 Jahren. Ich kam nie auf eine andere Idee, da ich vorher schon jahrelang Geige gelernt hatte, ebenso wie ein Rechtshänder. Ich habe Geige studiert, später E-Gitarre am MGI usw. Musik ist mein Beruf.

                      Ich muss leider feststellen, dass ich mit meiner Anschlagshand trotz intensiven Übens sehr schwer über bestimmte Hürden komme. zudem fühlt es sich immer angestrengt an. Nun hängt bei mir sehr viel an der Gitarrenspielerei dran und es ist auch schwer vorstellbar, die Instrumente Gitarre und Geige unterschiedlich zu spielen (ganz undenkbar ist nichts).
                      Ich stelle auch fest, dass das "Handikap" an der E-Gitarre mehr zum Tragen kommt als an der Geige, vielleicht weil die Anschlagsbewegungen viel kleiner sind als die großzügigeren Bogenbewegungen. Auf der Gitarre führte das bei mir zu einer Spieltechnik mit viel Legatoanteil, ein Beispiel hierfür ist ja unter anderem Allan Holdsworth.
                      Nach kurzem intensiven Grämen heute Nacht habe ich den Gedanken an ein Umlernen wieder verworfen. allerdings möchte ich von dem Gefühl der Angestrengtheit wegkommen. wahrscheinlich geht das nur, indem ich gewisse Limitationen akzeptiere.

                      Es gibt ja einige Beispiele von berühmten Gitarristen, die als Linkshänder rechtshändig spielen. Ihre Strategien sind zum Teil unterschiedlich und zuweilen bilde ich mir ein, in Abhängigkeit von der gewählten Spieltechnik eine gewisse Angestrengtheit auch bei ihnen zu entdecken. Tolle Musik machen sie trotzdem allemal. vielleicht geht es für mich darum, mich von Vorbildern wie Mike Stern zwar inspirieren zu lassen, und dabei aber eine Unerreichbarkeit schon aus bekannten physischen Gründen hinzunehmen. Mike hat oder hatte ja durch einen Unfall bedingt selbst mit erheblichen Beeinträchtigungen der rechten Hand zu kämpfen, und hat "einfach" weiter Musik gemacht.

                      Es ist für mich ein offenes Thema, und ich beobachte mit Interesse die weitere Diskussion

                      Schöne Grüße Martin

                      Kommentar


                        #41
                        Hallo Martin,

                        erstmal nen herzlichen Gruß an Dich als Neu-User hier

                        Vielleicht ist eine der Fragen, die sich dir stellen, die, wieweit du bereit bist, ins Risiko zu gehen und welche Lebensbedingungen du für eine mögliche oder unmögliche Rückschulung mitbringst.
                        Oftmals geht damit einher auch die Frage nach dem Leidensdruck. Soll heißen, welchen Druck, welchen Mangel in deiner Lebensqualität hast du durch die Umschulung (zumindest vermeintlich) und wie wünschenswert ist daher eine gelingende Rückschulung?
                        Du selbst führst in dem Zusammenhang deine "Angestrengtheit" an und da musst du dann selbst in dich reinfühlen, oder vllt. mal die Sichtweise von jemand Nahestehendem einholen.

                        Ist aber für mich als Mit-User hier allemal schön, das du dich generell mal mit deinem Anliegen gemeldet hast.

                        Hab grad noch ne Sponti-Idee für dich: Kannst ja mal "lefthandgear" kontaktieren......ist oder zumindest war hier auch Admin. Versteht viel von Musik.

                        So, Gruß von
                        Detlef

                        Kommentar


                          #42
                          Hallo Martin, das Gefühl der Angestrengtheit beim Musizieren mit rechts kann ich nur zu gut nachfühlen.
                          Ich habe als ULH sehr viele Jahre lang intensiv rechtshändig Geige gespielt, meistens in mehreren Orchestern gleichzeitig, neben Schule und Studium.
                          Nach meiner Umstellung auf das Schreiben mit links hatte ich das Glück, mehrfach eine Linkshändergeige ausprobieren zu können. Den Bogen mit links führen zu können, war ein unglaublich schönes Erlebnis und wie eine Befreiung für mich. Durch das linkshändige Spielen hatte ich auf Anhieb einen ganz anderen inneren Bezug zum Instrument und zur Musik.
                          Nach dieser Erfahrung würde ich nie wieder rechtshändig musizieren.
                          Hast Du eigentlich mal eine Linkshändergitarre ausprobiert?
                          Liebe Grüße von Marina Neumann
                          Dipl.-Psych. Marina Neumann
                          Psychologische Psychotherapeutin
                          www.linkerhand.de
                          Beratungsstelle für Linkshänder

                          Autorin von: "Natürlich mit links - Zurück zur Linkshändigkeit - Befreiter leben mit der starken Hand"
                          und
                          "Natürlich mit links - Schreiblernheft für Linkshänder"

                          Kommentar


                            #43



                            Hallo Martin,

                            wenn man so wie Du bereits seit mehreren Jahrzehnten Gitarre spielt und ein hohes technisches Niveau erreicht hat, wird man
                            – was das Umsteigen auf eine LH-Gitarre angeht – vielleicht auch eine Art Kosten-Nutzen-Rechnung anstellen:


                            Nach Jahrzehnten des Übens wieder ganz von vorne anfangen und sich über Jahre hinweg wieder auf Anfänger-Niveau begeben?

                            Mit der Ungewissheit, ob das Umlernen auf das LH-Instrument tatsächlich gelingen und zu spürbar besseren Ergebnissen führen wird?

                            Noch dazu, wenn man Profi-Musiker ist und die Musik vermutlich eine wichtige Einnahmequelle ist?


                            Kurz gesagt, ich kann nachvollziehen, dass Du den Gedanken an einen Neuanfang auf der LH-Gitarre wieder verworfen hast.


                            Ich habe selbst während meiner Schulzeit Gitarre spielen gelernt und mehrere Jahre ganz passabel Rhythmus-Gitarre gespielt, auf einem RH-Modell. Im Rahmen meiner Rückschulung habe ich mich dann auch mal mehrere Wochen lang auf einer LH-Gitarre versucht. Ich habe dabei Folgendes festgestellt:

                            Das Anschlagen der Saiten mit links würde ich vielleicht mit viel Geduld, Zeit und Übung irgendwann hinbekommen.
                            Beim Greifen mit rechts bin ich zu der Erkenntnis gelangt: Das wird in diesem Leben wohl nichts mehr.
                            Die Bewegungsabläufe sind einfach zu komplex und die Anatomie meiner rechten Hand scheint da irgendwie nicht mehr mitzuspielen.



                            Gerade bei der Gitarre und auch bei Streichinstrumenten scheint das Umlernen besonders anspruchsvoll zu sein, weil beide Hände vollkommen neue Bewegungsabläufe lernen müssen.


                            Wie oben bereits zitiert wurde, stuft auch Walter Mengler die Erfolgsaussichten bei einem Umlernen nach mehr als 10 Jahren Spielpraxis eher als gering
                            und durchaus risikoreich ein.



                            Schöne Grüße!

                            Kommentar

                            Lädt...
                            X