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Kein Verständnis für Rückschulung

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    Kein Verständnis für Rückschulung

    Hallo! Mein Sohn, 13, befindet sich gerade im Rückschulungsprozess. Er geht in die 3. Klasse Mittelschule und schreibt seit Anfang dieses Schuljahres alles mit links (nachdem wir seit 3 Jahren wissen, dass er umgeschulte LH ist und zunächst alle Alltagshandgriffe auf links umgestellt hat). Die Lehrer zeigen leider kein großes Verständnis für sein Schreiben mit links und bekritteln seine Schrift. Aber heute hat eine Lehrerin den Vogel abgeschossen : er war ein wenig langsamer beim Abschreiben als die anderen und dann sagt sie :" das kommt halt davon, wenn man mit der falschen Hand schreibt!" Dabei ist sie selber LH. Was soll man da tun? Hingehen und die Meinung sagen, das einfach so stehen lassen oder was? Ich finde es eine Frechheit, einem Schüler während der Rückschulung ständig zu verstehen zu geben, dass er etwas falsch macht und doch lieber die rechte Hand benutzen soll!

    #2
    Liebe Niki!

    in pädagogischen Ausbildungen kommt in der Regel weder das Thema der Umschulung noch der Rückschulung vor.

    Ich nehme an, ihr macht die Rückschulung nicht ohne Begleitung? Dann versorge doch die Klassenlehrerin mit Material ein schriftliches Gutachten, Info etc. kommt immer gut, verbunden mit dem Hinweis, doch bitte den/ die LH BeraterIn zu kontaktieren.

    Zusätzlich kann ich aus eigener Erfahrung sagen, daß gelassene LH in der Regel am WENIGSTEN Verständnis für die Thematik aufbringen. Sie kännen sich i.d. Regel nicht vorstellen, dass es überhaupt noch Unschulungen gibt und welche Problematiken sich daraus ergeben.

    Jetzt heißt es, mit Fingerspitzengefühl zu informieren ohne ihnen gleichzeitig die mangelnde Kompentenz für die sie nichts können vor Augen zu führen. Hol sie ihns Boot und mach mit ihnen gemeinsam einen Plan.

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      #3
      Hallo Niki,
      was die RS von Kindern angeht, haben wenige Lehrer Erfahrung damit. Das kann man ihnen nicht vorwerfen. Aber was schwierig sein kann, ist die besserwisserische Haltung von Lehrern, die sehr viele an den Tag legen. Sie tun so, als ob Sie alles wüssten, selbst in Bereichen, in denen sie keine Ahnung haben. Da haben Mütter oft kaum eine Chance, wirklich gehört und ernst genommen zu werden.
      Deswegen ist es so wichtig, eine Rückschulung mit einem Kind wohl überlegt und vorbereitet anzugehen. Wenn die Schule nicht mitmacht, hat das Kind kaum eine Chance.
      Wird die Rückschulung begleitet? Und wenn ja, wie ist die Linkshänderberaterin bisher mit Kindern in der Rückschulung vorgegangen?
      Die Linkshänderberaterin sollte Dir mit fachkundiger Hilfe zur Seite stehen und auch entsprechende Hinweise für den Umgang mit der Schule liefern.
      Ich empfehle z.B. den Eltern immer, für die Dauer der Rückschulung einen Nachteilsausgleich zu beantragen.
      Liebe Grüße von Marina Neumann
      Dipl.-Psych. Marina Neumann
      Psychologische Psychotherapeutin
      www.linkerhand.de
      Beratungsstelle für Linkshänder

      Autorin von: "Natürlich mit links - Zurück zur Linkshändigkeit - Befreiter leben mit der starken Hand"
      und
      "Natürlich mit links - Schreiblernheft für Linkshänder"

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        #4
        Hallo Marina, vielen Dank für deine Antwort! Ja, die Schule und die Lehrer können eine ziemliche Hürde für die RS sein. Unsere Kleine, jetzt 10, hat in der 2. Klasse rückgeschult und wir sind auf massivsten Widerstand von der Schule gestoßen. Letztlich half nur ein Schulwechsel und die WH der Klasse und das obwohl die LH Beraterin mit den Lehrerinnen in Kontakt war und über alles aufgeklärt hatte. Beim Großen haben wir in der 4. Klasse von seiner LH erfahren, daß war natürlich kein guter Zeitpunkt für die RS, weil zu hohe Schreibanforderungen und Notendruck. Außerdem war er innerlich noch nicht dazu bereit. In den letzten Sommerferien machte es schließlich klick bei ihm und er wollte mit links zeichnen und schreiben lernen und mochte natürlich mit Schulanfang nicht mehr auf rechts zurück, weil er ein gutes Gefühl mit links hatte. Die Klassenvorstände habe ich von Anfang an über die LH informiert, den Händigkeitsbericht samt Empfehlungen für die Schule und alle möglichen Infos zur ULH angeboten , aber sie hatten kein Interesse an dem Thema. Es ist halt schwierig, alle LehrerInnen zu informieren, in der MS sind es einfach zu viele... Ich habe den Eindruck, sie sehen das Schreiben mit links als Spinnerei meines Sohnes, so als ob er sich nur einbilden würde LH zu sein. Es fühlt sich für mich an wie eine Wand, an der ich abpralle. Die LH Beraterin ist leider weit weg in Wien und kann da wenig tun

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          #5
          ...in Kärnten gibt es auch sonst keine LH Berater, da sind wir ziemlich auf uns allein gestellt. Ob es so etwas wie Nachteilsausgleich in Österreich gibt , weiss ich nicht , da muss ich mich informieren, aber ich habe noch nie davon gehört. Trotzdem sind wir optimistisch was die RS betrifft, das gute Gefühl überwiegt, es luegt halt noch ein steiniger Weg vor uns... lg Nicole

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            #6
            Hallo Niki,
            als Mutter und Einzelperson bist Du in Sachen Rückschulung gegenüber der Schule überfordert und da wirst Du alleine nicht wirklich weiterkommen.
            Ich würde Dir empfehlen, noch mal mit Deiner Linkshänderberaterin zu sprechen, sie zu fragen, ob sie so etwas schon mal hatte bzw. wie sie in so einem Fall vorgehen würde. Es ist wichtig, nicht aufzugeben und den nächsten konkreten Schritt gemeinsam mit ihr zu planen bzw. festzulegen.
            Liebe Grüße von Marina Neumann
            Dipl.-Psych. Marina Neumann
            Psychologische Psychotherapeutin
            www.linkerhand.de
            Beratungsstelle für Linkshänder

            Autorin von: "Natürlich mit links - Zurück zur Linkshändigkeit - Befreiter leben mit der starken Hand"
            und
            "Natürlich mit links - Schreiblernheft für Linkshänder"

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              #7
              Liebe Niki!

              Da bin ich ganz bei Marina. Kontaktiere die Beraterin. Und was die Entfernung betrifft: Therapeuten treten so gut wie nie persönlich in Erscheinung, sondern über Befunde, die Eltern oder telephonisch. Das kann sie alles von weit weg her auch leisten.

              Danach würd ich noch einmal das Gespräch mit dem Klassenvorstand suchen. Er/sie hat die Aufgabe anderen Lehrern besondere Situationen im Leben eines Kindes zu kommunizieren und Lösungen zu finden. Vielleicht gibt es auch eine Schulpsychologin, Schulätztin etc. die unterstützen können.

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                #8
                Hallo Niki,

                vielleicht hast Du ja schon etwas sinnvolles unternommen. Das erinnert mich an meine Erlebnisse, als unsere Tochter LRS hatte. Da wusste ich auch oft nicht, wie ich am besten gegen die Windmühlen von Lehrern oder Bürokratie kämpfen sollte. Ich habe gerade dann, wenn ich verzweifelt war, Sturm im Wasserglas gemacht und richtig gewirbelt. Oft bin ich mir wie der letzte Querulant vorgekommen. Und bestimmt war ich auch manchmal ungerecht und auf jeden Fall unangenehm. Aber es hat dazu geführt, dass sich was bewegt hat und wir haben Wege gefunden, so dass meiner Tochter geholfen werden konnte. Sie schreibt heutzutage viel richtiger als die meisten anderen Menschen ohne LRS in der Weite des Netzes. Es gibt leider uneinsichtige Lehrer, aber auch solche, die hilfreich sind. Und die findet man nur, wenn man lauthals den Mund aufmacht.

                Vielleicht bist Du ja etwas sanfter und überlegter zerschlägst weniger Porzellan als Kollateralschaden als ich damals, aber man muss sich melden, dass da was nicht stimmt. Ob LRS oder Linkshändigkeit, das ist ganz ähnlich.

                Ute

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