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Beidhändiges Malen

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  • Beidhändiges Malen

    Hallo zusammen,

    ich brauche mal ( wieder ) ein bisschen Argumentationshilfe.....

    Meine kleine LH schwankt ja von anfang an zwischen links und rechts. Da leider der Kindergarten kein bisschen darauf geachtet hat, konnte sich dieses beidhändige Malen auch schön festigen. Jetzt, in der Schule, schreibt sie dank Lehrerin meistens mit links, zuhause immer mit links, die OGS achtet unterschiedlich darauf .... Sie meint aber trotzdem weiterhin.... wenn meine Hand weh tut, wechsle ich halt einfach - dann kann ich weitermachen und werde rechtzeitig fertig. Dagegen hab ich kein Argument - stimmt ja eigentlich.

    Ich weiss natürlich, wie blöde das Wechseln ist - aber wie erkläre ich es ihr, dass sie es auch einsieht? Hat jemand eine zündende Idee? Oder soll ich sie beidhändig malen lassen und nur beim Schreiben drauf bestehen, dass sie links schreibt?
    Zuletzt geändert von Cathy77; 18.01.2019, 21:12.

  • #2
    Wie kann malen weh tun? Ich nehme an, du meinst zeichnen? (Mit Stift, nicht mit Pinsel). LH Kindern helfen oft dicke dreieckige Buntstifte. Manchen auch Greifhilfen zum Draufstecken. Wenn das nicht reicht, bitte eine Feinmotoriktrainerin aufsuchen, um zu schauen, ob das Kind den Stift falsch oder zu verkrampft hält. Wenn malen oder zeichnen weh tut, läuft was schief.

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    • #3
      Eigentlich meine ich alles: malen mit Pinsel und ausmalen/schraffieren mit Buntstiften oder Kreiden sowie Zeichnen mit Bleistift.

      Wenn man ein DINA 4Blatt mit Buntstiften ausmalt (möglichst noch mit dem Wunsch schnell in 10min fertig zu werden...) dann kann das schon mal anstrengend für den Arm oder die Hand sein.
      Auch wenn man erst Schreiben lernt (sie ist in der1.Klasse) ist das schon noch immer wieder anstrengend für die Hand - trotz super Stifthaltung. Meine Tochter schreibt/ malt/ zeichnet lh im Dreipunkt-Griff und unverkrampft, also vorbildlich - sie hat spezielle LH-Stifte dreikant und mit Griffmulden (auch die Buntstifte gibt es mittlerweile so)- extra SchreibHilfen sind nicht nötig. Rh hält sie Stifte im Vierpunkt-Griff mit vorgezogener Schulter und mit schlechter Kraftdosierung (zu viel Druck) - dieses "zu viel" hilft ihr aber augenscheinlich gerade beim Ausmalen/Schraffieren mit Buntstiften....

      Ich bin selber Ergo und weiss graphomotorisch worauf ich achten muss.... aber ich habe hier ein stures Kind, was immer mal wieder einfach kein LH sein will und leider links wie rechts gleich gute Ergebnisse beim Malen/Zeichnen/Künstlern abliefert ..... alle meine tollen Profi-Argumente verpuffen gerade ohne Effekt.

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      • #4
        Hallo Cathy,
        Kinder kann man nicht mit rationalen Argumenten erreichen. Fakt ist, dass kein LH gleich gut mit links und mit rechts malen kann. Beim Malen mit links ist der Ausdruck beim LH lebendiger, natürlicher oder auch kreativer. Außerdem gelingen die Proportionen erfahrungsgemäß mit links besser. Ich lasse Kinder oft sehr lange das Malen mit links und mit rechts ausprobieren. Am Ende fühlt jedes linkshändige Kind, dass das Malen mit links mehr Spaß macht, besser gelingt etc. Und nur wenn die Kinder das selber sehen und fühlen, sind sie bereit, bei links zu bleiben.
        So ist jedenfalls meine Erfahrung mit unzähligen linkshändigen Kindern.
        Liebe Grüße von Marina Neumann
        Dipl.-Psych. Marina Neumann
        Psychologische Psychotherapeutin
        www.linkerhand.de
        Beratungsstelle für Linkshänder

        Autorin von: "Natürlich mit links - Zurück zur Linkshändigkeit - Befreiter leben mit der starken Hand"
        und
        "Natürlich mit links - Schreiblernheft für Linkshänder"

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        • #5
          Hallo Marina,

          danke für die Ideen und die Erinnerung, dass rationale Argumente nicht viel bringen.... ich hätte es halt gern so, aber ja, du hast recht.

          Das rechts-links Vergleichen haben wir auch gemacht (auch bei der LH beraterin). Offensichtlich ist die ungünstige Stifthaltung und verkrampfte Arm- Haltung mit rechts - sie drückt viel zu feste auf. Links ist die Stifthaltung gut, auch der Arm liegt entspannt. Das merkt sie auch selbst und beschreibt es als angenehmer mit links... vielleicht aber auch weil sie weiss man will das hören....

          Beim Schreiben in der Schule klappt es ja gut - da achtet die Lehrerin aber auch von anfang an mit darauf und sie hat ausserdem 4 weitere LH-Kinder in der Klasse, was toll ist, weil sie so kein "Sonderling" mehr ist ( das war das Problem im Kindergarten). Im Schriftbild ist der Unterschied zu rechts auch mittlerweile ganz deutlich zu sehen und im Grunde denke ich, hat sie da eine gute Routine entwickelt.

          Beim Malen ist es komplizierter - sie beginnt meist mit links (filigran und kreativ wie du schon sagst) und wechselt dann nach einer Weile oder spätestens beim Ausmalen des Bildes nach rechts. Wenn sie etwas dazu schreibt, kann es sein, dass sie nach ein paar Worten wieder zurück nach links geht. Je länger der Text, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit dafür.

          Ich bin halt voll unsicher wie sehr ich da intervenieren soll.... ist es okay, ihr das Malen so zu lassen?

          Vielleicht ein anderes Beispiel- im Kindergarten hat sie rechtshändig Zähne geputzt, zuhause links. Es war ein Kuddelmuddel und immer wieder habe ich sie zuhause an die starke Hand erinnern müssen.... Jetzt geht sie in die Schule, kein Putzen mehr woanders und kein Wechseln mehr. Sie greift ohne nachzudenken links und putzt mittlerweile auch mit Tempo.... ich dachte halt, dass das mit dem Malen genauso eine Geschichte ist. Weil kein Mensch ausserhalb darauf achtet, kommt sie gar nicht in den Prozess der Automatisierung....
          Zuletzt geändert von Cathy77; 19.01.2019, 15:55.

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          • #6
            Hallo Cathy,
            wenn sonst keiner darauf achtet, wie Deine Tochter malt, kannst nur Du es in die Hand nehmen.
            In so einem Fall würde ich der Mutter empfehlen, die Sommerferien dazu zu nutzen, darauf zu achten, dass das Kind nur mit links malt. Vielleicht kannst Du mit Deiner Tochter eine Art Testphase für die Sommerferien vereinbaren und Dich täglich mit ihr hinsetzen und sie etwas malen lassen, natürlich nur mit links. Du darfst Sie auch freundlich daran erinnern, wenn sie es vergisst. Damit könnte sie auch für das Malen eine Handdominanz entwickeln. Beim Wechseln bleibt jeder LH unter seinen Möglichkeiten und das ist auf Dauer frustrierend.
            Liebe Grüße von Marina Neumann
            Dipl.-Psych. Marina Neumann
            Psychologische Psychotherapeutin
            www.linkerhand.de
            Beratungsstelle für Linkshänder

            Autorin von: "Natürlich mit links - Zurück zur Linkshändigkeit - Befreiter leben mit der starken Hand"
            und
            "Natürlich mit links - Schreiblernheft für Linkshänder"

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            • #7
              Vielen Dank Marina. Das ist ein guter Tipp.

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              • #8
                Zitat von Cathy77 Beitrag anzeigen
                Hallo Marina,


                Ich bin halt voll unsicher wie sehr ich da intervenieren soll.... ist es okay, ihr das Malen so zu lassen?
                Hallo Cathy77,

                von der Ergo-Fachlichkeit oder aus einer Rückschulungserfahrung heraus kann ich dazu nichts sagen. Aber es ist doch so, das sie nicht auffallen möchte. Ich finde, das ist dann ne ganz andere Ebene! Es geht dann ums Selbstvertrauen!
                ....ich hab aber entweder den Werdegang im Laufe der Monate nicht gelesen, oder ich weiß ihn nicht mehr. Deshalb beziehe ich das mit der Ebene nur auf die aktuelle Fragestellung.

                Lieben Gruß von Detlef

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                • #9
                  Hallo Detlef. Ja das war anfangs so. Sie wollte im Kindergarten nicht auffallen und auch ganz und gar keine LH sein. Ich hatte jetzt zuletzt nicht das Gefühl, dass das noch der Fall ist. Wie gesagt in ihrer Klasse sind insgesamt 5LHKinder - das tat ihr gut. Und ihre Klassenlehrerin ist wirklich toll diesbezüglich - sie hat die LH im Blick und versucht darauf einzugehen.
                  Aber danke nochmal für den Hinweis. Das könnte natürlich in der OGS (offener Ganztag - Nachmittagsbetreuung) immer noch der Grund sein.

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                  • #10
                    Hallo Detlef,
                    ein LH, der mit rechts malt, möchte nicht aufgefallen.
                    Wenn jemand wechselt, dann malt er oder sie ja mit links und fällt dadurch auf.
                    Das Wechseln zw. beiden Händen hat mit der Angst, durch die andere Händigkeit aufzufallen, erfahrungsgemäß nichts zu tun.
                    Liebe Grüße von Marina Neumann
                    Dipl.-Psych. Marina Neumann
                    Psychologische Psychotherapeutin
                    www.linkerhand.de
                    Beratungsstelle für Linkshänder

                    Autorin von: "Natürlich mit links - Zurück zur Linkshändigkeit - Befreiter leben mit der starken Hand"
                    und
                    "Natürlich mit links - Schreiblernheft für Linkshänder"

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                    • #11
                      Zitat von Marina Neumann Beitrag anzeigen
                      In so einem Fall würde ich der Mutter empfehlen, die Sommerferien dazu zu nutzen, darauf zu achten, dass das Kind nur mit links malt. Beim Wechseln bleibt jeder LH unter seinen Möglichkeiten und das ist auf Dauer frustrierend.
                      Liebe Grüße von Marina Neumann
                      Hallo Cathy,

                      ich möchte da gerne Marina eins zu eins zustimmen und ihren letzten Satz noch 3x dick unterstreichen. Meiner Tochter hat lange links die Kraft und Ausdauer auch noch gefehlt, muss man trainieren, wechseln hilft da nicht wirklich. Wir haben hier das Problem mit der Linkshänderschere, die sie nicht nimmt. Und somit besteht gar kein Zweifel, sie schneidet mit rechts einfach ungenügend. Letzt wollte sie ein Etikett vom Pulli wegschneiden, ging nicht, ist ebend kein Papier, was daran lag, dass sie die Schere (RH Schere in der rechten Hand) nicht richtig hielt, sie hielt die Schneideblätter schräg, weil sie ja linksäugig ist. Meine Kleine wollte auch nie auffallen, weshalb sie leider mit spez. LH-Material schon schlechte Erfahrungen gemacht hat, z.B. ihr LH-Spitzer, einmal hat ihn ein Kind ohne zu fragen genommen (meine Tochter verleiht grundsätzlich selten, keine gute Teilerin ) und direkt wieder mit den Worten hingelegt: S. der ist Schrott, der geht ja gar nicht. Das RH-Kind hat natürlich falsch rum gedreht. Ich bin wirklich sehr erleichtert, dass wir beim Gitarrespielen direkt mit links angefangen haben, da sieht man den Unterschied auch deutlich, auch weil sie dort gezwungen wird, linksfüssig den Takt zu schlagen; Fussball spielt sie nämlich sowohl mit links als auch mit rechts gleichermassen. Ich hatte ja mit ihr eine zeitlang im Sommer Tennis gespielt, es hat sicherlich 3-4 Wochen gebraucht, bis sie aufgehört hat zu wechseln, musste sie da auch mehrmals daran erinnern, auch da, denke ich fehlte ihr wie immer die Kraft. Ende des Jahres wird ihre Klasse Bogenschiessen, hat sie schon ein paar mal auf der Kirmes, Mittelalterfest gemacht. Da muss sie auch, vor allem wegen dem Auge, links schiessen, bin mal gespannt wie es ihr dann gefällt.
                      Ich möchte nochmal kurz aufs Malen eingehen. Es gibt meiner Meinung nach nix schlimmeres als Buntstifte (meine Kinder haben übrigens nur Aquarellbuntstifte, auch wenn da der Abrieb deutlich schneller geht, man muss nicht so dolle aufdrücken, im Gegenteil, dann bricht schnell die weiche Miene) für unter 8 J. mal ganz grob geschätzt. Einfach völlig ungeeignet um sich künstlerlich zu verausgaben, denn sie sind hinderlich, eine komplette DIN A4 ausmalen, was für eine Qual!!! selbst für einen Erwachsenen, da tut immer irgendwann jede Hand weh. Ich geb ganz ehrlich und offen zu, bei solchen Hausaufgaben, gab es zum Glück nicht so viele der Art, hab ich immer mitgeholfen und ebenfalls ausgemalt, bis da das Kind mit fertig wird, ist es schon für die anderen Hausaufgaben zu müde. Und schaffieren, also die Buntstiftmine querlegen, können die wenigsten Kinder schon in dem Alter. Es ist echt viel besser, in dem Alter mit Wassermalfarben zu malen oder ebend mit Wachsmaler, aber Filzstifte, am schlimmsten Buntstifte, taugt nix. Ich bin allerdings auch Ex-Waldorfschülerin und kann dementsprechend gut malen, wir haben hauptsächlich Wasserfarben gemalt, nur mit drei Flüssigmalkartuschen, da kann man sich auf jeden Fall künsterlich als Kind verausgaben und später dann ab 3. oder 4. Kl., wenn die Hand schon geübter ist, kann das Kindlein auch mit Buntstiften malen. Wollte ich nur kurz anregen, wenn du mit ihr in den Ferien übst. Oder warum nicht Fingermalfarben *ggg* ist immer eine schöne Sauerei.

                      LG, Marlis

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                      • #12
                        Zitat von Marina Neumann Beitrag anzeigen
                        Hallo Detlef,
                        ein LH, der mit rechts malt, möchte nicht aufgefallen.
                        Wenn jemand wechselt, dann malt er oder sie ja mit links und fällt dadurch auf.
                        Das Wechseln zw. beiden Händen hat mit der Angst, durch die andere Händigkeit aufzufallen, erfahrungsgemäß nichts zu tun.
                        Liebe Grüße von Marina Neumann
                        Moin Marina,

                        also, entweder ich hab Dich, oder Du hast mich falsch verstanden! Ich wollte gesagt haben: Sie schreibt vllt. mit der nicht dominanten Rechten, gerade weil sie nicht auffallen möchte. Daher die Anpassung! Hat Cathy ja aber schon drauf reagiert, indem sie sagt, das war "nur" im Kindergarten so.

                        Deinen Erfahrungsschatz hinsichtlich der Wechselei muss ich so stehen lassen. Allerdings gab es im Laufe der Jahre, die es dieses Forum gibt, schon ne Menge Eltern, die die Auffallthematik ansprachen und es gab hier auch schon erwachsene umgeschulte Linkshänder, die sich erinnern konnten, das sie mit ihrer eigentlichen Linkshändigkeit nicht auffallen wollten. Es ist ja für manche in der Rückschulung auch ne Frage des Selbstbewusstseins, wie sie re-agieren, wenn jemand im Umfeld sie drauf anspricht. Ich bin jetzt aber am Verallgemeinern ohne direkten Bezug auf Cathys Ausgangspost, daher hier mal nen Punkt.

                        Lieben Gruß und Dir nen schönen Sonntag
                        Detlef

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                        • #13
                          Zitat von Marlis Beitrag anzeigen

                          Hallo Cathy,

                          Oder warum nicht Fingermalfarben *ggg* ist immer eine schöne Sauerei.

                          LG, Marlis
                          Hallo Marlis,

                          Fingermalen hab ich therapeutisch mal kennengelernt. Ist ne feine Sache, find ich!

                          LG Dir

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                          • #14
                            Ihr habt mir nochmal ein paar gute Anstösse gegeben. Ich denke, das "Nicht-anders-sein-wollen" ist nicht mehr der Hauptgrund aber natürlich ist die Linke durch das ewige Wechseln zu untrainiert - und langsam sein, ist einfach nicht ihre Sache.... Ich habe extra gute Buntstifte gekauft, mit schönem Abrieb - aber in der OGS liegen Gemeinschaftsstifte.... und ja zum Verausgaben sind Buntstifte blöde...

                            Die Sommerferien behalte ich im Hinterkopf - aber unsere Wochenenden werde ich auch schon mal nutzen.

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