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Gibt es eine eindeutige Zuordnung?

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    Gibt es eine eindeutige Zuordnung?

    Durch einen Radiobeitrag bin ich auf die Thematik aufmerksam geworden. Dachte immer (bin mittlerweile 62), dass ich RH bin, doch nun tauchen einige Zweifel auf.
    Obwohl ich mit der rechten Hand schreibe, die meisten Werkzeuge in die rechte Hand nehme (wobei ich auch gut mit links kann), fasse ich Besen, Schaufel etc., das heißt eigentlich alles was mit zwei Händen zu greifen ist, meist andersherum alls die meisten aus meinem Bekanntenkreis. Gibt es da eine eindeutige Zuordnung? D.h., wie greift einRH, wie ein LH?
    Außerdem würde mich interessieren, welches Auge bei LH, bzw. RH dominant ist.

    #2
    Hallo Benoto,

    es gibt leider keinen einzigen Bewegungsablauf, an dem man die Händigkeit eines Menschen eindeutig erkennen kann.

    Es ist wichtig das Zusammenspiel beider Hände zu beobachten. Erwachse können sich meist sehr gut selbst beobachten.
    Also: welche Hand fungiert als Halte- bzw. Hilfshand und welche ist die aktive Hand?

    Da jedoch nicht immer die gleiche Hand als Haltehand und die andere Hand als Aktionshand benutzen wird, muss man sich viele Bewegungsabläufe anschauen.

    Auch ist es wichtig, die Bewegungsabläufe nach „erlernt“ und „unbewusst“ zu unterscheiden.
    Im Zweifel hilft eine Händigkeitstestung.

    Von der Äugigkeit kann man nicht auf die Händigkeit schließen. Es gibt sogar Menschen, die eine gekreuzte Äugigkeit besitzen, d.h. in der Fernsicht ist das eine Auge führend, aber in der Nahsicht das andere….

    Herzliche Grüße
    Judith Bremer Schleswig-Holstein, Kappeln
    Diplompädagogin
    www.Judith-Bremer.de

    Autorin von:Einfach links schreiben

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      #3
      Hallo Benoto,
      kannst Du Dich erinnern, dass man Dich als Kind dazu angehalten hat, das "schöne" oder "richtige" Händchen zu benutzen?
      Es kann auch interessant und hilfreich sein, Kinderfotos von Dir dahingehend anzuschauen, ob Du auf die linke Hand dazu benutzt
      hast, um etwas zu tun oder zu halten.
      Liebe Grüße von Marina Neumann
      Dipl.-Psych. Marina Neumann
      Psychologische Psychotherapeutin
      www.linkerhand.de
      Beratungsstelle für Linkshänder

      Autorin von: "Natürlich mit links - Zurück zur Linkshändigkeit - Befreiter leben mit der starken Hand"
      und
      "Natürlich mit links - Schreiblernheft für Linkshänder"

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        #4
        Guten Abend,
        danke für die beiden Beiträge. Was mir nun immer noch nicht schlüssig ist: Wie hält ein LH, wie ein RH einen Besen, d.h., welche Hand ist bei welchem oben am Stiel? Mein rechtes Auge ist das dominante. Da ich mich nicht erinnern kann, als Kind bewußt dazu angehalten worden zu sein, eine bestimmte Hand (außer bei Begrüßung mit der Hand) zu benutzen, mich aus heutiger Sicht aber als sehr angepasstes Kind sehe, vermute ich, dass ich unbewußt alles so gemacht habe, wie es mein näheres Umfeld vorgelebt hat. Außer eben beim Fassen eines Stiels wo beide Hände benötigt werden. Denke, dass das für mich als Kind vom Gegenüber, da ja spiegelverkehrt, nicht so eindeutig wahrnehmbar war und ich deshalb den Stiel mit beiden Händen so gehalten habe, wie es für mich am natürlichsten war. Die Wirkung der unbewussten Anpassung mit all ihren z.T. fatalen Folgen auf eine gesunde Entwicklung der eigenen Identität erstaunen mich immer wieder.
        Herzliche Grüße
        Benoto

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          #5
          Hallo Benoto,
          Wie hält ein LH, wie ein RH einen Besen
          Ich habe die rechte Hand unten, die linke ist oben. Ich führe den Besen rechts von mir.
          liebe Grüße, Ursula
          www.linkshand.menge.cc
          Seite für Linkshänder/innen

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            #6
            Zitat von Ursula Beitrag anzeigen
            Hallo Benoto,

            Ich habe die rechte Hand unten, die linke ist oben. Ich führe den Besen rechts von mir.
            Hallo ihr 2,

            auch ich hab die Linke oben.

            Eben hab ich eine Flurdecke mit weißer Farbe bestrichen und hatte auch bei dieser Arbeit mit dem Teleskopstiel die Rechte zum Roller hin; die Linke also oben am Stielende.....wobei dann die Linke wegen der Überkopfhaltung trotzdem unten war

            Achja: Ich bin "nur" schreibumgeschult + 2 bis 3 andere Kleinigkeiten vielleicht.

            LG

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              #7
              Hallo Benoto,
              ich denke die "Herleitung" bez Besen halten ist die: Wie hältst du den Besen, wenn du sonst nichts machst? Vermutlich oben.
              Wenn man dann beginnt zu besen, dann kommt die andere Hand unterstützend dazu.
              Als LH hölt man den Besen oben links, als RH rechts.

              Ich war selbst auch recht angepasst bzw sehr guten Beobachter/Nachahmer und weiss deshalb oft (auch) nicht, wie ich als unterdrückter/versteckter LH nun tun soll.
              Vermutlich ist zuerst das Greifen nach dem Gegenstand (mit der jeweiligen "biologischen" Hand) und dann kommt die andere Hand unterstützend dazu

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                #8
                Die Besenfrage ist interessant. In der Sache wechsel ich stetig die Handpositionen. Mit welcher Position ich beginne, hängt davon ab, ob der Besen links oder rechts von mir abgestellt ist. Ist er links von mir, greift die linke ans Stielende und ich kehre dann linksseitig von mir. Ist er rechts von mir, greife ich mit rechts und kehre rechtsseitig. Kehre ich von links nach rechts, ist die rechte Hand oben, umgekehrt ist die linke Hand oben. Also wer mir beim Kehren zusieht, wird feststellen, dass ich ständig die Handpositionen wechsel.

                Offiziell sehe ich mich als Rechtshänder an, ich persönlich schätze mich aber als Beidhänder ein, da die Linke der Rechten bis auf wenige Dinge in Nichts nachsteht. Als meine rechte Hand mal über einige Wochen gelähmt war, lernte ich sogar recht schnell mit der linken Hand die Zähne zu putzen, obwohl ich es nur mit rechts lernte. Ich bemühte mich sogar, mit Links zu schreiben, was zwar etwas mühsam war und nicht so schön wie mit rechts, aber hätte ich das noch ein paar Wochen lang geübt, wäre das sicher auch sehr gut gegangen.

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                  #9
                  Ich finde die Besenfrage auch interessant. Aber ich denke, es geht gar nicht darum, welche Hand oben ist und welche unten, sondern welche Hand führt den Besen und welche stabilisiert die Bewegung "nur". (Wie Judith Bremer schon schrieb)

                  Ich habe mich während meiner Rückschulung lange gewundert: Während ich viele Dinge recht schnell einfach andersherum hinbekommen habe, gelang es mir nicht, mit der Bürste in der linken Hand meine Kartoffeln zu schrubben (bekennender Pellkartoffel-Fan). Als ich mich dann genauer beobachtete, merkte ich, dass ich immer schon die Bürste in der rechten Hand hielt und mit der linken Hand die Kartoffeln (aktiv!) darüber rieb - also hatte ich das schon mein Leben lang mit links gemacht, ohne es zu bemerken.

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                    #10
                    Sigrid, ein ebenso interessanter Aspekt. Diesen kann man auch auf die Nutzung einer Nagelbürste transferieren. Dort stellte ich zuletzt fest, dass ich, die Bürste in der rechten Hand haltend, die linke Hand bewege, um die Nägel der linken Hand sauber zu machen. Halte ich die Bürste in der linken Hand, halte ich die rechte still und bewege die linke Hand mit der Bürste, um die Nägel der rechten Hand sauber zu machen. Bei so kleinen Bewegungen wird man sich aber selten bewusst, was nun die tatsächlich ausführende Hand ist, weil man das im Alltag eben nicht so genau beobachtet und sich dem bewusst macht.

                    Bei der Besenfrage ist es aber doch anders, weil die Bewegung sehr groß ist. Die Hand, die unten ist, kann eben niemals die Kraft aufbringen, die nötig ist, um den Besen zu bewegen. Allein die Hand oben, am Besenstielende, führt die Kraftbewegung aus, die andere führt hingegen nur. So ist es zumindest meine Erfahrung und Wahrnehmung, wenn ich kehre oder ähnliche Werkzeuge, wie eine Schneeschaufel benutze. Vielleicht ist es bei anderen ja anders?

                    Ein möglicher Grund, warum ich persönlich die Handstellung beim Kehren, Schaufeln und Schneekippen wechsle, liegt vermutlich u.A. aber auch darin begründet, dass ich kein Muskelmann bin, sondern ein Schlauch. Meine Kraftausdauer ist also eher gering, meine Langzeitausdauer hingegen hoch. Mit dem steten Wechsel der Arme/Hände, verteile ich die Last besser zwischen beiden Seiten. Aber das ist nicht der alleinige Grund. Es gibt auch viele andere Faktoren neben der eindeutigen Händigkeitszuordnung, die für meine Beidhändigkeit in der Besenfrage eine Rolle spielen.

                    Daher würde ich mal so in den Raum stellen, dass man anhand des Besenkehrens wohl am schlechtesten für sich erkennen kann, ob man LH oder RH ist, insbesondere dann, wenn man wie Benoto und auch ich mit beiden Händen/Armen sehr geschickt ist. Bei mir sehe ich das ja u.A. ebenso darin, wie komplex es sein kann, wenn ich betrachte, wie ich mit Schraubendrehern umgehe. Auch da bin ich links ebenso gut wie rechts. Auf der Tastatur ebenso, auf dem Klavier ebenso, mit dem Akkuborher ebenso, mit der Stichsäge ebenso (obwohl die auf Rechtshänder ausgelegt sind). Es gibt viele Dinge, die ich mit beiden Händen gleich gut kann. Daran die Händigkeit festmachen zu wollen, ist daher eher keine so zielführende Sache, wie ich denke.

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