Vollständige Version anzeigen : auf links umlernen müssen
hallo,
ich bin in einer ziemlich ungewöhnlichen situation,weil ich- eindeutige rechtshänderin- bei einem unfall meinen rechten arm verloren habe.
die reha habe ich jetzt hinter mir. manche dinge gehen einhändig besser- oder überhaupt- als ich befürchtete. das umlernen ist aber grausam, ich bezweifle ob ich jemals so schreiben kann, dass es nicht wie kindergekrakel aussieht. sogar zähneputzen und schminken war am anfang mehr slapstickmässig als zielführend.
ich glaube ich bin in einer ähnlichen situation wie linkshänder die man zwangsumlernt- oder die das früher mal hatten.
vielleicht kann mir doch jemand ein paar tipps geben, wie man das gehirn in dieser situation ein wenig besser trainieren kann.
übrigens, shg für amputierte sind da wenig hilfreich, den meisten dort fehlt sowieso ein bein und die zwei einarmigen personen, die ich dort kennenlernte, sind links amputiert.
lg und schon mal danke im voraus
astrid
hallo,
ich bin in einer ziemlich ungewöhnlichen situation,weil ich- eindeutige rechtshänderin- bei einem unfall meinen rechten arm verloren habe.
die reha habe ich jetzt hinter mir. manche dinge gehen einhändig besser- oder überhaupt- als ich befürchtete. das umlernen ist aber grausam, ich bezweifle ob ich jemals so schreiben kann, dass es nicht wie kindergekrakel aussieht. sogar zähneputzen und schminken war am anfang mehr slapstickmässig als zielführend.
ich glaube ich bin in einer ähnlichen situation wie linkshänder die man zwangsumlernt- oder die das früher mal hatten.
vielleicht kann mir doch jemand ein paar tipps geben, wie man das gehirn in dieser situation ein wenig besser trainieren kann.
übrigens, shg für amputierte sind da wenig hilfreich, den meisten dort fehlt sowieso ein bein und die zwei einarmigen personen, die ich dort kennenlernte, sind links amputiert.
lg und schon mal danke im voraus
astrid
Hallo Astrid.
Mensch,da hat es dich aber wirklich ganz besonders hart erwischt!Ein Alptraum für mich,die gerade ihre ansich angeborene Seite entdeckt und sich zurückschult.Aber bist du wirklich 100%ig sicher,dass du RH bist?Viele RH wissen nämlich gar nicht,dass sie eigentlich LH sind.War bis vor kurzem selber genau so ein Fall.Und inwieweit lässt sich für dich eine Prothese anbringen und nutzen?Bist du Links-oder Rechtsfüssler?Beides frage ich desswegen,weil ein Gebrauch der dominanten Seite fürs eigene Wohlbefinden äusserst wichtig sein kann.Es könnte also sein,dass du dich als RH beim Malen besser fühlst,wenn du statt deine linke Hand,deinen dominanten Fuss benutzt.
Wie auch immer.Um-oder Rückschulung ist enorm anstrengend für das Gehirn. Man sollte beides sicher höchst behutsam und liebevoll mit sich,angehen.Sonst kann es einem manchmal sogar richtig schwindelig und etwas benebelt im Kopf werden.Manchmal kommt es auch zu Kopfschmerzen.Das sind alles Warnsignale,auf die man achten und sogleich eine Pause einlegen sollte.
Vielleicht kann dir Fr.Dr.Hannelore Pester(anbei unten ein Link zu ihrer Homepage)in Berlin weiter helfen.Sie ist seit Jahrzehnten in der Gehirn- und Lateralitätsforschung tätig und hat,soviel ich weiss,und wie man annehmen kann,viele gute Tips rund um die Verbesserung der Gehirnfunktionen.Sie ist ULH,schult sich aber dennoch nicht zurück.Ich nehme an,sie hat für sich selber Wege gefunden,mit ihrem Umgeschultsein gut klar zu kommen und sie könnte dir so,denke ich,sicher gut helfen.
Alles Liebe und Gute für Dich,
Babs
hallo, babs
danke für deine schnelle und lange antwort.
ich hatte nie einen zweifel, rh zu sein, war kein thema für mich-bis jetzt meine ich. ich habe auch null ahnung, ob ich rechtsfüsser bin, höre das heute zum erstenmal.
zum thema prothese- wenn du die dinger mal gesehen hast, verstehst du dass die meisten einarmigen menschen liebend gern auf diese monströsen umschnallkonstruktionen verzichten. der praktische wert ist auch sehr bescheiden- besonders wenn wie bei mir der arm komplett ab ist. einzig die kosmetische funktion ist m.e. halbwegs.kein vergleich mit beinprothesen, hab in der reha gesehen dass man vielen gar nicht ansieht, dass sie mit einer prothese gehen.
was mich auch irritiert, ist die -soziale- funktion des rechten armes- stichwort hand geben- unabhängig ob man rh oder lh ist.
ich meine, wenn dir jemand die hand geben will und du lässt die rechte -also prothese- hängen,versteht er-sie es nicht, und streckst du die pro hin, dann erschrecken die menschen richtiggehend. beim leeren ärmel hast du keinen erklärungsbedarf, ausser vielleicht warum der arm denn ab ist.
danke auch für den link,werde hoffentlich alles verstehen können.
p.s. bitte wundere dich nicht über die kleinschreibung und die seltsame zeichensetzung, aber für die hoch-taste fehlen mir ein paar finger -lol-
danke nochmals, astrid
Hallo Astrid.
Mensch,da hat es dich aber wirklich ganz besonders hart erwischt!Ein Alptraum für mich,die gerade ihre ansich angeborene Seite entdeckt und sich zurückschult.Aber bist du wirklich 100%ig sicher,dass du RH bist?Viele RH wissen nämlich gar nicht,dass sie eigentlich LH sind.War bis vor kurzem selber genau so ein Fall.Und inwieweit lässt sich für dich eine Prothese anbringen und nutzen?Bist du Links-oder Rechtsfüssler?Beides frage ich desswegen,weil ein Gebrauch der dominanten Seite fürs eigene Wohlbefinden äusserst wichtig sein kann.Es könnte also sein,dass du dich als RH beim Malen besser fühlst,wenn du statt deine linke Hand,deinen dominanten Fuss benutzt.
Wie auch immer.Um-oder Rückschulung ist enorm anstrengend für das Gehirn. Man sollte beides sicher höchst behutsam und liebevoll mit sich,angehen.Sonst kann es einem manchmal sogar richtig schwindelig und etwas benebelt im Kopf werden.Manchmal kommt es auch zu Kopfschmerzen.Das sind alles Warnsignale,auf die man achten und sogleich eine Pause einlegen sollte.
Vielleicht kann dir Fr.Dr.Hannelore Pester(anbei unten ein Link zu ihrer Homepage)in Berlin weiter helfen.Sie ist seit Jahrzehnten in der Gehirn- und Lateralitätsforschung tätig und hat,soviel ich weiss,und wie man annehmen kann,viele gute Tips rund um die Verbesserung der Gehirnfunktionen.Sie ist ULH,schult sich aber dennoch nicht zurück.Ich nehme an,sie hat für sich selber Wege gefunden,mit ihrem Umgeschultsein gut klar zu kommen und sie könnte dir so,denke ich,sicher gut helfen.
Alles Liebe und Gute für Dich,
Babs
Hallo Astrid.
thema prothese- wenn du die dinger mal gesehen hast, verstehst du dass die meisten einarmigen menschen liebend gern auf diese monströsen umschnallkonstruktionen verzichten. der praktische wert ist auch sehr bescheiden- besonders wenn wie bei mir der arm komplett ab ist. einzig die kosmetische funktion ist m.e. halbwegs.kein vergleich mit beinprothesen, hab in der reha gesehen dass man vielen gar nicht ansieht, dass sie mit einer prothese gehen.
Das kann ich mir sehr gut vorstellen.
was mich auch irritiert, ist die -soziale- funktion des rechten armes- stichwort hand geben- unabhängig ob man rh oder lh ist.
ich meine, wenn dir jemand die hand geben will und du lässt die rechte -also prothese- hängen,versteht er-sie es nicht, und streckst du die pro hin, dann erschrecken die menschen richtiggehend. beim leeren ärmel hast du keinen erklärungsbedarf, ausser vielleicht warum der arm denn ab ist.
Ja.Ich wurde schon als Kind übels beschimpft und vor allen öffentlich bloss gestellt,wenn ich mal wieder intuitiv meine linke Hand zur Begrüssung gereicht habe.Heute ist mir die Meinung anderer diesbezüglich,sowie die Einhaltung der Etikette,sobald sie sich gegen meine Linkshändigkeit stellt,einfach komplett wurscht.Sollen andere doch von mir denken,was sie wollen.Ich mache es so,wie ich es für mich am besten kann.
p.s. bitte wundere dich nicht über die kleinschreibung und die seltsame zeichensetzung, aber für die hoch-taste fehlen mir ein paar finger -lol-
Ziemlich bitterer Humor,verstehe ich aber.Mir ist deine ausschliessliche Kleinschreibung,oder eine seltsame Zeichensetzung übrigens überhaupt nicht aufgefallen!Es gibt viele, die ausschliesslich klein schreiben.Manche finden das sogar esthetischer oder vielleicht auch moderner.Ich schreibe übrigens auch nur mit meiner linken Hand,komme mit der Grosstaste gut klar,habe halt so mein eigene Tipptechnik gefunden.Wichtig ist mir inzwischen nur,dass ich gut klar komme,mich nicht selber stresse und mich von anderen nicht stressen oder unter Druck setzen lasse.Man muss deshalb gegenüber den Meinungen anderer ja nicht gleich völlig abgestumpft sein.Man kann sich durchaus anregen lassen. Dabei fällt mir auf, ich sollte zur besseren Lesbarkeit meiner Texte vielleicht besser nach Punkt und Komma ein Leerzeichen stelle. ;-) Aber solche Kleinigkeiten sind doch nicht wirklich wichtig, es sei denn, man arbeitet als Typograf oder Setzer. Hm, gefällt mir so aber vielleicht sogar tatsächlich besser...
Übrigens ist meine Erfahrung, dass die Anderen viel weniger bemerken -vor allem im ersten Moment-, als man selber denkt, oder erwartet.
danke auch für den link,werde hoffentlich alles verstehen können.
Und ich hoffe, er kann dir weiter helfen.
Liebe Grüsse, Babs
Hallo,
ich weiß nicht ob das Sinn hat einen ein Jahr alten Thread nach oben zu zerren aber kann man ja mal probieren, habe ihn durch die Suchfunktion gefunden.
hallo,
ich bin in einer ziemlich ungewöhnlichen situation,weil ich- eindeutige rechtshänderin- bei einem unfall meinen rechten arm verloren habe.
die reha habe ich jetzt hinter mir. manche dinge gehen einhändig besser- oder überhaupt- als ich befürchtete. das umlernen ist aber grausam, ich bezweifle ob ich jemals so schreiben kann, dass es nicht wie kindergekrakel aussieht. sogar zähneputzen und schminken war am anfang mehr slapstickmässig als zielführend.
Geht mir genauso, ich habe auch den rechten Arm verloren. :-)
Und es stimmt, das Umlernen ist schlimm. Mal abgesehen vom Angeschaut-Werden und von dem Gefühl plötzlich behindert zu sein ist es "technisch" schwieriger von Rechts nach Links als von Zweihändigkeit auf Einhändigkeit "umzuschulen".
Irgendwann geht es natürlich, zum Glück gibt es ja Linkshänderprodukte. Aber so gut wie ein geborener LH wird man als Zwangs-LH natürlich nie.
Astrid, falls Du hier noch liest kannst Du Dich ja mal melden.
Norbert
als Gast Bärbel
17.08.2006, 20:47
Hallo Norbert,
Mit etwas Glück liest Astrid Deinen Beitrag. Wer einmal den Weg in dieses Forum gefunden hat, schaut ab und zu wieder vorbei.
Irgendwann geht es natürlich, zum Glück gibt es ja Linkshänderprodukte. Aber so gut wie ein geborener LH wird man als Zwangs-LH natürlich nie.
Stimmt, denn auch der LH benötigt die rechte Hand. Eine Bekannte ist krankheitsbedingt jetzt auf die linke Hand angewiesen. Eines Tages hatte sie ein Erlebnis. Sie sah einem Webervogel beim Nestbau zu. Der kleine Vogel hat nur mit seinem Schnabel ein Nest - ein geknotetes Kunstwerk - gebaut. Seitdem ist sie erfinderisch geworden. Wichtig ist vor allem die professionelle Hilfe. Bei Gesprächen mit Fachleuten, in Sanitätshäusern oder mit Therapeuten oder durch das Internet findet man Tipps, die das Leben wieder ein klein wenig lebenswerter gestalten. Ich denke in diesem Zusammenhang auch an die olympischen Spiele der Körperbehinderten. Ohne die modernen Prothesen wären manche Wettkämpfe undenkbar.
VG Bärbel
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