Vollständige Version anzeigen : Verordnung und Ärzte
René Schaefer
15.07.2005, 23:57
Hallo erstmal, ich bin erst seit Kurzem auf dieser Seite gelandet, denn wußte ich das mein Sohn (7 Jahre, kommt jetzt zur Schule) mit links schreibt und mit rechts schneidet etc....
Auf unserem ersten Elternabend hörten wir einen Beitrag zur Linkshändigkit, so das ich mir überlegte mein Kind einem Test zu unterziehen.
Also Ergotherapeutin im Internet gesuchtdank eurer Links kein Problem, kurzfristig einen Termin bekommen und dann ging der Ärger mit dem Kinderarzt los!!! Erst sollte mein Sohn zum Jugendpsychiater, damit der Kinderarzt einew Diagnose auf unsichere Händigkeit stellen kann und um dann eine Verordnung auszustellen. Eine hitzige Debatte am Telefon begann, wo ich als letztes hörte, wenn mir dieser Test so wichtig wäre sollte ich ihn doch selbst bezahlen... Mein Hausarzt stellte mir die Verordnung ohne Probleme einen Tag aus...
mfG René
Es ist gut, dass du jetzt die Verordnung hast. Aber ich bin auch eine Linkshänderin, die mit rechts schneidet. Es geht einfach besser. Ich kam selbst mit der Linkshänderschere, die mir meine Mutter extra besorgt hatte, nicht zurecht. Ich vermute einfach mal, dass dein Sohn auch so ein Fall ist. Ich finde es gut, dass soviel für die Erkennung und Förderung von Linkshändern getan wird. Nur habe ich manchmal das Gefühl, dass es fast schon etwas zu viel ist. Man könnte bald den Eindruck bekommen, dass Linkshändigkeit eine Krankheit oder ein Behinderung ist, wo man alles tuen muss, um die "Behinderten" zu fördern und ja nicht zu benachteiligen. Klar will man keine Fehler machen. Aber ich denke, dass schon manchmal fast schon zuviel des Guten getan wird.
Linkshänder schreiben eben mit der linken Hand, nicht mehr, nicht weniger. In einer rechtshändig geprägten Welt ist das zwar manchmal nicht einfach, aber auch kein schwerer Schicksalsschlag, zumal auch keine Linkshänder mehr in die Rechtshändigkeit gezwungen werden.
Persönlich denke ich zwar, dass der Test nicht unbedingt nötig gewesen wäre, aber vielleicht kann man euch weiterhelfen, wie ihr Euren Sohn am Besten durch die Schulzeit helft. Denn das Schreiben einer auf Rechtshändigkeit ausgelegten Schrift ist teilweise nicht einfach, und von meiner Seite her war es auch mit viel Frust verbunden. Das wäre etwas, was ich für sinnvoll hielte.
Hallo Sara !
>Linkshänder schreiben eben mit der linken Hand, nicht mehr, nicht weniger.
Wenn es DAS nur wäre ... !!! Das Händigkeit angeblich NUR mit Schreiben zu tun hat, habe ich leider über 30 Jahre geglaubt !
>In einer rechtshändig geprägten Welt ist das zwar manchmal nicht einfach, aber auch kein schwerer Schicksalsschlag, zumal auch keine Linkshänder mehr in die Rechtshändigkeit gezwungen werden.
Die aktuellen Zahlen und all die Berichte hier sprechen leider eine andere Sprache !!! Nicht nur in der Gesellschaft im Allgemeinen, sondern auch unter Pädagogen und ratsuchenden Eltern herrscht nach wie vor großes Unwissen zur Thematik.
>Persönlich denke ich zwar, dass der Test nicht unbedingt nötig gewesen wäre, aber vielleicht kann man euch weiterhelfen, wie ihr Euren Sohn am Besten durch die Schulzeit helft.
Eine Umschulung der Händigkeit betrifft leider nicht nur die Schulzeit (wäre schon schlimm genug und ich würd's aus eigener Erfahrung heraus auch nie meinen eigenen Srösslingen ZUMUTEN), sondern ... betrifft DAS GANZE LEBEN MIT OFTMALS SCHWEREN FOLGEN AN KÖRPER, GEIST UND SEELE UND KANN SICH DURCH ALLE LEBENSBEREICHE ZIEHEN!!
Jeder Mensch besitzt ein Recht auf Unversehrtheit (siehe GG). Die Händigkeit ist angeboren laut wissenschaftlichen Erkenntnissen. Daher stellt die Umschulung der Händigkeit einen der massivsten Eingriffe ins menschliche Gehirn dar und führt zu einem von außen zugefügten funktionellen Hirnschäden. Leider kommen genau diese Erkenntnisse in den Ländeslehrplänen kaum zum Tragen. Eine deutliche Ausnahme dazu bildet sicher Bayern. Hier wird die Umschulung der Händigkeit sogar verboten.
Vielleicht kannst Du meine Zeilen nachvollziehen, wenn Du einfach nur mal 1/2 Stunde verschiedene Beiträge hier im Forum liest. Ansonsten kann ich Dir zum Einlesen in die Thematik insbesondere die im Folgenden genannten Bücher empfehlen:
"Der umgeschulte Linkshänder oder der Knoten im Hirn" (von Frau Dr. J.B. Sattler)
"Die Psyche des linkshändigen Kindes" (ebenda)
>Denn das Schreiben einer auf Rechtshändigkeit ausgelegten Schrift ist teilweise nicht einfach, und von meiner Seite her war es auch mit viel Frust verbunden. Das wäre etwas, was ich für sinnvoll hielte.
Wird eine für LH zugeschnittene Schreibtechnik richtig erlernt, auch wenn unsere Schrift für RH günstiger ist, kann das Schreiben genauso Spass und Freude bereiten sowie unproblematisch sein. Beratung und Anleitung zu einer für LH günstigen Schreibweise erhält man bei einem LHB sowie dafür ausgebildeten Ergotherapeuten. Auch gibt es insbesondere für linkshändige Schulanfänger spezielle Übungshefte und Schreibhilfen. Näheres dazu wurde ja schon mehrfach hier im Forum erläutert.
In Anbetracht der Brisanz ist es bei Unklarheiten zur Händigkeit immer von Vorteil, spätestens vor der Einschulung des Kindes einen Test vornehmen zu lassen.
MfG
Winija.
>Es ist gut, dass du jetzt die Verordnung hast. Aber ich bin auch eine Linkshänderin, die mit rechts schneidet. Es geht einfach besser. Ich kam selbst mit der Linkshänderschere, die mir meine Mutter extra besorgt hatte, nicht zurecht. Ich vermute einfach mal, dass dein Sohn auch so ein Fall ist. Ich finde es gut, dass soviel für die Erkennung und Förderung von Linkshändern getan wird. Nur habe ich manchmal das Gefühl, dass es fast schon etwas zu viel ist. Man könnte bald den Eindruck bekommen, dass Linkshändigkeit eine Krankheit oder ein Behinderung ist, wo man alles tuen muss, um die "Behinderten" zu fördern und ja nicht zu benachteiligen. Klar will man keine Fehler machen. Aber ich denke, dass schon manchmal fast schon zuviel des Guten getan wird.
>Linkshänder schreiben eben mit der linken Hand, nicht mehr, nicht weniger. In einer rechtshändig geprägten Welt ist das zwar manchmal nicht einfach, aber auch kein schwerer Schicksalsschlag, zumal auch keine Linkshänder mehr in die Rechtshändigkeit gezwungen werden.
>Persönlich denke ich zwar, dass der Test nicht unbedingt nötig gewesen wäre, aber vielleicht kann man euch weiterhelfen, wie ihr Euren Sohn am Besten durch die Schulzeit helft. Denn das Schreiben einer auf Rechtshändigkeit ausgelegten Schrift ist teilweise nicht einfach, und von meiner Seite her war es auch mit viel Frust verbunden. Das wäre etwas, was ich für sinnvoll hielte.
Deine Aussagen zeigen dass du dich mit der Materie nicht genug beschäftigt hast oder vielleicht das ganze etwas zu naiv siehst. Es werden immer noch Linkshänder umgeschult. Ich kann aus meiner direkten Umgebung von mehreren Fällen berichten in denen Kinkder die in den 90er Jahren geboren wurden umgeschult wurden bzw. werden. Ein anderes Problem ist dass viele Kinder sich an ihrer Umwelt orientieren und das Händigkeitsverhalten ihrer Eltern, Freunde... immitieren. Aus diesem Grund wäre ein obligatorischer Händigkeitstest am Anfang der Schullaufbahn absolut begrüßenswert da dadurch auf die individuellen Bdeürfnisse des Schülers besser eigegangen werden könnte. Aber anstatt sich um diese wichtige Dinge zu kümmern streitet man aber lieber über die Rechtschreibreform und führt das G8 ein... Wenn du mit der rechten Hand besser schbeiden kannst ist das schön für dich aber es sollte jedem Menschen ermöglicht werden derart feinmotorische Vorgänge mit seiner dominante Hand ausführen zu dürfen, da der übermäßige Gebrauch der anderen Hand auch bei anderen Tätigkeiten als dem Schreiben schwerwiegende Folgen für die betroffene Person hat. Natürlich leben wir in einer für Rechtshänder ausgelegten Welt, aber wenn wir einfach nur die Hände in den Schoß legen und uns anpassen wird sich das auch nicht ändern.
MfG
Daniel
Hallo Sara, hallo Daniel,
>> zumal auch keine Linkshänder mehr in die Rechtshändigkeit gezwungen werden.
>Deine Aussagen zeigen dass du dich mit der Materie nicht genug beschäftigt hast oder vielleicht das ganze etwas zu naiv siehst. Es werden immer noch Linkshänder umgeschult. Ich kann aus meiner direkten Umgebung von mehreren Fällen berichten in denen Kinkder die in den 90er Jahren geboren wurden umgeschult wurden bzw. werden. Ein anderes Problem ist dass viele Kinder sich an ihrer Umwelt orientieren und das Händigkeitsverhalten ihrer Eltern, Freunde... immitieren. Aus diesem Grund wäre ein obligatorischer Händigkeitstest am Anfang der Schullaufbahn absolut begrüßenswert da dadurch auf die individuellen Bdeürfnisse des Schülers besser eigegangen werden könnte. Aber anstatt sich um diese wichtige Dinge zu kümmern streitet man aber lieber über die Rechtschreibreform und führt das G8 ein... Wenn du mit der rechten Hand besser schbeiden kannst ist das schön für dich aber es sollte jedem Menschen ermöglicht werden derart feinmotorische Vorgänge mit seiner dominante Hand ausführen zu dürfen, da der übermäßige Gebrauch der anderen Hand auch bei anderen Tätigkeiten als dem Schreiben schwerwiegende Folgen für die betroffene Person hat. Natürlich leben wir in einer für Rechtshänder ausgelegten Welt, aber wenn wir einfach nur die Hände in den Schoß legen und uns anpassen wird sich das auch nicht ändern.
>MfG
>Daniel
Zu dem Thema möchte ich anmerken, dass ich Daniel Recht gebe, auch aus Erfahrung. Meine beiden Söhne sind in den 90ern geboren, der ältere ist RH (12), der jüngere LH(10)- ich selber bin ULH. Bei dem älteren, 6. Klasse, ist kein einziger LH, aber beim Sport 6 oder 7, die mit links werfen oder abspringen. Soviel zum Thema, es wird keiner mehr umgeschult heutzutage. DAs Problem ist eher, dass keiner vor der Einschulung so genau hinschaut, wie es sein müsste. Außerdem sind zu dem Zeitpunkt die meisten potentiellen LH längst umgeschult. Alles Mögliche wird mit den Eltern diskutiert im Kindergarten, aber über die Händigkeit sagt keiner was. Ich hatte da allerdings Glück, die Kindergärtnerin bei meinem jüngeren Sohn war selber LH und hat auch sehr darauf geachtet, dass diese Kinder schon von Anfang an lernen, mit einer LH-Schere umzugehen z. B. Das ist nicht selbstverständlich! Da hab ich schon ganz andere Dinge gehört.
Es müsste sich auch meiner Meinung nach da was tun, z. B. ein Händigkeitstest, wie Daniel sagt, bei der Einschulungsuntersuchung. Aber auch in der Schule: Die Kinder bekommen weder Hilfestellung beim LH-Schreiben noch beim Sport Hilfe, wie man die Dinge eben mit links angeht. Wenn ich bei meinem jüngeren Sohn nicht immer wieder selber gesessen und mit ihm geübt hätte, würde er heute von oben schreiben mit der Hand. Der Lehrer meinte immer nur, es wären ganz andere Probleme wichtiger in der Klasse. DA besteht wirklich absoluter Handlungsbedarf. Immerhin war der Lehrer so fortschrittlich, dass er in seiner Klasse bei anfänglich 3 LH-Kindern weitere 4 Eltern überzeugen konnte, dass ihre Kinder auch LH sind und sein sollten! Die Eltern waren nämlich strikt dagegen und haben die Kinder selber umgeschult, auch das ist noch so heutzutage!
Natürlich ist LHkeit keine Behinderung! Aber LH werden doch teilweise nur stillschweigend geduldet in der Schule statt ihnen mal helfend zur Seite zu stehen. Es ist keine Behinderung, aber es ist schon schwieriger als für RH, das kann man nicht abstreiten.
Gruß
Holly
René Schaefer
21.07.2005, 13:15
Erstmal Danke für die doch sehr offenen Antworten und sie gut gemeinten Tips.
Unser Sohn hat am Dienstag einen Test gemacht und er ist, wie richtig von seinen Eltern beobachtet, LH und rechtsäugig.
Er hat schon eine, für sein Alter, gute Handhaltung und sonst ist auch alles Andere i.O.Lt. Therapeutin sollte er ruhig eine LH Schere ausprobieren und dann selbst entscheiden, so wie wie es seine Eltern immer schon praktiziert haben.
Ich mag ja naiv sein, doch weiss ich, dass die Welt eine RH Welt ist, und LH es eben in manchen Dingen etwas schwerer haben, trozdem kann man ihm das Leben etwas leichter gestalten.
ER WIRD AUCH NICHT AUF IRGENDWAS UMGEPOLT, so wie es wohl noch gang und gebe ist!!!
mfG René
>Erstmal Danke für die doch sehr offenen Antworten und sie gut gemeinten Tips.
>Unser Sohn hat am Dienstag einen Test gemacht und er ist, wie richtig von seinen Eltern beobachtet, LH und rechtsäugig.
>Er hat schon eine, für sein Alter, gute Handhaltung und sonst ist auch alles Andere i.O.Lt. Therapeutin sollte er ruhig eine LH Schere ausprobieren und dann selbst entscheiden, so wie wie es seine Eltern immer schon praktiziert haben.
>Ich mag ja naiv sein, doch weiss ich, dass die Welt eine RH Welt ist, und LH es eben in manchen Dingen etwas schwerer haben, trozdem kann man ihm das Leben etwas leichter gestalten.
>ER WIRD AUCH NICHT AUF IRGENDWAS UMGEPOLT, so wie es wohl noch gang und gebe ist!!!
>mfG René
Hallo René,
ist doch gut, wenn man Gewissheit hat und weiß, dass man damit das Bestmögliche tun kann und schon tut, oder?
Und... du bist nicht naiv, sondern realistisch, denke ich. Unsere Welt IST eine RH-Welt und LH müssen sich immer irgendwie anpassen. Da sollte man doch die wenigen Dinge nutzen und seinen Kindern zur Verfügung stellen, die es da gibt als Hilfe. Es ist wirklich schade, dass nicht alle Eltern so denken wie du, aber es ist leider so, ich weiß es. Letztens sagte eine Bekannte mir, dass sie denkt, dass LH im Allgemeinen ungeschickter sind als RH. Da blieb mir echt im 1. Moment die Spucke weg. Warum denn wohl, habe ich sie dann gefragt, wenn alle Gebrauchsgegenstände fast nur für RH zu haben sind? Da wurde sie nachdenklich... Manche machen sich echt keine Gedanken. Ich werde immer wieder alle Leute auf diese Dinge aufmerksam machen. Irgendwann MUSS sich doch mal was daran ändern!
Gruß und gute Nacht!
Holly
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