Vollständige Version anzeigen : Pädagogikartikel 1
Jeannine
26.06.2005, 09:55
Hallo Zusammen,
ich habe 2 interessante Artikel über Kindergartenpädagogik gefunden!
Es wird zwar nicht über Linkshändigkeit gesprochen, jedoch vermitteln diese Artikel über das Dilemma in Kitas und warum eigentlich die Erzieherinnen in Ihrer Praxis immer mehr überfordert sind...dadurch kann u.a.auch nicht optimal auf die Förderung linkshändiger Kinder eingegangen werden!
Viel Spaß beim Lesen!
Jeannine
29.06.2005, 08:37
Hallo Zusammen,
aufgrund der Artikel würde mich interessieren, ob es hier im Forum Erzieher/Innen oder Eltern gibt, denen diese Problematik bekannt ist!
Mich beschäftigt erstrangig die Altersmischung in den Kitas und wie damit umgegangen wird.
1. Wie sieht die sprachliche Förderung der älteren Kinder (4-5 jährige) in den Gruppen aus, wenn in der Gruppe überwiegend Kinder unter 3 Jahren sind?
2.Reichen 1x die Woche altersspezifische Angebote für ältere Kinder aus, um die Schulvorbereitung zu realisieren?
3.Was ist mit der Förderung der Feinmotorik (LH+RH), wenn sehr viele Kleinkinder in der Gruppe sind! Können Bastelangebote ungestört durchgeführt werden, wenn nur ein Raum zur Verfügung steht?
4.Spielangebote: Müssen ältere Kinder auf didaktisches Spielzeug verzichten, nur weil Krippenkinder in der Gruppe anwesend sind, die sich verletzen können, bzw. wo Erstickungsgefahr besteht?
5. Ist der heutige Erzieherberuf mehr ein Dienstleistungsbetrieb oder kann wirklich optimal gearbeitet werden?
6. Reicht ein Jahr Vorschulgruppe (5-6 jährige Kinder) aus oder wäre eine Förderung in altershomogenen Gruppen ab 3 Jahre sinnvoller?
Wie seht Ihr die Situation? Ich muss sagen, das ich beiden Artikeln aus Erfahrung voll zustimmen kann!
Viele Grüße von Jeannine
Hallo Jeannine
Die Artikel finde ich sehr interessant! Sie geben einen Einblick in den Bereich, in dem ich als Erwachsener bislang noch nichts zu tun hatte. Ich kann nicht viel dazu sagen. Doch wenn die Situation auch nur annähernd so ist, wie sie dort beschrieben wird, und das kann ich mir sogar vorstellen, dann braucht man sich nicht darüber zu wundern, dass linkshändigen Kindern so wenig Beachtung geschenkt wird! Dann sind die Erzieher/innen wirklich absolut überlastet! Mann, dann kann ich es sogar nachvollziehen, wenn sie zumachen, wenn dann auch noch zusätzlich Eltern linkshändiger Kinder mit ihren „Extrawürsten“ ankommen, und einen anderen Umgang mit dem fordern, was sich (eben nur) scheinbar bisher bewährt hat. Ich denke jedoch, es gibt da sicher große Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern und Städten. Wie immer also eine Frage der Regelung und des Geldes, was mir beides ziemlich individuell unterschiedlich erscheint. In Berlin ist die Situation bestimmt besonders schlimm, bzw. sind die Unterschiede bestimmt besonders groß. Macht auf mich jedenfalls schon nach außen hin, also schon im vorbeigehen, einen solchen Eindruck.
Gruss
Surfer
Hallo!
Ich bin Erzieherin.
Ich kenne beides, altersrein (einmal komplett durch von 3-6,) und auch Altersmischung.
Allerdings war unsere Mischung immer nur von etwa 3 Jahren bis Schulanfang.
Wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich eindeutig eine Mischgruppe wählen, weil diese Art mMn wesentlich kindgerechter finde.
Ich denke, bevor man diese Thema diskutieren kann, muß man vorher überlegen, welches Aufgabe man für den Kindergarten sieht.
Ist der Kindergarten hauptsächlich Vor<b>schule</b>, also ein Ort, an dem die Kinder möglichst fit für die Schule gemacht werden sollen (wie es ja in einigen Europäischen Ländern üblich ist), in dem vor allem Wissen und Können vermittelt werden soll, dafür gesorgt wird, daß die Kinder lernen sollen was gerde "dran" ist, egal ob es gerade zum Kind paßt oder nicht ...
... oder ist der Kindergarten zuallererst LEBENSORT, ein Ort, an dem sich das Kind allseitig, das heißt Körper, Geist und Seele und entsprechend seinem eigenen inneren Bauplan (Montessori läßt grüßen *zwinker*) entwickeln kann?
Das Argument mit dem Vorteil der weselnden Erzieherin stimmte zumindest bei uns nicht, da man eine altersreine Gruppe von Anfang bis Ende begleiztet hat. Jedes Jahre eine andere Erzieherin würde ich für die Kinder furchtbar finden, da in diesem Alter die Bindung an eine Person noch sehr eng ist und ich es aciuh wichtig finde., daß man die Entwicklung des Kindes über mehrere Jahre begleitet und nicht nach einem Jahr, in dem man die Kinder gerade erst wirklich gut kennengelernt hat, plötzlich Schluß ist.
Wenn es doch mal vorkommen sollte,daß ein Kind mit einer Erziehrin nicht "kann", kann man es ja immer noch in eine andere Gruppe wechseln lassen.
Es kommt darauf an, welche Ziele man im Kindergarten hat.
Geht es vorrangig darum, eine "frühe Schule" zu sein, in der Kopf-Wissen vermittelt wird, mag es sein, daß altersreine Gruppen effektiver sind.
Aber machen sie auch MENSCHLICH fitter? Oder setzen die die Kinder nicht von Vornherein unter Erwartungsdruck und grenzen Kinder, die "anders" sind von Anfang an aus?
In einer Mischgruppe ist Integration kein Problem. Dadurch, daß allein wegen dem Alter jedes Kind einen anderen Stand hat, ist es viel normaler, daß nicht alle Kinder körperlich oder geistig auf einer Stufe sind.
Aber ein 6-jähriges Kind mit einer Entwicklungsverzögerung in einer Vorschulgruppe mit 19 anderen Kinder, die einen bestimmten Wissenstand erreichen sollen? Es fällt immer auf und wie oft wird es als "Störenfried" empfunden?
1. Wie sieht die sprachliche Förderung der älteren Kinder (4-5 jährige) in den Gruppen aus, wenn in der Gruppe überwiegend Kinder unter 3 Jahren sind?
Das weiß ich nicht. Ich kenne allerdings auch keine Kindergartengruppe, in der die Mischung so ist. Im Normalfall überwiegt der Anteil der 3-6-jährigen und es ist hgöchstens im Ausnahmefall mal ein oder 2 Kleinkinder dabei. Die meisten Kigä haben "Krabbelgruppen" für die bis 3 jähringen.
Bei uns waren alle Kinder über 3. Allerdings hatten wir zeitweise über die Hälfte Kinder, die NUR russisch sprachen. Nach wenigen Wochen konnten sie aber gut deutsch.
Sprachförderung ist doch viel mehr als nur gezieltes "Lernen". Im Gegenteil, in dem Alter ist das sogar eher kontraproduktiv, da es den freien Umgang mit der Sprache stört und bei den Kindern starke Hemmungen bewirken kann.
Der wichtigste Sprachunterricht ist mMn - ZUHÖREN... und das ist unabhängig vom Alter. Außerdem kann man Sprachspiele machen, Geschichten erzählen... Wenn ich nur 5 Schulanfänger habe, kann ich mit denen eher mal was "nebenbei" machen, als wenn 20 in meiner Gruppe sind.
Die Behebung von echten Sprachfehlern sollte man sowieso den Logopäden überlassen, da kann man als Laie schnell es kaputt machen.
2.Reichen 1x die Woche altersspezifische Angebote für ältere Kinder aus, um die Schulvorbereitung zu realisieren?
Es gibt Kinder, die NIE einen Kiga besucht haben, und trotzdem mehr als schulreif sind.
Ich finde es schade, Schulvorbereitung nur darauf zu reduzieren, ob gezielte "Lern"angebote mit den Kindern gemacht werden.
"Leben heißt lernen".
Ein Kind daß ausgiebeig und mit vielen unterschiedlichen Materialien spielt, je nach Interesse (und nicht nach Alter) entsprechende Förderung bekommt, ist von ganz alleine irgendwann schulreif. Meine beiden älteren Kinder konnten auch OHNE Vorschule im (Montessori-) Kiga oder zu Hause schon vor der Einschulung LESEN.
In unserem Kiga wurden die Schulanfangerkinder immer mal zusammengenommen, um etwas Besonderes zu machen, was "nur für Große" ist. Aber um Vorschule im klassischen Sinne, ging es dabei nie. Trotzdem waren in den Jahren die ich diesen Kiga erlebt habe, alle Kinder schulfit.
In den 70ger Jahren liefen mal Versuche mit sogenannten Vorschulmappen, die die Kinder auf die Schule vorbereiten sollten.
Die Kinder schienen anfangs tatsächlich besser zu sein, allerdings verlor sich der Vorteil schon in den ersten Wochen. Spätestens in der 2. Klasse gab es keinerlei Unterschiede mehr und es waren die Kidner im Vorteil, die am besten ALLSEITIG entwickelt waren.
Die Kinder aus den Waldkindergärten, die nie irgendwelche Schreibübungen im Kiga machen, haben diesen "Nachteil" innerhalb kürzester Zeit aufgeholt und profitieren dann davon, daß ihr Körpergefühl, ihre Wahrnehmung und ihre Differenzierungsfähigkeit überduchschnittlich sind. Sie liegen weigen Wochen nach Schulbeginn bei Vergleichen deutlich VOR den Kindern, die im Kiga eine intensive Vorschule hatten.
In den Schulen laufen die Tendenzen immer mehr zu Jahrgansübergreifendem Unterricht und dazu, den Kindern in Form von Freiarbet ein Lernen im eigenen Tempo und entsprechen der eigenen Lernfenster zu ermöglichen.
In den Skandinavischen Ländern ist das Montessori-Prinzip schon ganz normaler Bestandteil in fast allen Grundschulen. Auch in Deutschland orienteiren sich immer mehr Schule daran.
Und ausgerechnet im Kindergarten, wo doch ganz andere Dinge im Fordergrund stehen müßten als das reine Lernen, sollen diese Entwicklung wieder umgekehrt werden?
3.Was ist mit der Förderung der Feinmotorik (LH+RH), wenn sehr viele Kleinkinder in der Gruppe sind! Können Bastelangebote ungestört durchgeführt werden, wenn nur ein Raum zur Verfügung steht?
Das hängt weniger vom Raum oder und schon gar nicht von der Gruppenstruktur ab , sondern einzig vom Personalaschlüssel.
Bin ich alleine, nützen mir auch 3 toll ausdgestattete Räume nichts, ich kann die anderen ja nciht alleine lassen.
Gibt es 2 Erziehrinnen, kann man es auch so organisieren, daß man mal mit einer Kleingruppe ungestört bastelt. Die Zweitkraft kann mit einem Teil der Gruppe schon rausgehen, oder man nutzt einen Nebenraum... Möglichkeiten gab es immer.
"Alle sitzen am Tisch und müssen basteln das Gleiche, egal ob sie wollen oder nicht" ist eigentlich schon längst überholt...
Ich kann mir aber gut vorstellen, daß es "schlaue" Politiker gibt, die der Meinung sind, die Arbeit in altersreinen Ruppen sie ja leichter, weil man alles nur für eine Altersgruppe vorbereiten muß, darum könne man noch mehr Personal einsparen.
Auch in einer altersreinen Gruppe sind nie alle Kinder gleich weit.
Habe ich eine gemischte Gruppe, kann ich viel besser differenzieren und helfen.
Den Kleinen bereite ich alles so vor, daß sie nur noch anmalen und zusammenstecken müssen, den Mittleren male ich es vor und helfe beim Ausschneiden und den Größeren lege ich ein fertiges Muster und, wenn nötig, die Schablonen hin und erläutere die Arbeitsgänge.
Ein weiterer Vorteil der Altersmischung ist, daß ein Kind, daß noch nicht so "fit" im Basteln ist, nicht so auffällt. Also MIR schon, aber nicht den anderen Kindern. Dadurch hat es nicht schon VOR der Schule das Gefühl "schlecht" zu sein. In Altersreinen Gruppen besteht viel eher die Gefahr, daß Kinder mit "Besonderheiten" egal welcher Art auffallen und ausgegrenzt werden.
Meiner Erfahrung nach, nehmen die Erzieherinnen schon recht genau wahr, wo ein Kind Defizite hat. Allerdings ist es extrem schwieig, das den Eltern vermitteln, daß ihr Kind eventuell speziellen Förderbedarf hat... Wer sieht das schon gern bei seinem Kind?
Und was die Händigkeit angeht... so stelle ich es mir leichter vor, bei 3.5 neuen Dreijährigen pro Jahr zu schauen alls wenn ich plötzich 20 oder mehr 2-3 Jährigen Kinder vor mir sitzen habe... da muß ich erst mal so etwas wie ein "Gruppenleben" entwickeln, ob ich da noch viel Zeit habe, nach der Händigkeit zu schauen?
Viel wichtiger fände ich es, daß die Erzieherinnen dafür sensibilisiert werden.
Es müßte mMn Pflicht-WEiterblildungen geben.
Im Moment sit es fast überall so, daß Weiterbildungen cniht verlangt werden und wenn amn eine amchen möchte, dann muß man das in der Freizeit/im Urlaub tun und auch noch selber bezahlen.
Also WENN ich schon so was mache, dann wähle ich mir doch ein "attraktives" Thema aus... Kunst, Bewegung.. warum sollte jemand ausgeregchnet Händigkeit wählen, wenn man nie für das Thema sensibilisiert wurde?
Bezahlte Pflicht-Weiterbildungen zu Themen aus einen vorgegtebenen Katalog im Rahmen der Dienstzeit wären hier mMn angebracht.
4.Spielangebote: Müssen ältere Kinder auf didaktisches Spielzeug verzichten, nur weil Krippenkinder in der Gruppe anwesend sind, die sich verletzen können, bzw. wo Erstickungsgefahr besteht?
Im Kiga meiner Kinder sind die Mischungen auch erst ab 3. Sie arbeiten nach Montessori. Das heißt, sie haben für die Freiarbeit und auch für zwischendurch sehr viel Material in niedrigen Regalen. Dabei sind auch Porzelen- und Glasgefäße, Gefäße mit sehr kleinen Teilen... Außerdem gibt es ein sehr gut bestücktes Bastelregal.
Gemäß dem Montessori-Ansatz werden die Kinder von Anfang an liebevoll dazu angehalten, sorgsam mit dem Materiel umzugehen und es nach Ende der Arbeit wieder an SEINEN Platz zu stellen.
Wenn man sieht, mit welche Hingabe z.B. 3-jährige randvolle Wasser<b>gläser</b> tragen, oder Linsen mit dem Löffel von einem Glasschüsselchen ins andere schaufeln, aus einem Kästchen mit Kirschkernen kleine Teile raussuchen und "erfühlen" ... sieht man, es fünktioniert.
Bei einer Mischung mit Kindern unter 3 Jahren ist das sicher schwieriger, aber wie gesagt, diese Mischungen sind zumindest meiner Erfahrung nach eher untypisch und wenn es so ist, sind meistens 2 Erziehrinnen da. Dann kann sich ja eine auf die Kleinen spezialisieren und Scheren ect. ins obere - nur für die Größeren erreichbare - Regalfach gestellt werden.
5. Ist der heutige Erzieherberuf mehr ein Dienstleistungsbetrieb oder kann wirklich optimal gearbeitet werden?
Ich bin nun schon seit 8 Jahren raus (eigene Kinder), habe also nur noch begrenzt einblick, wie es im Moment ist.
Sicher können die Bedingungen besser sein. Aber entscheidend finde ich nach wie vor die innere Einstellung.
Am wichtigsten finde ich, daß es genügend Personal geben muß. Ein Schlüssel von 1 zu 13 (1 Erz. auf 13 Kinder) bedeutet nämlich im Klartext daß man auch noch Urlaub und Fehlzeiten einrechnen muß und daß viele Kigä ja länger als die 8 Stunden aufhaben und auch die Randzeit ja mit abedeckt werden muß. Außerdem werden die Halbtagskinder auch nur halb gezählt, obwohl sie ja morgens ALLE da sind. Das heißt, im Normalfall kommen auf eine Erziehrin im Ganztags-Kiga je nach Öffnungszeiten und Personalausfall in der Kernzeit 17-20 Kinder.
Meiner Meinung nach müßte es in allen Gruppen eine Erzieherin und eine Helferin geben. Fast immer gehören 2 Erziehrinnen zu einer Gruppe. Aber wenn man bedenkt, daß sie fast immer nur 4-6 Stunden angestellt sind und der Kiga z.B. 9-10 Stunden auf hat, kann man sich vorstellen, wie oft sie wirklich zu Zweit sind.
Außerdem wäre ich dafür, daß es wie zu DDR-Zeiten 2 Vorbereitungsstunden in der Woche gibt, die im Kindergarten, aber gruppenfrei absolviert werden müssen/dürfen.
Das Thema Weiterbildung hatte ich ja weiter oben schon angesprochen.
6. Reicht ein Jahr Vorschulgruppe (5-6 jährige Kinder) aus oder wäre eine Förderung in altershomogenen Gruppen ab 3 Jahre sinnvoller?
Meiner Meinung nach weder noch.
Altesreine Gruppen mögen den Kinder zwar zu mehr Kopfwissen verhelfen, ob sie dadurch aber wirklich LEBENS- (und damit Schul-) tüchtiger werden, glaube ich nicht.
Die Kinder im letzten Jahr aus ihren gewohnten Gruppen zu reißen, nur um ihnen mehr Wissen in den Kopf zu stopfen, finde ich einfach nur gemein und auch absolut unnötig. Die Kindergartenzeit ist doch nicht nur Schulvorbereitung?!?!?!
Ich finde ein GUTES Kindergartenkonzept mit einem GUTEN Personalschlüssel und entsprechenden finanziellen und räumlichen Möglichkeiten ist das Entscheidende.
Ist das gegeben sehe ich in einer altersgemischten Gruppe eigentlcih nur Vorteile. Alle scheinbaren (!) Nachteile ließen sich dann leicht ausgleichen.
Aber wie schon gesagt, ich rede von einer Mischung ab etwa 3 Jahren. Mit noch jüngeren Kindern stelle ich es mit etwas schwerer vor, aber möglich wäre es mit dem entsprechenden Personal auch da.
Wie seht Ihr die Situation? Ich muss sagen, das ich beiden Artikeln aus Erfahrung voll zustimmen kann!
Wie gesagt, ich kenne beides. Ich finde gemischte Gruppen besser, würde sie sowohl für meine Kinder als auch für mich selber zum Arbeiten eindeutig bevorzugen.
Tschüß, Tine
Jeannine
30.06.2005, 07:14
Hallo Surfer,
Die Artikel finde ich sehr interessant! Sie geben einen Einblick in den Bereich, in dem ich als Erwachsener bislang noch nichts zu tun hatte.
Für mich als Erzieherin und Musikpädagogin waren diese Artikel wie ein Geschenk, denn ich habe die genannten Punkte schon seit geraumer Zeit kritisiert, nun kam auch von „Fachlicher Seite“ eine Studienbescheinigung (-:
Ich kann nicht viel dazu sagen. Doch wenn die Situation auch nur annähernd so ist, wie sie dort beschrieben wird, und das kann ich mir sogar vorstellen, dann braucht man sich nicht darüber zu wundern, dass linkshändigen Kindern so wenig Beachtung geschenkt wird!
Es sieht wirklich so aus! Vielleicht gibt es einige Einrichtungen, denen mehr Personal und Räumlichkeiten zur Verfügung stehen, so das in homogenen Kleingruppen tagtäglich! gearbeitet werden kann….Das ist jedoch nicht der Regelfall! Auf Entwicklungsbesonderheiten, Linkshändigkeit, Hochbegabung kann unter solchen Bedingungen nur schwer eingegangen werden.
Dann sind die Erzieher/innen wirklich absolut überlastet! Mann, dann kann ich es sogar nachvollziehen, wenn sie zumachen, wenn dann auch noch zusätzlich Eltern linkshändiger Kinder mit ihren „Extrawürsten“ ankommen, und einen anderen Umgang mit dem fordern, was sich (eben nur) scheinbar bisher bewährt hat.
In homogenen Gruppen wäre die Situation überschaubarer, weil die Arbeit leichter angegangen werden kann. Vor allem bleibt die Gruppe eine „Gruppe“ und wird nicht andauernd aufgeteilt. Durch !!!vermehrte!!! „Gruppenübergreifende Arbeit“ werden die Kinder überdreht und Entwicklungsstände können nicht gezielt beobachtet werden. Der „Wir haben uns alle lieb“ Pädagogikeinschlag hat ein richtiges Chaos zustande gebracht. Und wenn man bedenkt, das die Schweden in den 70-iger Jahren die selben Probleme der Altersmischung erkannt haben und zurück zur Homogenität gegangen sind und andere Länder wie England, Frankreich, Italien, Spanien und die USA die gleiche Richtung gehen, fragt man sich ob Deutschland in Richtung Bildungspolitik hinterherhinkt?! Und an den Musikschulen wird die „Musikalische Früherziehung“ auch in homogenen Gruppen durchgeführt. Gemischt gäbe es ein Chaos und die Kinder würden im Endeffekt weniger lernen.
Ich denke jedoch, es gibt da sicher große Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern und Städten. Wie immer also eine Frage der Regelung und des Geldes, was mir beides ziemlich individuell unterschiedlich erscheint. In Berlin ist die Situation bestimmt besonders schlimm, bzw. sind die Unterschiede bestimmt besonders groß. Macht auf mich jedenfalls schon nach außen hin, also schon im vorbeigehen, einen solchen Eindruck.
Berlin ist schon hart getroffen durch die !!! Sparmaßnahmen!!! und ich kann mir gut vorstellen, daß andere Bundesländer Unterschiede aufweisen! Als ich vor 12 Jahren in NRW als Erzieherin gearbeitet habe, gab es schon die Altersmischung (3-6 jährige), jedoch erschien mir die Arbeit entspannter, weil die meisten Kinder um 12:00 Uhr abgeholt wurden und einige erst wieder um 14:00 Uhr zur Nachmittagsbetreuung gebracht wurden. Dadurch gab es ein wenig Zeit für Vorbereitungen!
Viele Grüße von Jeannine
Hallo Jeannie!
Scháde, daß du mir nicht auch geantwortet hast, mich hätten deine Gedanken zu meiner (abweichenden) Meinung interessiert...
Vielleicht gibt es einige Einrichtungen, denen mehr Personal und Räumlichkeiten zur Verfügung stehen, so das in homogenen Kleingruppen tagtäglich! gearbeitet werden kann….
Warum findest du eine gezielte tägliche, altersreine "Arbeit" als so wichtig?
Ich selber habe bisher noch immer erlebt, daß in einer altersgemischten Gruppe wesentlich gewinnbringender für ALLE gearbeitet werden kann - vorrausgesetzt, der Personalschlüssel stimmt.
Welche Schwerpunkte siehst du für ds Kindergartenalter?
Vielleicht irre ich mich ja auch, aber irgendwie klingt es bei dir so, als ob Ziel des Kindergarten lediglich eine frühe Form der Wissensvermitlung ist und eine reine Vorbereitung auf die schulische Form des Lernens ist.
Aber Kinder haben ihre ganz eigene Art zu lernen, sie brauchen keinen Unterricht im klassischen Sinne, auch nicht später im "Schulalter".
Kennst du dich ein wenig mit Montessori-Pädagogik aus?
Ich finde es einen sehr guten Ansatz.
Auf Entwicklungsbesonderheiten, Linkshändigkeit, Hochbegabung kann unter solchen Bedingungen nur schwer eingegangen werden.
Das sehe ich überhaupt nicht so.
Im Gegenteil, dadurch daß es keine "homogene Masse" ist, ist viel mehr Freiraum für Individualität und individuelle Förderung.
Eine Erzierin, die keine Ahung zum Thema LH hat, wird in einer altersreinen Gruppe vermutlich genau so Kinder umschulen, wärend eine, der das Thema am Herzen liegt, in einer altersgemischten Gruppen mit nur wenigen "Neuzugängen" im Jahr viel beser darauf achten kann.
In altersreinen Gruppen ist das Gefälle im Jahrgang nach AUßEN zwar viel sichtbarer, aber das heißt nicht, daß die Erzieherin auch viel besser fördern kann. Kidner die irgendwie (körperlich, geistig, Sprachlich...) "anders" sind, laufen aber viel mehr Gefahr, in einer homogenen Gruppe zum Außenseiter zu werden und das schon mit 3 oder 4 Jahren. Kein wirklich guter Start...
Ein Kind mit Entwicklungsdefiziten wird sich in einer altersreinen Gruppe von klein auf "schlecht" und unfähig fühlen, Förderung hin und her.
Wenn das Bauwerk immer wieder umkippt, werden die anderen Kinder es nicht mehr mitspielen lassen.
Wenn es als einziger herausfallend "schlecht" (wer bewertet so was...?) zeichnet, wird es trotz eventueller Förderung mutlos werden, denn die "Altersgenossen" sind sowieso unerreichbar.
In einer gemischten Gruppe dagegen kann so ein Kind auch mal einem 3-jährigen was zeigen und sich so "groß" fühlen und Mut fassen.
Ein HB-Kind kann zumindest in den ersten Jahren von den Großen profitieren und im ganz normalen Alltag von ihnen lernen, wärend es in einer altersreinen Gruppe von vorherein "voraus" ist, irgendwie "auffällt" und spezielle "Förderung" braucht, die es schnell in eine Sonderrolle bringt...
Oder, und das geschieht in der Schule in altersreinen (!) Klassen ja oft genug, sie passen sich der Allgemeinheit an, um in einer homogenen Gruppe nicht aufzufallen.
In homogenen Gruppen wäre die Situation überschaubarer, weil die Arbeit leichter angegangen werden kann.
Was konkret kann leichter angegangen werden, wenn man mal von speziellen (in meinen Augen nicht wirklich notwendigen) Vorschulübungen absieht?
Um mit Kindern zu einem speziellen Thema wirklich intensiv zu arbeiten, sind Kleingruppen zum Teil schon sinnvoll. Aber ob die nun aus einer altersreinen oder einer altersgemischen Gruppe gebildet werden, ist doch egal, oder?
Vor allem bleibt die Gruppe eine „Gruppe“ und wird nicht andauernd aufgeteilt. Durch !!!vermehrte!!! „Gruppenübergreifende Arbeit“ werden die Kinder überdreht und Entwicklungsstände können nicht gezielt beobachtet werden.
Nun, eine altersgemischte Gruppe und gruppenübergreifende Angebote sind ja 2 verschiedene Sachen.
Ich habe bei beiden nicht feststellen können, daß die Kinder aufgedreht werden oder nicht gezielt beobachtet werden.
Warum sollte ich 20 3-jährige gezielter beobachten können als 20 gemischt-alte?
Ich habe mit 20 3-jährigen angefangen - also eine altersreine Gruppe.
Glaub mir, das hat wesentlich mehr von mir verlangt als jede gemischte Gruppe später. Und auch eine reine Vorschulgruppe finde ich durchaus nicht leichter zu "führen" als eine gemischte...
Und an den Musikschulen wird die „Musikalische Früherziehung“ auch in homogenen Gruppen durchgeführt. Gemischt gäbe es ein Chaos und die Kinder würden im Endeffekt weniger lernen.
Ob eine Gruppe im Chaos untergeht oder nicht liegt meiner Meinung nach an den pädagogischen Fähigkeiten der Mitarbeiter, nicht am Alter der Kinder.
Nun, für bestimmte therapeutische Zwecke oder für speziele Angebote mag eine Altersteilung sinnvoll sein. Allerdings wüde ich, um wirlich effektiv arbeiten zu können eher eine Teilung nach dem "Stand" der Kinder sinnvoll finden. Das Alter allein sagt darüber ja nichts aus. Das wiederum grenzt aber Kinder, die aus irgendeinem Grunde in einzelnen Bereichen "hinterher" sind, wieder aus.
Es gibt 3 jährigen, die z.B. musikalisch weiter sind als mancher Schulanfänger... Die wären in einer altersreinen Gruppe schnell unterfordert, wärend sich Kinder, bei denen die musikalische Förderung zu knapp ausfiel, rettungslos überfordert sein können. In einer altersgemischten Gruppe mit entsprechenden Angeboten und Materialien für JEDES Alter und jeden Stand kann das mMn wesentlich besser aufgefangen werden.
Außerdem, wie schon mal gesagt, ist der Kindergarten wirklich vorrangig ein Ort des Wissensvermittlung oder ist "Lernen" im Kindergartenalte nicht viel breiter angesetzt?
Vielen anderen Punkten in dem Artikel kann ich zustimmen. Aber speziell den Bereich der Altersmischung habe ich sowohl in meinen eigenen 10 Dienstjahren (dann kamen die Kinder), als auch bei meinen beiden bisherigen Kindergartenkindern/Schulanfängern als durchweg positiv erlebt.
Vorrausetzung ist wie gesagt, eine entsprechende Konzeption und die verlangt schon persönliches Engagement. HIER könnte es tatsächlich wesentlich bessere Unterstützung im finanzielleund und personellen Bereich geben.
In "unserem" altersgemischten Kindergarten können fast alle Schulanfänger (Was über 10 glaub ich) alle Buchstaben, 3 oder 4 können lesen und alle können sicher im Zahlenbereich bis 10 "handtieren". Sie können mit Stifeten unmgehen und sind feinmotorisch fit. Was will man noch? Und das ganz OHNE wöchentliche Vorschule...
Sie arbeiten nach dem Montessori-Prinzip, das heißt es gibt regelmäßig Freiarbeitszeit, in der sich die Kinder nach eigener Entscheidung mit Sinnes- oder Lernmaterial geschaftiegen können, daß für sie gerade "dran" ist. Ob das "atersgerecht" ist spielt dabei keine Rolle, es kommt darauf an, was ein Kind gerade interesiert und wo es sein Entwicklungsfenster hat.
Nebenbei arbeiten sie an verschiedenen Projekten, zum Teil in der Gruppe, zum Teil gruppenübergreifend. Die Atmospähre ist ausgesprochen ruhig und entspannt, ohne irgendwie gedrückt zu sein.
Ich habe schon in vielen Kindergärten gearbeitet und denke, ich kann das ganz gut einschätzen.
Die Schulanfänger haben in den letzten Wochen gemeinsam ein Theaterstück eingeübt, mit Tanz, Gesang, Kulissenbau...
Das wurde in einem großen Raum den Eltern und später noch einmal der benachbarten Grundschule aufgeführt.
Meine Tochter war begeistert, aber keineswegs überdreht (obwohl sie bei Streß durchaus dazu neigt).
In den letzten Jahren habe ich von den "früheren" Eltern eigentlich durchweg gehört, daß die Kinder ausgesprochen gut auf die Schule vorbereitet waren.
Es kommt sicher darauf an, wo man seine Erfahrungen gemacht hat. Ich war auch seeeehr skeptisch als nach der Wende von altersrein auf Mischgruppe umgestellt wird. Aber inzwischen sehe ich es nur noch vorteilhaft.
Tschüß, Tine
Jeannine
30.06.2005, 20:26
Hallo Tine,
Ist der Kindergarten hauptsächlich Vorschule, also ein Ort, an dem die Kinder möglichst fit für die Schule gemacht werden sollen (wie es ja in einigen Europäischen Ländern üblich ist), in dem vor allem Wissen und Können vermittelt werden soll, dafür gesorgt wird, daß die Kinder lernen sollen was gerde "dran" ist, egal ob es gerade zum Kind paßt oder nicht ...
Naja, so schlimm muß ja nun nicht von jeder Vorschule gedacht werden! In meiner Erzieherausbildung wurde kein Zwang vermittelt. Ich denke das Konzept ist ausschlaggebend! Und wenn man den Willen des Kindes freien Lauf läßt, dann kommt es zu Verhaltensauffälligkeiten! Ich kenne genügend solcher Kinder: „egoistisch“, „Stur“, „Keinen Respekt vor Erwachsenen und anderen Mitmenschen“, „verwöhnt“, etc…Eine gewisse Anpassung sollte ein Kind schon Frühzeitig lernen.
... oder ist der Kindergarten zuallererst LEBENSORT, ein Ort, an dem sich das Kind allseitig, das heißt Körper, Geist und Seele und entsprechend seinem eigenen inneren Bauplan (Montessori läßt grüßen *zwinker*) entwickeln kann?
Wie gesagt, es kommt auf das Konzept an und kann auch in einer annähernd homogenen Gruppe passieren. Ich finde für die Erziehungsarbeit eine ganzheitliche Pädagogik vom Vorteil. Also auch Bereiche aus der Montessori-Pädagogik, nur möchte ich mich nicht auf nur eine Richtung versteifen!
Das Argument mit dem Vorteil der weselnden Erzieherin stimmte zumindest bei uns nicht, da man eine altersreine Gruppe von Anfang bis Ende begleiztet hat. Jedes Jahre eine andere Erzieherin würde ich für die Kinder furchtbar finden, da in diesem Alter die Bindung an eine Person noch sehr eng ist und ich es aciuh wichtig finde., daß man die Entwicklung des Kindes über mehrere Jahre begleitet und nicht nach einem Jahr, in dem man die Kinder gerade erst wirklich gut kennengelernt hat, plötzlich Schluß ist.
Wenn es doch mal vorkommen sollte,daß ein Kind mit einer Erziehrin nicht "kann", kann man es ja immer noch in eine andere Gruppe wechseln lassen.
So sehe ich das auch (-:
Es kommt darauf an, welche Ziele man im Kindergarten hat.
Geht es vorrangig darum, eine "frühe Schule" zu sein, in der Kopf-Wissen vermittelt wird, mag es sein, daß altersreine Gruppen effektiver sind.
Wieso nur Kopf-Wissen?
In meiner Ausbildung war das Kopf-Wissen mit dem Sozialverhalten stark gekoppelt. Mit der Ausbildung war ich kurz vor der Wende fertig und im Oktober habe ich die DDR verlassen! Rückblickend kann ich nur positives aus meiner Ausbildung ziehen, obwohl ich in der DDR-Regierung nicht glücklich war!
Mein Anerkennungsjahr absolvierte ich in NRW.
Aber machen sie auch MENSCHLICH fitter?
Ich denke schon, weil die Kinder nicht den ganzen Tag mit unterschiedlichen Altersgruppen zusammen sind und somit auch Zeit für ihre geistige Entwicklung haben. Immer nur „Zurückstecken“ müssen, macht die Kinder aggressiv! In meiner Gruppe sind intelligente
5jährige, die fühlen sich unterfordert und provozieren die jüngeren Kinder, indem sie absichtlich alles „Falsch“ vormachen. Ich kenne eine altershomogene Gruppe, da sind die Kinder geistig und sozial viel weiter, als die altersgemischten Gruppen! Das habe ich durch meine Musikstunden bestätigen können. Die Kinder konnten sich länger konzentrieren, nahmen Rücksicht aufeinander und zeigten weniger Verhaltensauffälligkeiten!
>Oder setzen die die Kinder nicht von Vornherein unter Erwartungsdruck und grenzen Kinder, die "anders" sind von Anfang an aus?
Sehe ich genau andersherum in der Altersmischung!
Aber ein 6-jähriges Kind mit einer Entwicklungsverzögerung in einer Vorschulgruppe mit 19 anderen Kinder, die einen bestimmten Wissenstand erreichen sollen? Es fällt immer auf und wie oft wird es als "Störenfried" empfunden?
Ein jüngeres Kind, was sich nicht so lange konzentrieren kann, fällt genauso auf und wird dann sogar noch unberechtigt gehänselt oder ermahnt! Ein entwicklungsverzögertes Kind kann in einer homogenen Gruppe sich langsam anpassen, in der Altersmischung bleibt es auch auf der Strecke. Vor allem können von „Gleichaltrigen“ Vergleiche mit Kleinkindern gemacht werden, das kann genauso kränken! Von alleine lösen sich nicht die Probleme! Es muß dann anders gefördert werden: Ergotherapie, Logopäde etc.
1. Wie sieht die sprachliche Förderung der älteren Kinder (4-5 jährige) in den Gruppen aus, wenn in der Gruppe überwiegend Kinder unter 3 Jahren sind?
Bei uns waren alle Kinder über 3. Allerdings hatten wir zeitweise über die Hälfte Kinder, die NUR russisch sprachen. Nach wenigen Wochen konnten sie aber gut deutsch.
Dann fand bei Euch eine Ausnahme statt! Eine Freundin von mir arbeitet in einem Brennpunkt von Berlin, wo der Ausländeranteil sehr hoch ist. Die Defizite in der dt. Sprache sind dort enorm und auch nicht nach 2 Jahren gelöst worden!
Sprachförderung ist doch viel mehr als nur gezieltes "Lernen". Im Gegenteil, in dem Alter ist das sogar eher kontraproduktiv, da es den freien Umgang mit der Sprache stört und bei den Kindern starke Hemmungen bewirken kann.
Ich meinte eine ganzheitliche Sprachförderung durch anregende Bücher und Sprachspielen …was für Hemmungen sollen auftreten?
Der wichtigste Sprachunterricht ist mMn - ZUHÖREN... und das ist unabhängig vom Alter. Außerdem kann man Sprachspiele machen, Geschichten erzählen... Wenn ich nur 5 Schulanfänger habe, kann ich mit denen eher mal was "nebenbei" machen, als wenn 20 in meiner Gruppe sind.
Das waren auch meine Gedanken!
Die Behebung von echten Sprachfehlern sollte man sowieso den Logopäden überlassen, da kann man als Laie schnell es kaputt machen.
Das denke ich auch und zu DDR-Zeiten gab es durch die Erzieherin Empfehlungen an die Eltern betroffener Kinder.
2.Reichen 1x die Woche altersspezifische Angebote für ältere Kinder aus, um die Schulvorbereitung zu realisieren?
Es gibt Kinder, die NIE einen Kiga besucht haben, und trotzdem mehr als schulreif sind.
Das ist ein geringer Prozentsatz!
Ich finde es schade, Schulvorbereitung nur darauf zu reduzieren, ob gezielte "Lern"angebote mit den Kindern gemacht werden.
Es kommt auf die Verpackung im Tagesablauf an. Kinder wollen beschäftigt werden!
"Leben heißt lernen".
Und dazu gehören vielfältige Angebote. Mich wundert es, warum Lernangebote immer mit Vorschulmappen und Lernbögen in Verbindung gesetzt werden?! Das wurde in meinem Erzieherstudium nicht vermittelt. Die Ausbildungsschwerpunkte waren in Berlin sehr Lebensverbunden und anschaulich aufgebaut: Natur, Kunst, Musik, Muttersprache, Literatur, Mengen und Längen, Bewegungserziehung und ganz wichtig die Schulung des Sozialverhaltens.
Ein Kind daß ausgiebeig und mit vielen unterschiedlichen Materialien spielt, je nach Interesse (und nicht nach Alter) entsprechende Förderung bekommt, ist von ganz alleine irgendwann schulreif. …
Mit den Materialien ging es in erster Linie um Vorsichtsmaßnahmen! In unserer Einrichtung wurde schon wegen Erstickungsgefahr der Notarzt gerufen...es ist zum Glück alles gut gegangen. Erzieher sind keine Übermenschen und können nicht jedem Kind gerecht werden, daher gibt es auch Altersbegrenzungen beim Spielzeug. Die Eltern können zu Hause auch fördern, muß die Familienidylle erst in der Kita geschaffen werden, wo die Erzieher eh überfordert sind?!
Die Kinder aus den Waldkindergärten, die nie irgendwelche Schreibübungen im Kiga machen, haben diesen "Nachteil" innerhalb kürzester Zeit aufgeholt und profitieren dann davon, daß ihr Körpergefühl, ihre Wahrnehmung und ihre Differenzierungsfähigkeit überduchschnittlich sind. Sie liegen weigen Wochen nach Schulbeginn bei Vergleichen deutlich VOR den Kindern, die im Kiga eine intensive Vorschule hatten.
Das kann ich schwer nachvollziehen! Da hat es in den anderen Einrichtungen an Bewegungs- und Musikerziehung gefehlt, um eine gut Koordination des Körpers zu schulen. Jedoch nur „Waldkindergarten“ finde ich nicht gut, es sei, das Naturkenntnisse vermittelt werden, Zusammenhänge und die Feinmotorik durch Naturbastelangebote gefördert wird. Ansonsten ist es eine einseitige Erziehung und „Nur spielen“ macht die Kinder unausgeglichen.
In den Schulen laufen die Tendenzen immer mehr zu Jahrgansübergreifendem Unterricht und dazu, den Kindern in Form von Freiarbet ein Lernen im eigenen Tempo und entsprechen der eigenen Lernfenster zu ermöglichen.
In den Skandinavischen Ländern ist das Montessori-Prinzip schon ganz normaler Bestandteil in fast allen Grundschulen. Auch in Deutschland orienteiren sich immer mehr Schule daran.
Eine Freundin von mir war an einer Montessori-Schule, weil ihre Handpräferenz nicht klar war…ihr wurde das Lerntempo freigestellt! Nun hat sie immer noch keine eindeutige Handpräferenz, schreibt nur in Druckbuchstaben, ist psychisch total verunsichert, hat ihre mittlere Reife auf der Abendschule gemacht und mit 28 Jahren immer noch keine Ausbildung beendet. Es scheint nicht bei jeden Menschen zu fruchten! Es soll aber nicht heißen, daß ich das ganze Montessori-Konzept schlecht finde! Es sind wirklich gute Sachen dabei (-:
3.Was ist mit der Förderung der Feinmotorik (LH+RH), wenn sehr viele Kleinkinder in der Gruppe sind! Können Bastelangebote ungestört durchgeführt werden, wenn nur ein Raum zur Verfügung steht?
Bin ich alleine, nützen mir auch 3 toll ausdgestattete Räume nichts, ich kann die anderen ja nciht alleine lassen.
Das stimmt!
Gibt es 2 Erziehrinnen, kann man es auch so organisieren, daß man mal mit einer Kleingruppe ungestört bastelt. Die Zweitkraft kann mit einem Teil der Gruppe schon rausgehen, oder man nutzt einen Nebenraum... Möglichkeiten gab es immer.
Wenn Räume zur Verfügung stehen ist es gut, wenn aber für 3 Gruppen nur ein Zusatzraum genutzt werden kann, sieht es schlecht aus! Und nicht immer kann ich rausgehen! Gerade die kleinen Kinder weinen bei kalten Wetter die meiste Zeit, außerdem wollen sie auch Anregungen!
"Alle sitzen am Tisch und müssen basteln das Gleiche, egal ob sie wollen oder nicht" ist eigentlich schon längst überholt...
Nö, gestern habe ich mit der ganzen Gruppe gemalt, eigentlich wollte ich nur eine Teilgruppe…jedoch wollten alle Kinder auf einmal! ( 1 ½ -5 jährige) Außer ein Kind mit Feinmotorikproblemen hat es abgelehnt! Er hätte sich auch ein Spiel suchen können, aber er hat sich mit an den Tisch gesetzt und zugeschaut. Ansonsten bastelt der Junge auch mit den gleichaltrigen Kindern zusammen…da hänselt keiner…, es wird eher über die Kleinen gemeckert, weil sie immer die Farben versauen, bei den Mahlzeiten kleckern oder Spiele kaputt machen etc…{-; Ich versuche schon pädagogisch darauf einzugehen, das fruchtet jedoch nur kurzfristig!
Ich kann mir aber gut vorstellen, daß es "schlaue" Politiker gibt, die der Meinung sind, die Arbeit in altersreinen Ruppen sie ja leichter, weil man alles nur für eine Altersgruppe vorbereiten muß, darum könne man noch mehr Personal einsparen.
Personaleinsparung wäre da ein großer Fehler, so wie es zu DDR-Zeiten war, muß es ja nun auch nicht sein…dazu sind die Kinder in der heutigen Zeit viel zu Verhaltensauffällig!!!!
Es müssen 2 Erzieher in einer Gruppe sein!
Auch in einer altersreinen Gruppe sind nie alle Kinder gleich weit.
In der Schule auch nicht! Es gibt nun mal unterschiedliche Intelligenzquotienten…dafür soll ja das Miteinander gefördert werden und der Respekt untereinander! Von Problemen verstecken und vertuschen halte ich überhaupt nichts!
Habe ich eine gemischte Gruppe, kann ich viel besser differenzieren und helfen.
Den Kleinen bereite ich alles so vor, daß sie nur noch anmalen und zusammenstecken müssen, den Mittleren male ich es vor und helfe beim Ausschneiden und den Größeren lege ich ein fertiges Muster und, wenn nötig, die Schablonen hin und erläutere die Arbeitsgänge.
Wenn es eine Vorbereitungszeit gibt, Platz, Zeit und Personal, dann gelingt es…ist aber viel aufwendiger…
Ein weiterer Vorteil der Altersmischung ist, daß ein Kind, daß noch nicht so "fit" im Basteln ist, nicht so auffällt. Also MIR schon, aber nicht den anderen Kindern. Dadurch hat es nicht schon VOR der Schule das Gefühl "schlecht" zu sein. werden.
Dazu habe ich vorab schon einiges geschrieben…
In Altersreinen Gruppen besteht viel eher die Gefahr, daß Kinder mit "Besonderheiten" egal welcher Art auffallen und ausgegrenzt
Glaube ich nicht, es soll ja auch ein Sozialverhalten geschult werden…schwächeren Kindern soll geholfen werden. In einer homogeneren Gruppe wird es nicht als Zwang gesehen, da können eher Projekte aufgebaut werden, mal den jüngeren Kindern am Nachmittag zu helfen, etc..
Meiner Erfahrung nach, nehmen die Erzieherinnen schon recht genau wahr, wo ein Kind Defizite hat. Allerdings ist es extrem schwieig, das den Eltern vermitteln, daß ihr Kind eventuell speziellen Förderbedarf hat... Wer sieht das schon gern bei seinem Kind?
Ich versuche meinen Eltern Probleme mitzuteilen! Der Konflikt kommt sowieso zu Tage, im Endeffekt liegt es an den Eltern, rechtzeitig etwas zu unternehmen oder die Kinder kommen später mit Vorwürfen…
Und was die Händigkeit angeht... so stelle ich es mir leichter vor, bei 3.5 neuen Dreijährigen pro Jahr zu schauen alls wenn ich plötzich 20 oder mehr 2-3 Jährigen Kinder vor mir sitzen habe... da muß ich erst mal so etwas wie ein "Gruppenleben" entwickeln, ob ich da noch viel Zeit habe, nach der Händigkeit zu schauen?
Also da kann ich nicht zustimmen! Jetzt bin ich mehr mit pflegerischen- und Konfliktsituationen auf Achse, als mich um feinmotorische Angelegenheiten einzelner Kinder zu kümmern!
Bezahlte Pflicht-Weiterbildungen zu Themen aus einen vorgegtebenen Katalog im Rahmen der Dienstzeit wären hier mMn angebracht.
Das wäre gut!
4.Spielangebote: Müssen ältere Kinder auf didaktisches Spielzeug verzichten, nur weil Krippenkinder in der Gruppe anwesend sind, die sich verletzen können, bzw. wo Erstickungsgefahr besteht?
Im Kiga meiner Kinder sind die Mischungen auch erst ab 3. Sie arbeiten nach Montessori. Das heißt, sie haben für die Freiarbeit und auch für zwischendurch sehr viel Material in niedrigen Regalen. Dabei sind auch Porzelen- und Glasgefäße, Gefäße mit sehr kleinen Teilen... Außerdem gibt es ein sehr gut bestücktes Bastelregal. …Bei einer Mischung mit Kindern unter 3 Jahren ist das sicher schwieriger, aber wie gesagt, diese Mischungen sind zumindest meiner Erfahrung nach eher untypisch und wenn es so ist, sind meistens 2 Erziehrinnen da. Dann kann sich ja eine auf die Kleinen spezialisieren und Scheren ect. ins obere - nur für die Größeren erreichbare - Regalfach gestellt werden.
Das die Arbeit mit Kindern ab 3 Jahren besser läuft, kann ich mir vorstellen. Mach das mal in einem ca 17 m² großen Raum mit 15 Kindern, wo mehr als die Hälfte unter 3 Jahren ist!
5. Ist der heutige Erzieherberuf mehr ein Dienstleistungsbetrieb oder kann wirklich optimal gearbeitet werden?
Meiner Meinung nach müßte es in allen Gruppen eine Erzieherin und eine Helferin geben. Fast immer gehören 2 Erziehrinnen zu einer Gruppe. Aber wenn man bedenkt, daß sie fast immer nur 4-6 Stunden angestellt sind und der Kiga z.B. 9-10 Stunden auf hat, kann man sich vorstellen, wie oft sie wirklich zu Zweit sind.
Da stimme ich auch zu! Jedoch kann ich mir nicht vorstellen, eine 40 Stunden-Woche zu absolvieren…und wahrscheinlich noch ohne Vorbereitungszeit und Pause. Heutzutage werden die Arbeitnehmer regelrecht ausgenutzt und die Arbeitslosenzahl steigt!
Außerdem wäre ich dafür, daß es wie zu DDR-Zeiten 2 Vorbereitungsstunden in der Woche gibt, die im Kindergarten, aber gruppenfrei absolviert werden müssen/dürfen.
Richtig!
6. Reicht ein Jahr Vorschulgruppe (5-6 jährige Kinder) aus oder wäre eine Förderung in altershomogenen Gruppen ab 3 Jahre sinnvoller?
Altesreine Gruppen mögen den Kinder zwar zu mehr Kopfwissen verhelfen, ob sie dadurch aber wirklich LEBENS- (und damit Schul-) tüchtiger werden, glaube ich nicht.
Ich schon!
Die Kinder im letzten Jahr aus ihren gewohnten Gruppen zu reißen, nur um ihnen mehr Wissen in den Kopf zu stopfen, finde ich einfach nur gemein und auch absolut unnötig.
Daher wäre ich für homogene Gruppe von 3-6 Jahren! Oder kleine Altersmischungen mit 2 Erziehern und 2 Gruppen- oder Funktionsräumen.
Die Kindergartenzeit ist doch nicht nur Schulvorbereitung?!?!?!
Nein, aber die Schule ist auch nur eine Vorbereitung auf das Leben!
Es kommt auf das Wie an! Es soll eine ganzheitliche Erziehung erfolgen und nicht nur auf der analytischen Schiene!
Ich finde ein GUTES Kindergartenkonzept mit einem GUTEN Personalschlüssel und entsprechenden finanziellen und räumlichen Möglichkeiten ist das Entscheidende.
So denke ich auch!
Ist das gegeben sehe ich in einer altersgemischten Gruppe eigentlcih nur Vorteile. Alle scheinbaren (!) Nachteile ließen sich dann leicht ausgleichen.
Kann man nicht sagen, es hat sicherlich alles seine Vor- und Nachteile! Die Kreativitäts-Kitas und -schulen nach Mehlhorn in Leipzig haben durch ihr Konzept einen riesigen Entwicklungsvorsprung durch Altershomogenität und Ganzheitlichkeit gegenüber gleichaltrigen Kindern erworben! Diese Studie wurde in einem Sozialschwachen Gebiet in Leipzig durchgeführt!
Viele Grüße von Jeannine
Jeannine
02.07.2005, 15:05
Hallo Tine,
Scháde, daß du mir nicht auch geantwortet hast, mich hätten deine Gedanken zu meiner (abweichenden) Meinung interessiert...
Die Antwort kam etwas später, da Dein Text ziemlich lang war und ich erst einmal zur Arbeit mußte (-;
Vielleicht gibt es einige Einrichtungen, denen mehr Personal und Räumlichkeiten zur Verfügung stehen, so das in homogenen Kleingruppen tagtäglich! gearbeitet werden kann…. Warum findest du eine gezielte tägliche, altersreine "Arbeit" als so wichtig? Ich selber habe bisher noch immer erlebt, daß in einer altersgemischten Gruppe wesentlich gewinnbringender für ALLE gearbeitet werden kann - vorrausgesetzt, der Personalschlüssel stimmt.
Das kann ich aus meiner bisherigen Erfahrung nicht bestätigen! Selbst als ich in einer gemischten Gruppe (21 Kinder, 3-6 jährig) in NRW gearbeitet habe, gab es im gemeinsamen Stuhlkreis, etc… immer Störungen durch kleinere Kinder, die sich nicht so lange konzentrieren konnten! Ich habe daher in 2 Kleingruppen gearbeitet, mit den älteren und mit den kleineren Kindern. Entwicklungspsychologisch sind diese Unterschiede auch nachweisbar, natürlich gibt es vereinzelt Ausnahmen, wie es auch vereinzelt Entwicklungsverzögerungen gibt! Freitags gab es einen gemeinsamen Abschlußkreis, wo die kleinen Kinder ihre Lieder vorführten und die großen Kinder, dadurch konnten fixere Kinder von den anderen noch etwas dazulernen…
Welche Schwerpunkte siehst du für ds Kindergartenalter? Vielleicht irre ich mich ja auch, aber irgendwie klingt es bei dir so, als ob Ziel des Kindergarten lediglich eine frühe Form der Wissensvermitlung ist und eine reine Vorbereitung auf die schulische Form des Lernens ist.
Es geht darum, die Bedürfnisse der Kinder zu erfüllen und nicht um eine statische Schulvorbereitung! Wissensvermittlung muß doch nicht negativ gesehen werden, das ganze Leben ist ein Lernen und die Kinder sind mit ihren Fragen sogar sehr Wissbegierig…und zur Wissensvermittlung gehört auch die soziale Intelligenz zu schulen! Das Problem ist, das den meisten Kindergärten anschaulisches Material fehlt, bzw. Mehrzweckräume, wo mit den Kindern experimentiert werden kann. Oft fehlt es sogar an Bewegungsräumen mit Turngeräten!
Aber Kinder haben ihre ganz eigene Art zu lernen, sie brauchen keinen Unterricht im klassischen Sinne, auch nicht später im "Schulalter".
Vom klassischen Schulunterricht…45 Minuten stillsitzen… halte ich sowieso nichts! Es wurde festgestellt, daß selbst ein erwachsener Mensch sich höchstens 25 Minuten am Stück konzentrieren kann! Und 5-6 jährige Kinder sollen diese Zeit durchhalten {{{{{{-;
Da kommt es auf das pädagogische Konzept des Lehrers an! In der musikalischen Früherziehung dauert eine Unterrichtsstunde auch 45 Minuten, jedoch ist die Stunde in viele Konzentrations- und Spielphasen aufgeteilt -> außerdem findet ein ganzheitliches Lernen mit allen Sinnen statt…jedenfalls soll es das {-; Es gibt natürlich auch Musiklehrer der „Alten analytischen Drillschule“!
Kennst du dich ein wenig mit Montessori-Pädagogik aus? Ich finde es einen sehr guten Ansatz.
Ich habe mich damit ein wenig beschäftigt und auch mit einigen Materialien in der NRW-Kita gearbeitet! Das Motto lautet :“Hilf mir es selber zu tun“ und die sensiblen Phasen des Kindes werden berücksichtigt. Was mich interessieren würde, gibt es in einem Montessori-Kindergarten auch Puppen und Bauecken? Denn ich finde das Rollenspiel für die soziale Entw. Sehr wichtig!
Auf Entwicklungsbesonderheiten, Linkshändigkeit, Hochbegabung kann unter solchen Bedingungen nur schwer eingegangen werden. Das sehe ich überhaupt nicht so.
Im Gegenteil, dadurch daß es keine "homogene Masse" ist, ist viel mehr Freiraum für Individualität und individuelle Förderung.
Ich kann auch in einer (fast) homogenen Gruppe in Teilgruppen arbeiten, es müssen natürlich 2 Erzieherinnen eingestellt sein und die Gruppengröße sollte nicht 15 Kinder überschreiten! In der Bip-Kreativitätsschule nach Mehlhorn gibt es z.B. 2 Grundschullehrer pro Klasse.
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Eine Erzierin, die keine Ahung zum Thema LH hat, wird in einer altersreinen Gruppe vermutlich genau so Kinder umschulen, wärend eine, der das Thema am Herzen liegt, in einer altersgemischten Gruppen mit nur wenigen "Neuzugängen" im Jahr viel beser darauf achten kann.
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Das kann sein, jedoch hat unsere Einrichtung eine ziemlich große Altersmischung und der größte Teil der Kinder kam neu in die Gruppe! In einer homogenen Gruppe passiert es alle 3 Jahre, außer bei Umzugsfällen!
In altersreinen Gruppen ist das Gefälle im Jahrgang nach AUßEN zwar viel sichtbarer, aber das heißt nicht, daß die Erzieherin auch viel besser fördern kann. Kidner die irgendwie (körperlich, geistig, Sprachlich...) "anders" sind, laufen aber viel mehr Gefahr, in einer homogenen Gruppe zum Außenseiter zu werden und das schon mit 3 oder 4 Jahren. Kein wirklich guter Start...
Das kann in einer gemischten Gruppe genauso passieren! Kinder die schlau sind, stellen Vergleiche zwischen „großen und kleinen Kindern“ auf: “Der malt ja wie die 3 jährige Anna“ etc. Oder manche Kinder die vorher gut gesprochen haben, entw. sich zurück und reden wie Kleinkinder oder imitieren die Kinder mit Sprachauffälligkeiten…Modelllernen läßt grüßen! Ich denke mal das diese Probleme überall auftreten, wichtig ist, das man Probleme löst und sie nicht versteckt…“Lassen wir mal das Kind in seiner Entw. wachsen“! Nur wie lange? und irgendwann ist das Kind ein „Junger Erwachsener“ und die Auffälligkeiten sind immer noch nicht behoben! Sowas muß mit den Kindern frühzeitig besprochen werden, ansonsten gibt es Einrichtungen für „Verhaltensauffällige Kinder“. Da kann wenigstens gezielt gefördert werden…ohne zu verstecken oder mitzuziehen!!!
Ein Kind mit Entwicklungsdefiziten wird sich in einer altersreinen Gruppe von klein auf "schlecht" und unfähig fühlen, Förderung hin und her.
Wenn das Bauwerk immer wieder umkippt, werden die anderen Kinder es nicht mehr mitspielen lassen.
Dann muß es in die Ergotherapie! Oder soll es immer auf Kleinkindniveau bleiben und mit den Krabbelkindern spielen? Das möchte das Kind auch nicht und die kleineren Kinder bekommen das auch mit!
Wenn es als einziger herausfallend "schlecht" (wer bewertet so was...?) zeichnet, wird es trotz eventueller Förderung mutlos werden, denn die "Altersgenossen" sind sowieso unerreichbar.
Dann muß pädagogisch anders herangegangen werden! Jedes Kind hat seine Stärken! Und ein herzkrankes Kind wird auch nie die Leistungen eines gesunden Kindes erreichen. Wenn es in der Gruppe „Lästerkinder“ gibt, dann müssen die zur Verantwortung gezogen werden, schließlich müssen Kinder Regeln und Grenzen kennenlernen. Jedoch kann ich von einem 1 ½ - 3 jährigen Kind nicht verlangen, sich mehr als 10 Minuten zu konzentrieren und wenn diese Kinder noch auf viel zu großen Stühlen sitzen, dann ist eine Zurechtweisung durch ältere Kinder oder durch die Erziehung ungerecht! Also wird meistens frühzeitig ein Projekt abgebrochen und ALLE sind unzufrieden!
Um mit Kindern zu einem speziellen Thema wirklich intensiv zu arbeiten, sind Kleingruppen zum Teil schon sinnvoll. Aber ob die nun aus einer altersreinen oder einer altersgemischen Gruppe gebildet werden, ist doch egal, oder?
Egal finde ich es nicht, es kommt auf die Konstellation an!
Und an den Musikschulen wird die „Musikalische Früherziehung“ auch in homogenen Gruppen durchgeführt. Gemischt gäbe es ein Chaos und die Kinder würden im Endeffekt weniger lernen. Es gibt 3 jährigen, die z.B. musikalisch weiter sind als mancher Schulanfänger... Die wären in einer altersreinen Gruppe schnell unterfordert, wärend sich Kinder, bei denen die musikalische Förderung zu knapp ausfiel, rettungslos überfordert sein können.
Es gibt Talente, jedoch müssen die in einer altersreinen Gruppe nicht unterfordert sein, schließlich ist die Musik ein ganzheitlicher Prozeß! Es gibt viele Möglichkeiten der Gruppenarbeit. Ist ein Kind anderen Kinder weit voraus, bekommt es schwierigere Aufgabenstellungen oder kann etwas vorzeigen. Kinder die Probleme haben, bekommen ihre Zeit zum ausprobieren. Es wird ja kein Leistungsdruck gemacht, außerdem wird nicht jeder Musiker. In meiner bisherigen Arbeit als Musiklehrerin habe ich selten einen Fall von „Hochbegabung“ erlebt. Die meisten Kinder haben sich gut in die Altersgruppe integriert und die Anforderungen konnten je nach Gruppenstand erhöht oder erniedrigt werden ohne daß irgendwelche Kinder benachteiligt wurden. Ist ein Kind in seiner musikalischen Entw. weiter, kann ein Instrument schon frühzeitig erlernt werden oder es wird in eine ältere Jahrgangsstufe gesteckt! Wie gesagt, das ist nicht der Regelfall. Während des Studiums habe ich einen Vater erlebt, der sein Kind als „Genie“ verkaufte und unbedingt wollte, daß es in eine ältere Jahrgangsstufe gesteckt wird. Jedoch war das Kind noch nicht so weit in seiner Entwicklung…
Vorrausetzung ist wie gesagt, eine entsprechende Konzeption und die verlangt schon persönliches Engagement. HIER könnte es tatsächlich wesentlich bessere Unterstützung im finanzielleund und personellen Bereich geben.
Gute Konzepte, Räumlichkeiten und eine ausreichende Personalbesetzung sind für mich auch sehr wichtig!
Sie arbeiten nach dem Montessori-Prinzip, das heißt es gibt regelmäßig Freiarbeitszeit, in der sich die Kinder nach eigener Entscheidung mit Sinnes- oder Lernmaterial geschaftiegen können, daß für sie gerade "dran" ist. Ob das "atersgerecht" ist spielt dabei keine Rolle, es kommt darauf an, was ein Kind gerade interesiert und wo es sein Entwicklungsfenster hat.
Ich finde Montessori- Sinnes- und Lernmaterial sehr gut! Dadurch wird die Konzentration spielerisch geschult! Wie schon einmal erwähnt, altersgerecht ging bei mir auf die „Unfallgefahr“ zurück.
In den letzten Jahren habe ich von den "früheren" Eltern eigentlich durchweg gehört, daß die Kinder ausgesprochen gut auf die Schule vorbereitet waren.
Das möchte ich auch nicht bestreiten, schließlich kommt es aufs Umfeld, Räumlichkeiten und aufs Konzept an.
Viele Grüße von Jeannine
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