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Vollständige Version anzeigen : Nebenwirkung - wie viel auf einmal?


Karina
25.03.2005, 15:06
Hallo an alle,


ich hab vor einigen Tages dieses Forum entdeckt und stundenlang fasziniert hier gelesen.

Vor drei Monaten hab ich selbständig mit meiner Rückschulung begonnen, und hab gleich mal einige Fragen dazu.

Ich schreib täglich 1-3 Seiten mit links zum üben und bin seit einigen Tagen dazu übergegangen auch in der Arbeit nur noch links zu schreiben. Auch einige andere Tätigkeiten hab ich umgestellt (Zähneputzen, Maus, Geschirr abwaschen, kämmen,...)

Ich muss dazusagen das mir der Werkzeuggebrauch generell mit links verboten wurde (und dummerweise auch sehr genau überwacht) dadurch hab ich in den letzten 35 Jahren sehr viel rechts getan.


Nun bemerke ich in den letzten Tagen das sich einige Nebenwirkungen der Rückschulung sehr verstärken wie z.b. Probleme beim verbalisieren von Gedanken, Wörter fehlen, Druck im Kopf, Müdigkeit, ein Gefühl wie in Watte gepackt,..


Nun meine Frage: ich hab hier im Forum sehr wiedersprüchliche Tipps gelesen von "alles auf einmal umstellen" das die Verwirrung nicht noch größer wird bis zu "nur ja nicht zu schnell."

Wie schnell habt ihr komplett umgestellt und wie lange haben bei euch die "Nebenwirkungen" in welcher Stärke und Intensität angehalten?

Gibt es Möglichkeiten die Nebenwirkungen zu mildern?


Das ich zur sturen, ich-will-alles-auf-einmal-Sorte gehöre brauch ich wohl nicht zu erwähnen, aber damit bin ich hier wohl nicht allein (((-;


Liebe Grüße

Karina

Rosalind
25.03.2005, 15:53
Hallo an alle,

ich hab vor einigen Tages dieses Forum entdeckt und stundenlang fasziniert hier gelesen.
Vor drei Monaten hab ich selbständig mit meiner Rückschulung begonnen, und hab gleich mal einige Fragen dazu.
Ich schreib täglich 1-3 Seiten mit links zum üben und bin seit einigen Tagen dazu übergegangen auch in der Arbeit nur noch links zu schreiben. Auch einige andere Tätigkeiten hab ich umgestellt (Zähneputzen, Maus, Geschirr abwaschen, kämmen,...)

Zu den Umschulungsfolgen gehört häufig, dass das Körpergefühl gestört ist mit der Folge, dass umgeschulte LinkshänderInnen sich übernehmen und dann eher was kaputt machen (ich gehör auch zu der Sorte). Nach so einigen Blessuren habe ich mir angewöhnt, bei der Rückschulung immer eine Nummer kleinschrittiger und langsamer vorzugehen, als ich spontan wollte. Allmählich regeneriert sich das Gefühl für den eigenen Körper wieder, und ich kann mich zunehmend wieder auf mein Empfinden verlassen. Aber das hat Jahre gedauert bzw. dauert noch. Ich habe allerdings erst mit Ende 40 mit der Rückschulung begonnen, und das auch ohne Unterstützung von Fachkräften.

Ich muss dazusagen das mir der Werkzeuggebrauch generell mit links verboten wurde (und dummerweise auch sehr genau überwacht) dadurch hab ich in den letzten 35 Jahren sehr viel rechts getan.


Hallo! Noch eine! Ich hab es auch aufgegeben, eine gute Handwerkerin zu werden. Es ist zwar schade, aber alles lässt sich nunmal nicht aufholen. Wenn ich mich fürchterlich plage und das Ergebnis ist man gerade 4, so finde ich es gesünder, derartige Tätigkeiten anderen zu überlassen.



Nun bemerke ich in den letzten Tagen das sich einige Nebenwirkungen der Rückschulung sehr verstärken wie z.b. Probleme beim verbalisieren von Gedanken, Wörter fehlen, Druck im Kopf, Müdigkeit, ein Gefühl wie in Watte gepackt,..


Das ist sowas wie geistiger Muskelkater und ein Warnsignal. Mein Tipp: Weitermachen, aber auf niedrigem Niveau und für Erholung sorgen! Vor allem nichts Neues zurückschulen, sondern warten, bis sich das bisherige gefestigt hat.


Nun meine Frage: ich hab hier im Forum sehr wiedersprüchliche Tipps gelesen von "alles auf einmal umstellen" das die Verwirrung nicht noch größer wird bis zu "nur ja nicht zu schnell."


Am besten wäre es, wenn du eine(n) komtetente(n) LinkshänderberaterIn zuziehen könntest. Der/die würde auch sehen, was und wieviel du dir zumuten kannst. Jede Rückschulung verläuft anders, und was für dich gut ist, ist möglicherweise für jemand anders falsch.

Wie schnell habt ihr komplett umgestellt und wie lange haben bei euch die "Nebenwirkungen" in welcher Stärke und Intensität angehalten?


Ich fasse die Rückschulung inzwischen als Lebensaufgabe auf. Ich lerne dermaßen viel über mich und andere, ich denke, sie wird erst abgeschlossen sein, wenn ich in der Kiste liege.


Gibt es Möglichkeiten die Nebenwirkungen zu mildern?


L A N G S A M!!!!!!!! angehenlassen! Dein armes Nervenkostüm muss sich ziemlich umorganisieren, das braucht nunmal Zeit und Energie! Hinterher gehts zwar (fast) immer deutlich besser, aber es ein bisschen wie beim Wohnungsrenovieren: Mittendrin ist das Chaos groß.


jedenfalls bin ich als Folge der Rückschulung gleichzeitig härter und toleranter geworden.


Rosalind

Karina
25.03.2005, 17:56
Hallo Rosalind,


Danke für deine Antwort.


Hallo! Noch eine! Ich hab es auch aufgegeben, eine gute Handwerkerin zu werden. Es ist zwar schade, aber alles lässt sich nunmal nicht aufholen. Wenn ich mich fürchterlich plage und das Ergebnis ist man gerade 4, so finde ich es gesünder, derartige Tätigkeiten anderen zu überlassen.


*g* Das hab ich gar nicht damit gemeint. Im Gegenteil, durch eine sehr gute Räumliche Vorstellungskraft bin ich beim Basteln, schnitzen und händisch arbeiten sogar stark im Vorteil. Sicher ist das auch viel Trainingssache da ich einen Beruf ausübe bei dem handwerkliches Geschick sehr wichtig ist.


Das ist sowas wie geistiger Muskelkater und ein Warnsignal. Mein Tipp: Weitermachen, aber auf niedrigem Niveau und für Erholung sorgen! Vor allem nichts Neues zurückschulen, sondern warten, bis sich das bisherige gefestigt hat.


Ist die Festigung daran zu erkennen das der Muskelater aufhört?


Am besten wäre es, wenn du eine(n) komtetente(n) LinkshänderberaterIn zuziehen könntest. Der/die würde auch sehen, was und wieviel du dir zumuten kannst. Jede Rückschulung verläuft anders, und was für dich gut ist, ist möglicherweise für jemand anders falsch.


Mal schaun, hab ich auch schon überlegt.



Mittendrin ist das Chaos groß.


Wie wahr,....


Karina