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Vollständige Version anzeigen : Links schreiben lernen


Michael
03.02.2005, 18:57
Hallo Leute,


ich hätte eine komische (na ja vielleich auch dumme) Frage an Euch.


Ich bin Rechtshändler will aber mit der linken Hand schreiben lernen. Meine Schwester kann mit beiden Händen schreiben und etwa die Hälfte meiner guten Freunde sind Linkshändler (weiß nicht, wie es dazu kam). Da ich und meine Schwester ständig konkurrieren, wollte ich auch mit der linken Hand schreiben können zumal ich dies auch ziemlich lustig bzw. cool finde.

Meine Frage wäre, ob diese "Umschulung" bzw. "Dazuschulung" in meinem Alter noch negative Folgen haben kann (ich bin 21) oder ob dies fürs Gehirn nur Positives bewirken kann.


Vielen Dank im Voraus.

MatthiasW
03.02.2005, 18:57
Hallo Michael,


lass die Finger davon!!


Schreiben mit der nicht dominanten Hand führt zu Irritationen. Das gilt für Links- wie für Rechtshänder.


Du kennst aber sicher auch den Spruch, Reisende soll/kann man nicht aufhalten.

Aber du fragst nach dem Weg! Und der Weg den du einschlagen willst ist falsch, es sei denn du wärst ein hochgradig umgeschulter Linkshänder und somit kein Rechtshänder. Aber dann solltest du dir genau überlegen, wie du vorgehst und dich an einen Fachfrau/mann wenden.


Liebe Grüße

Matthias

Chrissi
03.02.2005, 23:19
Hallo Leute,

ich hätte eine komische (na ja vielleich auch dumme) Frage an Euch.

Ich bin Rechtshändler will aber mit der linken Hand schreiben lernen. Meine Schwester kann mit beiden Händen schreiben und etwa die Hälfte meiner guten Freunde sind Linkshändler (weiß nicht, wie es dazu kam). Da ich und meine Schwester ständig konkurrieren, wollte ich auch mit der linken Hand schreiben können zumal ich dies auch ziemlich lustig bzw. cool finde.

Meine Frage wäre, ob diese "Umschulung" bzw. "Dazuschulung" in meinem Alter noch negative Folgen haben kann (ich bin 21) oder ob dies fürs Gehirn nur Positives bewirken kann.

Vielen Dank im Voraus.


Hallo Michael,

lass die Finger davon!!

Schreiben mit der nicht dominanten Hand führt zu Irritationen. Das gilt für Links- wie für Rechtshänder.
Du kennst aber sicher auch den Spruch, Reisende soll/kann man nicht aufhalten.
Aber du fragst nach dem Weg! Und der Weg den du einschlagen willst ist falsch, es sei denn du wärst ein hochgradig umgeschulter Linkshänder und somit kein Rechtshänder. Aber dann solltest du dir genau überlegen, wie du vorgehst und dich an einen Fachfrau/mann wenden.

Liebe Grüße Matthias



Ich kannn nicht beurteilen, ob es für das Gehirn von Nachteil ist, wenn Du links schreiben lernst. Ich denke allerdings, es ist Deine eigene Entscheidung und nichts aufgezwungenes.Sollte jemand wegen eines Unfalls oder Schlaganfalls die andere Hand zum Neubeginn des Schreibens nutzen ist das sicherlich positiv und wird gelingen.Ich weiß von einem Geiger, der Rechtshänder ist, durch einen Unfall aber nun wie ein linkshändiger Geiger durch Umschulung ganz zufrieden ist.Auch meine ich ,daß viele Handwerker ,Physiotherapeuten u.v. m. bewiesen haben, das beide Händ zu nutzen von Vorteil ist. Der richtige Grundstein sollte nur vorhanden sein.Mein nicht umgeschulter linkshändiger HNO Arzt (Chirurg) hat auch seine rechte Hand gut geschult und fühlt sich sehr bevorteilt dadurch.Die Linkshänder müßen sich ja dauernd was einfallen lassen um in dieser, von Rechtshändern gesteuerten Welt,klarzukommen. MUTTUTGUT Chrissi

Claudia
04.02.2005, 12:11
Ich bin Rechtshändler will aber mit der linken Hand schreiben lernen. Meine Schwester kann mit beiden Händen schreiben und etwa die Hälfte meiner guten Freunde sind Linkshändler (weiß nicht, wie es dazu kam).



Hallo Michael,

ich würde das links Schreiben lernen in Erwägung ziehen, wenn ich selbst Linkshänder wäre.

Viele Linkshänder wissen gar nicht, dass sie welche sind und vielleicht kommt mit Deinem Wunsch links zu Schreiben etwas aus Deinem Innersten wieder hoch.

Ist Deine Schwester jünger als Du?

Viele meiner Bekannten sind Linkshänder. Einige auch umgeschulte Linkshänder.

Ein kleiner Teil will daran etwas ändern und die anderen wollen es gar nicht wissen. Sie nehmen es so wie es schon ist.

Andererseits sind Linkshänder in letzter Zeit immer populärer geworden und da viele Geschwister in Rivalität zueinander stehen, ist es ja auch sehr gut möglich, dass sie Dir mit ihrer Linkshändigkeit "die Show stiehlt".

Wenn Du Rechtshänder bist, würdest Du durch so einen komplexen Vorgang wie schreiben (da das Gehirn ja dabei enorm arbeiten muss) Deine nichtdominante Gehirnhälfte unnötig belasten.


Viele Grüße
Claudia

Daniel
04.02.2005, 14:44
Hallo Leute,

ich hätte eine komische (na ja vielleich auch dumme) Frage an Euch.

Ich bin Rechtshändler will aber mit der linken Hand schreiben lernen. Meine Schwester kann mit beiden Händen schreiben und etwa die Hälfte meiner guten Freunde sind Linkshändler (weiß nicht, wie es dazu kam). Da ich und meine Schwester ständig konkurrieren, wollte ich auch mit der linken Hand schreiben können zumal ich dies auch ziemlich lustig bzw. cool finde.

Meine Frage wäre, ob diese "Umschulung" bzw. "Dazuschulung" in meinem Alter noch negative Folgen haben kann (ich bin 21) oder ob dies fürs Gehirn nur Positives bewirken kann.

Vielen Dank im Voraus.


Ich kann aus Erfahrung sagen, dass es eignetlich nicht schädlich ist wenn du deine linke Hand auch trainierst. Versuchs ruhig, es ist zwar schwierig aber man macht neue Erfahrungen und erält Chancen die man sonst nicht hätte. Wenn du irgendwelche negative Folgen feststellst musst du natürlich aufhören,doch einen Versuch ist es wert!


MfG

Daniel

sammie
04.02.2005, 17:21
Hallo Leute,

ich hätte eine komische (na ja vielleich auch dumme) Frage an Euch.

Ich bin Rechtshändler will aber mit der linken Hand schreiben lernen. Meine Schwester kann mit beiden Händen schreiben und etwa die Hälfte meiner guten Freunde sind Linkshändler (weiß nicht, wie es dazu kam). Da ich und meine Schwester ständig konkurrieren, wollte ich auch mit der linken Hand schreiben können zumal ich dies auch ziemlich lustig bzw. cool finde.

Meine Frage wäre, ob diese "Umschulung" bzw. "Dazuschulung" in meinem Alter noch negative Folgen haben kann (ich bin 21) oder ob dies fürs Gehirn nur Positives bewirken kann.

Vielen Dank im Voraus.


Hallo Michael,


auf deine frage hin mache ich mir ehrlich gedanken, was du davon hast. Nur weil es cool ist, kann man man sich doch nicht zum "beidhänder" machen.

ich habe als umgeschulter linkshänder mit 21 angefangen, mit links zu schreiben. der weg ist selbst jetzt, nach fast 3 jahren noch unheimlich weit.

linksschreiben lernt man nicht innerhalb von ein paar monaten, schon gar nicht als rechtshänder.

ich hoffe, dass das nur eine fixe idee von dir ist, aber wenn du fest davon überzeugt bist, dann lass dich wenigstens fachkundig beraten.


es grüßt dich ganz lieb


sammie

Katja Allani
04.02.2005, 17:44
Hallo Michael,


ich kann dir nur abraten, wenn du Rh bist, auch mit der linken Hand schreiben zu lernen. Das trainiert nicht die Leistungsfähigkeit oder Flexibilität des Gehirns, sondern fordert es an "der falschen Stelle". Schreiben lernen ist eine komlizierte Hirnleistung, mit der man, meiner Meinung nach, nicht experimentieren sollte.


Viele Grüße


Katja

Dr. Noll
05.02.2005, 12:36
Hallo Leute,

ich hätte eine komische (na ja vielleich auch dumme) Frage an Euch.

Ich bin Rechtshändler will aber mit der linken Hand schreiben lernen. Meine Schwester kann mit beiden Händen schreiben und etwa die Hälfte meiner guten Freunde sind Linkshändler (weiß nicht, wie es dazu kam). Da ich und meine Schwester ständig konkurrieren, wollte ich auch mit der linken Hand schreiben können zumal ich dies auch ziemlich lustig bzw. cool finde.

Meine Frage wäre, ob diese "Umschulung" bzw. "Dazuschulung" in meinem Alter noch negative Folgen haben kann (ich bin 21) oder ob dies fürs Gehirn nur Positives bewirken kann.

Vielen Dank im Voraus
Ein interessanter Bericht, der ausführlich beschreibt, was passieren kann und auch häufig passiert, wenn man sich umschult, egal ob von rechts nach links oder umgekehrt, findet sich in Dr. Sattlers Buch Der umgeschulte Linkshänder (http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3403026450/httpmengeccli-21/) oder Der Knoten im Gehirn.

Es ist die Einführungsgeschichte, der Prolog, von Dr. Kurt-Ivo Cicek.

Ich denke, wenn man das gelesen hat, wird man nicht mehr besonders scharf darauf sein, sich ohne Not und mit vollem Bewußtsein umzuschulen.


Dr. Noll

Unregistriert
02.06.2007, 18:17
hm... ich finde, ihr macht euch ein wenig verrückt wegen der sache... ich bin auch rechtshänder, und weil meine freundin linkshänderin is, hab ich aus gaudi mal angefangen mit links zu schreiben, und innerhalb von ein paar monaten konnte ich schon so schnell schreiben wie ein grundschüler... nebenwirkungen hab ich noch nie gemerkt... ich finds cool mit beiden händen schreiben zu können

Ursula
03.06.2007, 23:03
hm... ich finde, ihr macht euch ein wenig verrückt wegen der sache... ich bin auch rechtshänder, und weil meine freundin linkshänderin is, hab ich aus gaudi mal angefangen mit links zu schreiben, und innerhalb von ein paar monaten konnte ich schon so schnell schreiben wie ein grundschüler... nebenwirkungen hab ich noch nie gemerkt... ich finds cool mit beiden händen schreiben zu können

Das ist ja schön für Dich.
Bitte denke mal darüber nach, wie es wäre, wenn man Dich gezwungen hätte, immer mit der linken Hand zu schreiben.
Dann sieht die Sache schon anders aus.

Es geht nicht darum, ob man das kann oder nicht, sondern darum, dass man niemanden zwingen darf, die Hand zu benutzen, die nicht die stärkere ist.

Frag mal Deine Freundin, wie das so ist als Linkshänder, in einer Welt, in der fast alles für Rechtshänder gemacht ist.

Und wenn Du einen ernsthaften Beitrag schreiben möchtest, sehr gern!

Wäre auch schön, wenn Du mit Deinem Namen unterzeichnen würdest.

Liebe Grüße, Ursula

Unregistriert
08.06.2007, 06:30
Naja, er hat doch ernsthaft geschrieben. Wenn er der Meinung ist, dass irgendetwas übertrieben wird, kann er doch sein. Er hat diese Meinung doch relativ höflich geäußert.

Und mit seinem Namen nicht unterzeichnen zu müssen, ist ja gerade eine der guten Dinge im Netz, weil man so wesentlich ungezwungener Reden kann.


Also ich fand den vorangegangenen Beitrag nicht unhöflich´.

Martin
08.06.2007, 14:58
Unbekannter,

Also ich fand den vorangegangenen Beitrag nicht unhöflich.
sieh es so: Linkshänder haben durch Zwangs-Umschulungen zum Teil massive Probleme. Es ist eben nicht so, dass es sich „nur“ darin äußert, dass die Schere nicht funktioniert, dass die Schrift vielleicht wackelig ist oder man das Eine oder das Andere mit Links schlechter als mit Rechts machen kann. Es ist vielmehr so, dass durch Zwangs-Umschulungen üble Probleme auftreten können – allein dadurch, dass auf einmal die falsche Gehirnhälfte benutzt werden muss.

Stelle Dir einfach vor, man würde Dir ab sofort verbieten, die rechte Hand zu benutzen. Stelle Dir vor, dass Du Dinge ab sofort nicht mehr einfach so tun könntest, ohne darüber nachzudenken – sondern dass Du Dich bei vielen absolut selbstverständlichen Dingen plötzlich intensiv konzentrieren musst, weil Du es sonst nicht schaffst.

Das Problem ist tiefgreifender, als viele Menschen wissen. Insofern kann ich gut verstehen, wenn jemand, der sich intensiv mit dem Thema beschäftigt hat, Deine Nachricht als – nennen wir es – etwas zu forsch ansieht. Ich nehme an, das siehst auch Du ein.

LG,
Martin.

Avernus
19.08.2007, 12:24
hallo leute

ich habe durch einen arbeits unfall kurzlich meinen rechten daumen verloren und muß jetzt lernen mit links zu schreiben! kann mir einer tips geben wie ich dies am besten lehrnen kann??

danke im vorraus

avernus

Ursula
19.08.2007, 12:43
Hallo Avernus,
Zuerst einmal mein Mitgefühl.

Ein Umschulen auf die andere, nicht dominante Hand ist ein massiver Eingriff ins Gehirn, und wird Dir mit Sicherheit noch zusätzliche Probleme bringen.

Wenn "nur" der Daumen fehlt, und die vier Finger noch vorhanden sind, kannst Du dann nicht probieren, den Stift zwischen den Fingern zu halten?

Wenn man den Stift einklemmt zwischen Mittelfinger und Ringfinger, ist er relativ stabil fixiert und der Zeigefinger unterstützt noch ein wenig.

Ich denke, so wieder schreiben zu lernen ist für einen Rechtshänder auf jeden Fall besser, als die Hand zu wechseln.

Kannst Du das mit einem Ergotherapeuten besprechen und üben?

Wir Linkshänder treffen uns hier, weil wir zum Teil noch gezwungen wurden, die nicht dominante Hand zum Schreiben zu benutzen.
Viele von uns haben dadurch massive Probleme, und schulen sich zurück auf die starke, dominante Hand.
Deshalb rate ich Dir von einer Rückschulung auf Deine linke Hand ab.

Probiere aus, ob es nicht doch irgendwie mit rechts geht.

Liebe Grüße, Ursula

avernus
19.08.2007, 14:47
hallo ursula

ich danke dir für den ratschlag und werde mich mal mit nen therapeuten in verbindung setzen und versuchen rechts händer zu bleiben!

mit freundlichen gruß
avernus

Ana
18.11.2008, 17:48
hallöchen
also ich hab mir gestern meinen rechten arm gebrochen und bin rechtshänderin
naja und ich kann ja jetzt nicht 5 wochen nicht schreiben?! ich bin 15 und gehe noch zu schule da kommt sowas ungelegen
wie kann ich am besten lernen mit links zu schreiben??

mfg
Ana

Ursula
18.11.2008, 18:15
Hallo Ana,
wie kann ich am besten lernen mit links zu schreiben??

wie lange hat es denn gedauert, bis Du mit rechts schreiben konntest?

Ich schlage vor, Du verabredest mit Deinen Lehrern, dass Du ein notebook benutzen darfst, solange Deine rechte Hand nicht einzusetzen ist.
Nur mit links die Tastatur zu bedienen ist bestimmt einfacher, als mit Deiner "nicht starken" Hand schreiben zu lernen.

liebe Grüße, Ursula

Laura
25.11.2008, 17:13
Hallo!

Ich würde gerne wissen, welche Art von Problemen das sind, die entstehen können, wenn man sich freiwillig auf links umschulen möchte. Und worin der Unterschied besteht zwischen den Problemen eines "Zwangsumschulers" und eines Freiwilligen?

Danke im Vorraus, Laura

Ursula
25.11.2008, 17:41
Hallo Laura,

Eine Umschulung auf die nicht dominante Hand ist ein massiver Eingriff ins Gehirn, und kann weitreichende Folgen nach sich ziehen.

Konzentrationsschwierigkeiten
Sprachstörungen bis zum Stottern
Orientierungsschwierigkeiten (z.B. links-rechts- Verwechslungen)
Mangel an Kreativität
Identitätsverlust
Unsicherheit
Zurückgezogenheit
erhöhter Leistungseinsatz
Lernprobleme, legasthenische Probleme
emotionale Probleme (z.B. Depressions-, Angstsymptome)
psychosomatische Beschwerden

Mehr dazu kannst Du hier lesen: Was Umschulung linkshändiger Kinder alles anrichten kann. (http://www.linkshand.menge.cc/kind.html)

Im Grunde gibt es keinen Unterschied ob freiwillig oder gezwungenermaßen, denn niemand schult sich so richtig freiwillig um auf die "falsche" Hand.

Erzähl doch mal ein bißchen von Dir.
Bist Du Linkshänder, oder Rechtshänder, oder denkst Du, dass Du die falsche Hand benutzt.

Bei jedem liegt der Fall anders.
So ganz allgemein kann ich deshalb Deine Fragen nicht beantworten.

Es wäre schön, wenn Du Dich nochmal melden würdest.

liebe Grüße, Ursula

Leaa
13.12.2008, 18:48
Hallo Ursula,

wie es scheint denkst du ja ziemlich negativ über freiwillige Umschulung. Zu recht, immerhin kennst du wohl wirklich die Problematik selbst.

Was mich wundert ist, dass du glaubst, dass sich niemand so richtig freiwillig auf die falsche Hand umschult. Meiner Meinung nach ist das falsch. Ich bringe mir auch das Andersschreiben bei. Mir macht es unglaublichen Spaß "verkehrt" zu schreiben, ich sehe darin gar kein Problem. Es klappt auch ganz gut, da ich mit beiden Händen sehr gut klar komme. Es fühlt sich auch nicht falsch an oder zerrissen, wie ich es hier häufig gelesen habe.

Wieso glaubst du denn, dass das beidhändige schreiben so falsch ist? Für mich ist es etwas lästig, dass ich nicht so schön oder schnell schreibe, wie ich gerne würde, aber das selbe Problem habe ich mit der anderen Hand. Sonst empfinde ich es genauso wie zum Beispiel Klavierlernen.

Wenn ich mal die Liste durchgehe, die du oben aufgeführt hast, dann trifft das ebenfalls fast alles nicht zu. (Außer der links-rechts-Verwechslung, und vielleicht dem Leistungseinsatz. Aber das hatte ich schon immer auch ohne Linksschreiben.)

Mich würde mal interessieren, ob es wirklich erwiesen ist, dass man sich Probleme bereitet, wenn man sich freiwillig umschult. Weißt du dazu etwas? Das fände ich sehr spannend!

Liebe Grüße

Leaa

Leaa
13.12.2008, 18:58
Ich will noch etwas ergänzen:

Habe es eben ausprobiert. Brot schneiden kann ich genauso gut mit links wie mit rechts, obwohl ich rechts gewöhnt bin und links nie probiert habe. Links sieht es fast sogar gleichmäßiger aus und ist genauso schnell wie rechts.

Ich bin zu meinem persönlichen Schluss gekommen, dass "Linkslernen" nicht falsch sein kann. Mir macht es Spaß und Schaden habe ich bis jetzt auch nicht bekommen. ;)

Ganz liebe Grüße
Leaa

Ursula
13.12.2008, 20:19
Hallo Lea,

Ich bin zu meinem persönlichen Schluss gekommen, dass "Linkslernen" nicht falsch sein kann. Mir macht es Spaß und Schaden habe ich bis jetzt auch nicht bekommen

Für uns Linkshänder, die man als Kind gezwungen hat, die rechte Hand zu benutzen, ist das kein Spaß.

Du bist noch sehr jung, und wirst das wahrscheinlich nicht nachempfinden können.

Es geht auch nicht darum, dass Du als Rechtshänderin nicht lernen kannst, mit links verschiedene Sachen zu machen.

Es geht darum, dass wir Linkshänder in einer Welt leben, in der (fast) alles für Rechtshänder gemacht und ausgerichtet ist.

Mach doch mal noch mehr solche Tests, wenn Sie Dir Spaß machen!

Öffne mal bei Euch zu Hause alle Schranktüren immer mit der linken Hand.
Da wirst Du schon noch etwas mehr Spaß bekommen.

Schneide doch mal mit Eurer "normalen" Schere mit der linken Hand etwas aus, was Du vorher aufgemalt hast.

Benutze doch auch mal Euren Dosenöffner mit der linken Hand.

Ich könnte Dir noch viel mehr Beispiele nennen, was Du alles mal mit links machen könntest:
Bohrmaschine, Stichsäge, Laubsäge,
der Wasserhahn, stell mal Euren elektrischen Wecker mit links ein,
nimm Dein Lineal und zeichne mit links eine Linie von 5,7 cm.

Und wenn Du das alles mal gemacht hast, melde Dich bitte wieder hier und erzähl uns mal, ob das problematisch war, schwierig oder ob es einfach nur Spaß gemacht hat.

Und nicht vergessen: Du darfst Deine rechte Hand nicht benutzten, weil sonst jemand mit Dir schimpft.

All das haben wir so oder so ähnlich erlebt.

liebe Grüße, Ursula

Kirsten
13.12.2008, 21:30
Und neue Sachen darfst du mit Rechts nicht lernen. Wenn du die rechte Hand benutzen willst, heisst es: "Wenn du die rechte Hand nimmst, dann kann ich dir das nicht zeigen. Nimm die linke Hand!"

Leaa
13.12.2008, 23:31
Hallo Ursula, hallo Kirsten!


Oh, ich sehe wohl, ich hab mich schlecht ausgedrückt. Mea culpa! Ich habe nie angezweifelt, dass das für euch nicht schrecklich war. Vielleicht genauso wie niemals die Muttersprache sprechen zu dürfen, obwohl es die einzige Sprache ist, die man kann? Nein, ein Spaß war das für euch sicher nicht. Das habe ich nicht gemeint.
Ich redete von einer ganz anderen Situation: Von dem FREIWILLIGEN erlernen einer Fähigkeit, die man nicht kann.
In diesem Fall das links schreiben lernen. Ich mache so etwas nun einmal gerne, es macht mir Spaß. Genauso wie es mir Spaß macht, mir Seillaufen beizubringen (blöder Vergleich, aber ich fand keinen besseren). Niemand zwingt mich dazu, also ist eure Situation nicht mit meiner zu vergleichen. Für mich ist das schön, was ihr schlimm fandet wegen des so wichtigen Unterschiedes, nämlich der Freiwilligkeit.
Ich kann sehr sehr gut nachvollziehen (auch wenn ich sehr jung bin, mein Alter tut hier nichts zur Sache. Achtung: Vorurteil), wie schlimm ihr euch gefühlt haben müsst.
Dieser Tread ging doch darum, dass Linksschreiben FREIWILLIG zu erlernen, obwohl man nicht zu rechts umerzogen wurde. Du schriebst daraufhin, dass das sehr schlecht sein kann, freiwillig selbst das "andere" Schreiben zu lernen. Genau um diesen Punkt ging es mir. Wenn ich etwas freiwillig mache geht es mir dabei doch gut! Ich fühle mich nicht dazu gezwungen, wie das bei euch der Fall war. Ich komme mit rechts und mit links gut klar. Ich finde es "richtig". Wieso sollte mich das krank machen? Das wundert mich einfach. Klar macht es krank, dazu gezwungen zu werden. Aber freiwillig? Das kommt mir schon etwas seltsam vor, wieso sollte es dabei denn Probleme geben?

Hoffentlich hab ich euch jetzt nicht noch wütender gemacht. Ich verstehe ja, dass ihr so reagiert, wenn ihr das so negativ empfunden habt wie ihr schreibt. Aber meine Frage war in keinster Weise böse gemeint.
Bei uns im Haushalt ist sogar viel für Linkshänder eingerichtet, wenn ich so darüber nachdenke. Wir haben die Handtücher links vom Waschbecken, ebenso das Klopapier, Briefkasten, Zahnbürsten und sogar die Pc-maus links. Ja sogar der Wasserhahn hat rechts warmes und links kaltes Wasser. In der Schule verbrenne ich mich dann regelmäßig...
OMG der Dosenöffner! Hilfe, erwähne nie das Wort Dosenöffner in meiner Gegenwart, den kann ich noch nicht mal mit rechts bedienen! :rolleyes:


Seid nicht sauer auf mich, so wie ihr das aufgegriffen habt, war es nicht gemeint. Ich weiß nicht wie es mir ginge, wenn man mir die Rechte verbieten würde. (Woher auch?) Ich glaube, ich würde sterben oder so, ich hänge sehr sehr an ihr. Ich hänge vermutlich aus noch ganz anderen Gründen an meiner rechten Hand als ihr. Wenn du mich fragst, wäre es das, was ich bei einem Unfall nicht verlieren möchte.


Ganz liebe Grüße
Leaa

Ursula
14.12.2008, 00:15
Hallo Leaa,
In diesem Fall das links schreiben lernen. Ich mache so etwas nun einmal gerne, es macht mir Spaß

ich konnte mir bisher nicht vorstellen, dass jemand freiwillig mit der "falschen" Hand schreiben lernen möchte.

Auf der Seite von Frau Dr. Sattler habe ich folgendes gefunden:
FAQ-Bereich


Frage: Kann es für mich zu irgendwelchen Schäden kommen, wenn ich als Linkshänder mir selbst das Schreiben mit der rechten Hand angewöhne?

Antwort:
Ja, auf jeden Fall.
Dieser Gedanke, oft mit dem Ziel, ein "Beidhänder" zu werden, ist voller Gefahren für die eigene Gesundheit und das eigene Wohlbefinden.
Es können alle Primärstörungen (Gedächtnis- und Konzentraionsstörungen etc.) sowie Sekundärfolgen (Minderwetigkeitskomplexe, Unsicherheit, psychopathologische Reaktionen etc.), wie sie ab S.49 in "Der umgeschulte Linkshänder oder Der Knoten im Gehirn" von Dr. Sattler beschrieben sind, auftreten.
Und beidhändig wird man nur insofern, dass man die Stärke der dominanten Hand verliert und schließlich "beidhändig beidseits schlecht" hantiert.


das müsste dann ja auch für Rechtshänder gelten, die sich das Schreiben mit der linken Hand angewöhnen.

Auf jeden Fall finde ich es gut, dass sich eine "junge" Rechtshänderin damit beschäftigt, und ich aus diesem Grund nochmal über meine "Pfötchen" nachdenken musste.

.

Leaa
14.12.2008, 10:27
Hallo Ursula,

Jetzt hast du mich aber wirklich verunsichert.

Einerseits finde ich es total toll, wenn ich etwas mit meiner linken Hand machen kann. (ich habe sogar das Gefühl die freut sich richtig! :D ) Mir fällt es leicht und ich habe überhaupt keine Probleme damit.
Wenn du mich so fragst würde ich sogar sagen, die Hand fühlt sich nicht einmal "falsch" an, nur eben ungeübt.
Andererseits will ich auf keinen Fall meine Fähigkeiten in der rechten Hand verlieren. Das würde mir sogar meine Berufswünsche vermasseln.

Könnte ich es aber nicht einfach versuchen und wenn ich merke, dass ich Schwierigkeiten bekomme, einfach aufhören? Das wäre für mich eine einfache Lösung. Dann hätte ich erstmal mein Vergnügen und könnte dann ohne Probleme aufhören. Geht das?

Es wundert mich schon, dass das Linksschreiben so viel Spaß macht. Meine Eltern meinten, sie konnten als ich ein Kind war nie wirklich erkennen, ob ich jetzt Links oder Rechtshänder war. Ich war mit beiden Händen gleich geschickt. Später habe ich dann mehr mit rechts gemalt. Im Waldorfkindergarten war das dann immer so. Aber den berühmten Babyplastiklöffel hatte ich auch. Irgendwie habe ich mich auf jeden Fall für rechts schreiben entschieden. Jetzt ist meine Frage: Ist es möglich, dass die Händigkeit bei mir einfach nicht so stark ausgeprägt ist? Ich habe keine Probleme mit links, keine mit rechts. Wäre das vielleicht möglich?

Wäre schön, wenn du mir dabei auch helfen könntest.

Ganz liebe Grüße
Leaa

Britta
14.12.2008, 10:33
Guten Morgen Leea,

mal eine ganz doofe Frage: Bist du dir sicher, daß du überhaupt wirklich ein waschechter Rechtshänder bist?? :cool:. Die Frage tat sich mir jetzt beim Lesen irgendwie auf :confused: (natürlich ist jetzt nicht jeder der mit links Dinge kann ein umgeschulter Linkshänder, allerdings kenne ich persönlich keinen echten Rechtshänder, der mit links alles genauso machen kann wie mit rechts.) Ich habe mich nämlich auch immer für einen echten Rechtshänder gehalten, da ich so gut wie alles mit rechts gemacht habe und es sich nie falsch angefühlt hat (und sich auch immer noch nicht falsch anfühlt). Auch ich hänge an der rechten Hand und feinmotorische Probleme hatte ich auch nie (auch nicht beim Schreiben, ich kann mit einem Pinsel feinste Striche mit rechts ziehen etc.). Ich kann mich übrigens auch an überhaupt keine negativen Äußerungen bezüglich meiner linken Hand erinnern...

War nur mal so ein Gedankengang von mir, nichts für ungut ;).

LG Britta

Ups, jetzt haben wir unsere Beiträge fast zeitgleich geschrieben, daher habe ich deinen letzten hier noch nicht berücksichtigt, sorry.

Judith Bremer
14.12.2008, 10:38
Hallo Leaa,
bevor ich alle Beiträge gelesen habe, hatte ich auch die Vermutung, dass Du vielleicht umgeschult linkshändig bist. Daher auch Dein besonderes Interesse.
Wenn Du wirklich Klarheit darüber möchtest,rate ich Dir zu einer Händigkeitstestung ( Adressen sind in diesem Forum zu finden).

Grüße von der Küste

Leaa
14.12.2008, 14:01
Hallo Britta,

Nein, natürlich bin ich mir nicht sicher, ob ich wirklich Rechtshänder bin. Es wäre gut möglich, dass das nicht stimmt. Wie hast du denn gemerkt, dass du nicht Rechtshänder bist? Hast du alltägliche Dinge mit links gemacht? Nur geschrieben und geworfen etc. mit rechts?
Ich habe mich bis vor ca. einem Jahr nicht um Unterschiede zwischen links und rechts gekümmert. Erst dann hab ich mal mit zwei Freundinnen ausprobiert, mit links zu schreiben. Das war ein ganz lustiger Akt, wir haben viel gelacht. Nach ein oder zwei Tagen haben wir das nicht mehr gemacht. Naja ich habe das irgendwie noch einmal aufgegriffen, weil ich das weiterhin spannend fand. Vor vielleicht ein oder zwei Monaten. Und wieso auch immer, es macht mit total Spaß. Ich versuche das nur, wenn ich Zeit habe und wenn ich nichts für die Schule schreiben muss und wenn grade niemand schaut ;). Ich schreibe für mich alleine und es sieht auch nicht mehr komisch aus, aber irgendwie finde ich das trotzdem total toll. Ich freue mich, wenn die Schrift gut leserlich ist und feile daran, dass es besser wird und schneller geht. (Im Moment schreibe ich noch wie eine Viertklässlerin! :D) Was ich hier im Forum gelesen habe mit der Spiegelschrift klappt auch gut. Das mache ich auch gerne, werde es aber bald wieder lassen, damit ich mich nicht vollends verwirre ;)

Sonst mache ich auch fast alles mit rechts, obwohl das alles fast genauso gut mit links geht, wenn ich es probiere. Von Haarekämmen über Zähneputzen bis Werfen. Klappt alles! Ich kam bis jetzt nur eher nicht darauf, es zu probieren.


Hallo Judith Bremer,

Natürlich wäre das eine Möglichkeit mit einem Test. Klarheit hätte ich dann schon. Aber nehmen wir an, ich würde einen Test machen. Dabei käme vielleicht raus, ich sei Linkshänder. Wirklich ändern würde sich wohl für mich nichts. Ich vermute, ich würde weiterhin mit rechts schreiben, vielleicht noch zum Spaß (wie jetzt auch) das Linksschreiben lernen. Malen und zeichnen würde ich auf jeden Fall weiterhin mit rechts. Wenn ich etwas gut kann, dann ist das Malen, Zeichnen, Photoshop und kreativ sein. Alles mit rechts! Ich weiß nicht, ob meine linke Hand in der Lage wäre, all das zu übernehmen und genauso gut auszuführen. Wäre zwar schon spannend, zu wissen, was ich bin, aber ich habe mir nie über meine Händigkeit Gedanken machen müssen. Im Grunde müsste alles ohne Probleme so weitergehen können, wie es bis jetzt ging.

Dennoch meine Frage ist noch offen. Kann mir jemand sagen, ob die Händigkeit möglicherweise einfach nicht stark ausgeprägt sein muss?

Ganz liebe Grüße und danke für die Antworten.

Leaa

Charlotte
14.12.2008, 14:55
Hallo Leaa,
zu deiner Frage:
"Kann mir jemand sagen, ob die Händigkeit möglicherweise einfach nicht stark ausgeprägt sein muss?"
kann ich dir (nicht nur als Ergotherapeutin, könnten auch viele andere) sagen, dass es tatsächlich einige Leute gibt, bei denen die Händigkeit nicht so stark ausgeprägt ist. Es gibt u.a. einen Test, der in der Händigkeitstestung auch benutzt werden kann, den "Handdominanztest", der als Ergebnis diese Aussage haben kann.
Zu berücksichtigen ist dabei aber auch immer, dass es viele Leute gibt, die mit der einen Hand geschickter, kräftiger oder/und schneller sind, also auch da unterschieden wird.

Neurologisch muss man berücksichtigen, dass es bei einer nicht klaren Handdominanz dazu kommt, dass die Körpermittellinie weniger überkreuzt wird. Diese Überkreuzung ist aber so wertvoll, um die verschiedenen Hirnhälften miteinander zu verknüpfen. Das ist sowohl für die motorische, also auch für die kognitive und psychoemotionale Entwicklung wichtig.

Leaa, du schreibt, du warst im Waldorfkiga. Berücksichtige bei deiner "Suche", dass es noch nicht lange her ist, als diese Pädagogik noch der Meinung war, dass die Rechtshändigkeit wichtig ist. Ich möchte hier niemandem zu nahe treten, aber...

Ursprünglich begann diese ganze Diskussion hier mit Michael, der üben wollte, links zu schreiben.
Da er (oder wer das noch alles mal üben will) so nie zum Linkshänder wird , sehe ich das nicht so wild, könnte das eine "Phase" nennen....
Schade nur, dass er nichts sinnvolleres für sich und seine Umwelt zu tun weiss!

Viele Grüsse
Charlotte

Leaa
14.12.2008, 16:56
Hallo Charlotte,

Fragen über Fragen...

Erst mal wie äußert sich das denn, wenn die Hirnhälften nicht miteinander verknüpfen? Ist man dann unfähig, bestimmte Dinge (z. B. balancieren oder auswendig lernen) zu tun?

Mit dem Waldorfkiga wusste ich allerdings auch nicht, was die gemacht haben. Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals dafür bestraft worden zu sein, die falsche Hand benutzt zu haben. Ich fand Waldorfkindergarten immer toll. Auch meine Eltern. Wie lange ist das denn etwa her, dass sie dort Kinder umerzogen haben? Steiner ist doch schon eine Weile tot, da müsste sich doch etwas getan haben. Seine Pädagogik war 1910 oder so modern. Ich dachte, nur das Prinzip sei bei den Waldorflern erhalten geblieben. Oder nicht?

Ganz liebe Grüße
Die verwirrte Leaa

Britta
14.12.2008, 17:35
Hallo Leaa,

ich bin ganz zufällig auf das Thema Linkshänder gestoßen. Ich bin über ein ADS-Forum drauf gekommen. Ich bin innerlich permanent unruhig, habe Probleme mit der Konzentration. Mit Mathe habe ich große Probleme. Ich kann mir Informationen kaum merken (wenn mir z. B. ein Arzt etc. etwas erzählt, höre ich es in dem Moment, "weiß" aber hinterher nicht mehr, was er gesagt hat bzw. kann es nicht wiedergeben. An viele Dinge kann ich mich nicht mehr erinnnern, nur noch an einige Dinge, die hängen geblieben sind. So geht es mir auch oft mit Dingen, die ich lese). Meine Probleme der Umschlung liegen also eher auf dieser Schiene, mit der Feinmotorik und Schrift habe ich dagegen keinerlei Probleme.

Ich mache eigentlich nur ganz minimale Dinge mit links, die nie jemandem aufgefallen sind - mir selber auch nicht. Ich ziehe z. B. die Zunge an den Schuhen nur mit links hoch oder die Banane wird mit rechts aufgemacht (weil ich in der Hand mehr Kraft habe durch die Jahre), den Rest ziehe ich aber mit links runter. Oder ich kratze mich z. B. eigentlich nur mit links (es sei denn, ich komme mit links nicht dran :D). Eben so Kleinigkeiten. Ich war bei zwei Linkshandberaterinnen nach Methode Sattler und ich bin ein umgeschulter Linkshänder...

Ich kann mich absolut an keine schlechten Worte erinnern wegen meiner linken Hand, allerdings habe ich von meinen Eltern Tonbandmitschnitte bekommen (eine Kassette wurde im Alltag im Hintergrund laufen gelassen) und dort ist zu hören, wie ich die Apfelstücke in die andere Hand nehmen soll (allerdings freundlicher Ton) etc. Da war ich ca. 18 Monate alt.

Mir geht es da übrigens auch wie dir: Ich kann recht gut zeichnen und solche Sachen und ich habe auch Angst, daß ich mit links niemals so gut sein kann wie mit rechts. Hier liegt bei mir eindeutig eine Blockade im Kopf, weswegen ich bisher noch nicht wirklich auf links umstellen konnte, ich arbeite aber daran, denn mir ist es aufgrund der anderen Probleme wichtig und ich hoffe mir da langfristig eine Verbesserung...

Liebe Grüße
Britta

Leaa
14.12.2008, 19:29
Oh, das hört sich nicht sehr schön bei dir an. Irgendwie erkenne ich mich schon mit deinen aufgezählten Problemen wieder, irgendwie aber auch nicht. Ich bin auch oft unruhig, das fällt aber keinem auf, ich wirke da wohl eher angepasst. Die Probleme mit Mathe habe ich auch. Sehr sogar, obwohl ich sonst in der Schule überall locker im grünen Bereich bin. Ich werde eine Nachhilfe bekommen, vermutlich habe ich eine sechs oder fünf geschrieben. Manchmal habe ich das selbe wie du, dass mir jemand was erzählt und es kommt gar nicht richtig an. Ich könnte wahrscheinlich auf "Was habe ich gesagt?" antworten direkt danach aber nach 20 Sekunden nicht mehr. Das ist aber nicht immer so nur ab und zu. Wenn ich mir sage, dass ich mich jetzt konzentrieren will, dann klappt das auch. Das ist auch so bei schwierigen Texten. Wenn ich mir sage, dass ich das verstehen will, dann klappt das. Was ich auch sehr oft habe ist, dass ich weiß, dass ich eigentlich etwas tun müsste, aber es doch nicht schaffe, mich hinzusetzen um wirklich etwas zu tun. (Typisch ADHS eigentlich aber das habe ich zum Glück mit Sicherheit nicht.)
Früher hatte ich Probleme mit dem Schnellschreiben. Die sind heute zu meinem Glück verschwunden. Mich hat das richtig fertig gemacht, die Langsamste der Klasse zu sein. Ich bin auch wirklich froh, dass das vorbei ist.
Ich glaube meine Eltern haben mich nie absichtlich dazu ermuntert, irgendetwas in die andere Hand zu nehmen. Das Einzige, was wir gemacht haben, war gemeinsames Malen. Also meine Mama führt meine Hand, oder ich ihre. Das fand ich immer toll, sie nicht so sehr. :D Da sie Rechtshänderin ist könnte das natürlich abgefärbt haben. Sonst war da nur noch das Babylöffelchen. Aber etwas anderes fällt mir nicht ein. Deshalb kann ich nicht so richtig glauben, dass ich umgeschult wurde. Irgendwie kommt mir die Sache sehr unlogisch vor. Daher kann ich mir nicht vorstellen, dass meine Probleme daher kommen. Ich meine das ist doch normal oder? Jeder kann irgendetwas schlecht. Oder nicht? Ist denn jedes Schlechtkönnen Ergebnis einer Krankheit?

Auf jeden Fall hoffe ich sehr für dich, dass du deine Probleme dadurch in den Griff kriegst. Wer weiß, vielleicht ist das wirklich der Schlüssel! Du schaffst das schon, Britta! :)

Ganz viel Glück und liebe Grüße
Leaa

Britta
14.12.2008, 19:45
Hallo Leaa,

danke dir :D.

Ich glaube auch nicht, daß jedes Schlechtkönnen Ergebnis einer Krankheit ist :). Also, wenn es dir im Prinzip sowieso gut geht und alles im grünen Bereich ist, belass (schreibt man das so, sieht merkwürdig aus) es dabei. Jeder Mensch ist ja sowieso anders, genauso wie jede Umschulung sich wieder anders auswirkt. Ich denke, daß bei mir auch andere Dinge mit rein spielen und die Umschulung nicht einzig und alleine Hauptfaktor für meine Probleme ist...

Umschlung kann übrigens auch einfach nur durch Nachahmung erfolgen, indem man sich als Kind an rechthändigen Eltern oder anderen Kinder (im Kindergarten) orientiert.

Viele liebe Grüße
Britta

Leaa
14.12.2008, 20:22
Hallo Britta,

Genau das werde ich tun! Mir geht es gut und das soll auch so bleiben. Wenn ich in fünf Jahren seltsam grundlose Probleme bekomme, werde ich so einen Test machen. Bis jetzt geht es ja wirklich gut, ob jetzt links oder rechts. Links kann ich ja weiterhin einfach so schreiben wenn ich das möchte. Sollte ich dadurch Probleme kriegen, lasse ich einfach ganz schnell die Finger davon :D

Danke für deine Hilfe und ganz liebe Grüße!
Leaa

Charlotte
15.12.2008, 12:27
Hallo Leaa,
ich bin dir noch die Antwort schuldig, in der es um die Verknüpfung der Hirnhälften ging. Kleiner Exkurs in die Neurologie... jede Hirnhälfte hat seine Aufgabe, ganz grob: eine ist für die ganzheitliche Wahrnehmung ("oh, ein freundlicher Mensch, der meint es gut mit mir"), die andere für die einzelheitliche Wahrnehmung ("dieser Mensch hat blaue Augen, eine Brille, Ohrringe...") zuständig. Um die Wahrnehmung optimal zu gestalten, braucht man beide Informationen und sollte diese verknüpfen können.
Häufiger erlebe ich aber die Probleme bei Tätigkeiten, die koordiniert mit beiden Händen ausgeführt werden sollten (z.B. genau ausschneiden, Ball fangen, Klatschspiele, Nadel einfädeln, Reißverschluss einfädeln etc.).
Eine dritte häufige Problematik sind Schwierigkeiten in der räumlichen Wahrnehmung: Zahlendreher (13 oder 31), d und b verwechseln, ei und ie , aber auch Abstände z.B. beim Autofahren einschätzen können, links und rechts verwechseln...)
Wichtig ist: diese Probleme können natürlich auch viele andere Ursachen haben. Da braucht es wieder den Fachmann (oder die Fachfrau;)).
Aber du hast recht: wenn es dir gut geht, dann reicht es, wenn du in dich hinein horchst. So merkst du, ob du was ändern solltest.
Wegen der Steiner-Pädagogik: das ist sicherlich so individuell wie die ErzieherInnen, die da unterwegs sind....
Lieben Gruss
Charlotte

Charlott
15.12.2008, 17:48
Hallo Leaa,
zu den verschiedenen Beobachtungen hinsichtlich der Waldorfpädagogik kannst Du in diesem Thread weiterlesen:

http://www.linkshaenderforum.org/forum/showthread.php?t=13230

Zu Deiner Frage mit der freiwilligen Teilumschulung möchte ich Dir das Schicksal von Karl ans Herz legen. Du findest diese Geschichte im Vorwort zum Knotenbuch (http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3403026450/httpmengeccli-21/)von Frau Dr. Sattler. Herr Dr. Ivo-Kurt Cizek erzählt sie dort: Sein Freund Karl war immer Klassenbester und Rechtshänder gewesen. Er hatte beste Aussichten, ein hervorragender Chirurg zu werden. Dann begann er, seine linke Hand zu trainieren.

Ich kann Dir hier nicht die gesamte Geschichte aufschreiben. Vielleicht sind aber diese beiden Sätze für Dich wichtig:

"Die Lebenstragödie von Karl bekam plötzlich Erklärung und Begründung. Durch die selbst durchgeführte Umschulung, durch das massive Training seiner linken Hand wurde er mit allen Umschulungsfolgen konfrontiert, ..."

Dann denke ich noch an das umfangreiche Experiment, das in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts durchgeführt wurde. Damals sollte den Kindern, die an dem Experiment teilnahmen, Beidhändigkeit beigebracht werden. Die jeweilige nichtdominante Hand wurde geübt. Dieses Experiment lief sowohl für die Links- als auch für die Rechtshänder außerordentlich negativ aus und wurde eingestellt.

Das Experiment, das Du gerade an Dir durchführst, hat in der Vergangenheit den beteiligten Personen viele negative Auswirkungen, Umschulungsfolgen und Beeinträchtigungen gebracht. Die Folgen werden nicht alle sofort sichtbar. Viele Umschulungsfolgen stellen sich, je nachdem, wie man die Mehrbelastung kompensieren kann, erst nach und nach schleichend ein.

Im Interesse Deiner Gesundheit und der Verwirklichung Deiner Lebensziele kann ich Dir nur empfehlen, Dein begonnenes Experiment einzustellen.


Beim Lesen Deiner Beiträge ging es mir wie den anderen: Mir kommen ernsthafte Zweifel an Deiner Rechtshändigkeit. Vielleicht liest Du Dich noch ein bisschen durchs Forum und findest den Weg zu einem erfahrenen und gut ausgebildeten Linkshänderberater. Weil Du als Kind die Hand oft gewechselt hast und keine Hand eindeutig bevorzugt hast, ist der Test eventuell nicht ganz einfach.

Falls bei Dir tatsächlich eine unterdrückte Linkshändigkeit vorliegt, kann der Linkshänderberater Dir auch weiterhelfen, über das Wann und Wie einer Rückschulung zu entscheiden, ohne dass Deine beruflichen Pläne in Gefahr geraten.

Liebe Grüße und alles Gute für Dich von Charlott

Leaa
16.12.2008, 16:24
Hallo Charlotte,

vielen Dank für deine Erläuterung. Ich kann wohl mit Sicherheit sagen, dass ich von diesen Problemen bis jetzt zum Glück verschont wurde. Ich hoffe sehr, das bleibt auch so.
Ja, mir geht es gut, ich bin absolut glücklich so, wie ich bin! :D
Wahrhaft etwas ändern brauche ich also nicht.
Zu meinen Erzieherinnen kann ich sagen, dass sie alles sehr sehr liebe Menschen waren, bei denen ich mir nicht vorstellen kann, dass sie mich umerzogen haben. Allerdings kann ich es ja natürlich nicht ausschließen, da ich ja auch bei meinen Eltern einen wunderschönen rosa Plastiklöffel für rechtshändige Babys gefunden habe. Und welches Kind merkt sich schon, wenn es das Wachsmalblöckchen ganz freundlich in die andere Hand gelegt bekommt? Ich kann auch gut beim betreffenden Kindergarten mal versuchen nachzufragen. Habe immer noch recht guten Kontakt.

Ganz liebe Grüße
Leaa

Leaa
16.12.2008, 17:18
Hallo Charlott,

ist ja lustig, dass du direkt unter Charlotte schreibst!

Was du geschrieben hast, hat mich sehr erschreckt.
Ich habe das Vorwort im Internet gefunden und gelesen. Ich kann nun kaum mehr etwas zu meiner Verteidigung sagen. Eigentlich nur noch, dass ich ja nicht vor habe, meine Linke mehr als meine Rechte zu benutzen. Zumindest sage ich mir das so. Wie das aussehen würde, wenn ich genauso schnell schreiben könnte wie mit rechts, weiß ich aber auch nicht...

Sollte meine linke Hand die Nichtdominante sein, besteh also die Gefahr, dass ich mich kaputtmache. Das will ich nicht. Natürlich nicht. Andererseits stecke ich viel tiefer in der Zwickmühle als erwartet. Für mich ist das Linksschreiben längst kein Experiment mehr. Ich liebe es direkt. Ich finde Linksjugurtlöffeln, Linkszähneputzen, Linkshaarekämmen toll. Aber darauf kann ich ohne Probleme verzichten. Aber nicht auf das Linksschreiben. Ich weiß nicht, was ich mir da in den Kopf gesetzt hab. Ich schreibe in der Bahn mit links, beim Vokabellernen, wenn ich meinen Freunden schreibe... In der Schule schreibe ich immer noch mit rechts. Das soll eigentlich auch so bleiben.

Mit rechts schreibe ich schön (und klein), das gefällt mir (den Lehrern weniger). Mit links schreibe ich so, dass es mir Spaß macht zu schreiben. (Mit Sicherheit nicht schön. Und groß.)

Ich bin bereits an einem Punkt, an dem ich das Linksschreiben nicht mehr aufgeben möchte. Es ist für mich zu meinem mit am meist geliebten Hobby geworden. Ich will nicht aufhören! Ich kann das nicht! Auch wenn ich weiß, es macht mich krank. (Und ich weiß auch, dass das unvernünftig ist.)
Die andere Seite ist fast genauso schlimm. Ich will nicht so krank werden, wie beschrieben und auch nicht meine Fähigkeiten in der rechten Hand einbüßen. Erst recht nicht beides. Das wäre genauso hart wenn nicht sogar härter für mich, nicht mehr malen und zeichnen zu können. Das würde mir wirklich alles versauen. Meine Hobbys, meine Wünsche und und und...

Ich weiß nicht, wie ich jetzt weiter machen soll. Ich hoffe, irgendjemand hat hier eine Idee. (Nein, ehrlich gesagt hoffe ich darauf, dass mir jemand Entwarnung gibt. Aber das ist wohl noch Unvernünftiger.)

Liebe Grüße
Leaa

Kirsten
16.12.2008, 20:12
Hallo Leaa,

da gibt es nur eines: Mach einen Händigkeitstest. Und besprich dann mit der Fachperson, wie du weiter vorgehen sollst.

Viele Grüsse
Kirsten

Charlott
16.12.2008, 20:31
Hallo Leaa,

Kirsten hat kurz und knapp ausgedrückt, was auch mir durch den Kopf ging.

Und vielleicht sind das im Moment alles Zeichen, die Dir Dein Körper gibt. So, wie Du Deine Freude beim Werkeln mit der linken Hand beschreibst -
man möchte meinen, Du steckst schon mitten in der Rückschulung auf Deine dominante linke Hand.

Aber dazu brauchst Du erst die Sicherheit, dass die Richtung wirklich stimmt. Und fachkundige Beratung bei der Rückschulung ist ebenso wichtig.

Zum Malen und Zeichnen kann Dir vielleicht dieser Thread Mut machen:

http://www.linkshaenderforum.org/forum/showthread.php?t=3930

Aber wie gesagt: erst der Händigkeitstest.

Liebe, herzliche Grüße von Charlott

Britta
16.12.2008, 20:35
Hallo Leaa,

ich kann mich Kirsten da nur anschließen. Laß dich testen um Klarheit zu bekommen.

Lieben Gruß
Britta

P.S.: Ich kann dir noch das Buch von Ulla Laufs empfehlen: "Wir haben zu wenig echte Linkshänder" (http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3931953009/httpmengeccli-21).
Erst hier habe ich viele kleine Verwirrungen meines Alltags beschrieben gefunden, die ich niemals mit einer Umschulung in Verbindung gebracht hätte.
Ich konnte z. B. dafür mit dem Buch von B. Sattler (das mit dem Knoten im Gehirn) nicht so sehr viel anfangen.

Marina Neumann
17.12.2008, 19:28
Hallo Leaa,
in meiner Beratungsstelle habe ich inzwischen einige Menschen erlebt, die so wie du, das Schreiben mit links sehr sehr gern gemacht haben. Sie haben also reichlich Tagebuch oder andere persönliche Anmerkungen zuhause mit links geschrieben. In der Öffentlichkeit, d.h. auf ihrer Arbeitsstelle haben sie dann mit rechts geschrieben.
Manche haben dieses jahrelang so gemacht, und das Ergebnis war erschreckend. Manche sind zusammengebrochen andere waren kurz davor.
Es ist sehr wichtig, sich zu entscheiden und möglichst natürlich für die dominante Hand.
Auch ich empfehle dir, bald einen Händigkeitstest zu machen, damit du für dich Klarheit bekommst und nicht in einer unnötigen Verwirrung endest.

Nina
19.12.2008, 14:14
Hallo Leaa!

Was du beschreibst, kann ich gar nicht nach empfinden. Seit ich in der Rückschulung bin und nur noch mit links schreibe und hantiere, tut mir rechtsschreiben richtig weh, selbst wenn ich noch ab und zu das Bedürfnis dazu hatte, von wegen anpassen und 'sein wie die anderen'.

Ich habe am Anfang vermieden, in der Öffentlichkeit zu schreiben, weil ich es nicht mit links machen wollte. Nach ein paar Wochen ging das aber nicht mehr, und ich habe meine rechte Hand zum schreiben genommen, und das Ergebniss war sehr furchterregend. Ich habe sofort Verkrampfungen in der Hand und die alten pochenden Kopschmerzen bekommen, mich total unwohl gefühlt.

Seitdem lasse ich das, ist auf jeden Fall besser für mich, auch wenn mein psychisches Muster von wegen 'ich will nicht die Einzige sein, die mit links schreibt' noch aufgelöst werden muss.
Ich finde es toll, im Moment eine linkshändige Lehrerin zu haben. Ich bin ein Mensch, der definitiv Vorbilder braucht, auch wenn ich kein Kind mehr bin. ;-)

LG

Leaa
20.12.2008, 16:21
Hallo ihr alle!

Ich habe in den letzen Tagen bewusst nichts geschrieben, weil ich erst mal für mich überlegen wollte, ohne mich beeinflussen zu lassen. Mittlerweile bin ich der Meinung, dass ich nicht unbedingt einen Händigkeitstest machen muss. Ich bin mir etwa 90%ig sicher, Rechtshänderin zu sein. Selbst wenn ich Linkshänderin wäre, stünde für mich fest, dass ich nicht rückschulen würde. Wieso auch? Ich bin glücklich und meiner Meinung nach auch ganz gesund! Gespräche mit meinen Eltern haben ergeben, dass sie sich am Ende der Kindergartenzeit sehr sicher sein konnten, dass ich rechts bevorzuge auch wenn ich mit beiden Händen gleich geschickt war. Ich Kiga bin ich definitiv nicht absichtlich umgeschult worden. Auch da habe ich mich erkundigt. Ebenso den Rechtshänderlöffel habe ich laut meiner Eltern nie benutzt. Sie erklären sich meine fehlende Probleme beim Werkeln mit der linken Hand ganz einfach so, dass ich sehr feinmotorisch bin und es mir deshalb leicht fällt. Auch wenns angeberisch klingt: Generell kann ich das bestätigen, ich kann auch feinmotorische Übungen mit der rechten Hand leichter machen als andere Rechtshänder.
Das würde eigentlich auch erklären, warum ich jetzt keine Probleme mit meiner rechten Hand bekomme, obwohl ich viel mit links gemacht habe. Ich bin höchst wahrscheinlich einfach Rechtshänderin, die gerne experimentiert. Und eher nicht Linkshänderin, die umgeschult wurde.

So, meint ihr, dass das so logisch ist? Mir kommt es durchaus logisch vor. Ist ein Test wirklich noch nötig?

Liebe Grüße
Leaa

Fiore
20.12.2008, 17:08
Hallo Leaa,

was erwartest Du denn jetzt für eine Antwort von uns? Du selbst hast jetzt erfahren, dass es sehr gefährlich sein kann mit rechts und links zu schreiben und bist Dir auch nicht sicher ob Du wirklich eine Rechtshänderin bist. Du musst keinen Händigkeitstest machen und wenn Du keine Rückschulung machen willst -sofern rauskommen sollte dass Du doch eine Linkshänderin bist, wie auch immer, ist das auch in Ordnung. Nur sollte Dir klar sein, dass es für das Gehirn überaus schädlich ist, sich auf solche Experimente einzulassen. Du wirst auch keine anderen Meinungen hier lesen werden. Ich selber kann aus Erfahrung sprechen dass sich, seit meiner Rückschulung, enorm viel in meinem Gehirn verändert hat..ich merke richtig die Ausmaße und den großen Eingriff ins Gehirn. Du musst für Dich entscheiden ob Du die Risiken mit dem Schreiben beider Händen verantworten kannst. Deine Freude am links Schreiben zeigt eigentlich eindeutig, dass du linkshändig sein könntest.

Liebe Grüße von fiore

Leaa
20.12.2008, 23:09
Hallo fiore,

danke für die ehrliche Antwort. In einer Sache irrst du jedoch. Würde ich um eure Meinung bitten, wenn ich sie nicht hören will? Ich schrieb nur, dass ich mich nicht beeinflussen lassen will, jedoch nicht, dass ich nicht die Meinung anderer hören will und sie nicht in meine Entscheidungen einbeziehen möchte. Letztendlich wird es ja schließlich meine Meinung sein, die entscheidet, wie es weitergeht, es sei denn, meine Eltern schleifen mich zum Arzt.
Ich bekomme auch außerhalb dieses Forums hier Unterstützung zu dem Thema. Es gibt verschiedene Ansichten zu dem Thema und ich bin auch froh darüber, verschiedene zu hören. Ich tue keine der bisher gehörten Meinungen als komplett falsch ab. Sie sind alle von Menschen, die sich mit diesem Problem länger beschäftigt haben. Dennoch gehen sie sehr weit auseinander.
Halte mich für ignorant, aber mein persönliches Gefühl sagt mir, dass ich an meinem "Experiment", das schon einige Zeit andauert, keinen Schaden genommen habe. Es ist natürlich möglich, dass dieser sich noch zeigt, das kann ich nicht beurteilen. Ebenso sagt mir mein Gefühl, dass ich Rechtshänderin bin. Jetzt ist es nur ein Gefühl. Und dieses täuscht auch mal des öfteren. Aber solange ich mir sagen kann, dass alles in Ordnung ist, wird es für mich auch in Ordnung sein. Stellte sich eines schönen Tages heraus, ich sei doch Linkshänderin, wäre nicht mehr alles in Ordnung. Ich hätte das Bedürfnis, etwas ändern zu müssen. Ebenso das Bedürfnis, alles beim alten zu belassen. Schließlich lief es all die Jahre gut, wieso da etwas ändern? Bis jetzt habe ich definitiv nie Probleme gehabt. Es wäre doch absurd, sich rückschulen zu lassen. Fiore, ich habe immer viel mit beiden Händen gemacht. Hatte damit nie Schwierigkeiten. Mit beiden Händen zu schreiben ist für mich womöglich nicht so ein großer Schritt wie für einige andere. Zu meiner eigenen Sicherheit, der Vernunft wegen, habe ich mein "Experiment" eingegrenzt. Ich schreibe noch ab und zu mit links, aber nicht mehr im selben Ausmaß wie zuvor. Wie gesagt, für mich ist es ein geliebtes Hobby, was auf einmal schädlich ist.

Ganz liebe Grüße und erneut danke für deine Antwort,
Leaa

Fiore
21.12.2008, 14:16
Hallo Leaa,

ich kann nur von mir berichten was für fatale Folgen die gezwungene Umschulung bei mir bewirkte und dies auch bei anderen Umgeschulten der Fall ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Dein Gehirn anders wie bei anderen Personen funktionieren soll ;O). Fakt ist einfach, dass Beidhänder gehirngeschädigt sein sollen (laut Johanna Barbara Sattler) und Schreiben mit beiden Händen einfach ungesund ist. Wieso möchtest Du Deinem Gehirn soetwas antun? Ich habe auch nie einen Rechtshänder sagen hören, dass er gerne auch mit links schreiben lernen möchte. Wer möchte sowas freiwillig schon ausüben? Es gibt Menschen, die gesundheitstechnisch auf die andere Hand wechseln mussten und darunter sehr litten. Möchtest Du denn selber nicht auch Klarheit ob Du Links- oder Rechtshänderin bist? Du schreibst Du bist Dir nur zu 90 % sicher. Danach kannst Du Dich immer noch für oder gegen eine Rückschulung entscheiden, sofern Du eine Linkshänderin bist. Bist Du nicht neugierig und willst selber wissen wer Du bist? Also ich musste diesen Test unbedingt machen um Klarheit zu bekommen, obwohl mir eigentlich klar war, dass ich umgeschult wurde. Und ich finde mit Deinem Experiment ist nicht zu spaßen, Du kannst sehr große Verwirrung in Dein Gerhirn bringen. Ich wünsch Dir alles Gute.

Fiore

Helena
27.12.2008, 16:30
Ich bin selber voll RH und käme nie auf den Gedanken, plötzlich so Experimente wie Links schreiben lernen auszuprobieren. Kein gesunder RH würde das tun. Für uns RH «stimmt die Welt» ja, wie sie ist – leider noch immer mehrheitlich auf RH ausgerichtet.
Viele LH haben sich aber schon als Kleinkind selber umgeschult, weil sie alles der RH-Umgebung abgeschaut haben und können sich später gar nicht mehr daran erinnern.

Ich würde mich an Deiner Stelle trotzdem testen lassen – Du hast doch nichts zu verlieren!!!

Chrissi
27.12.2008, 22:42
Ich denke jeder sollte den Test dann machen wenn er/sie es selbst verantworten will. Nur dann bringt es vielleicht wirklich das was es soll.
Ich habe es intuitiv erspürt durch lange aktive Suche nach meiner "Fehlfunktionsquelle". Ich war mir so sicher, dass niemand dran rütteln konnte und ich habe auch niemanden gefragt. Ich meine die Entscheidung kann nur allein gefällt werden, zumindest bei Erwachsenen. Hätte ich Kinder mit dieser Frage, ginge ich natürlich mit ihnen zum Test, wenn ich es nicht selbst zu beurteilen mag.:o

Helmut
29.12.2008, 02:30
Hallo Laura,

Eine Umschulung auf die nicht dominante Hand ist ein massiver Eingriff ins Gehirn, und kann weitreichende Folgen nach sich ziehen.

Konzentrationsschwierigkeiten
Sprachstörungen bis zum Stottern
Orientierungsschwierigkeiten (z.B. links-rechts- Verwechslungen)
Mangel an Kreativität
Identitätsverlust
Unsicherheit
Zurückgezogenheit
erhöhter Leistungseinsatz
Lernprobleme, legasthenische Probleme
emotionale Probleme (z.B. Depressions-, Angstsymptome)
psychosomatische Beschwerden

Mehr dazu kannst Du hier lesen: Was Umschulung linkshändiger Kinder alles anrichten kann. (http://www.linkshand.menge.cc/kind.html)

Im Grunde gibt es keinen Unterschied ob freiwillig oder gezwungenermaßen, denn niemand schult sich so richtig freiwillig um auf die "falsche" Hand.

Erzähl doch mal ein bißchen von Dir.
Bist Du Linkshänder, oder Rechtshänder, oder denkst Du, dass Du die falsche Hand benutzt.

Bei jedem liegt der Fall anders.
So ganz allgemein kann ich deshalb Deine Fragen nicht beantworten.

Es wäre schön, wenn Du Dich nochmal melden würdest.

liebe Grüße, Ursula


Dem kann ich nichts abgewinnen, bin bihändig unterwegs, schreibe primär mit der rechten
Hand, mit Werkzeug in beiden Händen gleich geschickt, wobei die rechte Hand die Krafthand
ist. Zeichnen tue ich mit beiden Händen, große Pläne habe ich früher in der Zeit vor CAD auch
mit beiden Händen gezeichnet, je nachdem ob es mehr rechts oder merh links war.

Es gibt keine falsche Hand, es sei denn, man bildet sich das ein.

Ich kann keine der oben zitierten und angeführten Symptome für mich reklamieren, lebe in
einem ausgesprochen kreativen und auch die manuelle Komponente inklusive Feinstmotorik
nicht scheuendem Berufsfeld in dem ich eben nicht arbeite, sondern mich beschäftige.
Bihändigkeit ist ein großer Vorteil, einer, den ich nicht missen möchte. Ich kann nur jedem
anraten, die Fähigkeiten des Körpers bestmöglich zu trainieren und auch die schwächer aus-
gebildete Seite nicht zu vernachlässigen.
Die dadurch erreichte Vollständigkeit führt zu innerer Balance und auch nicht einseitiger
Betrachtungsweise.

Richtig ist, ich zitiere "links-rechts- Verwechslungen", die kommen mir beim Eindrehen von
Schrauben vor, denn ich muss jedesmal gezielt überlegen, in welcher Hand ich jetzt den Schraubendreher habe, bzw. beim Akkuschrauber in welcher Richtung der Laufrichtungs-
wähler steht (verwende primär Metabo-geräte) und in welcher Hand der gerade ist.
Ich hatte auch Null Probleme in Australien beim Autofahren in rechtsgelenkten Fahrzeugen.

Es geht übrigens nicht um "Umschulung" sondern um bestmögliche Beherrschung beider Seiten
und das ist auch stets Training des Empfindens und somit Denkens.

Je früher das geschieht, umso früher können die entsprechenden Synapsen im Gehirn ver-
schaltet werden, daher wurde ich schon als kleines Kind auf diesen Aspekt aufmerksam
gemacht und dazu angehalten beide Hände zu verwenden und trainieren.

Geschadet hat es nicht und mit beiden Händne schreiben zu können ist nicht gerade ein
Nachteil.

mfg

Helmut

Fiore
29.12.2008, 10:17
Hallo Helmut,

aber schau Dich doch im Forum mal um, es gibt viele von uns Umgeschulten die massive Probleme mit der Konzentration, etc. hatten und immer noch haben. Also kannst Du nicht mit Überzeugung sagen, dass man sich die Beidhändigkeit aneignen sollte. Wieso gibt es denn dieses Forum? Aber nun gut, jeder kann sich entscheiden wie er möchte, was er seinem Gehirn zumutet will. Ich kann nur von mir sagen, dass meine Konzentration, seit ich mich auf die "richtige" Hand umschule, besser geworden ist sowie mein Selbswertgefühl und da gibt es noch andere Punke die sich zum positiven geändert haben.

Liebe Grüße von fiore

Britta
29.12.2008, 10:44
Hallo Helmut,

ich denke mal, es ist vielleicht noch mal ein Unterschied, ob man mit beiden Händen gleich gut oder annähernd gleich gut hantieren kann oder nicht. Mein Mann z. B. sagt auch immer für ihn macht es keinen Unterschied, ob er die Dinge mit links oder rechts macht - er hat auch ebenso wie du, nicht die von Ursula beschriebenen Schwierigkeiten (seine Mutter und sein Bruder sind Linkshänder, er wurde also sicher nicht umgeschult, sondern hat von selber angefangen Dinge auch mit rechts zu machen).

Bei mir sieht es dagegen anders aus, denn ich bin eigentlich Linkshänder, wurde aber vom Kleinkindalter an angehalten die rechte Hand zu nehmen (ich kann mich bewußt nicht an negative Äußerungen bezüglich der linken Hand erinnern - aber das muss ja nichts heißen). Ich hantiere also fast ausschließlich mit rechts. Es geht mit links mittlerweile auch, aber für mich fühlt es sich meist nicht genauso (gut oder richtig) an wie mit rechts.

ICH habe sehr vieler dieser oben genannten Symptome, fühle mich seit je her irgendwie innerlich "zweigeteilt" und kämpfe quasi permanent gegen mich selber an, weil innerlich IMMER zwei Meinungen/Impulse vorhanden sind - DAS ist sehr anstrengend und macht mich oft verzweifelt und ich bin genervt von mir selber - trotzdem schaffe ich es irgendwie nicht (warum auch immer) oder nur sehr, sehr langsam auch dauerhaft die linke Hand mehr zu benutzen.

Das nur mal so aus meiner Sicht. Ich denke evtl. bringt es wirklich weniger Probleme mit sich, wenn man einfach problemlos beide Hände benutzen kann (da kenne ich aber ja jetzt auch nur deine Meinung und die meines Mannes). Eine permanente EINSEITIGE Nutzung der NICHT dominanten Hand kann ICH jedenfalls nicht problemlos oder toll finden :confused:.

Lieben Gruß
Britta

Helmut
01.01.2009, 01:30
ad fiore

Ich habe beschrieben, dass ich beide Hände gebrauche, ich denke nicht, dass ich zu einer
bestimmten Händigkeit getrieben oder gar gezwungen wurde. Erst durch das Lesen hier im
Forum bin ich erst auf diverse Themen/Probleme aufmerksam geworden, hat mich vorher
nicht beschäftigt. Zwar habe ich für eine meiner Mitarbieterin einst einen linkshändigen
Arbeitsplatz für CAD inklusive ergonomisch gestalter Spezialmaus eingerichtet, habe aber
damit bis auf eine kurze Eingewöhnungsphase genauso arbeiten können.

Wie beschrieben "Es geht übrigens nicht um "Umschulung" sondern um bestmögliche Beherr-
schung beider Seiten und das ist auch stets Training des Empfindens und somit Denkens",
ich selbst tue mir da keinen Zwang an, folglich habe ich da bis jetzt kein Problem gesehen.


ad britta

Es geht nicht um die permanente Nutzung der nicht dominanten Hand. Es geht wie beim
Klavierspielen darum auch die andere Hand optimal nutzen zu können, konkret mehr um
den Hausgebrauch denn um Virtuosentum der Spitzenpianisten, wo das vermutlich schon
zum Tragen kommt (welche Komponisten waren Linkshänder?).

Dein Mann scheint auch keine Probleme bei der Verwendung beider Hände zu haben, siehe
die Aussage "für ihn macht es keinen Unterschied, ob er die Dinge mit links oder rechts macht".

Zum Thema "zweigeteilt"

Immerhin nicht gespalten ... ich sehe in der Mehrschichtigkeit kein Problem, habe mir das in
der Berufswahl zu nutzen gemacht, da in meiner Tätigkeit das Hinterfragen permanent ge-
fordert ist. Im Gegensatz zur medizinischen Fraktion habe ich mich der ingenieurmäßigen
Fraktion im Baubereich zugewandt. Was mich dabei fasziniert ist, dass es da einige Linien
gibt, von denen ich zuvor nicht allzuviel gewusst habe und dennoch selbst in dieser Tradi-
tion stehe. Hat sich in voller Breite erst vor zwei Jahren herausgestellt, als ich Unterlagen
und Portraits der Vorfahren übernommen habe und diese näher begutachtet habe.

Was ich bei Dir (wenn ich darf) nicht verstehe ist das Spannungsfeld, das sich da aufzutun
scheint. Ich denke, dass stets beide Komponenten vertreten sein müssen und gegeneinander
abzuwägen sind.

Bei meiner Frau Tochter habe ich es im Baby-/Kleinstkindalter so gehalten, dass ich mit ihr
beim Wickeln und danach immer ein wenig Bewegungstraining betrieben habe um ihre moto-
rische Entwicklung zu fördern (und sie in Folge Raum erleben zu lassen). Im Zuge ihrer Ent-
wicklung sehe ich gewisse Präferenzen bezüglich der Händigkeit, Bleistift wird zur Zeit links
gehalten, andere Aktivitäten werden mit der rechten Hand ausgeübt.
Im Zuge der Herstellung von Spielzeug aus Holz kam "auch Sägen wollen" und so durfte sie
an die geführte Schneidladensäge. Zuvor sah sie, dass ich die Quadratleiste jeweils passend
zum Ende mit der rechten bzw. linken Hand abgesägt habe. Sie hat daher auch jeweils ver-
sucht mit einer der beiden Hände zu führen. Mit ein wenig Hilfe und einem feineren Sägeblatt
hat sie dann schon ein wenig gesägt, da war sie ca. 2 1/4. Ich versuche sie möglichst an
allen Aktivitäten teilhaben zu lassen und mit einzubinden, macht ihr Spaß und ich versuche
das wo immer es geht. Dabei beobachte ich stets wie sie etwas macht und welche Hand
sie wozu benutzt. Bin schon gespannt, wann sie sich an ein Tasteninstrument heran macht
und wie sie dieses bespielt.
Das Fotografieren mit der Digitalkamera, diese ist klar für Rechtshänder konzipiert, macht
kein Problem, ebenso die Nutzung von Mobiles für das Fotografieren. Das begann so mit
etwas mehr als 2 1/4, dass sie sich aus der Brusttasche der Jeansjacke eines der beiden
Mobiles angelt, die aus der Hülle nimmt und den Orkularverschlussschieber mit der rechten
Hand beiseite schiebt. Dann geht es entweder an Selbstportraits oder an das Machen von
Fotos aus dem Umfeld (die rechte Hand überwiegt dabei) je nach Lust und Laune.


Bin schon gespannt wie sich das mit den Fertigkeiten und der Händigkeit weiter entwickelt.
Der Papa hat übrigens mit beiden Händen gezeichnet und in jeder einen Buntstift gehalten,
so hat man mir erzählt.

Für mich ist das jetzt eine spannende Geschichte geworden und ich beginn zu beobachten
wann ich welche Hand wofür einsetze, wielange und in welcher Charakteristik.

Grüße an ALLE für ein erfolgreiches Jahr 2009

Fiore
01.01.2009, 11:25
Guten Morgen Helmut,

und es geht doch um Umschulung, da Du Dich ja selbst umgeschult hast indem Du mit rechts und mit links Schreiben gelernt hast und sowas ist sehr verwirrend für das Gehirn. Ich denke, wenn man sonst im Alltag die linke und rechte Hand für Tätigkeiten benutzt hat das nicht so eine Auswirkung. Im Buch von J. B. Sattler wird beschrieben dass man, wenn man sich auf links rückschult, nicht immer mit der rechten Hand wechseln soll, um Verwirrung im Gehirn zu vermeiden. Genauso ist die Blattlage beim linksschreiben nach rechts gekippt und man sollte das Gehirn langsam an diese Lage gewöhnen. Auch beschreibt sie einen Fall indem ein Arzt meinte er könnte doch auch lernen mit links seinen Beruf auszuüben, ich glaube, er hat auch links Schreiben gelernt, und konnte irgendwann seinen Beruf nicht mehr ausüben...Außerdem schreibt sie, dass, wenn man die Schreibhand immer wechselt Gehirnprozesse und automatisierte zerebrale Abläufe ziemlich durcheinander bringt..

fiore

Nina
04.01.2009, 21:41
Hallo an Alle!

Das Thema Beidhändigkeit interessiert mich auch, da ich ja lange dachte, es zu sein. ;)

Es gibt ja Linkshänder, die erst in der zweiten Lebenshälfte herausfinden, Linkshänder zu sein und viele Jahre lang keine Beschwerden hatten. Vielleicht sind bei manchen Menschen die Gehirnhälften gleichberechtigter aktiviert als bei anderen, daher haben diese dann weniger Probleme damit, ihre nicht-dominante Hand zu benutzen.

Aber ich glaube, mit der Zeit wird das schon Folgen haben. Und um Helmut zu zitieren: Es gibt keine falsche Hand, es sei denn, man bildet sich das ein.

Also, diese Aussage ist meiner Meinung nach falsch; was ist denn mit den ganzen Linkshändern, die sich jahrelang einbilden, Rechtshänder zu sein? Und trotzdem setzt sich links irgendwann durch. Man kann die Händigkeit nicht selber bestimmen, glaub mir, das habe ich am eigenen Leib erfahren. Und wie leichter das Leben 'von der Hand' geht, wenn man sich auf die richtige konzentriert, ist eine Erfahrung, von der dir wohl jeder sich in der Rückschulung befindlicher Linkshänder berichten kann. ;-)

Schönen Abend euch allen!

Fiore
04.01.2009, 22:09
Guten Abend,

ich denke, dass vielen Leuten gar nicht bekannt ist, dass das Gehirn bei der Händigkeit eine große Rolle spielt. Wie sagt doch die Sattler in ihrem Buch über die Umstellung der angeborenen Händigkeit dass es einer der massivsten Eingriffe in das menschliche Gehirn wäre, ohne Blutvergießen, ohne pathologische Unterversorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen oder Zufügen von Giften. Durch den bevorzugten Gebrauch der nicht dominanten Hand, besonders zum Schreiben, kommt es im Gehirn oft zu schwersten Störungen und Irritationen....Ich finde, diese beiden Sätze sagen schon alles aus.

fiore

Chrissi
04.01.2009, 22:43
Hallo Helmut
Kennst Du diesen Pianisten?

http://www.gezaloso.de/
http://www.gezaloso.de/de/

Deine Worte :
Es geht nicht um die permanente Nutzung der nicht dominanten Hand. Es geht wie beim
Klavierspielen darum auch die andere Hand optimal nutzen zu können, konkret mehr um
den Hausgebrauch denn um Virtuosentum der Spitzenpianisten, wo das vermutlich schon
zum Tragen kommt


Beitrag wird hier fortgesetzt http://www.linkshaenderforum.org/forum/showthread.php?t=13939

Helmut
08.01.2009, 15:03
Guten Morgen Helmut,

und es geht doch um Umschulung, da Du Dich ja selbst umgeschult hast indem Du mit rechts und mit links Schreiben gelernt hast und sowas ist sehr verwirrend für das Gehirn. Ich denke, wenn man sonst im Alltag die linke und rechte Hand für Tätigkeiten benutzt hat das nicht so eine Auswirkung. Im Buch von J. B. Sattler wird beschrieben dass man, wenn man sich auf links rückschult, nicht immer mit der rechten Hand wechseln soll, um Verwirrung im Gehirn zu vermeiden. Genauso ist die Blattlage beim linksschreiben nach rechts gekippt und man sollte das Gehirn langsam an diese Lage gewöhnen. Auch beschreibt sie einen Fall indem ein Arzt meinte er könnte doch auch lernen mit links seinen Beruf auszuüben, ich glaube, er hat auch links Schreiben gelernt, und konnte irgendwann seinen Beruf nicht mehr ausüben...Außerdem schreibt sie, dass, wenn man die Schreibhand immer wechselt Gehirnprozesse und automatisierte zerebrale Abläufe ziemlich durcheinander bringt..

fiore


Naja, das mit den Problemen sehe ich nicht so. Vielleicht ist da auch der Zugang bzw. der Weg
des Zuganges mit daran beteiligt.

Wie bereits ausgeführt, als Kind habe ich problemlos rechts geschrieben, es gab damals in der
VS auch noch Schönschreibunterricht. Das war nicht so meine Sache (gewesen).
Grund, schlechte Ausrüstung, wie erst viel viel später erkannt.

Im Zuge des Studiums ergab sich beim Pläne beschriften entweder dies mit Schablonen zu
tun oder auch freihand. Unterricht in "ornamentaler Schrift und Graphik" gab es nicht mehr.

Im Zuge der Verwandtschaft sickerte durch, dass ich an der TH (/TU) studiere und ein Onkel
fühlte sich berufen mich weiter und näher zu instruieren. "In unserer Familie gibt es niemanden,
der nicht Kalligraphieren kann" war die Ansage.
Onkel Otto war bereits seit längerer Zeit emeritiert und hatte seinerzeit die Professur für
"Ornamentale Schrift und Graphik" an der TH und an beiden Akademien inne (er zählte zu
den drei Erneuerern der Schreibkunst in der Nachfolge von Larisch). Das Problem war schnell
gefunden, Ölstein zum Schleifen der Feder, ein wenig Rost an der Oberfläche der Federn
(damit die Tinte/Tusche besser hält) und los ging es.

Ich selbst war aber ein Freund der gemalten Schriften, was zwar zu Kenntnis genommen wurde
aber gemäß Ansage mit dem eigentlichen Schreiben gar nichts zu tun hat ...
Es waren aber die fundierten Grundlagen für die Beschäftigung mit Typographie etc. gelegt.

Nach dem Studium habe ich u.a. an einem Großprojekt mitgewirkt, der Grundriss bestand im
Kern aus 2 x 6 Plänen im Format 240 x 100 cm, die auf großen Zeichentischen aufgespannt
waren. Die enorme Plangröße war natürlich mühsam bei der Zeichenarbeit.
Zwecks Vereinfachung wurde auch von dem oberen Planrand aus gezeichnet, von der linken
und rechten Seite, die Hauptpläne fein säuberlich mit Schablonen beschriftet, allfällige Sub-
pläne vorab mit der freien Hand beschriftet.

Im Zuge dieser Arbeiten lernte man in beliebiger Richtung mit und ohne Schablone zu schreiben
und wie schon früher beschrieben, auch mit der linken bzw. rechten Hand. Pläne werden
übrigens primär mit Versalien beschriftet. Schreibschrift war die lateinische (Schul-)Schrift

Im Zuge des weiteren Arbeitens gab mir mal ein Arbeitgeber den Tipp doch zu wesentlich
breiterer Feder zu greifen und mit der zu skizzieren etc. Nach anfänglicher Skepsis war das
aber mein Ding. Nur ich begann nur mehr in Blockbuchstaben zu schreiben und meinen eigenen
Schreibstil herauszuarbeiten, angenehmes Papier zu verwenden und Briefillustrationen anzu-
fertigen, ebenso graphisch ausgestaltete Versalien.

Kurz, ab dieser Zeit schreibe ich nur mehr in Versalien, wobei die Anfangsbuchstaben heraus
gehoben werden und ich orientiere mich primär an der Helvetica, wobei ich jedoch großen
Wert auf korrektes Spacing und Kerning sowie weitere Großbuchstaben in Kapitälchenhöhe
lege. Meine Korrespondenzpartnerinnen wußten das zu schätzen und hie und da höre ich den
Wunsch wieder mal einen handgeschriebenen Brief zu erhalten.

Mit dem Schreiben in (fetten / EB-Feder) Großbuchstaben ist es natürlich leicht das mit beiden
Händen umzusetzen, das Training kam aus der Zeit vor dem CAD.

Somit ist einmal die Genese des Schreibens mit beiden Händen klar. Mein Vater verzichtete
übrigens auch auf die Schreibschrift und pflegte die handgeschriebene Schreibmaschinen-
schrift.

Was ich nicht verstehe ist, dass das "anstrengend für das Gehirn" sein soll. Es ist primär
eine Sache des Trainings und ich meine, dass ausschließlich auf eine Hand fixierte Personen
Probleme haben, wenn sie ihre zweite Hand wertiger verwenden wollen. Für Leute, die es
gewohnt sind beide Hände (annähernd) gleichwertig zu verwenden ist das hingegen kein
Problem. Ist so wie mit der Zweisprachigkeit, das erfolgt das Denken auch jeweils in der
gerade gesprochenen Sprache, wobei es auch zu Übersetzungsschwierigkeiten kommen kann,
wenn die zweite Sprache nicht schulmäßig gelernt wurde. Besonders fällt mir das bei Bedeu-
tungsfärbungen auf, die sich nicht so leicht transportieren lassen, ebenso beim Wortwitz.

Bei mir geht es wohl eher nicht um Umschulung sondern vielmehr um die Erweiterung durch
den Gebrauch und das Training der Feinmotorik der zweiten Hand.

mfg

H.W.

Ursula
08.01.2009, 17:37
Hallo Helmut,

ich habe mich durch Deine Beiträge gelesen.
Aufgrund meiner eigenen Erfahrungen habe ich dazu eine andere Meinung.
Bei mir geht es wohl eher nicht um Umschulung sondern vielmehr um die Erweiterung durch
den Gebrauch und das Training der Feinmotorik der zweiten Hand.



http://www.linkshaenderforum.org/forum/showpost.php?p=18067&postcount=13
Meine kleine Tochter bevorzugt die linke Hand, ich werde sie aber dazu anhalten auch die rechte Hand zu gebrauchen, zumindest schreiben sollte sie schon rechts.

Du bist erwachsen, Du kannst für Dich selber entscheiden, welche Hand Du für welche Tätigkeiten benutzt.
Aber Deine Tochter ist auf Dich angewiesen, vertraut Dir.

Warum willst Du ihr das antun?
Wenn sie Linkshänderin ist, bleibt sie das immer.
Eine Umschulung ändert daran nichts.
Im Gegenteil -
Eine Umschulung auf die nicht dominante Hand ist ein massiver Eingriff ins Gehirn, und kann weitreichende Folgen nach sich ziehen. Gerade das Schreiben gehört dazu.

Konzentrationsschwierigkeiten
Sprachstörungen bis zum Stottern
Orientierungsschwierigkeiten (z.B. links-rechts- Verwechslungen)
Mangel an Kreativität
Identitätsverlust
Unsicherheit
Zurückgezogenheit
erhöhter Leistungseinsatz
Lernprobleme, legasthenische Probleme
emotionale Probleme (z.B. Depressions-, Angstsymptome)
psychosomatische Beschwerden
mehr dazu kannst Du hier lesen (http://www.linkshand.menge.cc/)

Wir engagieren uns hier im Forum, damit wir noch mehr Menschen aufklären können, und die Umschulung auf die nicht dominante Hand endlich aufhört.

Ich bin auch mit beiden Händen motorisch geschickt, aber meine starke, meine Führungshand ist die linke.
Ohne zu überlegen, setzte ich sie ein, bevorzuge sie.

Wie ist das bei Dir?
Bist Du Rechtshänder, Linkshänder oder weißt Du es nicht?

Ich würde mich freuen, wieder von Dir zu hören.
So ein intensiver Austausch macht Spaß.
.

Kirsten
08.01.2009, 17:52
Ich kann nur folgendes dazu beisteuern: Es ist definitiv nicht so, dass beide Hände motorisch gleichwertig sind. Ich habe mit rechts schreiben gelernt, und nach kürzester Zeit hatte ich eine gewaltige schmerzende Schwiele am rechten Mittelfinger, dort, wo ich den Füller an den Finger pressen musste, damit ich ihn überhaupt halten konnte. Ich konnte den Füller nie "fein" halten. Ich musste ihn regelrecht in die Finger pressen, damit er mir nicht aus der Hand gefallen ist. Und ich habe 25 Jahre lang, bis zu meiner Rückschulung, mit rechts geschrieben. Es waren also keine Startschwierigkeiten.

Mit links habe ich nach wie vor keine Schwiele, und es schmerzt überhaupt nicht, wenn ich den Füller halte.

Fiore
08.01.2009, 18:54
Hallo Helmut,

mag ja sein, dass das Einsetzen beider Hände in Deinem Beruf von Vorteil sind, aber Du hast Dir scheins noch nicht näher Gedanken über die Funktion des Gehirns beim Schreiben gemacht. So wie Ursula schreibt ist es ja Deine Sache wie Du Dein Schreibverhalten handhabst, aber wenn Deine Tochter eine Linkshänderin ist, dann sollte sie auch links schreiben dürfen. Denn ich hatte, als ich als Linkshänderin, gezwungen wurde mit rechts zu schreiben, immense Probleme in der Schule und der Stift in der rechten Hand hat sich total unbequem angefühlt. Aber wenn ich mit der Linken schreiben wollte, mit der es sich viel besser angefühlt hatte und viel besser geklappt hat, hab ich argen Ärger bekommen. Lass doch Deine so Tochter sein wie sie ist, wenn Du sie umschulst, dann können unter Umständen echt Probleme auf Euch zukommen. Les doch mal das Buch von der J. B. Sattler, das ist in der Hinsicht sehr informativ. Durch eine Umschulung können massive Konzentrationsprobleme auftauchen, mit denen ich ein Leben lang zu kämpfen hatte, sogar noch in der Ausbildung. Und überhaupt, wieso werden Kinder heutzutage immer noch umgeschult, das verstehe ich echt nicht??

fiore

Janne95
19.03.2010, 22:33
Hallo alleseits.

Vielleicht erinnert sich hier noch jemand an mich? Ich hatte vor einem halben Jahr in einem anderem Beitrag auch eine Frage zur Händigkeit gefragt und bei mir kam auch raus, dass ich Linkshänderin bin. ;)

Letztens hat mich eine Freundin angesprochen, die auch seit circa einem Jahr ihre rechte Hand in Frage stellt. Sie macht eigentlich alles mit der rechten Hand und hatte damit bislang auch keine Probleme. Ihre Schwester ist linkshändig, allgemein ist die Familie von ihrem Vater eher links zugeordnet. Die von ihrer Mutter rechts.
Sie hat sich auch über Probleme der Umschulung informiert und da hat sie gefunden, dass man eventuell Gedächtnisprobleme, Lernprobleme oder links und rechts verwechseln, bekommen kann. Diese aufgezählten Punkte hat sie alle und wie Leaa, (siehe Beiträge von Dezember 2008) fragt sie immer nach fünf Minuten mit was nach und hat alles vergessen.
Für meine Freundin stellt sich die Frage, ob sie umgeschult worden ist mit Absicht oder ausversehen und wenn ja, was sie dann machen soll.

Ich möchte meiner Freundin gerne helfen und ich bitte um eine rasche und sinnvolle Antwort. :D

Liebe Grüße, Janne95.

Peter2007
20.03.2010, 12:03
Lieber Helmut, liebe Leaa,

Ich möchte euch beiden auch gerne meine Meinung zu dem Thema kund tun:

Ich selbst habe die ersten 33 Jahre meines Lebens mit der falschen Hand gelebt, mit all ihren negativen Folgen ohne das ich mir je Gedanken über meine Händigkeit gemacht hab.
Ich wurde aber auch nicht unter zwang umgeschult, viel eher war das wohl eine mischung aus selber abgeguckt und gelegentlich in die "rechte Richtung" gestubst.
Anfang dieses Jahres bin ich über einige Artikel zum Thema und auch das Sattler Buch gestoßen. Seit dem 8.Februar weiß ich bestätigt das ich umgeschulter Linkshänder bin.
Seitdem schreibe ich ausschließlich mit Links und fühle mich gut dabei.
Alles Andere mache ich so wie es in der jeweiligen Situation gerade praktischer ist, Da beide Hände ähnlich geschickt sind. Links eigentlich sogar feinfühliger , jedoch noch nicht so austrainiert wie rechts.
Seit diesem Tag der Gewissheit habe ich noch keinen ernsthaften Depressionsanfall gehabt, der vorher im Wochentakt auftrat.
Ebenso habe ich seitdem, mein Problem mit dem Nägelkauen im Griff. Allgemein ist meine innerliche Unruhe extrem zurückgegangen, unerklärbare Nervosität gibts auch nicht mehr so oft.

Worauf ich aber eigentlich hinaus will,
Mit beiden Händen agieren halte ich auch nicht für problematisch. Das Hauptproblem sehe ich im Schreiben mit der falschen Hand und den dadurch entstehenden Vorgängen im Gehirn.
@Helmut: Ich nehme an Du hast ausschließlich eine Hand zum Schreiben oder?
Das beide Hände zum Arbeiten gleichermaßen trainiert werden/sind ist doch nur positiv.

@Leaa: Und da liegt im Grunde auch das Problem bei Dir. Du weißt nicht mit welcher Hand Du schreiben solltest. Es macht Dir mit Links sehr viel Spaß, was evtl. schon ein Zeichen Deines Gehirns an Dich sein "kann".
Auf jeden Fall denke ich daß Du Dich zum Schreiben schon auf eine Hand festlegen solltest, nötigenfalls durch vorherige Abklärung durch einen Händigkeitsberater. Diese Unsicherheit die herrscht wenn man ewig zweifelt ist nämlich richtig schlimm und hemmt ungemein.

Ich hab jetzt sicher wieder die hälfte von dem vergessen was mir beim Lesen eingefallen ist...
Grüße, Peter

Peter2007
20.03.2010, 12:10
Jahr in einem anderem Beitrag auch eine Frage zur Händigkeit gefragt und bei mir kam auch raus, dass ich Linkshänderin bin. ;)

Hallo Janne, hast Du Dich denn auch testen lassen oder aufgrund von Forenbeiträgen entschieden?


Letztens hat mich eine Freundin angesprochen, die auch seit circa einem Jahr ihre rechte Hand in Frage stellt. Sie macht eigentlich alles mit der rechten Hand und hatte damit bislang auch keine Probleme. Ihre Schwester ist linkshändig, allgemein ist die Familie von ihrem Vater eher links zugeordnet. Die von ihrer Mutter rechts.
Sie hat sich auch über Probleme der Umschulung informiert und da hat sie gefunden, dass man eventuell Gedächtnisprobleme, Lernprobleme oder links und rechts verwechseln, bekommen kann. Diese aufgezählten Punkte hat sie alle und wie Leaa, fragt sie immer nach fünf Minuten mit was nach und hat alles vergessen.
Für meine Freundin stellt sich die Frage, ob sie umgeschult worden ist mit Absicht oder ausversehen und wenn ja, was sie dann machen soll.

Ich möchte meiner Freundin gerne helfen und ich bitte um eine rasche und sinnvolle Antwort. :D

Liebe Grüße, Janne95.

Es gibt nicht nur die Möglichkeit das man absichtlich oder "versehentlich" umgeschult wird sondern auch die Dritte ,daß man sich selber durch Abschauen unbemerkt selbst auf die falsche Hand schult. Es gibt auch umgeschulte Rechtshänder ;)

Wenn von den Eltern/Familie niemand mit sicherheit sagen kann daß man Umgeschult wurde, kommt man um einen Händigkeitstest kaum herum wenn man Gewissheit haben möchte.

lG, Peter

Janne95
20.03.2010, 17:52
Lieber Peter2007,

ja, ich habe mich nach langem überlegen zu einem Händigkeitstest entschieden, jedoch frage ich mich für meine Freundin ob sie, auch wenn sie versehentlich umgeschult wurde, noch schwerere nachtragende Probleme bekommen wird.

Janne95.

Tanja76
20.03.2010, 18:54
Ich weiß ja nicht, ob das bei jedem so sein muss, aber bei mir persönlich hatte ich schon den Eindruck, dass die Probleme in den letzten Jahren immer schlimmer wurden. So gravierend, dass ich sogar dachte, ich hätte ADS und müsste vielleicht Ritalin schlucken. Aber wie gesagt, muss ja vielleicht nicht bei jedem so sein.

LG Tanja

Peter2007
21.03.2010, 05:13
Das Größte Problem bei dem Ganzen ist ja das es nicht plötzlich auftritt, so nach dem Motto:" Ich schreib jetzt zweimal mit der falschen Hand und fühl mich plötzlich schlecht"
Das ist ein schleichender Prozess und wenn man erst merkt das man tatsächlich Probleme hat, ist der Weg zurück sehr beschwerlich.

KerstinB
21.03.2010, 09:45
Lieber Peter2007,

jedoch frage ich mich für meine Freundin ob sie, auch wenn sie versehentlich umgeschult wurde, noch schwerere nachtragende Probleme bekommen wird.

Janne95.

Hallo Janne,

die vielfältigen möglichen Folgen einer Umschulung können auch bei einer "versehentlichen" Umschulung auftauchen, denn es ändert ja nichts daran, dass man "umgeschult" ist. Viele können sich an ihre Umschulung auch gar nicht erinnern, weil es ganz früh passierte und/oder man sich schon als ganz kleines Kind in seiner rechtshändigen Umwelt das "Rechtshändige" abgeschaut hat.

Wenn jemand bewusst zur Umschulung gezwungen wurde, auch unter Strafen/Strafandrohung (so wie früher häufig...), ist das dann noch Mal ein "zusätzliches Trauma"...

Und eine Umschulung von rechts nach links kommt auch vor, wenn auch nicht so häufig, aber die möglichen negativen Folgen sind die Gleichen...

Wenn Deine Freundin unsicher ist, ob sie RH oder LH, ist ein Händigkeitstest sicherlich das Richtige (siehe im Menü seitlich "Linkshänderberater", die sich nat. auch mit RH auskennen..) bzw. auch darüber mit ihren Eltern zu sprechen.

lG KerstinB