PDA

Vollständige Version anzeigen : Mein Sohn wird eingeschult. Brauche Tips....


sandy
24.07.2004, 00:48
Mein Sohn ist Linkshänder. Und wird im August eingeschult. Was muss ich beachten, damit er richtige Stifte u.a bekommen kann. Soviel ich es weiss. Lindshänder Schere, LH Bleistiftspitzer. Was soll ich noch beachten? Da ich alles besorgen will. Möchte meinen Sohn ein guten Schulstart geben ohne Schwierigkeiten wegen der LH.


Auf zahlreichen Tips würde ich mich riesig freuen.


Viele Grüße

Rechtshänderin Sandy

Petra-Gast
24.07.2004, 11:46
Hallo Sandy,


wie wärs mit der Schreibtischunterlage für Linkshänder von Fr. Dr. Sattler? Ist mir auch eine große Hilfe. Weitere gute Tipps findet Du in ihrem Buch "Das linkshändige Kind in der Grundschule".


Mein Sohn wird auch eingeschult nach den Sommerferien. Aber meine beiden Kinder sind Rechtshänder, die einzige "Linkspfote" in der Familie weit und breit bin ich.


Viele Grüße


Petra

Dr. Noll
24.07.2004, 12:12
Hallo Sandy,


z.B. unter www.lafueliki.de findet man Schulanfängersets in verschiedenen Ausführungen; zusätzlich kann man sich telefonisch beraten lassen.

Dort zu schnuppern ist sicher ganz interessant.


Dr. Noll

Susanne
02.08.2004, 18:34
Hallo, Sandy,


hier ist ein Text, den ich vor drei Jahren geschrieben habe.

Meine Tochter ist mittlerweile sieben Jahre alt und hat die erste Klasse hinter sich, unsere erste Sommerferienwoche hat gerade begonnen. Sie hat seit einem Jahr Blockflötenunterricht auf einer einer Likshänbderblockflöte und schreibt, leider nicht in der ganz optimalen Handhaltung, aber immer hinfast.

Liebe Grüße

Susanne




Re: Die Tips aus dem Buch sind ...


--------------------------------------------------------------------------------


Das Linkshänder-Forum




--------------------------------------------------------------------------------

Geschrieben von Susanne am 31. August 2001

Als Antwort auf: Was hilft meinem Sohn wirklich für das 1. Schuljahr?

...




Hallo,


...

Ich nehme an, Du brauchst ganz schnell die richtigen Tips, deshalb fasse ich sie mal zusammen:


...

Was für Dein Kind jetzt zur Einschulung wichtig ist, ist:


1. Die richtige Handhaltung sofort richtig lernen, denn die läßt sich schon nach wenigen Wochen kaum noch korrigieren.

Wenn Dein Sohn die Schreibunterlage nicht benutzen will, dann könntest du eventuell einen Trick anwenden, indem du ihn mal mit Füller schreiben läßt.

In der Schule lernen die Kinder vorerst nur mit dem Bleistift schreiben, erst, wenn der Füller dazu kommt, merken linkshändige Kinder, dass sie die Schrift verwischen, und biegen dann die Hand nach oben. Und dann entsteht die berüchtigte "Hakenhaltung" (habe ich auch, das wird meiner Tochter aber nicht passieren, dass schwöre ich!)

Ich habe wegen meiner vierjährigen Tochter, die häufiger mal Buchstaben schreiben will, mal mit Frau Dr. Sattler telefoniert, und sie meinte, ich solle meine Tochter eben doch mal mit Füller schreiben lassen, damit sie die Schräglage akzeptiert. Vielleicht probierst du das auch aus? (Ich habe es dann doch nicht mit ihr gemacht, weil meine Tochter seit Beginn des Sommers erst mal kein Interesse mehr an Buchstaben hat, und für das Schreiben in einer Linie ist sie sowieso viel zu klein.)

Es ginge auch jeder verschmierbare andere Stift, die Hauptsache ist, dass Dein Sohn den Sinn unmittelbar erkennen kann, warum er das Blatt schräg halten soll. Wenn Du Glück hast, merkt er das von ganz alleine, ohne Kommentar von Deiner Seite, das wäre vermutlich am besten.


2. Spitzer:

Der Linkshänderspitzer gehört zu den wenigen Dingen, die Frau Dr. Sattler unbedingt empfiehlt, also kaufen.


3. Lineal:

Nicht kaufen. Kinder, die schreiben lernen, müssen zunächst mal die Schreibrichtung von links nach rechts sicher beherrschen. Da könnte ein Lineal, bei dem sie die Zahlen von rechts nach links lesen, sie verwirren. Für manche Kinder ist das Lineal auch später nicht empfehlenswert. (Warum, weiß ich nicht mehr, ich glaube, im Buch steht dazu nicht viel.) Ich selbst denke, das Lineal gehört zu den (zunächst) weniger wichtigen Dingen.


3. Schere

Eine gute Linkshänderschere muß sein. Aber schon, wenn das Kind mit dem Schneiden anfängt, also etwa mit drei Jahren. Allerdings sind viele Linkshänderscheren, auch wenn sie vom gleichen Fabrikat sind wie die im Geschäft danebenliegene, gleich teure Rechtshänderschere, von schlechter Qualität und schneiden schlecht. Auch meine linkshändige Tochter hatte eine solche. Und ich habe mich gewundert, warum sie sich bei ihrem vierten Geburtstag geweigert hat, ihre Geschenk zu öffnen, genauer gesagt den Tesafilm aufzuschneiden, obwohl sie so gespannt auf den Inhalt war! Mittlerweile hat sie eine richtig scharfe Schere, die ich mir nur zu gerne von ihr ausleihe!

In den Bücher von Frau Dr. Sattler steht, man solle sich nicht wundern, wenn man seinem sechsjährigen Kind eine Linkshänderschere in die Hand drückt, und es damit schlechter schneidet als mit einer Rechtshänderschere, oder damti überhaupt nicht schneidenkann, denn dann hat es sich ja schon an die andere Handhabung gewöhnt. Mir war lange nicht bewußt, dass ich, wenn ich mit einer Rechtshänderschere schneide, über die Schere drübergucken muß, um die Schnittlinie zu sehen. Das kann ganz schön anstrengend sein.


4. Stifte

Die richtigen Stifte, das ist natürlich sehr wichtig, für Linkshänder in jedem Alter.

Schon für Vorschulkinder ist es wichtig, dass die Buntstifte und die Bleistifte einerseits eine weiche Mine haben und andererseits eine gute Handhaltung ermöglichen bzw. sogar nur eine gute Handhaltung zulassen. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten.

- Weiche Mine: Bleistifte (und auch Buntstifte) sollten die Härte 2B haben, weil ja Linkshänder die Stifte vorwiegend schieben und nicht ziehen.

- Handhaltung: Es gibt Dreieckstifte zu kaufen, die schon mal ganz gut sind, die man aber immer noch falsch halten kann. Es gibt Stiftehalter, etwa walnußgroße Gummistücke, die man auf Stifte aufschiebt, die noch viel eher die richtige Handhabung "erzwingen" und dadurch eine weniger verkrampfte Handhaltung beim Schreiben ermöglichen. Davon gibt es viele verschiedene Ausführungen und Größen, falls in der Schulklasse nicht sowieso welche verlangt werden, dann würde ich mich bei einem Linkshändergeschäft beraten lassen, vielleicht bei LÄFÜLIKI, dem Laden für das linkshändige Kind, die schienen mir am meisten Auswahl davon zu haben, als ich mir die ganzen Kataloge angeguckt habe.


Ich habe sämtliche Buntstifte für meine vierjährige Tochter von Lyra gekauft. Diese Firma scheint, ohne dass es drauf steht, auch bei den Buntstiften weiche Minen zu verwenden. Es gibt von den Buntstiften und von den Bleistiften dicke und dünne sowie kurze und normal lange Versionen. Der dicke Bleistift heißt dabei "Schreiblernstift". Auch diese Stifte leihe ich mir sehr gerne von meiner Tochter aus, weil es so angenehm ist, damit zu schreiben. Die Stifte von LYRA habe ich auch in fast sämtlichen Linkshänder-Versand-Prospekten wiedergefunden, aber es gibt sie auch in normalen Schreibwarengeschäften.


5. Schreibunterlage

Natürlich ist eine solche Schreibunterlage sinnvoll, also ist es gut, dass Ihr schon eine habt. Wesentlich ist natürlich die Schräglage des Blattes, ob nun mit oder ohne Unterlage, und das zu Hause und in der Schule. Es gibt ja auch die etwas verkleinerte Unterlage, die dann in der Schule auf dem Tisch liegen soll, aber wenn Dein Sohn die Unterlage schon zu Hause nicht benutzt, wird er das in der Schule wohl ganz sicher nicht benutzen. Da braucht man sicher die Unterstützung der Lehrerin bzw. des Lehrers. Und die haben da oft wenig Ahnung. Sogar, wenn sie selbst Linkshänder sind, haben sie oft alle unangenehmen Erfahrungen vedrängt und behaupten: "Ich bin auch ohne alle Unterstützung zurechtgekommen und mir hat es auch nicht geschadet!" oder Ähnliches und damit wenig Hilfreiches. Unterstützung von jemandem zu erwarten, bloß weil er selbst Linkshänder ist, führt da leider zu wenig. Ich habe irgendwo gelesen, man sollte dem Lehrer ein Exemplar von dem Buch "Das linkshändige Kind in der Grundschule" von Frau Dr. Sattler schenken, wenn das eigene Kind eingeschult wird. Aber vielleicht tut es ja auch ein Merkblatt, in dem das Wichtigste zusammengefasst wird. Sowas war mal als Beilage bei einem der Kataloge dabei war, die ich mir bestellt hatte (mail mich mal an, wenn Du willst, dann schreib ich Dir, bei welchem Laden es vermutlich war). Und, soviel ich weiß, will die Linkshänderberatungsstelle in München, also Frau Dr. Sattler, eine solche Information erstellen, ich weiß aber nicht, ob es das schon gibt. Falls ja, wäre das sicherlich die qualitativ beste Variante.

Ich sehe gerade, in dem Link unten findest du die Information als Zip-Datei zum Herrunterladen.


6. Und zu guter Letzt:

Außer dem Schreibenlernen gibt es noch vieles, bei dem man als Eltern eines linkshändigen Kindes sicher hellhörig sein sollte. Dazu gehört, welches Instrument das Kind lernen soll, ob es davon Linkshänderversionen gibt und ob der Lehrer überhaupt der geeignete ist. Zum Beispiel sind Linkshändergitarren absolut akzeptiert, während man bei Streichintrumenten auf große Schwierigkeiten stößt.

Linkshänderblockflöten gibt es auch.

In der musikalischen Früherziehung laufen die Kinder jo oft im Kreis, aber fast immer in der für Linkshänder "falschen" Richtung.


Beim Sport: Linkshänder bekommen oft die "richtige" Haltung eines Schlägers gezeigt, nur eben leider rechtshändig. Hier muß man wohl im rechten Augenblick wachsam sein.

Auch auf die Linksfüßigkeit oder Linksohrigkeit oder Linksäugigkeit achten, also etwa beim Hochsprung ausprobieren lassen, welches der "Sprung"-Fuß ist.


Und sonst könnte man darauf achen, beim Stricken lernen wie beim Kartofeln schälen. Es gibt Kartoffelschäler, die für Links- und Rechtshänder geeignet sind,in U-Form, bei mir im Haushaltswarengeschäft kosten die 3 bis 5 DM.

Messer mit Wellenschliff, die für Rechtshänder sind, führen zu schiefen Schnitten, soviel ich weiß. Aber Brot schneidet Dein Sohn ja vermutlich noch nicht? Aber vielleicht will er mal Tomaten schneiden? Bei Messern kann ich Dir keine Auskunft geben, ob und was man da braucht.

Es gibt aber Linkshändertaschenmesser. Wenn Dein Sohn also sowieso ein Taschenmesser kriegen soll, mit sechs oder sieben ist das ja vielleicht je nach Kind das richtig Alter, könnte man also überlegen, ob man da nicht eins bestellt?


Beim Schnürsenkelbinden sollte man vielleicht einen Linkshänder bitten, es dem eigenen Kind zu zeigen.


Weitere Informationen findest Du hier:


http://www.linkshaenderseite.de/index.html

und dort speziell etwas auf der Seite:

http://www.linkshaenderseite.de/unterst.html#schreiben




Mehr fällt mir im Moment nicht ein, also erst mal ...




Liebe Grüße von Susanne