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Vollständige Version anzeigen : Abbruch-Kriterien?


Dorothea
13.06.2004, 10:03
Hallo!

Bin ja gerade beim rückschulen und mir geht es psychisch anhaltend schlecht damit (was ich mir nur bedingt erklären kann). Inzwischen stellt sich mir natürlich die Frage, ob ich meine RS nicht abbrechen muss, da ich es offensichtlich nicht schaffe, mich zu stabilisieren.

Wer von euch hat Ideen und / oder Erfahrungen damit, welche Kriterien für einen Abbruch sprechen würden etc.

Wovon ist eine solche Entscheidung schlauerweise abhängig zu machen?

Ich will es auch nicht "beliebig handhaben", da ich momentan nicht davon ausgehe, dass ich zu einen "besseren Zeitpunkt" (was ich schon "besser"?) einen zweiten Versuch unternehmen würde.

Grüße

Dorothea

Jana
13.06.2004, 17:53
Hallo Dorothea,


welche Tätigkeiten schulst Du denn gerade zurück?

"Nur" Schreiben? Oder auch Alltagstätigkeiten?


Kannst Du vielleicht beim Schreiben einfach mal Pause machen, Z.B. indem Du einige Zeit (fast) nur mit dem PC schreibst?


liebe Grüße

Jana aus MeckPomm

Jana
13.06.2004, 17:56
nochmals Hallo Dorothea,


da hast Du meine Frage ja schon beantwortet, bevor ich sie abgeschickt habe... So ist das, wenn man beim Schreiben eine halbe Stunde Zwangspause einlegen muß.


Jana

Petra-Gast
13.06.2004, 19:15
Mir macht es etwas zu schaffen, wenn mir alle auf die Finger gucken. Mein Problem ist, daß ich mich erst etwas warm schreiben muß, bis die Schrift besser wird. Muß ich nur 2-3 Wörter notieren oder eine Unterschrift, sieht das schlimm zittrig aus. An diesen etwas peinlichen Momenten habe ich etwas zu knabbern, doch wenn das überstanden ist, fühle ich mich erleichtert. Gerade heute war ich in Versuchung, mit rechts zu schreiben (ich war Wahlhelferin) und mußte verschiedene Namen und Zahlen notieren und dann die Sprüche dabei ("Was mit links? Warum denn?")... Doch ich bin tapfer bei links geblieben.


Viele Grüße


Petra

Rosalind
13.06.2004, 21:26
Mir macht es etwas zu schaffen, wenn mir alle auf die Finger gucken. Mein Problem ist, daß ich mich erst etwas warm schreiben muß, bis die Schrift besser wird. Muß ich nur 2-3 Wörter notieren oder eine Unterschrift, sieht das schlimm zittrig aus.


Na und? Je nach Gegenüber erkläre ich, dass ich zurückschule - fast immer stoße ich auf Verständnis.


An diesen etwas peinlichen Momenten habe ich etwas zu knabbern,


da ist nix Peinliches dran. Das wär ja genauso, wie wenn jemand seine Reha nach einem Unfall z.B. peinlich wäre.


doch wenn das überstanden ist, fühle ich mich erleichtert.


Glückwunsch! Wieder einen Gipfel erklommen, eine Gefahr gemeistert!


Gerade heute war ich in Versuchung, mit rechts zu schreiben (ich war Wahlhelferin) und mußte verschiedene Namen und Zahlen notieren und dann die Sprüche dabei ("Was mit links? Warum denn?")... Doch ich bin tapfer bei links geblieben.


Nochmal herzlichen Glückwunsch! Bei uneinsichtigen blöden Mitmenschen hebe ich manchmal zu einem entsetzlich wissenschaftlichen Vortrag über die Folgen der Händigkeitsumschulung an. Das hilft, um weitere blöde Bemerkungen zu stoppen. Mit ernsthaft Interessierten spreche ich natürlich ernsthaft.


Gruß

Rosalind

carsten
13.06.2004, 23:55
danke für deine Antwort, nachdem ich zum ersten mal in einem solchen Forum was geschrieben habe, ist es natürlich schön, dass ich so schnell eine Reaktion bekommen habe. Ja, ich mag mich etwas genauer äußern:

>>wie gehst Du denn beim Schreiben vor?

>Na ja, ich schreibe halt. Gut, etwas genauer: 2 Monate lang habe ich immer dann mit li geschreiben, wenn ich die Zeit dazu hatte, seit 2 Monaten schreibe ich nun quasi gar nicht mehr mit der re Hand.

>Meine Blattlage, Stifthaltung etc. ist ziemlich in Ordnung,...


woran orientierst du dich da?


>...ich merke nur, dass ich den Stift manchmal noch etwas fest in der Hand habe. Das ist aber nicht mein Problem, da bin ich zuversichtlich, dass das noch wird.

>Ich habe von Anfang an gerne mit der li Hand geschrieben, es zieht mich richtig hin,...


ein klares zeichen einer angeborenen lh würde ich sagen.


>...auch wenn das Ergebnis leider noch nicht wirklich der Brecher ist (ich habe ein ästhetisches Grundbedürfnis, auch an meine Handschrift).


vergiss am besten dein ästhetisches grundbedürfnis! vielleicht hilft es dir zu wissen, dass ehrgeiz in der linken gehirnhälfte sitzt, also eher rechtshänder- denn linkshändertypisch ist. nebenbei, ich habe schrift und typografie mit großer leidenschaft und geradezu besessenheit studiert (mit rechts). nun kippt aber meine schrift mit der linken hand geschrieben, nach links. so fällt mir das schreiben deutlich leichter. ich denke, es liegt an der anatomie der linken hand. das stellt jedoch meine ganze bisherige sichtweise und bisherigen schriftbeurteilungskriterien geradezu auf den kopf, weil die einzelnen buchstaben durch die entgegengesetzte schräglage nun völlig anders und ungewohnt aussehen. also setzte ich mich nun über die sog. ästhetischen auflagen einfach hinweg und entwickel eine völlig neue und eigene schrift. das macht gleich viel mehr spaß und vor allem frei!


>Schwungübungen und Konsorten habe ich nur in den ersten Tagen gemacht. Ich weiß schon, dass das dringend empfohlen wird, mich haben aber einfach die Wörter gereizt.


s.o.


>Mein Problem ist, dass ich psychisch nicht mehr gut klarkomme, eher im Sinne einer ausgewachsenen Belastungsreaktion.


das ist überhaupt nicht verwunderlich, sondern ganz selbstverständlich!


>Man merkt es mir nicht unbedingt an, da ich als ULH gut gelernt habe, mir viel abzuverlangen und mich deshalb gut steuern kann (Beherrschung statt Gelassenheit).


das kenne ich nur zu gut! diese verdammte, zwanghafte selbstbeherrschung und permanente selbstüberforderung! man glaubt, man hätte nicht das recht zu sagen „stopp, das wird, oder ist mir zuviel“ oder „ ich bin total geschafft, müde und kaputt.“ tut man es trotzdem, nimmt einem das keiner ab. wir ulh gehen ununterbrochen deutlich über unsere grenzen hinaus, weil unsere natürliche grenze sogar noch deutlich unter der belastungsgrenze der nicht umgeschulten ist und haben es dabei auch noch gelernt, uns unsere kolossalen anstrengungen nicht anmerken zu lassen. der nicht umgeschulte mensch hingegen, wenn sein ehrgeiz nicht zu groß ist, hat es dagegen gelernt, auf seine körpersignale zu achten und auch dann zu stoppen, wenn er sich überfordert. er versteht uns daher nicht.


>Aber mir geht die psychische Spannkraft ab, die ich nicht nur für mich, sondern auch für meine Arbeit brauche. Ich lebe auf Reserve und habe doch längst keine mehr. Irgendwie habe ich auch nicht das GEfühl, dass sich mir dauernd etwas neues zeigt, sondern eher, dass ich schauen muss, wie ich mein Überleben sichern kann...


ja, so ist das. das kenne ich. da wird es wirklich allerhöchste zeit, dass du auf deine signale hörst und dir eine auszeit nimmst! was ist dir denn wichtiger, das funktionieren und das ansehen, oder deine gesundheit?


>So eine richtige "Anfangseuphorie" hatte ich auch nicht wirklich, mich hat das Thema aber mit einer Wucht gepackt, die ich so nicht kannte!


denke, da hat dich was ganz tief innen angesprochen, was dein bewusstsein noch verdrängt.


>wie schön die Rückgeschultheit sein wird!

>Wie schön kann denn Rückgeschultheit sein? Ich suche noch.


das dauert auch, was meinst du!!



>danke für deine Schilderungen und deine Erfahrungen. Es ist durchaus hilfreich, auch zu hören, dass es durchaus sein kann, dass nicht alles innerhalb von ein paar Wochen exorbitant toll ist und sich "alles" in Wohlgefallen auflöst.


was sich über jahre eingeschliffen hat, braucht auch jahre für die umstellung. ist halt leider nicht so, dass man einfach nur einen schalter umlegen muss, oder das mit einem „klick“ im verständnis nun alles richtig läuft. das ist die macht der gewohnheit, gegen die man sich leider immer wieder behaupten muss. aber mit der zeit fällt das immer leichter und wird irgendwann selbstverständlich und intuitiv richtig.


>So "lehrbuchmäßig" wie du betreibe ich meine Rückschulung wohl nicht (Schwungübungen, Schreibübungen etc.). Momentan schreibe ich halt, was ich in der Arbeit am Tag so schreiben muss (vielleicht so 4-5 Seiten am Tag). Das mache ich eigentlich gerne, auch wenn es durchaus mühsam ist.


dein vorgehen ginge mir deutlich zu schnell.


>>Geholfen hat mir auch von Zeit zu Zeit, freundlich mit meiner rechten Hand zu sprechen, mich zu bedanken, dass sie all die Jahre die ganze Arbeit gemacht hat, die doch gar nicht von ihr zu verlangen gewesen wäre. Ich habe ihr gesagt, dass sie sich jetzt ausruhen und der linken Hand die Sache überlassen kann.

>Das kam mir auch schon, da ich aber sehr viele Dinge mit re deutlich besser kann, brauche ich sie noch, die li muss jetzt nicht alles machen, da ich mich nicht noch zusätzlich dauernd frustrieren will.


das ist dann auch gut so. besser nicht alles auf einmal, das kann man ja gar nicht verkraften!


>>Ich war zu Anfang sehr viel müde und psychisch labil.

>"Labil" bin ich eigentlich nicht, eher "stabil in der Krise", macht es auch nicht wirklich besser.


meine Psyche ist nach bald einem Jahr nicht mehr so labil, aber noch lange nicht stabil. das mit der müdigkeit kenne ich und das hat sich leider bisher noch nicht verbessert.


>Mein Vollzeitjob war mir eigentlich zu viel

>Ich hatte neben meinem Vollzeitjob noch einen Nebenjob, den ich jetzt aber schweren Herzens gekündigt habe.


komisch, alle meine jobs habe ich niemals gerne gemacht, aber alle trotzdem mit mindestens 180% einsatz und zweckoptimismus gemacht. irgendwann kam dann der logische nervenzusammenbruch und dann habe ich noch niemals einem job oder einer arbeitsstelle hinterher getrauert.


>>Mit meiner Schrift bin ich eigentlich erst etwa seit März einigermaßen zufrieden (ich hatte vorher eine untypisch schöne SChrift mit rechts)

>Das ist für mich besonders interessant, denn auch ich habe mit re eine Handschrift, die durchaus gut anzusehen ist, das ist für mich jedenfalls kein Rückschulungsgrund.

>Ich gehe mal davon aus, dass du eher zu den feinmotorisch geschickten Menschen gehörst?


oder zu den besonders ehrgeizigen s. o.


>>Mein Rat für Dich wäre, sehr viel Geduld zu haben, Dir zuzugestehen, dass Du sehr viel Ruhe brauchst und die Tiefpunkte genauso zu akzeptieren wie die Fortschritte.


dem kann ich mich nur anschließen!!


>Ich will mich ja bemühen, Geduld zu haben, aber bislang gibt es eben keine wirklichen Fortschritte, dafür jede Menge Rückschritte (ist nicht wirklich logisch, ist aber so). Mir geht es einfach erheblich schlechter als vor dem Beginn der RS.


das ist auch überhaupt kein wunder, wie ich finde. zu allem kam ja auch noch zusätzlich deine rs dazu. nach allem, was ich von dir gelesen habe, mutest du dir und deinem körper schon wirklich unglaublich viel zu! für eine rückschulung müssen die einstellung (geduld und keine überhöhten erwartungen) und auch die äußeren bedingungen (zeit und möglichkeiten der ruhe und entspannung) stimmen!

>Zusammenfassung: Ich mache es mit re, objektiv (und wirkungsvoll) zu testen scheint es nicht zu sein, was nun??


tests, die nach einem reinen zählprinzip ablaufen, nach dem motto, ich zähle mal zusammen, wie viele sachen ich mit rechts und wie viele ich mit links mache, halte ich für wenig aussagekräftig. (bin selbst beinahe zu 100% umgeschult. aussagefähiger halte ich charakterzüge und das eigene empfinden, z.b. in welcher hand besitze ich mehr feingespühr (die koordination dabei außer acht lassen!!) test: ich ertaste gegenstände mit geschlossenen augen abwechselnd nur mit der linken oder rechten hand – mit welcher hand erschließt sich dieser mir besser? oder vielleicht auch die tests von fr. dr. pester in berlin.



>>Wir zählen also nicht einfach nur aus, nach dem Motto 20mal rechts, 15mal links, dann handelt es sich um einen Rechtshänder oder umgekehrt."

>das glaube ich schon, dass es nicht einfach um stures Auszählen geht. Aber ein aussagekräftiger, objektiver und standardisierter Test - auch für Erwachene und für umgeschulte erwachsene Menschen - wäre halt doch nicht ganz schlecht (ich halte durchaus etwas von vernünftigen Validitätswerten).

>Anamnestisch gibt es bei mir keine besonderen Auffälligkeiten, nicht mal eine MCD lässt sich hineininterpretieren (worüber ich natürlich nicht wirklich traurig bin ;-). Selbst in den "primären Umschulungsfolgen" finde ich mich nur bedingt wieder, wobei insbesondere Konzentration und Gedächtnisleistung natürlich ziemlich relativ sind, sich der "objektiven Wahrnehmung" eher entziehen und zudem noch deutlich davon abhängen, was ein Individuum an Potenzial zur Kompensation zur Verfügung hat. Bei den "sekundären" sieht es dann schon anders aus, aber die sind ja noch multifaktorieller...

>Da ich ein (zumindest fein-)motorisch recht begabtes Wesen bin (daher auch eine recht ästhetische Schrift mit re), habe ich auf dieser Schiene auch tatsächlich gute Fähigkeiten vieles auszugleichen. Jetzt, bei der Frage meiner eigenen Händigkeit, steht mir das natürlich eher im Wege, da ich die meisten Sachen eben im Zweifelsfall mit beiden Seiten recht gut hinbekomme.



wie kommst du eigentlich überhaupt darauf, dich zurückschulen zu wollen? das leuchtet mir nicht ein, bei deinen vielen zweifeln!


>Auffallend ist für mich, dass ich einige Dinge, die ich in den letzten Wochen von re auf li umgestellt habe (z.B. die Handhabung von Schlüsseln), sehr schnell umgestellt habe und sich zügig das Gefühl einstellt, dass es stimmig ist.

>Damit wird es auch nicht einfacher, oder?


warum denn nicht? das müsste dich in deiner lh doch eher bestätigen.

>Bin ja gerade beim rückschulen und mir geht es psychisch anhaltend schlecht damit (was ich mir nur bedingt erklären kann). Inzwischen stellt sich mir natürlich die Frage, ob ich meine RS nicht abbrechen muss, da ich es offensichtlich nicht schaffe, mich zu stabilisieren.

>Wer von euch hat Ideen und / oder Erfahrungen damit, welche Kriterien für einen Abbruch sprechen würden etc.

>Wovon ist eine solche Entscheidung schlauerweise abhängig zu machen?

Ich will es auch nicht "beliebig handhaben", da ich momentan nicht davon ausgehe, dass ich zu einen "besseren Zeitpunkt" (was ich schon "besser"?) einen zweiten Versuch unternehmen würde.



ich blicke da nicht so recht durch, denke auch, dass du deine fragen über ein forum schlecht lösen kannst, sondern dich direkt an eine fachkraft wenden solltest, die dir nicht pauschal antwortet, sondern sich intensiver mit dir persönlich beschäftigt und individuell auf dich eingeht. für mich sprechen die zeichen jedoch für eine umgeschulte linkshänderin. und da du gerade psychisch so stark auf die rückschulung ansprichst, denke ich, dass du da auch umschulungsbedingt sehr viel zu verarbeiten hast. da ist eine psychologin, die sich mit dem thema auskennt sehr angebracht.


carsten

Jeannine
14.06.2004, 09:30
Hallo Dorothea,

Bin ja gerade beim rückschulen und mir geht es psychisch anhaltend schlecht damit (was ich mir nur bedingt erklären kann).

Inzwischen stellt sich mir natürlich die Frage, ob ich meine RS nicht abbrechen muss, da ich es offensichtlich nicht schaffe, mich zu stabilisieren.

Wer von euch hat Ideen und / oder Erfahrungen damit, welche Kriterien für einen Abbruch sprechen würden etc. >


Was mir als erstes bei Deinen ganzen Berichten auffällt, ist eine Überforderung! Das ist jetzt nicht böse gemeint, sondern kann die Ursache von den Abbruchgedanken sein! Wie schon von Carsten angesprochen, wäre eine begleitende Psychotherapie ganz nützlich. Vielleicht kannst Du dort Endspannungsübungen erlernen, um Deine körperlichen Grenzen besser einzuschätzen?! Auch würde ich Dir die Schraffier- und Schwungübungen empfehlen, denn bis zu 5 Schreibseiten am Tag sind für den Anfang sehr viel. Schon als Pseudorechtshänderin hatte ich mit dieser Anzahl Probleme! Musst Du denn alles mit der Hand schreiben? Gibt es nicht einen Ausgleich mit dem Computer/Schreibmaschine und dann eine allmähliche Steigerung? Von wem und wieso kommt dieser hohe Leistungsdruck? Es ist natürlich immer leichter in den alten Trott zurückzufallen, doch damit kommt auch keine Erneuerung, es bleibt beim „Alten“! Ein Sportler, der nicht richtig trainiert, wird keine guten Erfolge erzielen. Ein Sportler, der seine Leistungsgrenzen überschätzt, wird mit Problemen rechnen müssen. Bei einer Rückschulung sehe ich es ähnlich...


Wovon ist eine solche Entscheidung schlauerweise abhängig zu machen?

Ich will es auch nicht "beliebig handhaben", da ich momentan nicht davon ausgehe, dass ich zu einen "besseren Zeitpunkt" (was ich schon "besser"?) einen zweiten Versuch unternehmen würde.>


Ich denke mal am Gesundheitszustand und am Umfeld! Wenn das alles nicht stimmt, wird eine Verbesserung auch nicht eintreten können! Ersteres könnte vielleicht unter ärztlicher Beaufsichtigung Erfolge bringen...Mobbt zum Beispiel das Umfeld, kommen noch mehr Probleme hinzu (da kann man nur hoffen, das Umfeld geht ein {-;... war jetzt ein Witz).

Ich habe mich bei der Rückschulung nur auf das „Schreiben“ und auf „Alltägliche Dinge“ begrenzt. Die Musikinstrumente: Klavier und Gitarre behalte ich Spieltechnisch der Rechtshänderhandhabung bei. Als Gesangslehrerin bin ich auch auf die üblichen Klaviere angewiesen, eine dauernde Umstellung würde nur Verwirrung mit sich bringen! Und die Gitarre dient nur ab und zu der Akkord-Begleitung.


Gruß von Jeannine

Detlef
14.06.2004, 13:56
Hallo Dorothea,


ich hatte ja vergangene Woche angekündigt, auch etwas mehr über meinen Werdegang zu schreiben, werde aber vorher noch ein Gespräch mit meiner Rs-Begleiterin haben und evtl. auch noch eines mit einer Heilpraktikerin,weil ich da für mich etwas klären muß.

Was Carsten geschrieben hat, fand ich gut und aufschlußreich!

Es gibt online laut Birgit Scholz auch noch eine Art Mail-Ring, in dem sich Rückschulende austauschen! Ich selbst wollte mich auch schon drum kümmern, habs aber bisher immer aufgeschoben oder vergessen. Wenn das was fü Dich sein könnte, dann bekommst Du nähere Infos unter www.linkshaenderberatungsstelle.de

Dahinter verbirgt sich Sylvia Weber aus Markt Indersdorf bei München.

Wie gesagt, ich hab mich selbst noch nicht weiter drum gekümmert, aber Birgit sagte zu mir, das wäre ein Erfahrungsaustausch Rückschulender! Das ist ja das, was Du suchst und brauchst!

Ich wünsch Dir erstmal Besserung und daß Du vorankommst- hast ja schon einige Tips und Fragen bekommen, die Dir hoffentlich auch schon weitergeholfen haben!


Detlef

AliBaba ULH, IRS
14.06.2004, 19:18
Hallo Dorothea,


bist du momentan in einer stressigen Lebensphase? Da kann so eine Rückschulung nämlich sehr schnell zur Überforderung führen.


Gruss

Alex

Birgit
15.06.2004, 08:32
Hallo Dorothea,


falls du mir nach Hause mailen willst, um deine Frage zu klären, gerne.


Merlin.Scholz (at) t-online.de


Gruß

Birgit

Frank ULH, IRS
15.06.2004, 10:49
Hallo Dorothea


ich würde mir für das umschulen viel Zeit nehmen.


Nicht übertreiben damit.

iCh z.B habe auch angefangen mit Links zu üben nicht unbedingt zu schreiben.


Ich meine damit nicht schwungübungen sondern üben, wie sieht mein Schriftbild mit links aus. Ich mache das sehr sporadisch, das letzte mal vorgestern, davor am 15.05, seit dem nicht mehr.


Ich schreibe nur wenn ich Lust dazu habe. Das ist ja keine Diziplin die man sich da auferlegt sondern man will ja was für sich ändern im Leben. Da ist es für mich völlig irrelevant wie lange ich dazu brauche um wieder mit Links zu schreiben. Und wenn das 5 jahre dauern würde.


Mir geht es mehr darum, das meine Problem die ich im leben Habe mehr und mehr besser werden.


Versuche es doch mal deine Maus auf Linkshändermaus umzustellen. Ich habe das gemacht und das fühlt sich sehr gut an. Solltes dir dann aber einen Linkshändercursor besorgen dann wirds noch einfacher (-:




Die Linkshändercursor bekommst du z.b bei http://www.linkshaenderseite.de/tips.html#waswo


unter computer gibt es links auf linkshänder cursor


Das mit den psychischen problem kann immer mal wieder auftreten. Das geht ja nicht von heute auf morgen weg. Wie hier schon in den Antworten auf deine Frage erwähnt wurde, Setz dir keine zu hohen Ziele, es geht hier nicht um höchsleistungen sondern schritt für schritt vorgehen, auch mal pausiern wenn man nicht will, blos nicht zwingen.


Lass dich auf jeden Fall von einem Linkshänderberater betreeuen unter


http://www.linkshaenderseite.de/adressen.html


findest du für jedes Bundesland gute adressen.


Ich z.b. habe über die Linkshändeberatung Fulda eine Frau gefunden die mir in Frankfurt am Main helfen will herraus zufinden ob ich ULH bin (habe schon mit ihr gesprochen und will bald hingehen)


Ansonnsten mach ne Psyschotherapie die kann auch helfen. Nicht unbedingt wegen deiner Linkshändigkeit, da wird die Krankenkasse wohl ehr nix machen sondern irgend eine Andere Diagnose wobei man dan mit dem / der TherapheutIn auch das Linkshändige besprechen kann aber sich nicht so sehr darauf versteift, denn zur Therapie gehört mehr als nur ein Ding zu besprechen, viel Ursachen tragen zu Psyschischen Problemen bei, das ist die Linkshänderei nur ein kleiner Bruchteil davon


Gruß


Frank.F

Dorothea
15.06.2004, 11:17
Hallo Carsten,


danke für deine ausführlichen Einlassungen.

Ich habe dir gestern schon geantwortet (und neue Fragen gestellt ;-), allerdings haben irgendwelche technischen Probleme verhindert, dass die Antwort abgeschickt werden konnte. Jetzt ist sie weg.

Ich werde mich aber bald melden, bin nur momentan unterwegs.

Grüße

Dorothea

Jeannine
15.06.2004, 14:52
Hallo Dorothea,


vielleicht hilft Dir zur gedanklichen Unterstützung der jetztigen Krise die Homepage von Ulla Hundemer / Ulla Laufs (unterer Link!). Es ist zwar sehr viel zu lesen, jedoch psychologisch alles sehr Interessant beschrieben!

Ich hoffe es hilft Dir ein wenig weiter (-:


Viele Grüße von Jeannine

Libertin IRS
15.06.2004, 16:06
Hallo liebe Dorothea,


Auf's und Ab's kenne ich von mir selber sehr, sehr gut - meistens immer dann, wenn die Ergebnisse meiner Rückschulung mir selber nicht schnell genug gehen, ich zu streng und ungeduldig mit mir selber bin. Oder ich es mit Links noch nicht schnell genug kann; die äußeren Umstände, es mir aber nicht erlauben, es langsam und in Ruhe mit "Links" zu tun, mit Links zu schreiben, usw... Bei mir ist die Rückschulung auch "umfassender", weil ich als "echter" Pseudorechtshänder nicht bloß nur mit Rechts schreiben musste, sondern nahezu fast alle Tätigkeiten bisher mit Rechts getan hatte - ich muss quasi fast jeden Handgriff zurückschulen. Ich bin oft sehr ungeschickt und habe so zu sagen als Folge der Umschulung zwei "linke" Hände. Meine ganzen Schwierigkeiten in meinem Leben werden mir bewusst, das tut sehr weh und dann werde ich sehr, sehr wütend, über das, was diese Gesellschaft mir damit alles angetan hat...

Alles lamentieren hilft aber nicht: Es ist einfach wie es ist...


Eine Möglichkeit ist dann, die Rückschulung etwas pausieren zu lassen - mit "Rechts" kann ich es ja bereits schon und Du kannst es vermutlich auch. Eine Pause ist nicht gleichbedeutend mit einem völligen Abbruch!!!

Oder ich trenne meine Rückschulung zunächst in Teilbereiche: Also zunächst bleibe ich nur bei ganz, ganz leichten und einfachen Handgriffen.


Oder ich verwöhne mich selber mit kleinen Geschenken, ich kaufe mir z.B. einen schönen Blumenstrauß, den ich in meine Wohnung platziere oder ich gönne mir eine Wohlfühlmassage bei einer Heilpraktikerin. Genussfähigkeit, gut zu sich selber sein, das kann für jeden etwas völlig anderes sein...


Bei mir betrifft die Rückschulung auch meine Augen - die Sehkraft meiner Augen verbessert sich bei mir durch die Rückschulung meiner Händigkeit - und wenn ich depressiv bin, es mir wieder schlechter geht, "sehe" ich diese "schlimme“, ganze Welt auch wieder „schlechter“... An guten Tagen, kann ich inzwischen allerdings sogar auch ohne Brille Autofahren... Ich habe entdeckt, dass ich mit Brille rechtsäugig schaue - ohne Brille schaue ich hingegen linksäugig. Auch wenn manch einer hier im Forum meine Ansichten über Zusammenhänge zwischen Umschulung der Händigkeit und Sehstörungen nicht teilt, viele Neurobiologen bestätigen inzwischen übrigens aber meine Auffassung: 90% dessen was wir als Sehen bezeichnen passiert nicht im Auge an der Netzhaut sondern in unserem Gehirn in der Sehrinde. Scharfes Sehen ist ohnehin nur in der Fovea zentralis möglich, d.h. das sind weniger als 2-3% unseres tatsächlichen Blickfeldes - der Rest "spinnt" unser Gehirn sowieso nur aus alten Erinnerungen zusammen und gaukelt es uns als "reales" Abbild vor. Wir sehen folglich immer nur das, was wir auch wirklich sehen wollen... Und wenn ich die Brille trage, bekommt meine Sehrinde immer einen durch die Brechkraft der Linse verzehrten sensorischen Input, meine Sehrinde im Gehirn "verlernt" also das Sehen ohne Brille. Hinzukommt das der sehr feine Mechanismus der inneren Augenmuskeln, welche für die Feinjustierung der Linsenkrümmung der natürlichen Linse des Auges zuständig sind, wo aufgrund der geringen Abmessungen schon wenige Bruchteile von Millimetern über eine scharfe Abbildung auf der Netzhaut entscheidend sind, durch das Tragen einer Brille naturgemäß durcheinander geraten...

Vieles was von einigen Vertretern in der Schulmedizin behauptet wird - und nicht nur was noch immer(!)z.B. über die Verharmlosung der Folgen der Umschulung der Händigkeit gesagt wird - sondern auch vieles andere ist einfach blanker Unsinn. Manche Schulmediziner beginnen hier glücklicher Weise mit „alten“ Zöpfen aufzuräumen. Manches „Altbewährte“ stimmt zwar durchaus, manches ist allerdings aber einfach schlicht nur falsch...

Das meiste dient lediglich nur dazu Pillen, Prothesen, Surrogate und teure Therapien zu verkaufen, Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse zu schaffen, die Patienten daran zu binden und anschließend Profit bringend zu melken...


Mit professionellen Helfern hatte ich bislang überwiegend nur sehr schlechte Erfahrungen gemacht, da viele selber Pseudorechtshänder sind („echte“ Rechtshänder interessieren sich aufgrund der unterschiedlichen Veranlagung der Gehirnhälften naturgemäß wohl eher seltener für diese „helfenden“ Berufe), empfinden diese meine Rückschulung sogar eher unbewusst noch als „Bedrohung“ für ihre eigene Pseudorechtshändigkeit und versuchten mich unbewusst deshalb in meiner Rückschulung wohl auch zu behindern. Die meisten dieser „Helfersyndromspezialisten“ missbrauchen ihre Patienten oder Klienten, um das eigene reduzierte Leben zu kompensieren – vermeintlich aus „Mitleid“, doch dieses „Mitleid“ des Therapeuten ist meist nur „Selbstmitleid“ über deren eigenes nicht verarbeitetes Elend, welches diese bei ihrem Patienten oder Klienten gespiegelt finden. Doch anstatt das eigene Leben anzuschauen, wird als Arzt oder Psychologe dann an diesem Gegenüber „herumgedoktert“ – der Patient hat dann zwei Probleme: Sein eigenes und das seines Arztes oder Psychotherapeuten noch zusätzlich obendrein und wird vielleicht noch mit Pillen und Psychopharmaka traktiert. Mit 39.000 Toten pro Jahr allein nur aufgrund von Fehlmedikationen sind Ärzte „statistisch“ gesehen die größten Totschläger unserer Gesellschaft...


Seitdem ich mich auch hiervon befreit habe und diese ganzen „Experten“, Seelenklempner und Ärzte zu Teufel gejagt habe, geht es mir wirklich erheblich besser!!!


Deshalb - Rückschläge sind "normal" und absolut keine Katastrophen! Also Leute: Nehmt die Verantwortung für Euer eigenes Leben am Besten selber in Eure (linke) Hand, spürt in Euch selber, seit gut und liebevoll zu Euch selber - nur dann könnt ihr auch gut und liebevoll zu anderen Mitmenschen sein. Und last Euch von anderen, die meinen Euch irgendetwas, was ihr im tiefsten inneren Euer Seele spürt, ausreden zu müssen, nur nicht ins Boxshorn jagen...



Libertin

carsten
15.06.2004, 17:49
Hallo Dorothea

Weil ich mich nicht gerne vor dem Computer aufhalte und auch glaube, Dich nicht beraten zu können, gebe ich Dir wenigstens einen Tipp: www.linkerhand.de

Das ist die Homepage meiner Linkshänderberaterin und begleitenden Psychologin, die ich wirklich sehr empfehlen kann, nicht nur, weil sie selbsterfahren ist. Zumindest war und ist sie für mich ganz genau die Richtige, was natürlich jeder für sich selber heraus finden muss. Sie macht übrigens auch Händigkeitstestungen.

Rosalind
15.06.2004, 20:16
Hallo!

>Bin ja gerade beim rückschulen und mir geht es psychisch anhaltend schlecht damit (was ich mir nur bedingt erklären kann). Inzwischen stellt sich mir natürlich die Frage, ob ich meine RS nicht abbrechen muss, da ich es offensichtlich nicht schaffe, mich zu stabilisieren.


das stabilisiert sich schon. Es ist ein bisschen wie Wohnung renovieren: das Chaos ist erstmal größer. und zwischendurch hat mensch denn auch keine Meinung mehr - aber hinterher ist alles besser


>Wer von euch hat Ideen und / oder Erfahrungen damit, welche Kriterien für einen Abbruch sprechen würden etc.


Eine Rückschulung ist selten abgeschlossen. Ich selbst schule seit knapp 10 Jahren zurück, habe mit fast 50 damit angefangen. Seit der Rückschulung nehme ich viel schärfer wahr, wieviel Zeit und Energie auch ausgewiesene Rechtshänder aufwenden müssen, um irgend eine Tätigkeit zu lernen.


Wir Umgeschulten wurden ständig zu verdrehten Höchstleistungen gezwungen, die keine Mensch anerkannt hat. Wenn man jetzt merkt, dass der ganze Stress eigentlich völlig überflüssig war - da kann eine schon Trauer und Wut packen!

>Wovon ist eine solche Entscheidung schlauerweise abhängig zu machen?


Das musst du schon selbst entscheiden. Für mich war und ist es wichtig, offensiv als umgeschulte Linkshänderin aufzutreten. Meistens stoße ich auf sehr viel Verständnis. Bei Unverständnis zucke ich mit den Achseln, je nach Situation werde ich auch mal bissig. Wer die Aggression der Gesellschaft gegen LinkshänderInnen fortsetzt, muss auch die Antwort vertragen.


>Ich will es auch nicht "beliebig handhaben", da ich momentan nicht davon ausgehe, dass ich zu einen "besseren Zeitpunkt" (was ich schon "besser"?) einen zweiten Versuch unternehmen würde.


Das ist wie mit dem Kinderkriegen: eigentlich passt kein Zeitpunkt.


Es gibt auch jetzt Situationen, in denen ich es für angemessen halte, rechtshändig zu agieren. Ich bin schließlich keine Masochistin und will überflüssigen Stress vermeiden. Ich bin mir dann aber bewusst, dass ich sozusagen "Fremdsprachlerin" bin.


Die Rückschulung löst nicht alle Probleme, die mensch so hat. Sie hilft aber die zu werden, die du bist


Viel Erfolg!

Rosalind

Dorothea
15.06.2004, 21:29
Hallo Birgit,


vielen Dank für dein Angebot, ich werde demnächst gerne darauf zurückkommen.


Grüße

Dorothea

Dorothea
15.06.2004, 22:42
Hallo Carsten,


jetzt schreibe ich dir doch (und hoffe, dass der Text nicht wieder gefressen wird), du musst dich nicht genötigt fühlen, etwas dazu zu sagen.

vergiss am besten dein ästhetisches grundbedürfnis!


Das wird es auf Dauer nicht sein für mich, da dieses ästhetische Grundbedürfnis wohl zu mir gehört, egal ob re oder li. Was ich eher beeinflussen kann, ist, dass ich mir Zeit lassen will, auch mit li eine einigermaßen schöne Schrift zu entwickeln.


>Mein Problem ist, dass ich psychisch nicht mehr gut klarkomme, eher im Sinne einer ausgewachsenen Belastungsreaktion.

das ist überhaupt nicht verwunderlich, sondern ganz selbstverständlich!

>Man merkt es mir nicht unbedingt an, da ich als ULH gut gelernt habe, mir viel abzuverlangen und mich deshalb gut steuern kann (Beherrschung statt Gelassenheit).

das kenne ich nur zu gut! diese verdammte, zwanghafte selbstbeherrschung und permanente selbstüberforderung!


Kann was dran sein, ich sehe es aber auch als Potenzial, nicht nur als "Fehlanpassung".

wir ulh gehen ununterbrochen deutlich über unsere grenzen hinaus, weil unsere natürliche grenze sogar noch deutlich unter der belastungsgrenze der nicht umgeschulten ist

Gehst du davon aus, dass LH weniger belastbar sind als andere Menschen? Oder verstehe ich hier irgendwas total verkehrt?

dein vorgehen ginge mir deutlich zu schnell.

Das war auf das Schreiben mit der li Hand bezogen. Die ca. 4-5 Seiten schreibe ich in der Arbeit, am Wochenende etc. schreibe ich inzwischen deutlich weniger. Im Beruf habe ich aber wenig Alternativen. Das heißt, die beiden ersten Monate habe ich immer mit li geschrieben, wenn ich Zeit dazu hatte, also mal li, mal re. Das habe ich aber nur so lange gemacht, wie es überhaupt nicht anders ging und halte es auch nicht für besonders schlau. Seit ich vom Tempo her so halbwegs mitkomme, schreibe ich nicht mehr mit re.

meine Psyche ist nach bald einem Jahr nicht mehr so labil, aber noch lange nicht stabil. das mit der müdigkeit kenne ich und das hat sich leider bisher noch nicht verbessert.

Das klingt ja nun nicht besonders prickelnd, ich habe nicht vor, auf Dauer so viel zu schlafen (oder zumindest so müde zu sein) wie momentan.

>Ich hatte neben meinem Vollzeitjob noch einen Nebenjob, den ich jetzt aber schweren Herzens gekündigt habe.

komisch, alle meine jobs habe ich niemals gerne gemacht, aber alle trotzdem mit mindestens 180% einsatz und zweckoptimismus gemacht.

Ich liebe meine Arbeit und bin sehr froh, dass ich zu denen gehören kann, die arbeiten dürfen, was sie gerne arbeiten möchten. Das mit dem Einsatz stimmt aber oft trotzdem. z.Zt. probiere ich mal, wie weit ich mit 110% oder auch mit 100% komme...

test: ich ertaste gegenstände mit geschlossenen augen abwechselnd nur mit der linken oder rechten hand – mit welcher hand erschließt sich dieser mir besser? oder vielleicht auch die tests von fr. dr. pester in berlin.

Klingt interessant, kenne ich aber nicht, was testet diese Frau denn?

wie kommst du eigentlich überhaupt darauf, dich zurückschulen zu wollen? das leuchtet mir nicht ein, bei deinen vielen zweifeln!

Du hast für dieses Posting ja einige Beiträge zusammenkopiert, deshalb weiß ich nun nicht eindeutig, ob dieser Satz originär von dir kommt. Aber egal woher: Ist "man" nur zur RS geeignet, wenn man keine Zweifel hat??? Dann bin ich wahrlich nicht die Richtige, da ich mich durchaus bemühe, "den Sachen" auf den Grund zu gehen und deshalb durchaus mal etwas hinterfrage, was andere möglicherweise als gegeben hinnehmen.

Trotz dieser kritischen Nachfrage danke ich dir für deine Meinungen und Erfahrungen, manche helfen wohl schon damit, dass man sich an ihnen reibt.


Grüße
Dorothea

Dorothea
16.06.2004, 11:11
Hallo Jeannine,


>Was mir als erstes bei Deinen ganzen Berichten auffällt, ist eine Überforderung! Musst Du denn alles mit der Hand schreiben? Gibt es nicht einen Ausgleich mit dem Computer/Schreibmaschine und dann eine allmähliche Steigerung? Von wem und wieso kommt dieser hohe Leistungsdruck?


Klar, das Thema "Forderung" und manchmal wohl auch "Überforderung" ist mir nicht ganz fremd, das stimmt schon. Zum Schreiben: Es liegt einfach in der Natur meiner Tätigkeit, dass ich relativ viel mit der Hand schreibe, das lässt sich nicht auf den PC verlagern bzw. würde dann doppelten Aufwand bedeuten, für den ich weder die Zeit noch die Möglichkeiten habe. Ist halt so.

"Leistungsdruck" steckt aber zugegebenermaßen auch immer wieder drin, was ich zum Teil auch darauf zurückführe, dass ich, bei allen Zweifeln und Schwierigkeiten, die ich ja mit der RS auch habe, so gerne was voranbringen möchte, schon zur eigenen Stabilisierung. Also in dem Sinne: Wenn "es" gelingt, ist es auch ein Zeichen dafür, dass ich das Richtige tue. Ich weiß, dass man diesen Gedankengang logisch relativ leicht aushebeln kann...


>>Wovon ist eine solche Entscheidung schlauerweise abhängig zu machen?

>Ich will es auch nicht "beliebig handhaben", da ich momentan nicht davon ausgehe, dass ich zu einen "besseren Zeitpunkt" (was ich schon "besser"?) einen zweiten Versuch unternehmen würde.>

>Ich denke mal am Gesundheitszustand und am Umfeld!

Dem steht im Prinzip nichts im Wege. Mir ist auch klar, dass eine RS in besonders stressigen Lebenssituationen nicht gerade schlau ist. "Besonders stressig" ist meine Lebenssituation nicht, eher "normal stressig", wie es halt so ist.


>Ich habe mich bei der Rückschulung nur auf das „Schreiben“ und auf „Alltägliche Dinge“ begrenzt.

Bei mir ist es ähnlich. Ich schreibe nur noch mit li und von den alltäglichen Hantierungen lass ich mich wahrlich nicht stressen. Zum einen gelingen viele Dinge leicht, zum anderen habe ich kein Problem damit, die Zwiebeln weiter mit re zu schneiden, da hätte ich eher ein Problem, wenn ich mir dauernd in den Finger schneiden würde ;-


Grüße

Dorothea

Dorothea
16.06.2004, 11:23
Hallo Alex,


>bist du momentan in einer stressigen Lebensphase? Da kann so eine Rückschulung nämlich sehr schnell zur Überforderung führen.


Nicht in besonderem Maße (habe gerade an Jeannine schon einen Satz dazu geschrieben), also keine besonders belastenden Lebensereignisse, Übergangsphasen oder dergleichen.

Allerdings neige ich schon dazu, mir auch etwas Stress zu machen und damit erlebe ich natürlich auch, dass sich "normales Leben" (was ist normal?) auch leicht als stressig herausstellt. "Stress" gehört nicht unbedingt zu meinen Lieblingswörtern, vielleicht auch deshalb, weil ich ansich sehr gerne arbeite und mir auch viel Arbeit nicht unbedingt gleich was ausmacht (natürlich gibt es auch ein "Zuviel"). Zu meinen Lebenszielen gehört es nicht, nur auf der Couch zu sitzen...

Scheint wohl wieder mal um's richtige Maß zu gehen...

Grüße Dorothea