Vollständige Version anzeigen : Linkshändigkeit ist doch ein Problem?!!
Alle sagen, laß dein Kind normal aufwachsen. Kein Problem!
Aber was ich hier alles sehe und lese macht mir doch etwas Kopfzerbrechen.
Jetzt weiß ich garnicht mehr was noch noch normal sein soll, da ist doch alles Aanders vom Messer, Füller, Instrument...
Ich hab mir da noch keine Gedanken darüber gemacht!
Oh je, was kommt da auf mein Kind zu und auf mich??!!!!!!!!!
Alle sagen, laß dein Kind normal aufwachsen. Kein Problem!
Aber was ich hier alles sehe und lese macht mir doch etwas Kopfzerbrechen.
Jetzt weiß ich garnicht mehr was noch noch normal sein soll, da ist doch alles Aanders vom Messer, Füller, Instrument...
Ich hab mir da noch keine Gedanken darüber gemacht!
Oh je, was kommt da auf mein Kind zu und auf mich??!!!!!!!!!
Hallo Maggi,
so furchtbar wie das hier klingt ist es garnicht.
Ich bin selber Rechtshänder und habe zwei linkshändige Mädels. Zuerst war ich total aus den Socken aber jetzt sehe ich das alles nicht mehr so dramatisch. Wichtig ist das Du dich informierst (hast Du ja bereits!) da kann ich Dir auch noch die www.linkshaenderseite.de empfehlen. Rechtzeitig vor der Einschulung solltest Du die richtige Schreibhaltung mit deinem Kind üben (gibt es ein gutes Übungsheft von Frau Dr. Sattler , findest Du auch auf der oben genannten Webseite)und nach und nach die erforderlichen Gebrauchsgegenstände anschaffen. Wir haben jetzt Linkshänderscheren, Anspitzer für Linkshänder, Nagelscheren für Linkshänder (sind super um an der rechten Hand die Nägel zu schneiden), Sparschäler für rechts und links und bei Neuanschaffungen versuche ich Sachen zu Kaufen die rechts und links sind sonst muss man die halt doppelt kaufen.
Geschäfte für Linkshänder findest Du auch auf der Linkshänderseite. Ganz doll wichtig ist deinem Kind zu zeigen das es super ist so wie es ist und das es dich auch ein bischen Stolz macht einen Linkshänder als Kind zu haben. Beim Tischdecken lege das Besteck ruhig auf die linke Seite und bei blöden Sprüchen wie z.B. mit dem schönen Händchen reagiere gelassen und stärke dein Kind.
Außerdem gibt es eine durchaus lustige Seite an der Geschichte...........man kann Leute so gut reinlegen wenn man ihnen "aus versehen" zum Schneiden eine Linkshänderschere gibt o.ä.,hehe.
Ach ja, ein Tipp der mir geholfen hat.......wenn Du deinem Kind etwas beibringen möchtest, setze Dich ihm gegenüber, so kann es Dir alles spiegelbildlich nachmachen. Klappt natürlich nicht bei sehr komplizierten Sachen, aber bei vielen Altagsdingen.
Halte die Ohren steif und geniesse das "andere" Kind !
Silke
Ich bin durch Zufall auf diese Seite geraten und kann auch nur Mut machen. Meine Tochter (inzwischen 11) ist Linkshänderin und bisher hatten wir und sie damit gar keine Probleme, obwohl wir weder Linkshändermesser noch sonst was doppelt gekauft haben.
Sie hatte mal einen Linkshänderfüller, aber der war, ihrer Meinung nach, auch nicht anders als ein Rechtshänderfüller zum schreiben geeignet. Und sie schneidet mit Linkshänderscheren (hatten wir auch mal) genausogut wie mit den Rechtshänderscheren.
Also: Nicht verrückt machen lassen und nicht Probleme künstlich aufbauen, solange es da noch keine gibt!
MatthiasW
30.12.2001, 16:05
Hallo ,
ich find es erst sehr gut, dass sie sich über den wechselden Handgebrauch ihrer Tochter Gedanken machen.
Nur die Schlüsse die Sie daraus ziehen, befremden mich sehr(Tochter hat keine Probleme mit RH-Scheren usw.).
Ich glaube, dass Sie eine Mutter sind, die nur das Beste für Ihr Kind will.
Aber gerade bei der Beruteilung, was mache ich (vom Kind aus gesehen) mit welcher Hand, dürfen wir unsere Kinder nicht sich selbst überlassen. Kinder können noch nicht beurteilen warum sich bestimmte Geräte besser mit der rechten als mit der linen Hand benutzen lassen. Sie stellen nur fest, mit der rechten Hand geht es wohl leichter und leiten so eine Umschulung ein. Helfen wir in diesen Fällen unseren Kindern nicht, machen wir uns der unterlassen Hilfeleistung schuldig.
Stellen wir also fest, das mit der Händigkeit unseres Kindes irgendetwas nicht stimmt, sollten wir uns umgehend Rat holen, und nicht die Augen verschließen und hoffen, dass das Kind selbst den richtigen Weg findet. Kinder können die Folgen einer Umschulung nicht einschätzen, da sie sie zu diesem Zeitpunkt ja nicht kennen. Dies ist auch ein Grund dafür worum es so schwierig ist Vorschulkinder Rückzuschulen. Kinder, die die Umschulungsfolgen kennen, meistens im 3. oder 4. Schuljahr sind dann wesentlich eher bereit sich zurückzuschulen.
Aber zurück zu Ihrer Tochter.
Bei wechseldem Handgebrauch sollten Sie als erstes geklärten welche Handigkeit Ihre Tochter hat. Hierzu hat Dr. Noll in diesem Forum schon einiges geschrieben (Fallgeschichte, von der Schwangerschaft bis jetzt, gab es eine Sauerstoff Unterversorgung während der Geburt usw.).
Zur Klärung dieser Fragen und der Händigkeit sollten Sie zu einer Linkshänderberatungsstelle aufnehmen. Adressen gibt es im Internet:
deutsche Linkshänderseite: www.linkshaenderseite.de/
Linkshänderberatungsstelle München, Dr. Johanna Barbara Sattler: www.lefthander-consulting.org
Ich wünsche Ihnen und Ihrer Tochter eine sorgenfreie Zukunft und ein glückliches Jahr 2002.
Mit freundlichen Grüßen
Matthias
Hallo,
Du problematisierst vielleich ein bißchen zu sehr, denn Astrid spricht bei ihrer Tochter nicht von einem wechselden Handgebrauch, sondern dass sie sowohl Rechtshänder- wie auch Linkshänder-Geräte gleichermaßen gut benutzen kann.
Sie hatte mal einen Linkshänderfüller, aber der war, ihrer Meinung nach, auch nicht anders als ein Rechtshänderfüller zum schreiben geeignet. Und sie schneidet mit Linkshänderscheren (hatten wir auch mal) genausogut wie mit den Rechtshänderscheren.
Ob dies zutrifft sei dahingestellt. Außer Frage steht aber wohl, dass ihre Tochter Linkshänder ist.
Meine Tochter (inzwischen 11) ist Linkshänderin und bisher hatten wir und sie damit gar keine Probleme,...
In diesem Sinne einen guten Rutsch allen Leuten hier im Forum und auf der ganzen Welt!
Olli
Hallo,
Man kann übrigends auch als Rechtshänder Linkshänderscheren benutzen, mein Mann macht das immer mit meiner Haushaltsschere, weil sie mit Abstand die beste Schere im Haus ist. :-)
Gruss Bine
Dr. Noll
02.01.2002, 20:41
Hallo,
Man kann übrigends auch als Rechtshänder Linkshänderscheren benutzen, mein Mann macht das immer mit meiner Haushaltsschere, weil sie mit Abstand die beste Schere im Haus ist. :-)
Gruss Bine
Wahrscheinlich aber nur für wenige Schnitte und kurzzeitig.
Bei mir konnte man immer richtigt Streimen am Handrücken sehen, wenn ich in Ermangelung einer geigneten Schere in der Schule abrbeiten musste...
Die Antwort ist ganz klar: Linkshänder b r a u c h e n Linkshänderprodukte, alles andere verführt sie zu einer künstlichen Haltung. Nicht umsonst hat sich ein Künstler a la Charlie Xhaplin ein Linkshändergeige bauen lassen --- warum wohl nur !!??
Er hatte das Geld dazu, und es war ihm wichtg.
Mein Apell an alle Eltern linkshändiger Kinder:
GEBT IHNEN DIE GLEICHEN STARTCHANCEN; UND WENNS EIN PAAR MARK ODER EURO MEHR KOSTEST, ES IST ES WERT !!!
Dr. Noll
MatthiasW
02.01.2002, 23:21
>Hallo Matthias,
>Man kann übrigends auch als Rechtshänder Linkshänderscheren benutzen, mein Mann macht das immer mit meiner Haushaltsschere, weil sie mit Abstand die beste Schere im Haus ist.
>Gruss Bine
Hallo,
davor kann ich nur abraten.
Ihr Mann sollte sich dann eine gute Rechtshänderschere kaufen, damit er nicht gezwungen wird sich umzuschulen.
Wann begreifen die Menschen entlich, das Linkshänder Linkshänder sind und Rechtshänder eben Rechtshänder und jeder sein eigenes Werkzeug braucht Zuhause (Schere und Messer), in der FREIZEIT (Golfschläger) und im BERUF (Meine rote Liste ist zu lang, um sie jetzt aufzulisten).
Wenn ein Kind geboren wird, steht drauf, ob es ein Mädchen oder ein Junge ist und bekommt was es braucht (Rosa o. Blau). Nur weil bei der Händigkeit, kein Bändchen an der dominaten Hand baumelt, wenn das Kind auf die Welt kommt, meinen fast alle, man könne die Rechtshändigkeit als Standart fest legen.
Siehe auch Antwort von Dr. Noll.
Gruß Matthias
Hallo,
davor kann ich nur abraten.
Ihr Mann sollte sich dann eine gute Rechtshänderschere kaufen, damit er nicht gezwungen wird sich umzuschulen.
Wann begreifen die Menschen entlich, das Linkshänder Linkshänder sind und Rechtshänder eben Rechtshänder und jeder sein eigenes Werkzeug braucht Zuhause (Schere und Messer), in der FREIZEIT (Golfschläger) und im BERUF (Meine rote Liste ist zu lang, um sie jetzt aufzulisten).
Wenn ein Kind geboren wird, steht drauf, ob es ein Mädchen oder ein Junge ist und bekommt was es braucht (Rosa o. Blau). Nur weil bei der Händigkeit, kein Bändchen an der dominaten Hand baumelt, wenn das Kind auf die Welt kommt, meinen fast alle, man könne die Rechtshändigkeit als Standart fest legen.
Siehe auch Antwort von Dr. Noll.
Hallo,
Man kann übrigends auch als Rechtshänder Linkshänderscheren benutzen, mein Mann macht das immer mit meiner Haushaltsschere, weil sie mit Abstand die beste Schere im Haus ist. :-)
Gruss Bine
Hallo zusammen,
als 27 jähriger Linkshänder kann ich sagen, daß die einzigen die in der Regel ein Problem bei Linkshändigkeit haben die Rechtshänder sind. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, daß Linkshänder in der Regel wesentlich besser mit beiden Händen umgehen könne als Rechtshänder. So kann ich z. B. beim Handballspielen sowohl mit links, wie auch mit rechts werfen. Der hier soviel diskutierte PC ist eigentlich absolut für Linkshänder gemacht (sofern man in der Lage ist die Maus nach links zu legen), incl. dem Ziffernblock. Ich kann sowohl mit Links-, wie auch mit Rechtshänderscheren schneiden, und auch mit jeder Art von Stift oder Füller schreiben (...das ich als Linkshänder beim schreiben von links nach rechts regelmäßig über das Frischgeschriebene Wische, was bei Tinte in der Regel etwas ******** aussieht, läßt sich leider auch mit einem Linkshänderfüller nicht beheben).
Ich habe jedoch, wie mir meine Mutter berichtete (...eine Umerzogene...) in den ersten Schuljahren Buchstaben häufig spiegelverkehrt geschrieben und kann bis heute spiegelverkehrte Schrift genauso lesen wie normale.
Alles in allem bin ich als Linkshänder immer gut gefahren, und eigentlich war es für mich auch nie ein Thema. Vor allem keins über das man sich Sorgen machen müßte.
Die einzigen echten Probleme die ich als Linkshänder hatte, war bei der Bundeswehr beim schießen mit Helm, da die Helmschnalle so angebracht ist, das man kaum noch zielen kann, aber das ist nun wirklich nicht so dramatisch.
Meiner Meinung ist die definitive Festlegung auf eine Hand (sei es links oder rechts) immer verbunden mit einer gewißen Aufgabe von Fähigkeiten der jeweils anderen Hand. Und jemand der alles beidhändig kann ist auf jeden Fall im Vorteil. Also macht euch nicht verrückt, Linkshändigkeit ist keine Krankheit, sondern in vielen Fällen ein Chance flexibler zu werden als der Durchschnitt.
Und immer daran denken so gut wie ein Rechtshänder sind wir mit Links...
MatthiasW
04.01.2002, 15:54
>als 27 jähriger Linkshänder kann ich sagen, daß die einzigen die in der Regel ein Problem bei Linkshändigkeit haben die Rechtshänder sind. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, daß Linkshänder in der Regel wesentlich besser mit beiden Händen umgehen könne als Rechtshänder. So kann ich z. B. beim Handballspielen sowohl mit links, wie auch mit rechts werfen. Der hier soviel diskutierte PC ist eigentlich absolut für Linkshänder gemacht (sofern man in der Lage ist die Maus nach links zu legen), incl. dem Ziffernblock. Ich kann sowohl mit Links-, wie auch mit Rechtshänderscheren schneiden, und auch mit jeder Art von Stift oder Füller schreiben (...das ich als Linkshänder beim schreiben von links nach rechts regelmäßig über das Frischgeschriebene Wische, was bei Tinte in der Regel etwas ******** aussieht, läßt sich leider auch mit einem Linkshänderfüller nicht beheben).
Aber sicher mit der richtigen Handhaltung und Blattlage (siehe Sattler: Das linkshändige Kind in der Grundschule) ist auch dies sehr gut möglich, ohne verwischen.
>Ich habe jedoch, wie mir meine Mutter berichtete (...eine Umerzogene...) in den ersten Schuljahren Buchstaben häufig spiegelverkehrt geschrieben und kann bis heute spiegelverkehrte Schrift genauso lesen wie normale.
>Alles in allem bin ich als Linkshänder immer gut gefahren, und eigentlich war es für mich auch nie ein Thema. Vor allem keins über das man sich Sorgen machen müßte.
>Die einzigen echten Probleme die ich als Linkshänder hatte, war bei der Bundeswehr beim schießen mit Helm, da die Helmschnalle so angebracht ist, das man kaum noch zielen kann, aber das ist nun wirklich nicht so dramatisch.
Aber hallo ich bin kein Freund der Bundeswehr und des Kriegsdienstes, im Ernstfall ist es aber ein Problem wenn der Gegner besser zielen und dadurch treffen kann!!!!!!!!!!
>Meiner Meinung ist die definitive Festlegung auf eine Hand (sei es links oder rechts) immer verbunden mit einer gewißen Aufgabe von Fähigkeiten der jeweils anderen Hand. Und jemand der alles beidhändig kann ist auf jeden Fall im Vorteil.
Würde ich anders definieren und bei Dr. Sattler mal unter dem Begriff Beidhänder nachlesen!! (Der umgeschulte Linkshänder oder der Knoten im Gehirn Seite 248 Beidhändigkeit ist kein erstrebenswertes Erziehungsziel, 342 These 4
>Also macht euch nicht verrückt, Linkshändigkeit ist keine Krankheit, sondern in vielen Fällen ein Chance flexibler zu werden als der Durchschnitt.
Es behauptet ja auch keiner das Linkshändigkeit krankhaft sei!!!
Sondern die Gesellschaft macht uns zu Behinderten, siehe Helm bei der Bundeswehr!! Was in dem Fall lebenswichtig ist!!!!!!
>Und immer daran denken so gut wie ein Rechtshänder sind wir mit Links...
Streitet keiner ab, wenn die Geräte dazu da wären!!!!
Dr. Noll
04.01.2002, 17:06
Hallo zusammen,
als 27 jähriger Linkshänder kann ich sagen, daß die einzigen die in der Regel ein Problem bei Linkshändigkeit haben die Rechtshänder sind. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, daß Linkshänder in der Regel wesentlich besser mit beiden Händen umgehen könne als Rechtshänder.
Sicher, das ist in der Regel so. Simpler Trainingseffekt, weil man durch die Umwelt einfach dazu gezwungen ist, die Dinge "rechtsherum" zu erlernen, Beispiel Dosenöffner, wenn man Hunger hat: es geht halt nur auf eine Art.
So kann ich z. B. beim Handballspielen sowohl mit links, wie auch mit rechts werfen. Der hier soviel diskutierte PC ist eigentlich absolut für Linkshänder gemacht (sofern man in der Lage ist die Maus nach links zu legen), incl. dem Ziffernblock.
Dennoch behaupte ich, dass jede Tätigkeit mit rechts und links schlechter ausgeführt wird, als wenn man nur die dominante Hand benutzt hätte. Übrigens ein Punkt, den zuzugeben fast allen umgeschulten Linkshändern schwer fällt. Hier setzt der psychologische Effekt ein, ich kanns ja auch mit der nicht dominanten Hand (und das bei manchen Leuten sogar b e s s e r als andere mit der dominanten Hand !), sich also einzureden (und auch ehrlich zu glauben), eine Umschulung habe ja doch nicht geschadet...
Und hier setzt wahrscheinlich das größte Missverständnis ein. Jeder, der nicht umgeschult wird, wird seine Linkshändigkeit als ebenso normal erfahren wie ein Rechtshänder seine Rechtshändigkeit. Das Problem ist also nicht die Händigkeit an sich, sondern die U m s c h u l u n g. Und jeder, der vermeintlich beidhändig agiert (irgendwie tut ers ja auch, wenn auch nicht mit optimalem Erfolg), setzt sich einer Umschulung aus.
Und da k a n n es dann zu den vielen sekundären Störungen wie Minderwertigkeitskomplexe, Unsicherheit, Zurückgezogenheit, Überkompensation, Trotzverhalten, und in meiner allgemeinärztlichen Praxis als regelmäßig vorkommendes Phänomen, zu psychosomatischen Störungen in vielen Gesichtern kommen.
Wie es gesagt, es kann, es muss aber nicht soweit kommen, aber die Korrelation ist statistisch signifikant. Das klingt vielleicht ein bißchen arg wissenschaftlich, heißt letztendlich aber nichts anderes, als dass es beim umgeschulten Linkshänder diese psychosomatischen Beschwerden überdurchschnittlich häufig gibt.
Und das ist das immer noch gewaltig unterschätzte Problem mit für die Betroffenen langen Leidenswegen.
Die einzigen echten Probleme die ich als Linkshänder hatte, war bei der Bundeswehr beim schießen mit Helm, da die Helmschnalle so angebracht ist, das man kaum noch zielen kann, aber das ist nun wirklich nicht so dramatisch.
Meiner Meinung ist die definitive Festlegung auf eine Hand (sei es links oder rechts) immer verbunden mit einer gewißen Aufgabe von Fähigkeiten der jeweils anderen Hand. Und jemand der alles beidhändig kann ist auf jeden Fall im Vorteil. Also macht euch nicht verrückt, Linkshändigkeit ist keine Krankheit, sondern in vielen Fällen ein Chance flexibler zu werden als der Durchschnitt.
Natürlich ist weder Links- noch Rechtshändigkeit eine Krankheit, wohl aber die Umschulung der Händigkeit (egal ob von links auf rechts oder umgekehrt). Und an dieser Stelle muss man aufpassen, den Begriff Händigkeit nicht mit der Umschulung zu vermischen.
Nebenbei: ich kenne niemanden, der "alles" beidhändig kann. Ich kann zum Beispiel beidhändig schreiben, mit dem Skalpell schneiden, nähen, mache aber jedes dieser genannten Beispiele nicht so perfekt wie es sein könnte. Der Preis für die tatsächlich entstehende höhere Flexibilität (Krankenschwestern hatten mich immer gerne als Operateur, weil sie mir prinzipiell den Nadelhalter rechts oder links anreichen konnten), aber ich persönlich finde den Preis, den viele umgeschulte Linkshänder dafür zahlen, gerade bei den schwer einzuordnenden psychosomatischen Störungen, vom Schwindel hin bis zu schwersten Persönlichkeitsstörungen, der ist einfach viel zu hoch.
Mfg
Dr. Noll
Also um es noch mal klar zu sagen: Meine Tochter nutzt alle "Rechtshänderinstrumente" mit der LINKEN Hand und hat,
(obwohl ich ihr die Wahl gelassen und brav Linkshänderfüller,
Schere und andere Werkzeuge gekauft habe) inzwischen selber entschieden
(und mit 11 Jahren gestehe ich ihr zu, dass sie weiss was sie will - sie weiss es auch sehr gut *gg*) dass die "Rechtshänderinstrumente" genauso gut mit der LINKEN Hand zu benutzen sind wie die "Linkshänderinstrumente"
Ich werde deshalb nun nicht anfangen, ihr und mir einzureden, dass das falsch oder schädlich wäre und zu Umerziehungsproblemen führen würde.
Ich weiss, dass es diese Umerziehungsprobleme gibt, ich habe einiges darüber gelesen als ich feststellte, das meine Tochter Linkshänderin ist. Ich würde es aber nicht dramatisieren, ich habe es es immer als normal empfunden, wenn man Linkshänder ist und dies auch meiner Tochter klar vermittelt. Warum sollte bitte Libnkshändigkleit ein Problem sein? Es ist doch keine Behinderung?
MatthiasW
07.01.2002, 22:53
Hallo Astrid,
wenn Ihr Tochter mit der linken Hand Rechtshänderinstrumente benutzt, eignet sie sich bei fast allen Handlungsabläufen eine verkrampfte Handhaltung an:
Beispiel Schere:
1. Schneidet ein linkshändiges Kind mit der linken Hand mit einer rechtshänder Schere, muss es will es die linke Hand links der Körpermitte halten die Schere stark nach rechts kippen um auf die Schnittfläche der Schere zu sehen oder die linke Hand überkreuzt die Körpermitte um die Schere nicht kippen zumüssen. linke und rechte Hand behindern sich dann sehr beim Schneiden.
2. Beim schneiden mit einer Rechtshänderschere muss der Linkshänder der mit der linken Hand schneidet den oberen Griff mit dem Daumen weg drücken und den unteren Griff mit dem Zeigefinger heranziehen was unergonomisch ist. Viel einfacher ist es mit einer Linkshänderschere wo der Daumen den Griff heranzieht und der Zeigefinger den unteren Griff wegdrückt und die Hand auf der linken Körperhälfte zuhalten.
Nach dem mein Sohn sich auch beim Schneiden zurückgeschult hat schneidet er viel lieber, vorher hasste er es, als er noch mit der Rechtshänderschere schnitt(Hat er im Kindergarten so gelernt, die Erzieher wollten keine LH-Scheren kaufen oder bereit stellen).
Weiteres Beispiel Eiskugelkelle mit dreh Auswurfautomatik für RH:
Benutzt man dieses technische Wunderwerk des Gastronomiegewerbes mit der linken Hand wird die Zahnstange nicht auf das Zahnrad gedrückt, was geschieht wenn man das gerät mit der rechten Hand betätigt. Die Folge ist, wenn auch nicht sofort, dass das Zahnrad und die Zahnstange eher verschleißen.
Nicht ohne Grund gibt es dieses Wunderwerk der Technick auch für LH.
Dosenöffner:
Seit dem ich ein LH-Taschenmesser besitze macht mir das Dosen öffnen richtig Spass. Vor her habe ich einige andere Dosenöffner zerstört oder die Dosen nicht richtig auf bekommen.
Aber anscheinent ist ihre Tochter anders als andere linkshändige Kinder die ich kenne oder man hat ihr noch nie richtig gezeigt wie man mit einer guten HL-Schere schneiden kann. Ich gebe zu, dass die meisten LH-Kinderscheren nicht viel taugen, wir haben auch einige davon und dann kommt man zu der Meinung mit einer guten RH-Schere auch schneiden zukönnen
Gruß Matthias
Dr. Noll
08.01.2002, 09:58
Also um es noch mal klar zu sagen: Meine Tochter nutzt alle "Rechtshänderinstrumente" mit der LINKEN Hand und hat,
(obwohl ich ihr die Wahl gelassen und brav Linkshänderfüller,
Schere und andere Werkzeuge gekauft habe) inzwischen selber entschieden
(und mit 11 Jahren gestehe ich ihr zu, dass sie weiss was sie will - sie weiss es auch sehr gut *gg*) dass die "Rechtshänderinstrumente" genauso gut mit der LINKEN Hand zu benutzen sind wie die "Linkshänderinstrumente"
Ich werde deshalb nun nicht anfangen, ihr und mir einzureden, dass das falsch oder schädlich wäre und zu Umerziehungsproblemen führen würde.
Ich weiss, dass es diese Umerziehungsprobleme gibt, ich habe einiges darüber gelesen als ich feststellte, das meine Tochter Linkshänderin ist. Ich würde es aber nicht dramatisieren, ich habe es es immer als normal empfunden, wenn man Linkshänder ist und dies auch meiner Tochter klar vermittelt. Warum sollte bitte Libnkshändigkleit ein Problem sein? Es ist doch keine Behinderung?
Hallo Astrid,
natürlich ist Linkshändigkeit keine Behinderung !
Aber warum soll man sichs schwer machen, wenns leicht geht ? Kaufen Sie ihr doch infach eine gute Linkshänderschere (z.B. www.lafüliki.de), kostet nur ein paar Mark, oder was sie sonst nocht links benutzt, denn die linke Hand nutzen w i l l sie ja.
Und dann beobachten: Sie werden merken, dass so manches noch eleganter vor sich geht.
Gruß
Dr. Noll
MatthiasW
08.01.2002, 21:04
Hallo Astrid,
sorry ich habe mich bei der Beschreibung der LH-Schere vertan, es funktionier genau umgekeht: der Daumen der linken Hand drückt den Griff weg und der Zeigefinger und bei größeren scheren auch der Mittelfinger ziehen den Griff heran. Bei der RH-Schere zieht der Daumen der linken Hand und der Zeigefinger und ev. der Mittelfinger druckt weg.
Gruß Matthias
Heike DD
12.01.2002, 23:35
Ich finde es müßig, darüber zu diskutieren, welche Schere Astrids Tochter bevorzugt. Ich fand es wichtig, meiner Tochter zu erklären,worin der Unterschiede zwischen einer Rechtshänder- und einer Linkshänderschere besteht. Sie besitzt nur Lunkshänderscheren, im Kindergarten wurden auf meine Anregung damals auch welche angeschafft und für die Schule hat sie sowieso ihre eigene mit. Allerdings gibt es bei den meisten Kinderfesten, Bastelständen o.ä. nur Rechtshänderscheren. Sie weiß, daß sie damit die Schnittkante auf der linken Seite sehen muß um ordentlich zu schneiden, bei ihrer Schere aber auf der rechten Seite. Darauf kann sie sich einstellen und das klappt einigermaßen, so kann sie das Ergebnis wenigstens ein wenig verbessern.
Mit dem "schönen Händchen" haben wir keine Probleme, mal davon abgesehen, daß der Begriff einfach unmöglich ist. Unsere Tochter weiß, daß die Begrüßung und Verabschiedung traditionell mit der rechten Hand erfolgt, sonst gäbe es jedesmal ein Kuddelmuddel wenn sich zwei Leute gegenüber stehen. Für alles andere hat jeder Mensch seine bevorzugte Hand, sei es die rechte oder die linke.
Heike DD
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