Vollständige Version anzeigen : Rückschulung? Legasthenie?Wahrnehmungstörungen
Hallo aus München
Also nun wende ich mich wieder an Euch.Mit vielen Fragen :
Chiara macht nun seit einigen Wochen Ihre Nachspurübungen und es klappt eigentlich ganz gut, ohne grosses Murren etc.
Nun haben wir zwischenzeitlich einen Test auf Legastenie machen laßen, auch auf Anraten unseres Ergotherapeuten und wegen der schulischen Entwicklung.
Der Test ergab, daß Chiara keine Legastenie hat, aber als Diagnose wurde mir eine Wahrnehmungstörung der Formenerkennung angeboten.
Frage: Kann mir einer von euch sagen, was ich mir darunter vorstellen soll???
Der Kinderpsychiachter meint Chiara kann die Formen nicht erkennen, uns sich deshalb die Wortbilder nicht einprägen.
Frage: Fällt diese Problematik unter Linkshändrigkeit oder unter zerebrale Störungen????
Frage: Sollen wir nun unsere Rückschulung abbrechen????
Die Psychiater hat eine völlig andere Einstellung zur Thematik Linkshändirgkeit
Seiner Meinung nach ist esw normal das viele Menschen beidseitig arbeiten, oder das sie rechts von links nicht unterscheiden können
Frage: Gehe ich nun besser mit meiner Maus zum Neurologen, da dies doch eher ein neurologisches Problem ist?
Heute wirren in meinen Kopf Fragen über Fragen umher,vielleicht könnt Ihr mir ja bei der Entscheidungsfindung helfen
Ciao und danke über jeden Beitrag
UTE
Hallo Ute,
eigentlich ist der Ergotherapeut erst einmal ein geeigneter Ansprechpartner zum Thema Wahrnehmungsstörung.
Wie alt ist Chiara denn und wieso wird sie ergotherapeutisch behandelt?
Gruß
Ursa
Hallo aus München
Also nun wende ich mich wieder an Euch.Mit vielen Fragen :
Chiara macht nun seit einigen Wochen Ihre Nachspurübungen und es klappt eigentlich ganz gut, ohne grosses Murren etc.
Nun haben wir zwischenzeitlich einen Test auf Legastenie machen laßen, auch auf Anraten unseres Ergotherapeuten und wegen der schulischen Entwicklung.
Der Test ergab, daß Chiara keine Legastenie hat, aber als Diagnose wurde mir eine Wahrnehmungstörung der Formenerkennung angeboten.
Frage: Kann mir einer von euch sagen, was ich mir darunter vorstellen soll???
Der Kinderpsychiachter meint Chiara kann die Formen nicht erkennen, uns sich deshalb die Wortbilder nicht einprägen.
Frage: Fällt diese Problematik unter Linkshändrigkeit oder unter zerebrale Störungen????
Frage: Sollen wir nun unsere Rückschulung abbrechen????
Die Psychiater hat eine völlig andere Einstellung zur Thematik Linkshändirgkeit
Seiner Meinung nach ist esw normal das viele Menschen beidseitig arbeiten, oder das sie rechts von links nicht unterscheiden können
Frage: Gehe ich nun besser mit meiner Maus zum Neurologen, da dies doch eher ein neurologisches Problem ist?
Heute wirren in meinen Kopf Fragen über Fragen umher,vielleicht könnt Ihr mir ja bei der Entscheidungsfindung helfen
Ciao und danke über jeden Beitrag
UTE
"Ob wir etwas als angenehm oder als unangenehm empfinden, das hängt größtenteils davon ab, wie wir uns dazu stellen. Die Menschen leiden unter den Vorstellungen, die sie von den Dingen haben, nicht unter den Dingen selbst. Wenn das, was wir schlimm und quälend nennen, an sich weder schlimm noch quälend ist, sondern nur in unserer Vorstellung dazu wird, steht es in unserer Macht, diese Vorstellung zu ändern." Michel de Montaigne
Diese Weisheit schenkt Dir hoffentlich ein wenig mehr Ruhe und Gelassenheit. Ich würde mein Kind nicht neurologisch untersuchen lassen nur weil es in seiner Entwicklung nicht dem Standard einer allgemeingültigkeitsfanatischen Gesellschaft entspricht. Wir Menschen sind einzigartig und jeder von uns hat seinen eigenen Rhythmus und sein eigenes Tempo. Mir macht die Psychologisierung jeder noch so kleinen Entwicklungsabweichung schon bei Kinder größere Sorgen als das eigentliche "Problem".
Wünsche Dir gedankliche Ruhe!
ReLi
Hallo Ute,
eigentlich ist der Ergotherapeut erst einmal ein geeigneter Ansprechpartner zum Thema Wahrnehmungsstörung.
Wie alt ist Chiara denn und wieso wird sie ergotherapeutisch behandelt?
Gruß
Chiara ist 8 Jahre und wird eigentlich nicht ergotherapeutisch behandelt, sondern macht unter Anweisung eines Ergotherapeuten im Moment die Rückschulung
Ciao Ute
Also die Rückschulung abbrechen würde ich wohl nicht. Und dass ein Psychiater sich mit der Problematik nicht auskennt, wundert mich nicht. Manche Sportlehrer glauben auch immer noch, es wäre besonders gut für die Motorik, Schüler alles mal links mal recht ausprobieren zu lassen, und berufen sich auf ein Experiment mit deutschen Soldaten von anno Tobak (193x oder so). Das "Wissen" ist also mehr als veraltet.
Und grade Ärzte bilden sich nicht unbedingt so fort, wie sie es müssten (deswegen sollen sie im Zuge der Gesundheitsreform dazu ja auch verpflichtet werden). Nein ich will keine Werbung für die Gesundheitsreform machen, aber ne Fortbildungspflicht fänd ich schon sinnvoll.
Also die Rückschulung abbrechen würde ich wohl nicht. Und dass ein Psychiater sich mit der Problematik nicht auskennt, wundert mich nicht. Manche Sportlehrer glauben auch immer noch, es wäre besonders gut für die Motorik, Schüler alles mal links mal recht ausprobieren zu lassen, und berufen sich auf ein Experiment mit deutschen Soldaten von anno Tobak (193x oder so). Das "Wissen" ist also mehr als veraltet.
Und grade Ärzte bilden sich nicht unbedingt so fort, wie sie es müssten (deswegen sollen sie im Zuge der Gesundheitsreform dazu ja auch verpflichtet werden). Nein ich will keine Werbung für die Gesundheitsreform machen, aber ne Fortbildungspflicht fänd ich schon sinnvoll.
Was wissen wir schon, was Ärzte wirklich alles leisten? Ich glaube, ihnen wird von allen Seiten so viel NEUES und WICHTIGES aufgedrückt. Dass das nicht immer Sinnvolles ist und dem Patienten zugute kommt, zeigt ja gerade die Gesundheitsreform in ausreichender Form. Und weil so viel Unsinniges verordnet wird, verbringen die meisten Ärzte ihre Freizeit auf Fortbildungsseminaren, auf Kongressen oder abends mit der Bürokratie.
Ich plädiere für mehr Selbstverantwortung bei dem Patienten.
Was wissen wir schon, was Ärzte wirklich alles leisten? Ich glaube, ihnen wird von allen Seiten so viel NEUES und WICHTIGES aufgedrückt. Dass das nicht immer Sinnvolles ist und dem Patienten zugute kommt, zeigt ja gerade die Gesundheitsreform in ausreichender Form. Und weil so viel Unsinniges verordnet wird, verbringen die meisten Ärzte ihre Freizeit auf Fortbildungsseminaren, auf Kongressen oder abends mit der Bürokratie.
Ich plädiere für mehr Selbstverantwortung bei dem Patienten.
...und ich als Patient geh zum Arzt und sag ihm nur noch, was er mir aufschreiben soll ? Können wir machen, aber nur dann, wenn sie auch nur bezahlt werden wie Schreibkräfte. Mehr sind sie dann nämlich nicht mehr. Medikamente muss ich eh selber bezahlen (weitgehend) da können wir Ärzte gleich abschaffen, wenn wir das konsequent zuende denken. Wozu gibts Doc Morris.
Ein Arzt ist Spezialist für Gesundheit und muss erkennen können, was dem Patienten fehlt aus meiner Sicht. Und frag mal andere Selbständige, wo die ihre Freizeit verbringen, bzw wieviel ihnen davon bleibt. Wer sich das nicht zutraut, darf sich eben nicht selbständig machen.
...und ich als Patient geh zum Arzt und sag ihm nur noch, was er mir aufschreiben soll ? Können wir machen, aber nur dann, wenn sie auch nur bezahlt werden wie Schreibkräfte. Mehr sind sie dann nämlich nicht mehr. Medikamente muss ich eh selber bezahlen (weitgehend) da können wir Ärzte gleich abschaffen, wenn wir das konsequent zuende denken. Wozu gibts Doc Morris.
Ein Arzt ist Spezialist für Gesundheit und muss erkennen können, was dem Patienten fehlt aus meiner Sicht. Und frag mal andere Selbständige, wo die ihre Freizeit verbringen, bzw wieviel ihnen davon bleibt. Wer sich das nicht zutraut, darf sich eben nicht selbständig machen."
Auch Selbstständige wollen noch Mensch bleiben! Wenn Du selbstständig tätig wärst, hättest Du sicher mehr Verständnis für die Verantwortung, die man dann trägt.
Immer schön sachte und in Maßen mit den Forderungen an andere.
Ärzte verdienen für das, was sie heute leisten müssen Hochachtung und Respekt.
Die westliche Weltbevölkerung braucht dringend mal einen Einblick in Länder, die medizinisch völlig unterversorgt sind. Dann wandelt sich überhebliche Verwöhntheit in Bescheidenheit und Dankbarkeit für das, was ist.
Solange einen selber die Fehldiagnosen nicht betreffen hat man immer leicht reden. Mein Schwager ist an einer Fehldiagnose gestorben. Tausenden Linkshändern, die nicht wissen, was ihnen fehlt, wird das Leben unnötig erschwert. In Extremfällen bis zum Suizid.
Wer dieser Verantwortung nicht gewachsen ist, darf nicht Arzt werden, auch das gehört zur Berufswahl dazu.
Ein Bekannter von mir, der selbständig ist in Gründung, hat jede Nacht nur drei Stunden Schlaf - und ich kenne NICHT EINEN Arzt, der wegen seines Jobs nicht mehr zum Schlafen kommt. Wasch mich, aber mach mich nicht nass ? Wer das Geld und die Privilegien haben will, selbständig zu arbeiten, muss eben auch die Nachteile in Kauf nehmen. Ich kann mir nicht die Rosinen rauspicken, bei was auch immer.
Dr. Noll
25.04.2004, 20:54
Solange einen selber die Fehldiagnosen nicht betreffen hat man immer leicht reden. Mein Schwager ist an einer Fehldiagnose gestorben.
Das passiert leider immer wieder und wird auch immer wieder passieren, denn auch Ärzte sind Menschen, die Fehler machen.
Solange dies nicht leichtfertig oder fahrlässig geschieht, wird man damit ebenso leben müssen wie mit Verkehrstoten.
Tausenden Linkshändern, die nicht wissen, was ihnen fehlt, wird das Leben unnötig erschwert. In Extremfällen bis zum Suizid.
Auch das ist richtig und bekannt.
Wie aber sollen Ärzte die Folgen der Umschulung wissen, wenn sie weder im Studium noch in irgendwelchen ärztlichen Fortbildungen vorkommt ?
- und ich kenne NICHT EINEN Arzt, der wegen seines Jobs nicht mehr zum Schlafen kommt.
Sorry, da kenne ich ziemlich viele.
Sowohl bei niedergelassen als auch bei Krankenhausärzten.
Gehen Sie ruhig mal in ein Krankenhaus und sprechen mit einem Stationsarzt.
Wasch mich, aber mach mich nicht nass ? Wer das Geld und die Privilegien haben will, selbständig zu arbeiten, muss eben auch die Nachteile in Kauf nehmen. Ich kann mir nicht die Rosinen rauspicken, bei was auch immer.
Das verstehe ich nicht so ganz.
Klingt hier etwas Sozialneid heraus oder täusche ich mich ?
Kaum ein Arzt klagt über seine Selbstständigkeit, eher schon über sein Honorar, aber das ist eine ganz andere Diskussion und hat wenig mit dem Thema Linkshändigkeit/Umschulung usw. zu tun.
Es hat sicher auch seinen Grund, warum ca. 30% aller Medizinabsolventen nicht Ärzte werden, sondern sich einen Job suchen, der nicht am Krankenbett statt findet. Warum wohl ?
Ich glaube, dass das Thema Umschulung und deren Folgen nur in geringen Aspekten am Arztberuf aufgehängt werden kann.
Dr. Noll
Solange dies nicht leichtfertig oder fahrlässig geschieht, wird man damit ebenso leben müssen wie mit Verkehrstoten.
Mag sein, aber wenn ein Patient mit der richtigen Diagnose kommt, und der Arzt stellt eine andere, dann IST das fahrlässig. Nehmen wir ein Beispiel, eine 15-Jährige kommt mit einem bösartigen Tumor zum Arzt. Sie sagt, sie vermutet dass sie Krebs hat, der Arzt tut es aber ab, weil sie dafür zu jung ist, und zwar ohne es nachzuprüfen. Ein halbes Jahr später muss sie ins Krankenhaus, wo der Tumor festgestellt wird, aber nun ist es zu spät, um ihn zu behandeln. Das ist schon keine Fehldiagnose mehr, weil man sich ja mal irren kann, das grenzt an Totschlag. Das Mädel hatte ja die richtige Idee gehabt und der hätte nur nachgegangen werden müssen.
Tausenden Linkshändern, die nicht wissen, was ihnen fehlt, wird das Leben unnötig erschwert. In Extremfällen bis zum Suizid.
Auch das ist richtig und bekannt.
Wie aber sollen Ärzte die Folgen der Umschulung wissen, wenn sie weder im Studium noch in irgendwelchen ärztlichen Fortbildungen vorkommt ?
Gar nicht. Nur, dann soll er dazu auch kein Urteil abgeben, wenn er nicht qualifiziert ist. Kommt ein Patient mit der "fertigen Diagnose" 'umgeschulter Linkshänder' und ein Arzt versteht nichts davon, dann soll er das bitteschön zugeben, aber nicht irgendnen hanebüchenen Unfug von sich geben.
- und ich kenne NICHT EINEN Arzt, der wegen seines Jobs nicht mehr zum Schlafen kommt.
Sorry, da kenne ich ziemlich viele.
Sowohl bei niedergelassen als auch bei Krankenhausärzten.
Gehen Sie ruhig mal in ein Krankenhaus und sprechen mit einem Stationsarzt.
Wasch mich, aber mach mich nicht nass ? Wer das Geld und die Privilegien haben will, selbständig zu arbeiten, muss eben auch die Nachteile in Kauf nehmen. Ich kann mir nicht die Rosinen rauspicken, bei was auch immer.
Das verstehe ich nicht so ganz.
Klingt hier etwas Sozialneid heraus oder täusche ich mich ?
Da täuschen Sie sich. Ich wollte darauf hinaus, dass es den Arztberuf als Paket gibt, mit einigen Privilegien/Vorteilen, aber halt auch mit Verpflichtungen, und dass man beides bei der Berufswahl berücksichtigen muss. Wer die Privilegien/Vorteile haben will, ohne den Nachteilen gewachsen zu sein, hat den falschen Beruf ergriffen. Und das ist hier besonders tragisch, da es um Menschenleben geht. Sortiert einer bei Aldi den Käse zur Wurst, ist das nicht so folgenschwer wie eine Fehldiagnose.
Kaum ein Arzt klagt über seine Selbstständigkeit, eher schon über sein Honorar, aber das ist eine ganz andere Diskussion und hat wenig mit dem Thema Linkshändigkeit/Umschulung usw. zu tun.
Es hat sicher auch seinen Grund, warum ca. 30% aller Medizinabsolventen nicht Ärzte werden, sondern sich einen Job suchen, der nicht am Krankenbett statt findet. Warum wohl ?
Hätte ich ein paar Vermutungen zu, die im Prinzip hinauslaufen auf "das haben sie sich wohl zu einfach vorgestellt".
Ich glaube, dass das Thema Umschulung und deren Folgen nur in geringen Aspekten am Arztberuf aufgehängt werden kann.
Nein, aber wenn ein Patient mit einer sachlich richtigen Diagnose kommt, sollte der Arzt nicht Wissen vorspielen, dann aber Unsinn reden, weil er eben doch nichts versteht von dem Thema. Mut zum Unwissen bitteschön und lieber schlaumachen oder nix sagen als aus falsch verstandener Eitelkeit rumzupfuschen. Mit Menschenleben und deren Lebensqulität russisches Roulette zu spielen ist unverantwortlich.
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