monika-gast
04.09.2003, 23:05
Ich habe vor zwei Wochen nun endlich meine ersten Schreibübungen erhalten von meiner Linkshänder-beraterin. Das Buch von Barbara Sattler über den Knoten im Gehirn habe ich schon im Dezember letzten Jahres voller Begeisterung gelesen und dann wollte ich auch gleich loslegen mit wieder links schreiben-lernen, wie ich es als Erst-klässlerin schon wollte und mir verboten wurde. Mein Vorhaben konnte ich aber nicht umsetzen, da ich meine Achillassehne riss und somit ein anderes Thema täglich aktuell wurde und meine Aufmeksamkeit brauchte.Ich musste nach der Operation zuerst wieder mühsam laufen lernen, Schritt für Schritt. Heute kommt mir das zugut, da ich oft zuwenig Geduld und Durchhaltewille habe, mich lieber sofort Hals über Kopf in ein neues Vorhaben hineinstürze.
Für dieses Vorhaben, wieder mit meiner linken Hand schreiben zu lernen, brauche ich etwa ebensoviel Geduld wie mit dem Laufen lernen.
Bis jetzt habe ich geht es mir gut dabei, und ich habe Spass, wenn ich den Farbstift in der linken Hand halte. Endlich. Ich bin bereits 45 Jahre alt. Gibt es noch andere, die das in diesem Alter noch wagen?
Eine andere Frage: ich habe immer wieder gelesen und auch gehört, dass ich gefasst sein muss auf Dinge, die hochkommen können aus der Kindheit, wenn ich in diesem Prozess bin. Ich arbeite seit Jahren mit Hilfe von Selbsthilfegruppen an meiner Persönlichkeit und dabei habe ich auch alle Teile meiner Kindheit hervolgeholt, an die ich mich erinnern kann um sie zu spühren und zu verarbeiten. Kommen so Dinge herauf wenn man dann alles mit links schreibt, oder zu Beginn, wenn man sich mit der Linkshändigkeit auseinandersetzt? Welche ERfahrungen habt ihr? Mir kamen bis jetzt die Erinnerungen dazu herauf, aber es wirft mich nicht um...Gefühle von Wut und Trauer kommen...das kann ich annehmen. Ich verstehe mein inneres Kind, d.h. das Kind das ich war, indem es sich immer mühsam anstrengte in der Schule, die Dinge im Kopf zu behalten, und es klappte nie recht, die Aengste vor den Blackouts die ich hatte, wenn ich vor Menschen stehen musste, dann im Beruf, die Angst, in einem wichtigen Moment wichtiges Wissen nicht zu haben.... diese Gefühle und Erlebnisse, die ich hatte, die ich heute nun nach dem Wissen mit dem Zusammenhang meiner Umschulung auf die rechte Hand sehe, helfen mir enorm, zu verstehen, was da mit mir nicht recht gelaufen ist. Darüber bin ich heute sehr froh und dankbar.
Alles in allem glaube ich, tut mir die Auseinandersetzung mit der falschen Schreibhand 40 Jahre geschrieben zu haben gut. Ich hoffe sehr, dass das so weitergeht, und bei mir nicht plötzlich so Symptome wie Schwindel und Kopfschmerzen anfangen.
Ich finde es ganz gut, gibt es diese Möglichkeit, mit Euch Erfahrungen auszutauschen, da ich keine Person in meinem Umfeld kenne, der diese Erfahrung gemacht hat.
Wenn ich diese Thematik bei meinen Bekannten und Freunden anspreche, wissen die wenig bis gar nichts darüber.
Monika
Für dieses Vorhaben, wieder mit meiner linken Hand schreiben zu lernen, brauche ich etwa ebensoviel Geduld wie mit dem Laufen lernen.
Bis jetzt habe ich geht es mir gut dabei, und ich habe Spass, wenn ich den Farbstift in der linken Hand halte. Endlich. Ich bin bereits 45 Jahre alt. Gibt es noch andere, die das in diesem Alter noch wagen?
Eine andere Frage: ich habe immer wieder gelesen und auch gehört, dass ich gefasst sein muss auf Dinge, die hochkommen können aus der Kindheit, wenn ich in diesem Prozess bin. Ich arbeite seit Jahren mit Hilfe von Selbsthilfegruppen an meiner Persönlichkeit und dabei habe ich auch alle Teile meiner Kindheit hervolgeholt, an die ich mich erinnern kann um sie zu spühren und zu verarbeiten. Kommen so Dinge herauf wenn man dann alles mit links schreibt, oder zu Beginn, wenn man sich mit der Linkshändigkeit auseinandersetzt? Welche ERfahrungen habt ihr? Mir kamen bis jetzt die Erinnerungen dazu herauf, aber es wirft mich nicht um...Gefühle von Wut und Trauer kommen...das kann ich annehmen. Ich verstehe mein inneres Kind, d.h. das Kind das ich war, indem es sich immer mühsam anstrengte in der Schule, die Dinge im Kopf zu behalten, und es klappte nie recht, die Aengste vor den Blackouts die ich hatte, wenn ich vor Menschen stehen musste, dann im Beruf, die Angst, in einem wichtigen Moment wichtiges Wissen nicht zu haben.... diese Gefühle und Erlebnisse, die ich hatte, die ich heute nun nach dem Wissen mit dem Zusammenhang meiner Umschulung auf die rechte Hand sehe, helfen mir enorm, zu verstehen, was da mit mir nicht recht gelaufen ist. Darüber bin ich heute sehr froh und dankbar.
Alles in allem glaube ich, tut mir die Auseinandersetzung mit der falschen Schreibhand 40 Jahre geschrieben zu haben gut. Ich hoffe sehr, dass das so weitergeht, und bei mir nicht plötzlich so Symptome wie Schwindel und Kopfschmerzen anfangen.
Ich finde es ganz gut, gibt es diese Möglichkeit, mit Euch Erfahrungen auszutauschen, da ich keine Person in meinem Umfeld kenne, der diese Erfahrung gemacht hat.
Wenn ich diese Thematik bei meinen Bekannten und Freunden anspreche, wissen die wenig bis gar nichts darüber.
Monika