Vollständige Version anzeigen : links lernen
Ist es eigentlich sinnvoll, schon bevor man anfängt sich auf die linke hand zurückzuschulen, andere tätigkeiten mit links zu erledigen. (PC-Maus, Zähneputzen...). Oder kommt dann das Gehirn eher noch mehr durcheinander.
Darf man wenn man einmal angefangen hat links zu schreiben die rechte hand zum schreiben gar nicht mehr benutzen. bei wichtigen sachen wie klausuren schreiben
wäre die benutzung der schnelleren rechten hand anfangs sicher hilfreich.
vielen dank für eure hilfe, klaus
Hallo Klaus,
wichtig ist sicher, sich genug Zeit einzuplanen, bis man mit der linken Hand relativ flüssig schreiben kann. Bei mir dauerte das etwa 3 - 4 Monate. Wobei ich schon vorher lange Gutachten linkshändig aufsetzte und in Sitzungen mitprotokollierte. Es ging, war aber noch recht anstrengend. Wenn du also anfängst, mit der linken Hand zu schreiben, ist es sicher sinnvoll, diesen Zeitraum vor Klausuren einzuplanen.
Ein Wechsel der Hand beim Schreiben ist sicher nicht sinnvoll. Ich konnte das nach recht kurzer Zeit Rückschulung ohnehin nicht mehr. Mein Körper und meine Seele haben sich vehement dagegen gewehrt. Und ich wollte den Widerwillen in mir nicht mehr unterdrücken und auch nicht mehr gegen meine Natur handeln. Das könnte bei dir auch so laufen.
Ob du andere Tätigkeiten als Einstieg erst einmal auf linkshändig umstellst, bleibt dir überlassen. Es ist nicht Voraussetzung, kann einem aber schon einen Vorgeschmack davon geben, wie einfach Dinge später für einen sein werden. Die Erfahrung zeigt, daß uns unsere Intuition und unser Körper sehr genaue Hinweise darauf gibt, was uns bei der Rückschulung gut tut, und welchen Schritt wir als erstes und als nächstes machen wollen und gut können. Wenn wir auf diese Signale in uns achten, klappt die Rückschulung sehr gut.
Lies' doch im Archiv noch ein wenig unter den Stichpunkten "Rückschulung oder "linkshändig Schreiben lernen" o. ä. ein wenig nach. Da wirst du viele Tips und Erfahrungsberichte finden.
Gutes Gelingen bei allem, was du machst.
Wenn du noch Fragen hast, melde dich wieder
Gruß
Birgit
Jeannine
01.09.2003, 07:48
Hallo Klaus,
>>...Darf man wenn man einmal angefangen hat links zu schreiben die rechte hand zum schreiben gar nicht mehr benutzen. bei wichtigen sachen wie klausuren schreiben
wäre die benutzung der schnelleren rechten hand anfangs sicher hilfreich...>>
Ich habe gleich mit der linken Hand mitgeschrieben -> kein Wechsel! Natürlich übte ich am Anfang erst mit Schwungübungen und einigen Arbeitsblättern nach J.B.Sattler! Das Problem war bei mir, das ich keine Schreibrückschulbegleitung hatte und meinen Ehrgeiz schon zu frühzeitig nutzte )-: Was ich Dir Raten kann, in der ersten Zeit ein Diktiergerät oder ähnliches mitzunehmen und während der Vorlesung Schwungübungen zu machen. Dabei hast Du auch die Möglichkeit der Vorlesung konzentriert zu folgen. Manche Dozenten mögen keine Mitschnitte, wenn du das Gerät in eine kleine Tasche steckst, fällt es nicht sonderlich auf! Mit einem Schreiblernstift (z.B von Lamy) lässt es sich am Anfang sehr weich und locker schreiben. Ich habe mit Beginn des 5.Semesters meine Rückschulung begonnen und wollte schon am Ende des 6.Semesters eine Diplomabschlußprüfung mitschreiben (3 Stunden Schreibzeit).Jedoch wurde daraus nichts, da ein paar Tage vor der besagten Prüfung mein gesammter Schulterbereich links wie rechts verspannt war und ich nur noch geradeaus schauen konnte. Ich bekam Spritzen, manuelle Therapie und nach 3 Monaten Jahr renkte mich meine Tante wieder ein. Ab diesen Zeitpunkt konnte ich mich auch wieder normal Bewegen. Mein Knochengerüst hat in der Zeit der Rückschulung eine ziemliche Gradwanderung unternommen. Ich konnte zwar schon nach einem Jahr drei Stunden hintereinander schreiben, der Erfolg war jedoch "KEINE PRÜFUNG, SONDERN NUR VERSPANNUNG"! Nach dem 7.Semester habe ich dann gleich 2 schriftliche Diplomprüfungen mit guten Leistungen absolviert.Bitte einen Linkshänderberater konsultieren, bevor Du beginnst ... -> und während der Rückschulung!!! Ich habe den Fehler gemacht, das ich mit meiner Testauswertung von der LH-Beraterin nicht sofort eine Studiumverlängerung beantragt habe, dann hätte ich mich von Anfang an vor ungläubigen Lehrern/Studenten absichern können und mich nicht in Energiekostenden Stress hineingedrängt. Denn das hatte den Nachteil, das ich nach anfang´s sehr guten Lernerfolgen, wieder in einen "Knotenzustand" kam. Damit möchte ich Dir auf keinen Fall die Rückschulung vermiesen, sondern nur aus eigener Erfahrung Raten, vorsichtig mit Dir umzugehen! Ich habe die Rückschulung nicht eine Minute bereut, jedoch ist es wichtig einen Ansprechpartner zu finden, der sich mit dem Schreiblernprozeß gut auskennt, anstelle auf Workoholiker zu hören und daraufhin in falchen Ehrgeiz verfallen!
Ich wünsche Dir viel Glück und Erfolg!
Viele Grüße von Jeannine
>Hi Jeannine,
danke für deine Antwort. Kann man beim Studentenwerk besondere
behandlung wg. der Umschulung erwarten. Z. B. Verlängerung der Prügungszeit
oder Ähnliches?
Hast du näch deiner Umschulung verbesserung deiner Leistungen festgestellt oder
ist alles gleichgeblieben?
Fragen über Fragen, mal schaun wie mein Händigkeitstest nächste Woche ausfällt.
bis denn, klaus
Jeannine
01.09.2003, 16:52
>>Hi Jeannine,
>danke für deine Antwort. Kann man beim Studentenwerk besondere
>behandlung wg. der Umschulung erwarten. Z. B. Verlängerung der Prügungszeit
>oder Ähnliches?
>Hast du näch deiner Umschulung verbesserung deiner Leistungen festgestellt oder
>ist alles gleichgeblieben?
>Fragen über Fragen, mal schaun wie mein Händigkeitstest nächste Woche ausfällt.
>bis denn, klaus
Hallo Klaus,
also eine Verlängerung der Prüfungszeit gab es bei mir nicht -> 3 Stunden waren für den schriftlichen Teil vorgegeben. Jedoch konnte ich die Prüfungen auf meine 8 Semester verteilen. Ich studiere an einer FH und da ist es üblich, um an einer Abschlußprüfung teilnehmen zu können, erst einmal Leistungsnachweise zu absolvieren. Erst dann kann man sich am Semesterende für die jeweilige Prüfung anmelden. Es ist zwar ein P- Termin am Ende einer Vorlesungszeit vorgegeben, jedoch habe ich nur eine Prüfung (von 3) am Ende des 4. Semesters geschrieben (noch mit rechts)! Die anderen am Ende des 7. Semesters und am Ende des 8. Semesters. Ich habe mich dann noch einmal in die Vorlesungen eines tieferen Semesters gesetzt, um im Stoff zu bleiben und um das Schreiben zu trainieren. Ansonsten nutzte ich die Zeit für praktische und mündliche Prüfungen. Was ich verlängern konnte, war die Studienzeit um ein Semester, da ich für ein Fach noch keine Leistungsnachweise belegen konnte, bzw. ich einfach nicht so viel auf einmal schaffen kann!
Ein Antrag im Studentensekretariat mit dem Gutachten Deines LH-Beraters/Psychologen etc., könnte Deine Studienverlängerung begünstigen. Falls Du ein Urlaubssemester machen möchtest, würde ich mich an Deiner Stelle ab und zu als Gasthörer einschreiben. Ansonsten alles mit Deinem LH-Berater abklären!!!
Eine Leistungssteigerung habe ich nach meiner Rückschulung auf jeden Fall gemerkt. Ich konnte mich auf einmal viel besser in schriftlichen Arbeiten in Sätzen ausdrücken. Früher habe ich immer Stichpunktsätze geschrieben und irgendwann den Faden verloren oder alles vergessen. Auch das Lernen viel mir leichter. Jedoch kam es durch den Stress, innerhalb von 2 Jahren "alles schaffen zu müssen" zur Überkompensation und dadurch des öfteren zu Erschöpfungszuständen. Dann ging erst einmal garnichts mehr -> nur noch Ruhe....... im 9. Semester werde ich noch eine ganzheitliche Lerntherapie als Begleitung nutzen, um den letzten Teil meines Studiums gut über die Runden zu bringen.
Für Deine Händigkeitstestung viel Erfolg und lass Dir ein Gutachten als Beweis mit weiterführenden Maßnahmen geben, denn viele Prof´s kennen sich mit dieser Thematik nicht aus.
Viele Grüße von Jeannine
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