Vollständige Version anzeigen : teilweise umerzogene Linkshänderin - Umerziehung sinnvoll????
Hallo,
bin teilweise umerzogene Linkshänderin, schreibe aber mit rechts (Umerziehung erfolgte in der Schule und natürlich auch zuhause). Einige Tätigkeiten durfte ich mit der linken Hand ausführen (malen, basteln...), schreiben mußte ich mit der rechten Hand. Ich erinnere mich an große Schwierigkeiten mit dem Zubinden der Schuhe...
Erst nach und nach erinnere ich mich, wie schwer mir viele Dinge gefallen sind- wollte alles richtig machen - aber der Knoten im Kopf blockierte mich regelmäßig. Mein Selbstwertgefühl schrumpfte auf ein Minimum herab.
Für mich stellt sich die Frage, Umschulung oder keine Umschulung?
Wobei mir einfällt, dass ich damals (in der 1. Klasse - vor 31 Jahren) nur von rechts nach links geschrieben habe.
Wer kann mir seine Erfahrungen mitteilen.
Lieben Dank im voraus.
Gruß Nicole
Dr. Noll
26.06.2003, 12:54
Hallo Nicole,
die Umschulung bezieht sich im wesentlichen auf das Schreiben. Sie sind also umgeschulte Linkshänderin.
Eine Rückschulung (Sie schreiben wohl aus Versehen Umschulung) sollte sich an Zielen orietnieren: was wollen Sie damit erreichen ?
Denn das Ihr Knoten im Gehirn sich durch eine Rückschulung auflöst, ist nicht sicher, kann aber sein. Es ist aber kein Automatismus.
Wenn Sie eine Rückschulung machen wollen, wäre eine Beratung bei einem Linkshänderberater sinnvoll; Adressen unter www.linkshaenderseite.de, "Adressen".
Mfg
Dr. Noll
Hallo Nicole,
mich würde mal interessieren, wie sich so ein Knoten konkret äußert, oder wie Du das erfahren hast. Bitte beschreibe das doch mal. Bin auch umgeschulter Linkshänder und mache fast alles links, außer schreiben (bin deswegen am überlegen, ob ich mich rückschulen lassen soll).
Viele Grüße Bastian
Hallo Nicole,
hier im Forum sind viele umgeschulte Linkshänder, die sich erst einmal genauer mit dem Thema befaßt und gut informiert haben und danach eine Rückschulung beim Schreiben in Eigenregie, mit Kontakten in einer Rückschulungs-Mailingliste oder auch mit Unterstützung von Linkshänderberatern/innen wagten.
Ich selbst habe es vor 4 Jahren ( war damals 37 Jahre alt )in Eigenregie angefangen. Davor las ich ausführlich das Buch "Knoten im Gehirn" von Dr. Johanna Barbara Sattler und nahm mir wenigstens für die erste Zeit Urlaub. Ein Freund, der 1/2 Jahr zuvor die Rückschulung ganz alleine angefangen hatte, schaute alle paar Wochen nach, wie es mir geht. Nach einem Jahr Rückschulung bekam ich Kontakt zu einer Mailingliste für Rückschüler. Andere hier haben Hilfe von Linkshänderberatern gehabt. Da war sicher manches etwas einfacher. Wo du Adressen von LH-Beratern findest schreibt dir sicher Matthias noch.
Eine Rückschulung verläuft immer nach eigenen Gesetzen. Da geht es mal langsam und mal schnell bergauf, dann wieder ist es sehr anstrengend und hat mancher ein Tief. Dann tut Austausch mit anderen, die das Thema kennen und gute Erfahrungen mit der Rückschulung gemacht haben, besonders gut. Von ihnen bekommt man auch Tips, wie man sich z. B. bei den anfangs häufig auftretenden Verspannungen beim linkshändigen Schreiben etc. etwas Gutes tun kann. Auch die Persönlichkeit verändert sich in der Regel sehr - ich finde absolut zum Positiven. Für all das brauchen Körper und Seele aber auch Zeit und vom Rückschüler ungewohnt viel Geduld mit sich selbst. Und manchmal wird einem die Schwere der Vergangenheit bewußt, das ist dann nicht ganz so angenehm, vergeht aber auch wieder.
Was auch immer du für dich wählst, tu nur das, womit du dich wirklich wohlfühlst. Laß dir keine Angst machen und laß dir trotzdem für alles viel Zeit.
Laß wissen, was du weiter machst.
Ich wünsche Dir alles Gute.
Gruß
Birgit
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