Vollständige Version anzeigen : ist das normal??
Hallo!
Ich hatte mit meinem kleinen Sohn einen Termin zur Händigkeitsbestimmung bei einem Linkshänderberater. Nun lief dieser Termin irgendwie anders als ich erwartet hatte.
Statt das Kind anzusehen und mir hinterher sagen zu können: ja er ist Links/Rechtshänder fand eine eher orthopädische Untersuchung statt , mit dem Ergebnis, dass ich erstmal zu einem Orthopäden soll um ein Kiss-Syndrom auszuschliessen...
Ausserdem hätte der Linkshänderberater gerne ADS ausgeschlossen. Gut ich hab da ein wirklich quirliges Kerlchen,der bestimmt etwas Unruhe verbreitet aber ich hatte bisher immer gedacht diese ADS Symptome können durch eine verkannte Linkshändigkeit kommen...Für mich war es eher so, dass ich gedacht habe wenn er nicht (latent umgeschulter)Linkshänder ist, werde ich ihn eventuell mal auf ADS testen lassen.
Nun ich bin einigermassen verwirrt und noch nicht viel schlauer als vorher.
Mich würde sehr interessieren wie solche Händigkeitstests bei euch gelaufen sind und ob unsere Behandlung noch unter den Begriff "normal" fällt.
Gruß, Verena
Hallo,
willst Du damit sagen, dass mit dem Händigkeitstest quasi gar nicht begonnen wurde?
Bei uns wurden, es sollte wohl andershalb Stunden dauern (bloss hat meine Süße vorher schlapp gemacht, da wurde abgebrochen), an einem Tisch das Kind filmgerecht plaziert, die Videokamera eingeschaltet, und der Koffer ausgepackt mit vielen Utensilien, die ihr in rascher Folge gegeben wurden, viele Kreisel zum Beispiel, Perlen zum Aufstecken, Kaleidoskope zum Durchgucken, eine gemaltes Tischset und Besteck, mit dem sie mal so tun sollte, als würde sie essen, und so weiter und so weiter. Meine schüchterne Tochter fand alles interessant und spannend und machte sofort treuherzig mit, was mich eher verwundert hat. Es war jedenfalls sehr kindgerecht.
Ich habe mir vor kurzem das Video angeguckt, dass ich im Tausch gegen eine leere Videokassette davon mit nach Hause bekam. Gegen Ende untersuchte die Ergotherapeutin auch die körperlichen Fähigkeiten meiner Tochter. Ich vermute, dass jede/r Linkshänderberater auch seine jeweiligen berufsspezifischen Aspekte berücksichtigt. Heraus kam jedenfalls auch eine Empfehlung zur Ergotherapie.
War es denn ein Linkshänderberater, auf den Du über Frau Dr. Sattler bekommen bist?
Ist jetzt geplant, dass Ihr nach diesen geplanten Untersuchungen erst zur eigentlichen Testung kommt?
Was für ein Gefühhl hattest Du denn allgemein?
Liebe Grüße
Susanne
>Hallo,
ich habe deinen Beitrag schon gestern gelesen und mir drängte sich - ebenso wie Susanne - auch die Frage auf, ob du bei einem Linkshänder-Berater gewesen bist.
Was du schilderst, kommt mir reichlich sachunkundig vor.
Ich bin zwar nie bei einem Linkshänder-Berater gewesen, weil ich immer wußte, dass ich Linkshänderin bin. Aber ich bin mit meinen psychosomatischen Beschwerden bei vielen Ärzten und Psychotherapeuten gewesen, die allesamt nicht wußten, welche Folgen die Umerziehung der Händigkeit nach sich ziehen kann. Von daher kenne ich die Ratschläge, doch diese und jene Untersuchung vornehmen zu lassen, weil es sich ja um diese oder jene Krankheit handeln könnte.
An deiner Stelle würde ich deshalb auf jeden Fall eine zweite Meinung einholen, denn andernfalls riskierst du, dass wieder einmal "links vorbei" therapiert wird.
Gruß, Barbara
>Hallo Verena,
ebenso wie Susanne drängt sich auch mir die Frage auf, ob du bei einem Linkshänder-Berater gewesen bist. Was du erlebt hast, kommt mir reichlich sachunkundig vor.
Ich selbst war zwar noch nie bei einem Linkshänder-Berater, weil ich immer wußte, dass ich Linkshänderin bin. Aber ich war mit meinen psychosomatischen Beschwerden bei zahlreichen Ärzten und Therapeuten und kenne daher zur Genüge den (hilflosen) Rat, mich doch an diesen oder jenen Arzt zu wenden, weil es sich ja auch um diese oder jene Krankheit handeln könnte.
Ich würde in deinem Fall unbedingt noch eine zweite Meinung einholen, denn andernfalls riskierst du, dass wieder einmal - wie schon so oft - "links vorbei" therapiert und dein Kind mit einem Stempel versehen wird, der gar nicht paßt.
Gruß, Barbara
Hallo!
Danke erstmal für eure Antworten!
Ja es war ein Linkshänderberater, einer aus der Liste, der in Klammern "nach Sattler" vermerkt hat...
Der Mann hat meinen Sohn auch mit dem Spielzeug aus seiner Kiste spielen lassen, aber das Kind fand die Dinge darin immer nur sehr kurz interessant und ich hatte das Gefühl der Doc fand meinen Sohn etwas nervig ;). Ich bin der Ansicht selbst wenn der Herr der Meinung war eine Linkshänderberatung ist unnötig weil er sofort erkannt hat, dass das Kind Rechtshänder ist, hätte er mir das ja sagen können !
Ich habe nochmal Rücksprache mit meiner Kinderärztin gehalten und sie ist der Meinung ich sollte ADS erstmal vergessen, man könnte Kinder so lange testen und therapieren bis sie endlich "etwas" haben. KISS werde ich abklären lassen, schon allein deshalb um mir nachher nicht irgendwelche Vorwürfe machen zu müssen...
Ich tendiere inzwischen stark dazu zu sagen: "ich lass das Kind sich selbst entscheiden und misch mich nicht ein" . Ausserdem werde ich ihn wohl in einen Waldkindergarten schicken , um ihn etwas von den Siften "fernzuhalten" . Ich glaube so ein Kindergarten kommt einfach seinem Bedürfnis nach "fummeln und probieren" entgegen und könnte ihm bei einer eigenen Entscheidung helfen.
Andere Erfahrungen mit Linkshänderberatern interessieren mich aber nach wie vor!
Gruß, Verena
Hallo Verena,
was ist denn dieser Berater im Hauptberuf? Wir waren bei einer Ergotherapeutin und der Ablauf war ähnlich wie Susanne ihn beschrieben hat. Die Beraterin hat auch festgestellt, dass mein Sohn Linkshänder ist (leider schon 12 und einer, der sich selbst umgeschult hat, zumindest in einigen Tätigkeiten), hat mir Infomaterial mitgegeben und mit uns besprochen, was man tun kann. Das Ganze hat etwa zwei Stunden gedauert.
Ich bin selbst Ergotherapeutin, allerdings ohne Zusatzausbildung und deshalb habe ich meinen Sohn lieber genauer testen lassen, denn ich war mir nicht sicher, ob meine Einschätzung tatsächlich stimmt (hat sie dann aber). Seit ich (seit etwa zwei Jahren) mit entwicklungsauffälligen Kindern arbeite sind mir schon einige mit unklarer Händigkeit begegnet. Ich kann auch verstehen, dass es schwer ist, eine eindeutige Aussage zu machen, wenn ein Kind die Testhandlungen nur kurz macht. Aber ich würde eigentlich von einem Linkshänderberater schon mehr erwarten, aber vielleicht geht das manchmal wirklich nicht. Ich kenne auch einen Fall, bei dem eine Ergotherapeutin ein Kind zum Linkshänder erklärt hat und Jahre später stellte sich dann heraus, dass das Kind eigentlich Rechtshänder ist. Sich festlegen, wenn man nicht tatsächlich sischer ist, kann fatale Folgen haben.
Dein Sohn scheint ja noch jung zu sein. Die Idee mit dem Waldkindergarten finde ich gut. Vielleicht wäre aber auch noch eine ergotherapeutische oder heilpädagogische Behandlung sinnvoll. Manche Kinder , gerade die flippigen, haben Probleme mit der Wahrnehmung. Wenn beide Hände nicht so recht machen, was man möchte, wenn man mich nicht so richtig spürt, dann ist es total schwer, sich für eine Seite zu entscheiden. Ich denke der Weg, diese Kinder viele Erfahrungen mit dem eigenen Körper machen zu lassen, ist sicher gut.
Viel Erfolg wünscht ursa
Dr. Noll
18.06.2003, 14:44
Hallo,
eine Testung eines Kindergartenkindes beinhaltet "normalerweise" eine spielerische Überprüfung zahlreicher Tätigkeiten, mal nur mit einer, mal mit beiden Händen. Ergänzend kann der HDT (Hand-Dominanz-Test) gemacht werden. Wichtig ist auch die Vorgeschichte, die Händigkeit in der Familie und Verwandschaft, aber auch Fragen zur Schwangerschaft und zur Entwicklung des Kindes. Ich sehe auch immer noch das Vorsorgeheft ein.
Manchmal wird eine Videoaufnahme gemacht, in jedem Fall sollte die Testung dokumentiert werden, z.B. im Fragebogen nach Dr. Sattler zur Händigkeit (herunterzuladen unter www.lefthander-consulting.org, "Testung".
Am Ende steht eine Diagnose, oder - man gibt zu, dass die Testung nicht eindeutig war (aus was für Gründen auch immer) und wiederholt diese oder verweist an einen kompetenteren Tester. Ohne Aussage sollte das (ja zumeist kostenpflichtige) Testen nicht ausgehen.
Soweit zu dem, was bei mir "normale Testung" heißt.
Dr. Noll
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