Vollständige Version anzeigen : Jetzt steht es fest: Mein Sohn (2 J.) ist Linkshänder!
Hallo,
ich hatte hier schonmal vor ca. einem halben Jahr gepostet, daß ich die Vermutung habe, daß er Linkshänder wird/ist. Jetzt weiß ich es ziemlich genau. Es wird immer eindeutiger. Beim jetzigen Laternenumzug hielt er als einziges Kind seinen Laternenstab mit Laterne links *g*. Er putzt sich auch die Zähne mit links. Also, ich denke, daß das ziemlich eindeutig ist. Jetzt habe ich hier so einige Beiträge gelesen, wo sich die Linkshänder darüber beschweren, in einem Rechtshänder-Haushalt grossgeworden zu sein. Das wird ja nun bei uns auch der Fall sein, denn mein Mann, mein ältester Sohn und ich sind Rechtshänder. Kann mir vielleicht ein Linkshänder mal seine Erfahrungen mitteilen, wie es so war in einer Rechtshänder-Familie grosszuwerden? Was ist denn so anders am Linkshändersein?
LG Mona
Kann mir vielleicht ein Linkshänder mal seine Erfahrungen mitteilen, wie es so war in einer Rechtshänder-Familie grosszuwerden?
Na, also wenn's eine gute Toleranz in der Familie gibt, ist das doch gar kein Problem!
Es geht nur dann schief, wenn entweder
- von der Linkshaenderei a priori ein Mordstheater gemacht wird; wenn die ganze Zeit speziell drauf 'rumgeharft wird, Hilfestellung hier, spezielle Methodik da, Schulpsychologe dort und lauter ueberfleussige Worte...
oder im gegensaetzlichen Fall
- wenn die natuerliche Anlage eines Familienmitglieds uebergangen, diskriminiert, verlacht etc. wird.
Beides ist grosser Mist, weil die Freiheit zur zwanglosen individuellen Entwicklung durch beides in Frage gestellt wird.
Andernfalls ist das Aufwachsen eines Linkshaenders in einer RH Familie etwa so unkompliziert wie das eines dunkelhaarigen Kindes unter blonden Geschwistern.
Tilman
Lotteflue
17.11.2002, 01:51
Kann mir vielleicht ein Linkshänder mal seine Erfahrungen mitteilen, wie es so war in einer Rechtshänder-Familie grosszuwerden?
Hallo!
Ich bin ja als "Rechtshänder" in einer RH-Familie gross geworden.
Hatte mich nur gewundert, dass ich in der 4. Klasse immer noch schief und krummbucklig ausgeschnitten habe. Meine erste Uhr wollte ich mit der linken Hand an den rechten Arm binden. Schuhe zubinden hat glaub ich auch ewig gedauert, bis ich das konnte.
Beim Hosenreisverschluss gab es oft Nerverei, weil mit der rechten Hand zugemacht werden musste.
Im Allgemeinem kam ich mir "falsch herum" vor.
Wo Andere nach rechts laufen, laufe ich gern nach links und andersherum. Es kostet mich Kraft, dort gegen meine Natur zu arbeiten.
>Andernfalls ist das Aufwachsen eines Linkshaenders in einer RH Familie etwa so unkompliziert wie das eines dunkelhaarigen Kindes unter blonden Geschwistern.
Tilman
So einfach würde ich es nicht meinen.
Es gibt schon einige Sachen, wo meine LH-Tochter mit zu tun hat. Sossenkellen gehen allemal noch, aber beim Dosenöffner gibt es regelmässig starke Probleme.
Kartoffelschäler habe ich einen geholt, welcher mit rechts als auch mit links zu bedienen geht.
Was mir im "öffentlichen Leben" noch aufgefallen ist, ist die Benutzung der Rolltreppen. Die meisten stehen rechts, aber auch genug links.
Wo steht Ihr meistens?
Lotteflue
Hallo Mona!
Wie es als LH-Kind in einer RH-Familie ist, weiß ich nicht, da ich solange ich denken kann als RH agiere (vermutlich als Kleinkeind umgeschult)
Aber mein Sohn (knapp 6) ist der einzige LH in einer 5 köpfigen Familie. Mit ihm gab es eigentlich bisher keine Probleme deswegen.
Schwierig dagegen war es, bei einigen Leuten im der Familie klarzustellen, daß er LH ist und wir NICHT zulassen, daß er in irgendeiner Sache umgeschult wird.
Ein Beispiel:
Oma: „Laß ihn doch mit Rechts essen das sieht doch nicht so ungeschickt aus. Und als RH hat er es später doch viel leichter!“ und drückt ihm den Löffel in die andere Hand. 20 Sekunden später: „Kind, klecker doch nicht so! DU bist aber ungeschickt!“ Und das zu einer Zeit, wo er eigentlich schon recht sauber mit Messer und Gabel aß... nur eben „andersrum“.
Oder: “Kauf ihm blos nicht so eine LH-Schere! Da ist er immer davon abhängig und wird immer belächelt!!!“
Hmmm, und wenn er mir einer RH-Schere nicht sauber ausschneiden kann hat die Umwelt wohl Verständnis???
Noch schlimmer finde ich solche nett gemeinten Sprüche wie „Das du
das schon kannst... sogar als Linshänder!“
Sachen auf die wir achten sind:
- Ganz bewußt die LH unseres Kindes bejaen (sollte ja eigentlich selbstverständlich sein...) Und auch vor allen anderen dazu stehen (gab schon mal Diskussionen,aber das ist uns unser Kind aber wert)
- Ihm die LH Materialien, die er braucht, zur Verfügung zu stellen. Bisher ist es nur eine Schere, die hat er zu Weihnachten kurz vor seinem 3. Geburtstag bekommen.
An dem Tag hat unser Kind, daß vorher nicht mal einfache Schnipsel schneiden wollt, auf Anhieb auf einer geraden Linie fast exakt geschnitten und hat gar nicht wieder aufgehört... da waren die letzten Zweifel weg. Jedes weitere LH-Kind in unserer Familie hätte sofort bei den ersten Schneidversuchen (s)eine „richtige“, oder eigentlich „linkige“ Schere bekommen.
Jetzt vor der Schule überlegen wir noch, was wichtig und sinnvoll ist. Da gibt es aber auch gute Tipps hier...
Und diese dicken „dreieckigen“ Buntstifte sind optimal. Damit hat er ganz schnell gemerkt, wie man den Stift hält.
(Kartoffelschäler habe ich so einen, der „nach unten“ schneidet, da ist die Hand egal, ich selbst schäle mal rechs mal links)
-Beim Zeigen von Bewegungsabläufen gegenübersitzen und alles „wie im Spiegel“ zeigen. Scheint übrigens auch vielen RH-Kindern angenehmer zu sein... Ich kann vieles in beide Richtungen, zeige es also so, wie es uns am sinnvollsten scheint.
- Vieles selber ausprobieren lassen. Kinder lernen durch Nachahmen und er hat „seinen“ Bewegungsablauf meist selbst gefunden. (dabei aber drauf achten, daß er sich nicht durch Nachahmung umschult). Z.B. Steigt er auch „andersrum“ aufs Fahrad, hat sich selber das „Radschlagen“ gelernt... andersrum als er es bei seiner Cousine gesehen hat...
- Erzieher, später Lehrer und ev. Trainer auf die LH hinweisen und freundlich, aber sehr deutlich sagen, da wir möchten, daß das respektiert wird.
- Viel im Forum (auch im Archiv) lesen und im Zweifelsfall im LH.Forum nachfragen ;o)
- Und uns von Herzen darüber freuen, daß unser Kind „ganz normal“ und doch ein bissel was Besonderes ist.
Klingt jetzt vielleicht est mal viel, aber fällt im Alltag kaum auf (Kinderschere, Buntstifte ect. braucht man eh.. dann sich eben z.B. von der Tante, sich konkret das wünschen, was man will... )
Wir reden inzwischen auch mit ihm darüber, daß es immer noch Leute gibt, die meinen, ein LH der rechts arbeitet hätte es doch einfacher.
Sein Komerntar letztens „ So ein Quatsch! Die machen doch auch nicht einfach alles links!“ Hmmm, Recht hat er!
Wir denken, ein LH- Kind, dem die Sache mit der Händigkeit gar nicht bewußt ist, ist zu anfällig für „lieb gemeinte“ Umschulungen , weil es gar nicht merkt, was passiert..
Andererseits ist seine LH in unserer Familie so „normal“, daß eine Bekannte, die wirklich oft bei uns ist, erst vor kurzem fragte: „Seit wann ist den der ... LH???“ „Schon immer!“ „OH, hab ich noch nie bemerkt!“ (Das sag ich nur, weil es manchmal heißt LH fallen immer auf, wie mit Links alles so ungeschickt aussehen würde...)
Also, wirklich kein Problem das ganze!
Ich wünsche euch viel Freude an eurem Kind...
Liebe Grüße, Tine
Hallo Mona,
ich denke es ist einfach wichtig darauf zu achten, wenn das Kind mit bestimmten Gegenständen nicht zurecht kommt und ihm zur Seite zu stehen und Lösungen zu finden (evtl. Linkshändergeeignetes kaufen). Ansonsten würde ich da nicht zuviel Aufriss machen damit sich das Kind nicht als "ANDERS" vorkommt.
Es ist nix besseres, nix schlechteres und erst recht nix besonders!
Ein ganz normales Kind halt.
Bei der Anschaffung neuer Haushaltsgegenstände, achte auf beidhändige Benutzungsmöglichkeit. Bei einem elektrischen Dosenöffner kann auch ein LH mal mit rechts einen Knopf drücken.
Mit Linkshänderscheren konnte mein Mann gar nix anfangen, was er als besonders wichtig empfand/empfindet sind LH-Lineale ;o)
VG
N.B.
Hallo!
Ich will mich noch mal kurz hier wegen dem Thema LH-Schere einklinken.
Ich hatte in einem anderen Text ja schon geschrieben, daß unser Sohn überhaupt nicht schneiden mochte, bis er eine LH-Schere bekam. OK, dachte ich, er hat nun mal eine Schwäche in der Feimotorik, da ist das wohl so.
Damals war ich noch nicht so informiert und dachte, für die ersten Schnippelversuche tut es auch eine Bastelschere von mir. LH-Schere sollte er bekommen, wenn er anfängt, "richtig" auszuschneiden und so...
Tja, heute kan ich mich nur wundern wie "dusselig" ich noch vor 3 Jahren war...
Jedenfalls, er bekam die LH-Schere und hat sofort losgelegt! Fast exakt auf einer (geraden) Linie, Streifen um Streifen...Er wollte gar nicht wieder aufhören. Da war er noch nicht mal ganz 3 Jahre alt!
Ähm... Wie was das mit der Feinmotorischen Schwäche???
Kurz darauf bekamen wir von einer Bekannten, auch LH, in vielen Dingen umgeschult, eine LH-Schere. Sie hätte sie sich extra gekauft, aber Sie findet sie Quatsch, weil "man" damit ja erst recht nicht zurecht kommt...
Ich denke, wer sich einmal mühevoll an die RH-Schere gewöhnt hat, kann nicht auf Anhieb mit der LH-Schere schneiden, weil die Technik (Wie man sie hält, wie man schaut, wie man die Schneiden zusammendrückt...) ganz anders ist.
Da wäre für mich die Frage, wie oft und wie viel und wie exakt ich schneiden muß, ob sich ein Umlernen lohnt.
Bei einem Kind stellt sich mir diese Frage nicht. Das bekommt von mir die Schere entsprechend seiner Händigkeit.
Mit dem LH-Lineal bin ich noch arg im Zweifel. Ich habe gelesen, daß es für manche LH wirklich viel angenehmer ist, andere finden sie total überflüssig.
Für einen 2-jährigen steht das ja noch nicht an, aber mein Sohn kommt im Sommer zur Schule.
Er hat (noch) arge Schwierigkeiten mit der Schreibrichtung. Er schreibt z.B. in letzter Zeit IMMER Spiegelschrift (Das heißt.. so richtige Spiegelschrift auch nicht, die Buchstaben sind "richtig rum", nur er schreibt von rechts nach links), oder er "flötet" seine Notenzeile auch schon mal "von hinten".
Da er ja noch nicht zur Schule geht, sag ich beim Schreiben meistens nichts und beim Flöte spielen hilft der Hinweis auf den Notenschlüssel. Ich denke, daß er in der Schule schnell die übliche Schreibrichtung drauf hat.
Nur, wenn er dann beim Messen und Linien-Zeichenen wieder andersrum arbeitet... ?
Ich habe Bedenken, daß er nur wieder mit der Richtung durcheinander kommt. Und wenn die Lehrerin(der Lehrer) An der Tafel etwas zeigt, muß er jedesmal umdenken... Tja. und muß der Lehrer es akzeptieren, wenn er Geometrie-Zeichnungen spiegelverkehrt macht???
Welche Erfahrungen habt ihr da?
Liebe Grüße, Tine
Hallo, dies ist mein erster Beitrag, finde das Forum Klasse!
Als umgeschulte Linkshänderin (auch ich habe in der ersten Klasse Spiegelschrift geschrieben und meiner Lehrerin schien es leichter mir das Schreiben mit der "richtigen" Hand beizubringen als das richtige Schreiben)kann ich nur meine ganz persönlichen Eindrücke widergeben:
Scheren - ich habe mir als Erwachsene eine Linkshänderschere gekauft, benutze sie aber selten, weil ich inzwischen gelernt hatte mit einer Rechtshänderschere umzugehen (es gibt aber beim Tapezieren Stellen, die ich gerne mit links schneide, weil's geschickter ist :-))
Lineale - hatte ich nie und habe ich auch nicht vermisst (wohl weil ich nicht wusste, dass es die gibt). ABER: ich schreibe zwar rechts, zeichne aber konsequent links, auch schon in der Schule. Habe also im Geometrieunterricht ständig den Stift gewechselt... Ein Linkshänderlineal würde ich auf jeden Fall anbieten. Die von einem anderen Poster angesprochene Angst, dass das Kind dann eventuell spiegelbildlich zeichnet, würde ich nicht so tragisch sehen, ich denke, dass man das dem Kind durchaus klarmachen kann.
Küchenutensilien: unbedingt darauf achten! Dinge die ich mir selber kaufe, sind in der Regel OK, aber wohlmeinende Rechtshänder fallen immer wieder auf Rechtshändergeräte rein: Bügeleisen oder Rührgeräte bei denen das Kabel dann auf der mir zugewandten Seite aus dem Gerät kommt und folglich entweder immer im Weg ist oder im Kuchenteig hängt, Sossenschöpfer oder Milchkännchen mit Schnaube, die für mich einfach nicht funktionieren, Messer mit Wellenschliff (mein Mann kann aber inzwischen mit unserem Linkshänderbrotmesser wunderbar schneiden -- man sieht nur immer an der ersten Scheibe, die der andere schneidet, dass hier was komisch ist, der Schneidewinkel ist anders, folglich gibts eine unregelmässige Scheibe die oben dünn und unten dick ist :-))
Es gibt viele Dinge, die man sowohl mit rechts als auch mit links bedienen kann, wenn man von Anfang an darauf achtet (Kartoffelschäler zum Beispiel) und man braucht dann gar nicht so viel investieren. Aber man muss eben gleich das "beidhändige" Gerät kaufen. 2 meiner rechtshändigen Geschwister haben Linkshänderkinder, und mit dem Hinweis gleich auf "beidhändig-bedienbarkeit" zu achten hat es bei ihnen ganz gut geklappt - natürlich gibt's immer wieder mal Ausrutscher, wichtig ist es, diese zu erkennen und zu korrigieren.
Ich denke, wichtig ist es auch, einfach zu akzeptieren, dass das Kind die linke Hand benutzt und wenn man als Elternteil Rechtshänder ist, darauf zu achten, wo das Kind Probleme hat und ob es vielleicht am Gerät liegt. Zum Glück haben meine Eltern ausser beim Schreiben und beim Essen keine Umschulung betrieben und ich bin auch sonst ein ziemlich konsequenter Linkshänder (Badmintonpartner verblüffe ich aber gelegentlich, wenn ich einen nicht mehr zu erlaufenden Ball durch schnellen Schlägerwechsel mit der rechten Hand zurückschlage - weniger schnell und kraftvoll, aber immerhin :-)). Die meisten Leute bemerken das erst, wenn sie meine Computermaus bedienen wollen oder aus Versehen meinen Linkshänderkorkenzieher erwischt haben :-)
Also nur Mut!
Habe gerade festgestellt, dass es ja schon eine andere Birgit gibt - werde Birgit N verwenden um Verwechslungen zu vermeiden.
Stefan-Gast
20.11.2002, 13:51
Hallo Birgit N.
>Scheren - ich habe mir als Erwachsene eine Linkshänderschere gekauft, benutze sie aber selten, weil ich inzwischen gelernt hatte mit einer Rechtshänderschere umzugehen (es gibt aber beim Tapezieren Stellen, die ich gerne mit links schneide, weil's geschickter ist :-))
Ich hab' mir vor kurzem interessehalber eine Links-Büroschere und einige Messer bestellt und habe die Erfahrung gemacht, das ich zwar (noch) automatisch bei der Schere auf die falsche Seite gucke, aber dafür passt mein Daumen ohne Druckstellen in die ergonomischen Griffe (-:)
>Lineale - hatte ich nie und habe ich auch nicht vermisst (wohl weil ich nicht wusste, dass es die gibt). ABER: ich schreibe zwar rechts, zeichne aber konsequent links, auch schon in der Schule. Habe also im Geometrieunterricht ständig den Stift gewechselt...
Zu Anfang sind Linke Lineale möglicherweise sinnvoll, aber ich hab' mich, mangels Kenntnis und früherer Verfügbarkeit, inzwischen daran gewöhnt, meine Striche nicht von 1-10, sondern von 10-1 zu ziehen.
>Küchenutensilien: [...] Messer mit Wellenschliff (mein Mann kann aber inzwischen mit unserem Linkshänderbrotmesser wunderbar schneiden -- man sieht nur immer an der ersten Scheibe, die der andere schneidet, dass hier was komisch ist, der Schneidewinkel ist anders, folglich gibts eine unregelmässige Scheibe die oben dünn und unten dick ist :-))
Bei meinem neuen Brotmesser hab' ich zuerst gedacht, man hätte mich gelinkt (bzw. gerechtet), weil's beim Vergleich den Schliff auf derselben Seite hatte wie das aus dem Messerblock meiner Mutter (mit dem ich immer sehr gut zurecht kam), bis ich bei Vergleich mit weiteren geschliffenen Messern feststellte: das Brotmesser meiner Mutter hatte tatsächlich Linksschliff! Beim Hantieren mit einem linksgeschliffenen Allzweckmesser hab' ich zunächst alles schräg geschnitten, was evtl. an einem (vorher notwendigen) Ausgleichsmechanismus lag.
--
In diesem Sinne
Man liest sich
Stefan
Ich bin jetzt um einiges klüger und werde mir Eure Ratschläge zu Herzen nehmen! Im Moment stellt seine Linkshändigkeit noch kein Problem da. Das heisst, eine Einschränkung hat er schon erfahren müssen: Es gibt doch diese Magnettafeln, wo die Kleinen drauf malen können. Der Stift hängt an einem Band, das in der oberen rechten Ecke befestigt ist. Mir fiel neulich auf, daß er, wenn er malen will, das Band entweder nicht ganz an den linken Rand bekommt oder es ihm beim Kritzeln ständig im Weg ist. Oder wir hatten für unseren Grossen (RH) einen gebogenen Löffel, damit er sich einfacher damit füttern kann. Den kann der Kleine auch nicht benutzen. Das sind nur Kleinigkeiten, aber daran merkt man schon, daß die Welt irgendwie nur auf RH zugeschnitten ist. Ich werde darauf achten, daß niemand versucht, ihn "umzumodeln", auch wenn ich manchmal selber bestimmte Handgriffe von ihm "merkwürdig ungelenk" finde. Er wechselt auch oft Gegenstände in der Hand hin und her. Er nimmt etwas mit rechts hoch, wechselt dann, um den Gegenstand weiter zu verarbeiten, z.B. um einen Legostein auf einen anderen zu bauen. Mit ist aufgefallen, daß er ziemlich viel rechts greift, aber die feinmotorischen Arbeiten überlässt er dann der linken Hand. Dazu kommt noch, daß wir RH ihm - automatisch - alles in die rechte Hand drücken. Ich habe mir jetzt am Tisch angewöhnt, ihm alles in die Mitte zu stellen, damit er selber entscheiden kann, mit welcher Hand er zugreifen will. Ich werde mir dann ggf. wieder Tipps holen, wenn er entwicklungstechnisch wieder weiter ist.
LG Mona
Bei meinem Sohn (14 Mon) kann man ja noch nix sagen, aber ich werde schon von einer bekannten Kindergärtnerin "angemault", weil ich meinem Sohn zuviel links zureichen würde. Ist mir überhaupt nicht aufgefallen ^^.
Somit ist Deine Theorie, daß Rechtshänder rechts zureichen eigentlich hinfällig :o)
Ich achte jetzt darauf alles mittig zu geben.
Linkshänder sind ja im allgemeinen (durch die Rechts ausgelegte Umwelt) multible und nutzen somit oft beide Hände. Und wie Du auch gemerkt hast erkennt man die Händigkeit dann an den feinmotorischen Handlungen. Mein Sohn greift auch ca. 50% mit rechts, aber Becher ineinanderstapeln und umblättern tut er mit links. Bin mal gespannt was draus wird.
Uns ist es eigentlich egal, wenn er RH wird lehre ich ihn, wird er LH lehrt ihn mein Mann :)
Viele Grüße
N.B.
Fiel mir gestern abend ein: einer der besten Linkshänderartikel, die ich besitze, ist mein Linkshändertaschenmesser. Ich hatte immer Schwierigkeiten bei Taschenmessern die Klingen zu öffnen, bis ich mir das Linkshändertaschenmesser gekauft habe (das mein rechtshändiger Mann nicht aufbekommt, obwohl er mehr Kraft hat als ich). Das war eine Klasse Investition. (Und ja, auch für Frauen sind Taschenmesser nützlich :-)
Ein Anspitzer für Linkshänder ist gut und wichtig :)
N.B. schrieb:
Bei meinem Sohn (14 Mon) kann man ja noch nix sagen, aber ich werde schon von einer bekannten Kindergärtnerin "angemault", weil ich meinem Sohn zuviel links zureichen würde. Ist mir überhaupt nicht aufgefallen
.
Somit ist Deine Theorie, daß Rechtshänder rechts zureichen eigentlich hinfällig :o) [...] Mein Sohn greift auch ca. 50% mit rechts, aber Becher ineinanderstapeln und umblättern tut er mit links. Bin mal gespannt was draus wird.
Uns ist es eigentlich egal, wenn er RH wird lehre ich ihn, wird er LH lehrt ihn mein Mann :)
So eng wuerde ich das nicht sehen. Sowohl meine ehem. Frau als auch ich sind voll Linkshaender [niemals umgeschult], unsere Kinder aber beide nicht - ohne jeden Zweifel. Da gab's aber trotzdem keine Probleme oder Unsicherheiten.
Tilman
Und wenn die Lehrerin(der Lehrer) An der Tafel etwas zeigt, muß er jedesmal umdenken... Tja. und muß der Lehrer es akzeptieren, wenn er Geometrie-Zeichnungen spiegelverkehrt macht???
Welche Erfahrungen habt ihr da?
Liebe Grüße, Tine
Hallo Tine,
eigene Erfahrung in der 8.Klasse, Fach Technisches Zeichnen (DDR):
Habe (in meinen Augen) eine super Zeichnung abgegeben, schön sauber, alles dran,
und habe dafür eine 4 bekommen (war schlimm, Sechsen gabs damals ja nicht), weil die Maßpfeile alle spiegelverkehrt waren. Damals war ich umgeschulte, mit rechts schreibende und zeichnende LH, bin jetzt rückgeschult.
Zu dem Thema würde ich Dir ein etwas längeres klärendes Gespräch mit der Lehrerin ans Herz legen.
Liebe Grüße
Jana aus MeckPomm
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