Vollständige Version anzeigen : Bin umgeschulter Linkshänder,wer gibt mir Rat?
Hallo ihr!
Ich suche jemanden der wie ich umgeschulter Linkshaender ist und eine Rückschulung durchgeführt hat.
Meine Frage ist wo kann man sich da genau hinwenden und wo kann man testen lassen ob man Linkshaender ist?
Wenn ich mich an früher erinnere kann ich nur sagen ich hab mit links angefangen zu schreiben aber mein Stiefvater hat mir immer wieder auf die Hände gehauen und mir verboten mit links zu schreiben.
Nun heute ist es so das ich nur mit rechts schreiben kann sowie auch mit der Schere schneiden.Habe ich Messer und Gabel in der Hand halte ich sie wie ein Rechtshänder aber sobald das Messer nicht gebraucht wird kommt Gabel wie auch Löffel in die linke Hand und schneide ich z.b. etwas mit dem Messer Kartoffeln,Gemüse oder so geht das nur mit der linken Hand.
Ich mache zur Zeit mein Abi nach und was mir auffällt ist das ich oft Denklücken habe,mir schwer was merken kann und manchmal um 5 Ecken denke.Auch ist es so das ich manchmal ganz schön auf der "Leitung"stehe und wahnsinnige Probleme mit der Konzentration hab.Natürlich kann das auch andere Ursachen haben aber vielleicht lässt sich das ein oder andere defizit darauf zurückführen?
Wer kann mir da mal ein bichen helfen und von seinen Erfahrungen berichten?
Gruss an alle
Corinna
Hallo ihr!
Ich suche jemanden der wie ich umgeschulter Linkshaender ist und eine Rückschulung durchgeführt hat.
Ja, ist bei mir der Fall.
Meine Frage ist wo kann man sich da genau hinwenden und wo kann man testen lassen ob man Linkshaender ist?
Unter www.linkshaenderseite.de gibt es einige Adressen. Aber: An eine Adresse habe ich mich kürzlich gewandt, das war eine gewisse Andrea Köppler, irgendwo im Kölner Raum. Die sagte, es sei bei Erwachsenen sehr schwierig zu testen.
Wenn ich mich an früher erinnere kann ich nur sagen ich hab mit links angefangen zu schreiben aber mein Stiefvater hat mir immer wieder auf die Hände gehauen und mir verboten mit links zu schreiben.
Ich habe auch nur wenige ungenaue Erinnerungen, und als ich meine Mutter und meine Geschwister darauf ansprach, stritten sie alles ab. Es gab noch ein paar weitere Personen, die mich in meiner Jugend fragten, ob ich Linkshänderin sei, aber auch die wissen heute nichts mehr davon. Aber das muß nicht heißen, daß meine Erinnerungen falsch sind.
Nun heute ist es so das ich nur mit rechts schreiben kann sowie auch mit der Schere schneiden.Habe ich Messer und Gabel in der Hand halte ich sie wie ein Rechtshänder aber sobald das Messer nicht gebraucht wird kommt Gabel wie auch Löffel in die linke Hand und schneide ich z.b. etwas mit dem Messer Kartoffeln,Gemüse oder so geht das nur mit der linken Hand.
Ich mache zur Zeit mein Abi nach und was mir auffällt ist das ich oft Denklücken habe,mir schwer was merken kann und manchmal um 5 Ecken denke.Auch ist es so das ich manchmal ganz schön auf der "Leitung"stehe und wahnsinnige Probleme mit der Konzentration hab.Natürlich kann das auch andere Ursachen haben aber vielleicht lässt sich das ein oder andere defizit darauf zurückführen?
Das sind in der Tat typische Symptome von umgeschulter Linkshändigkeit. Ich habe mich in einer arbeitslosen Phase nach dem Studium rückgeschult, und in den ersten Monaten fühlte ich mich äußerst merkwürdig, in mir herrschte totales Chaos. Die Konzentrationsstörungen und Denkprobleme werden sich zwar durch die Rückschulung auf lange Sicht durchaus bessern, aber, wie gesagt, in den ersten Monaten können sie auch eher noch schlimmer werden. Daher weiß ich nicht, ob Du Dir dafür den richtigen Zeitpunkt ausgesucht hast.
Gruß Renate
Hallo Ihr,
ich kann Dir dazu nur raten. Als erstes lasse ich alles geschehen, wie es will,wenn sich díe rechte Hand vordrängelt, soll sie doch, sie kann es eh nicht. Aber jetzt nach 40 Jahren Vorherschaft, wer will es ihr verübeln.
Letztens hat mein Chef so eine Geste gemacht, Hände überkreuz... Ich hab
ihm nicht gesagt, das es auch im Kopf überkreuz geht, solange ich nicht die
richtige Richtung eingeschalgen habe. Ansonnsten so viele Symptome wie bei Dir,
eher noch viel mehr, hartes Schicksal, Suzied, etc. Also wenn Du Dich fragst,
wann ist der richtige Zeitpunkt, so schnell wie möglich, jedes Jahr ohne
"Links" ist ein verlorenes Jahr. Nur Mut, es gibt unheimlich viel Kraft, wenn
man es der Links machen lässt, die kann es besser, ordentlicher, sauberer...
gruß Norbert
Hallo Corinna,
Ich bin wie du umgeschulte Linkshaenderin ist und bin gerade an meiner Rückschulung dran.
Ich war selbst noch bei keinem Linkshänderberater persönlich, habe aber von Frau Dr. Barbara Sattler gehört, die in diesem Gebiet mehr als firm ist. Ihr Name taucht manchmal in Bezug auf Vorträge, Bücher, Psychologie, etc. pp. in der Linkhänderseite auf. Dann gibt es noch so manchen Linkshänderberater, von denen manche auf der Linkshänderseite kräftig gut mit Rat und Tat zur Seite stehen und im Forum mit aktiv sind. Bei frau Sattler muss man wohl (habe ich gehört) diese tests machen können.
Von ihr empfehlenswert finde ich ein Buch -"Der umgeschulte Linkshänder" oder "Der Knoten im Gehirn"-. Das lohnt sich, zu lesen, weil es umfassend Information bietet. Da findest du auch was zum Thema"Umschulungsfolgen", was dich (wie mich auch) wohl betrifft. Deine Probleme können - rein textanalytisch - von deiner Umschulung stammen.
Nun heute ist es so das ich nur mit rechts schreiben kann sowie auch mit der Schere schneiden.Habe ich Messer und Gabel in der Hand halte ich sie wie ein Rechtshänder aber sobald das Messer nicht gebraucht wird kommt Gabel wie auch Löffel in die linke Hand und schneide ich z.b. etwas mit dem Messer Kartoffeln,Gemüse oder so geht das nur mit der linken Hand.
So etwas machte ich auch bzw. an manch seltenen Stellen auch noch. Ich bin erst seit gaaaaanz kurzer Zeit an meiner Rückschulung, dass ich in den Tätigkeiten unterschiedlich die Hände nutzte, als dominante bzw. pseudodominante Hand. Ich übe mich nun im Schreiben wieder mit links und konsequent nur noch mit links. Selbst das an die Tafel schreiben eines Tafelbildes für meine Schüler mache ich nur noch mit links. Manchmal im Briefeschreiben greife ich erst mit rechts, dann mit links zum Stift, aber wichtig ist halt, dass es bei links bleibt.
In der Schule (als ich noch selbst Schülerin war) habe ich im Sport NUR mit links den Ball werfen können, nie mit rechts. Da kamen regelrechte Lachnummern raus, wenn ich es wie alle mit rechts probieren wollte.
Das Schreiben habe ich mit links in der ersten Klasse begonnen, habe dann alle Schuljahre durch mit der rechten geschrieben und nun zurück auf links gewechselt. Ich habe - beim Durchblättern der alten Hefte(r) - entdeckt, dass ich nie eine Handschrift hatte, sondern von Woche zu Woche oder sogar von Tag zu Tag wechselte. Gefiel mir in der einen Stunde die Schrift der letzten nicht mehr, so schrieb ich mit der "neuen" Schrift, bis zum nächsten Mal...
Mit links bin ich nun zufriedener und schreibe bereits Geschriebenes (wie Briefe) nicht mehr ab, wie einst.
Ich bin persönlich sehr froh, dass es bei mir bisher mit der Rückschulung ganz glatt läuft. Es könnte auch anders sein, nämlich im Gegenteil, dass ich ins "tiefe Chaos" und "psychologische Abseits" gerate. Ist bei einer Rückschulung nie ganz ungefährlich!
Ich mache zur Zeit mein Abi nach und was mir auffällt ist das ich oft Denklücken habe,mir schwer was merken kann und manchmal um 5 Ecken denke.Auch ist es so das ich manchmal ganz schön auf der "Leitung"stehe und wahnsinnige Probleme mit der Konzentration hab.Natürlich kann das auch andere Ursachen haben aber vielleicht lässt sich das ein oder andere defizit darauf zurückführen?
Die geschilderten Probleme kenne ich nur zu gut. Im Gymnasium damals erging es mir nicht anders. Ich wußte immer, ich bin nicht dumm. Aber ich konnte mich nie ganz auf meine Leistung verlassen. Ich wußte Dinge zu Hause, kam in die Schule und es war in der Arbeit vorbei mit dem Wissen... Ich habe im Unterricht auch viel geträumt, bin einfach abgedriftet und bekam die Hälfte nicht mit, was aber nachzuarbeiten möglich war. Ich war (und bin noch) mitunter leicht vom eigentlichen ablenkbar. Mich zu Produzieren strengt auch unheimlich an, weil ich meine ganze Konzentration darauflegen muss, die 100%ige Leistung zu vollbringen. Ich habe auch studiert, bin diesen Sommer erst fertig geworden; habe durch meine blackout´s ´ne Prüfung verrasselt, weil im Mündlichen einfach das komplett gelernte nicht mehr abrufbar war, trotz guter Vorbereitung und eines Spezialgebietes meinerseits (mein Seckenpferd).
Ebenso habe ich auch manchmal ganz schöne Laster auf meiner Leitung, wenn man mir was erklärt und ich wirklich nur Bahnhof verstehe, in ganz simpler Sache. An anderer Stelle muss ich mich zusammenreissen, wenn ich was erkläre und meine, mit meiner logisch einfachen Erläuterung muss es doch verstanden werden. Und dabei habe ich vergessen und verpasst, dass ich schon fünf Gedankengänge weiter bin, als der andere. Ist schon manchmal eine verbogene Sache, mit der Denk-und sonstigen Leistung. Im allgemeinen durch die Rückschulung geht es mir nun besser. Natürlich sind viele Probleme nicht bzw. nicht gleich ausräumbar, aber ein wichtiger Schritt ist für mich die Rückschulung, die mir hilft!
Das war´s nun erstmal von mir. Vielleicht hat´s was gebracht!
Gruß an dich aus dem schönen Städtchen Freiberg,
von Anja
Jeannine
12.09.2002, 23:30
Hallo Corinna,
ich habe im Oktober 2001 mit meiner Rückschulung begonnen und werde in einem Jahr mein Studium beenden. Bisher habe ich es nicht bereut, eher im Gegenteil – ich fühle mich Freier.
Eines muss ich Dir aber Raten, lass Dir dabei Zeit! Falls Du im Sommer 2003 Dein Abi machst, würde ich an Deiner Stelle erst danach mit einer Rückschulung beginnen. Denn Dein Gehirn und die Muskeln müssen sich langsam an die Umstellung gewöhnen. Immerhin musst Du beim Abi längere Aufsätze schreiben! Ich habe es jetzt im Studium auch gemerkt, das Ehrgeiz allein nicht genügt, sondern Geduld. Mein Problem war es, das ich mich unter Druck setzen ließ und eine Prüfung im Juli schreiben wollte (nebenher liefen noch Praktische) – das Resultat = Verspannungen und Prüfungsabsage, es war einfach noch zu früh. Jetzt im September, nach fast einem Jahr ist mein Schreibtempo schon ganz ordentlich, so das ich mit der Prüfung im nächsten Semester ganz Optimistisch sein kann.
Am besten wäre für Dich ein Beratungsgespräch in einer LH-B.-Stelle, die können speziell auf dein Problem eingehen. Mir wurde während des Studiums viel Endspannung und Ausgleich empfohlen. Zum Bsp. während der Vorlesung zu malen, damit die Konzentration gefördert wird, Yoga und Koordinationsübungen, welche die Körpermitte überkreuzen.
Viele Grüße von Jeannine
Hallo
Ich bin seit einem Jahr rückgeschulter Linkshänder und fühle mich seitdem erstmals wohl in meiner Haut.
Begonnen hatte alles mit sechs Jahren. Damals wurde ich zwangsweise auf die rechte Hand trainiert. Bereits mit sechs Jahren, hatte ich meine erste Depression(damals noch unbekannt). Später beim Studium stellte ich fest, dass ich anders war als meine Studienkollegen, besonders wenn es ums Mitschreiben bei Vorlesungen ging. Mit 32 Jahren hatte ich erneut eine Erschöpfungsdepression, die dann aber medikamentös geheilt wurde.
Im Alter von 53 Jahren bekam ich erneut eine Depression und musste mich in klinische Behandlung geben. Zu diesem Zeitpunkt verlor ich die Fähigkeit mit der rechten Hand zu schreiben und das als Lehrerin. Meine behandelnden Ärzte rieten mir dringend von einer Rückschulung ab. Bei der Entlassung konnte ich weder rechts noch links schreiben. So musste ich eine Rückschulung auf meine Verantwortung selbst durchführen. Sie gelang mir ohne Prpbleme. Zu Beginn war meine Schrift noch sehr wacklig. Zwischenzeitlich befinde ich mich in psychotherapeutischer und in ergotherapeutischer Behandlung. Von Tag zu Tag empfinde ich ein nie dagewesenes Gefühl bei mir angekommen zu sein. Besonders das Malen von Aquarellbildern macht mir seitdem großen Spaß.
Redpoldion
31.07.2007, 15:17
Hallo Erka,
Ich bin seit einem Jahr rückgeschulter Linkshänder und fühle mich seitdem erstmals wohl in meiner Haut.
Schön, dass Deine Rückschulung positiv verlaufen ist. Ein weiterer Erfahrungsbericht, der hoffentlich andere Forumsmitglieder dazu ermuntert, den Schritt einer RS zu wagen. :)
Mit 32 Jahren hatte ich erneut eine Erschöpfungsdepression, die dann aber medikamentös geheilt wurde.
Das ist aus meiner Sicht öfters der Fall: im Laufe der Zeit entwickelt man als ULH mehr und mehr psychische Probleme und diese werden, wenn man Glück hat, auch therapiert. Allerdings wird nicht wirklich geschaut, was den Symptomen zugrunde liegt. Ich glaube, dass psychische Symptome wie z.B. Erschöpfungsdepressionen ein Versuch unserer Psyche sind, uns auf Sachen aufmerksam zu machen, die bei uns nicht richtig laufen. Leider ist es sehr schwer, die eigentliche Ursache zu finden, gerade bei dem unter vielen Therapeuten unbekanntem Thema ULH. Tja und dann werden zwar diese Symptome mehr oder weniger erfolgreich mit Medikamenten o.Ä. behandelt, bis sie erneut zum Vorschein kommen und dann meist heftiger als zuvor - bis man sich mit der Ursache auseinandersetzt.
Im Alter von 53 Jahren bekam ich erneut eine Depression und musste mich in klinische Behandlung geben. Zu diesem Zeitpunkt verlor ich die Fähigkeit mit der rechten Hand zu schreiben und das als Lehrerin.
Bei mir war es ähnlich gelagert: nachdem ich beruflichen Stress hinter mir gelassen hatte, da ich sehenden Auges in einen Burnout reingerannt bin, entstand auf einmal in mir der Impuls, wieder mit links zu schreiben. Bis zu dem Zeitpunkt hatte ich mich auch noch nicht mit dem Thema ULH beschäftigt.
Zwischenzeitlich befinde ich mich in psychotherapeutischer und in ergotherapeutischer Behandlung.
Hast Du den einen Psychotherapeuten finden können, der sich mit ULH und damit verbunden auch mit der Begleitung einer RS auskennt?
Hallo Erka
Ich bin auch ein umgeschulter Linkshänder
Ich schule mich seit cirka ein halbes Jahr zurück
Ich kenne das Problem mit der konzentration
und alles was dazugehört.
Meine Mutter wollte es auch nicht zugeben
das sie mich umgeschult hat . Ich habe meine schwester gefragt
die hat es mir gesagt
Weil ich alles mit links mache ausser schreiben manche eltern wissen nicht das das Probleme gibt .
Aber in der Heutigen zeit kann man sich im Netz erkundigen.
gruss Heike
Ich bin seit einem Jahr rückgeschulter Linkshänder und fühle mich seitdem erstmals wohl in meiner Haut.
Besonders das Malen von Aquarellbildern macht mir seitdem großen Spaß.
Hallo Erka,
Mir hat in der Rückschulungszeit und auch danach, geholfen, wenn ich gemalt habe.
Ich habe immer mit links gemalt, musste aber mit rechts schreiben lernen.
Und das Schreiben mit links war anfangs recht schwierig, das Malen dagegen eine richtige Entspannung.
liebe Grüße, Ursula
sibaleki
10.08.2007, 12:44
Hallo,
ich schule mich seit ca. 2 Monaten um. Im Urlaub hab ich mich jeden Tag nach dem Frühstück hingesetzt und einfach irgendetwas abgeschrieben, zuerst eine Seite und später sogar zwei Seiten. Außerdem habe ich mir ein Mandalabuch besorgt. Ich war so herrlich entspannt in diesem Urlaub wie noch nie! Im Berufsalltag ist es leider nicht mehr so einfach. Ich versuche es noch etwas geheimzuhalten und schreibe - insbesondere wenn ich dabei beobachtet werde mit rechts. Es ist aber schon komisch, wenn ich mit rechts schreibe. Meine linke Handschrift wird auch schon immer besser - und das Wichtigste: Ich hab das Gefühl das mein Kopf etwas aufgeräumter ist. Es kann aber auch passieren, dass mir manchen Sachen überhaupt nicht einfallen.
Ich werde es jedenfalls weiter durchziehen.
sibaleki
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