Vollständige Version anzeigen : Gitarre & Bass spielen: auf links "umlernen"?
Hallo ihr alle,
zunächst möchte ich mich kurz hier im Forum vorstellen und mich dann mit einer Frage, die mir momentan unter den Nägeln brennt, an euch wenden. Ich denke, dass es dabei auch wichtig ist, dass ihr ein bisschen was über meinen persönlichen Hintergrund wisst. Ich hab mir auch alle Threads zu diesem Thema hier im Forum schon durchgelesen aber leider hat das mir im Hinblick auf die Entscheidung, vor der ich stehe, nicht wirklich weitergeholfen, einfach weil die Leute oft eine ganz andere Vorgeschichte haben als ich und ich mir deshalb nicht sicher bin, inwieweit sich das dort Geschilderte auf mich übertragen lässt.
Ich bin weiblich und umgeschulte Linkshänderin. Genauer gesagt, schreibe ich seit dem 2. Schuljahr mit rechts, schneide mit der Schere rechts, mache sonst aber alles mit links. So bin ich z.B. nicht in der Lage, eine Zwiebel mit rechts zu schneiden und hatte als ich mir mal das linke Handgelenk gebrochen hatte, große Schwierigkeiten, mit rechts Zähne zu putzen.
Während meiner Schulzeit kam ich eigentlich relativ passabel klar, da ich mein Problem, dass ich nur sehr langsam mit rechts schreibe, damit ausgeglichen habe, dass ich z.B. bei Diktaten zunächst Wörter ausließ und diese dann - wenn der Lehrer zum Schluss nochmals alles vorgelesen hat - einfügte. Da ich immer gut in Deutsch und insgesamt keine schlechte Schülerin war, ist dies auch niemandem aufgefallen.
Während meines Studium habe ich mir dann für Mitschriften ein ausgeklügeltes Abkürzungssystem ausgedacht, damit ich vom Schreibtempo her einigermaßen mithalten konnte. Bei Prüfungen stand ich dann aber vor echten Problemen, da ich aufgrund meiner langsamen Schreibgeschwindigkeit immer in Zeitnot kam. Ich hab mich daraufhin dann im Jahr 2002 bei der 1. Deutschen Beratungsstelle für Linkshänder und umgeschulte Linkshänder in München testen lassen, wobei herauskam, dass ich tatsächlich Linkshänderin bin und durch die Umschulung Probleme in der Feinmotorik hab. Beim Schreiben äußert sich dies so, dass ich im Vergleich mit gleichaltrigen Rechtshändern und nicht umgeschulten Linkshändern teilweise mehr als 50% langsamer bin. Von einer Rückschulung wurde mir in meiner damaligen Situation abgeraten, da die Gefahr bestand, dass "neurophysiologisch bedingte neue Problemkreise auftreten können" (so ist der genaue Wortlaut in dem Schreiben, dass ich bekommen hab).
Ich spiele seit meinem 8. Lebensjahr Klavier und habe ein Blasinstrument (Oboe) studiert, beides natürlich auf "normalen" Rechtshänderinstrumenten. Dabei hatte ich eigentlich nie irgendwelche Probleme. Vor einigen Jahren hab ich mir dann einen Jugendtraum erfüllt und mit dem E-Gitarre spielen angefangen. Damals hab ich mir ehrlich gesagt nicht wirklich Gedanken gemacht und zur Rechtshändergitarre gegriffen, einfach weil in den Musikgeschäften, in denen ich war, keine Linkshändermodelle einladend rumstanden. Das Spielen hat mir immer viel Spaß gemacht aber im Gegensatz zu meinen anderen Instrumenten habe ich nicht so schnell Fortschritte gemacht. Allerdings hab ich weniger Probleme mit schnellen Läufen (also das, was auf der Gitarre sozusagen "einstimmig" ist), sondern mehr mit dem zügigen Wechseln von Akkorden und dem Greifen weiter Spannen, da ich kleine Hände mit sehr kurzen Fingern habe.
Vor einigen Monaten war ich nun mit meinem Mann in einem Musikgeschäft. Dort stand zufällig eine E-Gitarre für Linkshänder rum, die ich mir dann spaßeshalber mal gegriffen hab. Mein erster Eindruck war: das geht gar nicht!!! Deshalb hab ich dann das Instrument auch nach wenigen Minuten wieder weggelegt.
Nun hab ich vor kurzem einen E-Bass geschenkt bekommen (natürlich ein Rechtshänderinstrument) und hab nach einigem Ausprobieren das Gefühl, dass dieses Instrument mir echt nen Heidenspaß macht. Deshalb überleg ich, von der Gitarre umzusteigen will und ernsthaft mit dem Bass spielen anzufangen. Bisher hab ich nur so ein bisschen "rumgezupft" aber vor einigen Tagen hatte ich dann mal die Idee, den Bass einfach rumzudrehen, so dass ich mit der linken Hand anschlagen und mit der rechten greifen kann. Links hat es sich ganz gut angefühlt, das Greifen mit rechts war allerdings eine ziemliche Katastrophe: die Hand kam mir total unbeweglich und kraftlos vor und das, obwohl ich damit beim Klavierspielen null Probleme mit der rechten Hand hab. Da ich den RH-Bass einfach umgedreht hab, war für mich außerdem die verkehrte Anordnung der hohen und tiefen Saiten total verwirrend und die Ergonomie meines ohnehin etwas kopflastigen Basses vollkommen dahin. Ich hab zwar schon gehört, dass man die Saiten einfach umspannen kann aber dann müsste ich ja auch den Sattel drehen (- geht das überhaupt, ohne das Instrument zu beschädigen?). Trotzdem hätte ich dann ja von der Ergonomie her nicht wirklich einen Vergleich, da die Proportionen des Instruments ja dennoch komplett verschoben sind.
Auf längere Sicht müsste ich mich wegen meiner sehr kleinen Hände ohnehin auf die Suche nach einem Instrument mit einem passenden Hals und eventuell etwas kürzerer Mensur machen, was preislich bestimmt nicht gerade ein Spaziergang wird. Deshalb stelle ich mir jetzt ernsthaft die Frage, ob und wie ich herausfinden kann, ob ich besser wie bisher weiter wie ein Rechtshänder spielen soll oder aber ob es Sinn machen würde, auf ein Linkshänderinstrument umzusteigen. Irgendwie hab ich das Gefühl, dass ich das nach bloßem Antesten im Musikgeschäft nicht endgültig entscheiden kann.
Kann mir vielleicht jemand von euch nen Rat geben, wie man sowas rausfinden kann? Ich hab einfach das Gefühl, dass das eine sehr wichtige Entscheidung für mich ist aber ich bin total verunsichert! Einerseits würd ich's gern probieren, andererseits habe ich Bedenken, dass ich auf Dauer vielleicht doch schlechter klarkommen könnte als wenn ich wie ein Rechtshänder spiel und ordentlich übe. Ich hab einfach Schiss, dass es unter Umständen auch im Totalfrust enden könnte. Beim Klavier hatte ich wie gesagt komischerweise nie Probleme, dass die rechte Hand zu langsam wäre oder ich das nicht koordiniert kriege. Außerdem frag ich mich, ob es überhaupt Sinn macht, als Erwachsener auf dem Instrument noch mal umzulernen (auch vor dem Hintergrund, dass mir was das Schreiben anbetrifft, von kompetenter Seite von einer Rückschulung eher abgeraten wurde).
Für eure Ratschläge wäre ich euch sehr dankbar! (Und sorry für den langen Text!)
Viele Grüße
Katja
lefthandgear
17.07.2010, 08:09
Hallo Katja,
du kannst mE nach den Bass einfach so mit Links spielen wie er ist. Es gibt sehr viele Linkshänder, die mit der 'upside down' Bespannung der Saiten Gitarre und Bass spielen. Beim Bass finde ich die verkehrte Anordnung der Saiten nicht problematisch.
Kopflastigkeit ist meistens nur durch Spielen im Sitzen weitgehend auszuschalten - zum Ausprobieren sollte es gehen. Ich rate mal: etwa 2-3 Monate sollten zur Klärung ausreichen.
Die mangelnde Greifkraft der rechten Hand lässt sich sehr gut mit einem PowerBall trainieren; ich habe immer Probleme mit dem Greifen von Baree-Griffen gehabt, bis ich durch Zufall dieses kleine Reha-Gerät in die Finger bekommen habe. Seitdem ist mein Greifen extrem sauberer und für mich unbeschwerter geworden.
Viel Spaß mit den Saiteninstrumenten
Jens
Hallo Jens,
vielen Dank für die Info! Ich muss allerdings zugeben, dass für mich die umgekehrte Anordnung der Saiten wirklich eine totale Verwirrung auslöst. Ich krieg damit ehrlich gesagt noch nicht mal nen Powerchord hin (geschweige denn Akkorde auf der Gitarre). Danke auch für den Tipp mit dem Powerball: ich werd gleich nachher mal googlen, wo ich so einen bestellen kann. Oder geht für diesen Zweck auch ein Gripmaster. So einen hab ich nämlich.
Viele Grüße
Katja
Hallo Katja,
herzlich willkommen hier im Forum.
Ich frage mich, warum dir von einer Rückschulung abgeraten wurde. Unsere Tochter ist inzwischen zurückgeschult und ich würde es immer wieder tun.
Zu dem Instrument würde ich dir auch raten, ein paar Monate zu versuchen. Sicher ist es nicht leicht, von jetzt auf gleich anders herum zu spielen. Meine Tochter spielt auf einer Linkshänder-Gitarre, danke nochmal an Lefthandgear, sie liebt ihr Instrument, lernt leicht und schnell.
Vorher hat sie Geige rechtshändig gespielt - das ging gar nicht.
Liebe Grüße Birgit
Hallo Katja,
herzlich willkommen hier im Forum.
Ich frage mich, warum dir von einer Rückschulung abgeraten wurde. Unsere Tochter ist inzwischen zurückgeschult und ich würde es immer wieder tun.
Hallo Birgit,
ich könnte mir denken, dass mir vielleicht davon abgeraten wurde, weil ich zu dem Zeitpunkt, als ich bei der Linkshänderberatung war, bereits erwachsen war und der meine Umschulung aufs rechtshändige Schreiben somit schon viele Jahre lang zurücklag, so dass sich bestimmte Strukturen im Gehirn gefestigt hatten. Obwohl ich mit links zeichne, hatte ich bereits viele Jahre lang schon ausschließlich mit rechts geschrieben. Außerdem befand ich mich damals mitten im Studium, weshalb es für mich sehr schwierig gewesen wäre, wenn bei der einer Rückschulung vielleicht größere Probleme aufgetreten wären. Als ich bei der Beratungsstelle war, wurden sehr viele verschiedene Tests mit mir durchgeführt. Die Ratschläge, die mir gegeben wurden, beruhten auf den dabei erzielten Ergebnissen, weshalb ich damals dann eben auch vom Versuch einer Rückschulung abgesehen habe. Damals hab ich auch noch gar nicht Gitarre gespielt.
Dennoch stelle ich mir nun viele Jahre später die Frage, ob ich es für mich beim Gitarre / Bass Spielen nicht vielleicht doch sinnvoll und gewinnbringend wäre, von bisher rechtshändiger auf linkshändige Spielweise umzulernen.
Viele Grüße
Katja
Hallo ihr alle,
so, jetzt muss ich hier mal Dampf ablassen:
heute morgen habe ich mich ausführlich mit einem Kollegen, der Gitarrenlehrer ist, unterhalten. Er hat mich ermutigt, es ruhig mal mit ner Linkshändergitarre bzw. mit nem Linkshänderbass auszuprobieren. Er nimmt sogar an, dass ich wenn ich täglich übe, vielleicht schon in 1 - 2 Wochen schlauer bin und weiß, ob das für mich das Richtige ist oder nicht.
Dadurch ermutigt habe ich dann im Musikladen meines Vertrauens angerufen, mein Anliegen geschildert und angefragt, ob sie Linkshändergitarren / - bässe da haben, so dass ich mal vorbeikommen und es ausprobieren kann. Mein Telefonpartner war einer der sonst eigentlich recht netten Verkäufer, der mir gleich sagte, dass der Laden 2 LH-E-Gitarren aber keinen E-Bass da hat. So weit, so gut. Dann aber kam's: ich wurde regelrecht für bescheuert erklärt, weil ich das ausprobieren will! Wenn ich denn schon wie ein Rechtshänder was auf der Gitarre hinkriege, dann solle ich das bloß bleiben lassen, weil es eh nichts bringt und absoluter Blödsinn ist. Nach dieser Auskunft hat mich dann erstmal der Mut verlassen, dort hinzufahren und es zu probieren. Es ist der größte Musikladen hier im Umkreis und leider gibt es hier in der Provinz nicht gerade viele Alternativen.
Wütend hab ich mir dann halt doch nochmals meine "normale" Rechtshänderstrat geschnappt und sie mir einfach falsch herum umgehängt, mit dem festen Entschluss, jetzt mal länger als 5 Minuten dranzubleiben, bevor ich wieder frustriert aufgebe. Da es mit der verdrehten Saitenanordnung für noch nicht möglich ist, Akkorde hinzukriegen, hab ich mir halt ein leichtes einstimmiges Maiden-Solo rausgesucht. Zunächst hat mich alles erst mal verwirrt aber ich hab dann versucht, nicht soviel nachzudenken wie rum ich jetzt was machen muss, sondern nur nach Gefühl zu spielen, woraufhin es etwas leichter ging. Ich habe ca. 25 min. durchgehalten, wobei mir danach die linke Halsseite weh getan hat und ich leichte Abdrücke von den Potis im linken Unterarm hatte. Im Stehen ist mir das Spielen leichter gefallen als im Sitzen, weil ich da besser aufs Griffbrett gucken konnte (die seitlichen Griffbrettmarkierungen waren für mich ja jetzt unsichtbar an der Unterseite). Nach und nach hat es ein bisschen besser geklappt, wobei das Spielen alles andere als mühelos war und natürlich absolut kein Vergleich zu dem, was ich "rechtsherum" kann. Auf jeden Fall werd ich mir in den nächsten Tagen so einen Powerball, den mir Jens empfohlen hat, anschaffen, um damit meine kraftmäßig völlig unterbelichtete rechte Hand auf Vordermann zu bringen.
Falls jemand von euch Erfahrung mit dem Umlernen hat, wär ich euch dankbar, wenn ihr mir sagen könnten, ob solche Schwierigkeiten bei den ersten Versuchen normal sind oder ob ich das als Zeichen verstehen sollte, dass ich den Versuch, umzulernen besser nicht weiter verfolgen sollte.
LG
Katja
Hi Katja,
ich hab ein ganz ähnliches Problem wie du und hab soeben mit dem Recherchieren (mal wieder) angefangen. Ich spiele Geige und Klavier, und hab vor ein paar Jahren mal den Versuch gemacht, meine Geige auf links umzubasteln. Also: Steg andersrum, Stütze verbogen, Kinnbrett auf die andre Seite, und natürlich die Saiten umgespannt. Ich habs nicht von nem Geigenbauer machen lassen, für ein "echtes" Umbauen auf links wär wahrscheinlich noch mehr nötig gewesen (z.B. Veränderung von Griffbrett und Sattel, ist ja auch nicht ganz symmetrisch).
Ich kann mich erinnern, dass ich als kleines Kind mit dem großen Wunsch, Geige zu lernen, mir zwei Stöcke als Geige und Bogen nahm, dazu sang und eben Geige "gespielt" hab. Der Geigenstock lag auf der rechten Schulter, den "Bogen" führte ich mit der Linken, eben wie ein LH. Gelernt hab ichs natürlich andersrum, und eigentlich war ich auch immer sehr gut gewesen, die Intonation ist ein Kinderspiel, nur in der Bogentechnik hatte ich etwas mehr Mühe. Allerdings bekam ich als Jugendliche, als ich jeden Tag irgendwas mit Geige hatte (Orchester und so), starke Rückenschmerzen unter dem linken Schulterblatt. Die kriege ich auch huete noch, wenn ich mal wieder spiele. Auch das war ein Grund, mal die LH-Version zu probieren.
Nur: als ich das versucht hatte, klappte gar nix mehr. Ich fühlte mich wie ein ANfänger, schlimmer, meine Rechte hat überhaupt kein Gefühl für die Saiten, und dabei ist grade meine Rechte auf dem Klavier geläufiger als die Linke (auch seltsam, nicht?).
Jetzt war ich ne Woche bei Bekannten, die ne Gitarre rumstehen hatten. Natürlich juckten meine Finger, und ich hab ne Woche Gitarre geübt. Hat Spaß gemacht, und Hornhaut hab ich jetzt auch an den Händen;-). Ich möchte am liebsten auch Gitarre lernen (und die Idee dazu hatte ich nicht erst bei meinen Bekannten), aber nun stellt sich wieder die Frage: LH oder RH?
Meine Bekannten hatten ne RH, und durch meine Geige bin ich das Greifen mit links ja gewöhnt. Es fiel mir leicht, und ich frage mich, ob das Zupfen denn wirklich ein so hochkomplexer Vorgang ist, dass man dafür seine "gute" Hand braucht. Klar, man macht damit den Rhythmus und die Dynamik, aber dafür muss man mit der anderen sehr schnell greifen können. Beides erfordert Feinmotorik. Ich denke jedenfalls, dass ich mit ner RH schneller Fortschritte machen würde. Zumindest am Anfang. Was danach kommt, wär die Frage. Wieder Schmerzen? Schrammeln statt präzisem Saitenspiel? Oder einfach nur leichte Schwächen in der Zupftechnik, nicht weiter dramtaisch und mit etwas Übung zu beheben?
Weiterhin: überall stehen, wenn überhaupt, RH-Gitarren. Wärs nicht sinnvoll, so auch zu lernen, denn sonst kann man ja nur auf der eigenen Gitarre spielen....
Nochwas: ich bin zwar ganz klar Linkshänderin, aber ich mache im Alltag trotzdem vieles mit rechts. Die Tasse halten, rauchen, die Tür aufschließen etc. Ich kann auch gut mit rechts schreiben (obwohl ich immer mit links schreibe).
Jedenfalls frag ich mich jetzt auch, WIE ich denn jetzt Gitarre lernen will...
Vielleicht wär die "upside-down"-Methode gar nicht so schlecht... aber manche Akkorde sind bestimmt andersrum viel schwerer zu greifen, oder?
Gibts da extra Grifftabellen? Gibts bekannte Musiker, bei denen man sich mal anschauen kann, wie die das machen (auf Youtube oder so)?
Sorry, lang geworden.
LG, T.
Ich hab nun vor kurzem auch mit LH-Gitarre spielen angefangen, wobei ich ein Leihgerät nutze, was auf LH umgespannt wurde.
Ich hab beides direkt ausprobiert und muss jetzt ganz klar sagen, das meine LH die Hand ist die die Seiten u. den Rhythmus geben muss.
Andersherum geht das sicherlich auch, aber richtig fühlt es sich mit LH an.
Da ich Jahre lang Akkordeon gespielt habe, sind beide Hände gut trainiert, ich bekam später im Orchester, wo ich nur noch mit der RH gespielt habe gar nix mehr gebacken, weil einfach alles viel zu schnell für mich war.
Rythmisch war auch immer eine Blockade in meinem Gehirn, was sich so langsam aber sicher auflöst *freu*
Dirigieren tue ich mittlerweile nur noch mit Links, nur mit der recht Hand alleine geht gar nicht :o
Ich kann Euch also nur den guten Rat geben, nehmt ein LH-Instrument und lasst die RHänder-Verkäufer mal in Ihrem Glauben, da kommen wir leider noch nicht gegen an.
Birgit hat für Ihre Tochter Gina vor kurzem bei lefthandgear (User hier im Board) eine LH-Gitarre gekauft, das werde ich in kürze wohl auch machen, wenn ein wenig Geld übrig ist ;)
lefthandgear
02.08.2010, 15:44
Hallo T.,
Upside-Down ist scheußlich zu spielen, zu sehen auch!
Bekanntester Musiker zur Zeit ist Doyle Bramhall (Arc Angels), einige Sachen finden sich auf YouTube.
Links lernen macht Sinn, da der Anschlag (s.a. andere Threads) den Ton macht.
Gruß in Kürze Jens
Hallo Thuja,
Ich habe in meiner Jugend viel und gerne Gitarre gespielt, kräftig den Gesang unterstützt - alles auf rechts, ich weiß erst seit kurzem, dass ich Linkshänderin bin.
Aber, ich habe mit der linken Hand nie Barrée-Griffe hinbekommen und mit der rechten Hand bin ich übers Schlagen nicht hinausgekommen. Zupfen=Knoten in den Fingern.
Rhythmisch habe ich keine Probleme, da Rhytmus bei mir nicht in den Händen liegt, sondern im Blut.:D
Wenn ich heute bei Null anfangen würde, würde ich mich für ein Linkshänder-Instrument entscheiden.
Mal eine dumme Frage: "upside-down" meint, die Gitarre einfach nur auf den Kopf zu drehen, ohne umzuspannen? :confused: Brrrr. das kann ich mir gar nicht vorstellen :eek:.
Herzliche Grüße
Sigrid
Wenn du eine eigene Gitarre hast, dann hast du doch auch ein Instrument zum spielen. Klar macht es sicher mal Spaß eine andere Gitarre zu spielen, mache ich manchmal auch. Aber das würde ich nie als Grund, als LH auf einer RH-Gitarre spielen zu lernen.
Wenn ich sehe mit welcher Leichtigkeit Gina spielen lernt, dann kann ich für mich nur sagen, dass es richtig ist, als LH ein LH-Instrument zu spielen.
Je mehr Linkshänder linkshändig spielen umso größer wird die Nachfrage nach LH-Gitarren. Und wo die Nachfrage steigt wird auch irgendwann das Angebot steigen.
Ansonsten kann ich Jens hier aus dem Forum nur empfehlen. Die Gitarre meiner Tochte ist klasse und ich kann leider nicht auf ihr spielen.
Liebe Grüße Birgit
lefthandgear
03.08.2010, 10:17
... Mal eine dumme Frage: "upside-down" meint, die Gitarre einfach nur auf den Kopf zu drehen, ohne umzuspannen? :confused: Brrrr. das kann ich mir gar nicht vorstellen :eek:.
Erklärung: diese Spielweise hat in den armen Schichten des Blues, Folk und Jazz eine lange Tradition; die meisten dieser Spieler waren froh überhaupt eine Gitarre in die Hände zu bekommen und haben 'upside-down' musiziert.
Der Anteil liegt bis in die Neuzeit bei weit über 50%. Viele dieser Musiker bemutzen der Ergonomie wegen heute LH-Instrumente, die immer noch 'falschrum' bespannt sind. Quelle: Uncommon Sound von John Engel
Zur Ansicht: http://www.uncommon-sound.com/Inside-the-Book.php
Gruß Jens
Hallo,
irgendwie bin ich weiterhin verunsichert. Ich denke, wenn ich ganz von vorne anfangen würde, würde ich natürlich auf links lernen. Aber ich komm von der Geige, ich spiel außerdem auch Bratsche und ein wenig Cello, und noch ein paar andere Instrumente bei denen die Seiten aber nicht so wichtig sind. Ich bin quasi schon umgeschult, eine LH-Gitarre, selbst wenn die Gitarre für mich an sich neu ist, wäre trotzdem eine Art Rückschulung.
Ich kann schon einige Akkorde auf ner Gitarre spielen, es reicht zum Begleiten von Liedern, es ist halt auch kein schwieriges Instrument, wenn man nur den ANspruch "Lagerfeuer" hat. Ich will ja auch nicht die Flamenco-Virtuosin werden, aber ich hätte schon Bock drauf, beim Musizieren mit anderen ganz selbstverständlich und ohne großes Rumsuchen die Klampfe zu nehmen und zu spielen... das würde mit LH auf jeden Fall länger dauern, denn meine Rechte hat überhaupt kein Gefühl für Griffe, wie ich auf der Geige gemerkt hab.
Das mit dem anderen Instrument: es kommt schon oft vor, dass man irgendwo ist, wo jemand ne Gitarre dabei hat, man selbst aber nicht. Es wär schön blöd, wenn man super Gitarre spielen kann, aber eben nur auf max. 5% aller existierenden Instrumente...
(Noch blöder wärs, wenn man extra aus dem Grund RH lernt, und dann steht irgendwo ne LH-Gitarre (((-: ... ist mir aber noch nicht untergekommen, der Fall.) Bzw: ich hab ne LH, und bekomme Besuch, man will Musik machen, einer kann Gitarre spielen, und ich setz mich eh lieber ans Klavier... na, und dann geht das nicht.... es sei denn, der andere ist auch n Linker...
Andererseits: irgendwie hätt ich natürlich schon Lust, mal ein Instrument so zu lernen, wie es meiner eigenen Bauart entspricht... und ich wär sehr gespannt auf die Effekte, die das hätte. Ich hab zwar auch nicht unbedingt krasse Schwierigkeiten mit Rhythmus, aber als großes Taktetalent würd ich mich auch nicht bezeichnen. Bin eher auf Melodie geeicht. Aber vielleicht ist das nur das Resultat meiner musikalischen Umerziehung... ?
@Sylvia: musste in meinem Studium auch Dirigieren lernen (Musikwissenschaft), und es waren 2 Lefties in meiner Klasse (incl. ich). Unser Lehrer meinte, dass selbst linkshändige Dirigenten mit rechts taktieren, und mit links halt den Sound modellieren. Mein Kommilitone hat dann wie ein RH dirigiert, ich behielt den Taktstock in der Linken und gab die Einsätze etc. mit der Rechten. Habs allerdings auch andersrum probiert, aber eigentlich keinen wesentlichen Unterschied festgestellt. Vielleicht tauchen die gravierenden Unterschiede erst mit der Zeit auf, wenns in Richtung Perfektion geht... und dann ists dumm, wenn man das Pferd von Anfang an "von der falschen Seite" aufgezäumt hat....
Hab hier zwei Beispiele für Upside-Down-Spiel gefunden, so scheußlich find ichs eigentlich gar nicht (-;
http://www.youtube.com/watch?v=svKeP4mebeY
http://www.youtube.com/watch?v=n6ksAKhvUUE&feature=related
LG, Thuja
So, ich hab's gewagt:
nach Gesprächen mit dem Erbauer einer meiner beiden Gitarren, habe ich Ende letzter Woche meine Rechtshänder-Strat auf die Reise geschickt, um sie zur Linkhändergitarre umrüsten zu lassen. Da ich ein wirklich gutes Instrument habe und der Hersteller den Umbau sehr preisverträglich gestaltet, macht das für mich mehr Sinn, als mir eine günstige Linkshändergitarre zu kaufen. So kann ich dann in Ruhe ausprobieren wie ich klarkomme. Da ich inzwischen aber wider Erwarten sogar einige Fortschritte darin gemacht habe, eine Rechtshändergitarre einfach umzudrehen und "upside down" zu spielen, freue ich mich jetzt richtig auf den Umbau und kann es kaum erwarten bis die Gitarre wieder bei mir ist!
Viele Grüße
Kat
Micha.el
09.08.2010, 09:16
Hallo zusammen,
eigentlich wollte ich ja gar nicht mehr hier in diesem Forum schreiben. -----Ja, --weil mir das Schreiben eben so schwer fällt, sowohl mit dem PC als auch, etwas weniger mittlerweile, mit der linken Hand, --händisch, und ich es daher eben so gar nicht leiden mag, wenn das mühevoll Getippte (Mittelfinger der linken Hand ist durch einen Unfall seit ca. 30 Jahren zur Hälfte, linksseitig taub) einfach so verschwindet bzw. „verschoben wird“, ----nur weil es angeblich mehr oder minder administrationsseitig unpassend sei.
----Ist nach wie vor für mich schlichtweg „unbeliveable“..
Jetzt habe ich nun dennoch eine Frage:
Auch ich bin ein „kleiner“ Hobbymusikant, habe mal ein paar Jahre Klavier gelernt und klimpere heute noch, auch trotz meiner Minibehinderung, gerne am Klavier und auch auf der Gitarre. Beim Klavier ist auch die linksseitige Taubheit meines Mittelfingers kaum ein Problem, --schon eher bei der Gitarre, vor allem der E-Gitarre, wg. der dichter beieinander liegenden Saiten.
Ja, --und jetzt, wo ich soviel hier übers Umspannen gelesen habe, denke ich auch darüber nach meine E- und auch die Akustikgitarre um zu spannen.
----Nur, --jetzt kommt es ja darauf an, was man so mit dem jeweiligen Instrument anstellen möchte, ----meine ich.
Also bei Sololäufen auf der E-Gitarre dachte ich bis jetzt, daß da doch meine Linkshändigkeit Vorteile hätte. --Also, ich muß dazu sagen, daß ich im Gegensatz zum Piano nur wenige Stunden Gitarrenunterricht damals vor bald 40 Jahren bei einem Freund hatte, jedoch hatte ich damals wie heute sogar manchmal ein bißchen Probleme mit dem Plektrum in der rechten Hand. Anderseits erschien mir die Linke immer wieder viel wichtiger hierbei.
Also, kurzum, --verstehe ich die Umspannphilosophie nicht so recht. D.h., --die normale RH-Gitarre mit dem Hals links, hat doch auch für den LH mitunter Vorteile, gerade beim rein rythmischen Akkorde spielen bzw. Lagerfeuerschrammeln (wie oben so schön formuliert) oder den so schön jaulenden Rock’n Bluesläufen.
Anders ist die Sache doch wohl, wenn man klassische Musik spielen will und mit den RH-Fingern zupfen muß. Da habe ich mich auf der Akkustikgitarre doch damals sehr schwer getan und mich ca. 1970, als gescheitert betrachtet.
So denn die Expertenfrage: Sollten LH grundsätzlich besser umspannen oder ist dies doch eher mehr vom Musikstil abhängig?
Wäre schön, wenn mir jemand meine Frage beantworten könnte und ich hoffe, daß dieser Beitrag nicht wieder „allzu diskursiv-(out) -off-topic-mäßig“ ist.
LG Michael
lefthandgear
10.08.2010, 07:20
So denn die Expertenfrage: Sollten LH grundsätzlich besser umspannen oder ist dies doch eher mehr vom Musikstil abhängig?
Hallo Michael,
dieser ausschweifende Thread sollte die Antwort geben - die linke Anschlaghand ist entscheidend für den 'Ton' zuständig; viele (LH)-Spieler, die nicht umspannen scheitern irgendwann daran, dass ihr Rhytmus, Anschlag und Wohlbefinden in einer Sackgasse stecken, also es musikalisch 'nicht weiter geht'.
Gruß Jens
Micha.el
10.08.2010, 16:34
Hallo Jens,
Du triffst es auf den Punkt. --Sackgasse--genau so war das bei mir und meiner E- Gitarre damals. Irgendwann hat mir ein Freund mal eine gar nicht so üble Akkustikgitarre aus einer Entrümplungsaktion geschenkt, die werde ich dann mal umspannen.
Ich hab' schon beim schriftlichen Rechnen gemerkt, daß da auch einiges im Kopf passiert, wenn man es linkshändig tut. Jetzt bin ich mal ganz gespannt auf die Klampfe. Bei so einer normalen Akkustikgitarre braucht man ja nicht mal neue Nylonsaiten beim Umspannen.
Vielen Dank für den Rat.
Gruß Michael
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