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Vollständige Version anzeigen : UHL Farben und Kurzsichtigkeit


Libertin
28.12.2003, 15:58
Farben sind Schwingungen, die unsere Chakren anregen und in Resonanz versetzen. Die Farbe Hellblau des Forums ist schon stimmig: Hellblau befindet sich zwischen Indigo, Türkis und Weiß, also zwischen Kehlkopf und Stirnchakra, welche für Handeln (Händigkeit) und Denken stehen, Weiß bringt „Licht“ in die ganze Angelegenheit. In sofern hat der Forumbetreiber – ohne es zu Wissen - intuitiv die Sache bereits „lenkig/richtig“ gemacht…

Wenn wir unsere Umwelt genauer betrachten finden wir of derartige Zusammenhänge: z.B. Gelb-Schwarz steht oft für Gefahr (Wespen, Schlangen, usw.) Gelb steht für das Bauchchakra „Wollen“, Schwarz für Zerstörung, genauer „Absorption“; zusammengesetzt heißt das: „Wollen-Zerstören“. So weiß jeder, der eine Wespe oder eine Schlange sieht, das ihm Gefahr droht. Es gibt noch mehr solcher Beispiel. Die Farbgebung, auch in der Natur scheint also nicht „zufällig“ angeordnet. Wenn wir uns dessen bewusst sind, können wir mit Farben unsere Seele lenken...

So ist es sinnvoll sich nicht nur für eine Farbe zu öffnen, nicht alles durch eine „Brille“ zu betrachten, sondern sich für das gesamte Spektrum des Lichts zu öffnen.

Ich für meine Person werde versuchen, in Zukunft nicht alles durch die „blaue Brille“, die Farbe meines Verstandes zu betrachten...


Die Sonne geht im Osten auf und im Westen geht sie unter. Da das Qi der Sonne beim LH von rechts nach links strömt, muss der LH sich nach Norden hingelenkt stellen. Das Qi der Sonne strömt dann aufgenommen durch seinen rechten Arm hinein und durch seinen linken Arm wieder hinaus. Mittags steht die Sonne in seinem Rücken und bildet vor ihm einen Schatten. Der LH nimmt die Kraft der Sonne auf, um durch seine „Verschattung“ Bilder zu erzeugen, (lateinisch: Sinister = links = dunkel), diese Möglichkeit der „Verschattung“ schenkt „spirituell“ gesehen dem LH letztendlich die Gabe zu seiner künstlerischen Kreativität. In diesem Sinne ist der LH durchaus „heidnisch“, „satanisch“. (Vgl. hierzu Dr. Sattler „die Geschichte der Linkshändigkeit“) Wobei ich persönlich eine ganz, ganz andere Vorstellung von diesen Symbolen habe, als die „christliche“ Kirche uns vermittelt und deshalb, völlig offen und unbefangen, auch zu ganz, ganz anderen spirituellen Schlussfolgerungen kommen kann. Der Mensch ist kein „Gott“ und kann daher von sich heraus nicht selber „leuchten“, in dem er aber das Licht gezielt „verschattet“ kann er „schöpferisch“ Tätig werden; die Sonne schenkt ihm hierzu das Licht, ganz kostenlos, ganz ohne „Stromrechnung“...


Die Augenlinse ist durch den Ziliarmuskel und Sehnen aufgehängt. Der Ziliarmuskel ist ein Schließmuskel, wenn er entspannt ist, ist er geöffnet. Die Sehnen ziehen die Linsenkrümmung flach und das Auge ist auf Weitsicht gestellt. Gute Weitsicht ist also eine Frage der „Entspannung“, einer „Öffnung“. Leider haben wir es verlernt in doppelt Sinne des Wortes in die Weite (in die Zukunft) zu sehen. (Sonst würden wir anders mit unseren Ressourcen der Erde umgehen) Das Weiteste und „Entfernteste“ was die Menschen zu sehen pflegen, ist meist der Fernseher, der zudem noch zu Nahe steht. Wir gehen nur noch selten durch weite Wiesen und Felder um diesen Weitblick zu genießen, wir sitzen am Computer und sehen nur das, was in unserer unmittelbaren Nähe ist, dem Menschen nebenan meist schon nicht mehr...


Jedes Auge, das angestrengt schaut (z.B. beim Lernen in der Schule) wird automatisch kursichtig, das hängt mit dem Ziliarmuskel und der Anatomie des Auges zusammen! Da der UHL in der Schule sich mehr anstrengen muss als der echte LH oder RH, wird ein UHL wohl häufiger kurzsichtig werden....

Mirakulöserweise nimmt ja die Kurzsichtigkeit in der „zivilisierten“ Welt Population stetig zu, ohne das sich das Erbgut der Menschen im gleichen Zeitraum verändert hätte. Die Vorstellung Kurzsichtigkeit werde vererbt ist blanker Unsinn! Inzwischen denke ich immer mehr und mehr, dass Sehfehler eine psychosomatische Komponente haben. Auch der Alterssichtige, der meint er wisse ja schon alles, er habe eine gewisse „Weitsicht“ erlangt, er bräuchte daher die Dinge in seiner Nähe, sich nicht mehr so genau anzuschauen, widerspricht dem nicht, sondern bestätigt meine Vorstellung. Die Akkomodationsfähigkeit der Linse, ich merke es an mir selber, läst sich ebenso trainieren... Ob ich ganz ohne Brille leben kann? Ich bin neugierig...


Lieben Gruß
Euer Libertin

Rosalind
28.12.2003, 20:12
Für diese Zeilen bin ich dir sehr dankbar. Ich, ULH, bin auf dem linken Auge kurzsichtig (-0,5 - -1 Dioptrien, je nach Tagesform), auf dem rechten im entsprechenden Bereich weitsichtig. Ich vermutete schon lange, dass diese Fehlsichtigkeit mit der Umschulung zusammenhängt.

Was die Alterssichtigkeit angeht, bin ich noch zu keinem Ergebnis gekommen. ich denke, einen Teil werden wir akzeptieren müssen als zum Leben gehörig. Sicher gibt es immer irgendwelche Superleute, die auch mit 80 noch voll körperlich leistungsfähig sind, einschließlich des Erhalts ihrer optimalen Sehkraft. Inzwischen lasse ich mir von solchen Berichten nicht mehr den Spass am Leben verderben....Selbstüberforderung ist eh eins meiner typischen Umschulungsprobleme. Brillen sind zwar lästig, aber doch mitunter ganz nützlich und ich bin dankbar, dass ich in einer Raum-Zeitblase lebe, in der derartige Hilfen gut zu bekommen sind.

Noch zu den Farben: eine Zeitlang habe ich beim Solitärspielen immer wieder schwarze und rote Karten verwechselt - jetzt hat sich das gegeben. Ich denke, das hatte auch eine Menge mit der Rückschulung zu tun.


Soweit erstmal

Rosalind

Dr. Noll
06.01.2004, 12:00
Hallo Linertin,


wie macht das der "Ziliarmuskel", dass er bei Entspannung die Sicht in die Ferne begünstigt, und wie hängt das ggf. mit der Umschulung zusammen ?

Wieso sind Schwingungen Farben ? Ich habe gelernt, dass das mit der Frequenz der Schwingungen zusammenhängt, nicht mit Schwingungen alleine.


Ich persönlich halte diese übertriebenen Übertragungen der Umschulung angesichts der massiven bereits beschriebenen Folgen für nur noch verwirrend und der Sache wenig dienlich, und: als reine Spekualtion. Im Gegensatz zu den Sattlerschen Thesen, die durch Zigtausendfache Untersuchungen verifiziert sind.


Lieber Libertin, ich finde Ihr Engagement wirklich sehr schön, aber bitte machen Sie in Ihren Posts deutlich und klar, wo Sie spekulieren, und wo Sie harte (z. B. dissertationsfähige Daten wie Dr. Sattler) darstellen.


Lieben Gruß
Dr. Noll

Libertin
06.01.2004, 17:37
Sehr geehrter Herr Dr. Noll


Heute habe ich einen Sehtest gemacht: Oh Wunder, oh Wunder, die Sehschärfe meinen Augen hat sich deutlichst verbessert: Linkes Auge um 0,5 Dioptrien, rechtes Auge um 0,25 Dioptrien. Schauen wir Mal, wie es so weiter geht...

Zur Funktionsweise und Zusammenspiel von Ziliarmuskel und Augenlinse, Anspannung und Entspannung derselben und Akkommodation, verweise ich Sie auf die Fachliteratur der Anatomie oder der Augenheilkunde.

Bezüglich der Funktionsweise von Netzhaut, Sehbahn und Sehrinde im Gehirn, verweise ich ebenfalls auf die Forschungsergebnisse aus Neurobiologie und Neurophysiologie. Bezüglich des Einflusses von Sprache auf unser Denken und Fühlen verweise ich Sie ebenfalls auf die Forschungsergebnisse der Sprachforscher, der Psycho- und Soziolinguisten sowie ebenfalls der Neurobiologen, die derartige Zusammenhänge mittlerweile auch anhand von PET und SPECT untersuchen.


Ich zwinge niemandem dazu, seine Brille abzulegen oder meinen Ratschlägen zu folgen. Es steht jedem frei daraus die eigenen Schlüsse zu ziehen oder auch nicht. Ich berichte nur von meinen ganz persönlichen Erfahrungen...


Ihre Unterstellung ich würde Spekulationen zu Tatsachen verdrehen zeugt allerdings, dass Sie meine Beiträge nicht genau gelesen haben: Dort, wo ich mich im Bereich der Mythologien oder des Schamanismus bewege, habe ich dieses stets auch kenntlich gemacht, darauf hingewiesen, diese Dinge „symbolisch“ zu betrachten. Die harten Fakten – insbesondere die mirakulöse „Wunderheilung“ meiner Myopie bleiben aber dennoch...


Wie Sie wissen sind gerade in der Medizin Dinge, welche noch vor zehn oder zwanzig Jahren für „dissertationsfähige Fakten“ gehalten wurden, heute zum Teil grobe Kunstfehler angesehen. „Fakten“ sind daher nicht statisch sondern unterliegen ebenfalls dem Erkenntnisprozess. Diese „Fakten“ unveränderlich zu betrachten ist meines Erachtens ein Irrtum.

Gerade was Licht und Farbe anbelangt ist dieser Erkenntnisprozess nicht abgeschlossen, da nach der Heisenberg’schen Unschärferelation Licht und Farbe sowohl wellen- als auch korpuskuläre Eigenschaften aufweist, dieser „Lichtstaub“ allerdings bisher nicht auffindbar ist, so dass Licht und Farbe sich in ihren Verhalten durchaus paradox zeigen – ich verweise diesbezüglich auf die Forschungen der Quantenmechanik...

Wissenschaft ist nicht die Wirklichkeit, sondern ein Modell derselben, welches dieser lediglich nur mehr oder minder genügt. Verwechseln wir Modell und Wirklich, so verkommt Wissenschaft zum „Glaubensbekenntnis“, so können wir an „dissertationsfähige Fakten“ genauso stur und fest „glauben“, wie etwa an die Auferstehung oder an Geister und Dämonen...


Darüber hinaus wissen Sie genauso gut wie ich, das medizinische Forschung, „dissertationsfähige Fakten“ überwiegend Drittmittel finanziert sind, deshalb werden von den Auftraggebern sehr oft bestimmte Ergebnisse einfach „erwartet“ – sonst werden die Mittel gestrichen... Glauben Sie mir, ich kenne mich da aus: Da wird zum Teil geforscht bis sich die Balken biegen, um z.B. ein neues Medikament marktgerecht zu „platzieren“...


Es steht Ihnen frei, sich selber als „behindert“ einzuschätzen“... Ich selber für meinen Teil, betrachte mich bezüglich meiner UHL dagegen eher als „verletzt“, eine Verletzung, die durchaus – zum mindest zum Teil – reversibel ist...


Mir zu unterstellen, ich würde das Rechtsfahrgebot abschaffen wollen ist blanker Unsinn – zumal dieses eher auch LH-freundlich ist: Links Lenken, rechts Schalten...

Es geht mir auch nicht darum einen neuen LH-Manichäismus zu kreieren, sondern eher darum, kreativ, phantasievoll und humorvoll mit unserer Sprache umzugehen, da finde ich den Ausdruck „Linksanwältin“ Ihrer Kollegin durchaus gelungen...


In diesem Sinn
Libertin

Dr. Noll
06.01.2004, 19:14
>Zur Funktionsweise und Zusammenspiel von Ziliarmuskel und Augenlinse, Anspannung und Entspannung derselben und Akkommodation, verweise ich Sie auf die Fachliteratur der Anatomie oder der Augenheilkunde.


Ja, lieber Libertin, da machen Sie es sich reichlich einfach.

Ich weiß, wie das mit der Sehfunktion funktioniert, aber die Leser des Forums sollen doch auch begreifen können, wie S i e siese Funktion(en) einschätzen, denn nur dann sind Ihre "Veränderungen" logisch begreifbar.



>Bezüglich der Funktionsweise von Netzhaut, Sehbahn und Sehrinde im Gehirn, verweise ich ebenfalls auf die Forschungsergebnisse aus Neurobiologie und Neurophysiologie. Bezüglich des Einflusses von Sprache auf unser Denken und Fühlen verweise ich Sie ebenfalls auf die Forschungsergebnisse der Sprachforscher, der Psycho- und Soziolinguisten sowie ebenfalls der Neurobiologen, die derartige Zusammenhänge mittlerweile auch anhand von PET und SPECT untersuchen.


Nochmals: wo sind da I h r e Gedanken ? I h r e zusammenfassende Interpretation ?

Ich kann auch (wie übrigens in zahlreichen Dissertationen, auf die Sie ja gerade so abheben, zahlreiche (überflüssige) Quellen nachlesen; nur geht manchmal dabei der Originaltext verloren) zitieren ohne Ende, aber das macht es ja nicht richtiger; deshalb sollten Fakten als solche benant u n d diskutitert werden.




>>> Die harten Fakten – insbesondere die mirakulöse „Wunderheilung“ meiner Myopie bleiben aber dennoch...


Eine Myopie entsteht durch einen relativ zu großen Augapgel: eine anantomische Tatsache, die nicht "heilt". Lediglich durch Korrektur der vorgeschalteten Linse ist eine Myopie zu ändern.

An dem gelben Fleck (fovea centralis) tut sich nichts, da auf ihr nur vorhergehende durch Refraktion Gebrochenes Licht abgebildet wird.

Sie reden hier ohne Sachkenntnis.


>Wie Sie wissen sind gerade in der Medizin Dinge, welche noch vor zehn oder zwanzig Jahren für „dissertationsfähige Fakten“ gehalten wurden, heute zum Teil grobe Kunstfehler angesehen. „Fakten“ sind daher nicht statisch sondern unterliegen ebenfalls dem Erkenntnisprozess. Diese „Fakten“ unveränderlich zu betrachten ist meines Erachtens ein Irrtum.


Völlig richtig !!

Aber es gibt auch Fakten, die sich zeitlebens nicht mehr ändern werden, z.B. die Lichtgeschwindigkeit, die Nulltemperatur in Kelvin oder ein zu großer Augapfel.




>Gerade was Licht und Farbe anbelangt ist dieser Erkenntnisprozess nicht abgeschlossen, da nach der Heisenberg’schen Unschärferelation Licht und Farbe sowohl wellen- als auch korpuskuläre Eigenschaften aufweist, dieser „Lichtstaub“ allerdings bisher nicht auffindbar ist, so dass Licht und Farbe sich in ihren Verhalten durchaus paradox zeigen – ich verweise diesbezüglich auf die Forschungen der Quantenmechanik...


Völliger Quatsch !!

Die Heisenbergsche Unschärferelation hat nichts mit Licht und Farbe zu tun, sondern sie besagt, dass entweder ein wie auch immer geareter Impuls oder aber die Zeit, wann dies passierte, gemessen werden kann, aber niemals b e i d e s gleichzeitig (hat was mit der Größe der Atome zu tun).

Aber wenn Sie solche Brocken in die Suppe werfen, mag es schon sein, dass 95% aller User abschalten, da sie glauben, nicht mehr "mit zu kommen".

Sie allerdings blenden !

Dass Licht sowohl Wellennatur als auch korpuskuläre Eigenschaften hat, nennt man den Dualismus des Lichtes, und nur in der Kombination lassen sich die Phänomene des Lichtes erklären.

Also verweisen Sie, lieber Libertin, mal nicht auf "Forschungen der Quantenmechanik", sondern lernen Sie dieselben erst einmal selber.


>Darüber hinaus wissen Sie genauso gut wie ich, das medizinische Forschung, „dissertationsfähige Fakten“ überwiegend Drittmittel finanziert sind, deshalb werden von den Auftraggebern sehr oft bestimmte Ergebnisse einfach „erwartet“ – sonst werden die Mittel gestrichen... Glauben Sie mir, ich kenne mich da aus: Da wird zum Teil geforscht bis sich die Balken biegen, um z.B. ein neues Medikament marktgerecht zu „platzieren“...


Glauben Sie mir: ich kenne mich da auch aus.

Meine Dissertation beispielsweise war völlig industrieunabhängig...

Sicher finde ich es auch zum Kotzen, wie viel inzwischen das Geld der Pharmaindustrie in wissenschaftliche Forschung hineindringt, aber Ihre pauschalen Vorwürfe sind keineswegs besser.


>Es steht Ihnen frei, sich selber als „behindert“ einzuschätzen“... Ich selber für meinen Teil, betrachte mich bezüglich meiner UHL dagegen eher als „verletzt“, eine Verletzung, die durchaus – zum mindest zum Teil – reversibel ist...


Freut mich, dass Sie so denken - positiv denken.

Aber Sie geben ja selber zu "zu mindest zum Teil - reversibel...", d.h. mit anderen Worten, eine Restbehinderung bleibt.

Wo ist die Schande, zugeben zu können, in einem Teil seiner Persönlichkeit behindert worden zu sein ???

Leugnen wirft uns umgeschulte LH um Jahre zurück.


Auch lieben Gruß
Dr. Noll

Birgit
06.01.2004, 19:47
Sehr geehrter Herr Dr. Noll,


ich möchte Sie ja nicht in Ihrer Rage stören. Nur: Wie kommen Sie da drauf?


>Aber wenn Sie solche Brocken in die Suppe werfen, mag es schon sein, dass 95% aller User abschalten, da sie glauben, nicht mehr "mit zu kommen".<


Wir haben hier im Forum eine ganze Reihe interessierter und intelligenter Leser. Unterschätzen Sie uns doch bitte nicht derart.


>Sie allerdings blenden !<


Nanana. Ntntntnt. Wenn ich recht erinnere, wollten wir uns hier nicht mehr so gegenseitig auf die Zehen steigen.


>Also verweisen Sie, lieber Libertin, mal nicht auf "Forschungen der Quantenmechanik", sondern lernen Sie dieselben erst einmal selber.<


Hoppala. Also für so einen Satz hätten Sie mir garantiert geraten, mir ein anderes Forum zu suchen, wenn's mir hier nicht paßt.


Mit freundlichen Grüßen

B. S

Dr. Noll
08.01.2004, 23:31
Hallo Birgit, hallo Libertin.

Ich möchte hier keinem auf die Zehen treten, siehe Erläuterungen im Text, aber etwas klarstellen.

Es ist ja auffallend, dass weder Birgit noch Libertin i n h a l t l i c h auf meinen Beitrag eingegangen sind - wie auch, da das, was ich antwortete, eben einfach so ist, wie ich es beschrieben habe.

Ich habe in meinem Leben auch zahlreiche Macken durch meine Umschulung mitbekommen; eine davon ist, unehrliches "Blenden", "Prahlen" mit Schlagworten, die apodiktisch formuliert sind, die mich schon immer gestört haben, weils es unaufrichtig und in m e i n e n Augen u n g e r e c h t ist, auch beim Namen zu benennen.

Sicher gibt es hier zahlreiche intelligente User, aber in einem solchen speziellen Fachgebiet (Quantenmechanik) eines speziellen Faches (Physik) kann sich nun mal nicht jeder auskennen.

Ich kann es, da ich vor meinem Medizinstudium ein Mathematik- und Physikstudium begonnen hatte.

Dass ich hier Bescheid weiß, ist aber eher - zufällig !

Wir haben hier Musiker und was weiß ich was, die in ihren speziellen Wissen sehr viel mehr als die von mir genannten 95% haben, wie eben ich in Medizin oder Physik.

Aber darum geht es doch gar nicht.

Es ist mir an Libertin eben eine typische Umschulungsfolge, eine Unterart des Demostheneseffektes, aufgefallen, überall mitreden zu wollen, der Beste zu sein, auch wenns sich öfters nur um angelernte Schlagworte handelte - es widersprach ja (außer mir) eh keiner.

Und ich denke, dass Libertin schon wissen sollte, wie ich darüber denke.

Ich nehme ihm nichts übel, da ich solche Wesenszüge auch, häufig genug, bei mir feststellen konnte.

Aber irgendwann im Verlauf der Aufarbeitung meiner Umschulung habe ich begriffen, dass ich gar nicht "angeben" musste, da es bei mir auch Charakterzüge gab (und gibt), die ausreichen, mich liebenswert zu machen - und die hat Libertin sicher auch. Er braucht sich also gar nicht mit einem überdimensionalem Wissen schmücken.

Wenn er all das beherrschte, was er in der kurzen Zeit seines Wirkens hier im Forum vorgab, t a t s ä c h l i c h beherrschte, dann wäre er meiner Meinung nach bei Leonardo da Vinci einzustufen.

Aber er hat das nicht wirklich nötig.


D a s ist der Hintergrund meiner Posts betreffs Libertin.


>Wir haben hier im Forum eine ganze Reihe interessierter und intelligenter Leser. Unterschätzen Sie uns doch bitte nicht derart.


Wie oben beschrieben: ja, aber auch nein, denn nicht jeder kann alles wissen.


Ich hoffe, sowohl Libertin als auch Birgit verstehen, was ich sagen will, alle anderen User natürlich auch.

Es war ein mühseliger und oftmals schmerzender Prozess für mich zu erkennen, dass alle Intelligenz und, meinerseits, Überheblichkeit, die ich als Untervariante meines Demosthenes-Effektes betrachte, mit letztendlich nur geschadet haben.

Dennoch möchte ich, gerade hier in einem Linkshänderforum, mich nicht vor lauter Höflichkeit vor einer "Unwahrheit" verstecken müssen, sondern ich möchte gerade hier m e i n e Meinung sagen dürfen, ohne Ressentiments zu ernten.


Dr. Noll

MatthiasW
09.01.2004, 08:31
Hallo zusammen,


Ich würde gerne mitreden, habe aber weder Medizien studiert, noch kenne ich mich gut genug in der Optik (Augenheilkunde) aus und bin, obwohl wir in meiner familie alle eine Brille tragen, auf die gute Beratung unseres Augenarztes angewiesen (Ich habe ein sehr schlechtes Fremdwörtergedächnis und muss alles bildlich aufnehmen auch sagen mir die Zahlen auf einem Brillenpass wenig und würde immer an einen Fachmann (nach Möglichkeit mit LH-Erfahrung) verweisen).


Ich bin froh, das Sie Dr. Noll hier den medizienischen Bereich aus der Sicht eines Linkshänder-Beraters und Betroffenen abdecken. Mir liegen halt die technische Bereiche mit den Linkshänder in Berührung kommen mehr.


Vieles ist noch unbekannt und wir stehen ständig neuem gegenüber, um dieses aber zu bewerten, bedarf es Grundlagenwissen (Fachleute) und einen offenen Austausch.


Aus diesem Grund finde ich gerade ein/en persönlichen Erfahrungsaustausch/Kennenlernen sehr wichtig und freue mich auf das Linkshänderforumtreffen zu dem die Stammposter und die Administratoren eingeladen sind in Münster.


Liebe Grüße
Matthias

Birgit
09.01.2004, 22:54
Guten abend Herr Dr. Noll.

Ich kann nur eins abschließend sagen:


Ich erlebe die Beiträge von Libertin als eine erfreuliche Bereicherung an Wissen, Experimentierfreude, Humor und Freiheit für sich und andere. Ich schätze seine Bereitschaft, uns seine Erfahrungen während seiner Rückschulung einfach zu schildern, uns die Möglichkeit zu geben, das eine oder andere selbst auszuprobieren und zu erfahren, ob und wie es bei uns wirkt. Er schenkt uns das alles vorbehaltlos und ohne Erwartung einer Gegenleistung. Er hat einfach viel zu geben. Jeder und jede kann für sich Gewinn daraus ziehen, oder es lassen. Ich weiß selbst nicht so viel wie er und kann dazu lernen. Und was mir besonders wichtig ist: Ich gewinne durch Libertins Beiträge weitere Lebensfreude. Was könnte es schöneres geben, als wenn wir auf Menschen treffen dürfen, die unsere Lebensfreude mehren?


Ist es nicht letztendlich auch das, was Frau Dr. Sattler ursprünglich wollte und noch immer will? Daß wir Linkshänder uns alle so entwickeln können, wie die Schöpfung uns ursprünglich gemeint hat und wie es unserem Wesen entspricht. Damit wir Lebensfreude haben, unser Leben in Freude leben.


Gruß
Birgit

Barbara Elisabeth
10.01.2004, 06:43
Hallo Libertin,


seit ein paar Tagen bist du nicht mehr (wie sonst) derjenige, der Diskussionen anregt, sondern du bist selbst zum Gegenstand der Diskussion geworden.


Mir widerstrebt es, über dich zu schreiben. Ich spreche dich lieber persönlich an und schließe mich zunächst einmal voll und ganz Birgits Beitrag an. Seitdem du beschrieben hast, wie es dir mit dem Sehen ergeht, beobachte ich mich diesbezüglich sehr genau, nehme jetzt auch öfters meine Brille ab (ein Wohlgefühl!) und werde mir das Buch von Dr. Bates besorgen. (Noch habe ich es nicht gefunden; ist es nicht mehr lieferbar? Bei amazon ist es z.B. nicht verzeichnet.)


Vor ein paar Jahren habe ich selbst schon einmal festgestellt, dass ich die Brille eigentlich gar nicht immer „brauche“. Freilich brauche ich sie im Beruf (am Schreibtisch, am Computer) und zum Autofahren. Auch in der Hektik einer Großstadt fühle ich mich sicherer mit Brille. Aber in der Natur oder zu Hause geht es – und zwar entspannter – ohne.


Ich denke, dass heutzutage so viele Menschen Brillenträger sind, ist auch eine Folge davon, dass versucht wird, den Menschen der technologisierten Umwelt anzupassen (anstatt umgekehrt). Gerade die Schulmedizin hat da sehr ihre Hände mit ihm Spiel. Die Evolution hat ihre Geschöpfe gewiss nicht mit unzureichenden Sinnen ausgestattet.


Doch ich wollte auf etwas anderes eingehen, nämlich auf die Debatte „über“ dich. Ich fühlte mich beim Lesen der jüngsten Beiträge nämlich sehr lebhaft an meinen Vater erinnert. Vor kurzem tauchte hier im Forum ein „böser Schwager“ auf. So ein Typ war auch mein Vater, ein umerzogener Linkshänder. Er war Akademiker und redete überall und über alles mit – so lange, bis alle anderen schwiegen.


Ihm hätte es auch ähnlich gesehen, im Rahmen eines Meinungsaustauschs – fern von jeglichen akademischen Zusammenhängen – „dissertationsfähige Fakten“ einzufordern. Damit kann man Gesprächspartner schnell einschüchtern und dann halten sie den Mund und übersehen, dass sie doch gar nicht promovieren wollten. Und also blieb das, was er sagte, oft allein im Raume stehen. Daraus schloss er, dass er Recht hat. Die Wahrheit aber ist: die anderen wollten mit ihm nichts mehr zu tun haben und insbesondere die fruchtlosen Debatten mit ihm nicht endlos (und für sie ergebnislos) fortführen.


Mein Vater war herrisch, intolerant und unnachsichtig. Er konnte keinen „Fehler“ durchgehen lassen. Und wenn er denn einen „Fehler“ ausgemacht hatte, dann prangerte er ihn auch lauthals an – möglichst vor großem Publikum. Dann stand der Angegriffene nämlich da und war blamiert als Großmaul oder als Stümper, bestenfalls als Halbwisser. (Derartige Etiketten hat mein Vater großzügig und ungeniert verliehen.)


Warum er das nötig hatte? Vermutlich zur eigenen Selbsterhöhung; ich wüsste keinen anderen Grund.


Eines Tages waren wir alle auf einer Tanzveranstaltung im örtlichen Gemeinschaftshaus. Wir Mädchen waren mitten in der Pubertät. Ein Junge aus der Nachbarschaft stand auf der Bühne – im Hippiekostüm! langhaarig! - und grölte hingebungsvoll ins Mikrophon. Es war in den späten 60ern und jeder Junge wollte gern ein Beatle sein. Und dieser nun hatte es geschafft, sich die Bühne zu erobern! Er wagte es doch tatsächlich, sich wie ein Beatle darzustellen! Wir Mädchen fielen fast in Ohnmacht vor lauter Bewunderung!


Mein Vater aber stand mit zornrotem Gesicht im Saal (ich sehe ihn noch heute vor mir) und brüllte: „Holt den Dilettanten von der Bühne!“


Die Musik war viel zu laut und niemand hörte meinen Vater – ganz zu schweigen davon, dass seiner Aufforderung Folge geleistet wurde. Niemand holte den „Dilettanten“ von der Bühne, denn die Jugend war begeistert!


Wir mussten dann bald nach Hause. Unser Vater wusste sehr wohl dafür zu sorgen, dass „so etwas“ bei uns nicht vorkam (allerdings nur noch für sehr begrenzte Zeit). Wir durften nie wieder eine Tanzveranstaltung im Gemeinschaftshaus besuchen und der Kontakt zur übrigen Jugend wurde strengstens unterbunden; - vielleicht, damit nicht auch seine Töchter auf den Einfall kämen, sich mit Größen gleichzusetzen, die sie (seiner Meinung nach) niemals erreichen konnten.


Was du, lieber Libertin, uns mitteilst, ist immer anregend und interessant – „dissertationsfähig“ freilich frühestens in hundert Jahren. Aber das kennen wir ja längst: unsere Linkshänder-Problematik ist noch weitestgehend unerforscht. Folglich können sich auch „fachliche Ausführungen“ kaum auf ein wissenschaftliches Fundament stützen, denn dieses ist noch nicht gelegt. Die ersten Schrittchen sind getan – in Kinderschuhen, kleinste Größe.


In diesem Stadium ist es nur richtig, mögliche Schlussfolgerungen breit zu streuen und über heutige Horizonte auch einmal hinauszuschauen. Ob die Ansätze alle richtig sind, kann sich erst später erweisen. Damit ist man keineswegs bei da Vinci angesiedelt. Freilich hast du das nicht nötig, aber das muss dir keiner sagen. Ich habe von dir durchaus den Eindruck, dass du selbst erkennst, was du nötig hast und was nicht.


Lass dir bitte nicht den Mund verbieten und bereichere uns weiterhin mit deinen Beiträgen. Ich wünsche mir auch weiterhin einen offenen und toleranten Austausch mit dir und allen anderen.


Liebe Grüße, Barbara

Libertin
11.01.2004, 17:13
Hallo zusammen,

vielen Dank für den Zuspruch und die Komplimente.

In letzter Zeit fühle ich mich durch die Rückumschulung allein schon "körperlich" manchmal oft am Anschlag... Hinzu kommt noch Alltag und Beruf...

Natürlich habe ich nicht Quantenmechanik studiert und verfüge nur über das Wissen eines interessierten Laien. Soweit ich es verstanden habe, ist die Unschärferelation letztendlich der Versuch einer mathematischen Beschreibung dieser Dualismus des Lichtes. Was Licht und Materie ist und ob die (letztendlich ja vom Menschen beschriebenen) Naturgesetze an jedem Punkt im Universum überhaupt auch tatsächlich die gleiche Gültigkeit haben (Stichwort Singularitäten), wissen (zumindest nach meinem laienhaften Verständnis) die Physiker selber noch nicht genau...Manche Phänomene des Lichtes werden zudem ganz neu entdeckt.

Am Freitag habe ich auf Phoenix einen interessanten Beitrag gesehen (die Wassermeister), wo hart gesottene Naturwissenschaftler mit nunmehr inzwischen viel, viel feiner gewordenen Messmethoden und Messapparaturen anfangen die „spirituellen“ Eigenschaften des Wassers zu erforschen und sehr beeindruckt waren von der „Energetisierung“ des Wassers. Viele Dinge wissen wir einfach noch nicht. Letztendlich gibt es in den Naturwissenschaften ohnehin keine "Fakten" sondern nur "Wahrscheinlichkeiten". Der Mensch neigt jedoch dazu, diese "Wahrscheinlichkeiten", also die bisherigen Ergebnisse mit "Fakten" gleichzusetzen. Dahinter steht ein empirisch-positivistisches Wissenschaftskonzept, an welches man/frau "glauben" kann oder auch nicht. Ich persönlich habe ein anderes Wissenschaftsmodel, welches mehr von der "Frankfurter Schule" und der "kritischen Theorie" geprägt ist, wobei auch hier ich nur interessierter Laie bin.

Das traditionelle Wissenschaftsverständnis ist letztendlich ein Herrschaftsverhältnis, es geht darum die Natur in Gesetze zu ordnen (zu zwingen?), die Natur zu beherrschen, ihr die Geheimnisse ihr zu entreißen, um die Natur berechenbarer, bezwingbarer zu machen, die Natur zu entzaubern...

Zum Glück ist das Universum unendlich Groß – also wirklich UNENDLICH – und diese Unendlichkeit bewirkt letztendlich auch, dass es in diesem wunderschönen, kunterbunten Universum anscheinend nichts gibt, was es nicht gibt...

Interessant sind ja nicht die Dinge, die wir bereits erklären können, sondern das, was wir eben noch nicht erklären können, insbesondere dann, wenn es den bisherigen „Fakten“ (scheinbar) widerspricht.

Ich zwinge niemanden mein Wissenschaftsverständnis auf, stelle es nur zur Diskussion. Ich mag es aber nicht, wenn umgekehrt mir ein anderer mir sein Wissenschaftsverständnis unbedingt aufzwingen will und mich dann auch noch beleidigt und mich beispielsweise als „Blender“ oder ähnliches tituliert, nur weil ich eine andere Sichtweise der Dinge habe. Ich habe genügend studiert ausprobiert und gelesen und muss mich hier nicht legitimieren. Ein Vorteil durch die Rückumschulung, im wahrsten Sinne des Wortes: Ich muss es hier niemanden mehr „Recht“ machen und mache die schwierigsten Dinge in Zukunft ganz einfach mit „Links“...

Während meines Studiums hatte der Professor im Seminar mir sogar eine Promotion angeboten, aufgrund meiner UHL und meiner zusätzlich bestehenden psychischen Probleme war ich allerdings derart „ausgelastet“, dass ich mir das schlechterdings einfach nicht vorstellen konnte. Im Nachhinein erscheint es mir oft wie ein „Wunder“, dass ich trotz all meiner Verletzungen mein Studium dennoch erfolgreich geschafft habe...

Ich bin deshalb nicht auf Herrn Dr. Nolls Beiträge eingegangen, weil ich das Gefühl habe, dass mir ein Diskussionsstil aufgenötigt wird, der eigentlich nicht der meine ist. Am Ende geht es nicht mehr darum WAS ist lenkig und WAS ist falsch, sondern in erster Linie darum WER hat Links und WER hat Unlinks, WER ist der bessere Experte, WER der erfolgreichere Blender, usw. usf.

Ich halte es auch nicht für sinnvoll, wenn wir unsere Ressourcen, die wir dringend für die Rückumschulung benötigen, dafür verwenden, uns gegenseitig gegen die Schienenbeine zu treten, anstatt eher unser Augenmerk dahin zu lenken, worin eigentlich unsere Gemeinsamkeiten bestehen, was uns eher verbindet und nicht was uns trennt.

Noch vor wenigen Jahren war ich selber ein absoluter Skeptiker, ein geradezu borniert naturwissenschaftlich denkender Mensch. Hätte vor zehn Jahren mir jemand gesagt, ich sei LH, hätte ich geantwortet: „Du spinnst, ich mach doch immer alles mit rechts!“

Ich trage seit ca. 20 Jahren eine Brille, hätte vor zehn Jahren mir jemand ebenso gesagt, dass es auch ohne Brille gehen könnte, hätte ich selber denjenigen auch für einen Phantasten und Blender gehalten.

Ich rede nur von meinen ganz persönlichen Erfahrungen, diese können für einen anderen Menschen lenkig oder auch falsch sein; das muss jede/r für sich selber entscheiden.

Ich werde mich hüten, ohne jeden Sehtest und ohne genaue Kenntnis der Ursache, als „Laie“ quasi per “Ferndiagnose“ irgenwenn irgendwelche augenärztliche Empfehlungen zu geben. Das muss jede/r eigenverantwortlich für sich selbst entscheiden. Ich bemerke nur an mir selber, wie durch die Rückumschulung, im doppelten Sinne des Wortes, ich die Dinge jetzt viel „klarer“ sehe und meine Brille mich immer mehr und mehr stört, so dass ich zumindest für meine Person einen psychosomatischen Zusammenhang zwischen meiner Myopie und meiner UHL zu erkennen meine...

Ob ich es schaffe, ganz auf die Brille zu verzichten weiß ich jetzt noch nicht. Durch Sehtraining hat sich bei mir persönlich meine Dioptrienzahl jedoch auch objektivierbar und durch harte „Fakten“ belegbar verringert und meine Sehkraft hat sich bessert. Also mache ich weiter, die Sehschule würde meinen Augen zumindest auch nicht schaden. Schlimmstenfalls muss ich die Brille halt eben wieder aufsetzen – na und???

(In den Suchmaschinen besser unter „Sehtraining“ schauen, das Buch von Dr. Bates)

Was „dissertationsfähige Fakten“ anbelangt hätte ich sicherlich viele, viele Ideen für Forschungsprojekte, deren Ergebnisse so manche Dinge vielleicht komplett auf den Kopf stellen würden. Aber wer soll das bezahlen, wenn diese Ergebnisse dazu führen könnten, dass am Ende weniger Brillen und weniger Tabletten verkauft werden würden???


Interessant ist ja die Figur des Brillenschlumpfes, der in seinen Charaktereigenschaften ja ein wenig den UHL karikiert: „Ja aber, der Große Schlumpf hat doch geschlumpft, dass wir das immer so und nicht anders schlumpfen sollen...“


Der Rheinländer sagt: „Dat haan mehr schon immer so jemacht, et het noch immer jot jejangen! Wat Anneres kenne mer net, haan mer ne un wolle mer a net !“


Lieben Gruß
Libertin

Lotteflue
11.01.2004, 18:38
>Ich bin deshalb nicht auf Herrn Dr. Nolls Beiträge eingegangen, weil ich das Gefühl habe, dass mir ein Diskussionsstil aufgenötigt wird, der eigentlich nicht der meine ist.


Aber ich möchte jetzt trotzdem "eine Lanze" für Herrn Noll "brechen", nämlich für die Art und Weise, wie er geschrieben hat.

Nicht unbedingt was, aber wie!


Diese Art und Weise ist anders gewesen als andere Postings von ihm


Zu seinen Sätzen möchte ich nur kurz sagen, dass ich nicht das Gefühl habe, das Libertin blendet oder gar blenden muss. Allenfalls leuchten seine Postings so, dass andere Postings verblassen; für manche User - Achtung, das ist keine Wertung!!! Nicht das sich jemand auf die Füsse getreten sieht!



>Ich halte es auch nicht für sinnvoll, wenn wir unsere Ressourcen, die wir dringend für die Rückumschulung benötigen, dafür verwenden, uns gegenseitig gegen die Schienenbeine zu treten, anstatt eher unser Augenmerk dahin zu lenken, worin eigentlich unsere Gemeinsamkeiten bestehen, was uns eher verbindet und nicht was uns trennt.


Manchmal kommt es eben noch vor


>Noch vor wenigen Jahren war ich selber ein absoluter Skeptiker, ein geradezu borniert naturwissenschaftlich denkender Mensch. Hätte vor zehn Jahren mir jemand gesagt, ich sei LH, hätte ich geantwortet: „Du spinnst, ich mach doch immer alles mit rechts!“


Wie man sich verändern kann, nich ?


Eine Frage zu den Brillen stellt sich mir, warum verschlechtern sich die Dioptrienzahlen bei Leuten mit Brillen so sehr?


>Was „dissertationsfähige Fakten“ anbelangt hätte ich sicherlich viele, viele Ideen für Forschungsprojekte, deren Ergebnisse so manche Dinge vielleicht komplett auf den Kopf stellen würden. Aber wer soll das bezahlen, wenn diese Ergebnisse dazu führen könnten, dass am Ende weniger Brillen und weniger Tabletten verkauft werden würden???


Das bringt ja nur Einbußen und wer mag die bezahlen?


>Interessant ist ja die Figur des Brillenschlumpfes, der in seinen Charaktereigenschaften ja ein wenig den UHL karikiert: „Ja aber, der Große Schlumpf hat doch geschlumpft, dass wir das immer so und nicht anders schlumpfen sollen...“

>Der Rheinländer sagt: „Dat haan mehr schon immer so jemacht, et het noch immer jot jejangen! Wat Anneres kenne mer net, haan mer ne un wolle mer a net !“


Wie der Bauer das nicht isst, was er nicht kennt.


Grüsse
Lotteflue

Birgit
11.01.2004, 21:02
Hallo Libertin,

gut, daß du da bist. Gut, daß du geblieben bist.


> Zum Glück ist das Universum unendlich Groß - also wirklich UNENDLICH - und diese Unendlichkeit bewirkt letztendlich auch, dass es in diesem wunderschönen, kunterbunten Universum anscheinend nichts gibt, was es nicht gibt...<


Ja. Und du bist einer von den Leuten hier, die uns mit interessanten Teilen dieser kunterbunten Vielfalt beschenken.


>.... Interessant sind ja nicht die Dinge, die wir bereits erklären können, sondern das, was wir eben noch nicht erklären können, insbesondere dann, wenn es den bisherigen "Fakten" (scheinbar) widerspricht.<


Stimmt. Hätte Frau Dr. Sattler nicht den Mut gehabt, ein machtorientiertes und machterhaltendes Wissenschaftsverständnis und scheinbare Fakten, die durchaus auch für Dissertationen hergehalten haben werden, zu brechen, würden wir noch heute alle miteinander als Pseudorechtshänder und umgeschulte Linkshänder unser Leben fristen und nicht wissen, warum wir uns u. a. chronisch ungewollt und nicht für dieses Leben geschaffen fühlen.


> Ein Vorteil durch die Rückumschulung, im wahrsten Sinne des Wortes: Ich muss

es hier niemanden mehr "Recht" machen und mache die schwierigsten Dinge in Zukunft ganz einfach mit "Links"...<


Genau das ist es.


> Im Nachhinein erscheint es mir oft wie ein "Wunder", dass ich trotz all meiner Verletzungen mein Studium dennoch erfolgreich geschafft habe...<


Dann sollte das so sein. Ich glaube an ein gutes Schicksal, das uns an den Ort bringt, für den wir gedacht sind. Die Probleme, die sich uns dabei in den Weg stellen, sind in der Regel aus der Unzulänglichkeit der Menschen geboren. Sie sind aber die Möglichkeiten, die uns zu dem heranreifen lassen, was in uns steckt. So, wie man aus einem Stein eine Skulptur herausarbeitet. Das ist anstrengend, nimmt vom Stein etwas weg, zeigt aber am Ende, welche Größe in dem Stein liegt, um unser Leben dann zu bereichern. Das Bild hinkt sicher an der einen und anderen Stelle. Mein Glaube ist auch nicht wissenschaftlich zu Beweisen, aber beides hilft mir ungemein. Zugegebenermaßen nur, wenn es mir nicht allzu miserabel geht.(-:


> Forschungsprojekte, deren Ergebnisse ....am Ende weniger Brillen und weniger Tabletten verkauft werden würden???<


Diese Möglichkeit dürfte vielen entsetzliche Angst machen.


Ein Grund mehr, warum man sich manchmal unabhängig von wissenschaftlichen "Beweisen" in eigener Verantwortung auf den Weg machen und einfach mal was "unbewiesenes" ausprobieren sollte. Hätte ich auf dissertationsfähige Aussagen zur Rückschulung gewartet, würde ich heute noch ein Leben führen, das ich rückblickend als - höchst dezent ausgedrückt - außerordentlich bescheiden empfinde. Ich wollte nach wie vor keine Sekunde mehr zurück. In meinem Leben gibt es einige weitere "Stellen", an denen es rückblickend ein Segen für mich war, mich alleine und völlig eigenverantwortlich auf den Weg gemacht zu haben.


> Brillenschlumpfes, der in seinen Charaktereigenschaften ja ein wenig den UHL karikiert: "Ja aber, der Große Schlumpf hat doch geschlumpft, dass wir das immer so und nicht anders schlumpfen sollen..."<


Was habe ich sie als Kind gerne gelesen. Damals noch ohne Brille. (-: Gibt's die Schlümpfe eigentlich heute noch?


Gruß
Birgit

Tilman
11.01.2004, 22:25
Libertin schrieb, frei Anknuepfend an eine Reihe negativer und positiver Bemerkungen all-um unter anderem:


"Letztendlich gibt es in den Naturwissenschaften ohnehin keine "Fakten" sondern nur "Wahrscheinlichkeiten". Der Mensch neigt jedoch dazu, diese "Wahrscheinlichkeiten", also die bisherigen Ergebnisse mit "Fakten" gleichzusetzen. Dahinter steht ein empirisch-positivistisches Wissenschaftskonzept, an welches man/frau "glauben" kann oder auch nicht. Ich persönlich habe ein anderes Wissenschaftsmodel, welches mehr von der "Frankfurter Schule" und der "kritischen Theorie" geprägt ist, wobei auch hier ich nur interessierter Laie bin."


Leider gilt offenbar nach wie vor [auch in den Humanwissenschaften], dass ein gruendliches, verinnerlichtes Verstaendnis wissenschaftstheoretischer Modelle nur den wenigen wirklichen Spitzenkraeften oder aber den intelligenten, interessierten Laien vorbehalten ist. Das Mittelfeld steht voll mit frustrierten Wiederkaeuern.

Mir ist ausserdem aufgefallen, das es in dieser Runde manches Mal sogar bei Grundtechniken wie der Statistikauswertung und der Faktenrepraesentation hapert. Differenzierte Statistikbeurteilung, das Hinterfragen von Befragungs- und Untersuchungsmodellen, sympathisierende Gegenforschung etc. bei der Linkshaenderforschung aber genauso unabdinglich, wie sie bis jetzt noch auszustehen scheinen.

Ich stelle zuletzt fest, dass man mit Leuten, die bereits Probleme haben, andere Texte genau zu lesen oder sich konzentriert mit dem Gedankengut Anderer auseinanderzusetzen [bevor sie [ueber]reagieren], schlecht diskutieren kann.




>Das traditionelle Wissenschaftsverständnis ist letztendlich ein Herrschaftsverhältnis, es geht darum die Natur in Gesetze zu ordnen (zu zwingen?), die Natur zu beherrschen, ihr die Geheimnisse ihr zu entreißen, um die Natur berechenbarer, bezwingbarer zu machen, die Natur zu entzaubern...<


Moment, sorry: das traditionelle Wissenschaftsverstaendnis ist geschichtlich zwar aus einer solchen 'Macht'idee entstanden, aber nicht ursaechlich damit verbunden [also die Formulierung "ist letztendlich" ist nicht korrekt, soll sein "ist entstanden aus" oder so]. Dieses Verstaendnis ist aber schlicht und einfach unzulaenglich, was in gewissen Disziplinen nicht neu ist.




>Interessant sind ja nicht die Dinge, die wir bereits erklären können, sondern das, was wir eben noch nicht erklären können, insbesondere dann, wenn es den bisherigen „Fakten“ (scheinbar) widerspricht.<


Wohl wahr. Aber etwas Respekt vor denen, die sich mit Muehe ihren Status als Wissenschaftler erarbeitet haben. Was sollen diese armen Leute denn sagen, wenn da ein informierter Laie ankommt und gar keine Angst hat vor der Unendlichkeit des Universums? Oh oh. Da drohen sie gleich mit Demosthenes.




Tilman

Birgit
13.01.2004, 19:41
>...das Buch von Dr. Bates <


Heißt im Originaltitel "Rechtes Sehen ohne Brille" und ist auch in Antiquariaten von buecher.de zu finden. Stammt, wie ich gerade entdeckte, aus dem Jahr 1931, ist also definitiv unesoterisch.


>Der Rheinländer sagt: „Dat haan mehr schon immer so jemacht, et het noch immer jot jejangen! Wat Anneres kenne mer net, haan mer ne un wolle mer a net !“


Anno 1931 - eben. (-:


Gruß

Birgit

Libertin IRS
13.01.2004, 22:46
Hallo lieber Tilman,


stimmt, die Formulierung „ist entstanden aus einem Herrschaftsverhältnis“ ist natürlich genauer, denn diese Begründer einer „traditionellen“, empirisch-positivistischen Wissenschaft hatten selber ja keine „Herrschaft“ in eigentlichem Sinne inne; sie waren streng genommen nur Domestiken und Lakaien ihrer aufgeklärt absolutistischen Regenten und Herrscher von Gottes Gnaden, in deren Dienste sie letztendlich ja meistens auch standen (letztendlich betrifft das auch Leonardo da Vinci). Obwohl es diesen Begründern und Pionieren einer empirischen Wissenschaft sicherlich auch um Erkenntnis im erkenntnistheoretischem Sinne dabei ging, wo von wir heute noch zehren. Wissenschaft entsteht aber nie im luftleeren Raum, sondern immer im historischen Kontext.

So bildeten bei der Eroberung und Unterwerfung fremder Kontinente, einschließlich den damit verbundenen Genoziden nicht nur die christlichen Missionare und päpstlichen Speichellecker die Vorhut, sondern auch die zahllosen Forschungsreisenden von Marco Polo und Christoph Columbus angefangen bis hin zu James Cook und Alexander von Humboldt in deren Schlepptau sich schließlich die Kolonialherren und Sklavenhändler der späteren imperialen Mächte wieder fanden, welche durch den christlichen Missionsauftrag, sich auch noch moralisch und ethisch legitimiert wähnten.

Zunächst ging es um das Sammeln, die Vermessung und Katalogisierung, in Folianten, Atlanten und Enzyklopädien – später dann, um die Aneignung der Territorien. Interessant ist, das in diesem Zeitalter des Lichts und der Vernunft, im Rokoko gleichzeitig ein relative, sexuelle Freizügigkeit dieses Begleitete. In Bonn gab es hierzu vor kurzen eine schöne Ausstellung: „Geist und Galanterie“.

Marquis de Sade, obwohl ein geradezu fanatischer Anhänger der Aufklärung, war einer der ersten, der frühzeitig erkannte, dass der Gedanke der Vernunft in seiner letzten Konsequenz genau in die Barbarei mündet, weshalb man ihn auch den schwarzen Aufklärer nannte; hierzu Adorno/Horkheimer in ihrer „Dialektik der Aufklärung“: „Indem die mitleidlosen Lehren die Identität von Vernunft und Herrschaft verkünden, sind sie barmherziger als jene der moralischen Lakaien des Bürgertums.“ So ist denn heute die heut zu Tage überwiegend drittmittel finanziert Wissenschaft letztendlich auch bloß nur Domestik und Lakai globalisierter Konzerne...


Den Missbrauch der Vernunft durch das damaligen Herrschaftsverhältnis können wir den Begründern einer „traditionellen“, empirisch-positivistischen Wissenschaft natürlich nicht vollends anlasten, obwohl diese hierbei sicherlich nicht ganz „unschuldig“ waren – ob sie jedoch immer wussten, was sie taten (und anderen, fremden Völkern zufugten) bleibt zu hinterfragen...

Das Problem ist allerdings die Internalisierung derartiger Herrschaftsstrukturen, welche blind und unkritisch deren (vermeintliche) Ergebnisse übernimmt – ohne jedoch die Arten und Weisen ihres Zustandekommens zu hinterfragen....



Interessant ist ja, dass die Inquisition und Hexenverbrennung nicht im „tiefsten“ Mittelalter sondern insbesondere während der Aufklärung (also 17-18Jh) ihre Blütezeit hatte. Wobei die naturwissenschaftlich orientierten Ärzte es gerne hinnahmen, dass die Kirche die Kräuterfrauen verbrannten und somit lästige Konkurrenz ihnen vom Halse schaffte...


Die Dialektik der Aufklärung ist ja unter dem Eindruck des Nationalsozialismus im amerikanischen Exil entstanden. Wo trotz „blühender“ Naturwissenschaften ein gesellschaftlicher Rückfall in die Barbarei zu beobachten war. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass wir Deutschen es letztendlich Herrn Prof. Heisenberg zu verdanken (zu verschulden) haben, dass Nazideutschland den Krieg verloren hat. Denn das Verhältnis zwischen Werner Heisenberg und Adolf Hitler war so zu sagen nicht ganz „konfliktfrei“. Bei der Planung der Atombombe hat Heisenberg bei der Berechnung der hierzu erforderlichen kritischen Masse sich um etliche zehner Potenzen verrechnet, was vermutlich kriegsentscheidend gewesen sein könnte... Die Historiker streiten nun, ob Prof. Heisenberg sich „bewusst“ oder „unbewusst“, versehentlich oder vorsätzlich verrechnet haben könnte... Seine amerikanischen Kollegen (bei damals nahezu gleicher Ausgangslage) haben sich bekanntlich ja nicht verrechnet gehabt...


Bezüglich der LH-Forschung bin ich auch der Meinung, dass aus den Büchern von Frau Dr.Sattler, zumindest in der Art der Präsentation, diese zum Teil erhebliche methodische Mängel aufweisen, die Ergebnisse deshalb (wissenschaftlich) teilweise nur schwer nachvollziehbar sind: Wie sind die Daten erhoben worden, was war genau die Ausgangsstichprobe, was sind die statistischen Kenndaten, wie groß ist die Varianz, wie ist die Hypothesentestung erfolgt, Wie sind die Testkriterien, wie verhält es sich mit Validität, Reliabilität und Objektivität, usw. usf. Meine persönlichen Beobachtungen bestätigen jedoch die Ergebnisse von Frau Dr.Sattler, so dass ich keine Veranlassung habe, diese bezüglich ihres Wahrheitsgehaltes zu Mindest in ihrer Grundaussage anzuzweifeln...

Wobei Frau Dr. Sattler wohl ganz bewusst die Dinge auch für Laien verständlich präsentieren möchte.


Lieben Gruß, Libertin

Libertin IRS
13.01.2004, 23:41
Ich bitte den Ausdruck „päpstliche Speichellecker“ zu verzeihen, das ist vermutlich das Blut meiner hugenottischen Urururururahnen, welches seit der Bartholomäusnacht allein schon bei dem Gedanken an katholische Kirche oder Papst immer noch in Wallungen gerät und das, obwohl ich als Freidenker nunmehr inzwischen auch dem Protestantismus abgeschworen habe. Der LH ist halt eben nun mal „sehr“ nachtragend...