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Vollständige Version anzeigen : Wo liegt denn das Problem?


Druce
01.06.2002, 01:19
Liebe Leser/innen,


ich bin 32 Jahre alt und ein richtiger Linkshänder.

So nach und nach habe ich einige Postings durchgelesen. Dabei fiel mir auf, daß viele Schreiber/innen nach Problemlösungen für ihre Kinder suchen.

Ich selbst habe in der Grundschule auch erst einmal lernen müssen, richtig zu schreiben, damit meine eigene Schrift nicht immer verwischt. Zum Teil hatte ich eine richtige Sauklaue. ...aber wen hat es denn gestört? Wer nörgelt denn rum? Die Kinder finden doch, auch wenn es eine Zeit dauern kann, eine Methode, ihren eigenen Schriftstil zu entwickeln.

Seit vielen Jahren schreibe ich mit einem RH-Füller und verwische nichts mehr. Eine Kollegin bewunderte sogar vor kurzem meine schöne geschwungene Handschrift. Beim Abitur allerdings konnte keiner meiner Lehrer meine Schrift lesen. So ändert sich das halt.

Auch ich habe LH-Gegenstände ausprobiert. Zum Großteil finde ich sie absolut überflüssig (Messer, Dosenöffner u.a.). Die Kinder macht man, so meine Meinung, nur abhängig von diesem Kram und die Rechtshändersachen gehen auch.


Meiner Überzeugung nach machen die Eltern selbst das Problem. Die Kinder finden sich auch so zurecht. Es ist nur eine Frage der Zeit.


Ich hoffe, daß ich keinem auf den Schlips getreten habe, aber man kann auch Probleme sehen, wo gar keine sind, oder???


Gruß

Monika Schneider
01.06.2002, 11:35
Hallo Druce,


richtig, einige von uns suchen Lösungen für die Probleme ihrer Kinder, die anscheinend durch eine (oftmals nicht gewollte und/oder nicht bemerkte) UMSCHULUNG der Händigkeit entstanden sind. Näheres über negative Folgen und allgemeine Auswirkungen einer solchen Umschulung findest du im Buch "Der umgeschulte Linkshänder oder Der Knoten im Gehirn" von Fr. Dr. Johanna Barbara Sattler, erschienen im Auer-Verlag.


Wer Zeit seines Lebens LH war (sein durfte) und sich entsprechend seiner genuinen Veranlagung gesund entwickeln konnte, hat wohl kaum oder gar keine der in diesem Buch beschriebenen Probleme.

Leider aber häufig die Umtrainierten, also die Pseudo-Rechtshänder.


Richtig, die LH-Kinder - egal, ob umgeschult oder nicht -, finden irgendwann eine Technik, mit der sie ihre Schrift NICHT verwischen, aber ist diese Technik auch ergonomisch günstig? Häufig nämlich nicht, und darum geht es unter anderem! Auch für den RH gibt es eine solche "korrekte" Stifthaltung, Blattlage, Körperhaltung, welche erlernt werden muss.


Dem LH muss also, genau wie dem RH, diese vorteilhafte Technik gezeigt werden, um rasche Ermüdung, Verspannung etc. nach Möglichkeit erst gar nicht entstehen zu lassen, bzw. um ihr entgegenzuwirken.

Du sagst ja selbst, dass du eine "Sauklaue" gehabt hattest und deine Schrift verschmierte. Mit der richtigen Technik wäre das wohl nicht passiert. Die einzige mir bekannte Technik, mit der das Verschmieren NICHT passiert, ist die so genannte Hakenhaltung der linken Hand. Dabei ist das Handgelenk aber sehr verkrümmt, da die Hand oberhalb des Blattes/der Zeile geführt wird. Die Hand sollte aber unterhalb der Zeile auf dem Blatt aufliegen. Dann wird nichts verschmiert, es wird nichts Geschriebenes verdeckt.


Bezüglich einiger LH-Materialien gebe ich dir Recht. EIn LH-Spitzer oder

-Lineal muss nicht unbedingt sein, aber eine LH-Schere finde ich beispielsweise schon vorteilhaft, ebenso eine Schreibtischunterlage zur Erinnerung bzw. zum Erlernen der für eienen LH richtigen Blattlage. Diese Unterlage wird - entsprechend gekontert - übrigens auch für RH-Kinder empfohlen, ebenso Schwungübungen. Diese sind zur allgemeinen Lockerungsübung vor dem eigentlichen Schreibvorgang gedacht.


Wenn ich dich recht verstanden habe schreibst du mit links und benutzt einen RH-Füller. Wenn du damit klar kommst, ist das gut. Weshalb wählst du denn keinen LH-Füller? Weil das deiner Ansicht nach eines dieser "überflüssigen" LH-Utensilien ist?

Weshalb gibt es denn diese LH-Materialien. Doch sicher nicht nur, weil der Hersteller Kasse machen möchte, denn sonst gäbe es doch mehr solcher LH-Artikel?

Ich persönlich denke schon, dass sich die LH-Verbraucher für die Herstellung des einen oder anderen Utensiles stark gemacht haben, um es sich hier und dort im Alltag etwas zu erleichtern. Und man MUSS die Dinge ja nicht benutzen, wenn man auch ohne gut zurecht kommt.

Aber bestimmt gibt es auch ganz tüchtige Geschäftsleute, die gnadenlos alles und jedes auf LH produzieren, aber das muss man ja nicht mitmachen, oder?


Richtig, manche Probleme sind hausgemacht, aber viele leider auch nicht. Aber warum soll man sich als LH mit etwas RH-Orientiertem abquälen, wenn es doch auch anders besser oder leichter geht?


Schöne Grüße....Monika


P.S.: Ist "Druce" ein englischer Name?

Druce
01.06.2002, 11:58
Hi Monika,


danke zuerst einmal für Deine Antwort.

Ich steige direkt mal mittendrin ein und wollte sagen, daß ich zwar mit links schreibe und trotzdem nichts verwische. Auch habe ich diese Hakenhaltung nicht. Ich schreibe wie ein Rechtshänder, nur mit der linken Hand. Kollegen sagen mir, daß das Schreiben bei mir ganz normal aussieht, ...weil ich eben diese verkrampfte Hakenhaltung nicht habe.

Vor über 20 Jahren habe ich von meiner Oma eine Schere, ein Lineal, einen Dosenöffner und noch einiges mehr für LH bekommen. Ich habe diese Dinge heute noch, benutze sie aber seit 19 Jahren und 11 1/2 Monaten nicht mehr. Dabei gebe ich Dir recht, daß es für ein Kind mit einer LH-Schere leichter haben könnte. Die Schere ist das einzige Gerät bei dem ich mir vorstellen kann, daß es für ein LH-Kind wichtig ist. (Ich benutze sie trotzdem nicht und es geht auch super ohne.)


-Meiner Meinung nach ist die einzige Schwierigkeit, die ein Kind haben kann, Deine angesprochene Hakenhaltung. Ich verstehe, daß diese ungesund ist.

-Gibt es denn heute immer noch Eltern oder sogar Lehrer, die versuchen, einen LH/in umzuerziehen, nur weil die rechte Hand "in" ist.

Eigentlich sollten die Lehrer auch auf diesem Gebiet geschult werden, die Eltern aufzuklären. Es ist doch egal, wie das Kind schreibt, Hauptsache es hat eine gesunde Haltung und hat Spaß am Schreiben.


Was ich nicht so ganz nachvollziehen kann, ist die Sache mit den Menschen, die rechts schreiben mußten und nun Probleme haben. Nein, das verstehe ich schon, daß sie Probleme haben.

Warum gehen diese Menschen jetzt nicht in die Richtung, in der sie sich am Wohlsten fühlen? Oder ist die Frage, wie sie es lernen können?


Gruß aus Köln


Druce

(Ist die englisch-phonetische Version von meinem Nachnamen DREES. Meine Kollegen beschimpfen mich halt so. Kommt wohl auch, weil ich ein großer Großbritannien-Fan bin.)

Dr. Noll
01.06.2002, 12:18
>ich bin 32 Jahre alt und ein richtiger Linkshänder.

>So nach und nach habe ich einige Postings durchgelesen. Dabei fiel mir auf, daß viele Schreiber/innen nach Problemlösungen für ihre Kinder suchen.

>Ich selbst habe in der Grundschule auch erst einmal lernen müssen, richtig zu schreiben, damit meine eigene Schrift nicht immer verwischt. Zum Teil hatte ich eine richtige Sauklaue. ...aber wen hat es denn gestört? Wer nörgelt denn rum? Die Kinder finden doch, auch wenn es eine Zeit dauern kann, eine Methode, ihren eigenen Schriftstil zu entwickeln.


Eben meistens nicht ! Dann gibt es die bekannte "Hakenhaltung" mit Verspannungen.

Ich wurde vor kurzer Zeit von einem Vater angerfuen, dessen linkshändige Tochter, auf recht umgeschult, im Abi nach einer Stunde so verkrampft war, dass sie nicht weiterschreiben konnte, mal abgesehen von dem "blockierten" Inhalten, die sie anbot. Er wollte, dass ich sie teste und ihr eine ärztliche Bescheinigung aushändige, die sie von den Klausuren befreite. Leider war mir das krankheitsbedingt nicht möglich; auch meinen Rat, ein Notebook zu benutzen, klappte nicht, da die Schule es verbot.

Man sieht, es gibt schon Probleme...


>Seit vielen Jahren schreibe ich mit einem RH-Füller und verwische nichts mehr. Eine Kollegin bewunderte sogar vor kurzem meine schöne geschwungene Handschrift. Beim Abitur allerdings konnte keiner meiner Lehrer meine Schrift lesen. So ändert sich das halt.


Wie passt das zusammen ? Würde mich etwas genauer interessieren.


>Auch ich habe LH-Gegenstände ausprobiert. Zum Großteil finde ich sie absolut überflüssig (Messer, Dosenöffner u.a.). Die Kinder macht man, so meine Meinung, nur abhängig von diesem Kram und die Rechtshändersachen gehen auch.



Natürlich gehen Rechtshändersachen auch, ich bin 41 und hab es auch gelernt.

Aber: seitdem ich LH-Utensilien habe und die (z.B. Dosenöffner, Korkenzieher) ohne Ankündigung meinen Gästen anbiete ("mach doch schon mal die Dose auf", "kannst Du schon mal den Wein aufmachen ?"), habe ich immer öfter die Videokamera parat, weil die Szenen, die sich abspielen, urkomisch sind.

Kaum eine bekommt Dose oder Weinflasche auf !

Also warum sollen wir uns der rechtshändigen Welt anpassen, wenn es doch auch bequemer geht ?


>Meiner Überzeugung nach machen die Eltern selbst das Problem. Die Kinder finden sich auch so zurecht. Es ist nur eine Frage der Zeit.




Das ist, und das age ich hier als Mediziner: völlig falsch. Die Folgen einer Umschulung sind katastrohal, und äußern sich in Minderwertigkeitskomplexen, Unsicherheit, Zurückziehem der Personen, Überkompensation mit einem solch vermehrten Energieeinsatz, der Menschen zusammebrechen lässt, Trotzreaktionen, Imponiergehabe und zahlreiche psychischen und psychosomatischen Störungen.

Davon könnte ich Ihnen als nun 10 Jahre niedergelassener Allgemeinarzt einiges erzählen...


>Ich hoffe, daß ich keinem auf den Schlips getreten habe, aber man kann auch Probleme sehen, wo gar keine sind, oder???



Natürlich treten Sie niemanden auf den Schlips - Sie wissenes einfach nicht besser.

Wenn Sie ein "belassener" Linkshänder sind - woher auch ? Ihnen geht es doch genauso wie den Rechtshändern, denn die hat niemand umgeschult (minimale Ausnahmen ausgeschlossen).

Sind Sie ein umgeschulter Linkshänder (schreiben Sie mit rechts ?), dann gehören Sie zu der Fraktion der zahlreichen umgeschulten Linkshänder, die ihre Umschulungsfolgestörungen verharmlosen (..."mir hat das auch nichts geschadet", eine Phrase, die auch oft im Zusammenhang mit Prügeln hört), weil sie es vermeintlich "geschafft" haben und ihre Störungen verniedlichen.


mfg
Dr. Noll

Tine
01.06.2002, 15:27
Hallo Druce!


Ich bin zwar auch noch neu hier und möchte dir trotzdem antworten.


Ich hatte vor ein paar Tagen genau diese Frage gestellt, weil mich jemand total verunsichert hat.


Du schreibst, deine Schrift hat niemanden gestört - GLÜCK GEHABT!!!


Ich habe andere Erfahrungen.

Wenn du 10 Jahre lang unter deinen Arbeiten Vermerke hast, Wie: "Könnte eine gute Arbeit sein, wenn die Schrift nicht wäre!"

oder: "Inhalt:1, Ausdruck:1,Form:5 ;

Gesammtnote (die ins Klassenbuch ging und im Zeugnis angerechnet wurde): 4!!! (Weil die Gesammtnote max. einen Grd. besser als die schlechteste Teilnote sein durfte), eine ganz normale Schule übrigens

oder: Der Lehren hat einen Teil der Arbeit nicht gewertet, weil er ihn als "Unleserlich" befand


Du meinst, das sei Geschichte? Ich bin auch 32...


Meine Nichte ist 9, ihr geht es genauso. Sie ist RH, hat aber Probs mit der Feimotorik. (geht deshalb auch zur ERGO) Und was schreibt der Lehrer als einzigen Kommentar unter einen inhaltlich tollen Aufsatz?!


"Wie lange muß ich mir noch solch eine Schrift bieten lassen!!!"


Ja, vielleicht schreibt sie *irgendwann* "schön", vermutlich aber nie.


Aber sie schreibt uns schon jetzt k e i n e Geschichten mehr, wie sie es anfangs mit Begeisterung gemacht hat! (Und wir konnten sie lesen)


Warum?: "Ich kann eben nicht schreiben."


So, das war jetzt ziemlich dramatich, mir ist aber wichtig, daß du erkennst, warum wir uns solche "unnötigen" Gedanken machen.


Ich bin auch am Überlegen, was für meinen Sohn an LH-Material wichtig ist, wenn er in die (Vor-) Schule kommt.


Schere? JA, hat er von Anfang an. Er konnte nicht mit einer RH-Schere, die LH-Schere nam er und schnitt das erste Mal auf der Linie - was für ein Erfolg für ihn!


Füller? JA, kriegt er, wenn es soweit ist. Er hat auch feinmotorische Probleme, warum soll er es schwerer als nötig haben?


Lineal? Weiß ich noch nicht. Ich habe Angst, daß es ihn zusätzlich verwirrt, wenn er in eine Richtung schreibt, aber in die andere zeichnet. Oder ist es eine Erölösung für ihn, wenigstens eines in "seine" Richtung zu tun?


usw....


Wir haben nicht die Zeit zu waren, bis es "von alleine wird" oder für Experimente mit der Schreibhaltung. Er ist ADS-Kind, feinmotorisch etwas zurück, u n d Linkshänder.


Ich habe Angst, daß er den Mut verliert, noch bevor es richtig losgeht.

Und wenn ich ihm mit dem richtigen Material auch nur ein bissel helfen kann, werde ich es tun.


Tschüß, Tine

Druce
01.06.2002, 19:04
Ich möchte nur noch folgendes zu Ihrem Kommentar sagen; deshalb nur eine Kurzfassung:


>>Seit vielen Jahren schreibe ich mit einem RH-Füller und verwische nichts mehr. Eine Kollegin bewunderte sogar vor kurzem meine schöne geschwungene Handschrift. Beim Abitur allerdings konnte keiner meiner Lehrer meine Schrift lesen. So ändert sich das halt.

>>>> Wie passt das zusammen ? Würde mich etwas genauer interessieren.


Zur Schulzeit habe ich schrecklich geschrieben (Grundschule bis Abitur). Probleme hatte ich dadurch aber keine. Nach der Schule habe ich mit Ahnenforschung angefangen. Nach kurzer Zeit habe ich in den Archiven festgestellt, daß ich die altdeutsche Schrift i.w.S. besser lesen könnte, wenn ich es auch schreiben kann. Also lernte ich die altdeutsche Schrift (Offenbacher Schrift, Sütterlin,...) schreiben und kann sie heute gut lesen. Um sie aber schreiben zu können, mußte ich ganz langsam und sauber arbeiten. Ich ließ mir Zeit und es klappte. Jetzt schreibe ich fast schneller alt als neu! Ein Nebeneffekt war, daß meine Schrift geschwungener verlief. Die Linien wurden klarer, sauberer. Ich gab mir Mühe und eignete mir diese Schriftform auch fürs alltägliche Leben an.


>Also warum sollen wir uns der rechtshändigen Welt anpassen, wenn es doch auch bequemer geht?

Bequemlichkeit ist immer gut!!


>>Meiner Überzeugung nach machen die Eltern selbst das Problem. Die Kinder finden sich auch so zurecht. Es ist nur eine Frage der Zeit.


>>>> Das ist, und das age ich hier als Mediziner: völlig falsch. Die Folgen einer Umschulung sind katastrohal, und äußern sich in Minderwertigkeitskomplexen, Unsicherheit, Zurückziehem der Personen, Überkompensation mit einem solch vermehrten Energieeinsatz, der Menschen zusammebrechen lässt, Trotzreaktionen, Imponiergehabe und zahlreiche psychischen und psychosomatischen Störungen.


Mit dem oben gesagten meinte ich keine Umschulung!!!! Wieso hat es bei Ihnen so gut geklappt, oder bei mir? Ich bin ein leidenschaftlicher LH. Das einzige, was ich nicht mit links mache, ist Schießen (Waffe). Bei der Bundeswehr habe ich mit links geschossen. Jetzt, bei der Polizei, schiesse ich mit rechts, weil ich bei einem Vergleich beider Hände festgestellt habe, daß es mit rechts besser geht. Weiß auch nicht, warum.

Und, meine Eltern oder Lehrer haben mir nie in meinem Leben gesagt: "Schreib, schieß den Ball, schneide mit rechts."


Ich habe immer gedacht, daß wir in einer modernen Welt leben. Wie kommt es dann, daß die Kinder Probleme bekommen? Die Menschen in diesem Forum wissen, um was es geht. Die Eltern und Lehrer, die das hier nicht lesen können, müssen doch informiert werden.

Ich habe noch keine Kinder. Wenn es irgendwann mal soweit sein sollte, achte ich höchstens auf ihre Schreibhaltung. Dabei ist es egal, ob sie mit rechts oder links schreiben.


Herr Noll, welche Eltern kommen denn mit ihren Kindern zu Ihnen? Warum haben denn die Kinder die Probleme z.B. mit dem Schreiben? (abgesehen von der Hakenhaltung)

Übersehe ich etwas?


Gruß
Druce

Anja
01.06.2002, 19:41
Hallo Druce,

es ist schön, wenn du nie zu Ohren bekommen hast, dass du nicht mit rechts agieren sollst. Bei mir war das so. Ich habe mit links angefangen zu schreiben und sollte dann doch bloss das richtige und schöne Händchen nutzen.

Die Probleme haben Kinder, die in einer rechtshändigen Umgebung leben, und darin versuchen, mit links zu werkeln. Es benötigt ungeheure Aufmerksamkeit, in der rechtshändigen Umgebung hantieren zu können.

Und die Probleme, die jetzt die Kinder haben, hatten auch die Kinder von "damals", die heute Erwachsene sind. Es ist klar, dass wir heute in dieser modernen Gesellschaft eine Öffnung nach "Links" erfahren.

Aber diese Öffnung und weitere Sicht ist halt noch am Werden. Wenn ich - umgeschulte Linkshänderin - nicht mit rechts hantieren kann, weil ich mit links zupacken möchte, ernte ich nicht gerade Verständnis. Nein, es müsse doch auch mit rechts gehen,...

Es ist das Unverständnis vieler Rechtshänder, nicht aller, aber vieler.

Linkshändigkeit ist nicht nur Symptom eines Teiles oder Krankheit, sondern greift wie Rechtshändigkeit ins ganze Leben der Person. Und das ist nicht wegwischbar. Und an Stellen, wo die Rechtshändigkeit nur als das richtige angesehen wird (egal ob bewußt oder unbewußt), müssen sich Linke anpassen. Das klingt zwar nun hart und massiv formuliert, aber so erlebe ich es immer wieder.

Mir selbst fällt meine eigentliche Linkshändigkeit immer wieder in den Alltag, und auch die Folgen der Umschulung von damals.

Eltern suchen Rat, um ihren Kindern das auch zu ersparen...


Gruß, Anja

Druce
01.06.2002, 21:08
Hi Anja,


ich gebe Euch allen ja recht, daß es auch heute noch in manchen Bereichen für LH schwierig ist.

Ich habe da aber zwei Beispiele, die zeigen, daß links nicht immer verkehrt und böse sein muß:

-Beim Volleyball habe ich in meiner Jugend vereinsmäßig Volleyball gespielt. Da ich der einzige LH war, durfte und mußte ich als LH immer aufs Feld. Hat mir natürlich zugesagt. Auch in anderen Sportarten kommt man ohne LH gar nicht mehr aus.

-Mein Vater freut sich immer, wenn ich ihm beim "Basteln" helfen kann. Vor kurzem haben wir einen Zaun gebaut und er kam mit seiner rechten Hand nicht zum Zug, weil ihm der Platz fehlte. Da habe ich ihm den Schlüssel aus der Hand genommen und ohne Probleme die Schraube ins Holz gedreht, mit links, no problem.


Anja, sag mir bitte, wenn ich mir irre. Wird auch heute noch die linke Hand als unschön angesehen?

Was machen die Chinesen, da bei ihnen doch angeblich mehr als 50% LH sind? Sind dort die RH falsch, weil dortdoch auch von rechts nach links geschrieben wird?

Wenn Eltern mit ihren Kindern zu Dr. Noll kommen, haben die Eltern zu dem Zeitpunkt nicht schon was falsch gemacht?


Vielleicht bin ich in dieser Beziehung ein bißchen sehr einfach. Linkshändigkeit ist für mich keine Krankheit oder Behinderung. Ganz im Gegenteil. Man macht sich nur zu viele Gedanken. Die einzig Leidtragenden sind in meinen Augen die Kinder und diejenigen, die in ihrer Kindheit "umerzogen" wurden, leider.

Und vor allem, ...Lehrer/innen, die sich mit dieser Geschichte noch nicht beschäftigt haben, haben sowieso ihren Beruf verfehlt!


Tschö
Druce

Monika Schneider
02.06.2002, 00:06
Hi Druce,


>ich gebe Euch allen ja recht, daß es auch heute noch in manchen Bereichen für LH schwierig ist.

>Ich habe da aber zwei Beispiele, die zeigen, daß links nicht immer verkehrt und böse sein muß:

>-Beim Volleyball habe ich in meiner Jugend vereinsmäßig Volleyball gespielt. Da ich der einzige LH war, durfte und mußte ich als LH immer aufs Feld. Hat mir natürlich zugesagt. Auch in anderen Sportarten kommt man ohne LH gar nicht mehr aus.




Richtig, z.B. bei Tennis, Hockey, Fußball, Handball etc. Hier hat der LH oftmals den Vorteil, dass er den "unbekannten" Gegner mit seiner LH überrascht, und dadurch punktet.


>Anja, sag mir bitte, wenn ich mir irre. Wird auch heute noch die linke Hand als unschön angesehen?




Leider ja, und das auch nicht gerade selten. Oft auch von ausgebildeten Pädagogen oder Lehrern, die über das Thema LH oder umgeschulte LH gar nicht oder nur unzureichend informiert sind, bzw. das ganze "Getue" um die LH als "peanuts" abtun.




>Was machen die Chinesen, da bei ihnen doch angeblich mehr als 50% LH sind? Sind dort die RH falsch, weil dort doch auch von rechts nach links geschrieben wird?


Kenne mich in diesem Kulturkreis leider nicht aus, daher "no comment"....



[/quote]
>Wenn Eltern mit ihren Kindern zu Dr. Noll kommen, haben die Eltern zu dem Zeitpunkt nicht schon was falsch gemacht?
[/quote]

Manche von ihnen schon, egal ob wissentlich oder unwissentlich.

Allerdings kommt es auch in den eigenen "4 Wänden" und gerade auch im Kindergarten zu Umschulungen der Händigkeit, da einige (lt. Dr. Sattler "besonders aufgeweckte, interessierte, intelligente" LH-Kinder sich an die bestehende Norm (also meistens??? RH) anpassen, um nicht aufzufallen. Sie möchten dazu gehören, akzeptiert/geliebt/anerkannt werden. Sie schauen eben bei den anderen ab, wie DIE das machen, und schon ist es passiert. Diese durch eigenen Zwang auferlegte Umschulung nennt man Modellverhalten oder Nachahmung (siehe Literatur Dr. Sattler!!)So ist es auch bei unserer ältesten Tochter gewesen, wobei uns bekannt war, dass sie eigentlich genuine LH ist und wir auch die Erzieherinnen darauf hingewiesen haben, daran NICHTS zu ändern. Sie sagen zwar, dass sie nichts dergleichen getan hätten, aber wissen wir das wirklich?

Und dass es dieses Modellverhalten hinsichtlich Umschulung gibt wissen viele Erzieher/Lehrer entweder gar nicht, oder sprechen den verursachenden anderen Kindern diese massive Einflussnahme schlichtweg ab, getreu dem Motto: "DAS tun unsere Kinder hier im Kiga nicht, das haben wir noch NIE gehört oder gesehen oder gemerkt!!!"...was nicht sein darf, das nicht sein kann...Und trotzdem passiert es...

Immerhin haben 2 Mädchen aus Claras Gruppe ihr gesagt:"Mach das mal lieber mit rechts, sonst kriegst du in der Schule Probleme/Ärger". Diese girls waren selber gerade mal 4-5 Jahre alt!!! Woher kommen diese Vorurteile dieser kids gegenüber LH???? Na, von Erwachsenen natürlich!Von den eigenen Eltern, der Oma, dem Opa, den älteren Geschwistern oder von deren Freunden und Eltern, der Nachbarin, dem Au-Pair-Mädchen, Tante und Onkel, oder einfach vom Bäcker um die Ecke??!!!!

Kinder schauen zu und ab, hören zu und "plappern" unreflektiert nach, was Erwachsene oder ältere kids oder auch Gleichaltrige sagen und tun.

Ich bin der Überzeugung, dass es kein Kind von Natur aus WIRKLICH interessiert, ob ein anderes Kind LH oder RH ist. Es fragt vielleicht mal "Warum nimmst du denn DIE Hand?", aber das ist reine Neugierde und völlig wertfrei gemeint, so wie sie eben auch fragen, warum DER Mann da "Schwarz" ist, oder DIE Frau da drüben im Rollstuhl sitzt, oder das Kind da hinten eine Brille trägt oder oder oder!!!

Nach entsprechender Erklärung (manchmal müssen es auch mehrere sein...)ist die Sache für das Kind erledigt und wird von ihm als gegeben akzeptiert. Es wird daraus keine Wertung ableiten, oder etwas Falsches daran sehen, es wird gewahr, dass es eben unterschiedliche Menschen gibt...



[/quote]
>Vielleicht bin ich in dieser Beziehung ein bißchen sehr einfach. Linkshändigkeit ist für mich keine Krankheit oder Behinderung. Ganz im Gegenteil. Man macht sich nur zu viele Gedanken. Die einzig Leidtragenden sind in meinen Augen die Kinder und diejenigen, die in ihrer Kindheit "umerzogen" wurden, leider.
[/quote]

RIGHT!! LH ist keine Krankheit oder Behinderung, allerdings wird in der Fachliteratur "eine von außen herbeigeführte Umschulung der Händigkeit" (in der Regel von rechts auf links) "als eine von außen herbeigeführte Behinderung" gesehen. Das wissentliche Umschulen von der dominanten auf die nicht dominante Hand gilt übrigens seit letztem Jahr als Körperverletzung, was die Sache aber leider nicht besser macht....


Gedanken sollte man sich bei LH allerdings schon machen, denn so hat ein LH z.B. eine Blickrichtung von rechts nach links, weshalb er auch gerne oder lieber von rechts nach links schreiben würde. Außerdem hat er eine andere Wahrnehmung der Dinge, als ein RH. Der LH sieht die Welt ganzheitlich... vielleicht solltest du doch mal das Buch "....Der Knoten im Gehirn lesen", damit du die ganze Tragweite dieses Themas ermessen kannnst, selbst wenn du nicht der Meinung bist, dass es sooooo viele Probleme mit LH gibt/geben kann.


>Und vor allem, ...Lehrer/innen, die sich mit dieser Geschichte noch nicht beschäftigt haben, haben sowieso ihren Beruf verfehlt!


Sehe ich ähnlich, aber man muss fairerweise erwähnen, dass z.B. im Lehrplan der Erzieherinnen (Kiga) das Thema Linkshändigkeit überhaupt nicht erwähnt wird! Dort muss man also (auch) ansetzen. Die Ausbildungsinhalte müssen verbessert werden. Fast jer Erzieher spricht Elternteile an, wenn ein Kind "auffällig" ist (z.B. zappelig, unruhig, verträumt, schlecht oder ungern malt, bastelt, schneidet, unkonzentriert ist, aggressiv, oder vielleicht nicht "richtig" hört, spricht oder sieht, oder wenn es "komisch" geht, läuft oder oder oder.

Für jede "Verhaltensauffälligkeit" raten die Pädagogen die Erziehungsberechtigen zur Abklärung dieser "Erscheinungen" und dann geht's prompt ab zur Krankengymnastik, Ergotherapie, Mototherapie, Logotherapie, Sehtest, Hörtest u.s.w. Aber kaum einer von den Erziehern erkennt einen möglicherweise umgeschulten oder sich selbst umschulenden LH!!! Überhaupt ist die LH in ihren Augen eher eine Randerscheinung, da angeblich selten vorkommend.

Nicht nur in unserem Kiga hält man die Statistik, dass es ca. 30-50% LH (inkl. umgeschulter LH = Pseudorechtshänder) innerhalb der Bevölkerung gibt/geben kann (vermutlich hohe Dunkelziffer der Umgeschulten!!) für unwahrscheinlich und/oder übertrieben. Und als Betroffene werde ich als engagierte und verantwortungsvolle Mutter zweier Kinder (die sich in das Thema zwangsläufig einarbeiten musste und dadurch einen Wissensvorsprung gegenüber den Erziehern hat) oftmals müde belächelt und für "nuts" erklärt!!! Tolle Show, oder?


Ich muss doch keinen Doktortitel nachweisen, um ernstgenommen zu werden, oder entsprechende konstruktive allgemein relevante Hinweise zu geben oder?...aber du weißt ja, dass das in Deutschland etwas bürokratischer abläuft als beispielsweise in GB. Allerdings weiß ich noch von meinen längeren Aufenthalten dort drüben, dass ich immer froh gewesen bin, wenn ich keinen britischen doctor konsultieren musste.....


Druce, lies einfach das Sattler-Buch, und du wirst danach ins Nachdenken kommen, ich kann es dir beinahe zu 100 % garantieren!!!


Bye for now (ebenfalls us Kölle am Rhing...) Monika

Monika Schneider
02.06.2002, 00:38
It's me again...




"Kommt wohl auch, weil ich ein großer Großbritannien-Fan bin."




... so am I.....god save the queen...


till then... Monika

Olli
02.06.2002, 00:41
Hallo Druce,


>Was machen die Chinesen, da bei ihnen doch angeblich mehr als 50% LH sind? Sind dort die RH falsch, weil dortdoch auch von rechts nach links geschrieben wird?


Im allgemeinen geht man sowieso davon aus, dass etwa 30-50% der Menschheit Linkshändig ist, egal welchem Kulturkreis sie angehören, denn zu über 99% sind sie ja sowieso genetisch gleich.

Außerdem bin ich der Meinung, Chinesen schreiben senkrecht - also von oben nach unten. Zum anderen besteht ein Unterschied zur europäischen Schreibweise darin, dass deren Schriftzeichen nicht miteinander verbunden sind, sondern mehr - fast schon wie kleine Bildchen - "aufgemalt" sind.


>Wenn Eltern mit ihren Kindern zu Dr. Noll kommen, haben die Eltern zu dem Zeitpunkt nicht schon was falsch gemacht?


Der entscheidene Punkt - warum soviel Probleme auftreten - ist, dass Heutzutage immer noch unwissentlich, oder ganz bewußt Kinder zum schreiben auf rechts umgeschult werden und die daraus unvermeidlich entstehenden Folgen sind Dir hoffentlich bekannt.


Olli

Monika Schneider
02.06.2002, 00:49
Hallo Tine,


genau!!!!!!!!!! Manche Pädagogen sind echt untragbar und unbelehrbar!

Sie sollten doch lieber MOTIVIEREN anstatt zu DEMOTIVIEREN, oder?

Frage mich manchmal, was die für eine "Denke" haben...

Manche sind wohl einfach "zu alt", um noch dazuzulernen. Andere einfach desinteressiert, wiederum andere vielleicht zu bequem, um sich auf neue Bedingungen/Veränderungen/Erkenntnisse/Fortschritte einzulassen.


Naja, Hauptsache, wir (Eltern und kids)halten durch und machen unsere Kinder stark für die Widrigkeiten dieses irdischen Daseins....


Schöne Grüße.......Monika

Monika Schneider
02.06.2002, 01:06
Hi there,


"Meine Kollegen beschimpfen mich halt so."


was sind DAS denn für "nice colleagues" you're working with???

What's your profession?


cheerio!........Monika

Dr. Noll
02.06.2002, 09:45
von rechts nach links schreiben würde. Außerdem hat er eine andere Wahrnehmung der Dinge, als ein RH. Der LH sieht die Welt ganzheitlich... vielleicht solltest du doch mal das Buch "....Der Knoten im Gehirn lesen", damit du die ganze Tragweite dieses Themas ermessen kannnst, selbst wenn du nicht der Meinung bist, dass es sooooo viele Probleme mit LH gibt/geben kann.

>>Und vor allem, ...Lehrer/innen, die sich mit dieser Geschichte noch nicht beschäftigt haben, haben sowieso ihren Beruf verfehlt!

>Sehe ich ähnlich, aber man muss fairerweise erwähnen, dass z.B. im Lehrplan der Erzieherinnen (Kiga) das Thema Linkshändigkeit überhaupt nicht erwähnt wird! Dort muss man also (auch) ansetzen. Die Ausbildungsinhalte müssen verbessert werden. Fast jer Erzieher spricht Elternteile an, wenn ein Kind "auffällig" ist (z.B. zappelig, unruhig, verträumt, schlecht oder ungern malt, bastelt, schneidet, unkonzentriert ist, aggressiv, oder vielleicht nicht "richtig" hört, spricht oder sieht, oder wenn es "komisch" geht, läuft oder oder oder.

>Für jede "Verhaltensauffälligkeit" raten die Pädagogen die Erziehungsberechtigen zur Abklärung dieser "Erscheinungen" und dann geht's prompt ab zur Krankengymnastik, Ergotherapie, Mototherapie, Logotherapie, Sehtest, Hörtest u.s.w. Aber kaum einer von den Erziehern erkennt einen möglicherweise umgeschulten oder sich selbst umschulenden LH!!! Überhaupt ist die LH in ihren Augen eher eine Randerscheinung, da angeblich selten vorkommend.

>Nicht nur in unserem Kiga hält man die Statistik, dass es ca. 30-50% LH (inkl. umgeschulter LH = Pseudorechtshänder) innerhalb der Bevölkerung gibt/geben kann (vermutlich hohe Dunkelziffer der Umgeschulten!!) für unwahrscheinlich und/oder übertrieben. Und als Betroffene werde ich als engagierte und verantwortungsvolle Mutter zweier Kinder (die sich in das Thema zwangsläufig einarbeiten musste und dadurch einen Wissensvorsprung gegenüber den>Dr. Sattler!!)So ist es auch bei unserer ältesten Tochter gewesen, wobei unsHi Druce,

>>ich gebe Euch allen ja recht, daß es auch heute noch in manchen Bereichen für LH schwierig ist.

>>Ich habe da aber zwei Beispiele, die zeigen, daß links nicht immer verkehrt und böse sein muß:

>>-Beim Volleyball habe ich in meiner Jugend vereinsmäßig Volleyball gespielt. Da ich der einzige LH war, durfte und mußte ich als LH immer aufs Feld. Hat mir natürlich zugesagt. Auch in anderen Sportarten kommt man ohne LH gar nicht mehr aus.

>

>Richtig, z.B. bei Tennis, Hockey, Fußball, Handball etc. Hier hat der LH oftmals den Vorteil, dass er den "unbekannten" Gegner mit seiner LH überrascht, und dadurch punktet.

>>Anja, sag mir bitte, wenn ich mir irre. Wird auch heute noch die linke Hand als unschön angesehen?


>Leider ja, und das auch nicht gerade selten. Oft auch von ausgebildeten Pädagogen oder Lehrern, die über das Thema LH oder umgeschulte LH gar nicht oder nur unzureichend informiert sind, bzw. das ganze "Getue" um die LH als "peanuts" abtun.


>>Was machen die Chinesen, da bei ihnen doch angeblich mehr als 50% LH sind? Sind dort die RH falsch, weil dort doch auch von rechts nach links geschrieben wird?

>Kenne mich in diesem Kulturkreis leider nicht aus, daher "no comment"....


>>Wenn Eltern mit ihren Kindern zu Dr. Noll kommen, haben die Eltern zu dem Zeitpunkt nicht schon was falsch gemacht?

>Manche von ihnen schon, egal ob wissentlich oder unwissentlich.

>Allerdings kommt es auch in den eigenen "4 Wänden" und gerade auch im Kindergarten zu Umschulungen der Händigkeit, da einige (lt. Dr. Sattler "besonders aufgeweckte, interessierte, intelligente" LH-Kinder sich an die bestehende Norm (also meistens??? RH) anpassen, um nicht aufzufallen. Sie möchten dazu gehören, akzeptiert/geliebt/anerkannt werden. Sie schauen eben bei den anderen ab, wie DIE das machen, und schon ist es passiert. Diese durch eigenen Zwang auferlegte Umschulung nennt man Modellverhalten oder Nachahmung (siehe Literatur bekannt war, dass sie eigentlich genuine LH ist und wir auch die Erzieherinnen darauf hingewiesen haben, daran NICHTS zu ändern. Sie sagen zwar, dass sie nichts dergleichen getan hätten, aber wissen wir das wirklich?

>Und dass es dieses Modellverhalten hinsichtlich Umschulung gibt wissen viele Erzieher/Lehrer entweder gar nicht, oder sprechen den verursachenden anderen Kindern diese massive Einflussnahme schlichtweg ab, getreu dem Motto: "DAS tun unsere Kinder hier im Kiga nicht, das haben wir noch NIE gehört oder gesehen oder gemerkt!!!"...was nicht sein darf, das nicht sein kann...Und trotzdem passiert es...

>Immerhin haben 2 Mädchen aus Claras Gruppe ihr gesagt:"Mach das mal lieber mit rechts, sonst kriegst du in der Schule Probleme/Ärger". Diese girls waren selber gerade mal 4-5 Jahre alt!!! Woher kommen diese Vorurteile dieser kids gegenüber LH???? Na, von Erwachsenen natürlich!Von den eigenen Eltern, der Oma, dem Opa, den älteren Geschwistern oder von deren Freunden und Eltern, der Nachbarin, dem Au-Pair-Mädchen, Tante und Onkel, oder einfach vom Bäcker um die Ecke??!!!!

>Kinder schauen zu und ab, hören zu und "plappern" unreflektiert nach, was Erwachsene oder ältere kids oder auch Gleichaltrige sagen und tun.

>Ich bin der Überzeugung, dass es kein Kind von Natur aus WIRKLICH interessiert, ob ein anderes Kind LH oder RH ist. Es fragt vielleicht mal "Warum nimmst du denn DIE Hand?", aber das ist reine Neugierde und völlig wertfrei gemeint, so wie sie eben auch fragen, warum DER Mann da "Schwarz" ist, oder DIE Frau da drüben im Rollstuhl sitzt, oder das Kind da hinten eine Brille trägt oder oder oder!!!

>Nach entsprechender Erklärung (manchmal müssen es auch mehrere sein...)ist die Sache für das Kind erledigt und wird von ihm als gegeben akzeptiert. Es wird daraus keine Wertung ableiten, oder etwas Falsches daran sehen, es wird gewahr, dass es eben unterschiedliche Menschen gibt...


>>Vielleicht bin ich in dieser Beziehung ein bißchen sehr einfach. Linkshändigkeit ist für mich keine Krankheit oder Behinderung. Ganz im Gegenteil. Man macht sich nur zu viele Gedanken. Die einzig Leidtragenden sind in meinen Augen die Kinder und diejenigen, die in ihrer Kindheit "umerzogen" wurden, leider.

>RIGHT!! LH ist keine Krankheit oder Behinderung, allerdings wird in der Fachliteratur "eine von außen herbeigeführte Umschulung der Händigkeit" (in der Regel von rechts auf links)




Nein, umgekehrt !!


"als eine von außen herbeigeführte Behinderung" gesehen. Das wissentliche Umschulen von der dominanten auf die nicht dominante Hand gilt übrigens seit letztem Jahr als Körperverletzung, was die Sache aber leider nicht besser macht....



>Gedanken sollte man sich bei LH allerdings schon machen, denn so hat ein LH z.B. eine Blickrichtung von rechts nach links, weshalb er auch gerne oder lieber Erziehern hat) oftmals müde belächelt und für "nuts" erklärt!!! Tolle Show, oder?

>Ich muss doch keinen Doktortitel nachweisen,




aber schaden tut der Titel auch nicht...


um ernstgenommen zu werden, oder entsprechende konstruktive allgemein relevante Hinweise zu geben oder?...aber du weißt ja, dass das in Deutschland etwas bürokratischer abläuft als beispielsweise in GB. Allerdings weiß ich noch von meinen längeren Aufenthalten dort drüben, dass ich immer froh gewesen bin, wenn ich keinen britischen doctor konsultieren musste.....

Monika Schneider
02.06.2002, 13:16
Hallo Dr. Noll,

Nein, umgekehrt !!


Ihr "Nein, umgekehrt!!" ist völlig berechtigt. Habe in der Eile und aufgrund der fortgeschrittenen Tages- bzw. NACHT-Zeit mal wieder einen "Dreher" fabriziert!!

Umschulung geschieht i. d. R. von links auf rechts....tschuldigung, bitte um Nachsicht.

Da sieht man mal wieder, wie gut es ist, daß wir hier einen Mediziner unter uns haben, der nicht nur bestens mit dem Thema LH vertraut ist, sondern sich auch noch die Zeit für Korrekturen nimmt, um solche eklatanten Fehler/Versprecher aufzuzeigen respektive richtig zu stellen....



>>Ich muss doch keinen Doktortitel nachweisen, um ernstgenommen zu werden, oder entsprechende konstruktive allgemein relevante Hinweise zu geben oder?


> aber schaden tut der Titel auch nicht...




Das war keine Angriff auf ihre Person, Herr Dr. Noll.

Ich wollte damit nur sagen, dass "Studierten" fast grundsätzlich mehr oder eher geglaubt wird, als Laien, selbst, wenn sie sich (sehr) gut in die Problematik eingearbeitet haben...

Ich werde immer wieder gewahr, wie WICHTIG es in Deutschland zu sein scheint, dass man studiert HAT, um mitreden zu können und die nötige Akzeptanz zu erhalten.


Und da ich NICHT studiert habe, spricht man (Personal des Kiga, Lehrer, Eltern, Bekannte...) mir leider schon mal die Kompetenz in Sachen LH oder RS ab, und das sind häufig Leute, die ÜBERHAUPT nix über dieses Thema wissen und auch gar nicht weiter bereit sind, sich damit auseinanderzusetzen, egal, ob sie betroffen sind (sein könnten) oder auch nicht. Für mich ist das bisweilen eine ignorante bis arrogante Haltung und meistens distanziere ich mich von solchen Personen, wenn es eben geht und ich es verantworten kann...


Auch werde ich von diesen Leuten oft gefragt, warum Dr. Sattler denn nicht an der Uni lehrt, wenn sie denn studiert hätte und das Thema wissenschaftlich-medizinisch soooooo wichtig wäre??? Warum sie denn "nur" beraten würde? Warum sie denn nicht von allen Logopäden, Ergotherapeuten etc. als kompetente Kraft auf diesem Gebiet angesehen würde und warum ihre "Arbeiten" denn "NUR im Auer-Verlag erschienen seien und nicht in einem großen "richtigen" Verlag??!!Das zeige schließlich, dass das, was sie sagt/schreibt wohl doch nicht so ganz richtig sei....

Dass der Auer-Verlag ein Schulbuch-Verlag mit entsprechender Zielgruppe ist, ist den meisten allerdings nicht bekannt....


Einige Menschen rebellieren regelrecht wenn sie hören, dass NICHT JEDER Ergotherapeut o.ä. Fachkräfte solch einen Händigkeitstest nach Methodik Dr. Sattler durchführen könnte. Dr. Sattler würde ihr Wissen über das von Studierten stellen und diesen Personen die Kompetenz absprechen, schließlich hätten DIE doch auch studiert und würden schon lange praktizieren. Schließlich würden solche Tests schon soooo lange Jahre hinweg durchgeführt werden und überhaupt, die Frau Dr. Sattler würde sich zu wichtig nehmen...



Tja, alles Reden nützt hier dann nichts mehr und ich klinke mich aus der Diskussion hierüber aus, weil ich denke, dass wir immer noch glauben würden, die Erde sei eine Scheibe, wenn da nicht, Sie wissen schon...


Grüße aus dem sonnigen Kölle........Monika

Jürgen
02.06.2002, 13:41
Just a brief remark.


Na ja, ganz so überflüssig ist das ganze Linkshänder-Set ja nicht.

Es ist schon toll, wenn man sich nicht konzentrieren muss, damit

die Brotscheiben keine riesig breiten Monster werden. Es ist

einfach deutlich angenehmer, wenn man den Korken mit weniger Kraft

und motorisch einfacher aus der FLasche bekommt. (Exkurs:

viele Linkshänder halten auch den Korknieher und drehen die Flasche!)

Und mit Linkshänderscheren weiß ich erst, dass es auch einfach gehen kann.


Zusammengefaßt, das Leben ist damit enorm viel einfacher.

Und wenn man bedenkt, dass ein umgeschlter Linkshänder wie ich schon für alles andere mehr Energie aufwendet als nicht umgeschulte Menschen, ist das einfach irre viel Wert.


Auch aus Köln,
Jürgen.

Dr. Noll
02.06.2002, 14:28
Hallo Monika,

ich habe das "studierte" nicht auf meine Person bezogen.

Seitdem ich um meine Umschulungsresultate weiß, und da ziemlich viel von dabei, was Barbara Sattler so anführt, hat mein Selbstbewusstein erheblich zugenommen.

Ich brauche keinem mehr was beweisen...

Gerade in unserer "Mediziner-Zunft" ist das Wissen um LH ausgesprochen erbärmlich.

Auch ich wäre auf diesem "Keine-Ahnung"-Niveau, wenn ich nicht selbst betroffen wäre.

Nur eines sollte man dann dennoch können: zugeben, das man nichts weiß !

Und da harkt es bei vielen meiner Kollegen.

Ich persönlich bekomme sehr positive Rückmeldungen, wenn ich zu meinen Patienten sage, "das weiß ich Moment nicht, aber ich werde mich belesen und Ihnen nächstes Mal genaue Auskunft geben", denn keiner hat mehr die ganze Medizin im Kopf, nur tun halt viele Kollegen so.

Erst recht bei den Psychotherapeuten !! Ich habe schon einige Patienten dorthin geschickt mit der Diagnose "umgeschulter Linkshänder", und musste immer wieder erleben, das der "Feld-Wald- und Wiesentrottel" (=andere Bezeichnung für Facharzt für Allgemeinmedizin, nur 6jährige Weiterbildung nach dem Studium, ohne das wird man kein Facharzt) eh keine Ahnung hätte und die psychosomatischen Störungen der betroffen Patienten "natürlich" in unerfüllten libidinösen Phantasien zu suchen sind... der Geldbeutel des Psychotherapeuten füllte sich...

Konsequenz: solange ich nicht einen gescheiten Psychotherapeuten zum Thema "umgeschulte Linkshändigkeit" finde, mache ich es jetzt lieber selber.

Finanziell lohnt sich das übrigens in keinem Fall. Ich mache es aus Idealismus, damit niemand meinen schwierigen Lebensverlauf nachmachen muss.

Ich könnte (und werde vielleicht demnächst) noch einiges (trauriges) dazu mailen.


mfg
Dr. Noll

Anja
02.06.2002, 16:46
Hallo Druce,

leider ist es im allgemeinen nicht nur in manchen Bereichen so. Allein schon die Handhabung mancher öffentlicher Gerätschaften wie zum Beispiel die Tastatur eines Sparkassenautomaten oder die Tastatur eines öffentlichen Telefons lässt mich immer wieder stolpern. Ich gebe automatisch mit links ein und muss mich da immer wieder verbiegen, um mit der linken Hand hantieren zu können,...

Oder beim Tanz: Es ist unheimlich belastend, von anderen als linkisch und bisschen plump bezeichnet zu werden, weil ich permanent nach links tanzen möchte bzw. mit dem linken Fuß beginnen möchte. Die Entschuldigung meines irgendwie unbewußten Agierens nach links wird abgetan, belächelt, und so weiter.

Ich studiere in einem Beruf, der mal Öffentlichkeitsarbeit wird, und immer wieder stolpere ich nun schon über meine angebliche "Linkische Art", weil ich im Umgang mit vielem automatisch nach links tendiere. Und für mein Ansprechen, das ich Linkshänderin bin, ernte ich allein schon im Freundeskreis oder in meiner Familie nur sehr sehr wenig Akzeptanz. Ehrlich, meine Mutter hat mal bestritte, dass ich am Anfang mit links geschrieben habe. Und das ging so lange, bis sie es in langen Auseinandersetzungen und Disputen doch endlich eingeräumt hat...

Das mit Behinderung oder Schusslichkeit ist, was von außen an mich oder andere rangetragen wird, wie man auch behandelt wird.

In meiner ersten Klasse sass neben mir auch ein Linkshänder, wir beide zusammen. Er hatte - wie du - das Glück, dass an ihm nichts "geändert" wurde und er er bleiben durfte.

Und zu den Chinesen - beim Schreiben haben die doch die allerbeste Lösung: Sie schreiben doch - wenn ich mich nicht irre - von oben nach unten, so dass es für RH und LH gleich gut ist und sein kann.

Aber in unserer Gesellschaft stckt das seit so wahrscheinlich x-vielen Jahren drin, dass links nicht gut ist.

In der Bibel sitzen die Guten zur "rechten" Gottes, man ist allgemein gut, wenn man auf der rechten Seite ist,... Und das zieht sich durch Jahrhunderte, ja fast möchte ich sagen durch Jahrtausende. Kinder bekamen die Arme auf dem Rücken verbunden, und hatten nur die rechte Hand zur Verfügung, im wohlgesitteten preusischen Staat, etc. Und so viele Jahre prägen Gesellschaft und Kultur, etc.

Natürlich möchte ich sagen, dass Linkshändigkeit keine Krankheit oder Behinderung ist, aber sie wird dazu "verdammt".

Dir kein Vorwurf, du weißt es nicht besser!

Guten Gruß, Anja

Druce
02.06.2002, 17:55
Hi Anja,


wieso habe ich diese Probleme nicht, obwohl ich auch getanzt habe und auch an den Sparkassenautomaten gehe.

Ich habe noch nicht einmal Probleme, wenn meine Kollegen und ich von Linksautonomen mit Steinen beworfen werden und wir die Schilde hochreissen müssen, obwohl wir dicht an dicht stehen. Ich hatte vorher gedacht, daß es schwierig werden könnte, aber es war vollkommen in Ordnung. Wir sind uns nicht ein einziges Mal in die Quere gekommen. Komisch.


Wahrscheinlich bin ich zu dusselig, die Schwierigkeiten zu sehen, die Ihr alle habt.

Wieso habe ich nie !!! Probleme gehabt? Es war und ist für mich normal, "links" zu sein.

Das kann doch bei Euch auch nicht so verkehrt sein.

Und wenn Du Dich am Sparkassenautomaten verdrehen mußt, dann tippe doch mit der rechten Hand. ...oder geht das nicht?

Tschuldige, wenn ich es so sage, aber irgendwie habe ich das Gefühl, daß Ihr nur Mitleid mit Euch selbst habt, oder??


Bis denne


Druce

Tilman
02.06.2002, 19:34
Wieso habe ich nie !!! Probleme gehabt? Es war und ist für mich normal, "links" zu sein.



Man MUSS ja keine Probleme machen, da schliesslich Lh KEIN handicap ist! Das liegt doch auch ganz stark daran, wie sehr man - individuell - technisch begabt ist, wie sportlich und flexibel man mit widrigen Umstaenden umzugehen gewohnt ist, ob die eigenen Eltern frueher dauernd ogottogott gesagt haben, oder stattdessen immer nur die doofen Lehrer von einem ferngehalten haben [so ging's mir, zum Glueck]!

Ich habe zB immer [mit links] normale Rh-scheren bedient [ich glaube, ich sagte es irgendwo bereits], und dann automatisch die Schneiden so angedrueckt, dass ich trotzdem gut schneiden konnte. Konnte schon wo ich ganz klein war sehr praezise ausschneiden - neulich noch ein Resultat in meinem alten Krempel zurueckgefunden. Andere LinkeLeute haben da ihre Schwierigkeiten. Ich dahingegen konnte viel spaeter mit einer Linkshaenderschere gar nicht umgehen. Weder das eine noch das andere geschieht bei Linkshaendigkeit _zwangslaeufig_ .

Daher gibt's hier auch gar nichts, womit man denjenigen mit der jeweiligen anderen Erfahrung etwa ueberzeugen koennte: ich kann meine Nachbarin doch auch nicht davon ueberzeugen, dass sie in ihrem Fahrrad genausogut die Kugellager selbst warten kann [wenn sie's doch offenkundig echt nicht kann]!

Was ganz anderes kommt hier oft zur Sprache kommt naemlich wenn ein Linkshaender frueher gelernt hat/angeleitet wurde, alles mit rechts zu machen und dann froehlich jodelt: "und mir hat's auch gaaar nichts geschadet", da gehn dann die Warnungslampen der diversen Fachleute an. Zurecht.

Ciao, Tilman

Jürgen
02.06.2002, 21:32
Da fällt mir noch etwas ein. Manchmal haben auch die Rechtshänder mit mir so ihre Probleme. Zum einen sind sie meistens recht irritiert, mir beim Suppe mit links löffeln zuzusehen. Es sieht für sie einfach äußerst ungewohnt aus. Zum anderen kommen sie mit meiner Computermaus, die logischerweise linksherum ist, nicht zurecht. Das führt meist zu sehr merkwürdigen Gesichtsausdrücken.


Soweit noch einmal und sorry wegen der Tippfehler im vorigen Beitrag.


Jürgen.

Monika Schneider
02.06.2002, 22:36
Hallo Dr.Noll,

>Finanziell lohnt sich das übrigens in keinem Fall. Ich mache es aus Idealismus, damit niemand meinen schwierigen Lebensverlauf nachmachen muss.



....sehr lobenswert!




>Ich könnte (und werde vielleicht demnächst) noch einiges (trauriges) dazu mailen.

>mfg
>Dr. Noll




.....das klingt aber gar nicht gut!!!! Ist es etwas Ernstes? Physischer oder psychischer Natur?


Alles Gute......Monika

Monika Schneider
02.06.2002, 23:09
Hello Druce,


>wieso habe ich diese Probleme nicht, obwohl ich auch getanzt habe und auch an den Sparkassenautomaten gehe.

>Ich habe noch nicht einmal Probleme, wenn meine Kollegen und ich von Linksautonomen mit Steinen beworfen werden und wir die Schilde hochreissen müssen, obwohl wir dicht an dicht stehen. Ich hatte vorher gedacht, daß es schwierig werden könnte, aber es war vollkommen in Ordnung. Wir sind uns nicht ein einziges Mal in die Quere gekommen. Komisch.




....ich wiederhole mich nur ungern, aber es muss doch nochmal gesagt werden:

Ein LH, der von Kindesbeinen an LH sein durfte, hat derlei Probleme/Schwierigkeiten in der Regel nicht, weil seine dominante Gehirnhälfte (die rechte) die unterschiedlichsten Abläufe ungehindert lernen, erfahren, trainieren, ausbauen, steuern konnte, ohne "unterdrückt" zu werden. Aber viele Umgeschulte haben diese Probleme, denn diese Abläufe sollen entgegen ihrer Natur von der anderen, der nicht dominanten, Gehirnhälte übernommen werden, was sie schlichtweg überfordert. Daraus resultieren die Probleme!!!!




>Wahrscheinlich bin ich zu dusselig, die Schwierigkeiten zu sehen, die Ihr alle habt.


Glaub ich eigentlich nicht, aber es wäre sicherlich besser, wenn du dir doch mal die Zeit für das Dr. Sattler-Buch nehmen würdest, denn anscheinend hast du (aus welchen Gründen auch immer) doch Interesse an diesem Thema!!!!!!!!?????? Nach der umfangreichen Lektüre wirst du (hoffentlich?) den Durchblick haben. Solltest du die Probleme der Umgeschulten dann allerdings immer noch nicht verstanden haben,............


>Wieso habe ich nie !!! Probleme gehabt? Es war und ist für mich normal, "links" zu sein.

>Das kann doch bei Euch auch nicht so verkehrt sein.




LIES DAS BESAGTE BUCH!!!!!!!


>Und wenn Du Dich am Sparkassenautomaten verdrehen mußt, dann tippe doch mit der rechten Hand. ...oder geht das nicht?


LIES DAS BUCH!!!!!!!!!!




>Tschuldige, wenn ich es so sage, aber irgendwie habe ich das Gefühl, daß Ihr nur Mitleid mit Euch selbst habt, oder??


Ist das WIRKLICH deine Überzeugung, oder möchtest du bloß provozieren??????????

(Wie verträgt sich diese Haltung denn mit deinem Staatsdienst?)


Schön, dass es DIR so gut geht, aber du bist nicht das Maß aller Dinge und leider immer noch nicht entsprechend informiert/belesen.....


Schöne Grüße......Monika

Olli
02.06.2002, 23:12
>wieso habe ich diese Probleme nicht, obwohl ich auch getanzt habe und auch an den Sparkassenautomaten gehe.


Hi Druce,


beim tanzen ist es durchaus ein Unterschied, ob man Männlein oder Weiblein ist (sollte Dir eigentlich auch schon aufgefallen sein). Dem Manne - so möchte ich sagen - kommt es durchaus eher entgegen, wenn er LH ist, oder (führen mit links und Drehung).


Olli

MatthiasW
02.06.2002, 23:13
Hallo Tilman und alle die Gebrauchsgegenstände für Linkshänder überflüssigen finden.


Ich habe vor ca. einem halben Jahr im hiesigen Schulamt in einem Kreis von Sozialpädagogen die im Übergang von der Schule in den Beruf tätig sind, wie ich überigens auch, ein Kurzreferat zum Thema der Linkshänder im Übergang von der Schule in den Beruf gehalten.

Unsere Vorgesetzte sagte zum Abschluss des Vortrages fast wörtlich: Linkshänder zu sein, bedeutet in unserer (rechtshändigen) Welt, ja fast Behindert zu sein.


Lieber Tilman, das bleibt solange so, bis es alle Geräte entweder händigkeitsneutral oder es für Links- und Rechtshänder jeweils ein passendes Gerät mit der entsprechenden geschulten Beratung durch den verkäufer zu kaufen gibt.


Komisch, im HOchleistungssport wird auf Händigkeit usw. sehr geachtet.

Nur in der Schul- und Berufsausbildung scheint es noch nicht durchgedrungen zusein, dass die Leistung auch dort von einem händigkeitsgerechten Arbeitsplatz und Werkzeug abhängt.


Ich betreue in Münster eine kleine Gruppe um- und rückgeschulter Linkshänder.

Wir sind ca. 7 Personen die sich seit ca 2 Jahren ungefähr jeden Monat einmal treffen. 3 Frauen und 4 Männer.

Von den drei Frauen wird sich eine Frau eventuell nach den Sommerferien zurückschulen, da sie in Rente geht und nach ihrem Arabeitsleben dann Zeit für sich hat (Überigens das Ergebnis einer Rückschulungsberatung vor ca einem Jahr).

Von den Männern sind 3 zurückgeschult, mit den unterschiedlichsten Erfahrungen dabei (Jebesser die Betreuung durch LH-Berater, je besser sind die Rückschulungen verlaufen, ich wurde von Mechtild Braun betreut).

3 der Männer haben früher einen technischen Beruf erlernt und haben später umgesattelt und sind jetzt Erzieher, Psychologe oder Sozialpädagoge. Jetzt rate mal warum wir umgesattelt haben, mehr unbewusst und ohne das Hintergrundwissen (ich gehöre auch dazu), das wir uns jetzt in der LH-Gruppe er- bearbeiten.


Einer der Teilnehmerinnen hatte ich beim vorletzten Treffen ihre Computermouse auf linkshändigen Betrieb umgestellt.

Beim letzten Treffen fragte ich sie nach ihren Erfahrungen und bekam fogendes zuhöhren:

- In den ersten zwei Wochen mit der Linkshändermouse hätte sie mich verflucht.

- In der dritten kam sie mit der Linkshändermouse dann schon besser zurecht.

- Und jetzt versteht sie garnicht mehr, warum sie überhaupt jemals die Computermouse mit rechts bedienen konnte. Sie ist jetz mit der linken Hand so flink und sicher geworden und sehr froh, das ich ihr die Computermouse umgestellt habe (Sie arbeitet seit ca 1 1/2 Jahren mit einem Notebook).


Mir geht es jetz nach 2 Jahren mit der LH-Schere ähnlich. Mit der LH-Schere arbeite ich jetzt viel genauer und sicherer als jemals zuvor mit der RH-Schere, und ich habe früher eine feinmechanische Ausbildung durchlaufen.


Im Gegensatz zur Umstellung einer Computermouse ist die Rückschulung beim Schneiden wesendlich langwieriger weil, wie Dr. Noll in einem früheren Betrag schrieb und auch bei Fr. Dr. Sattler nachzulesen ist, sich die automatisierten Handlungen und Bewegungsabläufe sowie die Augenhandkoordination sich nicht soleicht rückschulen lassen wenn sie sich durch jahrelange Wiederholungen in das Gehirn als Handlungsstruckturen eingebrannt haben. Um diese Struckturen zu überschreiben brauch es seine Zeit.

- Ich musste erst mit der linken Hand die Bewegungsabläufe mit der LH-Schere üben (Ich hatte mit der rechten Hand und einer RH-Schere früher schneiden gelernt, nur die RH-Nagelschere benutzt ich zum schneiden der rechten Finger mit der linken Hand).

- Danach die Bewegungsabläufe der jetzt helfenden rechten Hand, die das Blatt hält und dabei auch mit dreht.

- Zusätzlich muss ein neues Ablaufschema erarbeitet werden welche Hand tut wann was.

- Und zu guter Letzt müssen dann beide Hände zusammen arbeiten.

Aber es lohnt sich, frau/man sollte solch umfangreiche Handlungsabläufe jedoch nur dann zurückschulen wenn wirklich genügend Freiraum vorhanden ist, unter Zeitdruck oder bei gleichzeitigem weiterarbeiten mit einer RH-Schere, solang bis die linke Hand soweit ist, kann es zu den Komplikationen wie Schwindel Kopfschmerzen usw. kommen.


Ich glaube mehr brauche ich nicht dazu zu sagen.


Gruß aus Münster, jetzt habe ich wieder mehr geschrieben als ich erst wollte.


Matthias

Monika Schneider
02.06.2002, 23:42
Hallo Tilmann,


>>>>Ich dahingegen konnte viel spaeter mit einer Linkshaenderschere gar nicht umgehen.




Weil sich nach so langer Zeit wohl der grapho-motorisch, grapho-visuelle Automatismus in dein Gehirn "eingebrannt" hat, und du zudem gelernt hattest, die Scherengriffe "anders" zusammenzudrücken, als es bei einer LH-Schere vonnöten ist.




>>>>>>Was ganz anderes kommt hier oft zur Sprache kommt naemlich wenn ein Linkshaender frueher gelernt hat/angeleitet wurde, alles mit rechts zu machen und dann froehlich jodelt: "und mir hat's auch gaaar nichts geschadet", da gehn dann die Warnungslampen der diversen Fachleute an. Zurecht.




Ja richtig, diese "überzeugende" Aussage bekomme ich auch oft zu hören.

Manche Leute sagen ja auch, dass die ehemaligen Raucher die radikalsten Nichtraucher seien. Blöder Vergleich, aber irgendwie doch ein bisschen wahr, oder?


Schöne Grüße.......Monika

Tilman
03.06.2002, 10:30
Hallo Matthias. Vielleicht ist Dir im Eifer nicht aufgefallen, dass ich durchaus nicht diese LH Artikel a priori ueberfluessig finde, sondern dass ich im Gegenteil genau auf Deine letzte Bemerkung abziele: zwischen den eventuellen Vorteilen einer Rueckschulung bei sekudaeren Taetigkeiten [im Vergkeich zum Schreiben], wie Schneiden und so, und den zu erwartenden Schwierigkeiten gibt es einen trade-off, wodurch zu ueberdenken ist, ob sich der Einsatz des Rueckschulens echt lohnt.


Uebrigends scheint's so zu sein, dass Leute, die viel mit Informationsarbeit zu tun haben, vorrangig [achtung! gut lesen: ich sage "scheint" und "vorrangig"]mit _umgeschulten_ Linkshaendern zu tun bekommen, und daher mit Leuten die mit der Sache echte handfeste Probleme haben. Der Typus des Linkshaenders, der immer so machen durfte wie er wollte [ich z.B. habe den Schnack von der "schoenen Hand" kein einziges Mal in meinem ganzen Leben hoeren muessen] ist aus guten Gruenden weniger oeffentlich: wir brauchen keine psycho-Schutz-vernein-behauptungen, und koennen ganz locker einige technischen Sachen akzeptieren, die eben anders gehen als bei anderen Leuten. Andere Dinge haben wir eben irgendwie gelernt - s.o.: lohnt sich das Umstellen, von ein paar kleinen Dingen?

Nur dann, wenn's Probleme gibt: wuerde ich in der Gastronomie arbeiten, dann haette ich meinen Kartoffelschaeler schon lange umgedreht, und haette geuebt, die Kartoffeln spiegelbildlich *zu mir hin* zu schaelen, statt mit links den Schaeler *von mir weg* zu hantieren; etwas skurril, aber ich esse eben nicht so viele Kartoffeln.

Mouse: immer links gehalten, aber die Tasten nicht umgestellt, warum, als Musiker kann ich alle Finger der Hand gezielt betaetigen, und um innerhalb der Linken Hand dann auch noch 'ne Hierarchie aufzubauen leuchtete mir [persoenlich] nicht ein. Schere hatten wir schon. Viel mehr Beispiele fallen mir schon gar nicht mehr ein.


Es ist ganz wichtig, um bei umgelernten Lh eventuelle verborgene Probleme aufzuspueren, auch wenn sie von ihr/ihm erst verneint werden.

Es ist ganz wichtig, als Berater die eigene Erfahrung der Allgemeinheit nutzdienlich zur Verfuegung zu stellen.

Es ist grundfalsch, aufgrund dieser Erfahrung in Verallgemeinerungen zu verfallen.


Das war mein Anliegen. Durch meinen Hinweis auf die individuell unterschiedlichen Faehigkeiten, technische Problemstellungen anzugehen, zu durchdringen und zu loesen, stelle ich schliesslich nicht in Abrede, dass es Leute geben kann, die eben grosse Probleme mit dem ganzen Zeug haben, und auch lieber ihren Wein linksrum aufmachen und so. Im Gegenteil: ich probiere Dir und anderen den Zugang zu mehr Toleranz und Offenheit, letztendlich auch Information, zu geben.

Letzteres zeigt sich ganz deutlich beim Thema Musikinstrumente und Musikmachen, mein Fachgebiet [im Gegensatz zu Feinmechanik], auf das ich neulich nicht mehr zurueckgekommen bin:

die psychomotorischen Prozesse beim Erlernen eines Instruments sind allzu kompliziert fuer schnelle monokausale Urteilsweisen [sicher im Vergleich zum Kartoffelschaelen], und betreffen normalerweise beide Haende, wodurch sich _nicht in allen Faellen/Problemstellungen eindeutige_ Prioritaeten feststellen lassen wuerden. Viele Linkshander z.B., ich wiederhole das, sehen es beim Spielen eines Streichinstruments als einen _Vorteil_, mit der nicht-dominanten Hand die groeber-motorische Arbeit des Streichens zu tun. Ganz egal welches Niveau: die Rechnung des "was waere aus ihm/ihr geworden wenn" ergibt sich einfach nicht, dafuer sind die Zusammenhaenge eindeutig zu vielschichtig. Die Behauptung, dass "musikalisches feeling"[was immer das *ahem* sein mag] nur mit der dominanten Hand vermittelt werden koenne ist, angesichts der meisten heute gaengigen Musikinstrumente, fragwuerdig.


Das grosse Problem beim Musikunterricht ist die Methodik, die Informationsuebertragung!! Liest man "Die Psyche des lh. Kindes" genau, dann fallen gerade im intellektuell-emotionalen Grenzbereich erheblich unterschiedliche Eigenarten bei Rechts- und Linkshaendern auf; sehr haeufig ist daher die Art, wie ein rechtshaendiger Musiklehrer den Stoff ordnet und vermittelt fuer Linkshaender vollkommen ungeeignet. Hier halte ich es fuer verkehrt, wenn man sich dann bei Problemen vorrangig blind-materiell in die Anschaffung von Linkshaenderinstrumenten verrennt, statt erst nachzusehen, ob _der Unterricht_ eigentlich geeignet ist. [wobei, wiederum, Linkshaenderinstrumente als solche nicht verkehrt zu sein brauchen, sondern eben nur vielleicht nicht alle Probleme loesen].


Wenn, um dies noch nachzuschieben, ich in irgendeinem Gebiet Nacharbeit zu leisten habe, dann ist es uebrigens hier: heute noch, als 42-jehriger professioneller Musiker, liegen mir die Wirrungen des fruehen Musikunterrichts, der methodisch diametral meiner eigenen Anlage gegenuebergestellt war und mit dem Schwergewicht einer "so wird's gemacht" Autoritaet verabreicht wurde, schwer im Magen.


So. Langer Rede kurzer Sinn: Hier geht's um Toleranz, einen erweiterten Horizont, der die Erfahrung Anderer mit einbezieht, und ausserdem um das genaue Lesen vom Text eines anderen, der sich eventuell eine ganze Menge Gedanken gemacht haben koennte.

In dem Sinne einen schoenen Tag noch. Tilman

Tine
03.06.2002, 19:53
Hallo Druce!


Ich habe meine Meinung zum Thema schon gesagt und werde mich nicht wiederholen.

Aber zu einer Sache möchte ich mich doch noch äußern:


Man kann über LH-Materialien duchaus unterschiedliche Meinungen haben und diese auch diskutieren.

Daß du niemals bisher Probleme mit deiner Händigkeit hattest, ist schön für dich.


Aber:

Menschen, die es selbst anders erlebt haben oder nach Lösungen für ihre Kinder suchen, vorzuwerfen, all ihre Probleme seinen nur Selbsmitleid oder mangelnder Anpassungswille - daß finde ich persönlich schon ziemlich heftig!!!


Auf dieser Grundlage kann meiner Meinung nach keine sinnvolle Diskusion stattfinden.


Gruß,

Tine

Anja
03.06.2002, 23:22
Hi Druce,

du gehörst einfach zu denen, die damit wirklich Glück im tiefsten Sinne haben.

Es ist KEIN Selbstmitleid, das ich oder andere an den Tag legen! Es ist blosse Wahrnehmung täglicher Probleme über die zum Beispiel ich ganz ganz sehr stolpere, die nicht einfach vermeidbar sind!

Wenn ich am Sparkassenautomaten stehe, und einfach so und ohne grosse Anstrengung und grosses Vorüberlegen hantieren will, greife ich mit links zu. Es ist einfach so, dass wir Linkshänder - du ja eigentlich auch - bevorzugt mit links zupacken.

Und ich denke, auch du hast so deine Probleme mal mit dem links und rechts, nur dass es dir vielleicht nicht so bewusst wird, weil du ansonsten immer mit links agieren kannst! Das nennt man sogenannte "Betriebsblindheit" - nicht unbedingt negativ gemeint. Aber was man hat, das fällt, wenn es mal nicht ist, nicht unbedingt sofort auf, weil es ja ansonsten ist und ja auch sein kann.

Ich denke, entschiedenst prägnanter treten die Probleme bei umgeschulten Linkshändern auf. Weißt du, ich als eine solche habe damit einfach Probleme, wenn ich tanzen möchte, wenn ich Leuten den Weg erklären soll, wenn ich auf was ganz schnell zeigen soll, etc. Die Reaktionen darauf von anderen sind einfach - auch nur als Wahrnehmung!!! - allein schon für mich immer wieder unerfreulich und auch peinlich. Und wenn ich davon schreibe, dann ist das, weil es mir einfach nur bewusst wird, wie auch im Austausch mit anderen, nicht weil ich irgendwie Mitleid suche, oder die anderen...

Wenn man als Linkshänder mal mit rechts oder als Rechtshänder mal mit links agiert, ist das vollkommen okay. Denn wozu hat der Mensch denn sonst zwei Hände? Aber auf Dauer zeigt sich halt eine Hand als die dominante, eine Gehirnhälfte als auch solche dominante. Und wenn man - ich sage mal - "umgepolt" wird, heißt das wirklich nicht, dass einfach nur mal mehr die andere Seite, in dem Fall die Minorität genutzt wird. Nein, es ist ein richtiger Eingriff in das Wesen, in die Natur, in das Gehirn, etc. des Menschen. Und das hat Folgen. Und wenn es dauernd und immer wieder und schlimm passiert, u.s.w., hat das nichts mit einfach nur kleinen Schwierigkeiten zu tun. Ich schreibe das Wort "klein" hinzu, weil ich denke, dass du vielleicht die vollen Folgen und das Chaos im rechten und linken nicht so kennst und so erleben musst, wie es andere erleben.

Ich nehme schmerzhaft wahr, welche Probleme ich durch diese Umpolung nun habe. Die aufzulisten und zu erläutern wäre zu lang. Drum bitte ich dich einfach, das so hinzunehmen, wie ich es schreibe. Und diese Verquerungen beim Tanzen ist allein nur die Spitze des Eisberges, der sich dann beim Tauchen auftut...

Ich weiss nicht, ob dir diese Erläuterungen wieder weiterhelfen...

Bin gespannt auf den nächsten Austausch.

Ciao. Anja

Anja
03.06.2002, 23:42
Hallo Dr. Noll,

ich muss Sie fragen - Wissen Sie wen kompetentes im Raum Magdeburg bzw. im Raum Freiberg / Sachs, an dan man sich zum Thema einer eventuellen Rückschulung wenden könnte.

Ich lese viel in Frau. Dr. Sattlers Buch "Der Knoten im Gehirn", erschrecke immer wieder, dass ich mich mit meinen Problemen und in den Sekundärfolgen massiv wiederfinde, dass ich nun manches dadurch endlich genauestens erklären kann, etc.

Ich möchte mich endlich wieder irgendwie sortieren können, und denke da halt an die Rückschulung,...

Wissen Sie weiter?

Ciao erstmal,

Anja

Dr. Noll
04.06.2002, 11:13
Hallo Anja,

leider nein. Ich kenne keinen kompetenten in diesem Raum. Die beste Adressensammlung hat Frau Sattler (089/268614), da sie inn ihrem Computer die Leute hat, die bei ihr gelernt haben.

Übrigens geht es den meisten umgeschulten Linkshändern bei dam Buch genauso, mich eingeschlossen. Es scheint sich um relativ monomorphe Veränderungen durch die Umschulung zu handeln, die in unterschiedlicher Ausprägung bei den meisten zutreffen.

Zur Rückschulung mein üblicher Kommentar: wenn Sie umgeschulter Linkshänder sind, wovon ich sicher ausgehe, dann formulieren Sie einmal für sich die Erwartungen, welche Ziele Sie mit der Rückschulung erreichen möchten, und das ganz konkret. Also nicht, dass "irgendwie alles besser wird" (s. das benannte Buch).

Und erst dann, wenn Sie dann immer noch rückschulen wollen u n d ein kompetenter Linkshandberater Ihnen Ihre Chancen und Gefahren eingegrenzt hat, dann sollten Sie unter dessen fachkundiger Anleitung zurückschulen.


Mfg
Dr. Noll