Vollständige Version anzeigen : Lebenslauf eines umgeschulten Linkshänders
Wolfgang
27.06.2002, 03:31
In der Grundschule wurde ich als geborener Linkshänder zum Rechtshänder umgepolt.Erst vor ein paar Wochen wurde mir zufällig durch ein Buch klar, welche Auswirkungen dieses auf mein ganzes Leben hatte.In der Hauptschule(ich hatte angeblich auch das Zeug zum Gymnasium,jedoch stellten sich bereits nach der 3. Klasse Konzentrationsstörungen ein)wurden meine Probleme immer grösser.Vor allem in Rhetorischen Bereich kam es immer wieder vor ,dass ich mitten im Satz Wörter vergass.Klar, dass ich schon damals sehr schnell zum Aussenseiter wurde . Ich hoffe , Ihr seht auch in diesem Posting über grammatische Fehler hinweg .
Ich zog mich irgendwann zurrück und wurde zum Einzelgänger. Nach einem Suizidversuch mit 17 Jahren stellte man bei einem Psychologischen Test einen IQ von über 120 fest .Bis zum heutigen Tag -ich bin jetzt 37-war ich nicht fähig aus dieser Gabe Kapital zu schlagen.Ich bin hier ziemlich einsam in meinem Gefängnis .Ich halte mich mit Hilfsarbeiterjobs über Wasser und bin seit 10 Jahren Drogensüchtig.Wäre man damals in der Forschung so weit wie heute gewesen, wäre mir bestimmt einiges erspart geblieben.
Katja Allani
27.06.2002, 15:22
Hallo Wolfgang,
dein Beitrag hat mich sehr zum Nachdenken angeregt.Ich denke, dass du dich einfach mitteilst ist schon bewundernswert. Ich persönlich habe auch einen nicht ganz einfachen Lebenslauf bisher genommen. Was mir geholfen hat ist neben dem Begreifen, dass einige Menschen einem sehr Schaden zugefügt haben auch das Beschäftigen mit irgend einem Thema oder Hobby oder ähnliches.So bin ich auf die Thematik der Linkshändigkeit gestoßen.
Viele Grüße und lass dich hier ein wenig begleiten von uns, wenn du willst.
Katja
MatthiasW
27.06.2002, 19:12
Hallo Wolfgang,
ich kann Dich sehr gut verstehen, auch ich habe in der Schule sehr unter den Folgen er Umschulung gelitten. Genauso schmerzlich die Erfahrung das Wissen nicht zur rechten Zeit abrufen zukönnen und mitten im Satz den Rotenfaden zu verlieren. Auch ich wurde damals getestet mit einem ähnlich hohen IQ.
Aber nun zu Dir. Wichtig ist jetzt erstmal eine Iststandanalyse um festzustellen was Du änderen willst. Aber ebenso wichtig ist zuüberlegen was Du damit erreichen willst und ob Du bereit bist dich auf die Veränderungen und Belastungen die eine ev. Rückschulung mit sich bringt einzulassen.
Dazu solltes Du dich an einen Linkshänderberater in deine näheren Umgebung wenden. Adressen erhälst Du in München von Fr. Dr. Sattler die eine Liste von ihr ausgebildeten Beratern führt.
Die Internetadresse findest Du hier im Forum unter Links.
Eine weitere wichtige Seite ist die von Imken Spreda, wo Du viele Informationen findest.
Ich berate im Raum Münster in Westf.
Liebe Grüße
Matthias
Dr. Noll
27.06.2002, 19:20
Hallo zusammen,
gerade hier zeigt sich in seiner kompletten Konsequenz, was Dr.Cizek meinte mit "...eine Umschulung ist der massivste, unblutige Eingriff in das Gehirn, den man sich vorstellen kann..." !!
In meiner Praxis häufen sich die umgeschulten Linkshänder, die mit ihrem Leben nicht mehr klar kommen, die, aus Gründen nie zugegebenen Minderwertigkeitskomplexen, Unsicherheiten, Angsgefühlen sich zurück gezogen haben und zahlreiche psychosomatische Leiden entwickelt haben.
Ich kenne nur eine winzige Spitze des Eisbergs, aber, obwohl noch keine wissenschaftlich signifikanten Daten vorliegen (wen kümmerts schon in der vermeintlich überlegenen Rechtshänderwelt, was aus Umschulung werden kann ??), es zeigt sich jedenfalls allen ernsthaft interessierten Forschern dieser Trend: erhöhte Drogenbereitschaft durch Umschulung, und auch: erhöhte Selbstmordrate bei umgeschulten Linkshändern.
Verniedlichungen, wie wir sie in diesem Forum schon öfters erlebt haben ("...nehmt ihr euch nicht einfach zu wichtig...") und andere disqualifizierende und arrogante Bemerkungen, die sehen wir nicht nur im Forum, sondern hochpotenziert in unserer Umwelt.
Daher an den Schreiber: raffen Sie sich auf, suchen Sie einen kompetenten Psychotherapeuten, der sich zum Thema auskennt, Sie haben noch Ihre Chance ! Erst, wenn man ganz unten ist, führt der Weg nach oben.
Und seien Sie sich sicher: so wie Ihnen ist zahlreichen ergangen, viele hier im Forum, aber einige haben auch den Weg aus dem Schlamassel erkannt, und - t u n etwas !
Das gleiche gilt für Sie: Situation erkennen, nicht resignieren, neu aufbauen, Kampf annehmen.
Ich wünsche Ihnen das - wirklich.
Mfg
Dr. Noll
Dr. Noll
27.06.2002, 19:24
Hallo Matthias,
bitte bitte sein Sie etwas vorsichtiger mit Ihrer Rückschulungsempfehlung, solange Sie die Daten nicht kennen !!
Bitte, nicht böse sein, aber das ist etwas nachlässig. Es wird etwas abgemildert durch den Rat nach einem kompetenten Berater, aber jetzt überhaupt schon das Thema Rückschulung zur Sprache zu brigen ist kontraproduktiv.
Ich denke, es gibt für den Schreiber dieses Lebenslaufes zunächst noch andere Probleme, die er lösen muss.
Mfg
Dr. Noll
hallo Du,
was Du schreibst klingt mir, als wärst Du jetzt sehr wütend und glaubst, mit Deiner Linkshändigkeit und der Umschulung den Grund für Deine Probleme gefunden zu haben.
Damit magst Du auch zum Teil Recht haben, aber selbst wenn sie der Auslöser gewesen sein mag, haben sich sicher mit der Zeit die Probleme aufeinander aufgebaut und ich fürchte, allein durch eine Rückschulung wirst Du ihnen kaum begegnen können.
Dein momentaner Zustand scheint sehr wütend zu machen- das ist doch schon mal der erste Schritt, etwas an ihm zu ändern.
Hast Du schon mal darüber nachgedacht, professionelle Hilfe zu suchen ?
Dort könntest Du dann auch Deine LH und was Du mit der Umschulung verbindest erörtern....
Mir erscheint es, als hättest Du enorm viel Kraft in Dir - wäre es nicht gut, sie für Dich einzusetzen.....?
liebe Grüße,
Sahrah
Hallo Wolfgang,
den ersten Schritt aus Deinem Gefängnis hast Du ja schon gemacht, indem du Frau Sattlers Buch gelesen hast. Den nächsten Schritt, als Du darüber nachgedacht hast, was das alles für Dich bedeutet. Einen weiteren Schritt, indem Du dich hier gemeldet hast.
Deine Probleme sind groß aber lösbar. Das sage ich so klar, weil ich
1. früher in einer Suchtberatungsstelle gearbeitet habe und weiß, daß man sein Suchtmittel loslassen kann und sich dann besser fühlt.
2. Ich mit 37 Jahren selbst zurückgeschult habe und es wahrlich kein Kinderspiel war.
3. Und ich weiß aus meiner Berufspraxis, daß man auch mit 35 - 40 Jahren beruflich noch was aus sich machen kann. In meinem Bekanntenkreis hat sich jemand von der Hilfsarbeitertätigkeit zur Großhandelskauffrau fortgebildet. Macht ihr jetzt riesen Spaß.
Wenn Du den ganzen Ballast ( und der ist nicht wenig ) bis jetzt getragen hast, dann bist Du stark. Also hast Du viel Kraft zur Verfügung, um für Dich was zu tun. Die Tiefs, die bei jeder Veränderung kommen, auch beim Entzug ( bitte nur mit ärztlicher Begleitung! ) und der Entwöhnung ( Therapeuten könne dabei wirklich hilfreich begleiten ), dürften in Summe nicht schlimmer sein, als der Frust, den Du bis jetzt ausgehalten hast.
Den Vorschlag aller, dich an einen Therapeuten zu wenden, finde ich absolut richtig. Auch der Kontakt zu einem Linkshänderberater ist sinnvoll und wird Dir viel weiterhelfen. Der Vorschlag von Matthias, eventuell eine Rückschulung genauer in Erwägung zu ziehen, ist auch gut. Vielleicht magst du auch einfach nur ein wenig mehr in deinem Leben mit der linken Hand machen und erleben, daß sich das sehr angenehm und stimmig anfühlt. Bloß kann es sein, daß Du vielleicht das Schöne daran nicht so erleben kannst, wenn Du noch Drogen nimmst, die ja die Körperwahrnehmung sehr verändern.
Klar wäre Dir und uns allen viel erspart geblieben, wenn wir nicht umgeschult worden wären. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Sicher ist aber auch, daß wir alle, sobald wir wissen was mit uns los ist, selbst die Wahlfreiheit haben, etwas für uns und unsere Gesundheit zu tun. Du kannst das gleich in zwei Bereichen tun.
Ich wünsche Dir also gutes Gelingen auf Deinem Weg zu Dir.
Laß lesen, wie es weitergeht bei dir.
Birgit
Hallo Wolfgang,
du beschreibst wirklich ein sehr bewegendes Schicksal, aber noch ist es nicht zu Spät und es lohnt sich auf jeden Fall einen (Deinen) Kampf aufzunehmen.
Denn wie mir dieses Forum (aber auch die Erfahrung) immer wieder zeigt gibt es sehr, sehr, sehr viele Leute mit gleichartigen, oder ähnlichen Problemen, die sie gelöst haben, oder dabei sind, dass beste daraus zu machen.
Als einfaches Beispiel, sieh nur mich an: auch ich habe seit meiner Umschulung (unter anderem) massiv mit Sprachstörungen zu kämpfen, aber seit meiner Selbstfindung durch das Buch von B. Sattler und einer Neuordnung und Horizonterweiterung durch meine Rückschulung (vor ca. 3 Jahren), geht es langsam, aber stetig Bergauf, Bergauf aus einem Tal der Selbstzweifel, Minderwertigkeitskomplexe, Zurückgezogenheit.
Und (man Höre und Staune), ich bin zur Zeit sogar dabei, mit mitlerweile auch schon 38 Jahren, mein Abi nachzuholen (auch ich bin "nur" ungelernter Arbeiter).
Es ist also nie zu spät einen/seinen Weg aus einer misslichen Sittuation zu finden und in jedem Fall steht Dir/mir/uns (jedem) dieses Forum mit Ratschlägen und Erfahrungen zum Thema Linkshändigkeit, Umschulung und Rückschulung zur Seite.
Olli
Dr. Noll
29.06.2002, 23:12
> Deine Probleme sind groß aber lösbar. Das sage ich so klar, weil ich
>1. früher in einer Suchtberatungsstelle gearbeitet habe und weiß, daß man sein Suchtmittel loslassen kann und sich dann besser fühlt.
>2. Ich mit 37 Jahren selbst zurückgeschult habe und es wahrlich kein Kinderspiel war.
Hallo ??? Woher kommt diese so schnelle Überzeugnung, sprich Diagnose ?? Ich als agemeinmediziner kann das nicht so recht begreifen...
>3. Und ich weiß aus meiner Berufspraxis, daß man auch mit 35 - 40 Jahren beruflich noch was aus sich machen kann. In meinem Bekanntenkreis hat sich jemand von der Hilfsarbeitertätigkeit zur Großhandelskauffrau fortgebildet. Macht ihr jetzt riesen Spaß.
Was sagt uns dsas denn nun g e n a u ???
Der Vorschlag von Matthias, eventuell eine Rückschulung genauer in Erwägung zu ziehen, ist auch gut.
>>> Nein, und nochmals NEIN! Ich kapiere einfach nicht, dass Ihr eure gelungenen neuen (immer noch fraglichen, weil noch nicht zu Ende erforscht) Rückschulungen tatsächlich und wortwörtlich positiv überstanden habt (und tatsächlich fehlerfrei ???, keine psychosomatische Störungen bis hin zum Verrückwerden)??, habt ????
Vielleicht magst du oder der andere der Rückschülerauch einfach nur ein wenig mehr in deinem Leben mit der linken Hand machen und erleben, daß sich das sehr angenehm und stimmig anfühlt. Bloß kann es sein, daß Du vielleicht das Schöne daran nicht so erleben kannst, wenn Du noch Drogen nimmst, die ja die Körperwahrnehmung sehr verändern.
Soll heißen: wir wissen über die Rückschulung vor wie nach viel zu wenig, und der Hurra-Rückschulungspatriomatismus, den viel zu viele von sich auf andere übertragen, bedarf kompetenter w i s s e n s c h f t l i c h e r Beratung von kompetenten Menschen, die das auch o b j e k t i v beurteilen können !!
>Klar wäre Dir und uns allen viel erspart geblieben, wenn wir nicht umgeschult worden wären. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Sicher ist aber auch, daß wir alle, sobald wir wissen was mit uns los ist, selbst die Wahlfreiheit haben, etwas für uns und unsere Gesundheit zu tun. Du kannst das gleich in zwei Bereichen tun.
>>> Vollkommenes Zugeständnis zu dieser vernünftigen Aussage, Birgit.
>Ich wünsche Dir also gutes Gelingen auf Deinem Weg zu Dir.
>Laß lesen, wie es weitergeht bei dir.
>Birgit
>>>Letzt Anmerkung: passt bitte auf, was Ihr eventuell solchen fragenden Neuankömmlingen an geballte Linkshänder-Know-how entgegenschmeißt.
Aber mit Eurer Rückschul-Jupida-Jupidei habt Ihr nur Euer Problem bearbeitet.
Dem Schreiner, den wir als Anlass genommen haben zu schreiben, ist 100% jetzt mehr verstört, mehr unklahr, what to do.
Ausnahmsweise deshalb meine persönliche (kostenfreie) Beratungsadrersse; linkshaender@teleos-web.de
Ich verfolge keine kommerziellen Interessen, versuche aber in diesem Forum immer wieder aus "ärztlicher Sicht", also einem, der auch Nebenwirkungen kennt (und hier bitte Birgit, Matthias - lest noch mal unter lefthander-consulting.org den Abschnitt "Rückschulung", Sie Matthias, besprechen Sie sich doch noch bitte mal mit Dr. Sattler).
Ich denke dann wird vieles einfacher.
Und wenn unser "Schreiber" seiner schweren Kindheit Kontakt zu uns halten wollte, wird ihm dies sicherlich auch gelingen.
Am besten sucht er sich einen Hausarzt mit deutlicher Komoetenz.
Hallo Schreiber,
Sie haben einen verdammt harten Weg vor sich, mit vielen Unwägbarkeiten, "scheinbaren" Ungerechtigkeiten, aber wenn Sie I h r Problem vollends erkannt haben, dann müssen Sie es aufarbeiten, mit den richtigen Leuten, um allein durch eine scheinbare Nebensächlichkeit (..."wie Sie haben keinen F ü h r e r s c h e i n...???") auf ein gesundes Therapiekonzept zu kommen.
Und danach, aber wirklich erst danach, wenn alles sich gelöst hat, werden Sie in der Lage sein, über eine Rückschulung nach zu denken.
Ein letztes am Schluß: Birgit, Matthias, bitte bedenkt doc mal, was eure Rückschulungsempfehlungen, selbst nu´r als kleinetes Trieblein angesprochen, bewirken kann.
Es ist für jeden schön, Mißerfolge in anderen Fehlern wiedererkennen zu können.... aber bei der geschilderten Geschichte werden noch ganz andere Details zum Tragen können.
Und trotzdem: DIESE VERDAMMTE UNSCHULUNG IST SEHR SEHR VERANTWORTLICH FÜR ZAHLREICHE NEUROSEN IN UNS, mich eingeschlossen, und wahrscheinlich auch viele andere hier im Forum.
Reichlich emotional für einen Menschen wie mich, der lieber zurückgezogen agiert und eher zufällig Arzt geworden ist.
Ich BITTE alle, die hier häufig posten : nehmte Kontakt mit mir auf, telefonisch oder mail (hier am besten linkshaender@teleos-web.de), damit wir hier im Forum bei den entscheidenden Aussprachenmit "einer Zunge reden", nämlich mit der, die helfen will.
Euch alles Gute,
Liebe Grüße
Dr. Noll
Hallo Thomas,
sicher gehöre ich im Bereich Rückschulung eher zu denen, die Mut machen. Ich weiß, wie es mir selbst erging, daß es phasenweise sehr schwer war und daß ich keine Sekunde mehr zurück wollte. Alle Mühen haben sich für mich absolut gelohnt. Ich brauche dafür keine wissenschaftlichen Belege. Wohlbemerkt: für mich. Ich kenne noch eine ganze Anzahl anderer Rückgeschulter, die das Gleiche für sich feststellen. Du kennst andere, denen es nicht so gut ging. In Frau Sattlers Buch sind auch Beispiele genannt, bei denen es nicht den gewünschten Erfolg brachte. Wolfgang ist erwachsen und hat das Buch gelesen. Er kann selbst entscheiden, was er tut.
Was wir alle vergessen haben, ist, Wolfgang zu fragen, was er sich von uns wünscht. Auch das weiß nur er am besten für sich.
Ich arbeite seit 17 Jahren als Sozialpädagogin und ich bin seit ein paar Jahren - auf eigene Kosten - bei Profis in therapeutischer Zusatzausbildung. Alles, was ich dort lerne ( allerdings lernen auch meine Ausbilder/innen von mir und das macht das Ganze so schön ) fließt in meine Arbeit ein, ohne daß ich einen Pfennig/Cent mehr dafür bekommen würde. Ich schenke es sozusagen einfach her. Ich stelle allen Menschen frei zu wählen, was sie machen wollen. Sie haben das Recht zu wählen und können es auch. Sie sind sich nur manchmal ihrer Wahlfreiheit nicht bewußt.
Ich bitte Dich, Thomas, meine Beiträge künftig nicht mehr in dieser Weise zu beurteilen, wie Du es getan hast. Ich bin erwachsen und beruflich wie persönlich sehr kompetent. Ich erwarte, von Dir als gleichberechtigte Gesprächspartnerin behandelt zu werden. Ich nehme Dich auch ernst. Ich kann es gut haben, wenn du mir sagst, Du bist anderer Meinung, weil....... . Das gibt mir Anregung zum Nachdenken. Kein Mensch ist unfehlbar oder könnte nicht noch etwas dazulernen. Ich halte es aber fürabsolut unangemessen, wenn Du meine Wahrnehmungen, mein Erleben, meine Berufserfahrung, mein Wissen und mein Leben, beurteilst, korrigierst und noch ins Lächerliche ziehst, wie Du es diesmal getan hast. Das Recht hat kein Mensch bei mir. Ich kann mir nicht vorstellen, daß es Dir gefallen würde, würde ich Deine Beiträge hier öffentlich in dieser Art kommentieren. Ich nehme an, dass Du es nicht bewusst getan hast. Wenn Du dazu noch Fragen hast, bin ich gerne bereit, es mit Dir zu besprechen. Meine private email-Adresse ist Dir bekannt.
Ich wünsche Dir einen schönen Urlaub und viel Zeit, für Dich selbst. Die Arzt-Tätigkeit ist wahrlich anstrengend. Wenn man sich immer darauf konzentrieren muß, anderen zu helfen, dann braucht man auch Zeit für sich, um Kräfte zu tanken. Wenn Du mich jetzt fragst, wie ich zu dieser schnellen Überzeugung/Diagnose komme, dann kann ich nur sagen: "Wie immer aus meiner lanjährigen Lebenspraxis. Ich arbeite ständig mit Ärzten zusammen und habe Freundinnen, die Ärztinnen sind." (-;
Birgit
MatthiasW
01.07.2002, 13:12
Hallo Dr. Noll,
mich haben Ihre letzten Beiträge und die Art und Weise wie Sie Birgit, Olli und mich versuchen zurechtzuweisen sehr betroffen gemacht, ja fast sprachlos.
Sie empfehlen Wolfgang erst eine Therapie zumachen um seine Probleme in den Griff zu kriegen, bevor er über den Sinn und das Risiko einer Rückschulung nach denkt.
Ich habe nicht anderes gemeint, als ich Wolfgang riet, sich an Fr. Dr. Sattler zuwenden um eine Adresse eines LH-beraters zu erfragen. Ich wollte verhindern, das er sich ohne Beratung und
Begleitung in eine Rückschulung stürtzt, wie viele andere, die die Bücher von Fr. Dr. Sattler gelesen haben, und dann ohne
Begleitung (LH-Berater, Psychtherapeut usw.) ev. scheitert und seine Situation verschlimmert.
Eine Therapie ist richtig und angebracht. Der Therapeut sollte aber sorgfälltig ausgewählt werden und über Linkshänder, den damit häufig verbundenen Umschulungen und den Folgen einer Umschulung bescheid wissen.
Verleiche "Der Umgeschulte Linkshänder ... " von Frau Dr. Sattler,
Seite 298 bis 302, wichtig Seite 300 zweiter Absatz und 301 fünfter Absatz.
Mit freundlichen Grüßen
Matthias
... ich will mich hier einmal einschalten und schlichtend vor Birgit stellen, denn ihr Engagement in allen Ehren Herr Dr. Noll, aber meines Empfinden nach haben Sie den Beitrag von Birgit (und auch von Wolfgang) nicht ausführlich und gründlich genug gelesen, ansonsten währen Ihnen z.B. nicht solche Ausführungen entgangen wie:"Den Vorschlag aller, dich an einen Therapeuten zu wenden, finde ich absolut richtig."
>>Deine Probleme sind groß aber lösbar. Das sage ich so klar, weil ich
>>1. früher in einer Suchtberatungsstelle gearbeitet habe und weiß, daß man sein Suchtmittel loslassen kann und sich dann besser fühlt.
>>2. Ich mit 37 Jahren selbst zurückgeschult habe und es wahrlich kein Kinderspiel war.
>Hallo ??? Woher kommt diese so schnelle Überzeugnung, sprich Diagnose ?? Ich als agemeinmediziner kann das nicht so recht begreifen...
Hat Birgit hier eine Diagnose gestellt? NEIN!!! Sie hat nur Mut zugesprochen:"Deine Probleme sind lösbar." und dargelegt, warum sie dies so optimistisch sieht.
>>3. Und ich weiß aus meiner Berufspraxis, daß man auch mit 35 - 40 Jahren beruflich noch was aus sich machen kann. In meinem Bekanntenkreis hat sich jemand von der Hilfsarbeitertätigkeit zur Großhandelskauffrau fortgebildet. Macht ihr jetzt riesen Spaß.
>Was sagt uns dsas denn nun g e n a u ???
Hierzu sollten Sie sich noch einmal das Schreiben von Wolfgang genauer ansehen indem er folgendes darlegt:"...Bis zum heutigen Tag -ich bin jetzt 37-war ich nicht fähig aus dieser Gabe (IQ von über 120) Kapital zu schlagen.Ich bin hier ziemlich einsam in meinem Gefängnis .Ich halte mich mit Hilfsarbeiterjobs über Wasser und bin seit 10 Jahren Drogensüchtig.Wäre man damals in der Forschung so weit wie heute gewesen, wäre mir bestimmt einiges erspart geblieben."
Und auch hier spricht Birgit Wolfang wieder Mut zu, indem Sie Ihm ein Erlebnis aus Ihrer unmittelbaren Bekanntschaft darlegt, welches zeigt, dass es in keinem Fall zu spät ist.
>Der Vorschlag von Matthias, eventuell eine Rückschulung genauer in Erwägung zu ziehen, ist auch gut.
>>>> Nein, und nochmals NEIN! Ich kapiere einfach nicht, dass Ihr eure gelungenen neuen (immer noch fraglichen, weil noch nicht zu Ende erforscht) Rückschulungen tatsächlich und wortwörtlich positiv überstanden habt (und tatsächlich fehlerfrei ???, keine psychosomatische Störungen bis hin zum Verrückwerden)??, habt ????
Was heißt denn hier noch nicht zu Ende erforscht? Wenn die Wissenschaft diesem Grundsatz folgen würde, mein Gott, wo ständen wir denn Heute? Ich glaube, in diesem Fall gäbe es so einige Bahnbrechende Erfindungen nicht! Und wer soll denn - schließlich und letztendlich - diese Erforschung durchführen?
Nein, nein, so können und dürfen Sie nicht argumentieren! Man muß hier in jedem Fall Nutzen und Schaden abwägen und es war ja wohl auch in keinem Fall die Rede davon, dass sich nun Wolfgang Hals über Kopf in eine Rückschulung stürtzen soll.
> Vielleicht magst du oder der andere der Rückschülerauch einfach nur ein wenig mehr in deinem Leben mit der linken Hand machen und erleben, daß sich das sehr angenehm und stimmig anfühlt. Bloß kann es sein, daß Du vielleicht das Schöne daran nicht so erleben kannst, wenn Du noch Drogen nimmst, die ja die Körperwahrnehmung sehr verändern.
>Soll heißen: wir wissen über die Rückschulung vor wie nach viel zu wenig, und der Hurra-Rückschulungspatriomatismus, den viel zu viele von sich auf andere übertragen, bedarf kompetenter w i s s e n s c h f t l i c h e r Beratung von kompetenten Menschen, die das auch o b j e k t i v beurteilen können !!
Was heißt eigentlich wissenschaftlicheBeratung (speziell zu diesem Thema: Linkshändigkeit)? Gibt es überhaupt eine wissenschaftliche Beratung (meine Frage bezieht sich hier ganz Bewußt auf: Beratung im wissenschaflichem Sinne)? Würden Sie Matthias diese Kompetens absprechen?
Mit freundlichem Gruß
Olli
Bernd-Gast
01.07.2002, 20:10
hallo, wolfgang!
Ich wurde auch so mitte der 70er umgeschult und ich habe dadurch auch ein sehr schweren schicksalsweg einschlagen müssen. mir ist dieses problem vor 7 jahren durch einen zeitungsbericht klar geworden. leider habe ich nur die probleme erkannt, aber habe sie bis heute nicht bewältigen können. ich habe zwar schon einige arztgespräche und heilpraktikergespräche hinter mir, aber leider kann ich bis jetzt noch keine positiven erfolge verbuchen.
es würde mich freuen wenn du mir schreibst und wir in kontakt kämen.
mfg bernd
Wolfgang
01.07.2002, 21:22
Zunächst einmal Herzlichen Dank an alle für die zahlreichen Postings,wobei ich auf keinen Fall wollte dass hier ein Streit ausbricht über die Art, wie ich meine Probleme zu bewältigen habe. Mir ist durch das Buch von Frau Sattler(scheinbar ist sie die einzigste , die zu diesem Thema ein Buch geschrieben hat ) )erst klar geworden warum in meinem Leben so viel schief gelaufen ist.
Mein zukünftiger Weg wird wohl so aussehen , dass ich Versuchen werde eine geeignete Psychotherapie zu finden um ersteinmal mit meinen Alltagsproblemen
( Drogenkonsum,mangelndes Selbstvertrauen ,Depressionen )fertig zu werden um im Anschluss eine Rückschulung zu Versuchen.
Liebe Grüsse Wolfgang
Hallo Wolfgang,
daß wir uns hier in der Wolle hatten, soll Dich nicht weiter stören. Das kommt einfach gelegentlich vor.
Was Du tust, ist Deine Entscheidung. Ich hätte mir vor drei Jahren auch jegliche Einmischung verbeten, wann, wie und mit welcher/wie viel Begleitung ich meine Rückschulung angehe oder auch nicht. Ich gehe davon aus, daß andere die gleiche Freiheit haben.
Bücher gibt es zu diesem Thema noch andere. Wenn Du unter google.com oder amazon.de mit dem Stichwort Linkshändigkeit suchst, wirst Du eine ganze Menge Bücher finden. Konkretere Anregungen bekommst Du sicher von den Leuten hier, die die Qualifikation zum Linkshänderberater haben.
Ich wünsche Dir für alles, was Du angehst, gutes Gelingen. Laß von Dir lesen, wie's weiter geht.
Gruß
Birgit
MatthiasW
02.07.2002, 21:09
Hallo Bernd,
wie ist Dein Arzt und Dein Heilpraktiker denn zu der Linkshänderproblematik eingestellt. Können sie die Problematik und die Folgen einer Umschulung verstehen und wie stehen sie zu den Aussagen von Frau Dr. Sattler?
Warst Du schon mal bei einem Linkshänderberater, um über Deine Umschulung und deren Folgen zu sprechen. Vielleicht kann Dir der Linkshänderberater in Deiner Nähe einen Arzt und oder Heilpraktiker und oder Therapeuten nennen, der sich auch mit der Linkshänderproblematik auskennt.
Gute Adressen von Linkshänderberatern in Deiner Nähe kannst Du in München bei Frau Dr. Sattler erfahren.
Tel.: 089 268614 Tel.Berat. Mitt 14-15 Uhr
Fax: 089 268614
Internet: www.lefthander-consulting.org
Gruß aus Münster
vBulletin® v3.6.8, Copyright ©2000-2012, Jelsoft Enterprises Ltd.