annabell
28.03.2003, 14:28
Hi Silke,
ich bin Linkshänderin, wurde nie auf rechts geschult. In meinem Leben habe ich mehrere Instrumente spielen gelernt und bin der Meinung, dass der rechts- links-Unterschied hier nicht überbewertet werden sollte. Die meisten Instrumente werden - wie schon geschrieben - von beiden Händen gespielt, wobei jede Hand eigene Aufgaben hat, die geübt werden müssen. Von daher halte ich die meisten Musikinstrumente für nicht an Händigkeit gebunden. Hier meine Erfahrungen:
Blockflöte:
Ich begann mit 5 Jahren mit Blockflötenunterricht und habe bis zu meinem 17. Lebensjahr alle Größen durchgespielt - linke Hand oben, rechte unten, also
übliches Griffschema. Die unteren Löcher braucht man seltener, die oberen (linke Hand)häufiger und mit höherer Druckintensität - Vorteil für Linkshänder! Die tiefen Töne richtig zu treffen, also die Löcher richtig zuhalten, fällt Rechtshändern übrigens am Anfang auch ziemlich schwer.
Gitarre:
Als ich mit dem Gitarrespielen begann - so ungefähr mit 14, hatte ich ebenfalls nie das Gefühl, mit der "falschen Hand" zu soielen - im Gegenteil, das Greifen viel mir leichter als anderen, weil meine linke Hand geübter und kräftiger war, als bei anderen - klarer Vorteil für Linkshänder! Ich war beim Lernen eindeutig schneller als die Rechtshänder...Das Schlagen mit der rechten Hand war dafür vielleicht etwas übungsintensiver, was mir allerdings nicht bewusst war. Zumal am Anfang eh nur einfache Schläge nötig waren. Später spielte ich dann auch nach Noten - auch hier war der Vorteil, dass es für mich extrem leicht war, die Saiten richtig festzuhalten. Naja und da bei uns Linkshändern ja eh die rechte Hand geübter ist, als bei den Rechthändern die Linke hab ich das Zupfen schliesslich auch gelernt.
Klavier:
Hier habe ich es nicht allzu weit gebracht - der Fingersatz machte mich wahnsinnig. Und da - bevor man virtuos spielen kann - die rechte Hand die Hauptarbeit macht, liegt hier anfangs eindeutig ein Vorteil für Rechtshänder vor. andererseits müssen - wie in einem anderen Posting schon erwähnt - bei steigender Leistung die Hände ähnlich viel Arbeit verrichten. Sei es, dass die linke Hand mehr Töne auf einmal greifen muss oder größere Strecken zu überwinden hat. Die rechte Hand ist dann - wenn der Schüler die ganzen Etüden überwunden hat - auch entsprechend geübt...
Das Klavier hat im Übrigen auch die wenigsten Möglichkeiten - es soll zwar schon Linkshänderklaviere geben, aber wer kann sich wirklich so ein Stück - auf dem dann natürlich nur Linkshänder spielen können, leisten. Wo gibt es Musikschulen mit Linkshänderklavieren und wo gibt es die Linkshänderklaviererprobten Klavierlehrer...
Posaune:
..hab ich dann auch mal probiert. die Lautstäke dieses Instrumentes war allerdings nicht mit meinem dmaligen Umfeld vereinbar, so dass ich nach einem halben Jahr aufgab. Klassisch - rechte Hand am Zug, linke an den Ventilen. Da hier die härteste Übungsarbeit der Mund übernehmen muss würde ich sagen - beide Hände gleich beansprucht...
Fazit: Wie oben schon angesprochen, halte ich Musikinstrumente, aufgrund ihrer Beanspruchung beider Hände für Nicht-Hand-Abhängig. Habe auch schon von Leuten gehört, die aufgrund von Behinderungen nach Unfällen umgelernt haben...
Da ich die Beanspruchung der Hände als ziemlich ausgeglichen empfinde, würde ich jedem empfehlen, erst mal die üblichen Instrumente auszuprobieren. Sie sind preiswerter und ein Lehrer ist auch schneller zu finden. Alternativ kann man auch beide Versionen, z.B. bei Gitarren im Fachhandel ausprobieren.
Gruß
anna
ich bin Linkshänderin, wurde nie auf rechts geschult. In meinem Leben habe ich mehrere Instrumente spielen gelernt und bin der Meinung, dass der rechts- links-Unterschied hier nicht überbewertet werden sollte. Die meisten Instrumente werden - wie schon geschrieben - von beiden Händen gespielt, wobei jede Hand eigene Aufgaben hat, die geübt werden müssen. Von daher halte ich die meisten Musikinstrumente für nicht an Händigkeit gebunden. Hier meine Erfahrungen:
Blockflöte:
Ich begann mit 5 Jahren mit Blockflötenunterricht und habe bis zu meinem 17. Lebensjahr alle Größen durchgespielt - linke Hand oben, rechte unten, also
übliches Griffschema. Die unteren Löcher braucht man seltener, die oberen (linke Hand)häufiger und mit höherer Druckintensität - Vorteil für Linkshänder! Die tiefen Töne richtig zu treffen, also die Löcher richtig zuhalten, fällt Rechtshändern übrigens am Anfang auch ziemlich schwer.
Gitarre:
Als ich mit dem Gitarrespielen begann - so ungefähr mit 14, hatte ich ebenfalls nie das Gefühl, mit der "falschen Hand" zu soielen - im Gegenteil, das Greifen viel mir leichter als anderen, weil meine linke Hand geübter und kräftiger war, als bei anderen - klarer Vorteil für Linkshänder! Ich war beim Lernen eindeutig schneller als die Rechtshänder...Das Schlagen mit der rechten Hand war dafür vielleicht etwas übungsintensiver, was mir allerdings nicht bewusst war. Zumal am Anfang eh nur einfache Schläge nötig waren. Später spielte ich dann auch nach Noten - auch hier war der Vorteil, dass es für mich extrem leicht war, die Saiten richtig festzuhalten. Naja und da bei uns Linkshändern ja eh die rechte Hand geübter ist, als bei den Rechthändern die Linke hab ich das Zupfen schliesslich auch gelernt.
Klavier:
Hier habe ich es nicht allzu weit gebracht - der Fingersatz machte mich wahnsinnig. Und da - bevor man virtuos spielen kann - die rechte Hand die Hauptarbeit macht, liegt hier anfangs eindeutig ein Vorteil für Rechtshänder vor. andererseits müssen - wie in einem anderen Posting schon erwähnt - bei steigender Leistung die Hände ähnlich viel Arbeit verrichten. Sei es, dass die linke Hand mehr Töne auf einmal greifen muss oder größere Strecken zu überwinden hat. Die rechte Hand ist dann - wenn der Schüler die ganzen Etüden überwunden hat - auch entsprechend geübt...
Das Klavier hat im Übrigen auch die wenigsten Möglichkeiten - es soll zwar schon Linkshänderklaviere geben, aber wer kann sich wirklich so ein Stück - auf dem dann natürlich nur Linkshänder spielen können, leisten. Wo gibt es Musikschulen mit Linkshänderklavieren und wo gibt es die Linkshänderklaviererprobten Klavierlehrer...
Posaune:
..hab ich dann auch mal probiert. die Lautstäke dieses Instrumentes war allerdings nicht mit meinem dmaligen Umfeld vereinbar, so dass ich nach einem halben Jahr aufgab. Klassisch - rechte Hand am Zug, linke an den Ventilen. Da hier die härteste Übungsarbeit der Mund übernehmen muss würde ich sagen - beide Hände gleich beansprucht...
Fazit: Wie oben schon angesprochen, halte ich Musikinstrumente, aufgrund ihrer Beanspruchung beider Hände für Nicht-Hand-Abhängig. Habe auch schon von Leuten gehört, die aufgrund von Behinderungen nach Unfällen umgelernt haben...
Da ich die Beanspruchung der Hände als ziemlich ausgeglichen empfinde, würde ich jedem empfehlen, erst mal die üblichen Instrumente auszuprobieren. Sie sind preiswerter und ein Lehrer ist auch schneller zu finden. Alternativ kann man auch beide Versionen, z.B. bei Gitarren im Fachhandel ausprobieren.
Gruß
anna