Vollständige Version anzeigen : RH-Musiker
Libertin
15.08.2004, 23:55
Hallo, die Frage ist inwieweit es überhaupt RH Musiker gibt, alle die ich persönlich kenne sind PseudoRH (bis auf einen RH der ist allerdings Geigenbauer).
Die Frage ist auch ob ein Scan im Erwachsenenalter überhaupt noch etwas über die ursprüngliche Händigkeit aussagt. Wenn man mein Hirn scannen würde, würde vielleicht auch "RH" aussikemma, da ich bis vor gut einem Jahr auch ALLES mit rechts gemacht hatte...
Lieben Gruß Libertin
Libertin schrieb:
Hallo, die Frage ist inwieweit es überhaupt RH Musiker gibt, alle die ich persönlich kenne sind PseudoRH (bis auf einen RH der ist allerdings Geigenbauer).
Ehm, oempf. Schau, wie erkennt man den pseudoRH so von aussen. Also ikke kenne eine ziemliche Masse Musiker, die sich ziemlich eindeutig und unkompliziert als RH geben. Bei den meisten habe ich nicht die geringsten Zweifel an ihrem authentischen RH-tum: muss mit ihnen zusammenarbeiten, und das macht zT nicht so enormen Spass.
Geigenbauer [in Koeln?]...wer issn das?
Die Frage ist auch ob ein Scan im Erwachsenenalter überhaupt noch etwas über die ursprüngliche Händigkeit aussagt.
Rein logischerweise sollte man doch eher dies annehmen: wenn die Umschulung tatsaechlich so nachhaltige Schaeden verursacht, wie immer angenommen wird, dann ist _natuerlich_ der Unterschied Lh-RH auch im Erwachsenenalter noch sichtbar, auch bei einem LH, der bisher eisern 'auf rechts' gelebt hat.
Tilman
Libertin IRS
17.08.2004, 22:28
Hallo Tilmann
Also ikke kenne eine ziemliche Masse Musiker, die sich ziemlich eindeutig und unkompliziert als RH geben.
Als Feierabendmusiker kenne ich natürlich nicht so viele Musiker. (Statistischer Fehler der kleinen Stichprobe?) Ich orientiere mich bei der Beurteilung mehr an den von Frau Dr. Sattler beschriebenen typischen Charaktereigenschaften denn an der Motorik; auch ich war bis zu meinem "Coming out" als PseudoRH und ULH vor gut einem Jahr steif und fest davon überzeugt "natürlich" RH zu sein und habe ja auch bis dahin ALLES schön brav und artig mit "rechts" gemacht (die Umschulung fand bei mir wahrscheinlich schon im Kleinkind- und Säuglingsalter statt). Erst durch die Beschreibung des PseudoRH fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Als ich das las dachte ich: Ja dieser PseudoRH, das bin ja ich! Als ich es dann zunächst erst nur "versuchsweise" mit links versucht hatte, war ich sehr verblüfft: Das stimmt ja tatsächlich, Wahnsinn! Ich bin ja wirklich Linkshänder! - Die Selbsteinschätzung sagt im Erwachsenenalter ja nichts mehr aus. Deshalb vermute ich, dass meine persönlichen Beoachtungen nicht ganz so falsch sind; diese 40-50% LH, ULH und PseudoRH müssen irgendwo ja auch schließlich versteckt sein, oder?
muss mit ihnen zusammenarbeiten, und das macht zT nicht so enormen Spass.
Warum wohl? Vielleicht doch eher PseudoRH?
Geigenbauer [in Koeln?]...wer issn das?
Der wohnt in Niederbayern
Die Frage ist auch ob ein Scan im Erwachsenenalter überhaupt noch etwas über die ursprüngliche Händigkeit aussagt.
Rein logischerweise sollte man doch eher dies annehmen: wenn die Umschulung tatsaechlich so nachhaltige Schaeden verursacht, wie immer angenommen wird, dann ist _natuerlich_ der Unterschied Lh-RH auch im Erwachsenenalter noch sichtbar, auch bei einem LH, der bisher eisern 'auf rechts' gelebt hat.
Da das Gehirn über eine enorme (Neuro-)Plastizität verfügt, können Einflüsse die seit der Geburt auf ein Individuum einwirken andere Effekte maskieren und unter Umständen zu falschen Ergebnissen führen: Wenn z.B. eine Gliedmaße amputiert wird, schrumpft nach vielen, vielen Jahren auch das dazugehörige Hirnareal. Niemand käme deshalb allerdings auf die Idee zu behaupten, die amputierte Gliedmaße sei auch nur sehr "klein" gewesen. Das Gehirn ist zum Glück im ständigen Umbau und Umorganisation begriffen, sonst währe Neurorehabilitation und Rückschulung im Erwachsenenalter nicht mehr möglich. Zum Glück ist es anders: Jüngst haben Forscher entdeckt, dass Nervenzellen sogar auch im Erwachsenenalter wieder nachwachsen können. Vieles in der Neurobiologie ist im Fluss und derzeit bestehen nur erste Zwischenergebnisse.
Zudem ist ein Scan eine sehr, sehr grobe Untersuchungsmethode und sagt z.B. nichts über die Zytoarchitektur und nur sehr bedingt etwas über Neuroimmunologie und Neuroendokrinologie aus. Da müsste man schon ein Hirnbiospie machen, was ethisch nicht vertretbar ist. Das Auflösungsvermögen eines CCT bewegt sich im 0,5cm Bereich, MRT 0,3cm, PET und SPECT weiß ich nicht genau, müssten allerdings auch nur mehrere Millimeter sein, d.h. die "Feinverschaltung" wird damit überhaupt nicht erfasst.
Lieben Gruß, Libertin
Hallo Libertin,
was kann denn Deiner Meinung nach so eine Untersuchung, wie sie die Klinik in Hamburg- Eppendorf durchführen möchte mit uLh, für Aufschlüsse geben?
Detlef
Hallo Libertin,
was kann denn Deiner Meinung nach so eine Untersuchung, wie sie die Klinik in Hamburg- Eppendorf durchführen möchte mit uLh, für Aufschlüsse geben?
Detlef
Spekulation meinerseits: er will einfach mal nachgucken, ob er mit dieser Methode was findet. Wenn ja- wunderbar, wenn nein, setzt u.a. Methodenkritik an.
Jedenfalls bin ich neugierig auf die Ergebnisse und die Diskussion um die Ergebnisse.
Rosalind
Libertin IRS
18.08.2004, 12:29
Hallo Detlef, hallo Rosalind,
Ich kenne die Untersuchung jetzt nicht im Detail, so dass ich mir darüber kein abschließendes Urteil erlauben kann. Meine Bedenken sind eher prinzipieller Art, dass wenn Ergebnisse herauskommen, genau hinterfragt werden muss, wie die Ergebnisse im einzelnen zustande kommen und ob die Ergebnisse auch tatsächlich das zeigen was untersucht werden sollte, ob z.B. die RH in der Kontrollgruppe wirklich auch "echte" RH sind und nicht doch womöglich ein hoher Prozentsatzt PseudoRH darunter sein könnte, welche die Ergebnisse der Kontrollgruppe verfälschen.
Nichts desto Trotz finde ich es gut, dass überhaupt LH-Forschung zunehmendst erfolgt. Ich bin der Meinung, LH-Forschung, egal wie, bringt eine Diskussion in Gang, bewirkt vielleicht zwar auch einige Kontroversen, führt dadurch aber auch zu Multiplikatoren was die Thematik LH anbelangt. Und über kurz oder lang wird sich dann von selbst die Spreu vom Weizen trennen und die "gute" Forschung wird am Ende (hoffentlich?!)übrig bleiben.
Libertin
Hallo Libertin!
Das sehe ich genauso! In Gang kommt auf jeden Fall etwas!
Detlef
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