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Vollständige Version anzeigen : Mischhändigkeit, ehemals Beidhändigkeit genannt


Sylvia
16.05.2004, 23:43
So, nach wochenlangem Mitlesen der Beiträge muss ich auch einmal wieder meinen Senf dazugeben.

Es geht um Mischhändigkeit, die bei mir, wie schon manchmal erwähnt, vorliegt. Ich kann mit beiden Händen gleich gut schreiben und in jeder anderen Situation agieren, und ich bin niemals umgelernt worden, noch habe ich mich selbst jemals umgelernt. Hier wird so oft von UHL und TUHL etc gesprochen, die sich "beidhändig" nennen, mir geht es aber um die "Mischhändigkeit", was einen Unterschied darstellt. Leider werden diese Begriffe immer wieder durcheinander geworfen.

Es gibt immer wieder Leute hier im Forum, die berichten, wie gut sie mit beiden Händen, also gemischt Ihren Alltag bewerkstelligen, und durch viele Forenbeiträge verunsichert werden. Was mich nun stört ist diese immer wiederkehrende These, daß es "Mischhänder" nicht gibt, weil wissenschaftlich nicht bewiesen. Oder wenn einer meint, er sei MH (um mal eine neue Abkürzung einzuführen), heißt es sofort, da muss eine Störung vorliegen, ein Hirnschaden gar oder ein Unfall.

Es kann doch nicht sein, daß nach den LH nun die MH für komisch erklärt werden, bloß weil sie (wir) beide Gehirnhälften gleichermaßen nutzen( so meine Annahme).

Man kann auch nicht nur nach den Büchern einer bestimmten Person denken, und für so vieles andere unaufgeschlossen sein.

Wir wären immer noch der Mittelpunkt des Universums, wenn sich nicht Leute aufgemacht hätten, um ihren Horizont zu erweitern.

...von wegen, was nicht bewiesen ist, das gibt es auch nicht...


Nun denn, das wollte ich loswerden, eine gute Nacht wünscht

Sylvia

Regina
17.05.2004, 18:47
Liebe Sylvia!


Dein Beitrag ist sehr wohltuend.


Diese URL-, IRS-, THUL- u.u.u. Bezeichnungen scheinen eine Wissenschaft für sich zu sein und alles was sich als Kritiker dazugesellt hat mit Sicherheit einen noch nicht erforschten Defekt.


Ich habe großes Verständnis für Menschen, die Schwierigkeiten haben aufgrund ihrer umgeschulten Linkshändigkeit und auch dafür, dass sie versuchen, diese zu bewältigen oder zu korrigieren. Was mich jedoch enorm stört, ist diese Stigmatisierung, dieses Nichtannehmenkönnen eines Andershandelnden, das wirkt auf mich genau so folgenschwer, wie die Umschulung eines Linkshänders auf die rechte Hand.


Mache Probleme werden erst zu Problemen, wenn man sich ihnen anschließt und sich hier einreiht.


Auch ich bin beidhändig handelnd und erkenne keine Nachteile durch diese Tatsache an mir.


Herzliche Grüße


Regina

Jeannine
17.05.2004, 21:45
Hallo Sylvia und Regina,


eine Meinungsfreiheit bevorzuge auch ich! Und ich halte auch nichts von Stigmatisierungen, jedoch würde ich Problemen auf den Grund gehen und nicht alles auf eine Ursache beschränken oder sogar zur Verdrängung übergehen. Was die Mischhändigkeit betrifft, gibt es bei vielen Menschen nachweisbare Probleme, was jedoch nicht bedeutet, das ich eine Mischhändigkeit ohne jegliche Probleme ausschließe! Das Leben besteht auch aus Dingen, die der Wissenschaft noch unklar sind -> Menschen sind unterschiedlich!!! Wichtig ist es jedoch, den Menschen mit Problemen zu helfen, bzw. einen Weg zu zeigen um die Selbstheilung anzukurbeln! Dem Argument: "Alles der Natur überlassen, die regelt es selber", würde ich nicht mehr 100 prozentig nachgehen. Der Grund dafür war eine Fehlstellung meiner kleinen Finger. Meinen Eltern wurde damals gesagt, das die sich von alleine richten, bis zur Pubertät ist alles verwachsen... Pustekuchen, der rechte kleine Finger hatte eine 45 prozentige Fehlstellung, der linke 20 Prozent. Mit Ende 20 habe ich mich an der rechten Hand operieren lassen -> ich denke mal, das ein eingipsen der Finger im Kleinkindalter günstiger gewesen wäre und mir auch viele Hindernisse erspart geblieben wären! Ich bin übrigens auch eine rückgeschulte Linkshänderin, die ihrer Intuition folgte...


Viele Grüße von Jeannine

Sylvia
18.05.2004, 17:06
Vielen Dank Regina,

das geht runter wie Öl, ich hatte schon die Befürchtung, daß ich und meine Meinug wieder stark kritisiert werden.Obwohl ich, wie Du auch, natürlich etwas gegen Leute habe, die ihre Kinder gegen die angeborenen Fähigkeiten erziehen.

Tschö Sylvia

Holger
22.05.2004, 00:27
Hallo Regina,


ich glaube ich schreibe jetzt nach etlichen Monaten nohmal einen Beitrag !


Das tue ich nur, weil ich Dir sagen möchte, dass Du genau das ansprichst, was mir hier auch immer wieder auffällt...nämlich, dass alle Mischhänder (ich selbst auch) ja permanent verunsichert sein müssen beim lesen der Beiträge !


Und dann stehst Du da und willst unter Umständen alles auf die dominante Seite

bringen, weil Du glaubst, dass sich dann ne Menge Probleme auflösen


...und angeblich gibt es ja keine Mischhänder...


willkommen im Club der Schizophrenen, oder wie sollen wir es nennen ???




Gruss Holger

Sonja ULH, IRS
22.05.2004, 10:55
Hallo Misch-oder Beidhänder


Eine Frage:

Wenn ihr Euch ganz klar als Misch- oder Beidhänder bezeichnet und für Euch ebenso klar eine umgeschulte Linkshändigkeit ausschließt, was erhofft Ihr Euch eigentlich im Linkshänderforum? Was wollt Ihr denn eigentlich besprechen?



Meines Erachtens gibt es kein Rechtshänderforum. In einer Rechtshändergesellschaft braucht sich ein RH auch keine Gedanken über seine Händigkeit zu machen, für ihn sind alle technischen Dinge und Handwerksgeräte... optimal eingerichtet. Dem ersten Anschein nach müsste es dann doch Misch-oder Beidhändern noch wesentlich leichter ergehen. Sie müssten doch höchst flexibel und anpassungsfähig sein. Für sie wäre es dann beispielsweise egal, ob sie in der Küche beim Spülen von links nach rechts oder umgekehrt arbeiten, egal beim Heimwerken, ob man eine versteckte Schraube im linken oder rechten Eck zu montieren hat, egal, ob sich bei einem besonders schwierigen, abschüssigen Wanderweg das Sicherheitsgeländer links oder rechts angebracht ist, oder..., weil Ihr dann einfach Eure Hände danach umstellt, weil Ihr mit beiden Händen bei jeder Tätigkeit exakt gleich geschickt seid und Euch mit der linken wie der rechten Hand exakt gleich sicher fühlt (Wenn Ihr das nicht könnt oder seit, dann würde ich mich doch fragen, warum das nicht geht. Das muss dann wohl doch an den Vernetzungen im Gehirn liegen.). Ihr müsstet doch ständig positiv auffallen oder bewundert werden!? Offenbar nicht, sondern eher habt Ihr doch anscheinend immer irgendwie das Gefühl anzuecken. Wieso bloß? Also doch so etwas wie ein Identifikationsproblem? Ups, nein, ich möchte Euch wirklich keine Probleme einreden. Also, wenn Ihr Euch ganz klar von LH und RH abgrenzt, warum macht Ihr dann nicht ein eigenes Forum auf? Das wäre doch dann eigentlich die logische Konsequenz.

Bitte, das ist keine Aufforderung und keine Kritik, sondern nur eine Frage!


Solange man für sich selber nicht sicher ist, lässt man sich von anderen verunsichern.


Gruß

Sonja

Holger
22.05.2004, 11:10
Hallo Sonja,


dieser Beitrag war totaler Bull**** !


Na klar haben wir Identifikationsprobleme oder wissen uns nicht klar einzuordnen,

weil die Gesellschaft nun mal gerne klare Unterteilungen vornimmt. Und die grose Masse ist eben meist anders und die meisten denken eh nicht über Händigkeit nach...

Ausserdem bekommen die Mischhänder ja meistens erzählt, dass es das eigentlich nicht gibt. Was sollen die denn dann bloss denken ?




Gruss H.

Dr. Noll
22.05.2004, 12:18
Ich verstehe Holger z.B. so, dass er sich nicht völlig im klaren ist, ob er nun Mischhänder, Beidhänder oder umgeschulter Linkshänder ist.

Wenn ich ihn richtig interpretiere (bitte korrigieren Sie mich, Holger, wenns falsch ist, was ich schreibe), dann ist sein Hauptproblem, ob er die Art und Weise, wie er momentan mit seiner Händigkeit umgeht, die eben so aussieht wie Beidhändigkeit - egal, ob sie das nun per definitionem ist oder ob es das gibt - weiter beibehalten soll oder ob er sich z.B,. rückschulen sollte.

Ihm geht es offenbar aber so gut, wie er "ist", d.h. er kommt gut mit seinem vielleicht umgeschulten Leben zurecht, wird aber durch die sehr starke Betonung der Wichtigkeit der Rückschulung verunsichert. Natürlich will er das beste für sich aus seiner Situation machen, und das ist eben sein "beidhändiges" Agieren, zumindest im Moment.

Ich finde es wichtig, dass wir auch diese Position akzeptieren, und ich möchte niemanden zur einzig-wahren Nur-dominante-Händigkeit-ist-sinnvoll missionieren.


Nebenbei: ich selber habe mich früher auch rückgeschult, aber es hat sich für die Probleme, die ich hatte (und habe) wie z.B. Black-Outs, aber auch einiges andere, nichts verändert. Daher habe ich nach einigen Jahren meine frühere "Beidhändigkeit wieder angenommen, d.h. ich schreibe wieder mit rechts, weil mir meine rechtshändige Schrift besser gefällt, obwohl ich mit beiden Händen schreiben kann.

Ich wechsele also täglich mehrfach den Handgebrauch, und - wieder hat es keine negativen Auswirkungen gehabt, keine Umschulungsfolgen wurden verstärkt. (Also ganz im Gegensatz zu dem, was Matthias hier empfielt - meiner Meinung nach gibt es eben nicht nur eine "Wahrheit" !)

Die wahren Folgen der Umschulung haben sich bei mir in der frühkindlichen Phase eingestellt und sich im Erwachsenealter nicht mehr besonders verändert.

Ich weiß zwar, dass ich kein Beidhänder bin, obwohl ich vielen so erscheine, habe für mich allerdings auch Klarheit gefunden, die Holger (vielleicht) noch sucht.

Deshalb finde ich, ist er sehr gut in unserem Forum aufgehoben, und ich möchte, dass er sich hier wohl- und akzeptiert fühlt.


Liebe Grüße


Dr. Noll

Detlef
22.05.2004, 12:26
Hallo Sonja,


ich schreibe Dir jetzt mal aus meiner Sicht/Gefühlslage eines Beitragslesers:

Deinen Beitrag fasse ich sch... auf! Ich lese da eine frontale Kritik, eine Unbewußte Aufforderung und auch eine Frage raus!

Holger ist sich in der Auffassung/Bestandsaufnahme sozusagen seiner Händigkeit sicher. Was ihn aber verunsichert, ist der Umgang der Umwelt mit seiner Händigkeit, also kann man natürlich trotz Sicherheit unsicher sein!!

Was sucht und findet jemand unter Anderem in diesem Forum? Möglicherweise sucht er Leute, die ihn einfach mal so nehmen, wie er ist....soll Wunder wirken! Holger möchte , lese ich, daß "Beidhändigkeit gibt es nicht!" nicht als verurteilendes Damoklesschwert sogar über diesem Forum als etwas Luftschaffendem für Interessierte hängt, sondern sich eben LUFT SCHAFFEN und Leute zum Austausch finden und sich besser fühlen. Genau das hat er ja auch schon gefunden. Ist doch prima!

Ich habe vor einem Jahr gelernt, wenn ich etwas sage oder mache, mich auch mal in die Perspektive zu begeben, ich selbst sei mein Zuhörer bzw. Zuschauer. dann habe ich die Wirkung Dessen gefühlt auf mich als vermeitlich Außenstehenden! Halleluja!! ....man verändert dann einiges ganz schnell....ich zumindest. Das hilft manchmal ungemein sowohl dem Anderen als auch mir selbst!


Gruß von Detlef

Sonja ULH, IRS
22.05.2004, 18:16
Hallo Detlef


Hallo Sonja,

ich schreibe Dir jetzt mal aus meiner Sicht/Gefühlslage eines Beitragslesers:

Deinen Beitrag fasse ich sch... auf! Ich lese da eine frontale Kritik, eine Unbewußte Aufforderung und auch eine Frage raus! Holger ist sich in der Auffassung/Bestandsaufnahme sozusagen seiner Händigkeit sicher.


Das habe ich nun speziell bei ihm anders aufgefasst, oder was meinte er mit seiner „dominanten“ Seite?!?
Und dann stehst Du da und willst unter Umständen alles auf die dominante Seite
bringen, weil Du glaubst, dass sich dann ne Menge Probleme auflösen

Nun gut, das kann man natürlich auch anders lesen.


Was ihn aber verunsichert, ist der Umgang der Umwelt mit seiner Händigkeit, also kann man natürlich trotz Sicherheit unsicher sein!!

Was sucht und findet jemand unter Anderem in diesem Forum? Möglicherweise sucht er Leute, die ihn einfach mal so nehmen, wie er ist....soll Wunder wirken! Holger möchte , lese ich, daß "Beidhändigkeit gibt es nicht!" nicht als verurteilendes Damoklesschwert sogar über diesem Forum als etwas Luftschaffendem für Interessierte hängt, sondern sich eben LUFT SCHAFFEN und Leute zum Austausch finden und sich besser fühlen. Genau das hat er ja auch schon gefunden. Ist doch prima! Ich habe vor einem Jahr gelernt, wenn ich etwas sage oder mache, mich auch mal in die Perspektive zu begeben, ich selbst sei mein Zuhörer bzw. Zuschauer. dann habe ich die Wirkung Dessen gefühlt auf mich als vermeitlich Außenstehenden! Halleluja!! ....man verändert dann einiges ganz schnell....ich zumindest. Das hilft manchmal ungemein sowohl dem Anderen als auch mir selbst!


Ja, das mache ich auch, halte ich auch für wichtig. Nur, ganz ehrlich, da ist auch immer eine Menge Selbstprojektion dabei. Man wird sich nie wirklich ganz in einen anderen hineinversetzen können. Dennoch habe ich das auch dieses Mal getan. Nur zugegeben, habe ich natürlich auch etwas Provokation mit eingebaut, um eine neue Diskusionen hier im Forum anzuregen. Ich denke, man schreibt nicht nur einfach so in einem Forum, irgendwas will man doch für sich bezwecken, zumindest aber wenigstens eine Reaktion auf sein Posting erhalten. Du hast recht, Holger hat hier im Forum schon, ich nenne es mal Gleichgesinnte getroffen, Leute, die sich wie er auch als Misch- oder Beidhänder bezeichnen (finde ich auch prima!) und sich hier im Forum isoliert fühlen und irgendwie angegriffen (meines Erachtens nicht direkt, habe zumindest nichts dergleichen gelesen, sondern durch ihre eigenen Unsicherheit). Trotzdem blieben sie tatsächlich isoliert und zwar als Gruppe der Misch- oder Beidhänder. Das hat sich ja nun durch mein Posting geändert. Nun haben sie schon einmal eine starke Rückendeckung von Herrn Dr. Noll und Dir bekommen, super! freut mich! Das sind doch eindeutige Aussagen und die tun ihnen sicher gut! Ich kann sie nicht unterstützen, weil ich anderer Meinung bin und meine Fragen meinte ich durchaus ernst.


Ich wünsche Euch allen Alles Gute und viel Anregung und Unterstützung, damit jeder seinen eigenen, für sich richtigen Weg finden möge!


Ich hoffe, daß ich mit meinem Post eben nicht zu schroff war, aber ich habs ja auch erklärt! Das schreibe ich Dir, weil Du mich als einen Befürworter Deiner Einstellungen kennengelernt hast.

Du verträgst bestimmt auch ehrliche, gut/verändernd gemeinte Kritik :-).


Sicher, solche Art Kritik regt das Denken an und das ist spannend! Mach Dir mal bloß keinen Kopf! ;-)



Gruß

Sonja

Holger
23.05.2004, 13:13
Hallo Dr. Noll,


...danke für Ihren Beitrag...nicht nur weil ich mich irgendwie

verteidigt fühle :), sondern auch weil Sie hier sehr offen von Ihrer eigenen Geschichte erzählen !




Gruss Holger

Jeannine
25.05.2004, 08:00
Hallo Sonja,


zu provokativ finde ich Dein posting nicht, denn immerhin ist es auch die Sichtweise von Dir, wie auch die "Mischhänder" ihre Sichtweise darstellen. Auf der anderen Seite kann ein "Niederreden einer Rückschulung" genauso die Menschen verunsichern!? Jedoch ist da ja noch die Selbstinitiative eines Menschen, der letztendlich entscheidet... Jedoch finde ich eine gute Beratung wichtig, um einen Menschen mit PROBLEMEN zu helfen. Die Rückschulung soll ja nicht als Allheilmittel im Vordergrund stehen, denn diese ist nur ein "Mittel" -> meiner Meinung nach sind die Selbstheilungskräfte am wirksamsten, ohne die keine Therapie optimal funktioniert...stimmt das Umfeld nicht, wird Gegengeredet, ist Stress gehäuft... -> all das verunsichert! Für mich hat es die Kraft auch noch durch andere Punkte gegeben, denn ich habe "verschiedene" Literatur durchforstet und die LH-Beratung damit verknüpft. Durch Unfall-Forschungen ist zum Beispiel festgestellt worden, das bei Hirnverletzungen durch spezielle Übungen, andere Gehirnregionen wieder aktiviert werden und dadurch der Mensch neu dazulernt...Das gleiche Prinzip habe ich auch auf meine Rückschulung angewendet...Also Koordinationsübungen für beide Gehirnhälften -> das heißt aber nicht = Beidhändertraining!!! Diese Koordinationsübungen bekam ich bei einer ganzheitlichen Lerntherapie vermittelt. Das gleiche Prinzip kann ich mir auch bei einer Ergotherapie vorstellen -> das soll jetzt kein abwerten der Mischhändigkeit sein, sondern für Problemfälle, bei denen die beiden Gehirnhälften nicht optimal zusammen arbeiten! Denn schließlich soll ja Menschen geholfen werden, die Probleme haben und manch einer sucht schon Jahrelang nach einer Möglichkeit! Und diesen Menschen sollte Mut gemacht werden!


Viele Grüße von Jeannine

Claudia Kuhn
20.09.2005, 22:01
Hallo Holger,

ich bin beim Internetsurfen zum Thema "Beidhändigkeit" auf Deinen Beitrag (leider schon etwas älter) gestossen, aus dem ich schließe, dass auch Du über eine gleichverteilte Geschicklichkeit beider Hände verfügst. Mich interessiert dieses Thema brennend, da das auch bei meinem 5-jährigen Sohn der Fall zu sein scheint. Seit Säuglingstagen hat sich bei ihm nie eine Bevorzugung einer Hand gezeigt und jetzt im Vorschuljahr wird dieses "Phänomen" auffällig und offenbar von den Erziehern als Problem betrachtet. Alle behaupten, dass es eine Beidhändige Begabung nicht gibt, und schieben es auf verspätete Entwicklung und Unentschlossenheit - der Kleine ist aber ziemlich pfiffig!


Meine Fragen daher:


Was kann ich tun um mein Kind bestmöglich zu unterstützen, ohne es in eine Richtung zu drängeln?


Ist es sinnvoll, eine Hand zur Schreibhand zu wählen?


Hast Du bei Dir festgestellt, dass Du auch auf anderen Gebieten von den Normen abweichst, z.B. durch besondere Talente, aber auch evtl. dadurch, dass einige Fähigkeiten schwächer ausgeprägt sind (z.B. Orientierung etc.?)


Du würdest mir und dem Kleinen mit Deiner Antwort sehr helfen, da ich darauf vertraue, dass jemand mit eigener Erfahrung mir die beste Hilfestellung leisten kann, um meinem Sohn optimal zu unterstützen.


Herzlichen Dank vorab, Claudia

Anke Thalheim
27.09.2005, 14:42
Hallo Claudia!

Ich kann dich gut verstehen ich bin schon 4 Jahre schlauer und stöbere immer noch hoffnungsvoll im Internet.

Ich bin Linkshänderin und als mein Sohn 3,5 Jahre war stieß ich auf einen Linkshänder-Artikel. Daraufhin gab ich Robert ein Puzzle um seine Händigkeit zu testen, da er bislang unauffällig in der Händigkeit war, ganz anders als seine Schwester, die alles rechts macht. Er puzzelte alles mit links selbst die Teile, die er direkt in die Rechte Hand bekam. Er gab zu dieser Zeit oft die linke Hand zum "guten Tag" sagen, malte und schrieb ungern. Eigentlich kann man das für fast alles sagen: Was er direkt mit der Hand macht da benutzt er meist die linke Hand und alle Sachen mit Werkzeug macht er mit rechts. Deshalb waren wir Zum Test Bei Frau Großer in Jena und in München bei Frau Dr, Sattler. Er ist als Linkshänder getestet worden. Da aber 3 von 4 Großeltern, und wohl auch so manche Lehrer gegen Linkshändikeit sind, beschäftigen wir uns bis heute mit dem Thema , was richtig ist. Ich wollte schon aufgeben im Frühjahr. Dann sprach ich nochmal mit meinem Sohn. Kleine Kuriositäten aus dem Alltag zum Schmunzeln: Robert legt das Besteck immer anders herum als wir es allesamt, einschließlich ihm, benutzen zum Essen hin.

In der zweiten Klasse war seine Schrift übrigens links und rechts gleich, so dass wir nicht sahen mit welcher Hand er etwas geschrieben hat. Buchstaben gespiegelt hat er auch, weshalb ich wohl schon für eine feste Schreibhand bin.

Mein Robert hat mit zwei Jahren schon super gepuzzelt mit 2,5 Jahren seine doppelt so alte Schwester beim Memory an die Wand gespielt und mit drei Jahren ein hunderter Puzzel in einer 3/4 Stunde ganz allein gemacht. Zur Schule hat er keine Lust ihn interessiert rumtoben Technik und Ritter und er kann prima LEGO zusammen bauen. Von manchen höre ich, dass ich ihn stärker rannehemn muss, damit aus ihm was wird, aber eigentlich suche ich ihn von innen heraus zu motivieren. Gern sind noch Vorschläge willkommen.

Also ich würde das Kind testen lassen, um mehr Klarheit zu gewinnen. Aber bitte nicht zur Einschulung von den Lehrern durch hüpfen auf einem Bein!

Joan
28.09.2005, 11:27
Hallo Anke,


mich würde interessieren wie Du letzendlich Deinen Sohn überzeugen konntest die linke Hand zum schreiben zu benutzen.

Ich habe eine 3.8 Jahre alte Tochter, die im Handgebrauch immer noch stark wechselt, jedoch im Grunde nur zum malen und schneiden konstant die rechte Hand benutzt. Alle anderen Tätigkeiten macht sie entweder links oder beidhändig.

Problematik: Sie hat bereits mit der Vorschule begonnen, da wir in Spanien leben.


Ich hatte letzte Woche auch die Gelegenheit mit Fr. Dr. Sattler zu telefonieren und ihr meine Situation zu schildern. Ich hatte ihr beschrieben wie der Test bei dem Ergotherapeuten abgelaufen ist und sie hatte schon Bedenken geäussert. Ich vermute das Testergebnis ( keine eindeutige Händigkeit und 90 % Linksfüssig ) ist nicht zuverlässig.

Sie sagte meinen Schilderungen zufolge, wäre eine Linkshändigkeit nicht auszuschliessen, insofern man überhaupt am Telefon zu einer Diagnose kommen kann.

Mittlerweile scheint sich auch herauszukristallisieren, das sie das linke Auge und das linke Ohr bevorzugt. Der Fuss ist sowieso links.


Leider reagiert Alina nicht positiv darauf, wenn ich ihr vorschlage mit der linken Hand zu malen bzw. bei der linken Hand zu bleiben, denn mittlerweile wechselt sie auch öfter mal einen kurzen Moment auf die linke Seite.

Leider scheint sie im Kindergarten schon mal von einem Kind zurechtgewiesen worden zu sein, als sie mit links hantierte. ( Die linke Hand ist schlecht )

Das macht die Sache nicht leichter.


Alina hat im übrigen auch eine besondere Vorliebe für das Puzzeln und konnte mit 2,5 Jahren Puzzel mit 25 Teilen selbstständig lösen.

Mittlerweile legt sie Puzzle mit 60 Teilen gelangweilt und wir sind zu den 100 Teilen übergegangen, die sie etwas mehr fordern.


Für Tipps wäre ich dankbar


Viele Grüsse

Joan

Claudia Kuhn
29.09.2005, 22:32
Hallo Anke,


vielen Dank für Deine Antwort! Es hilft schon, wenn man nicht ganz alleine dasteht! Ich habe mich inzwischen an eine Frühförderstelle gewende, wo nach dem gestrigen Anamnesegespräch in den nächten 6 Wochen verschiedene Tests durchgeführt werden sollen. Ich habe bisher ein gutes Gefühl, sie sind dort sehr wohlwollend und interessiert. Der Händigkeitstest ist schon einmal im Groben durchgeführt werden, allerdings (wie erwartet) ohne ein konkretes Ergebnis.

Valentin (mein Sohn) fällt - ebenso wie Dein Sohn - durch besondere Begabungen, allerdings teilweise auf anderen Gebieten auf. Er hat eine ausgeprägte Fantasie und ein gutes Talent komplexe Zusammenhänge zu begreifen. Bei Dingen, die ihn nicht interessieren schaltet er aber total ab. Er merkt sich oft mit nur Mühe zweistellige Hausnummern, aber im Spiel behält er 7stellige erfundene Telefonnummern. Er schreibt auch gerne Zahlen und Buchstaben spiegelverkehrt und reicht zum Gruß die linke Hand. Ist Dein Sohn auch oft abwesend und verträumt? Was tust Du (falls das so ist), um ihm wieder "in die Welt" zu helfen? Ich habe ja großes Verständnis (bin selber so), aber ich will ihm ersparen,damit bei den Erziehern anzuecken.

Falls die Beratungsstelle gute Tipps hat, gebe ich sie Dir gerne weiter. Bei Valentin scheint es jedenfalls nicht nur das Problem der Händigkeit zu sein.

Ich finde gut, dass Du auf Motivation setzt. Auch ich will keinen Überflieger dressieren, sondern ein glückliches Kind haben!


Bin gespannt, wie es weitergeht!


herzlicher Gruß, Claudia

Colin
26.04.2006, 16:54
Hallo,Sylvia!

Dies ist mein erster Beitrag.Ich bin also noch völlig neu hier drin.Nur damit ich das nicht falsch verstehe(korrigier mich bitte,wenn dem doch so ist!): du kannst quasi alles mit beiden Händen und praktizierst das auch und bezeichnest dich deshalb als Mischhänderin.Ich aber halte den Begriff der Mischhändigkeit in diesem Fall für absolut nicht angebracht,sondern würde sagen,dass du Beidhänderin bist.Du hast vollkommen recht,wenn du sagst,dass das immer wieder durcheinander gehauen wird.Laut meiner Kenntnis-und da bin ich mir sehr sicher-
sehen die Definitionen wie folgt aus.
Beidhändigkeit ist die gleichmäßig starke Ausbildung beider Hände,so dass keine Hand der anderen sonderlich bevorzugt wird.
Diese Eigenschaft wird wohl meist durch (Selbst-)Erziehung und Training, die sog.Zweihändigkeitsbewegung,erreicht,doch kann eine bereits angeborene Ambidextrie(so der Fachbegriff für Beidhändigkeit;Ambidextralität geht auch)nicht ausgeschlossen werden.
Auch beidhändige Menschen besitzen so gut wie immer eine(sozusagen ursprünglich)bevorzugte Hand,was für sie in der alltägl.Praxis
jedoch kaum bis garnicht von Bedeutung ist.Auch ich bin eigentlich normaler Rechtshänder(gewesen),soll heißen weder allzu schwach noch allzu stark,habe bis zur 2.Hälfte des 8.Schuljahres eindeutig rechtshändig gelebt,bis dann mein Interesse und meine Neigung zur Links- bzw. Beidhändigkeit wieder zum Vorschein kam,die ich bei mir bereits als Kind beim Malen beobachtet hatte.
Heute bin ich Beidhänder.
Ich führe alle-und ich meine wirklich alle-alltäglichen Arbeiten mal links-,mal rechtshändig aus(wie ich gerade lustig bin eben oder wie es der Zufall will).Um auf das zurückzukommen,was dich wahrscheinlich eher interessiert:die Definition der Mischhändigkeit.Jene ist die scheinbar widersprüchlich auftretende Bevorzugung einer bestimmten Hand bei bestimmten "wesentlichen" Tätigkeiten,sprich diejenigen an denen die Allgemeinheit die Händigkeit einer Person erkennt(oder zu erkennen meint),insbes.Schreiben und Malen,aber auch Werfen oder Essen.
Einfacher formuliert ist Mischhändigkeit die nicht eindeutig erkennbare Händigkeit eines Menschen,weil dieser für eben jene "wesentlichen" Tätigkeiten nicht,wie es bei eindeutigen Links-oder Rechtshändern üblich wäre,gänzlich die linke oder gänzlich die rechte Hand bevorzugt,sondern sich die verschiedenen Tätigkeiten auf die verschiedenen Hände verteilen.Ein Beispiel:jmd.schreibt mit der linken Hand(logische Schlussfolgerung:ein Linkshänder),malt und wirft aber mit rechts(denkste!;wohl doch ein Rechtshänder),nimmt Löffel oder Gabel in die linke Hand(na was´n nu?).

Du verstehst?Mischhänder sind also nicht eindeutig, sondern höchstenfalls schwach rechts-oder linkshändig,wenn überhaupt.Sie können in der Praxis aber auch nicht zu den Beidhändern gezählt werden,da sie ja(und darin steckt der Unterschied!!!)nicht etwa beide Hände für alle Aufgaben gleichermaßen benutzen, sondern stets eine bevorzugte Seite für diese oder jene Tätigkeit aufweisen,für den "Otto-Normal-Händer" also nicht nachvollziehbar.
Mischhänder können wegen ihrer "Ausgeglichenheit" aber durchaus als "potenzielle" Beidhänder angesehen werden.Wie ist es nun bei dir?

Ich könnte noch ewig weiter schreiben,mach jetzt aber lieber Schluss.Ich hoffe,du kannst was mit dem hier anfangen.Über jede Reaktion von dir(oder auch von anderen!),egal ob Zustimmung,Ablehnung,Fragen etc.,würde ich mich freuen.

Tschüss.Colin

Nany
26.04.2006, 20:17
Hallo Colin,


mein Stichwort, zu dem, was du über Beidhändigkeit sagst, wäre

'Automatisierung'. Die gibt es bei der Beidhändigkeit, wie du sie definierst nicht mehr zu . Brauchst du keine...? Ich versuch es mir grad vorzustellen.., aber So offen, immer neu, kreativ, wie Leben an sich für mich ist, würde ich ohne automatisches Ablaufen vieler alltäglicher Handlungen auf Dauer wohl ausklinken.


Wie lange machst du das so, alles beidhändig?


Grüße

Nany

Dr. Noll
26.04.2006, 22:54
Interessant wäre bei denjenigen, die sich für Beidhänder halten, eine PET-Untersuchung des Gehirns während der gleichen Tätigkeit einmal mit rechts, einmal mit links.

Dabei wird der Stoffwechsel des Gehirns durch markierte Substanzen während einer Tätigkeit in einem Bild dargestellt. Zu erwarten wäre bei echten Beidhändern, dass jeweils die kontralaterale Jirnhälfte hauptsächlich, aber speigelbildlich aktiviert wird.

Die einzige diesbezügliche Untersuchung, die allerdings nicht konkret auf Beidhänder zielt, zeigt dies jedoch nicht, sondern zeigt bei der umgeschulten Tätigkeit eine deutliche Mehrbeteiligung beider Hirnhälften, wohingegen bei der Tätigkeit der dominanten Hand die kontralaterale Hirnhälfte dominiert.


Vielleicht erleben wir ja noch diesbezügliche Untersuchungen.


Dr. Noll

Marc
26.04.2006, 23:23
Hallo!


Manoman - das hat jetzt aber gedauert bei mir, bis ich gerafft habe, dass das hier ein gaaaaaanz alter Thread ist!!!!!

Ich dachte schon: Wo kommt denn plötzlich diese Sylvia, diese Sonja und dieser Holger und all die anderen her. Wo hier doch gerade so wenig los ist! (-;


Hallo Dr. Noll,


Mit diese PET-Untersuchung ist sicher das gleiche gemeint, was hier: http://www.quarks.de/dyn/7377.phtml Aktivierungsmuster des Gehirns, bzw. die Gehirnfotographie genannt wird, oder?

Das war es auch, an das ich zuerst denken musste, als ich das mit den Beid- und Mischhändern las.


Oh ja, ich bin schon nahe dran ins UKE hier in Hamburg zu rennen, um mir da die Neurologen vorzuknöpfen und mit meinen Fragen zu löchern. Finde ich ziemlich spannend, das Thema!!!


Ich habe das so verstanden:

Fall A:

Wenn die Test-Person mit der rechten Hand schreibt - und wenn es sich bei der Test-Person um einen Rechtshänder handelt - dann leuchtet das Sprachzentrum in der linken Gehirnhälfte auf.


Fall B:

Wenn die Test-Person mit der linken Hand schreibt - und wenn es sich bei der Test-Person um einen Linkshänder handelt - dann leuchtet das Sprachzentrum in der rechten Gehirnhälfte auf.


Fall X:

Wenn die Test-Person mit der rechten Hand schreibt - und wenn es sich ber der Test-Person um einen Linkshänder handelt - dann leuchten beide Sprachzentren rechts und links auf.


Fall Y:

Wenn die Test-Person mit der linken Hand schreibt - und wenn es sich ber der Test-Person um einen Rechtshänder handelt - dann leuchten beide Sprachzentren rechts und links auf.


Fazit:

Bei diesem Test gibt es keine Beidhänder.


Wie kann man angesichts dieses Tests die These der Beidhändigkeit aufrecht erhalten?


Da das Schreiben die komplexeste Tätigkeit ist, die ein Mensch im Alltag ausführen kann, ist es das beste Beispiel für diesen Test. Durch Schreiben verknüpfen sich im Gehirn die Nervenstränge und äh ... ich habe leider (noch) keine Ahnung, was da genau geschieht, muss erst mal ein schlaues Buch drüber lesen.

Kann mir jemand ein gutes, leicht verständliches dazu empfehlen?


Ich bin übrigens auch ein Beidhänder - falls es das gibt - und bin leider sehr unglücklich damit und hoffe sehr, dass sich mit meiner Rückschulung an meinen Schwierigkeiten und den Blackouts was ändert! (Bin zuversichtlich!)


Viele Grüße

Marc

Colin
26.04.2006, 23:27
Hallo,Nany.Grüß dich herzlich!

Zunächst mal vielen lieben Dank für deine Antwort.Hätte nicht gedacht, dass das

so rasch geht!Sofern ich richtig verstanden habe, fragst du dich, inwiefern ich

Tätigkeiten überhaupt noch automatisch/unwillkürlich/aus Reflex heraus ausführe.

Ich schrieb ja, ich mache alles mal so, mal so oder wie es der Zufall will.Ich

könnte stattdessen auch sagen "...oder wie es der Reflex will".Ich schätze das

Verhältnis bewusstes Agieren-unbewusstes Agieren bei mir einfach mal auf 50:50.

Ich bin jetzt 20 Jahre alt, fing mit der Zweihändigkeitsbewegung im Alter von

14 (in der 8.Klasse) an, mache das ganze also seit ziemlich genau 6 Jahren.

Hierbei sollte ich jedoch eine Besonderheit erwähnen: beim Schreiben entschied

ich mich nach kurzer Experimentierphase (dauerte ein paar Wochen oder ein paar

Monate;weiß es nicht mehr so genau) dafür, meine ursprüngliche Schreibhand, also die rechte, in der Schule beizubehalten - einfach um dämlichen Fragen und

bösen Blicken aus dem Weg zu gehen ("Hörs'de ma off mid lings zu schreiben!").

Du siehst, mir ist dieses unangenehme Gefühl, das so viele Linkshänder und Linkshänderinnen (wie du ja sicher auch) durchmachen müssen oder mussten, nicht ganz unbekannt - vielleicht der beste Beweis dafür, dass ich kein wirklicher Rechtshänder (mehr) bin (für alle Rechtshänder, die das jetzt eventuell lesen:

das ist keinesfalls böse, sondern nur scherzhaft gemeint; dann würd'ich mich ja selber,wenn auch nur zur Hälfte, verarschen!)Was die Schreibhand angeht, blieb

ich in der Schule, bis auf ganz ganz wenige Ausnahmen, wenn mir derartig langweilig war oder ich einfach mal keinen Bock mehr hatte, mein "linkshändiges Bedürfnis" zu unterdrücken, also bei der rechten Hand (Malen und Zeichnen einbezogen).Außerhalb der Schule machte ich aber alles so, wie ich es wollte,

auch wenn ein Schulkamerad anwesend war, dem meine Linkskultur(so nennt man die

Zweihändigkeitsbewegung speziell in meinem Fall;das linkshändige Pendant heißt

Rechtskultur) nicht passte.Privat schrieb ich immer dann mit links, wenn ich Lust dazu hatte (Schularbeiten eingeschlossen), insges. dann aber bis vor kurzem

doch viel viel häufiger mit rechts (aus purer jahrelanger Gewohnheit), aber oft

genug mit links, um ein gutes Gefühl und auch Ausdauer darin zu entwickeln, so

dass ich seit ein paar Wochen sogar massiv und bisweilen ausschließlich mit links schreibe - und das geschieht in der Tat größtenteils unbewusst.Damit

wären wir wieder bei dem Thema Automatik und Reflexe.Durch das jahrelange Üben

besitze ich quasi für viele Handlungen zwei Reflexe, einen angeborenen,

ursprünglichen rechtshändigen sowie einen "antrainierten, erlernten"

linkshändigen Reflex, wenn man so will.Und hier entscheidet dann des öfteren der

Zufall,wenn ich es also nicht bewusst steuere.Es gibt bei mir auch gewisse "Händigkeitsphasen".Ich bin dann halt mal für'ne Weile Linkshänder oder

auch mal wieder Rechtshänder, wenn's mir in den Sinn kommt.Hier ist dann oft der Reflex der Seite im Vorrang, die eben zuletzt häufiger oder auch mal ausschließlich zum Zuge kam.Bei mir hängt also auch die Automatik von der Gewohnheit ab, von solchen Handlungen bzw. Reflexen mal abgesehen, deren

"linkshändige Version" extra zu üben ziemlicher Unsinn wäre (z.B.Winken,den

Stinkefinger zeigen, mit den Fingern schnipsen).Und dann richten sich meine Hände auch mal ganz nach den Räumlichkeiten bzw. der Logik (wenn der Stift schon zu meiner Linken liegt, warum dann mit rechts schreiben?).

Ich hoffe,liebe Nany, das beantwortet deine Fragen.Wenn nicht, schreib mir bitte!Wenn ja, schreib mir ruhig auch!Würde mich sehr freuen.

Danke.Auf bald, hoff'ich!Tschüss. Colin

Goofy
27.04.2006, 00:17
Vielleicht müsste bei einem echten jeweils beim rechts schreiben die rechte Seite aufleuchten und beim links schreiben die linke? *miteinemzwinkerndenauge*

Fisch
27.04.2006, 09:47
Hallo!

Manoman - das hat jetzt aber gedauert bei mir, bis ich gerafft habe, dass das hier ein gaaaaaanz alter Thread ist!!!!!

Ich dachte schon: Wo kommt denn plötzlich diese Sylvia, diese Sonja und dieser Holger und all die anderen her. Wo hier doch gerade so wenig los ist! (-;


Mensch Marc, du nervst echt völlig mit Deiner Kleinkariertheit und Hartnäckigkeit. Fehlt Dir wirklich jegliches Gespür für Peinlichkeiten?

Bin übrigens davon überzeugt, dass du das Pseudonym von "also wirklich" für deine Zwecke missbraucht hast (hatte es auch gelesen); so macht es zusammen mit deinen bisherigen Verhaltensweisen Sinn. Vielleicht brauchst du das mal so deutlich, um endlich mit deinem weiteren Herummäkeln aufzuhören.


Jawoll, auch ich lese und schrieb hier schon des öffteren. Das Forum besteht so nun schon seit Jahren als eines der bestfunktionierendsden, auch ohne - ich denke sogar GERADE ohne Zwangsregistrierung. Drum' sehe ich immer mal wieder gerne vorbei.

Ein großes Lob den Administratoren!


Herzliche Grüße

Fisch

Marc
27.04.2006, 22:52
Dieser Vorwurf ist absolut daneben!


Du solltest dich selbst mal fragen, ob du wirklich glaubst, dass niemand merkt, dass Du Fisch, Andreas und Also wirklich heißt!


++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ +++++++


Ich bitte die Admins, den Beitrag von Fisch zu löschen. Er hat nichts mit dem hier angesprochenen Thema zu tun und auch nichts mit Linkshänsdigkeit.


Er dient nur der Provokation!

Nany
29.04.2006, 00:50
Interessant wäre bei denjenigen, die sich für Beidhänder halten, eine PET-Untersuchung des Gehirns während der gleichen Tätigkeit einmal mit rechts, einmal mit links.

Dabei wird der Stoffwechsel des Gehirns durch markierte Substanzen während einer Tätigkeit in einem Bild dargestellt. Zu erwarten wäre bei echten Beidhändern, dass jeweils die kontralaterale Jirnhälfte hauptsächlich, aber speigelbildlich aktiviert wird.

Die einzige diesbezügliche Untersuchung, die allerdings nicht konkret auf Beidhänder zielt, zeigt dies jedoch nicht, sondern zeigt bei der umgeschulten Tätigkeit eine deutliche Mehrbeteiligung beider Hirnhälften, wohingegen bei der Tätigkeit der dominanten Hand die kontralaterale Hirnhälfte dominiert.

Vielleicht erleben wir ja noch diesbezügliche Untersuchungen.

Dr. Noll




Wieviele Menschen hatte man in dieser PET-Untersuchungsreihe eigentlich untersucht?


Die PET-Untersuchungsgerätschaft soll ja der eines Computertomographen ähnlich sein. Darin kann man anscheinend sitzen und schreiben.. und muss doch drauf achten, dass sich der Kopf nicht mitbewegt.. oder wie lief das genau ab?


Weitere Untersuchungen fände ich in vielerlei Hinsicht interessant...


Wollte ich nur meiner Neugier mal nachgehen und schauen, was PET-Bilder dazu "sagten", dass sich das Schreiben jetzt gut anfühlt, bräuchte ich 500€ (nur für die Untersuchung) und Vertrauen in dieses an Glucose gebundene Fluor-18-Mittel (da ich keine Chemie-Expertin bin..), dass es in meinem Körper auch wirklich 'einfach nur schnell zerfällt'. In Sauerstoff nur?



Lieben Gruß

Nany

Fisch
29.04.2006, 12:00
Dieser Vorwurf ist absolut daneben!

Du solltest dich selbst mal fragen, ob du wirklich glaubst, dass niemand merkt, dass Du Fisch, Andreas und Also wirklich heißt!

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ +++++++

Ich bitte die Admins, den Beitrag von Fisch zu löschen. Er hat nichts mit dem hier angesprochenen Thema zu tun und auch nichts mit Linkshänsdigkeit.

Er dient nur der Provokation!


Ohne Worte

Fisch

Muh
29.04.2006, 15:16
Wetten, Du bist genauso feige, wie "Also wirklich!", "Andreas", und die "rückgeschulze Linkshänderin", Dich hier im Forum mit echtem Namen zu outen?

Nany
05.05.2006, 18:06
Hallo Dr. Noll,


in einem anderen Forum ist das Thema Linkshändigkeit/Umschulung aufgetaucht, zu dem ich mich gerne äußern möchte. Es geht um einen Jungen, der bald eingeschult wird. Seine Mutter stellte jetzt die Frage, ob es denn wirklich sooo schlimm wäre, dass er lieber mit rechts schreiben will, wobei er immer wieder vorzeigen würde, das auch mit links zu können... und außerdem würde er bei vielen Tätigkeiten, gerade bei anspruchsvollen auch, wie beim Schälen mit dem Messer, als Linkshänder erscheinen. Er würde betonen, in der Schule wolle er aber mit rechts schreiben. Seine linke Hand täte ihm schnell weh. Hm.


Seine Mutter hat anscheinend 'nur mal so nachgefragt', sie reagiert jetzt nämlich auf Hinweise zu Umschulungsfolgen (nicht nur von mir) und auf Vorschläge, die Händigkeit testen zu lassen, recht oberflächlich, laissez-faire quasi und will es 'auf sich beruhen' lassen. Jetzt wollte ich die von Ihnen angegebene Positronen-Emissions-Untersuchung mal noch zu Felde bringen, weiss aber nicht so recht, wie ich mich da ausdrücken kann. Einige in dem Forum (kein Linkshänderforum) erzählen davon, bei sich selbst Beidhändigkeit -nach Colin wären das eher Schilderungen von 'Mischhändigkeit' - wahrzunehmen.


Ich habe mit eigenen Worten versucht, jene einzige PET-Untersuchung anzuführen, weiss aber nicht, ob meine Worte der Untersuchung bzw. deren Interpretation so auch wirklich entsprechen. Und ich will jetzt keine falschen Schlussfolgerungen bezüglich dieser Untersuchung in die Welt setzen.


Letztlich würde ich gerne ausdrücken, dass sie zwar nicht beweist, aber eher darauf hindeutet, dass es eine veranlagte Beidhändigkeit nicht gibt, als darauf, dass es sie gibt. Aber das mag überinterpretiert sein! Oder?

Lässt die Untersuchung das eigentlich völlig offen oder kann man von Hinweisen sprechen?


Ich muss ja zugeben, dass in meinen Augen, die dazu aber eben nicht

'naturwissenschaftlich' gucken, vieles für eine Dominanz spricht, von der aus beide Seiten koordiniert und verbunden werden. Beispielsweise habe ich auch Eisprünge zu 99% links.;) Meine rechtshändige Schwester zwar auch,... es fällt zumindest aber auf, dass sich die Seitigkeit diesbezüglich bei uns beiden nicht mischt. Nunja, das ist einfach eine Beobachtung, mit der ich natürlich nicht argumentieren würde. Weshalb ich an Beidhändigkeit nicht glaube, kann ich nicht so einfach in Worte fassen. Das Thema scheint mir auf jeden Fall wichtig zu sein.


Ich weiss nun also nicht, was ich unter Einbeziehung der Untersuchung überhaupt sagen kann und kann Sie dort ja auch nicht ungefragt zitieren.

Außerdem könnte es sein, dass das, was Sie unten geschrieben haben, nicht allgemein verständlich ist.


Meine Frage ist: Könnten Sie das in einer für Laien verständlichen Sprache nochmal ausdrücken, weshalb genau diese bisher einzige Untersuchung Beidhändigkeit gegenüber offenbar skeptisch machen kann...?


Dürfte ich das dann zitieren?



Wäre Ihnen sehr dankbar dafür!

Liebe Grüsse
Nany

Nany
05.05.2006, 20:16
Hallo nochmal Dr. Noll,


ich hab mich mal anders sozusagen noch stark gemacht. Zu spontanen Bewegungsabläufen zB. Die Mutter will darauf achten. (-:


Aber es würde mich trotzdem noch interessieren, was ich fragte. Vielleicht, nur einfach für mich.

(;


Nany

Dr. Noll
12.05.2006, 12:51
Das einfachste wäre doch, wir telefonierten mal miteinander.

Mailen Sie mir mal Ihre Emailadresse, dann werde ich mich direkt bei Ihnen melden (meine: dr.thomas.noll@teleos-web.de)


Dr. Noll

Liliane
15.05.2006, 10:28
Hallo Herr Dr. Noll,


ich habe eine Frage an Sie. Wo kann man einen 9 jährigen Jungen testen lassen auf eine vermutete Linkshändigkeit. Er weiß selbst nicht von seiner, wie ich annehme, Linkshändigkeit. Seine Mutter schonmal garnicht. Eingeschult wurde er ein JAhr später. Und nun gehts fleisig zur Ergo Therrapeutin, weil er mit dem Stoff nicht nachkommt. Er zeigt auch andere Umschungsfolgen. ICh weiß von seiner schweren Geburt und vermute leichte Schädigungen seines Gehirns, die sich aber mittlerweile ausgewachsen haben. Ansonsten ist er ein ganz normaler Linkshänder, der seine Linkshändigkeit nicht richtig lebt.


Ich denke mal, da müssen irgendwelchen Formen von Gehirn Aktivitätsmessungen gemacht werden. Meinen Beobachtungen nach macht er nur wenig beidhändig und kaum was mit links.


Über eine Antwort werde ich mich freuen. Und ich werde dann diese Infos an die Eltern weiter geben.


Liliane

Colin BH, ALH
17.05.2006, 15:46
"Einige in dem Forum (kein Linkshänderforum) erzählen davon, bei sich selbst Beidhändigkeit -nach Colin wären das eher Schilderungen von 'Mischhändigkeit' - wahrzunehmen."


Hallo,liebe Nany!



Wollte mich einfach nur mal bei dir bedanken, dass du mich hier erwähnst.Find'ich echt cool!Fühl'mich geehrt!

Also recht herzlichen Dank.


Ich hoffe, dir geht's gut.

Bis dann! Colin

Dr. Noll
21.05.2006, 17:29
Hallo Herr Dr. Noll,

ich habe eine Frage an Sie. Wo kann man einen 9 jährigen Jungen testen lassen auf eine vermutete Linkshändigkeit. Er weiß selbst nicht von seiner, wie ich annehme, Linkshändigkeit. Seine Mutter schonmal garnicht. Eingeschult wurde er ein JAhr später. Und nun gehts fleisig zur Ergo Therrapeutin, weil er mit dem Stoff nicht nachkommt. Er zeigt auch andere Umschungsfolgen. ICh weiß von seiner schweren Geburt und vermute leichte Schädigungen seines Gehirns, die sich aber mittlerweile ausgewachsen haben. Ansonsten ist er ein ganz normaler Linkshänder, der seine Linkshändigkeit nicht richtig lebt.

Ich denke mal, da müssen irgendwelchen Formen von Gehirn Aktivitätsmessungen gemacht werden. Meinen Beobachtungen nach macht er nur wenig beidhändig und kaum was mit links.

Über eine Antwort werde ich mich freuen. Und ich werde dann diese Infos an die Eltern weiter geben.

Liliane


Hallo Liliane,


erst mal würde ich als Basisuntersuchung eine Testung bei einem Linkshänderberater machen lassen, der auch auf die Frage einer frühkindlichen Hirnschädigung eingehen wird.

Hirnaktivitätsmessungen sind nicht ganz ohne Risiko (intravenöse Belastung mit einer radioaktiv markierten Substanz), und recht teuer, abgesehen von den wenigen Instituten, die über entsprechende Geräte verfügen. Zudem sind sie nicht validiert und daher nur schwer zu interpetieren.

Übrigens würde ich dem Kind nicht vorher sagen,dass es um eine Händigkeitstestung geht, damit es sich nicht darauf (unbewusst) einstellen kann.


Dr. Noll

Liliane
22.05.2006, 07:27
Hallo Liliane,

erst mal würde ich als Basisuntersuchung eine Testung bei einem Linkshänderberater machen lassen, der auch auf die Frage einer frühkindlichen Hirnschädigung eingehen wird.

Hirnaktivitätsmessungen sind nicht ganz ohne Risiko (intravenöse Belastung mit einer radioaktiv markierten Substanz), und recht teuer, abgesehen von den wenigen Instituten, die über entsprechende Geräte verfügen. Zudem sind sie nicht validiert und daher nur schwer zu interpetieren.

Übrigens würde ich dem Kind nicht vorher sagen,dass es um eine Händigkeitstestung geht, damit es sich nicht darauf (unbewusst) einstellen kann.

Dr. Noll


HAllo Herr Dr Noll,


wie erkennt man einen Linkshänder bei einer normalen Tätigkeits Beobachtung, der sich seiner rechtshändigen Umgebung so sehr angepasst hat, das er fast alles ausschließlich mit rechts macht und einiges latent beidhändig. Ich habe diesen Jungen ja beobachtet, ohne das er wußte, dass ich auf seine Hände schaue. Und das gefunden. Ich kann ihn als Linkshänder daran erkennen, dass er denkt wie ein typischer Umgeschulter, seine für ihn nicht erreichbare Leistungsfähigkeit kompensierend durch Großspurigkeit , kurzfristiges Aufblitzen von Intelligenz in Form von klugen Bemerkungen, die er sich wohl selbst nicht erklären kann und seine Umgebung garnicht registriert, keinen kontinuierlichen ZUgang zu seinen Fähigkeiten und und. Man kann das aber auch beliebig andes deuten. Zumal die Eltern alles andere als offen diesem Thema gegenüber treten.


Ratlose Fragen stellt

Liliane

Dr. Noll
26.05.2006, 14:38
Verhaltensweisen ("typisch umgeschult") spielen auch eine Rolle bei der beobachtenden Händigkeitstestung.

Wichtig ist, möglichst viele Tätigkeiten miteinzubeziehen, wesentlich sind auch solche, die nicht "erlernt" werden. Für manche Tätigkeiten braucht man beide Hände (kehren, Handfeger und Schaufel usw.), wo Linkshänder anders zugreifen als Rechtshänder. Ablenkung von den Tätigkeiten kann erlernte oder bewusst gemachte Handpräferenz aufdecken.

Zudem kommt einer gründlichen Befragung, beginnend mit der Schwangerschaft/Entbindung bis zum Stichtag eine wesentliche Rolle zu.


Einen Einblick in das Testwesen gibt es auf Dr. Sattlers Homepage unter "Testung".


Dr. Noll

Liliane
29.05.2006, 20:36
Einen Einblick in das Testwesen gibt es auf Dr. Sattlers Homepage unter "Testung".

Dr. Noll




Hallo Herr Dr.Noll


erstmal vielen Dank für Ihre Antworten. Leider bin ich immer noch unsicher ob des Erkennens seiner Linkshändigkeit. Trotzdem vielen Dank.


freundliche Grüße

Liliane