dyke
09.04.2007, 19:49
Hallo Leidensgenossen und Kritiker,
ich bin auf dem Wege zu einer Rückschulung auf "schriftlicher Ebene".
Ich habe mich, wie wohl jeder LH, auf die eine oder andere Art durchs Leben fuchsen müssen. Dabei vielen mir ein paar konkrete Beispiele auf, bei denen mir fast der Gedanke kam: man, damit kommt ein Linkshänder ja viel besser zurecht, als ein Rechtshänder.
Da hätten wir z.B. Ballerspiele mit der Maus links Tastatur rechts (weil man mit der Maus meist nur grob die Richtung vor gibt), Flaschen und Gläser aufdrehen (geht ziehend besser beim ersten aufmachen), Flötenspiel (da sind sich selbst Experten einig, dass der LH im Vorteil ist),...etc.
Ganz gravierend, sehe ich aber den Unterschied bei der Gitarre.
Ich habe mich hier im Forum umgesehen und Beiträge gelesen, in denen LHs die mit einer Rechtshändergitarre spielen als Deppen abgetan werden (ich weiß, wir LHs sind manchmal leicht kauzig),...an anderer Stelle wird da mit den Fäusten gewedelt und Statements ala "wehe wehe, fang bloß nicht mit einer RH-Gitarre an, um Gottes willen, Du bringst dich um..." vom Stapel gelassen.
Schmunzeln musste ich bei dem Problem das da genannt wurde:
Das Rythmusgefühl wäre, durch Verwendung der rechten Hand als Anschlagshand, stark beienträchtigt.
Ich schmunzelte, weil ich dieses Phänomen immer wieder sehe, vorwiegend bei RHs (weils davon so viele gibt), immer bei Leuten, die man gemeinhin als Wochenendkrieger bezeichnen kann.
Es ist kaum zu bestreiten, dass die Gitarre so ziemlich das anspruchsvollste Instrument unserer Zeit ist. Hätte Paganini zu unserer Zeit gelebt, er wäre wahrscheinlich von der Geige auf die E-Gitarre umgestiegen (schon wegen der unzähligen Möglichkeiten der elektronischen Klangveränderung).
Ich, wie jeder, hat Probleme im Rythmus, sofern dass (Ton)Material nicht ins unterbewusstsein sackt. Erst dann kommt jenes, welches man als saubere Artikulation betitelt - die saubere, gradlinige Ausführung des Musikstücks in die man noch obendrein seinen ganz persönlichen Stil einbringt.
Wenn wir die Sache mal genau betrachten, werden wir feststellen, dass die linke Hand ungleich komplexere...vielfach komplexere Aufgaben erledigen muss. Und da wird einem schnell klar, dass die LH-Gitarre eine verkappte RH-Gitarre ist. Wer sich mal ein Büchlein kauft, in dem die gängigen Skalen vereint sind und auf über 300 Griffmuster kommt, wird das sicher auch so sehen.
Dazu kommen noch an die zigtausend Akkorde die gegriffen werden können.
Dies sind alles sehr sehr komplexe Aufgaben, die erstmal nur!!! allein von der Linken hand bewältigt werden müssen. So läuft das nunmal: zuerst kommt die Einprägung der Griffpattern(muster), dann kommt das Anschlagen.
Unterm Strich würde ich sagen: wer sich einmal die Woche für ein Stündchen AC/DC oder Status Quo trifft, und der resigniert unter sich macht, wenn er mal einen komplexeren Lead-Part übernehmen soll, dem ist, sowohl als LH wie auch als RH mit einer LH Gitarre geholfen. Es macht eh keinen Unterschied.
Pauschal allen Leuten zu raten, sich eine LH Gitarre zu kaufen halte ich für wenig sinnvoll und dilletantisch. Das ist eine einseitige Betrachtungsweise. Musik ist eine Wissenschaft, kein Pillepallekram...
Man wird auf der ganzen Welt kaum einen profesionellen Konzertgitarristen (die Gitarren ohne Strom, mit dem Loch im Bauch ;)) finden, der seine Gitarre auf Links krämpelt. Das hat sicher seinen Grund...
Ich habe jedenfalls keine Rythmusprobleme, sofern ich den Song wirklich verinnerlicht habe...bei 4-5 Stunden täglichem Training ist das auch kein Problem.
Nebenbei lassen sich Rythmusprobleme nicht mit einem Handwechsel begleichen. Da müsste ja jeder Schlagzeuger seinen dominanten Arm klonen lassen und den anderen abhacken...Rythmuss bedeutet ständiges Training!!!
Wer das nicht hinbekommt, wird den Rythm niemals beaten...huhu
Die Sache mit den LH-Konzertgitarristen zeigt, das ich kein Unikum bin.
Überlegt euch bitte gut, was ihr persönlich erreichen wollt, ob die Gitarre überhaupt etwas für euch ist, ob ihr die Woche über bereit seit eure halbe Freizeit diesem Instrument zu opfern...sprich, ob ihr bereit währet eure Gitarre zu ehelichen.
Wenn nicht, schaft euch ne Triangel und ne hübsche Hausfrau an...aber lasst es nicht an der rechten Hand aus.
Und lasst um Gottes willen die Finger von 150 Euro LH-Gitarren.
ich bin auf dem Wege zu einer Rückschulung auf "schriftlicher Ebene".
Ich habe mich, wie wohl jeder LH, auf die eine oder andere Art durchs Leben fuchsen müssen. Dabei vielen mir ein paar konkrete Beispiele auf, bei denen mir fast der Gedanke kam: man, damit kommt ein Linkshänder ja viel besser zurecht, als ein Rechtshänder.
Da hätten wir z.B. Ballerspiele mit der Maus links Tastatur rechts (weil man mit der Maus meist nur grob die Richtung vor gibt), Flaschen und Gläser aufdrehen (geht ziehend besser beim ersten aufmachen), Flötenspiel (da sind sich selbst Experten einig, dass der LH im Vorteil ist),...etc.
Ganz gravierend, sehe ich aber den Unterschied bei der Gitarre.
Ich habe mich hier im Forum umgesehen und Beiträge gelesen, in denen LHs die mit einer Rechtshändergitarre spielen als Deppen abgetan werden (ich weiß, wir LHs sind manchmal leicht kauzig),...an anderer Stelle wird da mit den Fäusten gewedelt und Statements ala "wehe wehe, fang bloß nicht mit einer RH-Gitarre an, um Gottes willen, Du bringst dich um..." vom Stapel gelassen.
Schmunzeln musste ich bei dem Problem das da genannt wurde:
Das Rythmusgefühl wäre, durch Verwendung der rechten Hand als Anschlagshand, stark beienträchtigt.
Ich schmunzelte, weil ich dieses Phänomen immer wieder sehe, vorwiegend bei RHs (weils davon so viele gibt), immer bei Leuten, die man gemeinhin als Wochenendkrieger bezeichnen kann.
Es ist kaum zu bestreiten, dass die Gitarre so ziemlich das anspruchsvollste Instrument unserer Zeit ist. Hätte Paganini zu unserer Zeit gelebt, er wäre wahrscheinlich von der Geige auf die E-Gitarre umgestiegen (schon wegen der unzähligen Möglichkeiten der elektronischen Klangveränderung).
Ich, wie jeder, hat Probleme im Rythmus, sofern dass (Ton)Material nicht ins unterbewusstsein sackt. Erst dann kommt jenes, welches man als saubere Artikulation betitelt - die saubere, gradlinige Ausführung des Musikstücks in die man noch obendrein seinen ganz persönlichen Stil einbringt.
Wenn wir die Sache mal genau betrachten, werden wir feststellen, dass die linke Hand ungleich komplexere...vielfach komplexere Aufgaben erledigen muss. Und da wird einem schnell klar, dass die LH-Gitarre eine verkappte RH-Gitarre ist. Wer sich mal ein Büchlein kauft, in dem die gängigen Skalen vereint sind und auf über 300 Griffmuster kommt, wird das sicher auch so sehen.
Dazu kommen noch an die zigtausend Akkorde die gegriffen werden können.
Dies sind alles sehr sehr komplexe Aufgaben, die erstmal nur!!! allein von der Linken hand bewältigt werden müssen. So läuft das nunmal: zuerst kommt die Einprägung der Griffpattern(muster), dann kommt das Anschlagen.
Unterm Strich würde ich sagen: wer sich einmal die Woche für ein Stündchen AC/DC oder Status Quo trifft, und der resigniert unter sich macht, wenn er mal einen komplexeren Lead-Part übernehmen soll, dem ist, sowohl als LH wie auch als RH mit einer LH Gitarre geholfen. Es macht eh keinen Unterschied.
Pauschal allen Leuten zu raten, sich eine LH Gitarre zu kaufen halte ich für wenig sinnvoll und dilletantisch. Das ist eine einseitige Betrachtungsweise. Musik ist eine Wissenschaft, kein Pillepallekram...
Man wird auf der ganzen Welt kaum einen profesionellen Konzertgitarristen (die Gitarren ohne Strom, mit dem Loch im Bauch ;)) finden, der seine Gitarre auf Links krämpelt. Das hat sicher seinen Grund...
Ich habe jedenfalls keine Rythmusprobleme, sofern ich den Song wirklich verinnerlicht habe...bei 4-5 Stunden täglichem Training ist das auch kein Problem.
Nebenbei lassen sich Rythmusprobleme nicht mit einem Handwechsel begleichen. Da müsste ja jeder Schlagzeuger seinen dominanten Arm klonen lassen und den anderen abhacken...Rythmuss bedeutet ständiges Training!!!
Wer das nicht hinbekommt, wird den Rythm niemals beaten...huhu
Die Sache mit den LH-Konzertgitarristen zeigt, das ich kein Unikum bin.
Überlegt euch bitte gut, was ihr persönlich erreichen wollt, ob die Gitarre überhaupt etwas für euch ist, ob ihr die Woche über bereit seit eure halbe Freizeit diesem Instrument zu opfern...sprich, ob ihr bereit währet eure Gitarre zu ehelichen.
Wenn nicht, schaft euch ne Triangel und ne hübsche Hausfrau an...aber lasst es nicht an der rechten Hand aus.
Und lasst um Gottes willen die Finger von 150 Euro LH-Gitarren.