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Vollständige Version anzeigen : Gitarre Links oder doch besser Rechts?


Core
08.03.2007, 16:30
Hallo.


Meine Frage erklärt sich "eigentlich" fast schon selbst, und trotzdem gibt es, wie ich finde, eine Ungereimtheit.

Seit ca. 5 Monaten schule ich um, und habe vor 2 Monaten mit dem Gitarrenspielen begonnen. Meine ehemalige Rechtshändergitarre habe ich mir zur Lefty-Gitarre sofort zu Beginn ändern lassen. Allerdings habe ich große Schwierigkeiten die Akkorde zu greifen-vor allem das Zeitgefühl, als auch das Saitengefühl sind sehr schlecht.

Zu Testzwecken habe ich jetzt einfach ein paar Mal als "Rechtshänder" gegriffen und die Akkorde wesentlich leichter und flinker greifen können.

Das linke Auge ist bei mir das sehr stark dominierende, und daher ist meine Frage:
Kann es ein, dass trotz Linkshändigkeit es besser sein kann die Gitarre als "Rechtshänder" zu spielen, wenn das Linke Auge so stark dominiert?

Pauline
16.05.2007, 17:31
Davon habe ich noch nie etwas gehört!


Was aber Dein Gefühl auf der Gitarre angeht, kann ich Dir einiges erklären.

Natürlich lernt der Linkshänder auf einer RH-Gitarre schneller greifen, denn er führt dann diese Tätigkeit mit der starken dominaten Hand aus.
Hallo,

Die Frage ist jetzt nur, warum spielen dann Rechtshänder auf RH-Gitarren und nicht auf LH-Gitarren?

Dann könnten Rechtshänder endlich genauso schnell und sicher greifen lernen wie die Linkshänder auf RH-Gitarren.

Aber sie tun es nicht, sie haben also einen Grund es nicht zutun.

Genau aus diesem Grund sollten Linkshänder auf LH-Gitarren spielen und sich die Mühe antun und das Greifen mit der rechten, nicht dominanten Hand erlernen.

Das gute Rhythmusgefühl, das sie dann mit der linken Hand beim Schlagen und oder Zupfen umsetzen können wird die Mühe lohnen.

Ich spiele selbst LH Gitarre.

liebe Grüße, Pauline

Bernd
26.05.2007, 17:27
ich bin rückgeschulter Linkshänder und spiele jetzt schon seit 3 Jahren auf einer Linkshänder-Gitarre, anders herum hätte ich bestimmt bald wieder aufgehört. Die erste Gitarre war eine Rechtshändergitarre, da habe ich nur die Saiten umgespannt.
Das ist meiner Meinung nach das richtige, denn die Anschlaghand ist die dominante linke Hand und nur damit kann ich den Anschlag genügend schnell hinbekommen. Ein Freund ist ebenfalls Linkshänder und hat Gitarre auf die herkömmliche Art gelernt. Er klagt dauernd über Probleme mit Tempo und Anschlag.

Mittlerweile gibt es so viele spezielle Gitarren für Linkshänder, daß man sich nicht mit einer Rechtshändergitarre behelfen muß.

Und andersrum, also falschrum spielen schon gar nicht.

Gruß Bernd

Pauline
27.05.2007, 20:04
Das ist meiner Meinung nach das richtige, denn die Anschlaghand ist die dominante linke Hand und nur damit kann ich den Anschlag genügend schnell hinbekommen.


Hallo Bernd,
das sehe ich genauso wie Du.
Mit der rechten Hand habe ich überhaupt kein Gefühl für den Rhythmus.

liebe Grüße, Pauline

Jakob
01.06.2007, 08:16
Mit der rechten Hand habe ich überhaupt kein Gefühl für den Rhythmus.

das ist bei mir gleich!
aber ne kritische Frage: wie schaffen das dann die Schlagzeuger..?

noch ein wichtiger punkt: Linkshänder sind darauf ausgelegt nach rechts zu schauen .. (klingt komisch, ge? :p ). Is aber so:
ein schießen/werfen/feuern.. ganz egal welchen gegenstandes, ob mit Schleuder, Gewehr, mit der Hand, Bogen usw. dein Blick ist immer nach rechts gerichtet wenn dus "richtig" machst.

auch ist die denkensweise eines Leftys "von rechts nach links" was uns beim schreiben mmer wieder probleme macht.. aber wenn du bei einer linken gitarre c,d,e,f,... zählst wirst du merken: "von rechts nach links"!

Lg Jakob

Rüdiger
01.06.2007, 13:19
noch ein wichtiger punkt: Linkshänder sind darauf ausgelegt nach rechts zu schauen .. (klingt komisch, ge? ). Is aber so:
ein schießen/werfen/feuern.. ganz egal welchen gegenstandes, ob mit Schleuder, Gewehr, mit der Hand, Bogen usw. dein Blick ist immer nach rechts gerichtet wenn dus "richtig" machst.
Hallo Jakob,

das ist für mich persönlich klar. Ich bin bei dem was Du da aufzählst natürlich nach links gedreht, da der linke Arm ausholt. Deshalb sehe ich nach rechts zum Ziel.

Was aber interessant für mich ist: ich schieße mit dem Gewehr links, aber mit der Pistole würde ich eher rechts schießen. Bei beiden Übungen behalte ich konsequent meine Haltung bei. Genauso der Wurf einer Frisbee-Scheibe. Die werfe ich rechts. Habe bei allen Dingen den rechten Fuß vor, drehe den Körper nach links. Beim Boxen wäre ich ein so genannter Linksausleger. Schlage mit links, die Führungshand ist die rechte, und das rechte Bein steht vorn.

Viele Grüße
Rüdiger

Stephan
07.06.2007, 17:08
Also ich bin so einer:
Schreibe links. Messer links.
Schere allerdings rechts.
Fußstellung: Links vorne. Werfe also den Ball mit rechts (Hab Baseball gespielt: rechts geworfen, links gefangen.) Werfe Frisbee mit links. Beim Snowboard linker Fuß vorne (regular). Kicken mit rechts. Boxen rechts (linke Hand vorne). Gewehr rechts. Würde ich mit einem Messer kämpfen, nähme ich rechts.
Schließlich: Gitarre rechts.

Ich bin also ganz ein komischer. Ich wollte bewusst als Linkshänder (bin ich einer??) E-Gitarre wie ein Rechtshänder spielen, weil ich die gute linke Hand zum (schnell) Greifen benutzen wollte. Die rechte braucht ja eh nur minimale Bewegungen im Handgelenk machen - Ich spiele mit Plektrum, habe aber auch 1 Jahr Klassikgitarre gelernt und nicht wirklich Probleme mit der rechten Hand gehabt.
Bzgl. Klavierspieler: Da spielt ja auch die rechte Hand die Melodien, das mache ich als Linkshänder eben mit der linken Hand am Griffbrett.

Die ganzen Theorien mit Rhythmushand udgl. kann ich nicht nachvollziehen. Ich hatte/habe genauso meine Schwierigkeiten Gitarre zu lernen. Koordination beider Hände muss man sowieso erlernen. Jede fehlerhafte Koordination lässt sich durch Üben wegbekommen. Ich bin nicht der Meinung, dass die Fehler, die ich mache, unauslöschbar sind, nur weil ich die Rollen der Hände "vertausche". Sicher, ich nehme tw. Finger zu langsam weg sodass ich mir die Saite beim nächsten Anschlag ungewollt abdämpfe, aber ich meine schneller zum Ziel zu kommen wenn ich nicht erst jahrelang Erfahrung "andersrum" machen muss.

Ich würde mich allerdings gerne mal fachmännisch beäugen lassen ob ich nicht doch falsch liege. Andererseits habe ich 3 Jahre Gitarrenunterricht bei 2 Lehrern genommen, und mir hat keiner gesagt dass ich "umschwenken" sollte.

lg Stephan

www.lefthandmusiker.de
24.06.2007, 17:05
Hi, komm doch bitte mal zu uns in das Forum, dort findest du genau zu diesem Thema ausführliche Berichte die über Monate hin diskutiert wurden. Zu finden sind wir unter:

www.lefthandmusiker.de


Liebe Grüße

Dennis :)

Jakob
26.06.2007, 09:46
Hi Stephan!

also in diesen Fall würd ich dabei bleiben

weil so wie aussieht bist du ein "klassischer Fall" von Beidhändigkeit (wenns sowas überhaupt gibt?)

ich würde dich sogar eher als rechtshänder einstufen, nach dem was du so erzählst.. im endeffekt musst du es selbst wissen, und ich habe auch sicher nicht das Recht und das wissen über dich zu Urteilen!

Aber nachdem du schon rechts spielst würd ich nicht umlernen - er bringt eigentlich (fast) nur vorteile wenn man rechtsherum spielt!
und da du 1. schon rechts spielst und zweitens sowieso beidhändig verandlagt bist (zwischen zwei Stühlen sitzt)...

Lg Jakob

Phönix_Palme
03.07.2007, 15:07
aber ne kritische Frage: wie schaffen das dann die Schlagzeuger..?
Lg Melody

Ich spiele seit ein paar Wochen Schlagzeug, dacht bis vor paar Wochen, daß ich Rechtshänder bin, war aber schon immer mit der linken Hand geschickt.
Daß mit Geschwindigkeit und Rhytmus geht wie von selbst. Was wirklich kompliziert ist, ist die Base-Drum, die mit dem rechten Fuß gespielt wird, welcher bei mir extrem schwächer als das linke Bein ist.

Beim wechsel vom rechtsseitigen zum linksseitigen Gitarrenspiel, muß dabei jeder die Griffe neu lernen? Weil ich konnt auf anhieb alles auf Linkshändig übertragen.
Würd mich interessieren, wie das bei Anderen ist!

Lg Phönix_Palme

Bernd
04.07.2007, 17:49
Hallo Palme,
leider kann ich dazu nicht sagen.
Ich spiele selbst Gitarre, aber immer schon auf einer "linken"

Ich kann mir aber vorstellen, dass wir das, was wir mit rechts gemacht haben, einfach auch mit links können.
Das haben wir ja bei anderen Dingen auch erlebt.
(z.B.) Spiegelschrift schreiben.

Grüße, Bernd