Vollständige Version anzeigen : Linkshänderinstrument Klavier??
Hallo,
Frau Sattler weist in ihrer Definiton der Rückschulung einer Händigkeit darauf hin, daß neue Tätigkeiten mit der dominanten Hand erlernt werden sollten.
Nun habe ich seit Jahren wohl am falschen Klavier geübt?! Gibt es überhaupt Klaviere für Linkshänder? Muß ich jetzt aufs Klavierspielen verzichten? Spiele hobbymäßig seit fünf Jahren mehr schlecht als recht, habe Mühe Noten zu lesen und mit der linken Hand die Begleitung zu spielen, meist ist sie zu laut. Die Melodie rechts zu spielen fällt mir da schon leichter.
Außer, daß ich mit der rechten Hand schreibe (umgeschult) erledige ich alles andere mit der linken Hand.
Für ein paar Tipps von Profis aus diesem Forum wäre ich echt dankbar, weil weiterspielen will ich unbedingt.
Helen
Hallo Helen,
genau die gleiche Frage beschäftigt mich momentan auch. Ich spiele nun schon seit über 15 Jahren Klavier (habe mit 5 schon angefangen) und kann auch schon schwere Stücke recht gut spielen. Ich habe hier auch einen Beitrag über die Umschulung beim Klavier beigetragen und die Meinung war einheitlich nicht weiter auf einem Rechtshänderklavier zu spielen. Das sehe ich aber mitlerweile anders, weil ich glaube mit Stücken, welche die linke Hand mehr fordern (es gibt Linkshänderstücke) das Problem zu umgehen. Wäre ja auch wirklich schade 15 Jahre für die Katz geübt zu haben :-).
Gruss
Alex
Alienlady
02.05.2004, 20:47
Hallo,
Frau Sattler weist in ihrer Definiton der Rückschulung einer Händigkeit darauf hin, daß neue Tätigkeiten mit der dominanten Hand erlernt werden sollten.
Nun habe ich seit Jahren wohl am falschen Klavier geübt?! Gibt es überhaupt Klaviere für Linkshänder? Muß ich jetzt aufs Klavierspielen verzichten? Spiele hobbymäßig seit fünf Jahren mehr schlecht als recht, habe Mühe Noten zu lesen und mit der linken Hand die Begleitung zu spielen, meist ist sie zu laut. Die Melodie rechts zu spielen fällt mir da schon leichter.
Außer, daß ich mit der rechten Hand schreibe (umgeschult) erledige ich alles andere mit der linken Hand.
Für ein paar Tipps von Profis aus diesem Forum wäre ich echt dankbar, weil weiterspielen will ich unbedingt.
Helen
ich kann mir gut vorstellen, dass das für einige ein problem darstellt.ich bin jetzt 14 und spiele bereits seit 7 jahren klavier. obwohl ich linkshänderin bin spiele ich bin der rechten hand deutlich besser. es gibt natürlich die altanativen linkshänderklavier und linkshänderstücke... als 6jährige hab ich ziemlich gekämpft, aber jetzt klappt das selbst mit den 64stel-läufen wunderbar.... es gibt spezielle übungsbücher für linkshändige...vielleicht klappts damit!
ich kann mir gut vorstellen, dass das für einige ein problem darstellt.ich bin jetzt 14 und spiele bereits seit 7 jahren klavier. obwohl ich linkshänderin bin spiele ich bin der rechten hand deutlich besser. es gibt natürlich die altanativen linkshänderklavier und linkshänderstücke... als 6jährige hab ich ziemlich gekämpft, aber jetzt klappt das selbst mit den 64stel-läufen wunderbar.... es gibt spezielle übungsbücher für linkshändige...vielleicht klappts damit!
Hey Alienlady,
danke Dir für Dein posting. Nun, dass Du mit dem RH-Klavier gut klar kommst, macht mir echt Hoffnung. Dass Deine Rechte besser spielt, trifft auch auf meine zu. Nur ich als fast 50jährige werde das mit den 64stel-Läufen nicht mehr hinkriegen. Habe zu spät angefangen...
Also, weiter so und vor allem viel Spaß!
Tolle Homepage! Grüße, Helen
Die Beobachtung, dass die rechte Hand eines linkshaendigen Klavierspielers oft flexibler ist, ist korrekt. Oft sind die Muskeln der Hand die die meisten Taetigkeiten ausuebt, steifer.
Das sagt aber nichts darueber, ob nicht trotzdem die linke Hand die faehigere ist, z.B. wenn es um die Orientierung auf den Tasten geht oder um die Vermeidung von Fehlern. Mit 16 Jahren war meine rechte auch deutlich beweglicher, mit 44 ist mir klar, dass mir eine bestimmte Art der Virtuositaet mit links deutlich besser, hm, von der Hand geht.
Nein, selbst wenn man sich, nachdem man lange Zeit auf einem rechtshaendigen Klavier gelernt hat, entscheidet, auf einer Linkshaendertastatur weiterzumachen, ist die vorige Arbeit keineswegs verloren. Das Umlernen dauert eventuell etwas Zeit, aber ich habe Berichte gelesen, dass Leute ziemlich schnell gut spielen konnten.
Tilman
Hallo Tilman,
Die Beobachtung, dass die rechte Hand eines linkshaendigen Klavierspielers oft flexibler ist, ist korrekt. Oft sind die Muskeln der Hand die die meisten Taetigkeiten ausuebt, steifer.
Das sagt aber nichts darueber, ob nicht trotzdem die linke Hand die faehigere ist, z.B. wenn es um die Orientierung auf den Tasten geht oder um die Vermeidung von Fehlern. Mit 16 Jahren war meine rechte auch deutlich beweglicher, mit 44 ist mir klar, dass mir eine bestimmte Art der Virtuositaet mit links deutlich besser, hm, von der Hand geht.
Nein, selbst wenn man sich, nachdem man lange Zeit auf einem rechtshaendigen Klavier gelernt hat, entscheidet, auf einer Linkshaendertastatur weiterzumachen, ist die vorige Arbeit keineswegs verloren. Das Umlernen dauert eventuell etwas Zeit, aber ich habe Berichte gelesen, dass Leute ziemlich schnell gut spielen konnten.
Tilman
So wie es sich das bei anhört, spielst du schon eine ganz schöne Zeit Klavier. Hast du selbst auch umgelernt? Ich mache nämlich gerade eine Rückschulung und will das Klavierspielen nicht vernachlässigen. Auf einer rechtshändertastatur weiterzuspielen bedeutet aber Komplikationen bei der Rückschulung. Man soll ja möglichst Tätigkeiten mit der nicht dominanten Hand weglassen. Deine Aussage, dass das Umerlernen zwar etas Zeit braucht, aber machbar ist, stimmt mich zuversichtlich. Vor allem hat mich gefreut zu lesen "die vorige Arbeit ist keineswegs verloren". Dieser Gedanke hat mich nämlich ziemlich traurig gemacht, da ich schon 16 Jahre spiele.
Gruss
Alex
Alex schrieb:
So wie es sich das bei anhört, spielst du schon eine ganz schöne Zeit Klavier. Hast du selbst auch umgelernt? Ich mache nämlich gerade eine Rückschulung und will das Klavierspielen nicht vernachlässigen. Auf einer rechtshändertastatur weiterzuspielen bedeutet aber Komplikationen bei der Rückschulung. Man soll ja möglichst Tätigkeiten mit der nicht dominanten Hand weglassen. Deine Aussage, dass das Umerlernen zwar etas Zeit braucht, aber machbar ist, stimmt mich zuversichtlich. Vor allem hat mich gefreut zu lesen "die vorige Arbeit ist keineswegs verloren". Dieser Gedanke hat mich nämlich ziemlich traurig gemacht, da ich schon 16 Jahre spiele.
Gruss
Alex
Nein ich habe nicht umgelernt; ich spiele professionell Cembalo und Hammerklavier [historische klaviere], und aus naheliegenden Gruenden ["historisch"] stimmt ein Umlernen nicht mit meinen Berufsanforderungen ueberein: es gibt keine Instrumente [ein Ausnamefall dahingestellt]. Meine Gedanken ueber die Moeglichkeiten, auch auf einer rechtshaendigen Tastatur 'links' zu denken findest Du in diesen Archiven, vor etwa 1 1/2 Monaten zuletzt, und am ausfuehrlichsten.
Ich selbst halte das fuer moeglich, aber andere erfahren ein Rechtshaenderklavier gerade im Moment einer allgemeinen Umschulung als problematisch. Verstaendlich: wie soll man sich beim Schreiben umschulen, wenn man die Musiziererei so laesst wie zuvor?
Da ich ansonsten immer reiner Linkshaender geblieben bin, vermute ich, dass die Spielerei mir weniger Probleme besorgt, als umgeschulten Linkshaendern. Am schlimmsten und 'uneigentlichsten' bleibt fuer mich das Notenlesen von links nach rechts; kostet immer viel extra Muehe; das ist sehr laestig, wenn man damit sein Geld verdient, und wenn man sich einen gewissen Ruf nicht, buchstaeblich, verspielen will.
Tilman
Im mittleren Absatz meiner letzten Mitteilung muss stehen:
>Ich selbst halte das fuer moeglich, aber andere erfahren ein Rechtshaenderklavier gerade im Moment einer allgemeinen RUECKschulung als problematisch. Verstaendlich: wie soll man sich beim Schreiben RUECKschulen, wenn man die Musiziererei so laesst wie zuvor?
T.
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