Vollständige Version anzeigen : Linkshändergeige
MatthiasW
30.12.2001, 15:58
Hallo,
da mein Sohn seine 3/4 Linkshändergeige nicht mehr benötigt, er hat jetzt eine große Linkshändergeige, wollen wir linkshändigen Kindern die 3/4 LH-Geige zum Antesten für 3 bis 4 Monate zur Verfügung stellen. In dieser Zeit kann dann eine alte RH-Geige gekauft und vom Geigenbauer umgebaut werden.
Bei Interesse bitte melden
Mit freundlichen Grüßen
Matthias
Eine Geige ist ohne großen (finanziellen) Aufwand umzubauen. Lediglich die Kinnstütze ist bei der "Linkshändergeige" auf der Anderen Seite. Allerdings sind die Meisten Kinnstützen nicht symmetrisch. Und man benötigt eine spezielle Kinnstütze.
Ich möchte jedoch davor warnen "Linkshändergeigen" zu benutzen. Auch für einen Rechtshänder, der mit dem Geige spielen beginnt, ist Geigespielen eine komplett neue Sache und bereitet am anfang gewisse Schwierigkeiten sowohl mit der linken, als auch mit der rechten Hand. Und einem Linkshänder einzureden die Probleme lägen an der falschen Geige bringt garnichts. (Im übrigen wird bei einer "Rechtshändergeige" viel mehr koordiination von der linken Hand gefordert, als von der rechten Hand und Linkshänder dürften hier im Vorteil sein).
Das Geigespielen im Orchester ist jedoch mit einer "Linkshändergeige" _absolut_ unmöglich, da man mit den anderen Geigern ins Gehege kommt.
Deshalb kann ich nur davon abraten Linkshändergeigen zu benutzen.
Gruß Pit
MatthiasW
31.12.2001, 14:11
Hallo Pit,
genau diese Gründe führte unser damaliger Geigenlehrer auch an und mein Sohn verlor nach einem 3/4 Jahr die Lust am Geigen spielen.
Über linkehändiges Gitarren spielen fand er dann den Weg zur Geige zurück, aber diesmal eine Linkshändergeige.
Ich möchte wissen welche Erfahrung Sie mit linkshändigen Geigen spielen haben oder ob es nur die herkömmliche Lehrmeinung von Geigenlehren ist?
Die Geigenlehererin meines Sohnes hat nähmlich seit zwei Jahren ihr Ansicht revidiert.
Gruß Matthias
Ich würde hier Pit auch Recht geben. Für einen Rechtshänder Geige zu spielen ist genauso kompliziert. Ich hatte am Anfang meines Bratschenunterrichts auch keinen Spaß. Ich bin Rechtshänderin. Und die Koordination der linken Hand ist beim Spielen um einiges aufwendiger als die der rechten.
Das ist alles Übungssache.
Klara
MatthiasW
02.01.2002, 14:21
Hallo,
da stellt sich doch dann die Frage: Warum Rechtshänder an nicht auf einer LH-Geige spielen, wenn die rechte Hand doch dann schneller greifen lernt.
Oder gilt dieses Argument nur für Linkshänder? Ich würde mal darüber nachdenken! Und wenn ich Rechtshänder wäre, würde ich mich, euren Argumenten folgend, beim Geigenbauer nach einer LH-Geige erkundigen.
Norbert Martin hat auf seiner Internetseite LeftHandCorner einige Artike zu den Themen Gitarre und Geigen spielen mit links veröffentlicht.
Überigens auch zum Thema umbau von Seiteninstrumenten.
Liebe Grüße und viel Spass beim lesen
Matthias
Das wäre ja etwas unlogisch, weil es nun mal Gang und Gäbe ist, auf eine RH-Geige/Bratsche zu lernen. Warum es also künstlich erschweren?
Zudem ist es nahezu unmöglich, auf eine LH-Geige in einem Orchester (etwas professioneller als Musikschulorchester) zu spielen
AnnaLena
03.01.2002, 14:29
Vielleicht sollte man sich als Eltern überlegen, dass man seinem Kind von vornherein die Chance nimmt, jemals diese Laufbahn (Orchestermusiker) zu beschreiten, wenn man ihm ein Linkshänderinstrument gibt. Wenn es wirklich richtig gut ist und Talent hat, dann lernt es ohne Probleme mit einem "Rechtshänder"-Instrument und kann auch da Perfektion erreichen und hat dann die Chance, sein Leben so der Musik zu widmen, indem es Musik studiert etc. Lernt es dagegen an einem Linkshänderinstrument, bleibt ihm dieser Weg von vornherein versagt. Denn es ist viel schwieriger, später auf ein Rechtshänderinstrument umzusteigen, als von Anfang an damit zu lernen.
Übrigens - ich bin Linkshänderin, meine Schwester Rechtshänderin und beide haben wir Geige gelernt (auf einem Rechtshänderinstrument). Ratet mal, wer besser zurecht kommt... Ich werde nach dem Abi jedenfalls an der Musikhochschule Geige studieren. Die Aufnahmeprüfung habe ich geschafft, meine Schwester dagegen ist durchgefallen.
AnnaLena
MatthiasW
03.01.2002, 23:06
Hallo,
immer wieder höhre ich dann kann ihr Kind in keinem Ochester mit spielen und so, oder ich habe auch auf einer RH-Geige gelernt.
Ich kann dazu nur sagen dass es auf der Welt viele Linkshändige Musiker gibt, die LH-Instumente spielen, letztens, sogar einer bei Wetten das, wie hieß der nur, kommt aus England, schon älter, spielt Gitarre und zwar super!!!!
Nur bei den Orchesterinstrumenten, da geht das nicht, das stört die Optik, alles im Gleichstrich und so.
Ich finde das diskriminierend!!!!!!!!!!!
Ich habe während des Studiums als Bühnentechniker in einem Musikanlagenverleih gearbeitet und es war beim Soundchek immer ärgerlich, wenn erst ein LH-Schlagzeuger seine Schlagzeug aufbaute und der RH-Schlagzeuger der nächsten Bänd sich weigerte darauf zuspielen (Wenn die Unterschiede so gering sind, wie von Musikern in diesem Forum behauptet, der Schlagzeuger hat doch in beiden Händen sogar die gleichen Stöcker, warum der Aufstand??????? Ach ja ich vergaß er hat sich ja auf sein Schlagzeug eingespielt, entweder als LH oder RH und dann das Taktgefühl ist nun mal im dominanten Fuss), alles umbauen, wieder Soundchek und beim nächsten eventuell wieder zurück, und das war gut so.
>Vielleicht sollte man sich als Eltern überlegen, dass man seinem Kind von vornherein die Chance nimmt, jemals diese Laufbahn (Orchestermusiker) zu beschreiten, wenn man ihm ein Linkshänderinstrument gibt. Wenn es wirklich richtig gut ist und Talent hat, dann lernt es ohne Probleme mit einem "Rechtshänder"-Instrument und kann auch da Perfektion erreichen und hat dann die Chance, sein Leben so der Musik zu widmen, indem es Musik studiert etc. Lernt es dagegen an einem Linkshänderinstrument, bleibt ihm dieser Weg von vornherein versagt. Denn es ist viel schwieriger, später auf ein Rechtshänderinstrument umzusteigen, als von Anfang an damit zu lernen.
Vieleicht sollten Sie uns mal besuchen und auf einer LH-Geige probespielen?
Oder hatten Sie schonmal die Gelegenheit dazu, so das sie sich ein Urteil erlauben können?
>Übrigens - ich bin Linkshänderin, meine Schwester Rechtshänderin und beide haben wir Geige gelernt (auf einem Rechtshänderinstrument). Ratet mal, wer besser zurecht kommt... Ich werde nach dem Abi jedenfalls an der Musikhochschule Geige studieren. Die Aufnahmeprüfung habe ich geschafft, meine Schwester dagegen ist durchgefallen.
>AnnaLena
Ich wünsche Ihnen, trotz wiedersprüchlicher Meinung zu LH-Geigen, viel Erfolg!
Gruß Matthias
MatthiasW
03.01.2002, 23:17
Hallo und wieder die Logik, es stört das rechte Bild vom Orchester.
>Das wäre ja etwas unlogisch, weil es nun mal Gang und Gäbe ist, auf eine RH-Geige/Bratsche zu lernen. Warum es also künstlich erschweren?
>Zudem ist es nahezu unmöglich, auf eine LH-Geige in einem Orchester (etwas professioneller als Musikschulorchester) zu spielen.
Es wird Zeit das es möglich wird als LH so zuspielen, dass die dominante Hand, oder Fuss zum tragen (Taktgefühl) kommt und zwar auf allen Instrumenten und egal wo!!!!!!!!
Gruß
Matthias
Hallo Matthias,
...Nur bei den Orchesterinstrumenten, da geht das nicht, das stört die Optik, alles im Gleichstrich und so.
>Ich finde das diskriminierend!!!!!!!!!!!
Ich fände es auch besser, wenn jeder nach seiner Neigung das Instrument spielen könnte, aber im Orchester geht es nicht allein nur um die Optik - wie Du schreibst - sondern darum, dass sich die Geiger dann in´s Gehege kommen würden, sich mit ihren Geigenbogen gegenseitig die Augen ausstechen (grob ausgedrückt).
Ich habe während des Studiums als Bühnentechniker in einem Musikanlagenverleih gearbeitet und es war beim Soundchek immer ärgerlich, wenn erst ein LH-Schlagzeuger seine Schlagzeug aufbaute und der RH-Schlagzeuger der nächsten Bänd sich weigerte darauf zuspielen (Wenn die Unterschiede so gering sind, wie von Musikern in diesem Forum behauptet, der Schlagzeuger hat doch in beiden Händen sogar die gleichen Stöcker, warum der Aufstand???????
Ist hier der Aufbau der einzelnen Schlaginstrumente nicht grundverschieden(Spiegelbildlich sozu sagen)?
Olli
MatthiasW
04.01.2002, 12:18
>Ich fände es auch besser, wenn jeder nach seiner Neigung das Instrument spielen könnte, aber im Orchester geht es nicht allein nur um die Optik - wie Du schreibst - sondern darum, dass sich die Geiger dann in´s Gehege kommen würden, sich mit ihren Geigenbogen gegenseitig die Augen ausstechen (grob ausgedrückt).
Für alles kann man wenn man will eine Lösung finden auch für die Integration eines LH-Geigenspielers in einem Orchester.
Linkshändige Kinder finden ja auch in der Schulbank einen Platz andem sie nicht mit dem RH in die Quere kommen. LH sitzt links am Tisch und der RH rechts.
>Ich habe während des Studiums als Bühnentechniker in einem Musikanlagenverleih gearbeitet und es war beim Soundchek immer ärgerlich, wenn erst ein LH-Schlagzeuger seine Schlagzeug aufbaute und der RH-Schlagzeuger der nächsten Bänd sich weigerte darauf zuspielen (Wenn die Unterschiede so gering sind, wie von Musikern in diesem Forum behauptet, der Schlagzeuger hat doch in beiden Händen sogar die gleichen Stöcker, warum der Aufstand???????
>Ist hier der Aufbau der einzelnen Schlaginstrumente nicht grundverschieden(Spiegelbildlich sozu sagen)?
Natürlich muss (Sollte) der linkshändige Schlagzeuger sein Schlagzeug gespiegelt zum RH aufbauen.
Gruß
Matthias
Äh. Ja, kann ja sein. Aber ich denke, das ist halt ein Kampf gegen Windmühlen.
Wenn man sich darauf einlassen möchte?
Klara
Ich verstehe die Diskussion nicht so ganz....
Also in meinem Orchester sind auch mehrere die Linkshänder sind u. Geige/Bratsche spielen.
wo ist das Problem? Hätte mir jemand als Kind eine LH-Bratsche angeboten, so hätte ich das so gelernt ohne darüber nachzudenken.
ich hab nur manchmal das Gefühl, dass Linkshänder sich selbst zum Problem machen. Und das mitnichten aus den Reihen der RH kommt.
Und noch eine "freche" These . Wenn jemand nicht geeignet ist für ein Streichinstrument, dann liegt das nicht an der Händigkeit (auch wenn das als Argument ganz schnell genommen wird) sondern eher an mangelnder Begabung/mangelndem Interesse.
Was hat das mit Diskriminierung zu tun????
MatthiasW
05.01.2002, 21:17
>Äh. Ja, kann ja sein. Aber ich denke, das ist halt ein Kampf gegen Windmühlen.
>Wenn man sich darauf einlassen möchte?
> Klara
Hallo Klara,
Sie haben recht es ist ein Kampf, den Kinder selbst nicht für sich führen können. Deshalb ist es wichtig, das wir Erwachsenen LH und Eltern linkshändiger Kinder diesen Kampf für sie führen und er lohnt sich, ehrlich!!!
Gruß Matthias
MatthiasW
05.01.2002, 21:30
>Ich verstehe die Diskussion nicht so ganz....
>Also in meinem Orchester sind auch mehrere die Linkshänder sind u. Geige/Bratsche spielen.
>wo ist das Problem? Hätte mir jemand als Kind eine LH-Bratsche angeboten, so hätte ich das so gelernt ohne darüber nachzudenken.
>ich hab nur manchmal das Gefühl, dass Linkshänder sich selbst zum Problem machen. Und das mitnichten aus den Reihen der RH kommt.
>Und noch eine "freche" These . Wenn jemand nicht geeignet ist für ein Streichinstrument, dann liegt das nicht an der Händigkeit (auch wenn das als Argument ganz schnell genommen wird) sondern eher an mangelnder Begabung/mangelndem Interesse.
>Was hat das mit Diskriminierung zu tun????
Hallo Klara,
meinem Sohn hat man dieses nach einem 3/4 Jahr rechtshändigen Geigenspielen bescheinigt. Keine Lust mehr zu üben, jedes mal ein Weinanfall wenn es zum Unterricht ging usw.
Dann der wechsel zur LH- Gitarre und er hatte Spass am spielen üben und den Unterrichtsstunden.
Nach einem 3/4 Jahr der Wechsel zur LH-Geige (Kleiner Umbau 260 DM, Wirbel neu und umgesetzt, neuer Steg und Kinhalter sowie neue Seiten und der Bogen wurde gerichtet.) und mein Sohn spielte und übte und ging zum Geigenuntericht dass es eine Wonne war. Auf einmal hat er Taktgefühl und ein Gefühl für den Bogen.
Er spielt jetzt seit 2 1/4 Jahr auf der LH-Geige und er ist ein sehr guter Geigenschüler wie das letzte Vorspiel zeigte. Seit dem übt er freiwillig, wenn er lust zum Spielen hat.
Ob er jemals in einem rechtshändigen Orchester spielt weiß ich nicht, vielleicht aber in einem linkshändigen Orchester oder in einer Band, wir werden sehen!!!
Gruß Matthias
Sie haben recht es ist ein Kampf, den Kinder selbst nicht für sich führen können. Deshalb ist es wichtig, das wir Erwachsenen LH und Eltern linkshändiger Kinder diesen Kampf für sie führen und er lohnt sich, ehrlich!!!
Gut.
Es stört mich persönlich halt schon manchmal, wenn LH sagen, man würde sie diskriminieren.
RH haben mehr Gefühl in der rechten Hand, bei LH ist das eben umgekehrt....
Aber deswegen ist nicht alles von RH gemacht, um LH zu diskriminieren.
Und weder halte ich LH für sensibler oder intelligenter als RH, sondern das ist von Person zu Person unterschiedlich. (meiner Erfahrung nach)
Klara
MatthiasW
07.01.2002, 23:10
Hallo Klara,
ich will auch nicht bewerten LH oder RH ist besser, sondern es geht darum dass beide lernen, das jeder auf seinem Gebiet ein Spezialist ist.
zB: Der LH bei der räumlichen Wahrnehmung und
der RH beim volgerichtigen abarbeiten von Aufgaben
der LH arbeitet lieber im stillen Kämmerlein und
der RH in der Gruppe (Team)
Beide sollten sich ergänzen, da aber die Gruppe festlegt was der Standart ist kommt der LH als Einzelkämpfer (nur ich habe dieses oder jenes Problem) zukurz.
Nach zulesen ist dies in dem Buch von Fr. Dr. Sattler "Der umgeschulte Linkshänder oder der Knoten im Gehirn"
Gruß Matthias
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