Vollständige Version anzeigen : Noch mal eine Frage zum Rückschulen
Katrin ELK
07.10.2004, 23:15
Hallo,
also ich möchte hier nicht zerfleischt werden ;o))
Aber könnt ihr mir mal erklären, was am Rückschulen so schwierig ist?
Ich meine, es kann ja scheinbar nicht egal sein, dass ein Mensch nun zukünftig eben mit der anderen ("richtigen") Hand schreibt, schneidet usw.
Dann würde man/frau den Stift ja bloß in die andere Hand nehmen.
Also muss doch noch was im Kopf passieren, oder?
Was? Welche Probleme passieren dabei? Was geht einem während so einer (erneuten) Umschulung im Kopf herum? Warum ist es so problematisch?
Warum ist es mal sogar besser nicht zurückzuschulen?
Fragende Grüße
Katrin
Petra-Gast
08.10.2004, 07:57
Hallo Katrin,
aus meiner Erfahrung beim Schreibrückschulen kann ich Dir erzählen, daß neben den feinmotorischen Problemen ich kein Gefühl für das Geschriebene hatte. Es war, als ob der Text nicht meinen Kopf erreichte und wenn ich mir hinterher durchlas, was ich geschrieben hatte, war es mir, als ob ich das noch nie gesehen hätte.
Erst nach Wochen fast Monaten war eine Verbindung Kopf - Hand bei mir zu spüren. Dies fand ich am schwierigsten bei der Rückschulung.
Viele Grüße
Petra
Rosalind
08.10.2004, 09:56
>Hallo,
>also ich möchte hier nicht zerfleischt werden ;o))
>Aber könnt ihr mir mal erklären, was am Rückschulen so schwierig ist?
>Ich meine, es kann ja scheinbar nicht egal sein, dass ein Mensch nun zukünftig eben mit der anderen ("richtigen") Hand schreibt, schneidet usw.
Es werden Nervenverbindungen umgebaut, die medizinischen Feinheiten kann dir Dr.Noll sicher besser erklären. Es ist vergleichbar mit der gründlichen Renovierung/dem Umbau eines Hause. Hinterher ist es natürlich besser, aber während der Umbau- und Renovierungsphase kann es ziemlich chaotisch zugehen, und es ist meist auch mehr Energie dafür nötig, als für das normale Leben.
>Dann würde man/frau den Stift ja bloß in die andere Hand nehmen.
>Also muss doch noch was im Kopf passieren, oder?
>Was? Welche Probleme passieren dabei? Was geht einem während so einer (erneuten) Umschulung im Kopf herum? Warum ist es so problematisch?
>Warum ist es mal sogar besser nicht zurückzuschulen?
Ich habe mit 48 Jahren von einem Tag zum anderen mit der Rückschulung begonnen, ohne Hilfe. Ich habe mich das getraut, weil ich durch meine Arbeit in der Benachteiligtenförderung eine Menge über Lernen und Umlernen wusste und auch praktische Erfahrungen hatte. Ich bin auch sehr offensiv gegenüber meinen KollegInnen und meinen SchülerInnen mit der Rückschulung umgegangen. Für mich war dieses Vorgehen richtig, jemand anders wird möglicherweise besser anders vorgehen.
Grundsätzlich sollte langsam angefangen werden, z.B. zuerst mit Zähneputzen oder Suppe löffeln. Selbst bei diesen einfachen Tätigkeiten ist schon zu zu spüren, wie der Umbauprozess in Gang kommt. Bei mir war es ein Aufflackern einer kindlichen "Siehste, ich hatte doch recht !" - Reaktion gegenüber den Menschen, die mich auf rechts gezwungen haben. Und auch Trauer, denn fast 50 Jahre Trainingsrückstand mit der dominanten Hand lassen sich nunmal nicht aufholen.
Unterm Strich bin ich sehr zufrieden mit meinem Rückschulungsprozess. Abgeschlossen wird er erst sein, wenn ich in der Kiste liege.
Gruß
Rosalind
Lotteflue
08.10.2004, 17:56
Rehallo Rosalind
>Ich habe mit 48 Jahren von einem Tag zum anderen mit der Rückschulung begonnen, ohne Hilfe. Ich habe mich das getraut, weil ich durch meine Arbeit in der Benachteiligtenförderung eine Menge über Lernen und Umlernen wusste und auch praktische Erfahrungen hatte.
Na das ist doch hervorragend, wenn du auf diesen Hintergrund aufbauen konntest nicht wahr?
>Ich bin auch sehr offensiv gegenüber meinen KollegInnen und meinen SchülerInnen mit der Rückschulung umgegangen.
Wie hat denn das ausgesehen?
>Für mich war dieses Vorgehen richtig, jemand anders wird möglicherweise besser anders vorgehen.
Das sieht mir nach Fortschritt aus.
>Grundsätzlich sollte langsam angefangen werden, z.B. zuerst mit Zähneputzen oder Suppe löffeln.
Warum aber hier wieder so lehrerhaft?
>Selbst bei diesen einfachen Tätigkeiten ist schon zu zu spüren, wie der Umbauprozess in Gang kommt. Bei mir war es ein Aufflackern einer kindlichen "Siehste, ich hatte doch recht !" - Reaktion gegenüber den Menschen, die mich auf rechts gezwungen haben.
Rache, nichts als Rache......
>Und auch Trauer, denn fast 50 Jahre Trainingsrückstand mit der dominanten Hand lassen sich nunmal nicht aufholen.
Das geht sehr wohl. Wir wissen das besser.
Grüsse
Lotteflue
Dr. Noll
08.10.2004, 22:31
Rosalind:
>>Und auch Trauer, denn fast 50 Jahre Trainingsrückstand mit der dominanten Hand lassen sich nunmal nicht aufholen.
Lotteflue:
>Das geht sehr wohl. Wir wissen das besser.
Sicher läßt sich die linke Hand so trainieren, daß sie so gut wird, wie die rechte war (ist).
Die Trauer darüber, was man in diesen (50) Jahren an Folgeschäden und Mißerlebnissen aufgebaut hat, nicht, jedenfalls nicht vollständig.
Die Umschulung hat aus uns einen anderen Menschen gemacht als ohne Umschulung aus uns geworden wäre.
Diese Trauer oder wie immer man das nennen mag, das läßt sich nie mehr aufholen.
Auch mit der gelungensten Rückschulung können wir nicht mehr der werden, der wir hätten werden können.
Dem trauere ich auch manchmal hinterher...
Dr. Noll
>>Hallo,
>>also ich möchte hier nicht zerfleischt werden ;o))
>>Aber könnt ihr mir mal erklären, was am Rückschulen so schwierig ist?
>>Ich meine, es kann ja scheinbar nicht egal sein, dass ein Mensch nun zukünftig eben mit der anderen ("richtigen") Hand schreibt, schneidet usw.
>Es werden Nervenverbindungen umgebaut, die medizinischen Feinheiten kann dir Dr.Noll sicher besser erklären. Es ist vergleichbar mit der gründlichen Renovierung/dem Umbau eines Hause. Hinterher ist es natürlich besser, aber während der Umbau- und Renovierungsphase kann es ziemlich chaotisch zugehen, und es ist meist auch mehr Energie dafür nötig, als für das normale Leben.
>>Dann würde man/frau den Stift ja bloß in die andere Hand nehmen.
>>Also muss doch noch was im Kopf passieren, oder?
>>Was? Welche Probleme passieren dabei? Was geht einem während so einer (erneuten) Umschulung im Kopf herum? Warum ist es so problematisch?
>>Warum ist es mal sogar besser nicht zurückzuschulen?
>Ich habe mit 48 Jahren von einem Tag zum anderen mit der Rückschulung begonnen, ohne Hilfe. Ich habe mich das getraut, weil ich durch meine Arbeit in der Benachteiligtenförderung eine Menge über Lernen und Umlernen wusste und auch praktische Erfahrungen hatte. Ich bin auch sehr offensiv gegenüber meinen KollegInnen und meinen SchülerInnen mit der Rückschulung umgegangen. Für mich war dieses Vorgehen richtig, jemand anders wird möglicherweise besser anders vorgehen.
>Grundsätzlich sollte langsam angefangen werden, z.B. zuerst mit Zähneputzen oder Suppe löffeln. Selbst bei diesen einfachen Tätigkeiten ist schon zu zu spüren, wie der Umbauprozess in Gang kommt. Bei mir war es ein Aufflackern einer kindlichen "Siehste, ich hatte doch recht !" - Reaktion gegenüber den Menschen, die mich auf rechts gezwungen haben. Und auch Trauer, denn fast 50 Jahre Trainingsrückstand mit der dominanten Hand lassen sich nunmal nicht aufholen.
>Unterm Strich bin ich sehr zufrieden mit meinem Rückschulungsprozess. Abgeschlossen wird er erst sein, wenn ich in der Kiste liege.
>Gruß
>Rosalind
Lotteflue
09.10.2004, 17:22
Hallo Dr. Noll
Interessant ist, dass Rosalind noch nichts dazu schrieb.
Manche gucken eben nicht gern in den Spiegel ;-)
Nebenbei bemerkt, war das nur so dahingeschrieben, durch ihre Antwort jedoch fällt mir auf, dass da doch was dran ist. Nur sonst hätte ich das ganz anders geschrieben. Deshalb noch einige Anmerkungen von mir zu ihren Sätzen.
>Sicher läßt sich die linke Hand so trainieren, daß sie so gut wird, wie die rechte war (ist).
Das ist bestimmt recht schwer.
>Die Trauer darüber, was man in diesen (50) Jahren an Folgeschäden und Mißerlebnissen aufgebaut hat, nicht, jedenfalls nicht vollständig.
Da muss ich Sie enttäuschen, das geht wirklich, vollständig da drüber zu kommen.
>Die Umschulung hat aus uns einen anderen Menschen gemacht als ohne Umschulung aus uns geworden wäre.
>Diese Trauer oder wie immer man das nennen mag, das läßt sich nie mehr aufholen.
Sie lässt sich aber verarbeiten.
>Auch mit der gelungensten Rückschulung können wir nicht mehr der werden, der wir hätten werden können.
Woher wissen wir denn, was wir überhaupt geworden wären ohne Umschulung?
>Dem trauere ich auch manchmal hinterher...
Sie hatten wahrscheinlich Träume und die konnten nun nicht umgesetzt werden, weil Sie umgeschult wurden. Das ist bedauerlich und stimmt traurig. Wenn diese Situation als gegeben angenommen wird und die Trauer zugelassen wird, kann dieses Trauma aufgelöst werden.
Man muss nicht immer "stark sein", auch als Mann nicht.
Nebenbei, auch Gefühle zeigen kann stark sein. Ganz wie Sie mögen.
Ich wünsche Ihnen alles Gute beim Zulassen und verarbeiten ihrer Trauer!
Lotteflue
Rosalind
09.10.2004, 20:52
Hallo Lotteflue,
jetzt antworte ich doch mal darauf, obwohl eigentlich deine Besserwisserei (oder würdest du das als konsequentes Vertreten deines Standpunktes bezeichnen?) etwas nervig ist. Aber vielleicht haben auch andere etwas von meiner Antwort.
>Na das ist doch hervorragend, wenn du auf diesen Hintergrund aufbauen konntest nicht wahr?
Danke für das Lob, Mama!
>>Ich bin auch sehr offensiv gegenüber meinen KollegInnen und meinen SchülerInnen mit der Rückschulung umgegangen.
>Wie hat denn das ausgesehen?
Ich habe erklärt, wie umfangreich und vielschichtig die Folgen einer Umschulung sind, ich habe darauf hingewiesen dass mit ziemlicher Sicherheit ein Großteil unserer Klientel in den Klub der ULH gehört, und ich habe die Fakten für sich sprechen lassen. Mein Tafelbild wurde praktisch sofort aufgeräumter, Protokollschreiben während meiner Betriebsratstätigkeit verlor ihren Schrecken, und ich konnte sehr viel stringenter argumentieren. Unterstützend kam dazu, dass meine KollegInnen sich ebenfalls mit Lernhindernissen auskannten und von daher meinen Experimenten aufgeschlossen gegenüber standen. Ich bin eine gute Lehrerin und hatte auch bis zum Beginn der Rückschulung schon deutliche Erfolge vorzuweisen. Falls doch mal blöde Bemerkungen kamen, die mir zu weit gingen, so habe ich meine Angriffslust von der Kette gelassen. Hat immer gut genützt.
>>Für mich war dieses Vorgehen richtig, jemand anders wird möglicherweise besser anders vorgehen.
>Das sieht mir nach Fortschritt aus.
Nochmal danke fürs Lob, Mama!
>>Grundsätzlich sollte langsam angefangen werden, z.B. zuerst mit Zähneputzen oder Suppe löffeln.
>Warum aber hier wieder so lehrerhaft?
Weils nützt!
>>Selbst bei diesen einfachen Tätigkeiten ist schon zu zu spüren, wie der Umbauprozess in Gang kommt. Bei mir war es ein Aufflackern einer kindlichen "Siehste, ich hatte doch recht !" - Reaktion gegenüber den Menschen, die mich auf rechts gezwungen haben.
>Rache, nichts als Rache......
Blödsinn! du kannst meine Gefühle genausowenig beurteilen wie ich deine.
Zur Information: es war eine verspätete Genuugtuung. Rache ist was anderes, und eine ziemliche Energieverschwendung. Warum soll ich irgendwelche Arschlöcher noch mit meiner Aufmerksamkeit beehren???
>>Und auch Trauer, denn fast 50 Jahre Trainingsrückstand mit der dominanten Hand lassen sich nunmal nicht aufholen.
>Das geht sehr wohl. Wir wissen das besser.
Mag sein. ich hab schonmal geschrieben, es gibt auch Leute, die tanzen auf dem Seil. Vielleicht könnte ich das auch jetzt noch lernen, aber wozu??
Rosalind
Rosalind
09.10.2004, 21:15
>>Sicher läßt sich die linke Hand so trainieren, daß sie so gut wird, wie die rechte war (ist).
>Das ist bestimmt recht schwer.
>>Die Trauer darüber, was man in diesen (50) Jahren an Folgeschäden und Mißerlebnissen aufgebaut hat, nicht, jedenfalls nicht vollständig.
>Da muss ich Sie enttäuschen, das geht wirklich, vollständig da drüber zu kommen.
Klar, wir wären schön blöd, wenn wir uns das Leben noch mehr vermiesen lassen würden, als durch die Umschulung ohnehin geschehen ist.
>>Die Umschulung hat aus uns einen anderen Menschen gemacht als ohne Umschulung aus uns geworden wäre.
>>Diese Trauer oder wie immer man das nennen mag, das läßt sich nie mehr aufholen.
>Sie lässt sich aber verarbeiten.
Ja, und die Verarbeitung kostet auch nochmal Energie, die nicht Umgeschulte z.B. für ihre Karriere benutzen (hier ist Rosalind gelb und grün vor Neid, jedenfalls 5 Minuten lang)
>>Auch mit der gelungensten Rückschulung können wir nicht mehr der werden, der wir hätten werden können.
>Woher wissen wir denn, was wir überhaupt geworden wären ohne Umschulung?
>>Dem trauere ich auch manchmal hinterher...
Möglichkeiten gezwungenermaßen aufgeben zu müssen, ist hart. Klar, wir können uns damit trösten, dass wir ULH sonst wahrscheinlich andere Probleme hätten, denn des Lebens ungemischte Freude.....
Aber genug der Feierabendphilosophie! Morgen soll ein kühler, aber sonniger Herbsttag bevorstehen. Ich werde im Garten pusseln.
Rosalind
Lotteflue
10.10.2004, 12:02
Hallo Rosalind
>jetzt antworte ich doch mal darauf, obwohl eigentlich deine Besserwisserei >(oder würdest du das als konsequentes Vertreten deines Standpunktes >bezeichnen?) etwas nervig ist.
*ggg* AHA ;-)!!!
>Danke für das Lob, Mama!
Das war eine Frage. War es nun hervorragend oder nicht? Nebenbei bemerkt war es Mitgefühl und kein Lob.
>Falls doch mal blöde Bemerkungen kamen, die mir zu weit gingen, so habe ich >meine Angriffslust von der Kette gelassen.
Fragt sich, wo die Angriffslust wirklich herkommt ..........
>Hat immer gut genützt.
Ist mir schon klar warum .......
>>>Für mich war dieses Vorgehen richtig, jemand anders wird möglicherweise besser anders vorgehen.
>>Das sieht mir nach Fortschritt aus.
>Nochmal danke fürs Lob, Mama!
Hab schon gut gelernt von dir nicht wahr?
>>>Grundsätzlich sollte langsam angefangen werden, z.B. zuerst mit Zähneputzen oder Suppe löffeln.
>>Warum aber hier wieder so lehrerhaft?
>Weils nützt!
Um sich zu profilieren .....
>>>Selbst bei diesen einfachen Tätigkeiten ist schon zu zu spüren, wie der Umbauprozess in Gang kommt. Bei mir war es ein Aufflackern einer kindlichen "Siehste, ich hatte doch recht !" - Reaktion gegenüber den Menschen, die mich auf rechts gezwungen haben.
>>Rache, nichts als Rache......
>Blödsinn! du kannst meine Gefühle genausowenig beurteilen wie ich deine.
>Zur Information: es war eine verspätete Genuugtuung. Rache ist was anderes,
Stimmt, ein Urteil fälle ich nicht über sie. Man kann sie jedoch fühlen.
>und eine ziemliche Energieverschwendung.
>Warum soll ich irgendwelche Arschlöcher noch mit meiner Aufmerksamkeit beehren???
Besser ohne Worte *g*
>>>Und auch Trauer, denn fast 50 Jahre Trainingsrückstand mit der dominanten Hand lassen sich nunmal nicht aufholen.
>>Das geht sehr wohl. Wir wissen das besser.
>Mag sein.
Wo bleibt denn die Anmecker fürs Besserwissen *g*?
>ich hab schonmal geschrieben, es gibt auch Leute, die tanzen auf dem Seil. >Vielleicht könnte ich das auch jetzt noch lernen, aber wozu??
50 Jahre wären mir auch echt zuviel. Mir reicht jetzt, wenn ich gut damit zulinks komme :-)
Grüsse
Lotteflue
Lotteflue
10.10.2004, 12:11
>Ja, und die Verarbeitung kostet auch nochmal Energie, die nicht Umgeschulte z.B. für ihre Karriere benutzen (hier ist Rosalind gelb und grün vor Neid, jedenfalls 5 Minuten lang)
Nun, es ist eben mal so. Man kann damit leben lernen ...... oder man lässt es ........
>>>Auch mit der gelungensten Rückschulung können wir nicht mehr der werden, der wir hätten werden können.
>>Woher wissen wir denn, was wir überhaupt geworden wären ohne Umschulung?
>>>Dem trauere ich auch manchmal hinterher...
>Möglichkeiten gezwungenermaßen aufgeben zu müssen, ist hart. Klar, wir können uns damit trösten, dass wir ULH sonst wahrscheinlich andere Probleme hätten, denn des Lebens ungemischte Freude.....
>
>Aber genug der Feierabendphilosophie! Morgen soll ein kühler, aber sonniger Herbsttag bevorstehen. Ich werde im Garten pusseln.
Viel Spass dabei und gutes Gelingen
AliBaba ULH, IRS
10.10.2004, 14:26
Hallo,
ich habe mal eine Frage zur Rueckschulung. Sollte man waehrend man die Rueckschulung durchzieht alles auf Links umstellen oder macht es nichts, wenn man manche Taetigkeiten wie z.B. das Tennisspielen weiterhin mit der rechten Hand macht.
Grundsaetzlich ist es fuer mich eigentlich kein Problem alles auf rechts umzustellenj, ist halt immer nur ein etwas nerviger und aufwendiger Umlernungsprozess. Z.B. braechte ich fuer das Tennisspielen bestimmt eine Menge Zeit um es auf einem ertraeglichen Level zu spielen.
Die meisten Sachen habe ich trotzdem schon auf Links umgestellt, so z.B. das Klavierspieln, welches erstauclich schnell umzulernen geht. ICh spiele nach ein paar Monaten Umschulung schon fast besser als vorher, das laesst sich doch mal sehen oder :))).
Gruss
Alex
Lotteflue
10.10.2004, 15:17
Hallo Alex
>Grundsaetzlich ist es fuer mich eigentlich kein Problem alles auf rechts umzustellenj,
Du meinst auf links?
>ist halt immer nur ein etwas nerviger und aufwendiger Umlernungsprozess. Z.B. braechte ich fuer das Tennisspielen bestimmt eine Menge Zeit um es auf einem ertraeglichen Level zu spielen.
Na wenn ich den nächsten Satz von dir lese, hast du das beim Klavierspielen auch gedacht bzw. warst überrascht, dass das erstaunlich schnell ging. Warum sollte das beim Tennis nicht auch möglich sein? Welche Bedenken hast du denn dabei, dass es beim Tennis anders sein könnte
>Die meisten Sachen habe ich trotzdem schon auf Links umgestellt, so z.B. das Klavierspieln, welches erstauclich schnell umzulernen geht. ICh spiele nach ein paar Monaten Umschulung schon fast besser als vorher, das laesst sich doch mal sehen oder :))).
...und es gibt Ansporn auch anderes links zu tun .....
Grüsse
Lotteflue
Dr. Noll
10.10.2004, 16:41
Kurze Antwort von mir:
klaro,alles umstellen, auch wenns anfangs a bisserl schwerfällt.
Denn solange man noch kuddelmuddelt, gibts weiter den Knoten im Gehirn.
Zwar ist das Schreiben vor wie nach die wichtigste Umstellung, aber auch die weniger das Gehirn in der Motorik fordernden Tätigkeiten sollten bei der Rückschulung sinnvollerweis auf links umgestellt werden.
Aber möglichst keinen Streß draus machen - wie bei aller Rückschulung: Zeit lassen !
Dr. Noll
AliBaba ULH, IRS
11.10.2004, 18:57
Hallo zusammen,
schade es waere doch um einiges einfacher das Tennispielen weiter mit der rechten Hand zu machen. Aber es stimmt auf jeden Fall, dass mich Taetigkeiten mit der rechten Hand waehrend der Rueckschulung doch immer stark verwirre. Alleine das schreiben auf einer rechtshaender Tastatur hat schon seine Folgen.
An Lotteflue
Das Klavierspielen war eigentlich eine Ausnahme, weis auch nicht genau warum. Fuer das Umlernen vom Tischtenni spielen habe ich beispielsweise verhaeltnisweise viel laenger gebraucht, allerdings hat ich das Umlernen gelohnt, ich verliere weniger an Konzentration und bin ach hier schon fast auf einem besseren Level als davor.
gruss
Alex
AliBaba ULH, IRS
18.11.2004, 16:44
Hallo,
ich lerne wirklich immer mehr zu schätzen wie viel Lebensqualität mir durch das Umschulen abhanden gekommen ist und bin glücklicherweise dabei erfolgreich zu meiner eigentlichen Identität zurückzufinden.
Was mich dabei aber stört ist, dass diese positiven Erscheinungen wie z.B. weniger Konzentrationsprobleme immer dann auftreten wenn ich mit Links geschrieben habe und das nur für eine kurze Zeit. Wenn ich dagegen mal ein paar Tage nicht mit Links geschrieben habe überwiegen die Umschulungsfolgen. Wie lange dauert es denn bis es dauerhaft wird?
Gruss
Alex
Andreas IRS, ELK
19.11.2004, 19:08
>Hallo,
>ich lerne wirklich immer mehr zu schätzen wie viel Lebensqualität mir durch das Umschulen abhanden gekommen ist und bin glücklicherweise dabei erfolgreich zu meiner eigentlichen Identität zurückzufinden.
>Was mich dabei aber stört ist, dass diese positiven Erscheinungen wie z.B. weniger Konzentrationsprobleme immer dann auftreten wenn ich mit Links geschrieben habe und das nur für eine kurze Zeit. Wenn ich dagegen mal ein paar Tage nicht mit Links geschrieben habe überwiegen die Umschulungsfolgen. Wie lange dauert es denn bis es dauerhaft wird?
>Gruss
>Alex
+++
++++++++++++++++++++++++++++
Hallo Alex,
blöde Frage:
Warum schreibst Du nicht einfach _nur_ noch links?
Ich habe nach einigem zögern und "Vorübungen" einfach beschlossen nicht mehr rechts zu schreiben. Während ca. 4 Wochen hatte ich noch eine Übergangsphase in der ich Unterschriften mit rechts machte. Dann habe ich auch das umgestellt. (Bis heute wollte übrigens noch niemand meine Unterschrift anzweifeln)
Gruss
Andreas
AliBaba ULH, IRS
23.11.2004, 19:29
>>Hallo,
>>ich lerne wirklich immer mehr zu schätzen wie viel Lebensqualität mir durch das Umschulen abhanden gekommen ist und bin glücklicherweise dabei erfolgreich zu meiner eigentlichen Identität zurückzufinden.
>>Was mich dabei aber stört ist, dass diese positiven Erscheinungen wie z.B. weniger Konzentrationsprobleme immer dann auftreten wenn ich mit Links geschrieben habe und das nur für eine kurze Zeit. Wenn ich dagegen mal ein paar Tage nicht mit Links geschrieben habe überwiegen die Umschulungsfolgen. Wie lange dauert es denn bis es dauerhaft wird?
>>Gruss
>>Alex
>+++
>++++++++++++++++++++++++++++
>Hallo Alex,
>blöde Frage:
>Warum schreibst Du nicht einfach _nur_ noch links?
>Ich habe nach einigem zögern und "Vorübungen" einfach beschlossen nicht mehr rechts zu schreiben. Während ca. 4 Wochen hatte ich noch eine Übergangsphase in der ich Unterschriften mit rechts machte. Dann habe ich auch das umgestellt. (Bis heute wollte übrigens noch niemand meine Unterschrift anzweifeln)>Gruss
>Andreas
Hallo Andreas,
lol, wenn ich mich abwechseln würde wäre das sicherlich eine sau dumme Frage, das stimmt.
Ich schreibe aber ausschliesslich mit Links und meine, dass die Umschulungsfolgen immer dann besser werden nachdem ich mit Links geschrieben habe. Nach dem Schreiben kann ich z.B. meine Gedanken besser ausdrücken und zu Ende denken. Wenn ich aber eine längere Zeit meine rechte Gehirnhälfte mal nicht beanspruche scheint der Ganze Zauber verschwunden. Ich frage mich deswegen wann sich ein gewisser dauerhafter Erfolg einstellt.
Gruss
Alex
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