Libertin IRS
30.04.2004, 14:13
Rückschulung auf eigene Faust
Seit nunmehr gut einem Jahr schule ich meine Pseudorechtshändigkeit auf Linkshändig zurück – nach diesem einem Jahr blicke sehr zufrieden auf große Veränderungen in meiner Person und in meinem Leben: Ich finde immer mehr zu meiner wahren Identität, endlich, endlich bin ich wirklich ich, ich, ich!!! Endlich weiß ich, was ich wirklich will, endlich kann ich frei und unbefangen genau das sagen, was ich wirklich meine und... uneingeschränkt ohne Wenn und Aber auch dazu stehen (...manchmal zum Entsetzen meiner Mitmenschen *grins*). Meine Ambivalenzen, meine innere Zerrissenheiten sind weg, viele Probleme, die ich bislang hatte lösen sich immer mehr und mehr in Wohlgefallen auf. Ich bekomme darüber hinaus einen viel direkteren Zugang zu meinem spirituellen Sein: ich erkenne meine eigene Seele.
Wie gesagt hatte ich über vierzig Jahre lang steif und fest geglaubt ich sei RH, seit meinem Coming out als LH stand der Entschluss zur Rückschulung aber schon fest. Was konnte mir schon passieren? Schlimmstenfalls hätte ich alles einfach wieder „mit rechts“ machen müssen, „mit links“ macht allerdings „süchtig“ - es macht einfach Spaß!!!
Und das alles, wo jeder LH-Berater über meine aktuelle Lebenssituation die Hände über den Kopf zusammengeschlagen und von einer Rückschulung mir wohl dringend abgeraten hätte: Ich bin bereits im Erwachsenenalter, habe kein Freundeskreis, keine stabile Partnerschaft und es besteht der drohender Verlust des Arbeitsplatzes. Sogar zahlreiche PsychotherapeutInnen, die ich immer wieder und wieder aufgesucht hatte, haben mich wiederholt mit der Bemerkung abgewiesen, aufgrund meiner desolaten Lebenssituation sei ich nicht therapierbar, da aufgrund fehlender Ressourcen und dem fehlen eines stabilen sozialen Netzen ich eine Therapie ja gar nicht durchstehen würde, ich müsste unbedingt stationär – nach einer derartigen Aussage ging es mir dann immer erst so richtig „*******“. Ich finde solche Aussagen unmöglich. Wenn ich jemanden sage: Sie sind aber echt schwer krank – wenn ich mich vorher noch gesund gefühlt habe, spätestens nach solch einer Aussage geht es einem total beschissen danach... Die letzte dieser Art von Therapeutinnen habe ich dann gnadenlos zur Sau gemacht und ihr die ganze Praxis zusammen geschrieen, ihr klar und eindeutig und unmissverständlich zu verstehen gegeben, was ich von all dem Ganzen halte und... zu allerersten Mal in meinem Leben, mich wirklich GUT danach gefühlt, zum allerersten Mal in meinem Leben habe ich mich GEWEHRT. Inzwischen habe ich die Schnauze von diesen ganzen Psychoklemmern und Ärzten gestrichen voll. Dass manche Patienten, nach denen sie mit Psychotherapeuten und Psychiatern zu tun hatten, nur noch wild um sich schlagen und herumschreien – ich kann inzwischen sehr, sehr gut nachempfinden, WAS passieren muss, damit Mann oder Frau in einen derartigen Gemütszustand gerät...
Für mich war das allerdings ein Akt der Befreiung!
Wenn ich nicht meine Hochbegabung, mein umfangreiches theoretisches Wissen, mein jahrzehntelanges Studium von Neurobiologie, psychotherapeutischer Fachliteratur und Fachzeitschriften hätte – ich wäre diesen Idioten auf Gedeih und Verderb ausgeliefert!!! Es besteht leider eine erhebliche Diskrepanz zwischen dem, was in den Lehrbüchern steht und der praktizierten Realität: Die Medizin, Psychiatrie und Psychotherapie ist gar nicht so schlecht, wenn der Patient TATSÄCHLICH in den Genuss derselben käme...
Inzwischen empfinde ich meine „desolate“ Lebenssituation sogar als große „Ressource“, ich habe keine Freude oder Partnerin, die ich durch die Zwangsläufigen seelischen Veränderungen meiner Rückschulung vor dem Kopf stoßen könnte. Im Gegenteil: dadurch dass ich immer Eindeutiger werde, lerne ich jetzt die Menschen kenne, die mir wirklich gut tun. Und da ich meinen Arbeitsplatz ohnehin verlieren werden – brauche ich auch hier auf niemanden Rücksicht zu nehmen. Kurz – ich kann im Moment einfach all das tun was ich will. Aufgrund meiner Hochbegabung, mache ich mir für die Zukunft auch keine existentiellen Sorgen, ich werde – wenn ich die Rückschulung bewältigt habe – ohne größere Probleme eine Arbeit finden...
Was mir am meisten geholfen hat, ist der Kontakt, die stundenlangen Telefongespräche mit anderen RückschulerInnen. Auch der Rückzug aus dem unsäglichen Hick-Hack des Forums war notwendig für mich.
Ob überhaupt, wann und welchen Umfang sich jemand Rückschulen möchte, ist eine höchst persönliche und sehr intime Entscheidung jedes Einzelnen. Die Rückschulung sollte weder forciert noch behindert werden, die Entscheidung darüber sollte allein der/die Betroffene fällen – also Leute, lasst euch bloß nicht ins Boxhorn jagen...
Seit nunmehr gut einem Jahr schule ich meine Pseudorechtshändigkeit auf Linkshändig zurück – nach diesem einem Jahr blicke sehr zufrieden auf große Veränderungen in meiner Person und in meinem Leben: Ich finde immer mehr zu meiner wahren Identität, endlich, endlich bin ich wirklich ich, ich, ich!!! Endlich weiß ich, was ich wirklich will, endlich kann ich frei und unbefangen genau das sagen, was ich wirklich meine und... uneingeschränkt ohne Wenn und Aber auch dazu stehen (...manchmal zum Entsetzen meiner Mitmenschen *grins*). Meine Ambivalenzen, meine innere Zerrissenheiten sind weg, viele Probleme, die ich bislang hatte lösen sich immer mehr und mehr in Wohlgefallen auf. Ich bekomme darüber hinaus einen viel direkteren Zugang zu meinem spirituellen Sein: ich erkenne meine eigene Seele.
Wie gesagt hatte ich über vierzig Jahre lang steif und fest geglaubt ich sei RH, seit meinem Coming out als LH stand der Entschluss zur Rückschulung aber schon fest. Was konnte mir schon passieren? Schlimmstenfalls hätte ich alles einfach wieder „mit rechts“ machen müssen, „mit links“ macht allerdings „süchtig“ - es macht einfach Spaß!!!
Und das alles, wo jeder LH-Berater über meine aktuelle Lebenssituation die Hände über den Kopf zusammengeschlagen und von einer Rückschulung mir wohl dringend abgeraten hätte: Ich bin bereits im Erwachsenenalter, habe kein Freundeskreis, keine stabile Partnerschaft und es besteht der drohender Verlust des Arbeitsplatzes. Sogar zahlreiche PsychotherapeutInnen, die ich immer wieder und wieder aufgesucht hatte, haben mich wiederholt mit der Bemerkung abgewiesen, aufgrund meiner desolaten Lebenssituation sei ich nicht therapierbar, da aufgrund fehlender Ressourcen und dem fehlen eines stabilen sozialen Netzen ich eine Therapie ja gar nicht durchstehen würde, ich müsste unbedingt stationär – nach einer derartigen Aussage ging es mir dann immer erst so richtig „*******“. Ich finde solche Aussagen unmöglich. Wenn ich jemanden sage: Sie sind aber echt schwer krank – wenn ich mich vorher noch gesund gefühlt habe, spätestens nach solch einer Aussage geht es einem total beschissen danach... Die letzte dieser Art von Therapeutinnen habe ich dann gnadenlos zur Sau gemacht und ihr die ganze Praxis zusammen geschrieen, ihr klar und eindeutig und unmissverständlich zu verstehen gegeben, was ich von all dem Ganzen halte und... zu allerersten Mal in meinem Leben, mich wirklich GUT danach gefühlt, zum allerersten Mal in meinem Leben habe ich mich GEWEHRT. Inzwischen habe ich die Schnauze von diesen ganzen Psychoklemmern und Ärzten gestrichen voll. Dass manche Patienten, nach denen sie mit Psychotherapeuten und Psychiatern zu tun hatten, nur noch wild um sich schlagen und herumschreien – ich kann inzwischen sehr, sehr gut nachempfinden, WAS passieren muss, damit Mann oder Frau in einen derartigen Gemütszustand gerät...
Für mich war das allerdings ein Akt der Befreiung!
Wenn ich nicht meine Hochbegabung, mein umfangreiches theoretisches Wissen, mein jahrzehntelanges Studium von Neurobiologie, psychotherapeutischer Fachliteratur und Fachzeitschriften hätte – ich wäre diesen Idioten auf Gedeih und Verderb ausgeliefert!!! Es besteht leider eine erhebliche Diskrepanz zwischen dem, was in den Lehrbüchern steht und der praktizierten Realität: Die Medizin, Psychiatrie und Psychotherapie ist gar nicht so schlecht, wenn der Patient TATSÄCHLICH in den Genuss derselben käme...
Inzwischen empfinde ich meine „desolate“ Lebenssituation sogar als große „Ressource“, ich habe keine Freude oder Partnerin, die ich durch die Zwangsläufigen seelischen Veränderungen meiner Rückschulung vor dem Kopf stoßen könnte. Im Gegenteil: dadurch dass ich immer Eindeutiger werde, lerne ich jetzt die Menschen kenne, die mir wirklich gut tun. Und da ich meinen Arbeitsplatz ohnehin verlieren werden – brauche ich auch hier auf niemanden Rücksicht zu nehmen. Kurz – ich kann im Moment einfach all das tun was ich will. Aufgrund meiner Hochbegabung, mache ich mir für die Zukunft auch keine existentiellen Sorgen, ich werde – wenn ich die Rückschulung bewältigt habe – ohne größere Probleme eine Arbeit finden...
Was mir am meisten geholfen hat, ist der Kontakt, die stundenlangen Telefongespräche mit anderen RückschulerInnen. Auch der Rückzug aus dem unsäglichen Hick-Hack des Forums war notwendig für mich.
Ob überhaupt, wann und welchen Umfang sich jemand Rückschulen möchte, ist eine höchst persönliche und sehr intime Entscheidung jedes Einzelnen. Die Rückschulung sollte weder forciert noch behindert werden, die Entscheidung darüber sollte allein der/die Betroffene fällen – also Leute, lasst euch bloß nicht ins Boxhorn jagen...