Vollständige Version anzeigen : Wer kennt negative linke Bibelstellen?
Hallo,
in einigen "linken" Büchern wird behauptet, in der Bibel gäbe es Zitate, wo die Linkshändigkeit oder die Linksseitigkeit negativ dargestellt wird. (Natürlich soll es auch solche mit positiven Zitaten geben wie Richter 20, 16.)
Kennt jemand von Euch diese negativen Zitate? Ich hät gern mal eins oder zwei!*g*
Viele Grüße
Marc
Hallo,
an einem anderen Ort im WWW wurde behauptet, dass die Bibel die linke Seite mit dem Bösen und der Sünde gleichsetzt und die rechte Seite mit dem Guten.
Daraufhin wurde das in Frage gestellt. Ich habe dann das Zitat von Matthäus 25, 33-41 gebracht, wobei ein bibelfester Mann auch das - im Kontext - als nicht wirklich "Linkshänderfeindlich" widerlegen konnte.
Ich zitierte dann aus dem Buch von Diane Paul (Das Linkshänderbuch), dass es über 100 Bibelstellen geben soll, die (angeblich) belegen, dass die Bibel die linke Seite negativ darstellt.
Ich selber kenne diese Stellen aber nicht und konnte sie deshalb nicht zitieren. Kann mir da einer weiterhelfen? Ich meine, ist die Behauptung von Diane Paul nicht vielleicht sogar falsch und die Bibel ist gar nicht schuld an der negativen Einstellung der Kirche zur linken Seite des Menschen?
Vielen Dank für den, der sich vielleicht die Mühe macht, mir weiterzuhelfen. - Wobei die Leute, die sich mit der Bibel gut auskennen, jetzt ja sicher mit dem wichtigsten Christenfest beschäftigt sind! (-;
Viele Grüße
Marc
Hallo Marc,
ich war mal einige Jahre lang entschiedener Christ, kenne mich aber mit der Bibel nicht wirklich gut aus. Trotzdem kann ich Dir weiterhelfen und tue das auch gerne!
Also, die Inken Spreda zitiert auf ihrer Homepage www. linkshänderseite. de zwei Bibelverse. Du gelangst zu ihnen, indem Du zuerst auf Allgemeines klickst und dann auf Bibel/Mythologie. Die beiden Verse lassen die Linkshändigkeit in einem guten Licht erscheinen!
Aus einem Buch über Linkshändigkeit habe ich einen weiteren Vers entnommen. Er steht in Matthäus 6,3 Auch dieser Vers urteilt nicht schlecht über die Linkshändigkeit! Er zeigt aber, daß damals schon sehr bewußt zwischen links und rechts unterschieden wurde!
Die Stelle Matthäus 25, 31 bis 46 habe ich mir gerade mal durchgelesen und ich weiß nicht, wo Dein Gesprächsgegenüber da was Gutes oder zumindest neutrales über links rauslesen will!!! Die Bibelstelle stellt die, die zur Linken stehen, schlicht und einfach als die Ungerechten dar!
In Der Bibel kommen "rechtslastige" Wörter relativ oft vor, aber über links kenne ich keine weiteren Bibelstellen.
Schöne Ostern wünscht Dir und allen Anderen Detlef
Das können aber auch gut und gern Übersetzungs"fehler" sein. Denn kaum einer liest die Bibel im griechischen Urtext. Und Übersetzungen muss man auch immer bisschen im Kontext zur Zeit sehen, und im Verständnis zur Gesellschaft. Denn allein im gängigen Sprachgebrauch (aus der Sprachentwicklung heraus), wird rechts schlicht mit "richtig" gleich gesetzt. Man denke nur mal an "den rechten Winkel". Der zeigt ja schlicht 90 Grad an und es ist ihm Schnuppe, ob er nach links oder nach rechts ausgerichtet ist.
Ich hab in der Bibel noch keinen Hinweis auf eine grundsätzliche Linksfeindlichkeit entdeckt. Man muss nicht immer alles so maßlos eng sehen. Ich denke, Gott hat ja nun mal Links- und Rechtshänder erschaffen. Und wenn wir von Statistiken ausgehen, dann liegt der Prozentsatz der Linkshänder doch etwas höher, als man glaube mag.
Warum sollte in der Bibel, also quasi in Gottes Wort, was derart Negatives stehen? Das wäre doch auch reichlich konträr zur Aussage des Buches, oder?
Und wie schon anfangs gesagt: Das was wir lesen, sind Übersetzungen des Urtextes.
Susanna,IRS
20.04.2006, 16:29
Hallo,
in einigen "linken" Büchern wird behauptet, in der Bibel gäbe es Zitate, wo die Linkshändigkeit oder die Linksseitigkeit negativ dargestellt wird. (Natürlich soll es auch solche mit positiven Zitaten geben wie Richter 20, 16.)
Viele Grüße
Marc
Hallo Marc,
Vielleicht ist das Buch "Rechts und Links in der Wahrnehmung des Menschen" von Dr. Johanna B. Sattler in diesem Zusammenhang hilfreich.
Darin geht es um die Symbolik von rechts und links v.a. in der christlichen, sakralen Kunst; und in diesem Zusammenhang auch um Vorstellungen über Rechts- und Linkshänder in der Religion.
Ich find's ja sehr sympathisch, daß es uns mit vereinten Kräften kaum gelingt, definitiv negative Aussagen über Linkshänder aus der Bibel zu ziehen, aber das positive Zitat sofort parat ist!
Viele Grüße,
Susanna
Hallo,
ja, ich habe im Internet inzwischen auch einen linkshändigen Pastor gefunden, der am internationallen Linkshändertag (13. August) Linkshändergottesdienste hält und der auch keine wirklich negativen linken Bibelstellen kennt.
Ich komme also zu dem Schluss, dass die Bibel die linke Seite nicht wirklich negativ darstellt, sondern die christliche Kirche etwas Negatives draus gemacht hat.
Andererseits sind die Sprachen ja doch schon etwas älter als die christlichen Kirchen und in der Sprache wird die linke Seite auch schon diskriminiert ...
Mir hat gerade jemand erzählt, dass die Bauernregeln durch Beobachtungen entstanden sind ... Wenn ich das nun auf solche Sachen wie "ein linker Typ" und ähnliches anwende, wie soll ich das denn dann verstehen?
Waren unsere linkshändigen Vorfahren allesamt linke Typen, mit zwei linken Händen, die völlig linkisch wirkten, die die anderen Menschen links liegen gelassen und alles locker mit links gemacht haben?
linke Grüße
Marc
Natürlich soll es auch solche mit positiven Zitaten geben wie Richter 20, 16.
Kennt jemand von Euch diese negativen Zitate?
Hallo Marc,
gerade aus dem Osterurlaub zurück, finde ich Deine Frage.
Im Internet gibt es eine Konkordanz in der man Bibelstellen suchen und nachlesen kann.
www.bibel-konkordanz.de/cgi-bin/sstart.pl (http://www.bibel-konkordanz.de/cgi-bin/sstart.pl)
Ich habe gefunden: (Suchwort: links)
Richter 3,15
Da schrieen sie zu dem HERRN; und der HERR erweckte ihnen einen Heiland: Ehud, den Sohn Geras, den Benjaminiten, der war links. Und da die Kinder Israel durch ihn Geschenk sandten Eglon, dem König der Moabiter,
Richter 20,16
Und unter allem diesem Volk waren siebenhundert Mann auserlesen, die links waren und konnten mit der Schleuder ein Haar treffen, daß sie nicht fehlten.
Jona 4,11
und mich sollte nicht jammern Ninives, solcher großen Stadt, in welcher sind mehr denn hundert und zwanzigtausend Menschen, die nicht wissen Unterschied, was rechts oder links ist, dazu auch viele Tiere?
Suchwort: Linkshand, Linkshänder - keine Ergebnisse
Suchwort: linke Hand
1. Mose 48,13
1. Mose 48,14
3. Mose 14,15
3. Mose 14,26
Richter 3,21
Richter 16,29
Daniel 12,7
Matthäus 6,3
liebe Grüße,
ich denke, meinem Gott ist es egal, ob ich Links- oder Rechtshänder bin. Er hat mich so erschaffen.
Ursula
Susanna,IRS
23.04.2006, 13:24
Hallo Marc,
Vor ewig langen Zeiten habe ich einen Artikel im SPIEGEL gelesen über Völker, die keine Städte kennen - und nicht den Unterschied zwischen "rechts" und "links". Das verursachte für die Verständigung mit ihnen erhebliche Probleme, war linguistisch interessant und spielte für die Intelligenzforschung eine Rolle (in IQ-Tests schnitten sie schlechter ab als Westler, aber nicht weil sie dümmer waren, sondern weil sie aufgrund der unterschiedlichen sprachlichen Strukturierung die Aufgaben anders angingen oder nicht verstanden). - Lange Zeit war das offenbar gar nicht aufgefallen, und man hatte sie in kolonialistischer Weise für dumm gehalten. Dann fiel auf, daß sie die Begriffe "rechts" und "links" nicht kannten, weil sie sie nicht brauchten - für die örtliche Orientierung hielten sie sich an die Natur. - Der Autor des Artikels war offensichtlich fasziniert über den Spiegel, der uns Westlern damit vorgehalten wird, über die Verabsolutierung der Begriffe "rechts" und "links": Schließlich sind die doch nur in einer schluchtenartigen, schachbrett- oder irrgartenmäßigen Umgebung unerläßlich, und immer stellt sich die Frage: rechts (oder links) von wo? Die Begriffe sind doch relativ.
Als ich das las, dachte ich: Das ist das Paradies.
Hebräisch kann ich einigermaßen, und leider ist (im Althebräischen wenigstens) das Wort für "rechts" ("jamin") auch mehr oder weniger identisch mit dem Wort für "glücklich". Der beliebte Name "Benjamin", von dem man richtig annimmt, er bedeute "Glückskind", bedeutet wörtlich übersetzt: "rechter Sohn".
Immerhin hat m.W. das Wort für "links" ("smol") keine zweite, kommentierende Bedeutung.
Linke Grüße,
Susanna
Uralter Thread, der sich auch nicht mehr um Bibelstellen dreht, aber egal:
http://www.io.com/~cortese/sinistrality/index.html
Ich hab die Quellen nicht weiter verfolgt und halte einige Stellen für diskussionswürdig, aber es geht mir hier um den Hinweis, wie alt die Voreingenommenheit der Seiten wohl sein mag.
Micha.el
01.02.2010, 10:51
Hallo,
ich denke, daß die Stelle "Matthäus 25, Vers 31 bis 46" im Neuen Testament die entscheidende ist, die in der christlichen Mythologie mehr oder minder versehentlich die LH's zu den Bösen gemacht hat: "Scheidung der Guten und Bösen im Endgericht".
Wenn man diese Passage liest, kann man sich gut die von Fr. Dr. Sattler erwähnten Gottesdarstellungen, wie z.B. Albrecht Dürers "Jüngstes Gericht aus der kleinen Passion", vorstellen.
Man muß auch immer wieder sehen, daß das Ziel der Predigten von J.C. das "Einsein mit Gott" ist. Dann ist natürlich ein Satz wie Matthäus 25, Vers. 41 ziemlich heftig:
"Dann wird er (Christus, der Sohn Gottes) auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hinweg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das mein Vater dem Teufel und seinen Engeln bereitet hat!"
Wobei er im Text darüber, Vers 33, die Schafe zu seiner Rechten und die Böcke zu seiner Linken aufgestellt hat.
--Daher kommet wohl auch die Vorstellung, daß der Teufel Hörner hat.
Vielleicht sollte man sich weiter vorstellen, daß die Bibel in den letzten 2000 Jahren die Publikation in der westlichen Welt überhaupt war.
Wie es auch heute noch leider vorkommt, haben dann Fanatiker sich die Textpassagen herausgesucht, die wunderbar in die eigene Ideologie passten.
Ich will gar nicht wissen wieviele Gottesbildnisse alla A. Dürer in den christlichen Kirchen weltweit heute noch existieren und immer noch von Millionen von Menschen bewundert werden.
Die angeführte Passage aus dem Buch Richter 3, Vers 7 bis 26, Altes Testament, finde ich dagegen, wie gesagt, recht witzig, auch wenn sie ziemlich brutal ist, ---die Menschen waren ja auch damals wesentlich brutaler, ich würde sie so zusammenfassen:
Hier wird beschrieben wie Ehud, der Sohn des Benjaminiten Gera, ein Linkshänder, einem Erlöser gleich, den etwas übergewichtigen König Eglon von Moab ein Kurzschwert in den Leib rammt und dies so heftig, daß sogar der Griff des Schwertes im wohlgenährten, königlichen Leib verschwindet.
Möglicherweise wurde dann diese Textpassage dann von der Obrigkeit besonders im Mittelalter als feiger Meuchelmord eines Linkshänders am König deklariert, ---ist natürlich Spekulation, traue ich aber den Leuten damals durchaus zu.
Das Schlimmste ist natürlich, daß sich das rechtshändige Schreiben in den letzten 4000 Jahren eindeutig durchgesetzt hat. Deswegen sitze ich jetzt hier vor dem PC.
VG
Michael
Ich will gar nicht wissen wieviele Gottesbildnisse alla A. Dürer in den christlichen Kirchen weltweit heute noch existieren und immer noch von Millionen von Menschen bewundert werden.
5 Mose 5:8
Du sollst dir kein Bildnis machen, keinerlei Gleichnis......
Matthäus 25, 31-33
Wenn aber der Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Thron seiner Herrlichkeit,
und alle Völker werden vor ihm versammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirt die Schafe von den Böcken scheidet,
und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken.
Ich kann da keinen Zusammenhang sehen zwischen "rechts = Rechtshändig" und "links = Linkshändig"
Wenn man diese Passage liest, kann man sich gut die von Fr. Dr. Sattler erwähnten Gottesdarstellungen.....
Frau Sattler sagt:
http://www.lefthander-consulting.org/deutsch/vortrag.htm
Linkshändigkeit bei den Israeliten im Alten Testament
In der Bibel werden in dem "Buch der Richter", das frühe Traditionen verarbeitet (12./11. Jh. v. Chr.), Linkshänder an zwei Stellen erwähnt. Es handelt sich in beiden Fällen um den außerordentlich geschickten Gebrauch der Waffen mit der linken Hand.
Linkshändigkeit scheint demnach damals schon eine Ausnahmeerscheinung gewesen zu sein, sonst wäre die spezielle Hervorhebung nicht verständlich.
Aus verschiedenen Bibelstellen geht hervor, dass die rechte Hand bei den Israeliten als die stärkere, aktivere galt. Man sucht Schutz an Gottes Rechter, der Segen mit der rechten Hand ist der wertvollere.
Rechtshändigkeit scheint also bereits in dieser Zeit die Norm, das Erziehungsziel gewesen zu sein.
Im alten Testament, wird im Hebräischen für linkshändig ein Begriff benutzt, der sich durch eine ungeschickte ("lahme", "gehemmte") Rechte definierte, das bedeutet aber nicht, dass die so Bezeichneten in dem biblischen Zusammenhang abgewertet wurden, im Gegenteil, häufig wird die Geschicklichkeit der Linkshänder gelobt.
Allerdings war das mehr ein Ausdruck, wie wir ihn auch kennen, z.B. bei "linkisch", mit der Bedeutung von ungeschickt, wo wir normalerweise auch nicht sofort an Linkshänder denken.
Linkshändigkeit wurde also im Alten Testament als eine Eigenschaft genannt, die jemanden nicht automatisch abwertete.
Jedoch war Linkshändigkeit etwas, das bei einer Person als Eigenart zu erwähnen war, wie z.B. die besondere Größe u.ä.
Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass es zu keiner eindeutig moralisch bewertenden Beurteilung der Seiten im Alten Testament kommt. Rechts wird zwar bei vielen Handlungen bevorzugt genannt, doch beweist schon die Tatsache, dass die linke Hand auch zum Segnen gebraucht werden darf, dass keine Ächtung dieser Seite vorliegt.
Ich habe bisher in der Bibel keine Stelle gefunden, die Linkshändigkeit als etwas schlechtes darstellt.
Gott liebt alle Menschen, Rechtshänder und Linkshänder, Schwarze und Weiße, denn er hat sie nach seinem Ebenbild erschaffen.
http://www.2jesus.de/bibel-faq/bibel-und-linkshaender.html
Sagt die Bibel etwas über Linkshänder? Wenn ja, werden linkshändige Leute in der Bibel positiv oder negativ dargestellt?
Auch in diesem Belang war die Bibel ihrer Zeit voraus. Während nämlich die "Wissenschaft" das Linkshändertum bis zur zweiten Hälfte des Zwanzigsten Jahrhunderts als Degeneration und Handicap proklamiert hat (es gibt sogar Aufzeichnungen darüber, dass Linkshänder im wahrsten Sinne des Wortes verteufelt wurden), wurden Linkshänder in der Bibel sogar sehr positiv dargestellt. So gelang es Ehud mit Hilfe seiner Linkshändigkeit die Feinde Israels zu besiegen.
Richter 3,15-21:
Da schrien die Kinder Israels zum Herrn. Und der Herr erweckte ihnen einen Retter, Ehud, den Sohn Geras, einen Benjaminiter, der linkshändig war.
[...]
Ehud aber griff mit seiner linken Hand zu und nahm das Schwert von seiner rechten Hüfte und stieß es ihm in den Bauch.
Richter 20,16:
Und unter all diesem Volk waren 700 auserlesene Männer, die linkshändig waren; die schleuderten alle einen Stein haargenau, ohne das Ziel zu verfehlen.
Linkshänder werden also in der Bibel sogar ausdrücklich gelobt und mitunter durchweg als positiv dargestellt. Immerhin 2500 Jahre bevor die moderne Wissenschaft auch zu dieser Erkenntnis kam...
Laßt uns das Verbindende suchen, nicht das Trennende.
Micha.el
01.02.2010, 17:12
Hallo Ursula,
auch ich suche das Verbindende. Ich versuche herauszufinden woher die Negativbesetzung der Linkshändigkeit herkommt, --genau wie Marc am 15.04.06.
Weiterhin ist das Dürerbildnis für mein Verständnis durchaus eine alttestamentarisch verbotene Gottesdarstellung. Sie soll Christus beim jüngsten Gericht zeigen. Und Christus ist Gott, --nach dem neuen Testament. J.C.: "Ich und der Vater sind Eins".
Man muß eben AT und NT sehr getrennt sehen. Für den jüdischen Glauben gibt es ja auch kein NT.
Gruß
Michael
Peter2007
01.02.2010, 19:23
---Ich versuche herauszufinden woher die Negativbesetzung der Linkshändigkeit herkommt---
Ohne mich jetzt überhaupt mit der Bibel beschäftigt zu haben vermute ich das übliche Problem:
Während Rechtshänder nur mit ihrem Rechtshänderwerkzeug umgehen konnten,
konnten Linkshänder nicht nur "gezwungenermaßen" mit rechts sondern auch und sogar noch besser mit links agieren.
Der Linkshänder ist halt flexibler und dem "Normalen" gewissermaßen überlegen.
Dazu kommt noch die angebliche Minderheit und das Befremdliche.
Und was der Mensch nicht verstehen kann , das verteufelt er erstmal.
..einfach mal so als spontaner Gedanke dazu
Peter
Micha.el
02.02.2010, 09:14
Hallo Peter2007,
Während Rechtshänder nur mit ihrem Rechtshänderwerkzeug umgehen konnten,
konnten Linkshänder nicht nur "gezwungenermaßen" mit rechts sondern auch und sogar noch besser mit links agieren.
Der Linkshänder ist halt flexibler und dem "Normalen" gewissermaßen überlegen.
ja, das sehe ich auch so. Oftmals neiden uns die Rechtshänder unsere Fähigkeiten mit beiden Händen annähernd gleichgut agieren zu können.
Nicht umsonst gibt es unter Künstlern und geschickten Handwerkern soviele LH's.
Auch wenn wir sonst eine wirklich schwere Bürde in einer Rechtshänderwelt tragen, können wir auf unsere Fähigkeiten durchaus auch ein bißchen stolz sein. Leider gibt es unter uns allerdings auch einige, deren Ego sich etwas zu stark entwickelt hat, -----von wegen Stolz, ---siehe meine Beitrag oben von heute...
VG
Michael
Ich bin gerade in einem anderen Thread über eine Bibelstelle gestolpert, die häufig falsch interpretiert wird:
B. Walker zählt dort auch diverse sprachliche und religiöse Beispiele auf, wonach "links" oftmals dem "Teuflischen" zugeordnet wurde (z. B. ... der gekreuzigte Dieb rechts neben Jesus sollte das Königreich des Himmels erhalten, während der Dieb zu Jesus linker Seite verdammt gewesen sei ...).
Da muss ich aber mal mit einem alten Vorurteil aufräumen:
In der Luther-Übersetzung (alt-griechisch kann ich leider nicht) findet sich diese Behauptung nicht wieder.
Im Gegensatz zu Johannes, erwähnen Matthäus, Markus und Lukas die beiden Übeltäter, die mit Jesus gekreuzigt werden, einer zu seiner Rechten und einer zur Linken. Mehr nicht.
Nur Lukas ergänzt es noch um folgenden Dialog Jesu mit den Beiden:
Lukas 23
39 Aber einer der Übeltäter, die am Kreuz hingen, lästerte ihn und sprach: Bist du nicht der Christus? Hilf dir selbst und uns!
40 Da wies ihn der andere zurecht und sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammnis bist?
41 Wir sind es zwar mit Recht, denn wir empfangen, was unsre Taten verdienen; dieser aber hat nichts Unrechtes getan.
42 Und er sprach: Jesus, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst!
43 Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein. Welcher von den Beiden nun der Rechte oder der Linke ist, geht hieraus nicht hervor. Die einzige mögliche Ableitung – aber weit hergeholt – wäre die Reihenfolge der Nennung, also der Erste (rechts) ist derjenige, der Jesus verspottet, der Zweite (links), derjenige, der ins Himmelreich kommt.
Also, an dieser Stelle das Linke als das Böse ableiten zu wollen, ist eigentlich schier unmöglich. Ich kann mir nur vorstellen, dass dies durch die darstellende Kunst, also von Menschen (höchstwahrscheinlich RH) geprägt wurde.
Vielmehr zeigt sich ein ganz anderes Rechts-Links-Verständnis an anderer Stelle z.B. bei
Matthäus im 20. Kapitel:
20 Da trat zu ihm die Mutter der Söhne des Zebedäus mit ihren Söhnen, fiel vor ihm nieder und wollte ihn um etwas bitten.
21 Und er sprach zu ihr: Was willst du? Sie sprach zu ihm: Laß diese meine beiden Söhne sitzen in deinem Reich einen zu deiner Rechten und den andern zu deiner Linken. Also: rechts und links ist gleich gut, Hauptsache dicht bei. ;)
KerstinB
20.01.2011, 16:04
Hallo Sigrid, jetzt hab ichs gefunden - also vom Nachbarthread http://www.linkshaenderforum.org/forum/showthread.php?p=29069#post29069 hierhier, dann kopier ich meine Antwort auch noch Mal hier rein:
Ich selbst habe von der Bibel gelinde gesagt so gut wie keine Ahnung, B. Walker bezog sich für die obige Stelle "Diebe Jesus Kreuz links rechts" auf ein "Evangelium des Nikodemus"... Sie gibt, wie gesagt (hier (http://www.linkshaenderforum.org/forum/showthread.php?p=29064#post29064)) auch Beispiele aus anderen Religionen, z. B. sei für Brahmanen Linkshändigkeit unvereinbar mit Wohlanständigkeit gewesen oder das jüdische Mystiker gesagt hätten, Gottes linke Hand sei die Hand, die zerstöre usw. Mehr als dieses Kapitel als Quelle dafür habe ich derzeit auch nicht, B. Walker setzt dort aber Fußnoten, im "ganzen Buch" wird man diese dann sicher finden können...
lG KerstinB
Hallo KerstinB,
Das sogenannte "Nikodemus-Evangelium" ist nicht Teil der Bibel.
"Für die Existenz des hebräischen Originaltextes, den der Verfasser Ananias ins Griechische übersetzt haben will, gibt es keine Hinweise, so dass die Inhalte als Legende gelten." (Quelle Wikipedia)
Ist ungünstig, wenn Frau Walker sich darauf bezieht. Zumal die beiden Schächer dort sogar Namen bekommen haben, Gestas und Dysmas, Dysmas ist derjenige, dem Jesus das Himmelreich zusagt, aber von rechts und links gar keine Rede, nicht einmal das sie rechts und links von Jesus ans Kreuz geschlagen wurden. Nachzulesen Nikodemus Kapitel 9,4 hier (http://12koerbe.de/euangeleion/nikodem2.htm#Caput%20IX.)
Schade, hoffentlich hat Frau Walker andere Quellen sorgfältiger ausgewählt, wäre ja schade, wenn sie das, was sie sagen möchte durch unkluge Recherche unglaubwürdig und angreifbar macht.
Danke Kerstin, ich habe den Text erhalten. Mal schauen, wie sich das sonst so liest.
Herzliche Grüße
Sigrid
KerstinB
20.01.2011, 20:52
Das ist ja ein interessanter link, Sigrid.
Wie gesagt, B. Walker hat zu ihren Angaben ja auch Fußnoten angegeben, deren Inhalte aber leider nicht aus der mir vorliegenden Kapitelkopie zu ersehen sind (vermutlich am Kapitelende oder Buchende...), daher lässt sich bisher zu ihrer Quelle oder ihrer Recherche - auch für andere Stellen/Behauptungen - noch nichts Endgültiges sagen. Viell. hole ich mir mal das "ganze" Buch, dann werde ich das hier nachtragen... oder jmd. anders, der das Buch hat. Mit Wikipedia bin ich persönlich auch sehr vorsichtig geworden, aus einigen Erfahrungen heraus und ganz unterschiedliche Themen betreffend ...
lG KerstinB
Mit Wikipedia bin ich persönlich auch sehr vorsichtig geworden, aus einigen Erfahrungen heraus und ganz unterschiedliche Themen betreffend ...
Ich bin da auch vorsichtig, aber ich weiß sowieso, dass Nikodemus nicht in den Kanon gehört, welches nun genau bei diesem "Evangelium" die Gründe sind, war mir nicht klar, habe aber jetzt extra für Dich;) in der RGG ("Religion in Geschichte und Gegenwart", Theologisches Standardwerk) im Prinzip das Gleiche nachgelesen.
Es gibt übrigens noch ca. 20 weitere Evangelien, etliche Briefe und auch alttestamentliche Schriften, die nicht als authentisch angesehen werden.
Herzliche Grüße
Sigrid
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